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$0 Muck monxrttich steuerfrei, Sm Steuerausschuß bes Reichrtages wurde über die Gestaltung der Lohnsteuer abge- fttomt. Angenommen wurde ein Antrag der Regierung spar* ^""'i^vom Arbeitslohn für den Arbeitnehmer einen «Betrag von HO Reichsmark monatlich (18,60 RoichsmarK wöchentlich) vom Steuerabzug freiläßt.

2 von dem den Betrag von 80 Reichsmark monatlich 18,60 Reichsmark wöchentlich) übersteigendem Arbeits­lohn hat der Arbeitgeber bei jeder Lohnzahlung einen Betrag von 10 vom Hundert für Rechnung des Ar­beitnehmers als Steuer einzubehalten.

3 . der Betrag von 10 vom Hundert des Arbeitslohns er­mäßigt sich für die zum Haushalt des Arbeitnehmers zählende Ehefrau .sowie für das erste und zweite zu seiner Haushaltung zählende minderjährige Kind um je 1 vom Hundert, für das dritte und jedes weitere minderjährige Kind um je 2 vom Hundert. Uebersteigt der Arbeitslohn nicht den Betrag von 250 Reichsmark monatlich (60 Reichsmark wöchentlich), so beträgt die Ermäßigung schon für das zweite minderjährige Kind 2 vom Hundert. Kinder im Alter von mehr als 17 Sahren, die Arbeitseinkommen beziehen, werden nicht gerechnet.

HerHeld, 16. Mai. Am späten Rachmittag des gestrigen Tages wurde der Sri)reiner A Kämpe l, von hier in das hiesige Landkrankenhaus gebracht. K. mußte seit mehreren Tagen das Bett infolge Krankheit hüten. Der bchan'delde Arzt stellte plötzlich Bergiftungserscheinungen fest, worauf eine Haussuchung und Inhaftierung vorgenommen wurde. Ob und inwieweit andere Personen an der Sache beteiligt sind,- dürften erst die nähere ärztliche Untersuchung und die anzustellenden Snnitt* lungen ergeben.

Bad Ciebenff ein. 16. Mai. Sine Gruselgeschichte hält die Einwohnerschaft in Atem. Auf der abgebauten GrubeStücks* baum fiel ein Schuh. Tags daraus fand man auf der Halde eine bis zum Schacht führende Blutspur und den Schacht ge* öffnet, in den offenbar ein schwerer Körper (es fragt sich, ob Mensch oder Tier) geworfen worden war. Die Aachforschungen in dem finsteren Schacht, der etwa 40 Meter tief unter Masse r steht, sind im Gange.

Worbis, 16. Mai. Der Scharfeststein, der vor 400 Sahren im Bauernkriege niederbrannte und in seiner heutigen Form 1532 wiedererstand, erfreut sich als Ausflugsort immer größerer Beliebtheit. Die Dünnwanderer machen ihn zu ihrem Wander ziel. Auf dem Burghof werden alkoholfreie Erfrischungen be­reit gehalten.

Weimar, 16. Mai. Sn Friedrichroda i. Thür, ist in einem Land haujse eine 53 Sahre alte Küchenfrau mit Ramen Bertha Holdschuh in ihrem Schlafzimmer in ihrem Bette liegend tot aufgefunden worden. Sn ihrem Mund hat man einen Knebel einem Taschentuch hergestellt vorgefunden. Die Hände waren mit einem Tuchstreisen, vom «Unterrock der Ermordeten her- rührend, und mit Bindfaden gefesselt. Der Tod ist taut ärzt­lichem Befund durch Erdrosselung verursacht worden. Für die Ermittelung des Täters haben die Staatsanwaltschaft in Gotha 500 Mark und das Thür. Landeskriminalamt in Weimar 250 Mark Belohnung ausgesetzt. Anhaltspunkte, wer als Täter in Frage kommen könnte, sind bis jetzt nicht festgestellt worden. Doch muß die Tat in der Seit vom 11. Mai abends bis 12. Mai morgens begangen worden sein.

Weimar, 16. Mai. Rachdem vorübergehend im Auftrage der Reichsregierung im Herbst 1923 Reichswehrtruppen in Thüringen stationiert waren ist es jetzt den Bemühungen des thüringischen Staatsministeriums und der Stadt Weimar ge­lungen, für dauernd Garnison nach Meimar zu bekommen. Am Donnerstag zog Generalleutnant «Hasse mit seinem Stabe, der 3. Kavallerie-Division und zwei Kompagnien des Infanterie* regiements Rr. 15 in Weimar ein. Die Stadt hatte reichen Schmuck angelegt. Bon den staatlichen und städtischen Gebäu­den wehten die Fahnen des Staates Thüringen. Auf dem Marktplatz fand eine feierliche Begrüßung- durchst Staatsmi* nister Leutheußer im Romen der Thüringer Staatsregierung und des Landes Thüringen statt. Er begrüßte die Trupen der «Reichs

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«ehr als die treuen Nachfolger unseres stolzen, alten Heeres. Sm Namen der Stadt wurde Generalleutnant Haffe von Ober­bürgermeister Dr. Müller begrüßt, Generalleutnant Hasse dank­te für den Willkommengruß. Mit einem dreifachen «Hurra auf das deustche Vaterland, dem Deutschlandlied und dem Vorbei­marsch der Truppen endete die Feier.

Vermischtes.

Arsenverbreitung vom Flugzeug aus. Sn einem Artikel in Ar. 177 derDeutschen Tageszeitung" tzWas geschieht zur Rettung unserer Wälder"? wird Klage darüber geführt, daß die verantwortlichen Stellen eine weitere Wäldverwüstungdurch die Forleule ruhig auf sich zukommen ließen, ohne etwas zur Bekämpfung des Schädlings zu unternehmen, obwohl das Wie­derauftreten der Forleule nach Eintritt der warmen Mitterung das Schlimmste befürchten ließe. Hierzu wird dem Amtlichen Preußischen Pressedienst aus dem Preußischen Landwirtschafts­ministerium berichtigend geschrieben: Daß in dem im letzten Sah re bezw. in den letzten Sahren von der Forleule befallenen Fors­ten, im wesentlichen aber nur in einzelnen Randgebieten der vor jährigen Fraßflächen, in beschränktem Umfang wieder die Eule fliegt, läßt sich nicht bestreiten. Die jetzt schwärmenden Falter haben sich aus den Puppen entwickelt, die in der Bodenstreu überwintert haben. Genaue und wiederholt vorgenommene Untersuchungen haben jedoch gezeigt, daß diese Puppen zum großen Teil krank, d. h. entweder von Pilzen befallen oder mit schmarotzerinsekten behaftet waren. Dieser Befund läßt es zweifelhaft erscheinen, ob die aus den kranken Puppen hervor­gegangenen Falter, wahrscheinlich den Todenkeim schon imsich tragend, noch zur Eiablage schreiten und, wenn ja, ob die aus den Liern ausschlüpfenden Räupchen noch lebensfähig sind und einen Fraß von Bedeutung verursachen können. Die in dem Artikel der ,/Deutschen Tageszeitung" aufgestellten Behauptung daß dieTiere den ungewöhnlich milden «Winter nahezu ohne Verlust überstanden haben,trifft also nur in sehr bedingtem Umfange zu. Diegrößten Autoritäten" sind eifrig bei der Arbeit gewesen, um wirksame Bekämpfungsmittel zu ersinnen: Alle dieseguten Lehren" sind aber praktisch nicht in den Wind gesprochen worden, sie sind vielmehr alle praktisch zur Anwen­dung gelangt, «haben aber praktisch leider alle zu keinem wirk­lichen Erfolg geführt. Es hat sich leider immer wieder heraus- gestellt, daß es wenigstens dann, wann sich der Eulenfraß auf so große Strecken erstreckt, wie indem vergangen« Sahren bis jetzt kein wirklich erfolgreiches Bekämpfungsmittel gegen die Eule gibt. Die zu ihrer Bekämpfung angewandten, neben* bei sehr kostenspieligen Maßregeln bedeuten sogar insofern ein zweischneidiges Schwert, als sie sich gleichzeitig auch stets gegen die natürlichen Feinde der Lule aus der Tier- und Pflanzenwelt richten. Gleichwohl ist unter geeigneten Umständen keines der bekannten Mittel wie: Eintrieb von Schweinen, Streurechen mit nachfolgendem einmaligen Abfahren der gesamten Streu aus den Beständen oder Husammendringen der Streu auf Welle, Kalkung der Wälle mit Aetzkalk, Umplaggen der Bodendecke, Umpflügen usw., unversucht geblieben. Leider ohne jeden Er­folg! Sn diesem Frühjahr soll in den preußischen Staatsforsten die «Bekämpfung des Schädlings zum ersten Male durch pulver­förmige Arfenpräparate, die von Flugzeugen verstäubt werden, auf großen Flächen erprobt werden. Zweifellos hat des Vor­handenseins reiner Kiefernbeständen auf großen zufammenhän- genden Flächen viel zur Verschärfung der Kalemität beige tra­gen. Man wird daher bei 'der Aufforstung der vorjährigen Fraßfliehen und allgemein bei der Verjüngung unserer Kiefern­forsten nach Möglichkeit und soweit die Standortsverhältnisse es gestatten, auf die Erziehung von Mischbeständen hinwirken müssen. Es ist zu hoffen, daß Hierdurch der «Wiederholung einer so großen Eulenplage, wie wir sie in den letzt. Sahr, erlebt haben so weit vorgebeugt wird, wie es in menschlichen Kräften steht.

SmAoal.

(Sür diese Rubrik übernimm! die Redaktion lediglich die prestgesetzliche Verantwortung.)

Konservatorium.

Schon längst war es der stille Wunsch mancher Musik­freunde, auch von der Hiess. Musikschule gesonderte Komponisten

abends veranstaltet zu sehen, wie es überall Brauch ist. Vor­gestern abend hat Herr Musikdirektor Leber in seiner Musik­schule di^em Begehren entsprochen, indem er einen Bach- Beethoven-Abend (Klasse Fräulein Leni Leber) veranstaltete. Die Erwartungen «der Huhörer wurden von der durchweg muster haften Wiedergabe der unvergleichlichen Tonschöpfungen von Bach, wie: Präludium in D-dur-Snvention (Dreist.) Ga­votte-Präludium und Fuge in D-dur Gavotte 1. und 2. Gi­gue aus d. engk Suite und von Beethoven wie: Eccosaine und Rondo m G-dur- nicht nur erfüllt, sondern durch den vollende­ten Vortrag einzelner Musikschüler fast noch übertroffen. Ha wünschen wäre ein noch tieferes Versenken in den Snhalt der klassisch edlen Tonschöpfungen der beiden Mustkheroen. Mit nn geteilter Aufmerksamkeit folgten die Huhörer den Darbietungen aus welchen man die Kunstrichtung und vollendete Kunstsschöpfung unserer Altmeister der hehren Musik erkennen konnte. Der Dank der Hörer äußerte sich in ausdauernden Beifallsbezeug­ungen. Die Leistungen der Schüler find die beste Empfehlung für die Musiklehrerin am Konservatorium Fräulein Leni Leber, wofür derselben besonderen Dank gebührt. Der gut erhaltene und volltönende Steinwag-Flügel erhöhte wie immer die Wir­kung der Vorträge in wohltuender Meise.

Wetterbericht.

wtb. Sratdcfurf. 16. Mai. (Wetterbericht). Die Wittes rung wird zunächst immer noch von einem Hochdruckgebiet be­herrscht, dessen Kern über der Ostsee liegt. Die nach Mittel­europa vordringenden Luftströmungen bleiben vorerst immer noch trocken und warm, nur leichte Druckstörungen bilden sich im Westen aus. Sie bedingen Gewitterneigung.

Vorhersage bis Sonntag Abend: Heiter Gewitterneigung, sonst trecken, warm, schwache Luftbewegung.

Druck und Verlag: Rudolf Bamberger, verantwortlich für de» gesamten Textteil: Chefredakteur Sulius Geistel, für Anzeigen und Reklamen Anton Scyütz, sämtlich in Fulda.

Amtliche Bekanntmachungen.

Die Erneuerung des äußern Oelfarbenanstrichs an einer Anzahl Fenster und Türen am Stadtschloß soll vergeben werden.

Angebote können vom Stadtbauamt gegen Entrichtung der Herstellungskosten bezogen werden.

Verschlossene mit Aufschrift

Angebot auf Anstreicherarbeiten im Stadtschloß". Versehene Angebote sind bis zum Freitag, den 22. Mai ds. 2s., vormittags 10 Uhr an das Stadtbauamt einzureichen.

Fulda, den 14. Mai 1925.

Der Magistrat: S. V.: Eberleiu.

Das städt. Schwimmbad in der Rosenau ist vom 16. d. Mts. ab zur «Benutzung geöffnet.

Die Badezeit ist wie im vorigen Sahr festgesetzt und zwar:

Für Dame«:

An Sonn- und Feiertagen 113 Uhr: Montags und Donnerstags 68 und 113 Uhr: Dienstag und Freitag 811 und SSUhr: Mittwoch und Sooabend 9-ö Uhr.

Für Herren:

An Sonn- und Feiertagen 611 und 38 Uhr: Montags und Donnerstags 811 und 37 Uhr: Dienstags und Freitags 68 und 115 Uhr: Mittwoch und Sonnabend 69 und 38 Uhr:

Schwimmriege:

Donnerstag von 78 Uhr: Montag vom 7^8 Uhr: Andere Damen haben Hutritt. Andere Herren haben Hutvitt.

Alle die auf Schülerkarten baden, werden nach 6 Uhr Abends nicht mehr zum Baden zugelassen.

Die Preise für die Badekarten betragen:

1. Line Dauerkarte für Erwachsene 4, Mk.

2. Eine Dauerkarte für Schüler 2, Mk.

3. Line Karte für ein einzelnes Bad 0,20 Mk.

Fulda, den 15. Mai 1925.

«Der Magistrat: S. V.: Eberlein.

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