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Aul-aer Kreisvlatt, Anzeiger Mr Rhön un- Bogelsberg, Ful-a un- Haunetal

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Rammer 111.

SonMstag, den 14. Mai 1925.

59. M Zahrgang.

Slè WKPMttien vorläufig nicht für Änderung der Reichstarden.

Berit«, 13. Mai. (Sig. Fnformatiousdienst.-Telegr.) Von unterrichteter LeL^e erfahren wir, daß die Rechtsparteien vor­läufig ihre Anträge auf Aenderung der Reichsfarbon zurnck- ftellen werden. Nachdem in der Kundgebung des neuen Aeichs- präjidenten sowie in der Haltung der Reichsregierung ausdrück­lich der Wunsch ?um Ausdruck gelangt ist, die politischen Aus- eiuauderfetzungen nicht zu verschärfen, hätt man es für ange­bracht, die offiziellen jchwarz-rot-goldenen Roichsfarben als die verfassungsmäßigem Farben zu respektieren. Nebenher soll aber der Versuch gemacht werden, in der Flaggens rage einen Kom­promiß zwischen den Rechtsparteien und den Mittelparteien her beizuführen. Von Seiten der Rechtsparteien hat man bereits dementsprechende Kompromißvorschläge ausgearbeitet.

Radikalisierung der Sozialdemokratie.

Berlin, 13. Mai. (Sig. Snfor mationsdieust.-Selegr.) 2m sozialdemokratischen Lager sind gegenwärtig bemerkenswerte Vorgänge zu beobachten. Der linke Flügel der sozialdemokrati­schen Partei gewinnt immer mehr an Einfluß, sodaß die Position der gegenwärtigen Parteileitung ziemlich gefärbt ist. Man hätt es sogar für sehr wahrscheinlich, daß der radikale Flügel vor­übergehend völlig die Oberhand gewinnt. Selbst Führer der ge­mäßigten sozialdemokratischen Richtung verlangen, daß der poli­tische Kurs schärfer nach links getrieben wird und das vor allen Dingen die oppositionelle Einstellung der Partei gegen die Reichs regiernng in schroffster Weise zum Ausdruck gebracht wird. 2u- zwischeu hat sich die Mchrhett der sozialdemokratischen Fraktion auch dahin entschieden, daß der Reichswehretal abgelehnt wer­den soll. Die Sozialdemokratie will auch gegen sämtliche Steu- erVorlagen der Regierung sowie gegen die Auftuertuogsvorlage stimmen.

Ser ReichsprMmt rankt Allen

wtb. Berlin, 13. Mai. telef. Da es dem Reichspräsidenten zu seinem Bedauern nicht möglich ist, für die zahllosen Glück- und Segenswünsche, die chm aus Anlaß seiner Wahl und seines Amtsantritts aus allen Seilen der Bevölkerung zugegangen sind, in jedem Fall einzeln zu danken, spricht er allen die chm in diesen Sagen ein Zeichen ihres freundlichen Gedenkens übersandt ha­ben, auf diesem Wege für die erwiesene Aufmerksamkeit und das durch sie bekundete Bertrauen seinen herzlichen und aufrichtigen Dank ans.

Vertagung res Landtages bis 9. Suat.

wtb. Berlin, 13. Mai. telef. Der Aeltestenrat des pren- ßischen Landtages hat beschlossen den Landtag von morgen bis 9. 2um zu vertagen. 2n der Pause sollen die Ansschußarbeiten, ins­besondere soll sich der Hauptausschuß mit der Beratung des Etats der ihnen heute zugeht, besassen.

Nach dem Amtsantritt Hindenburgs.

Reichspräsident von Hindenburg hat nunmehr Jein Amt übernommen und den Eid auf die Verfassung geleistet. Aus der Umgebung des neuen Reichspräsidenten erfährt man, daß Hin­denburg sich seinen neuen Aufgaben mit dem größten Ernst uno mit vollem Eifer hingibt. Die Kundgebung die wir in gestriger Nummer derHess. Morg. Ztg." brachten und die er nach her Eidesleistung erlassen hat, hat er persönlich verfaßt, und sie D durchaus auf seine Fnitiative zurückzuführen, denn vorher hatte die Reichsregierung beabsichtigt, ihrerseits mit einem Aufruf an das Volk hervorzutreten. Erst nachdem Reichspräsident von Hindenburg selbst den Wunsch geäußert hatte, mit einer Kund- gebung heroorzutteten, hat das Kabinett von einer gesonder­ten Proklamation abgesehen.

Aus parlamentarischen Kreisen hört man übereinstimmend, daß das Auftreten des neuen Reichspräsidenten vor dem Reichs tag einen überaus günstigen und erfreulichen Eindruck gemacht

'n ^ Reihen der Sozialdemokraten hinein sind die ' geordneten von der ernsten und würdigen Erscheinung Hin- endu^z absolut sgmpathisch berührt. Besonders in den demo- W ^" Kreisen wird es als ein erfreuliches Zeichen betrachtet, ^ mit seinem Manneswort zu der Reichs^ Kreise ^annt hat. Diese Auffassung der demokratischen

. Im übrigen auch von rechtsstehender Seite bestätigt. Englands Meldungen zufolge wollen die Regierungen nehmen Stallens und Amerikas davon Abstand en neuen deutschen Reichspräsidenten irgendwelche

Mus Barmat aus der Saft entlassen.

wtb. Berlin, 13. Mai. telef. Der dritte Strafsenat des Kammergerichts hat heute beschlossen, daß Sulins Barmat gegen eine Kaution von 200 000 Mark ans der Untersuchungshaft zu entlassen ist. Heurg Barmal bleibt bis auf weiteres als Unter- suchungsgefangener in der Eharitee.

Lord Milner t

wtb. London, 13. Mai. telef. Lord Milner, der frühere Oberkommissar von Sübafrika ist im Alter von 71 Fahren an Gehirnentzündung gestorben.

Der Wohnungsamt-Skandal in Frankfurt.

wtb. Franlffurt a. M., 13. Mai. telef. Gegen das Urteil im zweiten Wohnungsamtsprozeß gegen de» Leiter der Ablös- ungsabteilung Köhnemund haben sowohl der Angeklagte als auch der Staatsanwalt Berufung eingelegt.

Berichtigung.

Fn unserem Leitartikel in Nr. % vom 26. April d. 2s., dem Sonntag der Reichspräsidentenwahl, schrieben wir, das Wort Friedrichs des Großen:Fn meinem Staat kann jeder nach seiner Fasson selig werden" als Richtlinie unserer Zeitung be­zeichnend:

Aber wird das auch von der andern Seite gehalten? Die n acktenTatsa ch e n mögen sprechen. Am gestrigen Freitag brachte eine hiesige evangelische Frau ihr Kind in die Aufbau- schule in Fulda. Der katholische Geistliche äußerte in Gegen­wart dieser Frau und einer anderen, evangelischen, Frau es waren die beiden einzigen, die ihre Kinder in die Ausbauschule führten, nach Einsichtnahme in das Schulzeugnis des Kin­des:Was kann denn das arme Kind dafür, daß es den richti­gen Glauben nicht hat."--

Aufgrund einer genauen amtlichen Nachprüfung sehen wir uns genötigt folgendes zu erklären:

Sämtliche vorstehende von uns alsnackte Tatsachen" hin­gestellten Eingaben haben sich als unwahr uns zugetragen erwiesen.

1. An dem genannten Freitag war überhaupt keine Frau in der Aufbauschule, um ein Kind zu bringen.

2. Ss trifft nicht zu, daß eine h i e s i g e evangelische Frau die Bemerkung des Geistlichen gehört haben will.

3. Aufnahmetag war bar Dienstag. An diesem Sage waren die erwähnten Frauen nichtdie beiden einzigen, die ihre Kinder in die Aufbanschnle führten", es wurden vielmehr 8 Neulinge geprüft.

4. Die demkatholischen Geistlichen" zugeschrLebeue Aeu­ßerung ist von den Zuträgern der Nachricht diesem Herrn ver­leumderisch angedichtet worden.

Am Dienstag befand sich unter den Schülern, welche die Aufnahmeprüfung nicht bestanden, der Sohn einer

Glückwünsche zu richten. Dieses Vorgehen wird von den deut­schen politischen Kreisen als eine verletzende Unhöflichkeit an­gesehen, und selbst im linksgerichteten Lager ist man über die demonstrative Betonung der Gegnerschaft gegen die Person des Reichspräsidenten von Hindenburg durch die betreffenden auswärtigen Regierungen peinlich berührt. 2m übrigen mißt man dieser Demonstration absolut keine Bedeutung bei.

Der neue Reichspräsident hat in seiner Ansprache ausdrück- lich betont, daß er im engsten Einvernehmen mit der Volksver­tretung arbeiten werde. Damit ist schon jetzt ein starkes Ver­trauensverhältnis zwischen dem Reichspräsidenten und dem Reichstag geschaffen worden, das im Hinblick auf die außeror­dentlich schwierige 'Stellung des Reichsobeihauptes gegenüber dem Parlament besonders notwendig erscheint. Die Gedanken- gänge, die Hindenburg in dieser Ansprache dargelegt hat, finden gerade in den mitteleuropäischen Kreisen den stärksten Anklang, weil der Appell an die Einigkeit als eine Bekräftigung derje­nigen Bestrebungen aufgefaßt wird, die auf die Volksgemein­schaft hinzielen und die Milderung der politischen Gegensätze herbeiführm wollen. An den Kundgebungen vor dem Reichs­tag beteiligten sich im Gegensatz zu dem Empfang Hindenburg? durch die vaterländischen Verbände diesmal auch zahlreiche An­hänger aus dem demokratischen Lager. Diese rein äußerliche Erscheinung wird immerhin als ein Zeichen dafür angeschen, daß die innenpolitische Atmosphäre im gegenwärtigen Augenblick günstig genug ist, um die Absichten Hindenburgs, den innerpoli­tischen Zwiespalt zu mildern, in vielfacher Hinsicht zu fördern.

Mutter aus Elm. Der Geistliche war bei der Prüfung des El­mer 2ungen überhaupt nicht beteiligt.

Die Frau, welche wohl zu jenen Müttern zählt, die für den Mißerfolg ihrer Kinder in der Schule die Schuld nur bei den Lehrern suchen, erdichtete gegenüber ihrem in Fulda wohnenden Schwiegervater die Aeußerung des kachol. Geistlichen, um so offenbar auf die angebliche konfessionelle Voreingenommenheit der prüfenden Lehrer das Aichtbestehen der Prüfung zurückzu­führen. Der Schwiegervater, ein hiesi. evangl. Schutzmann a. D., den wir zuvor noch nicht kennengelernt, berichtete die an­gebliche Aeußerung des Geistlichen voll großväterlicher Ent­rüstung der Redaktion, die ihrerseits in der Siedehitze des Wahlkampfes die Angaben als Material verwendete, denn wir mußten doch dem alten Polizeibeamten der nach den Traditionen der altpreußischen Beamten sich auf seine Ehrbarkeit berief, vorerst glauben, wenn er uns versicherteAuf Ehre und Ge­wissen, es ist wahr". Umsomehr, als der Schutzmann uns von zuverlässiger Seite als ehrenhaft bezeichnet wurde, als wir uns vor Drucklegung des Artikels nach ihm erkundigten.

Wir bedauern aufs tiefste, solchen unwahren Angaben zum Opfer gefallen zu fein.

Redaktion derHess. Morgenzeitung".

2. Geissel, Ehefredakteur.

P. S. Daß wir unsererseits bemüht sind, nachträglich der Wahrheit dieEhre zu geben, möge die Veröffentlichung nachste­henden Protokolls beweisen:

Fulda, den 12. Mai 1925.

Frau Elise Nesemann, geb. Lange, wohnhaft in Elm, be­fragt, was sie in der Angelegenheit wisse, erklärt zur Sache fol­gendes:

Es handelt sicy um eine völlig falsche Auffassung meiner Erzählung durch meinen Schwiegervater Schuhmann a. D. Herrn Wiesemann in Fulda. 2ch habe keineswegs gesagt, daß ich in der Aufbauschule gehört 'hätteimas kann das arme Kind dafür, daß es nicht den richtigen Glauben hat". 2ch habe überhaupt mit keinem der eHrren Geistlichen (an der Schule wirkt nur 1 Geistlicher. D. Red.) in der Aufbauschule gesprochen. 2ch habe lediglich an diesem Tage im Familienkreise die Aeußerung getan, daß in früheren Fahren fund damit ist eine Zeit vor ungefähr 30 Fahren gemeint) manchmal von den Franziskanerpatres, die mildtätige Gaben sammeln kamen, die Aeußerung gefallen ist, daß die Evangelischen den richtigen Glauben nicht hätten.

Mein Schwiegervater, Schutzmann a. D. Resemann ist in­folge seines vorgerückten Alters (er ist 71 Sahre alt) schwer­hörig. Nach meiner Ansicht hat er sich verhört. Dazu tritt die starke ^Erregung, in der er sich gerade an diesem Tage, in­folge von Familiensachen befand. Fn böser Absicht hat e/keines toegs gehandelt, sondern die starke Aufregung dürfte der Grund zu seiner irrigen Auffassung gewesen sein. Vermehrt wurde diese Aufregung noch durch den scharfen Wahlkampf, an dem er reges Fnterefse nahm. Fch selbst habe ihn keineswegs ermutigt, zur Zeitungsredaktion zu gehen, im Gegenteil ich bin damit gar nicht einverstanden. Diese Erklärung ist mir vorgelesen worden und halbe ich sie vor Zeugen eigenhändig unterschrieben.

Elise Resemann, Ehefrau des Lokomotivführers August Nefemano, wohnhaft in Elm.

Zum feierlichen Amtsantritt Kindenburgs im Reichstag.

Nachdem wir in gestriger Nummer die Vorgänge bei der Eidesleistung kurz gestreift hatten, ergänzen wir den telegraphi­schen Bericht heute ausführlich.

_ ^u^ èem Neichstagsgebäude find die schwarz-rot-goldenen Fahnen gehißt. Am Haupteingang flattern an großen Fahnen- maften bie schwarz-rot-goldene Reichsflagge und die Reichs- krtegsftagge. Das Portal ist mit grünem Schmuck ausgestattet. Die Ausschmückung des Plenarsitzungssaales ist vom Reichs- Kunftwart geleitet worden. Auf einem von einer Girlande um- jogenen «olbgrunb, der als Muster den Reichsadler zeigt, ^er­hebt sich in der Mitte die Standarte des Reichspräsidenten. Die Rampe des Prchdententisches ist mit Lorbeer umzogen und mit Hortensien reich geschmückt. Auf S dce schwarz-rot-goldene Reichsfahne und auf dieser, in schwarzes Leder gebunden, die Mappe, welche ein Per- gamenchlatt mit der in der Verfassung festgesetzten Eidesformel in großer.^ künstlerischer Frakturschrist enthält. Diese Mappe hat der Lieichstagspräsident anfertigen lassen, um sie in jedem ja!l bei einer Vereidigung des Reichspräsidenten benutzen zu lassen.

Fi» Sitzungssaal des Reichstages hatten sich viele Abgeord­nete schon um 11 Uhr eingefunden. Viele Sozialdemokraten hat­ten rote Nelken angesteckt, wührend einige demokratische Ab-