in gesundheitlicher Hinsicht teilhaftig ?u werben, ist es nicht durchaus notwendig, eine Badereise ?u unternehmen, sondern der Frühling stellt uns ganz allein schon auf eine andere Lebens- grundlage. Die Lonne lockt uns ins Freie und reizt unseren Bewegungstrieb. Um ihn zu befriedigen, braucht es für den Gefunden nicht unbedingt zu heißen: „Hinaus in die Ferne!", sondern es genügt schon: „Hinaus ins iSreie“. Um uns im Frühling gesund zu erhalten und gesund zu machen, bedarf es nicht gerade eines besonders kostspieligen Sports. Der einfachste und billigste Sport, auch für unsere Lugend, ist der Wair dersport, der nur Stiefelsohlen, Wasserdampf und Körperfett kostet. Darum gelte für jeden Gesunden die Lösung: Nicht Früh lingskuren, sondern Mandertouren! Dr. L. W.
Sine Sitzung der Stadtverordnetenversammlung findet am Donnerstag 14. Mai, nachmittags 5 Uhr statt. Die Gagesordnung umfaßt: 1. Einführung und Verpflichtung des Stadtverordneten Krimm. 2. Grundstückstausch mit dem Spar- und Bauverein. <B. G Herr Stahl). 3. Bewilligung einer Beihilfe (3 Lahresrenten) als Ludüäumsgeschenk an die Landesuni- vebsität Marburg. (B. G. Herr Dr. Weg-mar). 4. Ersatzwahl für einen verstorbenen Beisitzer (Hausbesitzer) des Mieteinigungsamtes. (B. G. Herr Fuchs). 5. Ersatzwahl für den Schiedsmann Hausmann. (B. E. Frau Hunold). 6. Löschungsund Freigabeurkunden, Nachstandserklärungen. (B. E. Herr Enders). 7. Herabsetzung des Gewerbesteuerzuschlages für das Rechnungsjahr 1925. (B. E. Herr E. Schmitt). 8. Fluchtlinien Planfestsetzung für eine Verbindungsstraße zwischen Frankfur- terstrahe und Edezellerweg. (B. E. Herr Weismüller). 9. Veräußerung eines Geländestreifens zur Begradigung der Buseckstraße. (B. E. Herr Hofmann).
Der Verein der Hundefreunde Fulda und Umgebung, e. V. hatte am Mittwoch den 6. Mai zu einer Zusammenkunft int Bürgerverein eingeladen. Es galt den durch Inflation und wirtschaftliche Not gelockerten Zusammenschluß von Züchtern und Hundefreunden neu zu beleben. Der Aufruf des Vereins verhallte nicht ungehört. Eine ganze Reihe* in der Hundezucht führender Persönlichkeiten war erschienen. Allgemeine Zustimmung fanden die vom Vonstand gegebenen Anregungen, daß gerade heute in Zeiten der Not ein fester Zusammenschluß besonders nötig sei, wenn nicht die wirtschaftliche Lage stärker werden soll als der einzelne Züchter, zum schweren Schaden für die Zucht des klügsten menschlichen Haustieres! Fest umrissene Ziele müßten in streng geregeltem Arbeitsplan angsstrebt und erreicht werden. Ln vielfacher Hinsicht will der Verein die Lnteressen der Züchter und Hundebesitzer und damit die Belange eines wichtigen Zweiges der Volkswirtschaft vertreten. Ln organisierter Fühlungnahme mit anderen an der Hundezucht interessierten Vereinen, insbesondere dem „Allgemeinen deutschen Lagdschutzverein", will er Einfluß gewinnen bei staatlichen und städtischen Körperschaften. Vor allem die in Fulda den Lnteressen sachgemäßer Zucht noch keineswegs entsprechende Frage her Hundesteuer hofft er unter Einsatz aller Kräfte zu einer befriedigenden Lösung zu bringen. Durch -kgnologisch-e und veterinäre Vorträge, durch Prüfungen, Schliefen und Schauen, durch Vermittlung von Deckrüden, durch Mithilfe bei An- und Verkäufen will der Verein allen Züchtern und Hundebesitzern helfend zur Seite stehen. Das Lnteresse und das Verständnis für Zucht- und Dressurfragen will er wecken und fördern. An Stelle des volkswirtschaftlichwertlofen, ja manchmal schädlichen Sixköters soll der zur Arbeit geborene und erzogene Gebrauchshund Höchstleistungen vollbringen. Das ist das hohe Ziel! Nicht unzeitgemäßer Luxus, sondern volkswirtschaftlich wertvoller Nutzen sei der Zweck zielklarer Hundezucht! Durch Abschluß von Versicherungen zu vorteilhaften Bedingungen, durch Vergünstigungen bei der Beschaffung von Medikamenten, durch kostenlose Zustellung des „Sportblatt für Liebhaber und Züchter von Rassehunden" gedenkt der Verein seinen Mitgliedern
die züchterische Arbeit zu erleichtern. Lm Einzelnen ist bereits für den kommenden Herbst eine Pfostenschau in Aussicht g?^ nommen. Eine im Verlaufe des Sommers beabsichtigte Generalversammlung soll den neugewonnenen Zusammenschluß noch enger gestalten. Zahlreiche auf das Rundschreiben des Vereins eingegangenen Anträge auf den Erwerb der Mitgliedschaft berechtigen zu schönen Hoffnungen. Bis zu der Generalvexfamm- lung soll der -bisherige Vorstand vorläufig die Vereinsgeschäfte weiterleiten. Dann ist eine Neuwahl vorgesehen. Allen, die an dem Wiedererstehen der Zucht von Rassehunden teilhaben wollen, gibt der 1. Vorsitzende, Herr August Walter, Fulda, Kanalstraße 1 bereitwilligst Auskunft. Anträge auf Erwerb der Mitgliedschaft sind ebendorthin zu richten.
Volks-, Berufs- und Betriebszählung 1925. Auf Grund des Reichsgef-etzes vom 15. März d. Ls. und der Verordnung des Reichswirtschastsministers vom darauffolgenden Tage findet am 16. Lum d. Ls., im Gebiete des Deutschen Reiches mit Ausnahme des Saargebietes eine allgemeine Volks-, Berufsund Betriebszählung statt. Diese Zählung wird, wie der amtliche Preußische Pressedienst einem umfangreichen Runderlasse des Ministers des Lnnern entnimmt, an Umfang und Mannigfaltigkeit alle Erhebungen übertreffen, die bisher im Deutschen Reiche vorgenommen worden sind. Sie hat für den Staat- und die Konununalverbändc, insbesondere die Gemeinden, die größte Bedeutung und wird voraussichtlich für gesetzliche und Ver- waftungsmahnahmen in viel höherem Grade als Unterlagen dienen als irgendeine frühere Zählung. Der -Minister erwartet daher mit Bestimmtheit, daß alle an der Durchführung der Erhebung beteiligten Stellen dies mit dem größten Eifer fördern, umsomehr, als ihre sorgfältige Durchführung im eigensten Lnteresse dieser Stellen liegt. Frühere Erfahrungen haben gelehrt, daß diejenigen Verwaltungsbezirke, Gemeinden usw., die nicht die genügende Sorgfalt auf die Durchführung -solcher Zählungen verwenden, sich selbst damit aufs Schwerste schädigen. Um die nicht minder wichtige -verständnisvolle Mitarbeit des ganzen Volkes für -dieses große Werk zu gewinnen, ist -es eine der wichtigsten Aufgaben aller beteiligten Stellen, die Bevölkerung über Sinn Md Bedeutung der Zählung lauf unklaren und ihr Lnteresse dafür zu erwecken. Der Minister empfiehlt -M diesem Zwecke die Veröffentlichung volkstümlicher Aufsätze in der Ortspress-e, frühzeitige Erläuterung des Zwecks und der Aufgaben der Zählung in den Gemeindeversammlungen auf dem platten Lande und Veröffentlichung der hauptsächlichsten Vorschriften in den Amts- und Kreisblätt-ern. Dabei soll, um jedes Mißtrauen der Bevölkerung zu bekämpfen, mit groß. Nachdruck darauf hingewi-esen werden, daß völlige Sicherheit dafür gegeben ist, daß die Angaben in den Zähl papieren nicht der Steuer behörde zugänglich gemacht werden. Da die Zählung sehr schwierig ist und seit der letzten Volkszählung bereits 6, seit -der letzten Berufs- und Betriebszählung sogar 16 Lahre verflossen sind, so wird es in vielen Fällen notwendig sein, daß die Gemeinden zur Gewinnung der Adressen der Haushaltungen, Land- und Zorstwirtschafts- sowie Gewerbebetriebe Vorerhebungeu -durchführen, und zwar tunlichst vier Wochen vorher. Ueber die Aufgaben der an der Erhebung beteiligten Behörden macht der Minister eine große Reihe von Ausführungen, in denen er u. a. sagt, daß diesmal ein -besonders dringendes Bedürfnis nach der Gewinnung eines vorläufigen Ergebnisses bestehe. Die Zahl der ermittelten Ortsanwesenden männlichen und weiblichen Personen sowie ihre Gesamtzahl ist deshalb bis spätestens 27. Luni dem Statistischen Landesamt Berlin zu übersenden. Das gesamte Material ist bis zum 10. Luli zur Absendung an dieselbe Stelle bereit zu halten. Das Zähleramt ist jetzt bekanntlich ein gesetzliches Ehrenamt, zu dessen Uebernahme alle über 20 Lahre alten reich «deutschen Männer und Frauen verpflichtet fjinb, die in Preußen ihren Wohnsitz haben. Zum Schluß weist der Minister darauf hin, daß darauf Bedacht zu
nehmen ist, daß Veranstaltungen, welche die ordn.,» Ausführung der Volks-, Berufs- und Betriebszäh,unT^! «einen Orten oder für einzelne Berufsklasfen aefäbnd»? Pln” namentlich öffentliche Versammlungen und Feste, Lab •' und Viehmärkte, Gerichtssitzurcgeu usw., in der Leit J"’ ^ran,e 19. Luni nicht ftattsillden. 01,1 H bis
Das Ehrenamt des Zählers. Der A-mtliche ,. Pressedienst macht darauf aufmerksam, daß alle Ltin tigten reichsdeutsch-en Männer und Frauen, die in - ^» Wohnsitz haben, verpflichtet sind, das Ehrenamt
für die Volks-, Berufs- und Betriebszählung 1925 , ts nehmen. Zur Ablehnung oder Niederlegung des Rähk berechtigten und folgende Gründe: Krankheit ober iSeb^ti5 dringende Geschäfte, die eine Abwesenheit vom Wohno zeit der Zählung erfordern; ein Alter über 60 Lahre- V? q ^ rufstätigkeit als Arzt oder Apotheker; das Amt eines’u • ' baren Reichs- oder Staatsbeamten, sofern die mit den dienstlichen Aufgaben nicht vereinbar
Erziehung von mehr als zwei Kindern oder die Füh^un größeren Haushalts; besondere Umftänbe, die im Cin^iM^v5 Ablehnung oder Niederlegung rechtfertigen. Wer ohne bei tigten Sntjcbulbigungsgrunb die Annahme des Zähleramts o weigert, oder es niederlegt oder sich seiner Mahrnehmu^ tatsächlich entzieht, kann in eine Geldstrafe von 10 bis 200 »m-9 genommen werden. Die Haushaltungsvorstände sind wpflirh' tet, die geforderten Angaben in die Haushaltungsüsten tragen. Lst ein Haushaltungsvorstand während der '3^/ abwesend und hat er bis zum 19. Luni ds. Ls. die ausgeM^ Fragebogen seinem Hauswirte nicht zugesandt, so ist dieser »der sein Stellvertreter, falls nicht ein Vertreter des iHaushalturg;- vorstandes die Ausfüllung -vornimmt, verpflichtet, an Hand der polizeilichen Anmeldungen und mit Hilfe sonst vorhandener Unterlagen nach besten Wissen die Ausfüllung der Zählpaftr^ für den fraglichen Haushalt vorzunehmen.
Wie die S. P. D.-Berlin. Hindenburg begrüßen wolle«. Der Bezirksverband der S. P. D. Berlin versandte {olgenbes Schreiben: „An die Kreis und Abteilungsleiftungenl W. T. Anläßlich der Vereidigung des neuen Reichspräsi-dentm, bic am Dienstag, den 12. Mai stattfinden soll, haben wir eine Bier- farbenkarikatur unfertigen lassen, die sich vorzüglich zum Ankleben eignet und Aufsehen erregen wird. — Wir bitten aber, diese Tatsache nicht öffentlich zu behandeln, sondern nur die Funktionäre zu informieren. Die Bilder haben Quartgröfe und sind bis Donnerstag abend fertiggestellt. Ab Freitag, den S. Mai können die Abteilungen ihren Bedarf vom Sekretariat fiLugendheim Lindenstraße 3) abholen. Lede Abteilung muß einen Genossen bestimmen, der die Bilder abholt. Kleister halten wir vorrätig. — Geklebt wird in ganz Groß-Berlin Montag den 11. Mai abends. Die Vorbereitungen müssen so getroffen werden, daß das Kleben in kurzer Zeit beendet ist, damit nicht allzuviele Strafmandate zu bezahlen sind. gez. Th. bischer. — Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren haben, ist dieser Unfug auch in Fulda geplant. Hoffentlich ^at bie Polizei ein wachsames Auge in den kommenden Nächten.
Die Beichte durchs Rottungsrohr. Ln BruckmWe bei Rosenheim in Oberbayern wurde derBrunnenbauer HzAMWl ner bei Ausbesserung eines Bru
blieb nicht weniger als 48 Stunden in dem Loche, ehe ihm Rettung -werden konnte. UHu stieß-e-nwRvhr zu ihm durch, um f ermitteln, ob er noch lebe. Als man sich überzeugt hatte, daf dieses der Fall war, führte man ihm durch die Röhre Sauerstoss und auch flüssige Lebensmittel -zu. Trotzdem war es fraglich, ihn noch rechtzeitig aus dem Schacht zu befreien, und deshalb nahm ihm ein Geistlicher durch diese Röhre die letzte Beichte «b. Schließlich glückte die Rettung nach vorsichtiger Forträumung der Sand- und Steinmassen.
Jas Gesetz des Goldes.
Erzählung von Haus Hülsen.
Nr. 2.
Da nach Aussage der meteoroligischen Station in jener Nacht auf diesem Teile des Atlantic kein Unwetter herrscht» und da auch kein Unglücksfall gemeldet wurde, der auf ein Kollission mit einem anderen Fahrzeuge, schließen ließe, so ist leider an- zunohmen, daß das Unglück auf einen Fehler in der viel umstrittenen Konstruktion zurückzuführen ist. Mr. Oliver G. Eamp- bell ist durch den jähen Verlust seines Bruders in tiefe Grauer versetzt worden. Wir fanden ihn in schwarzer Trauer-kleidung trübsinnig an seinem Bureau sitzend, auf der das Radiogramm vom Untergänge der ^Health" lag. Auch er kann sich das Unglück nicht anders als durch einen Konstruktionsfehler erklären, möglicherweise eine Explosion an Bord. Das Aufsehenerregende an dem Fall ist, daß sich das Unglück genau an der Stelle begab, an der vor nunmehr sechs Lahren die „Columbia“ von einem deutschen Unterseeboot torpediert worden ist. Man erinnert sich noch allzudeutlich dieser furchtbaren Katastrophe, bei der Hunderte von Menschen den Tod fanden und eine wertvolle Ladung in den Fluten versank. Bei dem Untergang der ,Health" sind, Gott sei dank nur dreizehn Menschenleben zu beklagen: außer Mr. Phileas Campbell der Kapitän des Schiffes, Mr. Horace W. Cuyler, der erste Offizier, Mr. P. B. Schumann, die beiden Maschineningenieure Mr. William Roofers und Mr. Ernest C. Lincoln, der Steuermann Albert N. Ravenswood, so wie die Matrosen Robbie Burling, Bill Sperry, Lac Lrawford Frank Beck, der Koch, Tsngve Larsson, schwedischer Nationa- ütät, und die beiden Schiffsjungen Lohn Bissel und Henng Kennwood. Außer Larsson, der vom Dampfer „Baltic" abge- mujtert war, stammt die gesamte Besatzung aus Glasgow, sodaß in zwölf Familien unserer Stabt Trauer eingezogen ist. Das -letzte Notsignal der Health" wurde nachts 0.36 ausgesandt. Peilungen der Radiostationen haben ergeben, daß die Unglücksstelle auf 23 Grad westlicher Länge und 55 Grad nördlicher Breite liegt — eben dort, wie gesagt, wo im Oktober 1917 die „Columbia“ torpediert wurde . . .“
Den Artikel schmückte das Porträt von Phileas Campbell — er war ein Mann von etwa fünfundvierzig Lahren mit einer hohen, kahlen Stirn und einer scharfen Hakennase, die seinem Gesicht etwas Raubvogelartiges gab —; außerdem das Bild der „Health". Das Schiff war ein wenig auffällig gebaut. Schornsteine fehlten ganz, die Masten waren sehr nie- brig und ersichtlich nur dazu bestimmt, die Antennen zu tragen, auch die 'Decksaufbauten waren nicht sehr hoch. Unter dem
Bilde stand eine Notiz des Inhaltes, das die beiden Erbauer des Fahrzeuges, die Herren William Roofers und C. Linvoln, die erste Reife mitmachten und also bei dem Untergänge den Tod gefunden hatten.
Das Publikum las und sah — und vergaß das Ganze schnell.
Bei Llogds lief wenige Tage nach dem Unfall der Antrag von Mr. Oliver T. Campbell auf Auszahlung der Versicherungssumme ein.
Hahlt Lhr?" fragte Sonny Blair seinen Freund Richardson.
Der Departem-entschef zuckte die Achseln.
„Was bleibt uns andres übrig? Der Kahn war versichert und ist zweifellos untergegangen. Uebrigens ist Aukland u. Greens Ltd. ebenso betroffen, denn dort hatte -der spleenige Mr. Phileas fein kostbares Leben ebenfalls mit zehn Millionen oer- fichert. Zwanzig Millionen bar . . . das kann die Firma sanieren!"
„Sonderbar", murmelte der Detektiv: „Lrgendetwas stimmt hier nicht!"
Drittes Kapital,
i n d e m M r. E ü w a r d D e b s s e i n e Neugierde nicht st i 11 e n k a n n.
Daß irgendetwas nicht stimmte, fand wenige Tage nach diesem kurzen Gespräch auch der junge Telegraphen-gehilfe Edward Debs im Kabeltelegraphenamt zu Queenstown.
Es war schon abends. Sn dem großen Lelegraphenfaale sangen die Bogenlampen, und die Taster der Morseapparate machten ihr rhgtmisches Cick-Cick-Cick.
Mr. Edward Debs ließ den langen, mit nassen Buchstaben bedruckten Papierstreifen durch die Hand gleiten, der aus dem arbeitenden Fernschreiber quoll. Er wußte daß der Apparat sicher arbeitete, — so konnte er sich den bescheidenen Luxus gestatten, feiner Hauptleidenschaft — der Neugierde — nachzugeben und den Lnhalt des eben ankommenden Telegramms zu lesen.
Cs war sogar diesmal — und das erhöhte den Reiz ganz be- sonders! •— nichts Chiffriertes, kein Geschäftstelegramm, hinter dessen geheimnisvolle Wortgruppen man nicht kommen könn te: es war eine in offener Sprache abgefaßte Depesche, -und Mr. Debs las sie mit größtem Wohlbehagen!
„Rate Dir, Daisg abzufinden und kein finanzielles Opfer zu scheuen, da Maud ungewöhnlich glänzende Partie. -Zwei Häuser Washington. Bare Mitgift von fünf . . .“ Knacks.
Nanu?!, dachte Edward Debs überrascht.
Was war das? —Der Apparat- stand und rührte sich mchtz Mitten im Text war das Telegramm unterbrochen! . . • denn um einer Mitgift von fünf . . oder fünfzig . . . oder fünfhundert Dollars willen würde Mr. Gifford Snowden in Dubik an den es gerichtet war, wohl kaum ermahnt werden, iDaify ob zufinden und kein finanzielles Opfer zu scheuen! -Welche gigantische Zahl hatte da ihren Weg ans Licht nicht beenden können?!
Der junge Beamte war untröstlich, daß seiner Neugier m solcher Streich gespielt wurde. Mein Gott, was hatte man st-- in diesem elenden, geisttötenden Berufe?!
Er wartete die vorgeschriebene Zeit und griff dann M Taster, um bei der amerikanischen Gegenstation, in 6t. anzufragen, aus welchem Grunde die Uebermittlung unterbrochen sei.
Aber ach, er war jung im Dienste, er merkte erst «"^^' daß er sich die Mühe hätte sparen können — ^in den Spannungsmesfer belehrte ihn, daß die £eW 1 sei.
Wölbung
So begab er sich denn zum Snfpektor Cox, - zu machen.
Allein Mr. Cox, der mit einem Freunde in feine a u liehe Bridgepartie vertieft war, knurrte nur, das w schon wieder geben, und wenn die Amerikaner einma Stunden lang nicht kabeln könnten, so wäre das doch ia j Grund, eine -Bridge-Partie zu unterbrechen.
So blieb denn dem zur Untätigkeit verurteilten jungen Debs nichts anderes übrig als den Rest feiner _ ^0[, müßig im Saale umherzustreichen und von Zeit zu legen über die Schulter zu schauen, was sie wohl 1 <r pr, aus aller Welt hörten. Doch die Ausbeute war nuy giebfg.
Als Mr. Edward Debs am nächsten Morgen um- w ^ wieder zum Dienste kam, lag der Aparat immer 1 , ^ und tot. Er versuchte, es abermals bei Mr. Gox, ° ^ ^, war noch nicht erschienen. Lnzwischen häuften gramme, die auf dem Kabel weiter-befördert werden j 11 Uhr war Empfangs-, von 11 Uhr ab Sencez-cn .
Mr. Debs stand ratlos vor seinem Gifche. Lm Guu^ ^ lieh, wenn er fein Herz prüfte, war er nicht.unZUI ynf6t' dies rätselhafte Ereignis brachte doch w?".1^11^ brechung des eintönigen Lebens, das ein königlich ^ ^ ^ar. amter auf diesem vertrackten Posten zu führen v-e
^Fortsetzung folgt).