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Sonntag, den 3. Mai 1925.

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gat die MMe Mn wirtschaftliche Entwilktungsmögtichkeiten.

l£ine merkwürdige Verkettung। iwn UmM^n verschlug ., nunmehr 5 Sohren in Sie R-Hon. Fn Liesen s-unf Fah- i"1*.^ isb mancherlei im Bezirk Neustadt Saale, besonders " der Bischofsheimer Gegend gesehen und gehört und habe mir éf( sie oben gestellte Frage vorgelegt.

Zur den Fremden hat die Rhön etwas mittelalterliches. Der Wanderer der von Neustadt Saale das Brendtal aufwärts mar schiert um nach Fulda zu gelangen, hat es laicht sich in das Le- bpn vergangener Sahrhunderte zu versetzen. Fn Neustadt trifft er noch auf die alten Stadtmauern, die Salzburg grüßt von der Höhe. Stolze Stadttürme zeugen von der ehemaligen Bedeu­tung und Macht dieser Stadt. -Fn Brendlorenzen steht eine ur­alte Kirche; manch altes Gemäuer findet sich in den Dörfern Vrend auswärts.

Die alte Handelsstraße von Süd nach Nord führte durch diese Gauen. Kaufleute mit ihrer Handelsware zogen den Weg hie Brend entlang aus dem WUvzburgischon nach Fulda. Un­wegsame Wälder krönten die Höhen zur Seite der Straße. Raubgesindel, Bären und Wölfe machten die Landstraße un­sicher. Ritter mit Knappen und Knechten durchreiten die Wald­täler sei es um die Freundschaft zu besuchen, sei es um auf Fehde auszuziehen oder in friedlichem Turnier zu Frankfurt oder Zulda mit ritterlichen Gegnern die Waffen zu -kreuzen.

Das Hifthorn erklang im Wald, wenn die Herren der Salzburg oder Osterburg zu fröhlichem Wai-dwerk auf den edle-n Hirsch oder grimmen Bären auszogen. Warnende Hornrufe erfüllten die Täler, wenn die Wächter auf den Zinnen der Wachttürme das Heranziehen feindlicher Heerhaufen kündeten.

Sm frühen Mittelalter mag die Rhön schwach besiedelt ge­wesen sein, mehr ein Sagddorado für die Edlen des Landes. Nach dem ZOjährigen Krieg brach eine Blütezeit an für -Handel und Gewerbe. Ein gewisser Wohlstand breitete sich aus.

Den Städten Münnerstadt, Mellrichstadt, Neustadt, Bi­schofsheim u. a. sieht man es heute noch an, daß sie einstmals begütert und wohlhabend den Stürmen der Zeit trotzen konnten.

Man lebte vom Ertrag der nach dem großen Kriege übrig gebliebenen Wälder, von Schafzucht, Pferdezucht, von Weberei, Spannerei, Zärberei, Lisen- und Glashütten, sowie von dem Handel mit den Erzeugnissen des Landes.

Die kahlen Höhen, die heute in der Rhön ihr charakteristi­sches Merkmal geben und heute noch in der Morgen- und Abendstimmung an die Landschaftsbil-der mittelalterlicher Maler erinnern, waren einst von großen Wäldern bedeckt, die ihin und wieder von Weideflächen unterbrochen waren.

Auf diesen geschützten Weiden gedieh prächtiges Vieh, saf­tige Gräser brachte der Basaltboden hervor. Das bergige Ge­lände stärkte Muskel und Knochen.

Schon im 17. Sahrhundert zog der Zürstbischof von Würz­burg Pinzgauer Pferde auf dem Holzberghof bei Bischofsheim. Aus den alten Abrechnungen ist ersichtlich, daß sich dieses Ge­schäft wohl lohnte. Später wurde auch eine Maultierzucht ein­gerichtet und manches der hier gezogenen Tiere mag Lasten auf dem alten Handelsweg Neustadt Fulda befördert haben.

1840 wurden bereits bei Bischofsheim Glashütten und Ei- fenwerke betrieben. Die Brunnen in Bischofsheim, manch al­ter Ofen in bäuerlichem Besitz stammt noch aus dieser Zeit und legt Zeugnis ab von dem Gewerbefl-eiß und Unternehmungslust der Rhönbewohner.

Die Rhön war eine Zeit lang ein vergessener Winkel Lan­des, ein Streitobjekt zwischen Preußen und Bagern. Die Wolle der Rhönschafe genügte nicht mehr zeitgemäßen Ansprü­chen, man fand sie zu rauh und zu kurz. Die Dampfschiffe brach ten aus fernen Ländern ausländische Wolle besserer Qualität um billigen Preis. Der Verkehr, moderne Entwicklung brei­tete sich an den Hauptstraßen, den Lisenbahnen entlang aus die Rhön verfiel in einen Dornröschenschlaf!

Zu gleicher Zeit wurden die Lisen- und Glashütten still- gelegt. Die Färber, Weber, Spinner verloren ihren Absatz. Die Rhön wurde zu einem Notgebiet. Kaum war der rauhe schwer zu bearbeitende Boden in der Lage seine Bewohner halbwegs zu ernähren. Die engen Täler lassen nur wenig Raum für ackerbauliche Betätigung. Viehzucht könnte gedei­hen. Herden des roten Zrankenviehs beweiben die Hänge, sind aber auch nicht in der Lage den Unterhalt für die oft -zahlrei­chen Familien zu schaffen.

Viel Elbnd gibt es jetzt in der Rhön, viel Rot, viel Rück- ständigkeit, die zum Toll durch die Not bedingt wird.

Weil die Scholle, die heimatliche Erde, die Rhönbewohner nicht ernähren kann, wandern viele junge Burschen und- del^ nach Amerika aus. Nicht die schlechtesten verlassen ihre Heimat. Viele deutsche Kraft, deutsches Blut geht somit uu- serem Vaterland verloren.

. anderen Familien geht der Vater oder die älteren Söhne m die Fabrik nach Neustadt und Schweinfurt. Am Montag ver assen sie ihr Heim, am Samstag kehren sie zurück. Fn-zwi- j hen hat die Srau die Page mit den unmündigen Kindern, der Landwirtschaft, mit dem Hauswesen. Die Kinder entbehren er väterlichen oucht und Erziehung. Ein geordnetes Familien- lebeii, die Grundlage des Staates ist nicht möglich.

Die Bauern die ihren Acker bestellen und zu den wohlha- denderen der Orte gehören, klagen über die Unsicherheit der «raten die geringen Erträge ihrer Aecker. Sie sehen sor-

K ^?ukunft und können sich oft nicht das geringste ge 2-hnen ihr schweres Leben zu erleichtern in der La-

SchnaoT ^ ^ auch vielleicht Trost und Vergessenheit im ~ ^em schlimmsten -Feind aller Kultur.

Kinder ZZZ f^Nk mir ein intelligenter Bauer, her 8

1 folgendes

Von meinen 8 Kindern sind 3 'in Amerika, ein Sohn ist Seiler und hilft mir gleichzeitig in der Landwirtschaft, ein Sohn lernt ein Handwerk, die anderen sind noch klein. Sch selbst habe eine Zeit lang Nachtschicht in einer hiesigen Holzindustrie mitgemacht und bin tagsüber meinen landwirt­schaftlichen Arbeiten nachgegangen. Es ist ja schlimm bei uns mit der Landwirtschaft. Wir sind in unserem engen Tal übervölkert. Von unseren Aeckern können wir uns nicht ernähren. Es wäre schon gut, wenn für mindest-ms 50100 junge Leute noch Beschäftigung in einer Fnbustrie geschaffen würde".

Ein anderer Bauer sagte:

Am besten ist man verkauft seine ganzen Aecker und geht im Steinburch zur Arbeit, dann weiß man was man hat und kann sich wenigstens ab und zu ein Maaß Bier kaufen, was der Bauer sich mit gutem Gewissen eigentlich nur sel­ten leisten kann."

Wieder ein andrer erzählte er habe einen Acker gepach­tet von 1700 Dez. für Mk. 110.. Auf meine Frage ob er denn bei einem so hohen Pachtpreis auf seine Kosten käme, meinte er:ja, na, s-o wie man es nimmt, wir Rhön­bauern dürfen uns eben unsere Zeit und Arbeit nicht rech­nen. Hat man dann eine gute Ernte, -dann kann es gehen".

Eine andere sehr fleißige Familie klagte im selben Sinn.

Der Mann meinte auf sein Bett weisend:

Was meinen Sie wie manche Nacht ich schlaflos wach gelegen habe, weil ich einfach nicht wußte wie ich die Steu­ern aufbringen sollte, dazu all die Arbeit von früh bis spät". Fleißig sind sie die Rhöner, das muß jeder bestätigen, der sie bei ihrer Arbeit beobachtet hat. Es ist aber für den Zremdeu kein -Wunder, daß dieses Völkchen nicht zu einem Aufschwung kommt, sondern mehr und mehr verarmen muß.

Selten kann sich ein Bauer ein Pferd leisten. Sein Grund­besitz ist zu klein. Er kann Pferde nicht ernähren.

Die Kuh muß alle Arbeit tun. Sie fährt -den Dung auf die Aecker. Zieht den Pflug, bekommt Kälber, gibt Milch. Was Wunder, daß die geplagten Tiere in unserer Gegend anders aussehen, als ihre Geschwister im Ochsenfurter Gebiet, die fast 50 Prozent mehr wiegen als das schwer arbeitende Rhönvieh.

Ein heranwachsendes Rind kommt oft zu früh zum Bullen auch hierin liegt ein Grund, daß die einzelnen Exemplare großenteils klein und schwächlich bleiben. Der arme Bauer kann nicht warten bis sein Vieh ausgewachsen ist, bevor er es decken läßt.

Ein Erbübel ist auch, daß die wenigen Aecker, die die ein­zelnen Bauere besitzen-, nicht zusammen liegen. Oft liegt ein Acker von 3400 Dez. Größe 13 Kilometer von der Dung­stätte entfernt. Viertelkubikmetenweise wird der Dung von den Kühen des Bauern auf den Acker gefahren. Wieviel Zeit wird da vergeudet, wie gering lohnt sich diese schwere Mühe. Die meisten Aecker tragen p. Tgw. nicht mehr als 810 ct. Korn. Der Kunstdünger kostet mehr Fuhrlohn als sein Wert beträgt. Wie soll der Bauer mit Kuhgespannen Kunstdünger auf seine 46 km. entfernten Rhönwiesen fahren, zumal viel­fach geeignete Straßen oder nur Wege fehlen.

Die Rhönwiesen sind überhaupt ein Kapital für sich. -Es fehlen die Zufahrtsstraßen, es fehlt die Entwässerung. -Es feh­len die Waldschutzstreifen die die Wiesen vor rauhen Winden schützen.

Wohl mehr als 20 000 Tagwerk liegen brach!!! 20 000 Tagwerk die durch sachgemäße Pflege dem Gemeinwohl nützlich gemacht werden konnten, die allein schon in der Lage wäre Zu­friedenheit und Wohlstand in die Rhönthäler §u bringen.

Allerdings ist es ein großes Unterfangen. Eine Arbeit auf Generationen, hier etwas zu schaffen. Es würde sich aber loh­nen dieses unendliche Gebiet der Verödung und Versumpfung zu entreißen, hier kolonisatorisch tätig zu sein, das Stiefkind Rhön seinem Dornröschenschlaf zu entreißen.

Mancherlei ist in den letzten -Fahren bereits für die Rhön geschehen. Oft haben die Behörden ihr Interesse bekundet, aber nur sehr langsam zeigt sich eine Besserung -der bestehenden Verhältnisse.

ön der Einleitung haben wir gehört, daß in früheren Fahr- Hunderten eine lebhafte -Industrie in den Rhöntälern zu Hause war. Heute sind nur noch schwache Spuren -zurückgeblieben. Spitzenschulen, Hol-zschnitzschulen, Gobelinschulen gibt es noch bie und da. Die Eisoninduistrie ist eingeschlafen, die Braun­kohlenindustrie nicht vorangekommen, Glashütten und Tonröh- renw-erke sind verschwunden. Kalköfen wurden abgebrochen. Hier und da ist ein Steinbruch in Betrieb.

Fn jedem Ort befinden sich -Mühlen und kleine Sägewerke, die nach Urväterart mit Wasserrädern betrieben den Besitzern kärgliches Brot abwerfen. Dieser Kleinindustrie geht es wie bem Bauern. Rechnet sich der Besitzer seine Arbeit und Zeit, so kommt er auf keinen Gewinn. Die Familie muß kostenlos mitarbeiten. Nur auf diese lWeise sind die Betriebe zu erhal­ten. Zu manchem Ort wird auch noch andere Hausindustrie ge­pflegt. Man webt und spinnt an langen Abenden. An Winter­tagen sieht man oft Mäntel aus in der Rhön hergejstellten Stof­fen die schon in der dritten Generation ihren Dienst tun und die einstmals vor 100 Fahren unter den fleißigen Händen eines Ahns entstanden sind.

Die alte Pracht, die alten Fabrikantengeschlechter sind -ver- schwunde-n. Die Fndustrie zieht sich zu den Verkehrsadern und verläßt die stillen Täler -und muß dorthin gehen, wo sie sich im Strom des Verkehrs entwickeln kann. Daher der Auf­schwung von Fulda, Gersfeld, Schmalnau, Hettenhachen, Bronn zell in der Preußischen Rhön, bis auf Fulda alles Orte, die noch vor 20 Fahren nur eine geringe Bedeutung hatten.

Wir haben auch eine Holzindustrie in der Rhön als Heim­industrie. Kochlöffel, Sensenstiele, Spielzeug wird in Lohn aber für eigene Rechnung ausgeführt. Der Erlös aus diesen Dingen ist aber sehr gering. Die Ware geht auf dem Weg zum dwibiaucher durch zu viele Hände, die alle verdienen wollen. 'Sür den Hersteller bleibt nur wenig übrig.

Schluß folgt.)

Kampf mit Wilderern.

Am Abend des 26. Funi 1924 ging der Staatsförster Hö­nicke der Ober-försterei Elend t-Oberhar-z) in sein am Allerbach gelenes Revier. Gegen 8% Uhr bemerkte er auf einem Dick­ungswege eine Frau mit einer Kiepe auf dem Rücken in Be­gleitung einer männlichen Person. Da bem Förster die Sache verdächtig schien, -versuchte er sich ihnen zu nähern, um sie weiter zu beobachten. Sie verschwanden aber bald zwischen den Tannen. Nachdem -der Förster an einer günstigen Stelle etwa eine halbe Stunde auf der Lauer gelegen hatte, tauchte die Frau mit der Kiepe auf zirka 100 Meter vor ihm auf; es folgte auch eine männliche Person. Nachdem die Personen eine halbe Stunde lang alle Wege beobachtet hatten und es schon reichlich dunkel geworden war, nahmen sie ihren Weg an einem Tan­nendickicht entlang. Der Beamte rief ihnen, nachdem diesel­ben bis auf 10 Schritte herangekommen waren und er durch Beobachtung festgestellt hatte, daß hinter derschwertragenden" Frau noch 3 Männer mit gefüllten Riicksäck-en und 20 Schritte hinter -diesen folgend ein Mann mit einer Kartoffelhacke über der Schulter, in der Hand einen Hirschkopf mit Geweih, folgten, einHalt! Hände hoch!" entgegen. Die drei Männer mit den Rucksäcken sprangen im selben Moment in die Dickung und blieben trotz abgegebener Schreckschüsfe nicht stehen. Kurz ent­schlossen stürzte der Förster in die Dickung hinterher, erwischte- einen der Männer und zerrte ihn im Handgemenge, wobei es an Tätlichkeiten und Schimpfworten nicht mangelte, auf den Weg; eine Handlungsweise, die angesichts der Tatsache, daß er sich ganz allein vier Wilddiebeu gegenüber befand, mehr als kühn zu nennen ist. Die drei anderen ließen ihren -Spießgesellen nicht im Stich, sondern eilten zu feiner Hilfe herbei. Der eine, der Arbeiter Vogeley aus Tanne, rief, nachdem er versucht, den Fövster mit der Kartoffelhacke niederzüschlagen-, die Tat jedoch nicht ausführen konnte, weil der Förster sein erstes Opfer los- lies und die Waffe gegen den ihn im Rücken bedrohenden Vo- geley richtete:Schnell die Flinte -her, schießt den Hund tot!" Der Förster sprang schnell zurück und auf die andere Seite der Dickung, da er sich von -vorn und hinten bedroht sah. Fn die­sem Augenblicke sah der Beamte einen Gewehrlauf auf sich ge­richtet und schoß auf -hen Keri. Zu gleicher Zeit stürzte sich der alte Vogeley mit der Hacke, die er wohl zur Täuschung mitge­führt hatte, auf den -Forster. Dieser konnte aber dem Hieb noch durch große Geistesgegenwart ausweichen, schoß bei dieser Be­wegung und erschoß mit dieser Kugel den alten Vogeley. Der Schuß war -durch Lunge und Rückgrat gegangen und führte den sofortigen Tod herbei. Der Förster sprang, da infolge der Dunkelheit das Mündungsfeuer feinen Stand verriet, ins Dik- kich-t und eilte ua-ch -Hause. -Er war erst 3 Wochen ansässig, seine Kollegen erkannten aber nach der Schilderung und Be­schreibung die Wilddiebe und nahmen im Verein mit 2 Schu­pobeamten nachts 12 Ubr eine Haussuchung bei den Betreffen­den vor. Sie trafen einen Helfer und die betreffende Frau. Es stellte sich heraus, -daß der Vater der Betreffenden tot und ein anderer Wilddieb iS ohn -des Alten) durch den Arm geschos­sen sei. Den Hirsch wollte man in einer Schlinge gesunden ha­ben, Wildpret, Rucksäcke, Kiepe lägen bei der Leiche im Walde. Waffen hätte niemand gehabt. Von einer vierten männlichen Person wollte niemand etwas wissen.

Gegen %3 Ubr morgens begaben sich alle Beamten an den Tatort, fanden die Leiche des 68jübrigen Vogeley und 120 Meter unter einer Fichte versteckt, das Wildpret eines frisch-ge­schossenen Hirsches zerlegt. Dem Kopf waren die Stangen ab- gesägt. Bei der Leiche lag die Kartoffelhacke, in den Taschen fand man ein schweißbeschmutztes Messer und eine Geldtasche mit 2 Paar Hirschhaken von frisch erlegten Hirschen. Es han­delt sich um eine berüchtigte Wilderevfamilie mit Namen Vo- geieg aus Tanne. Vater, Söhne und Tochter. Damit hat der öS-jährige Vogeley nun doch den Wilderertod gefunden, dem er schon mehreremale ins Auge geschaut hatte. Das Handwerk betrieb Vogeley gewerbsmäßig seit dem 15. Lebensjahr und ist dieserhalb schon oft wegen Wilddieberei bestraft worden. Das Urteil der Strafkammer -Halberstadt lautet: Georg Vogeley wegen Widersetzung, Beleidigung und Hehlerei 3 Monate Ge­fängnis, Karl Vogeley wegen Hehlerei trotz mehrerer Vor­strafen wegen Wilddieberei und Widersetzung 3 Monate Ge­fängnis, Witwe Frau Fischer geb. Vegeley 60 Mark Geld­strafe. Gegen vonstohendes Urteil ist vom Präsidenten des A. D. F. V., dem Fürsten zu Stolberg-,Wernigerode, Berufung eingelegt worden, -wonach das Urteil wie folgt abgeändert wor­den ist? Georg Vogeley wegen Jagdvergehens und Wider­stand zu 1 Fahr 3 Monate Gefängnis, Karl Vogeley wegen Fagdvergehens zur Höchststrafe von 6 Monaten Bei Witwe Fischer geb. Vogeley blieb es bei 60 Mark Geldstrafe. Jänicke bat als Auszeichnung eine Ehrenbüchsflinte im Werte von 650 Mark erhalten.

Besuche zur Unzeit- Skizzen von Gustav F mb o r g.

1.

Sm März fuhr ich einmal im D-Zug auf der Arlbergbahn. öm warmen, behaglichen Wagen eine internationale Gesellschaft französische und deutsche Geispräche, Beziehungen zu Paris und Wien. Vielsprachige Aufschriften für das Publikum.

.. ^s der Fug sich wieder einmal einer verschneiten Station näherte, -lockte es mich, der Wärme und dem weichen Polster zu entfliehen und in die Alpenmärznatur draußen hineinzusteigen.

Wie der Zug weiteischnvb, war ich fast einsam. Dem Vahn- Hofspersonal -erschien ich nicht als Fremder, den man mit §ocb* acbtung begrüßt, sondern wohl als ein -braver Landesbüraer, der geschäftlich unterwegs ist.

Fch wanderte auf der schneeharten Landstraße, um in ein Seitental einzubiegen, in dem ich ein gemütliches Dörflein kann- -e, das im Sommer nicht geradezu Überlaufen und im Winter, wie ich wußte,kein Sportplatz war.

Ein paar Holzfuhren auf dem Wege, Krähen und Sperlinge, sonst nichts.

Als ich in den Bergwinkel einbog, der im Sommer seinen Reiz dadurch hatte, daß über grünen Matten in der Ferne ein paar weiße Gebirgsricsen sich hoch aufrrckten, welch sonder-