nicht daran verzweifeln, daß meine Nation noch große Männer hervorbringt". Später schreibt er an Voltaire: „Zwei Dinge feh-Len den Deutschen: die Sprache und der Geschmack." — Friedrich besaß in seiner Rheinsberger Bibliothek, von der sich Teile in Sanssouci wiederfinden, die Webke Voltaires mit sehr höflichen Widmungen, ferner Corneille und die lateinischen Dichter Livius, Tacitus und Virgil, dann eine verhältnismäßig große Anzahl von nat u rw istenschaftlichen, besonders physikalische» Werken. Nicht gerade, daß sich der Kronprinz für Phg- sik und Mathematik erwärmte, aber er wurde zum Studium die ser Wissenschaften von verschiedenen Personen seiner Umgebung die er schätzte, angeregt. Neben der Rheinsberger besaß er im Potsdamer Stadtschloß, das er vor Sanssouci bewohnte, eine zweite Bibliothek und eine dritte im Neuen Palais, das er erst nach dem siebenjährigen Krieg erbaute. Außerhalb Potsdams hatte er noch drei andere Bibliotheken 'in Breslau, Berlin und Charlottenburg. Die in Breslau hatte der^Kastel- lan des Schlosses während der Belagerung durch die Franzosen im Sahre 1806 im Kisten verpackt im Keller verborgen und sie kam erst sieben Sahre später wieder ans Tageslicht. Line Feldb'ibliothek, wie sie Napoleon mitführte, besaß der König nicht, was nicht heißen soll, daß er während seiner Kriege die Bücher entbehrte. Cr nahm zum Feldzug mit, was er brauchte oder ließ es sich schicken. Darüber schreibt er: „Bücher, Tinte und Denken lassen einen nie im Stich, in welcher Lage man auch sei". ,Sch bin ganz mit Lesen und Schreiben beschäftigt, ich brauche die Ablenkung für die traurigen Gedanken, die mich erfüllen". „Sch muß lösen, um meine Unruhen, und meinen Schmerz, die mir überall hin folgen, einzuschläfern". Manchmal hat er natürlich nicht die Zeit zum Lesen und dann sind es die Unterhaltungen mit seinem Vorleser, die ihn in den Zeiten der Schlachten und der Vormärsche ablenken. Cr spricht dann mehr über Kriegsführung und Taktik als Literatur. 1759 schreibt er, er lebe im Winterquartier zu Breslau wie ein Karthäusermönch, esse allein zu Mittag, verbringe seine Tage mit Lesen und este nicht einmal zu Abend. Die Bücher feien ihm Trost und Unterhaltung, er verkehre mit niemand, sein Zeit gleiche mehr der Tonne eines Philosophen als die Wohnstätte des Diogenes oder Leibniz. Cr sehnt sich nach den stillen Bäumen v. Rheinsberg u. Charlottenburg. Einmal bei Soor verliert er sein Handgepäck und seine Bücher. Cr ist ratlos und schreibt sofort an Duhan, ihm 14 verschiedene zu kaufen und zu fchik- ken. Lin interessantes Kapitel unter den Büchern des großen Königs bilden die architektonischen Werke, die ihm oft als Vorlage zu seinen eigenen Bauten in Potsdam und Berlin dien ten. Diese selbst logen Zeugnis ab von dem Geschmack und der Kultur des feingeistigsten Surften auf Preußens Thron.
Von Georgi bis Tvaipurgisuücht-
In liechter varwe stat der walt, der vogele schal nu doenet. Diu wunne ist worden manicvalt. Des meien tilgent kroennt sende liebe: wer waer alt, da sich diu zit so schoenet"?
Herr Meie, in ist der bris gezalt, dre winter si gehoenet.
Die Zeit von Lichtmeß bis Cnde April, in der Winter und Sommer um die Herrschaft kämpfen, gilt dem Volk oft als eine Art Vorfrühling. Der eigentliche Frühling beginnt erst mit dem Mai oder kurz vorher. Vor allem in slawischen Ländern und im östlichen Deutschland gilt der Georgstag, der 23. April als Frühlingsanfang. Der Maibaum wird bei den Slowenen als „grüner Georg" herum geführt und ins Wasser geworfen. Umritte mit Pferden sind in Bagern an diesem Tage häufig Sn ähnlicher Art wie anderswo am Leonhardstag werden die Pferde gesegnet. Sm Unterinntal macht man an Georgi Um- Mge um die Siuren, legt Palmbüschel und kleine Kreuze auf die Aecker. Knaben springen mit Glocken und unter vielen Lärmen Aber die Zelder, um das Gras auszuläuten. „Wohin die Gras- äusläuter kommen, da wächst das Gras gut, und das Getreide bringt reiche Frucht", sagt dort der Bauer und bewirtet deshalb zum Dank die Knaben.
Frühere Lärmumzüge schienen hauptsächlich böse Geister vertreiben zu wollen. Hier tritt ein anderer Zweck des Lärmens deutlich hervor: man will die guten Geister des Wachstums wecken. Beide Absichten bestehen nebeneinander. Cs ist aber leicht begreiflich, daß an einem späteren Frühlingstag wie Georgi, wo alles schon sproßt, die zweite ausgesprochener hervortritt. Doch ist eine Scheidung meist schwer zu machen. Schon durch manche Fastnachtsbräuche werden nach Ansicht der Bauern die Saaten geweckt. Gerade die Schellen und Glocken, die wir bei vielen Fastnachtsgest alten treffen, scheinen oft dazu bestimmt zu Jein. Aus solchen Gedanken heraus ist begreiflich, warum manche Zauberhandlungen schweigend morgenommen werden müssen. Man könnte dabei sonst allerlei ungewollte Geister „aufschreien" Man badet am Karfreitag schweigend in einem nach Osten fließenden Wasser, um vor der fallenden Sucht bewahrt zu bleiben. Den Maien, der am Karfreitag in Schlesien über der Stalltür befestigt wird, muß man schweigend vor Sonnenaufgang schneiden. Schweigend geht eine weibliche Person am 1. Mai in eine Wiese, streift den Tau von den Gräsern und bestreicht damit die Kühe, um sie vor Krankheit zu behüten. Schweigen ist geboten, wenn man am Johannistag neunerlei Kraut sammelt, das vor Krankheit schützen soll. Während im Osten der heilige Georg, der in der Legende durch dm Kampf mit dem Drachen bekannt ist und infolge seines Sieges auch zur Abwehr anderer Uebel angerufen wird, große Verehrung genießt und viele Früh- lingsbräuche auf seinen Tag fallen, wird im übrigen Deutschland Georgi wenig gefeiert. Sm allgemeinen haben die Maisitten den Georgstag ganz zurücktreten lassen. Aber bevor am 1. ^ai der Sieg des Frühlings endgültig entschieden ist, suchen sich in der vorausgehenden Walpurgisnacht die Hexen noch ein- mal mit aller Macht zu betätigen. Diese Hexennacht ist darum bekannteste. Sie geht wohl auf ein altheidnisches öWNhrsfefJt zurück, das vielleicht ganz anderer Art, möglicher» roetje sogar heiter war, aber unter christlichem Cinfluß umgedou- tet wurde a.s wüstes Treiben heidnischer Unholde und Hexen. Die Abwöhrmittel gegen Hexen sind sehr zahlreich, 3n Schmalkalden in Thüringen verfolgen die Walpermännchen kleine Mäd chen, die sich als „Hexen" kleiden. Sie tragen eine PapiermUtze auf dem Kopf und manchmal einen stecken in der Hand, 3n Flurnamen ist bisweilen noch eine Erinnerung schalten an die Plätze, an denen dieses Hexentreiben sich abspielte. Wir trafen an Fastnacht eine ähnliche Vertreibung der Hexen aus Sant- hosen. 3n Schmalkalden ist der Analogiezauber der dort von
Burschen ausgeführt wurde, zum Kinderspiel geworden. Coen- fo ist es im Südharz, wo Knaben auf Steckenpferden den He- «en bis an die Flurgrenzen entgegenreiten. Lärmmacheu ist auch an Walpurgisnacht das verbreit elfte Mittel gegen böse Geister. Gleich nach Sonnenuntergang beginnen die Burschen damit. 3n Böhnen schlägt man vor den Häusern Bretter auf dem Boden auf und sagt dabei: „Hex geh raus, ’s brennt bei Haus". Wer dort in dieser Nacht einen Pistolenschuß hört, der soll sagen: „Schieß mei Hex a mit!“ Sn Lippe nennt man das Lärmen Maiklappen. Es findet vor allem vor den Häusern kinderloser Ehepaare statt, weil man dort die Förderung des Segens für nötig hält. Sn Bagern glaubt man, daß keine Hexe schaden könne, so weit der Knall des Hexenpieschens" gehe.
Auf den Feldern brennt man Feuer ab. Vor die Stalltüren werden Eggen mit den Spitzen nach oben gestellt. Sn dem lip- pischen Dorfe Stemmen holen die Burschen die Ziegen und Böcke aus den Ställen und sperren sie irgendwo zusammen. Wahlscheinlich hat man sich früher dabei gedacht, daß die Hexen, die nach bekannter Volksauschauung auf Böcken reiten und in Ziegen hausen, diese in ihrem Stall suchen, aber durch die Entführung nicht finden. An manchen Orten verbirgt man den Hexen die Besen, auf denen sie nach ihrem Versammlungsort reiten, der seit dem 17. Sahrhundert hauptsächlich der Brocken ist. KinderstrUmpfe werden kreuzweis oors Bett gelegt, damit die Hexen den Kleinen nicht schaden. Die Stalltüren werden bekreuzt, auf den Hof stellt man übelabwehrende Kräuter. Vermummungen beim Hexenaustreiben sind setzt an Walpurgis- Nacht selten, waren aber früher weit verbreitet.
An manchen Orten werden die Abwehrmaßregeln der Walpurgisnacht vor Pfingsten aus geführt. Sn der bayerischen Ober Pfalz schießen die Bauern am Pfingstsonntag früh vor Sonnenaufgang mit scharfgeladenen Büchsen über die Acker gegen den Bilmetsschneider, einen Unhold, der den Früchten schadet und besonders an Pfingsten erscheint. Sn Brandenburg knallen am Pfingstsamstag die Pferdejungen mit den Peitschen. Das christliche Fest hat überhaupt viele Bräuche an sich gezogen, die sonst am 1. Mai üblich sind. PfinMitten und Maibräuche sind deshalb gleich. Auch an Christi Himmelfahrt und am Fronleichnamstag sind Maibräuche üblich.
Tristan und Isolde.
Skizze aus dem Leben Richard Wagners von G e rha r t T i 1 k.
Ein weicher Herbftabend. Schmerzlich flimmert ein müder Sonnenschein durch die Bäume, deren Zweige, windgewiegt, dann und wann sacht, an die Fenster von des Meisters Arbeitszimmer Klopfen, als wollten sie dessen Blicke hinausziehen in die goldrote Dämmerung in die sterbende Welt.
Stumm sitzt Wagner an Flügel, bas Gesicht in beide Hände vergraben, den Blick in sich gerichtet, mit den Gedanken bei der, die er liebt, die ihn hebt, doch die er nie besitzen darf — Mathilde Wesendonk. — Er erhebt sich und tritt ans Fenster Ein Sonnenstrahl spielt auf der zerfurchten Stirn des Meisters, Zitternd nimmt er von der Wand ein Bild und blickt lange in die verträumten Märchenaugen.. Seine Gedanken versinken in ein Meer von Sehnsucht unb Erinnerung. Er drückt das Bild an seinen Mund und flüsternd hauchen seine Lippen „Ssolde".
Da ist es ihm plötzlich als sähe er etwas Winkliches vor Augen. Meister Gottfrieds „Tristan und Ssolde" wird in ihm lebendig. Er sieht Tristan, wie er in Ssvldes Armen liegt, wie sie ihn mit Küssen bedeckt, wie beide in Glück und Wonne versinken, — wie er aufspringt, sich losreißen will, weil er die Ge- mahlin seines Königs nicht lieben bars, — und wie er doch nach allem Ringen und Kämpfen mit sich selbst wieder zurUcksinkt in ihre Arnie und unzertrennlich an ihren Lippen hängt. Er sieht, wie die Späher zum König eilen und ihm Botschaft bringen von der Untreue seiner Gattin. Er fühlt Tristans klaffende Wunde fühlt den nahen Tod, den Tod um der Liebe willen. —
Mit lautem Aufschrei bricht Wagner zusammen. Mein, er will nicht fallen, er will Herr seiner Liebe werden — er will entsagen. Er darf den Gemahl Mathilde Wesendonks, seinen Freuüd, seinen Gönner, der ihm durch seine Milde ein Weiterleben ermöglichte, nicht betrügen. Er muß entsagen, aus Liebe entsagen. Er will es Mathilde beichten, daß er seiner Liebe entsage. Wird er Auge in Auge sprechen können zu ihr? — Nein, dazu ist er zu schwach. Seine Kunst, seine Musik muß Sprecher seiner Gedanken werden. Er will ein Werk schaffen ein Werk das ihn erlöst, in das er fliehen kann, wo er geschützt ist vor den vernichtenden Sturmfluten seiner Liebe.
Sinnend sitzt der Meister an seinem Arbeitstisch. Lange starrt er stumm vor sich hin — dann hebt er seine Hände empor und wie ein Schrei des Subels und der Crlösung fliegt es von seinen Lippen: „Mathilde, meine Liebe zu dir wird nun mein 'größtes Werk schaffen — und ich werde uns erlösen." Eine Weile noch sieht der Meister auf das vor sich stehende Bild — dann malt er in großen Buchstaben auf ein Blatt Papier die Worte — „Tristan unb Ssolde".--
Es ist Sommer geworden. Durch die geöffneten Fenster weht ein selig Duften von tausend Blüten. Wagner steht im Musikzimmer Mathilde Wesendonks und wartet. Leise Tritte nähern sich — sie kommt. Lange halten sich die Hände. Was der Mund verschweigt, suchen die Augen zu verstehen. Auf dem Flügel steht ein dicker Band geschriebener Noten, „Tristan und Ssolde", Große Oper in 5 Aufzügen — von Richard Wagner.
Wagner setzt sich und spielt. Seite um Seite fliegt über die Tasten. Mathilde stsht hinter ihm und verfolgt den Text. Sie kann kaum atmen — ihr wird so bang. — Da, der Schluß '— der todwunde Tristan liegt in Ssoldes Armen, ihren süßen Namen auf den Lippen, und stirbt. Ssolde bricht über seiner Leiche zusammen •— die Musik steigt ins Unermeßliche —, -eine Musik des Todes, der keine Schrecken kennt, eine Musik des Lebens, das über der Cwigkeit steht.
„Sn des Wonnemneers wogendem Schwall, ön der Düftewellen tönendem Schall —
Ertrinken, versinken — Unbewußt, höchste Lust."
Ein erlösn-ngsseliges Amen in dieser grandiosen Miffa solemnis der Liebe.
Machtlos, innerlich zerrissen sinkt Mathilde in Magners Arme, und sucht verdurstend seine Lippen. 3mmer war die hohe, grenzenlose Liebe zwischen den beiden Menschen unausgesprochen geblieben — jetzt enthüllte sie sich und forderte stumm ihr Recht. —
Müde flackern auf dem ^lügei Kerzen. Tanner ' Mathildes Hand liegt in der seinen. Sie dankt ihm den Sieg des Meisters in seinem Werke. Flüsternd rinot , von ihren bebenden Lippen: „Du Großer, Ein-her ^ nähmst du die Kraft, daß du siegtest über die Liebe?" Liebe," gab Magner zurück unb ging hinaus in die Sommernacht - erlöst. ’KWnb^
Vermischtes.
Ein Mädchenmord. Laut einer Blätermeldung wurde in einem Hause in Mühlberg a. b. Elbe schlossenen Kammer ein weibliche Leiche gefunden Paket verschnürt war und schon lange in der Kammer ' haben muß. Es handelt sich um ein 19jähriges namens Frieda Herrmann. Als vermutlicher Täter der 24 Sahre alte Handlungsgehilfe Stöckel verhaftet, der"^ - doch jede Schuld bestreitet.
Die morphi nistifche Fürstin im Krankenhaus.
Vor einiger Zeit ging durch die Berliner Presse die richt von den unhaltbaren Zuständen an einem Groß-VeEpr städtischen Krankenhaus. Es war dort vorgekommen, daß | die vollkommen unzulänglichen Räumlichkeiten, durch t Mangel jeder hygienischen Vorbeugungsmaßregein gegen Infektion, besonders in der Tube ök ul oje-Abteilung, sich ? Reihe von Aerzten und Pflegerinnen an Tuberkulose infhj6ti hatten. Sie erhoben Klage gegen die Stadt und beschweren sich gleichzeitig über das ungenügende, schlecht zubereitete Aehnliches hört man jetzt aus einem Wiener Krankenhaus 3n der dortigen Frauenabteilung sieht es nach Wiener Berichten böse aus. Ein Unterschied zwischen Leicht- und öchiver- kranken wird nicht gemacht. Das hat zur Folge, daß sich Leichtkranken schwere seelische Störungen bemerkbar Mch haben, zumal in der Abteilung einige auf den Hund gbtommm! Frauenexistenzen uutergebracht sind, die durch den unmora-We Ton, den sie führen, ja sogar durch tätliche Angriffe 'WmH- fe.xueil er Art den Genesungsprozeß der Leichtkracke mist schwerste gefährden. Man hat eine solche Hststerikerin, die ch- L neu Anfall auf eine Ob er lehr er in verübte, nach vielen Be- , / mühungen endlich in eine Cinzelzelle überführt. Laufereienunb Mißhandlungen sind derart an der Tagesordnung, daß sie auf die Pflegerinnen einen stärkeren Lindruck, wie man annchmn sollte, völlig verfehlen. Besonders leidtragend ist eine russische Fürstin aus kaiserlichem Geschlecht, die durch die UmwälzunM in ihrer Heimat völlig aus dem Geieise geworfen ist hie junge, blendend schöne Frau verbuchte vergeblich in Berlin sich ihr Brot zu verdienen und verfiel, durch schlechte Elemente beeinflußt, dem Morphinismus. Sn der genannten Frauen- abteilung des Wiener Krankenhauses, wohin fie übersiedelt unterzog sie sich einer Entwöhnungskur von dem berauschenden Gift, die aber durch gewissenlose Patienten vereitelt wird. Epileptikerinnen quälen die junge Frau und haben ein sadistisches Vergnügen daran ,daß andere Frauen ihr auf Schmug- gelwegen Morphium beschaffen. Die Unglückliche verfällt durch P diese Anfechtung immer wieder in ihr altes Laster und es ist M zu wünschen, daß die städtischen Körperschaften ^che ZiOäudc ' einer gründlichen Untersuchiing und Rsform up/erhchen.
Künstler bis zum festen Atemzug. Der im Pariser Montmartre-Viertel bekannte Maler Reue Berger wird von ein« Apachen auf der Straße überfallen und ausgeraubt. Von einem Messerstich ins Herz getroffen, liegt der Künstler am Boden, zieht noch rasch seinen Bleistift hervor und wirft zwei Skizzen seines Mörders aufs Papier, eine in ganzer Figur unb ein Brustbild; dann verliert er das Bewußtsein. So findet man | den Bedauernswerten einige Zeit später tot auf, in den kaltge- wovdenen Händen die beiden Skizzenblätter mit dem Porträt | des Verbrechers, das vom- „Matin" reproduziert wird. Mit i Hilfe dieses unter so tragischen Umständen zustandegebrachten Steckbriefes hofft man, dem unbekannten Mörder auf die Sput I zu kommen. Die Kunst konnte ihren Sänger wohl' nicht retten, B aber fie wird chn vielleicht rächen können.
Das potenzierte Labium. Der Pariser „Matin" berichtet aus Aewgork, daß in einer Sitzung der amerikanischen Themischen Geselllschaft Professor Dr. Viol einen Bericht vorgetegt hat, in welchem er eine Substanz beschreibt beschreibt, hie 190 OOOmal aktiver als das Radium sein soll und von weicht ein Gramm einen Wert von 1 280 000 Dollar hat. Trotz du- fer enormen Kostspieligkeit soll Radon wegen seiner bedeuten stärkeren Aktivität viel ökonomischer als Radium sein.
Das falsche Hundegebiß. Einer der vornehmsten der Welt, der Lieblingsterrier des Königs Georg von EttgW besitzt seit kurzem ein falsches Gebiß; der Hoftierarzt ProfeM F. G. Holidag hat es ihm angefertigt, lass es sich heraus!»® das der Terrier nicht mehr so gut beißen konnte wie sonst ist ein musterhaftes Gebiß, mit Platin und Gold in der üppid^ Weise versehen, es paßt ausgezeichnet, und niemand wird ö n. Befriedigung die Nachricht vernehmen, daß dsDHund zwe Tage nach der Operation in der Lage war, ein Schopstä^ c in Stücke zu reißen, ja, nachher auch den Knochen gehörig zerkauen. — Uebrigens ist die Hunde-HWiene nicht nur । England auf einer so hohen Stufe; auch in Leroyork -gibt e* dem dortigen großen Hundespital moderne Einrichtungen . erstaunlichsten Art: zum Beispiel ein Dampfbad und eine eg Diätküche für magenleidende Hunde.
k
Eine eigenartige Karriere. Vor dem Kriege war - । Riemer ein führendes Mitglied der israelitischen iSiaiiben meinbe in Budapest; er wurde im Kriege Generaldirektor | großen Textilüuternehmens und trat zum katholischen - M über. Cr erwarb sich besonderes Verdienst um eine bin ■ mung „Ecclesia“, die zum Gegenstand hatte, das kirchlichen Weihegegenständen zu versorgen. Als Le' : ungarischen Abteilung der kirchenkunist gernetbliehe» - ' in Rom errang er sich die Anerkennung des Königs vmi . und nun ist ihm aH Vorschlag eines ungarischen Vermittlung des päpstlichen Nuntius eine seltene Kurzen zuteil geworben. Der Papst verlieh ihm nämlich das R kreuz des Ordens vom Heiligen Gräbe, dessen Großmeister und mit besten Besitz die päpstliche Gra'fenwürbe mit vem. Hochgeboren verbunben ist. Die auf die Auszeichnung, ^ । liehen Dokumente überreichte der Papst Riemer und seiner
I
persönlich.