Parteien des Reichsblocks sind keineswegs unter sich einig, vielmehr ist anzunehmen, daß die Unterschiede zwischen ihnen nach der Wahl — wie diese auch ausfallen möge — stärker in Erscheinung treten werden als in den letzten Monaten.
Kandidatur Sindenburgs.
Keine weiteren Reichsprästdentschaftskan-idaten
Wie wir von der Reichswahlleitung erfahren, hat bisher eine Benennung neuer Kandidaten zur Reichspräsidentenwahl nicht stattge funden. Da die Frist zur Dominierung von Kandidaten in der Macht vom 16. auf den 17. April abläuft, ist anzu- nehmeu, daß es bei der Ausstellung der drei Kandidaten, Hindenburg, Marx und Thälmann, bleibt.
Ausruf der deutschen Adelsgenosfeuschaft.
Der Adelsmarschall der deutschen Adelsgenoffenschaft, von Berg-Markienen, wendet sich mit folgendem Aufruf an den deutschen Adel.
Aus den schweren Kämpfen der letzten Wochen, aus dem Widerstreit der Meinungen ist der Entschluß geboren, dem Manne das höchste Amt im deutschen Staate anzutragen, der, auf höchster Warte stehend, erhaben über den Kampf der Parteien, der Konfessionen, der Länder, dem gesamten deutschen Volke gehört, Zeldmarschatt von Hindenburg.
5n beispielloser Pflichttreue, in Heitzer Liebe zu seinem Volke hat er, der Retter im Kriege, sich auch jetzt in der Stunde bitterster Not seinem Vaterlands zur Verfügung gestellt, um noch einmal ihm Führer aus dem Dunkel der Segenroart zu werden. Unauslöschlich sei unser Dank für dieses Opfer, eisern unser Wille, ihn in die Tat umzusetzen. Sind alle Wahlen seit jenem verruchten November 1916 mehr oder weniger Parteikämpfe gewesen, die kommende hebt uns hoch darüber hinaus. Weltanschauungen stehen sich gegenüber, zwischen denen es keine Brücke gibt und geben soll!
Hier der deutsche, der christiche, -er nationale Held dort der Vertreter der SuterUatiouale, des -Sozialismus, der vom jüdischen Geiste geleitet wird.
So gewinnt die kommende Wahl eine Bedeutung, die weit hinausgeht über die Person des Reichspräsidenten selbst.
Mit Gott für Hindenburg und unser deutsches Vaterland!
Der Deutschnationale Parteitag in Bagern hat an Generalfeldmarschall von Hindenburg ein Telegramm gesandt, in dem es heißt:
„Der Geist der 100 Schlachten, in denen wir unter dem speichen Hindenburgs die Flagge des alten Reiches zum Siege führten, wird uns auch den Kampf um die Erneuerung des Reiches unter der Führung Sr. Exzellenz bestehen lassen. Schwer ist die Zeit, sicher der Sieg".
Der Brensche Ehristiche Bauernverein für Hindenburg.
Jn einem Aufruf des Bayerischen Ehriftlichen Bauernvereins für Hindenburg wird erklärt: Die Weimarer Koalition habe den Bagern ihre Gelbständigk-eit genommen. Der grötzte Teil der Koalition sei bauernfeindlich und zum Teil Anhänger der Sozialisierungsbestrebungen. Das sei nichts für vie Bauern.
Das Ausland zur Kandidatur Hindenburgs.
Auch die Madrider Blätter nehmen lebhaft Stellung zu den Reichspräsidentenwahlen in Deutschland. Das liberale Blatt „Smparcial" schreibt heute zu der Kandidatur Hindenburgs, daß es lächerlich sei, die französischen Schlagworte nachzusprechen, nach denen die Wahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten die Wiederkehr der Monarchie und der Hohenzollern bedeuten. Die deutschen Wähler sehen in Hindenburg nichts als ein Symbol der Ordnung und Disziplin und der Ablehnung politischer Experimente. Sowohl nach den Revolutionen in England als auch in Frankreich habe später stets das konservative Empfinden des Volkes gesiegt, es wäre unerklärlich, weshalb man Deutschland dasselbe verwehren wolle. Man könne nicht ewig ein Volk wie Deutschland als ein besiegtes Volk behandeln.
Kandidatur Hindenburg und die Auslandskredite.
Ein Berliner Mittagsblatt brachte heute eine Meldung aus Newgork, nach der wegen der Kandidatur Hindenburgs die deutschen Anleiheverhandlungen im Auslande, namentlich in Amerika zum Stillstand gekommen wären, da am internationalen Geldmarkt befürchtet werde, die Stabilität der deutschen Wirtschaftsverhältnisse dürfte bei einer etwaigen Wahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten eine Erschütterung erfahren, da scharfe innenpolitische Kämpfe dann bevorständen.
5n den Blättern der Rechten wird diese Meldung als eine tendenziöse Darstellung bezeichnet und löst infolgedessen die lebhafteste Kritik aus. Es wird erklärt, die Nachricht, wonach der Vertreter einer amerikanischen Sndustriegruppe in der gleichen Angelegenheit an den Außenminister Dr. Stresemann ein Telegramm gerichtet haben soll, sei unzutreffend. Weiter wird auf die gestrige Rede des Reichswirtschastsministers Dr. Neuhaus hingewiefen, der erklärte, daß sich in der letzten Zeit in Amerika eine starke Abneigung gegen ausländische Kreditge Währung geltend mache, nachdem längere Zeit die Neigung zu solchen Krediten sehr stark war. Dieser Umschlag sei schon seit längerer Zeit bemerkbar und habe mit der Kandidatur Hindenburgs nicht das geringste zu tun.
Als widersprechende Tatsache erwähnt die Rechtspresse daß ein Vertreter der Firma Siemens, der zurzeit in Newgork ®eilt, soeben einen endgültigen Vertrag über einen kurzfristigen 6 Millionen Kredit abgeschloffen habe.
der „Vorwärts leistet sich ein besonders schäbiges Stückchen in der Herabsetzung Hindenburgs. Er behauptet, daß der General nach der Befreiung Ostpreußens von der dortigen Bevölkerung in rührendster Weise gefeiert worden sei, aber dazu geäußert habe: „Sch würde gern darauf verzichten, wenn mein kaiserlicher Herr mich weniger distanzierte". Das Blatt schließt daraus, Hindenburg habe die Fürstengunst der Voiksgunst vor- gezogen. Worum handelte es sich in Wirklichkeit? Um die Kaltstellung Hindenburgs und Ludendorffs im Osten — um den Sieg im Weltkriege!
Die Grundlagen deutscher Seegeltung.
Originalaufsatz für die „Hessische Morgenzeitung"
Von A e g i r.
III.
Wie oft auch verbündete Mächte auf eine weniger zeitraubende Kriegführung drangen, nicht die Gesamtkriegführung war in erster Linie maßgebend gewesen, sondern das eigenste englische 2 nte reffe allein. Alter Tradition folgend forderte dieses nicht nur die Vernichtung Deutschlands, sondern auch die ausreichende Schwächung der anderen Festlandsmächte und die Erhaltung der unbedingten Ueberiegenheit zur See gegenüber allen Beteiligten. Mochte bafür der Krieg länger dauerul und mochte selbst englisches Blut die Schlachtfelder Nordfrankreichs düngen! der Einsatz war des Lohnes wert. So hat es England verstanden, ohne nennenswerte eigene Verluste seine Weltherrschaft zu einer unbeschränkten zu machen. Der Erfolg hat die angewendeten Mitel gerechtfertigt und 'ist ein Ruhmesblatt englischer Geschichte.
Sm Gegensatz zu den geschilderten Grundgedanken der englischen Operationen stand das Ziel der deutschen Zlottenverwen- dung. Der deutschen Führung mußte es daran gelegen sein, zum Schlagen zu kommen und jede Gelegenheit auszunützen, die einen Sieg nicht ganz aussichtslos erscheinen ließ. Dazu bedurfte es aber, daß der Gegner diesem Wunsche entgegenkam und sich in verhältnismäßiger Nähe der deutschen Küsten zur Schlacht stellte. Tat er das nicht, dann blieb nichts übrig, als durch Vorstöße leichter Streitkräfte, durch U-Boots- und Minenkrieg einen Kräfteausgleich herbeizuführen, der es in Zukunft erlaubte, den eigenen Aktionsradius auszudehnen und dem Gegner näher zu kommen.
Das war und blieb, wenigstens was die Bekämpfung der feindicheu Kriegsflotte anbelangt, das einzige verfügbare Mittel. Die Rolle der Hochseeflotte mußte sich darauf beschränken, den leichten Streitkräften und U-Booten einen Rückhalt zu gewähren, und wirkte hier, wenn auch gezwungen, ganz entsprechend der englischen „fleet in being", indem sie eine weite Gefahrenzone um sich verbreitend den U-Booten ein gesichertes Verlassen der deutschen Bucht ermöglichte. Ohne diese starke deutsche „Hochseeflotte in bieng“ wäre ein U-Bootkrieg überhaupt ausgeschlossen gewesen; denn dann hätte eine enge Blok- kade die weite ersetzt und hätte so allen deutschen Fahrzeugen die ‘ Bewegungsfreiheit überhaupt genommen.
Das traf um Jo mehr zu, als die deutsche KUsteiigestaltung auch in dieser Hinsicht sich nur nachteilig zeigte. Ihre natürliche Länge von der Königsau über Elbemündung bis Borkum wurde infolge der einen rechten Winkel einschließenden Form auf eine Sehne verkürzt, die man sich gelegt denken muß in die Linie Amrun-Helgoland-Borkum. Auf dieser noch nicht 100 Sm. langen Söhne mußte jede deutsche Flottenbewegung basieren, auf dem äußersten Winkel der Nordsee allein, die deutschen Streitstützen, aus diesem Winkel entwickelte sich die gesamte Macht- entfaltung Deutschland zur See. Diese kurze Strecke in enger Blockade zu sperren wäre an sich nicht schwer geworden. Sie unter dauernder Beobachtung zu halten ist dem Gegner ziemlich ausnahmslos den ganzen Krieg über geglückt. Jebes zurückkehrende Fahrzeug mußte auf diese Linie hin Kurs halten. Alle etwaigen Rückzugsbewegungen beschädigter deutscher Schiffe, mochten sie kommen, woher sie wollten, deuteten hierher in eine Enge von knapp 100 Sm. Breite. Während der deutschen Flottenleitung niemals mit Sicherheit bekannt sein konnte, aus welchem Ausfalltor einer 580 Sm. langen Barre ein gegnerischer ‘Sotfftoft drohte, wußte der Gegner, daß stets von hier, aus dem äußersten Winkel der Nordsee allein, die deutschen Streik- kräfte erschienen. Er wußte: Dorthin müssen sie wieder zurück. Hier braucht man sich ihnen nur vorzulegen zum U-Boot«- Angriff oder zum Ueberfall mit Kreuzern und Torpedobooten.
Die ^Hochseeflotte in bieng" konnte diese mißliche Lage izwar mildern, jedoch nicht aufheben. Shre dauernde Bereitschaft zwang den Gegner, sich weiter von der Sehne entfernt zu halten, und schaffte gerade soviel Raum, wie leichte Streitkräf- ‘te und U-Boote zum Auslaufen brauchten. Aber auch so wurde jeder Vorstoß Deutsch. Kräfte von den englischen Znseln flankiert, während jeder englische Vorstoß in deutsche. Gewässer konzentrisch wirken konnten, nur Gefahren von vorne zu war- 'ten hatte und niemals eine Flankierung zu fürchten brauchte. : Unter diesen Umständen scheint es merkwürdig, daß es im Verlaufe des Weltkrieges dennoch zu einer Seeschlacht großen Stiles kam. Die Skagerrack-Schlacht am 31. Mai und 1. Suni 1916 sah die gesamte Hochseeflotte der vereinigten grand fleet gegenüber. 151 Fahrzeuge auf englischer Seite standen gegen 118 deutsche Schiffe. *)
Was hatt nun zu der Schlacht geführt? Auf deutsche Seite wurde sie gesucht. Ein Flottenvorstotz in nördlicher Richtung mit vorgestaffelten Aufklärungsstreitkräften sollte entlang der jütischen Küste bis in Skagerrack führen. Dabei hatten sich die Kreuzer bis in Sicht der norwegischen Küste zu begeben. *’) Beabsichtigt war durch diese Demonstration die Aufmerksamkeit des Gegners auf die weit nördlich stehenden deutschen Kräfte zu lenken und ihn dadurch zum Auslaufen zu verleiten. Man glaubte wohl, da erst am 4. Mai 1916 ein englischer Flugzeugangriff gegen die schleswigsche Küste unternommen worden war, bei welcher Gelegenheit zwei deutsche Z-Schifse allerdings über See und von englischen Seestreitkräften vernichtet wurden, beim Gegner mehr Angriffsgeist erwarten zu können als bisher.
Diese Auffassung war richtig. Auf Drängen der Verbündeten und zur Entlastung Rußlands in der Ostsee hatte Admiral iZelloicoe in seinem Operationsbefehl einen Vorstoß der ganzen grand fleet in das Skagerrack und vorgeschobener Teile sogar bis zum Kattegatt und in den großen Belt befohlen. Der Zweck war außerdem, auf das Verhalten der skandinavischen Länder einen Einfluß auszuüben und deutsche Streitkräfte in der Nordsee zu binden. ***)
Bei dieser Gelegenheit kam es zum Zusammentreffen der Flotten. Der Verlauf der Schlacht ist bekannt, ebenso ihr Ausgang. Nach einem taktischen Siege der Hochseeflotte verloren die Gegner in der Nacht' zum 1. Juni die Fühlung und kehrten beide in ihre Häfen zurück. Was aber wesentlich war: der deutsche Sieg blieb taktisch beschränkt, brachte dem Gegner „Prestige-Verluste", änderte aber nichts an der strategischen Lage. Vielmehr zeigte von nun ab die englische Leekriegslei- tung noch mehr Vorsicht als bisher, hielt die Flotte fast nur noch in den nördlichsten Gewässern und beschränkte sich auf den I Handelskrieg. Die Hochseeflotte erhielt keine neue Gelegen-
heit zum Schlagen. Die Wirkung der Ferublockade nahm Sie allein schien dem Gegner offensiv genug.
— (Fortsetzung folgt.)'
ich
*) Beide Zahlen ohne U-Boote, deren auf eualitck^ c • Nicht ermitteln konnte. '5e'te
**) Scheer, Deutschlands Hochseeflotte im Weltkrieg
***) von Schoultz. Mit der grand fleet im Weltkrieg
Sm Aufsatz II ist im Satzfehler stehen geblieben, ber -richtet werden muß. Die Breite des Aermelkanals . 16,7 meter sowie natürlich 16,7 Seemeile, das sind genau Kilometer, also fast 81 Kilometer (1 Seemeile 1852 AdD'^
Aus der ZagesgeschiM.
Senkung -er Erwerbsiosenziffer.
wb. Vorlin, 16. Arpil. Von zuständiger Stelle wird -mitgeteilt, daß sich in der Zeit von Mitte bis Ende- März die Zahl der Hauptunterstiitzungsempfänger in der Erwerbsilosenfürsoi- ge von 515 000 auf 467 000, b. h. um 9,5 Prozent vermindert hat. Sm einzelnen hat sich die Zahl der männlichen Hauptun- terstUtzungsempfänger von 475 000 auf 428 000, die der weih, liehen von 40 000 auf 39 000 gesenkt. Die Zahl der Zuschlagz- empfänger (unterstützungsiberechtigten Angehörigen von Haupt- untevstützungsempfänger) ist von 762 000 auf 663 000 zurU- gegangen.
Varulats Buttergeschäfte.
D.B.Berlin, 16. April. Aus den heutigen Vernehmungen des Reichstagsausfchuffes zur Untersuchung der Kreditaffären Barmat-Kutisker usw. ist erwähnenswert ein ButterMschäft Barmats im Zahre 1919. Der Zeuge Kaufmann Emil Heinemann aus Elberfeld, der seinerzeit Aufsichtsratsmilgliet Butterhandelsgeseilschaft Berlin war, teilte u. a. mit, eine mit Barmat vereinbarte Lieferung von 50 Waggons Butter sei ym diesem nur teilweise erfolgt. Das deutsche Reich habe bei dk- seim Geschäft einen Verlust von 10 Millionen erlitten.
Die Steuervorlagen vor dem Reichstag.
D.B. Berlin, 15. April. (Sig. Meldg.) Die entscheidende Vollsitzung des Reichsrats, die zu den Steuervorlagen und den Llufwertungsgesetzen endgültig Stellung nehmen soll, ist nunmehr auf Mittwoch, den 22. April, nachmittags 5 Uhr anberaumt worden.
Die deutsch-tschechischen Verhandlungen .
DB. Berlin, 16. April. sEig. Meldg.) Wie wir von informierter Seite hören, ist bei den deutsch-tschechischen Ver- Handlungen über bie Pachtung von Gelände in -Hamburg und Stettin für die Einrichtung eines Freihafens für die Tschechoslowakei auf die Dauer von 99 Jahren eine UnterkommWon gebildet worden, die sich in den nächsten Tagen nach Hamburg begben wird, um über die wichtigsten Dinge zu verhandeln. ön erster Linie handelt es sich um die Prüfimgdes ^erroerbenOen Göländes. ' Nâ ömer Einigung .bar-itoes Handlungen etwa mitte Mai in Berlin fortgesetzt und nach Aw- ■ sicht der maßgebenden Kreise auch zu Ende geführt werden.
Wie-eraufnahlne -er -eutsch-itaLeuischen Wictschafts- VerhaMuugeu.
D.B. Berlin, 16. April. Mig. Meldg.) Die deutsch-itu- lienischen Handel-sv-ertragsverhandlungen, die vor einiger Zeit unterbrochen wurden, werden am 16. April in Rom wieder ausgenommen. Botschafter Freiherr von Neurath führt den Vorsitz der deutschen Delegation.
Wi rtjchajtskouserenz ohne Beteiligung Deutschlands?
D.B. Wien, 15. April. (Sig. Meldg.) Auf dem christlich- sozialen Landesparteitag hielt der frühere Bundeskanzler Dr. Seipel eine bedeutungsvolle «Rede, in der er allerdings in etwas unklarer Weife mitteilte, vor einigen Wochen seien von europäischen Großmächten ‘Unregungen ausgegangen, zu der Einberufung einer Wirtschaftskonferenz, die sich hauptsächlich mit der wirtschaftichen Lage Oesterreichs beschäftigen solle. Auch Oesterreich sei eingeladen worden, sich an einem diesbezüglichen Schritt zu beteiligen. Aus diesem Grunde sei der Hauptausschuß des Nationalrates unerwartet für heute einberufen worden, um sich damit zu beschäftigen, ob die bisherigen wirtschaftlichen Grenzen Oesterreichs richtig seien. Die Blatter schließen aus diesen Mitteilungen Dr. Seipels, daß die Eiii- berufung einer Wirtschaftskonferenz der Donaustaaten bevorstehe. Es dürfte sich jedoch hierbei vorläufig nur um Vorbesprechungen handeln. Wie verlautet, soll die beabsichtig Wirtschaftskonferenz ohne Beteiligung Deutschlands statt fifl^ Damit würde dann der Grundstein zu der Donauförderatiou gelegt werden, und der Anschluß Oesterreichs an Deut/rM' wäre damit in weite Ferne gerückt.
Der Kontrollplan des Marschalls Foch.
D.B. Paris, 16. April. Aus der Antwort des Marschalls Foch und der MilitärkontrollkommiMon von Versailles sichtlich der deutschen Entwaffnung,, die gestern der terkonferenz unterbreitet wurde, machen die Blätter nähere gaben. Darin werden zunächst die allgemeinen Gründe ang führt, aus denen die Alliierten die vollkommene Sntnmjpw von Deutschland verlangen müßten. Die angeblichen langen werden der Reihe nach aufgezählt und die tacbni] Durchführungen der vorzunehmenden völligen Deutschlands bargelegt, wie sie die französische SachoecstaiiH empfehlen. Besonders der Sh es des französischen Genera s General Debeneg und der frühere Kommandeur der rbeimj Besatzungsarmee Degoutte sollen darin die Aotivendig ei strengen Durchführung der Entwaffnuiigsbestimmungen cn - hend auseinandersetzen. Da das deutsche Sluigroejen wieder zu einer großen Gefahr geworden sei, und Ventsc) c einigen Nachbarländer die einzelnen Teile von Flugzeugei stellen lasse, müßte eine besondere Kontrolle des beiitjoen fahrwesens ausgeübt werden. 5m -geheimen werde an land eine ganze Armee von Flugzeugführern unterrichte. neu breiten Naum nimmt in der Antwort Marschall drc sogenannte geistige Entwaffnung Deutschlands ein. &a Degoutte lege eingehend dar, daß infolge großer propag