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stauet »uuuxu, in eine jran,o(jyct)e ^tegierungs- unb Parteien Krisis ausgleichend einjugreifen. Allerdings ist Briand, gleich Herriot, kein Techniker der Regierungsgeschäfte, und ein per­sönlicher Anteil an der «Wioderorbnung der «verfahrenen Sinanjen würde von ihm «so -wenig «zu erwarten sein wie von feinem mit den Anleihesünden des Poincarismus belasteten Vor gänger. ön der «Tat hat, auf Loucheurs Rat und aus eigenem Antrieb, Briand sich geweigert, an der Spitze eines dreitätigen Geschäftskabinetts zu stehen, dessen Aufgabe es lediglich ge­wesen wäre, das Gesetz über die Vermehrung des Notenum­laufs herauszubringen und im übrigen die Befehle der Bank von Frankreich zu erfüllen. Dafür aber ist Briand ein Mann des «Zusammenfassens und der allgemeinen, auf ein Volk wir­kenden Ziele; er muß es schon darum sein, weil seine erfolg­reichste -Ligenschaft, die unvergleichliche Redegabe, eines ent­sprechenden Gegenstandes bedarf. Dieser Advokat ist zum mindesten frei von der Lrstarrtheit des Advokaten Poincare. Lr hat, als Lohn eines bäuerlichen Gastwirts, unter den Kasten vorurteilen gegen seine Herkunft gelitten, und auch späterhin war sein Aufstieg durch Sittenrichter erschwert. Das ließ ihn einen Rest von Kämpfertum gegen mancherlei Art von Unduld­samkeit auch dann noch bewahren als er, der Sozialist, in der Anpassung an Frankreichs „gegebene -Tatsachen" schon ziemlich weit fortgeschritten war. Sm Gegensatz zu seinem ehemaligen Parteifreunde Millerand, der jetzt der eigentliche Führer des Nationalistenblocks ist, -hat Briand sich niemals von den Sozia­listen so auffällig entfernt, daß er bei ihnen unmöglich geworden wäre. Aber auch für die Rechte ist Briand, von der ganzen Linken vielleicht nur er, allenfalls duldbar. Schließlich war ! Briand ja der Mann, der schon vor Poincare Deutschland | poincaristisch behandelte, Düsseldorf und die Ruhrhäfen besetzen ließ und erst scheiterte, als er in Lannes auch etwas europäische Politik zu treiben versuchte. Immerhin unterschied dieser Ver­such und unterscheidet ihn auch jetzt von den Männern um Mil- ierand: er kann sich nur auf die Linke und Mitte stützen. Während des Verhandelns zeigten sich ihm demgemäß drei Möglichkeiten: das große Kartell der Linken, einschliehlich der Sozialisten; die radikalen Gruppen, unter „Lrweiterung nach rechts", die radikalen Gruppen allein, also das, was man bei uns die kleine Koalition nennen würde, unterstützt durch die So­zialisten. Die «zweitgenannte Möglichkeit ist «wenig wahrschein­lich, die dritte fällt praktisch wohl vollständig aus, wenigstens für Briand. Zur ihn kommt alles darauf an, ob er die Sozia­listen gewinnt. «Gelingt ihm das nicht, so könnte die Linke den Kampf nur unter einem anderen Führer wieder aufnehmen, am zweckmäßigsten unter Painleve.

*

Berliner Befürchtungen gegenüber einem Kabinetts ^Briand.

D.B. Berlin, 15. April. fLig. Meldg.) Sn Berliner po­litischen Kreisen werden die Pariser Meldungen, das unter Um­ständen Briand das Ministerium bilden werde mit groher Auf­merksamkeit verfolgt. Man hat gegenüber der Person Briands gewisse Bedenken hinsichtlich der Lösung der schwebenden au- henpolitischen Stagen als da sind vor allem die Räumung des Ruhrgebiets. Diese Befürchtungen kommen heute in einem anscheinend inspirierten Artikel der volksparteilichen „Seit“ die bekanntlich dem Außenminister Dr. Stresemann nahesteht, mm Ausdruck. Das Blatt frhroiM N ?> fnlgnn^f • „^in 2^h— ' örage auch für die finanzielle Gesundung Frankreichs wird sein, ob Herr Briand die Zusammenhänge dieser Misere mit der Außenpolitik erkannt hat. Hier liegt ja die Stärke dieses Mannes, der jetzt zum achten Male Ministerpräsident wird, und noch jedesmal die Auhenpolitik als sein Hauptgebiet be­trachtete. Für uns taucht nun die Frage auf, ob die Versprech­ungen, die Herriot für die Räumung der Ruhr gegeben hat, eingehalten werden. Die Besorgnis ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Lin Kabinett Briand bedeutet automatisch einen kleinen Ruck nach rechts. Man hat weder seine berüchtigte „Genbarmen-Rebe" noch die Tatsache «vergessen, daß der Mini­sterpräsident Briand es war, der unter der schützenden Duldung ?logd Georges in Düsseldorf, Duisburg und Ruhrort einrückte. Andererseits kann man immerhin das eine Positivum buchen, dah Briand immer grohen Wert auf Verständigung mit feinen Alliierten gelegt hat und ja auch in Lannes gestürzt wurde, «weil er hierin nach Poincares Meinung zu weit gegangen war. Man wird also abwarten müssen, ob er seine „Politik der gepanzer­ten Faust im Samthandschuh", wie er sie selbst einmal genannt hat, wieder aufnehmen wird, oder ob das durch Frankreich allgemeine Lage noch verstärkte Bedürfnis, die Beziehungen zu Lngland wieder enger zu gestalten ausreicht, um die pünktliche Einlösung des Versprechens herbeizuführen, für das schliehlich auch Lngland als Garant -haftet".

Die Grundlagen deutscher Eeegeltung.

Originalaufsatz für die ^Hessische Morgenzeitung" Bon A e g i r.

II.

Betrachtet man die Nordseeküste näher, *) so erkennt man, Hah die geographische Gestaltung dem önselreiche Troßbritan- nien gerade Deutschland gegenüber in geschichtlich beispielloser Weise zu Hilfe gekommen ist. Wie eine lange, mächtige Barre liegen die grohbritannischen Fnseln vor der Nordsee und ver­wandeln so die freie Bucht in ein annähernd geschlossenes Meer. Ohne die Lnseln wäre die Nordsee nichts als ein offener Golf etwa wie der Golf von biskaya. So aber wird sie vom Ozean abgeschlossen bis auf zwei Ausgänge, einen nördlichen und einen südlichen. Beide werden von Lngland beherrscht. Besonders trifft dies zu für den Aermelkanal der bei einer Breite von nur 16,7 fu alledem von einer verbündeten Küste begrenzt wird. Der nördliche Meeresarm ist wohl erheblich breiter, von Kinnaird Hecu in Schottland nach Lgersund in Norwegen 250 Jm. und von den Shetlands nach «Haugefund in Norwegen 200 6ui. doch auch ^««esen Raum zu sperren bestanden keine Schwierigkeiten. Norwegens Wohlwollen hatte sich Lngland

*) Von der Ostsee sei hier abgesehen. Fast ein Binnenmeer war sie in die Blockade mit eingeschlossen ebenso wie die skandi­navischen Staaten, auf die Lngland seine Blockade rücksichts­los ausdehnte.

in wohldurchdachter Friedensarbeit zu sichern gewußt (1905). lind außerdem war auch hier die Sperrung technisch einfach. Denn der Hauptzweck: das Abschneiden des deutschen und die Ueberwachung des neutralen Seeverkehrs konnte mit geringem Aufwande militärischer Kraft erreicht werden. Des Linsatzes stärkerer Streitkräfte bedürfte es dafür nicht. Last wenn die deutsche Flotte diese Sperre bedrohte, wäre ein solcher Linsatz erforderlich gewesen. Line in Bereitschaft gehaltene Flotte muhte also genügen.

Die Stärke beider Sperren bestand jedoch vor Allem darin, dah -sie von der deutschen «Bucht zu weit entfernt lagen, als daß ein deutscher Flottenvorstoß sie ausreichend unterbrechen konn­te. Die Entfernungen vom nächsten deutschen Flottenstützpunkt, Helgoland, bis Dover beträgt etwas über 300, die von Helgo­land nach Skapa Flow 475 Sm. Ls zeigte sich, daß die Quel­len der feindlichen Wirksamkeit von den Ausgangspunkten deut­scher Seemachtsentfaltung zu weit entfernt waren, um über­haupt angegriffen werden zu können. Denn An- und Rück­marsch nach beiden Richtungen «mußten einen Flankenmarsch darstellen entlang einer großen Menge feindlicher Ausfallhäfen. Stets hätte sich so eine englische Ueberlegenheit an geeigneter Stelle zusammengefunden. Unb immer mußte eine weitvorsto- hende deutsche Flotte gewärtig sein, beim Rückweg ihre «Ver­bindungen durchbrochen zu finden und das wahrscheinlich dann, wenn sie durch Kämpfe und Brenustoffverbrauch geschwächt, möglicherweise mit havarierten Schiffen, die schützenden «Häfen zu «erreichen bestrebt war.

So waren beide Sperren unangreifbar. Selbst gesetzt den Fall, die deutsche Flotte hätte sie durchbrochen! mit welchem Lrfolge? doch nur, um nach kurzer Feit zur Auffüllung von Brennstoff und zur Ueberholung wenigstens zum Teil ihre Hä­fen wieder aufzusuchen. Kaum auf dem Rückmarsch mußte die Handelssperre von Neuem wirksam «werden. Also «abgesehen davon, dah eine fühlbare Unterbrechung der Handelssperren durch deutsche Streitkräfte «nicht möglich «war, konnte auch ein Angriff auf den Rückhalt der Sperren, die beiden „in being“ gehaltenen englischen Flotten, die „channel-fleet" im Aermel- Kanal und die „silent grant fleet" in Skapa in unmittelbarer Nähe ihrer Stützpunkte selbst nur unter so großen Gefahren unternommen 'm erben, dah mit größter Wahrscheinlichkeit ein Mißerfolg zu erwarten war. Die Möglichkeit, einen deut­schen Miherfolg fern der Helgoländer Bucht zu «einer völligen Vernichtung auszugestalten, lag für die englische Flotte alsdann nahe. Man kann sogar sagen, daß der «englischen Seekriegs­leitung kaum etwas Günstigeres hätte begegnen können als ein borftoß deutscher Ueberwafferstreitkr äste bis in die «Gewässer der Orkneys oder des Kanals. Wie sehr die Wirklichkeit die­ser Auffassung «entsprach, geht daraus hervor, daß man den Ab­gang Lirpitzs, des alten „Lotsen der Hochseeflotte", 'bei der grant fleet mit Verwunderung und Schadenfreude zum Teil da­hin deutete, der Kaiser sei ungeduldig geworden und verlöre sei­ne Kaltblütigkeit. „Nun werden wir bald sehen, dah die deut­sche Flotte aus ihren Verstecks hinter Helgoland herauskommt und der grant fleet in die Arme läuft", so hoffte man auf den Orkneys. *)

Doch so unangreifbar «die englische Flottenbasis für Ueber- wasserstreitkräfte war, ebensowenig Möglichkeiten bot sie Mi- nsn unè> Unterjertiotrtm.—j£>nT"f9tatTrr"tKrtTrt5trrbff^

pa Flow in seltener Weise mit Schutzmitteln umgeben. Hinzu kamen die im Pentland-Sund laufenden Gezeite nströmungen. An einzelnen Stellen erreichten diese eine Geschwindigkeit bis zu 10 Sm. Da die Gezeitenströmungen im Verlaufe von 24 Stun­den bekanntlich vier mal kentern und sowohl Stärke wie Rich­tung ändern, konnten «U-Boote, deren Unterwassergeschwinbig- Keit in den meisten Fällen 10 Sm. noch nicht beträgt, in diesen Gewässern keinen ausreichenden Lnergievorrat für Unterwasser­fahrt sicher stellen. Mit ihrem Verlust war daher eher zu rech­nen als mit ihren Lrfolgen.

Faht man diese Betrachtung zusammen, so kommt man zu dem Schluß: Lngland blockierte Deutschland schon durch seine geographische Lage. Ss konnte die Handelsstraßen nach den deutschen Hafen unterbinden und den deutschen Handel zum Ste­hen bringen, ohne daß seine Flotte schlug. Lediglich durch die Vereinigung der britischen Flotte an den Ausgängen der Nord­see konnte sie ihren Hauptaufgaben gerecht webden. Diese Auf­stellung deckte die britischen «Vebbindungslinien vom Ozean wie vom iSkagerrack her, sie sicherte den englischen Handel unter der britischen «Ostküste, sie schnitt den deutschen «Handel vom Ozean ab, sie schützte die britischen Smfeln gegen Invasion und gleichzeitig — die eigenen Truppentransporte über den «Kanal nach dem FestlaUd. Nur ein Fiel verlangte mehr als Defensive: die «Vernichtung der deutschen Flotte. «Hierzu mußten die Lng- länder schlagen. Das «würde aber erst erforderst wenn die deut­sche Flotte die anderen genannten Hauptaufgaben der englischen gefährdete. So heiß auch die Vernichtung der deutschen Flotte gleich zu Beginn der Operationen ersehnt wurde, so war doch bas Risiko für Lngland zu groß. Die Unterbindung des deut­schen Handels war ohne eigene Verluste leicht zu erreichen und stand baißer im «Vordergründe. Gelang es hierdurch den Krieg zu gewinnen, so konnte die Vernichtung der deutschen Kriegs­flotte immer noch als Friedensbedingung «erzielt werden.**)

Nur wenn sich die deutsche Flotte unter «Bedingungen zum Schlagen stellte die weit mehr als „51 %“ Sicherheit für einen englischen Sieg boten, sollte die Schlacht angenommen werden, Sn allen anderen Fällen sollte und konnte man sie vermeiden.

Diese aller heldenhaften Pose abholde Auffassung hat es sehr wohl verdient bewundert «zu werden. Ss bedurfte großer Charakterstärke zu solcher Lntsagung, es bedurfte noch mehr ■einer beispiellos straffen Führung der öffentlichen Meinung, die nicht in der Lage, strategische Gedanken zu verstehen, oft den Linsatz der Flotte forderte. Und vor allem bedurfte es einer für den Briten bezeichnenden Rücksichtslosigkeit gegenüber den Belangen der Verbündeten und «der Neutralen. Selbst im «Welt krieg handelte Großbritannien nach dem schönen Spruch seines frommen Königsmörders Lromwell: „Betet und haltet Suer Pulver trocken“** *).

*) v. Schönitz, mit der grand fleet im Weltkriege.

**)Marinearchiv, der Krieg zur Lee, Band 1. Der Krieg in der Nordsee.

***) Graf Reventlvw, der Vampier des Festlandes.

Aus der Lugesgtfchjchtk.

Die Frage her Ueberrmchung der MUitärkontrollirote

D.B. Berlin, 14. April. sLig. Meldg.) Gegenüber M düngen englischer und französischer Blätter, dah die Uebe ■ * ung der Note der Botschafterkonferenz über die trolle bis nach der Reichsp räsidentenwahl verschoben weist man in hiesigen unterrichteten Kreisen darauf bin A Botschafterkonferen) einen derartigen Beschluh weder s noch ernstlich erwogen hat. Immerhin steht der SeitpnX x’ Absendung «der Note der Botschafterkonferenz an ßie regierung noch keineswegs fest.

RÄchsrogèeruvg und Präsidentenwahl.

D.B. Berlin, 14. April. (Sig. Meldg.) ön den leßtenia, gen wurde in einer Anzahl nationaler Blätter die Fragg a f geworfen, ob die Reichsregisrung dem zu wählenden neuen Reichspräsidenten ihre Portefeuille zur Verfügung stellen wer­de. Wie wir aus Reichstagskreisen hören, kann davon M keine Rede sein. Da man die Linheitsfront der Regierung;- Parteien unter allen Umständen wahren will, und vor allem Kabinett Luther unter den gegebenen Umständen für das und zurzeit mögliche hält, haben in den letzten Tagen Bespreu­ungen zwischen der Deutschen Volkspartei und den Deulschiw- tionalen stattgefunden, denen Hauptsächlich die Beteiligung Deutschlands an einem Sicherheitspakt zugrunde lagen, inner­halb der deutschnationalen «Volkspartei soll man sich bereit er­klärt haben, die wiederholten Angriffe gegen die Auhenpolitils Dr. Stresemann in einigen nationalen Blättern einzustellen. % Besprechungen zwischen beiden Parteien werden noch forlgesthj «werden, und man glaubt, dah man zur Aufstellung gemeinsamer politischer Richtlinien gelangen wird, deren Befolgung «die tere Zusammenarbeit gewährleistet.

Garantrepakt und Anschluß Oesterreichs an DeutschiM

D.B. Berlin, 14. April. sLig.-«Meldg.) Liner Mhn- meldung zufolge soll die kleine Lntente, unter Führm; ^ tschechischen Außenministers Benesch beschlossen haben, in darauf zu drängen, dah Deutschland, wenn der Garantiepaft zustande kommt, sich durch freiwillige «Unterschrift verpflichtet, auf die Vereinigung mit Oesterreich dauernd zu verzichten. Dir kleine Lntente sei entschlossen, von dieser Forderung nicht ab­zuweichen. Ss fanden Beratungen darüber statt, Oesterreichs Unabhängigkeit durch internationale Verträge sicherzustellm. Wie wir aus unterrichteten Kreisen dazu hören, betrachtet man die dahingehenden Bestrebungen, «namentlich des stcyechischm Ministers Dr. Benesch, «mit großer Aufmerksamkeit. Ss kann jedoch schon jetzt gesagt werden, dah Deutschand, wenn der Sa» rantiepakt zustande kommen sollte, unter keinen Umständen auf die Vereinigung mit «Oesterreich auf vertraglicher Basis «ver­zichten «werde.

Um die tschechische Freihafenzonje in «Hamburg.

DB. Berlin, 14. April. (Sig. Meldg.) Zwischen «Bertre- tcrn der Reichsregierung und der tschechoslowakischen «Aeg/er- ung haben vor kurzer Zeit in Bersm^'Börbespijungen Mer öreihafenzone in Haârz an die Tschechoslowakei stattgefunden, wie sie der Vebsaiilcr Frie­

densvertrag votfieht. Wie wir hören, «werden diese Verhand­lungen am 20. April in Hamburg wieder ausgenommen «werden. Nach einer halbamtlichen Auslassung der Prager Regierung hätten die Vorbesprechungen bereits einen für die Tschechoslo­wakei günstigen Verlauf genommen. Die deutsche «Regierung komme den tschechischen Wünschen in «weitgehendem Mahe ent­gegen, sodah die weiteren Besprechungen, die Aussicht gerecht­fertigt erscheinen lassen, baldigst zu einem befriedigenden Lrgeb- •nis zu gelangen.

Der Massenmörder Haarmann hingerichtet.

wb. Hannover, 15. April. Heute morgen 6 Uhr wurde durch den Scharfrichter Groepler aus Magdeburg Fritz Haar­mann, der durch Urteil des Schwurgerichts vom 19. Dezember 1924 wegen mehrfachen Mordes zum Tode verurteilt worden war, im Hofe des hiesigen Gerichtsgefängnisses hingerichtet. Die Hinrichtung erfolgte «durch Fallbeil. Der «Verurteilte machte einen sehr gefaßten Lindruck. «Lr erklärte, «daß er seine Ta­ten bereue und als Mann sterben wolle. Die Strafoollftjeckung war in wenigen Sekunden vollzogen.

Liu holländisches Flugzeug abgestürzt.

wb. Amsterdam, 14. April. Auf dem Flugplatz Loesterbsrg stürzte gestern abend ein Militärflugzeug ab. Der Führer, ein Sergeant, wurde auf der Stelle getötet. Lin mitfahrender Flug­schüler verstarb wenige Stunden nach der Linlieferung in bas Krankenhaus.

wb. Sofia, 15. April. Bulgarische «Telegraphe-nagenckr. Als der König heute im Automobil auf der "Straße Orlhama- Sofia fuhr, wurden aus dem Hinterhalt von einer «Bande, du der agrabkommunistischen LinheitÄfront angbhört, 5cWe den Königlichen Wagen abgefeuert. Der Leibjäger und ein junger Naturforscher namens öltscheff wurden getötet, der Chauffeur wurde verwundet. Der König selbst blieb unverletzt und kehrte nach Sofia zurück. Man ist überzeugt, daß die M- greifer keine Kenntnis «davon hatten, daß sich der König in ^ Automobil befand. Line Truppenabteilung «ist sofort zur Ver­folgung der Bande abgssandt worden.

Die Wirtschaftslage in Amerika.

wtb. Washington, 15. April. Handelssekretär Hoover er­klärte zu der Handelsbilanz der Vereinigten Staaten im Mona März die «Linfuhr, die eine große Steigerung an Rohinateiia aufweise, sei mit einer Ausnahme die größte die in irgend eine Monat der letzten vier Sahre zu verzeichnen war. Auch ' Ausfuhr sei größer als in irgend einem «der letzten 45 Mona r mit Ausnahme von zwei Monaten. Aus alledem sei der » zu ziehen, daß die Sndustrie weitebhin einen Höhen «Grar Produktivität «aufweise. Die Gesamtsumme «der «Ausfuhr wi derlege diejenigen, welche behaupten, daß Amerika vor eme Periode industrieller Depression stehe. Präsident Loolidge, ® die Fahlen als ein ermutigendes Felchen für die wirtschaftliO Wohlfahrt «betrachtet, erklärte, «wenn die Preise nach be^ Marktwert von 1914 berechnet würben, ergebe sich eine

I gerung des Handels um 50 Prozent.