Flucht ergreift, und n-icht auf Anruf stoben bleibt oder die Waffe niederlegt, ob er nicht hinter der nächsten Deckung Halt imadyf und aus sicherem Versteck das todbringende Blei auf .ibn richtet? Wie mancher Förster ist diesem schon zum Opfer gefallen, wenn er sich im -Vertrauen auf die Menschlichkeit des Wilddiebes, harmlos ihm näherte und mit ihm verhandelte!
Ls ist nicht wahr, wenn die Berliner Morgenpost behauptet, «der Förster vollstrecke eine Todesstrafe wegen eines Eigentums- vergehens. Ls ist nicht denkbar, daß ein pflichtgetreuer Beamter einen Wilddieb, der auf Anfordern seine Waffe ablegt, «einfach absichtlich totschießt! «Wie soll sich denn der Beamte «nach Ansicht des Schreibers jener Zeilen verhalten, wenn er einen bewaffneten Menschen im Walde an trifft, wenn dieser auf Anruf nicht stehen bleibt, sondern in die nahe, ihn unsichtbar machende Deckung flüchtet? Loll er dann im raumen Holz oder auf der Blöße stehen bleiben und warten, bis dieser auf ihn schießt? Nein, er muß ein Mittel haben, sich gegen diesen 'Seinb zu wehren, er muß ein Mittel haben ihn ungefährlich zu «machen! Das steht ihm zu und muß ihm zustehen. Er fordert den Wilderer auf, das Gewehr oder etwaige sonstige Waffen abzulegen und kann sich ihm dann in vorsichtigster Weise, immer noch auf einen Angriff gefaßt, nähern, falls der Wilddieb seiner Aufforderung nachkommt. Tut er das nicht, zeigt er also, daß -er die Waffe. zum Angriff behalten will, so muß er ihm zu- vorkommen und ihn kampfunfähig machen. Er wird nie beabsichtigen den Gegner zu töten, trifft aber der Schuß so unglücklich, nun, so ist dieses Unglück immer noch geringer, als toenn der Förster dem Blei zum Opfer fällt, jedenfalls hat der schießende Wilderer wohl stets die Absicht der Tötens, des «Mordens, der Förster aber in rechtmäßiger Ausübung seines Amtes, wohl stets nur die Absicht, des Selbstschutzes, der Aot- 'wehr. Man bedenke, welcher Gefahr der einsam im Walde gehende Förster ausgesetzt ist, wie hinter jedem Baum, wie aus jeder Vertiefung, aus jeder Deckung heraus der tödliche 'Schuß ihn treffen kann, falls er nicht zufällig den Wilderer zu ferst gesehen. Soll er schutzlos allen diesen Gefahren preisgege- ben sein, muß er nicht durch das Gesetz in ausgiebigster Weise geschützt sein? '
Solche Morgenpost-Artikel sind geeignet, falsche Ansichten im -Publikum zu verbreiten und großzuziehen; sie sind ein großer Seinb des Försters und bedeuten eine große, sehr große Gefahr für ihn. Gewiß weiß der Wilderer, daß er sich in Gefahr begibt, wenn er bewaffnet, um zu Wilddieben, in den Wald geht, -aber er kann ja zu Hause bleiben, muß er stehlen und evtl, morden? Der Zörster muß aber in sein Revier gehen, er muß das ihm anvertraute Wild und den -Wald schützen, und nur die höchste Energie und Anwendung der ihm gesetzlich zustehen- ben Mittel kann ihm -Sicherheit und Halt geben, wenn er mit solchem Gesindel zusammen trifft. Dieser Schutz kann nicht groß genug sein und, Gott sei Dank, steht er ihm in gewissem Maße wenigstens zur Seite. Wenn die .ausführenden Organe der Polizei nur mit Spazierstöcken bewaffnet sind, wie sollten sie denn der Verbrecher Herr werden? Sie muffen gegen alle Angriffe geschützt und müssen den Serviern gegenüber bewaffnet und mit größeren Rechten ausgerüstet sein, wie diese selbst.
Line Todesstrafe vollistreckt der Zörster nie und nimmer, er wehrt sich gegen den bestehenden Angriff oder die Angriffsmöglichkeit, dem Frevler steht es aber -stets frei, dieses Wehren, d. h. den Gebrauch der -Waffe zu verhindern, indem er sich 'allen Wünschen und Befehlen des Zörsters fügt. Er ist im Unrecht, er muß sich also -fügen, tut er das nicht, so trage er die Folgen! Hoffentlich bleiben dem Zörster seine Rechte gewahrt und hoffentlich gelingt und glückt es ihm, sie stets anzuwenden zum Wohle des Wildes, des Waldes und zum Schutze feiner Person.
Ein -eutsKer Erfinder, der ins Ausland muß.
Hermann Ganswindt verkauft seine Luftiwift-Lttinduna an eine fremde Großmacht. — Ein tragisches Ers Starres SNftem oder nicht ?
fdi) Vor kurzem hat der Marinebaurat Sngberbing in einem mehrstündigen Vortrag in der Technischen Hochschule in Lharlottenburg sich dafür eingesetzt, daß Deutschland sich zur Wiedererkämpfung des freien Luftschiffbaues unter allen Umständen aufraffen müssen da der Weltluftverkehr bald ungeahnte Bedeutung erlangen werde. Bekanntlich hat die Lu- tente verboten, daß Deutschland große Luftschiffe erbaue, wälh- -rend die ehemaligen Feinde der Mittelmächte mit allen Kräften bemüht sind, ihre Luftflotte zu vergrößern und zu reformieren. Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, hat sich der bekannte Luftschiff-Erfinder
Herrmann Ganswindt
j in den letzten Tagen mit einer fvMdcA Großmacht wegen Verkaufs seines in den wichtigsten Konstruktioncln noch gctzeSmge- Haltenen, aber sonst schon seit 40 jähren aus den Gahswindt- schen Plakaten mit der Ueberschrift „Luftverkehr ;. B. Ber- lin-Rew-Aork in 48 Stunden" bekannten Luftschifftgps in Verbindung gesetzt. Diese Verhandlungen stehen unmittelbar j vor einem günstigen Abschluß und damit dürfte der nahezu sieb- j zigjährige Erfinder, der seit über 40 jähren schier ergebnislos um seine jdee gekämpft hatte, zu dem ersehnten Erfolge gelangen. Ganswindts Leben besteht aus einer Reihe von schweren, ia oft fürchterlichen Enttäuschungen. „jch habe," I jo erzählt er selbst, „alle meine zahlreichen in Angriff genom= ‘ menen Erfindungen ohne technische Enttäuschungen vollendet, so daß auch alle praktisch eingeführt wurden, mit Ausnahme meines Lenkballons woran ich von Nachgeordneten Organen der Behörden durch nicht ganz -lautere Mittel verhindert worden bin. jch war, wie meine noch -jetzt in Berlin lebenden Mitschüler, Generalkonsul Dr. jur. Ohnesseit und der bekannte Schriftsteller Dr. Skowronnek bekunden können, -schon auf dem Gymnasium immer der beste Mathematiker und PHWKer. Schon Bismarck hat im Sommer 1883 mit seinem weitblickenden Geiste mein Luftschiffgesuch so einleuchtend gehalten, daß er mich sofort ins Auswärtige Amt zur Rücksprache einlud, welche die sofortige Weitergabe meines Leickluftschiffprojektes zur Prüfung an das Kriegsministerium zur Folge hatte. Dieses lehnte jedoch die Prüfung ab und wies mich nur an einen Verein, dessen wissenschafttliche Unfähigkeit ich sofort feststellen und öffentlich nachweisen konnte.“
Ganswindt hat nämlich als erster die sich jetzt immer mehr als richtig erweisende Zormel für den Lenkschiffbau bereits in seiner Patentschrift Nr. 29014 vom jähre 1883 niedergelegt, welche folgendermaßen lautet:
„Die Konstruktion des lenkbaren Luftjschiffes gründet sich darauf, daß bei dem größeren von zwei ähnlichen Ballons -das Verhältnis der Tragkraft zum Querschnitt, also auch nahezu das Verhältnis der transportablen Maschinenlast zum Widerstand der Luft sich um das Vielfache um welche er den kleineren an Durchmesser übertrifft, günstiger gestaltet, so daß einem außergewöhnlich großen Ballon durch Maschinenkraft eine Riesengeschwindigkeft gegeben werden kann, die größer als die starken Luftströmungen ist". Als im jähre 18^4 Graf Zeppelin der von dem deutschen Kaiser berufenen Prüfungskom- mission seine kleinen Vallonmodelle vorstellte, bekam er einen ablehnenden Bescheid, so daß er sich entschloß, -zu den von GanswÄt seinerzeit ermittelten Größenverhältnissen, Motor- kräften und Fahrgeschwindigkeiten Uberzugehen. Nach Ganswindts Meinung hat aber Graf Zeppelin mit der Wahl des starren Systems einen großen Fehler gemacht, weil durch dieses zu viel nutzbare Tragfähigkeit des Ballons für sich in Anspruch
genommen werde. Dieses System nehme das Konstruktionsmaterial auf Biegung in Anspruch, während es laut den Gaiis- windtschen Patentschrift von 1863 hauptsächlich nur auf in Anspruch genommen werden dürfte, wenn genügende nutzbar Tragfähigkeit übrig bleiben soll. Nur deshalb habe Z. dessen Gasvolumen etwa 1350 Personen Tragfähigkeit besitzt knapp 32 Personen über den Ozean bringen können.
Die -Schwierigkeiten des Kaufabschlusses des Erfinderz der betreffenden Großmacht bestehen darin, daß Ganswindts folge seiner bisherigen schlimmen Erfahrungen seine KoHu^ ? tionsgeheimnisse nur gegen Vorausbezahlung der Hälfte b6x Kaufsumme bekannt geben will, indem er sagt, ihre Bekanntgabe setze ihren Vorsprungswert für andere Reflektanten her« ■ab, und die Vorzüglichkeit seiner vielen anderen in die Praxis übertragenen Erfindungen fei eine Gewähr dafür, daß auch diese gut seien. Das ausländische Lu-ftministerium bestand aber doch darauf, näher zu erfahren, welche Vorzüge dieGanswiNdtschen Luftschiffkonstruktionen eigentlich bieten sollen. Der Erfinder hat dem ausländischen Luftministerium nur folgende angegeben: jahrelange, also vollständige Gasdichtheit der Ballonhülle. Serner große und leichte Beweglichkeit in vertikaler Richtung bis zu großen Höhenunterschieden ohne Gasauslassen, so daß dadurch meist günstige Windrichtungen für die Zachst in den verschiedenen Höhen ausgesucht werden können. Serner Vollständige WettertUchtigkeit des Luftschiffes, so daß es -dauernd, auch bei Sturm, im Sreien verankert werden kann und zwar an der von Tandswindt schon vor über 40 jähren erfundenen und veröffentlichten Verankerungsvorrichtung, bestehend in einem allseitig verspannten Mast zur Befestigung, der Spitze des Ballons und in kreisförmigen Schienen um den Mast als Zentrum, unter welchen Rollen laufen, an denen düs Luftschiff in vertikaler Richtung festgemacht wird. So könne es wie eine Wetterfahne um den Mast Herumrollen und müss^M -Wind immer seine Spitze zukehren. Dazu kommen dann noch außer der schon ermähnten viel größeren nutzbaren Tragfähigkeit einige weitere Vorteile. Darauf hat jetzt Ganswindt von ■einem bei dem betreffenden Luftministerium beamteten Professor den vorläufigen Bescheid erhalten, er «hoffe, „daß sich -endlich alles günstig ereignen und das lange Streben des Erfinders ensprechend belohnt werden wird." Der von Ganswindt geforderte
Kaufpreis beträgt zwanzig Millionen Goldmark. Möglicherweise wird ihm die Hälfte dieser Summe nicht als Kaufgeld für noch zu offenbarende Geheimnisse sondern als An- erkennungSspende für seine schon bekannten Verdienste auf dein Gebiete der Luftschiffährt gegeben werden. — Dagegen ist ein Gesuch Ganswindts an den Reichspräsidenten Ebert vom 1. Dezember vorigen j-ahres um eine angemessene Entschädigung für den Millionenverllust, den er infolge feiner ungerechten Unterdrückung als Erfinder unter Verletzung seines guten Rechts erlitten hat, bis jetzt unbeantwortet geblieben. "
Ganswindt sah sich zu seinem Schritte, die Erfindung einer ausländischen Großmacht auzubieten, gezwungen, nachdem alle seine Bemühungen, in Téinem deutschen Väterlande »w ^ffw zu gelangen, fruchtlos geblieben sind. Als lange vor dem Kriege einer seiner Zreunde-, der für seine Erfindung sein ganzes Kapital verausgabt hatte, sich um Verwertung der Gans- windtschen Konstruktion an das französische Kriegsministerium wandte, wurde Gandswindt angeblich wegen Zluchtgefähr und anderer unbewiesener Delikte ins Gefängnis geworfen, mußte aber halb, da sich die Anschuüdigu-ngen als -haltlos erwiesen, wieder freigelassen werden.
Jas unsichtbare Luftschiff Orig in a lrom a« von Knut Gatzwiller Autorisierte Uebersetzung von Elsa v. Hollander-Lossosw. sAlle Rechte Vorbehalten.! — sNachdruck verboten!.
30. Fortsetzung.
12.
Holm kam ganz langsam wieder zu sich. Noch befand er sich in diesem halbwachen Zustand, wo der Mensch nur über ein geschwächtes Beobachtungs-Vermögen verfügt.
Langsam fühlte er bie schlafenden Sinne «erwachen, zuerst trat das Gefühl in Zunktion. Er wurde sich klar, daß er auf einem weichen, behaglichen Lager ruhte und daß feine Hände, die noch immer schwer und kraftlos waren, einen seidenen Stoff berührten. Er versuchte, den Kopf zu heben, gab es aber auf; er war schwer wie Blei unb schmerzte heftig. — Noch etwas anderes verursachte ihm Schmerzen, wahrscheinlich seine Beine; ihm war, als würden Knöchel und Züße von glühendem Zeuer verzehrt.
jetzt kehrte die Sehfähigkeit zurück. — Noch flimmerte ihm ein rötlicher Nebel vor den halbgeöffnten Augen. Allmählich aber trat schwach -und undeutlich die Umgebung vor seinen Blick, — etwas Lebendiges, 'Weiches saß auf seiner Brust, — Halm lag ganz still und wartete, daß diese Vision wieder verschwinden solle, — aber sie verschwand nicht, er sah ein bräunliches, kleines Ding auf seiner Brust sitzen, in ständiger Bewegung, ohne doch einen Druck auszuüben.
Er strengte den Willen an, um ein einziges Mal klar zu sehen, — ja, es war kein Zweifel, es war wirklich ein kleines Eichhörnchen, das sich, auf den birken Schweif gestützt, eine Ruß in den kleinen «Vorderpfoten, auf seine Brust gesetzt hatte und ihn mit einem drolligen Ausdruck in den großen, braunen Augen betrachtete. Er sah es mit einem eleganten Sprung verschwinden. Den Kopf konnte er beim besten Willen nicht drehen, fein matter Blick konnte also nur geradeaus schauen — unb gewahrte jetzt die Figur eines lebensgroßen Ehinesen, der mit verkreuzten Armen und Beinen auf einem geschnitzten Sockel saß. Die Augen waren geschlossen, von her" Oberlippe hing ein dünner, fransiger Ehinesenbart herab, — es sah aus, als schlafe bie Zigur.
Der Anblick dieses Ehinesen setzte Holms Gedanken in Bewegung. Er strengte sein Gedächtnis an, um festzustellen, wo er sich befinde und wie er hierher gekommen sei; aber er mußte das Denken aufgeben. Sein Gehirn schien leer, und doch fühlte er, wie sich da oben irgend etwas immer im Kreise herum drehte, ihn schwindlig machte und ihn zwang, wieder die Augen zu schließen.
Line herrliche Nuhe überkam ihn, und er fühlte mit Be- 'hagen, daß der Schlaf, der richtige, natürliche Schlaf, feine verwirrten und übermüdeten Nerven in eine wohltuende Ruhe einlullte.---
Als er wieder erwachte und die Augen auffebfug, waren die Nebel von vorhin verschwunden. Blick unb Hirn waren klar und ausgeruht, ein -erfrischender Luftzug strich über ihn hin. — Wie war das, hatte vorhin nicht ein Eichhörnchen auf seiner Brust gesessen? Ober war das ein Traum gewesen? Nein, da saß ja noch der schlafende Ehinese mit dem dummen Gesicht. Er fog die frische Luft ein, die noch immer über ihn hinströmte, und versuchte die noch etwas schmerzenden Gliâr zu strecken. Ein helles, aber doch angenehmes Licht -durchflutete das hohe Zimmer, in dem er lag. Ein Schwarm großer, bunter Schmetterlinge schwebte in munterem Spiele umher, umkreiste jetzt die Seines enflgur, und flatterte dann in großen Bogen und Kurven über seinem Kopf dahin. Er hob den Blick, um dem Schwarm -nachzusehen und sah nun eine Anzahl farbenprächtiger Gesellschafts-Papageien auf einer langen Stange gerade über seinem Lager.
Unb als er sich umdrehte, um einen voll-ständigen^Ueber- biick zu gewinnen, blickte er in ein kleines, «lächelndes Frauen- g-esicht empor.
Er wollte etwas sagen, aber die Worte blieben ihm im Halse stecken, die Uebervaschung machte ihn stumm.
Da, gerade hinter seinem Kopf, stand die reizendste kleine Nippsache, die man sich denken konnte, eine anmutige junge Japanerin, und fächelte ihm mit einem großen-, bunten Pfauenfederfächer Kühlung zu. Die schwarzen, mandelförmigen, -etwas schrägen Augen unter den dunklen Bogen der feingeze-ich- neten Brauen, lächelten ihm kindlich neugierig entgegen, jn dem blauschwarzLN, hochaufgeste-ckten Haar schimmerten weiße Blumen. Die Wangen waren kinderrund unb pfirsichzart und der Mund eine kleine blutrote Kirsche.
Holm hatte sich -noch nicht von seiner Verwunderung -erholt, als er ein herzliches Lachen hörte und eine muntere. Stimme rief:
„So, Pelle, jetzt ist er endlich aufgewacht, komm jetzt rasch i her und heiße ihn willkommen."
«Er sah das kleine Eichhörnchen von vorhin mit gewandtem Sprunge herunterkomMe-n und sich auf seine Schulter setzen; aber hinter der kleinen Japanerin kam eine weißgekleidete, sonnenverbrannte Männer-gestalt zum Vorschein. Holm stieß : einen lauten Freudenschrei aus. -— Es war Nick. — >— ■—
„Willkommen, alter junge!" hörte er den Freun«d rufen, I während dieser mit ausgestreckten Armen und einem herzlichen
Lächeln sich dem Diwan näherte, auf dem Holm lag. „Herzlich willkommen bei uns — als Baron Mamimuras Gefangener!"
Dieser Zusatz hatte für Holms Ohren einen düsteren, drohenden Klang, aber die augenblickliche Zreude, so unvermutet den langentbehrten Freund wiederzusehen und ihn bei bestem Wohlergehen anzutreffen, ließ ihn eine Weile alles andere vergessen. Er sprang auf unb umarmte Nick mit größter Herzlichkeit, während er ihn mit unzähligen Zragen bestürmte.
„Nun, nun, nur ruhig Blut! Wir wollen uns doch zuerst einmal ansehen, wie es dir geht. Aber ich muß sagen, du scheinst die Fahrt gut überstanden zu haben. -Eigentlich muß idir -ja -nach der langen Luftreise zumute sein wie einem Vogel", fügte Nick Heiter hinzu. l
Holm fühlte sich zu seiner eigenen Verwunderung wirklich äußerst wohl und erwiderte:
„Es geht mir glänzend, Nick. Unb doch habe ich das Gefühl, aus Luftmangel in dem verdammten Ehinesensarge fast -erstickt zu sein." , /
„Das warst du auch -wirklich, alter Freund. «Es war nicht mehr viel Leben in bir, als das Flugzeug mit dir hier landete.; «jch hielt dich eigentlich schon für tot, als ich dich aus dem Sorge heben half. Aber dieser Baron, dieser Baron Mami- mura, -ist ein wahrer Hexenkünstler. Er -lächelte nur, das tut er übrigens fast immer, sah dich eine Wesse an, gab dir eine «Einspritzung und sagte: „jn einer Stunde ist er wieder bei -Besinnung". Unb 'bas warst du!"
«Holm entdeckte eine kleine Stichwunde -am linken Handge- lenk, die «leicht juckte. — Nick deutete darauf und sagte: „ba, an der Stelle «hast du bie Einspritzung bekommen! Ach du, er ist ein wahres Weltwunder! Aber das sind sie alle, mit denen man hier draußen zusammenlebt, — jeder leistet auf seines «Gebiet etwas Hervorragendes!"
Hier draußen?" Holm sah ihn fragend an. — Wo sind -wir denn?"
Nick schüttelte resigniert den Kopf: „ja wo sind wir? " Auf dem Mond? Au-f dem Mars oder auf irgend einem anderen Planeten? Darauf kann ich. dir keine -Antwort geben, ich weiß nicht mehr als du!"
«Holm zog die Uhr — sie ging noch —, es war sechs Uhr unb fragte, welcher Wochentag es sei. Nick erklärte ihm, es fei Sonnabend. . x As-
Holm überlegte, die Uhr in der Hand. — «Es war noch Sonnabend, — also hatte das Flugzeug etwa fünf Stunden go braucht, ihn herzubringen, -da er ja nach Ricks Aussage nach der Landung eine Stunbe bewußtlos gelegen hatte.
(Sortfebung folgt.)