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Nr. öS Sonntag, den 22. Mär; 1925.

(Berliner Briefs

Was glauben Lie, was die Berliner Stadtbehörden für Sorgen haben! Man will! doch Berlin wieder zu einer Welt- stadt machen und will den nicht ganz einwandfreien Ruf, den es in einigen Teilen der Provinz genießt, wieder beseitigen. Lu ' Amerika hat bekanntlich jeder zehnte Mann sein eigenes Au­to. Anscheinend steht man den gleichen Zustand bei uns schon voraus. Vorläufig allerdings jammert bie Industrie noch über den miserablen Geschäftsgang und selbst das etwas ge­brechliche Volkskraftfahrzeug, das man für 2300 Mk. auf der Leipziger Messe jetzt zu bewundern Gelegenheit hat, liegt noch immer außerhalb des Bereiches der Kasse des Bürgers. Immerhin aber hat der Verkehr und besonders der Autover­kehr in der deutschen Metropole derartig zugen-ommen, daß man abgesehen davon, daß man eine Pferdedroschke mit einem frohen Grinsenach Sötte, gerade wie dunnemals" be­grüßt sich bemüßigt gefühlt hat, Maßnahmen zu treffen, um den Verkehr in den Straßen zu regeln. Dazu gehört ins­besondere, daß Herr Generaldirektor seinen Mercedes auch in den belebtesten Straßen auf sich warten lassen kann. Das Leben eines solchen Herrn besteht ja nur aus wichtigen Konferenzen. Sie dehnen sich oft lange aus, und umso eiliger muß er zur näch- sten. Wenn das Auto an der Bordschwelle hält, hemmt es den Verkehr. Was taten also die Stadtväter? Sie erfanden den weißen Strich. Das ist eine einige Zentimeter breite, weiße Linie in der Mitte der Straße und nur auf ihr dürfen die Au­tos halten; an beiden Seiten können die Autos der anderen Ge­neraldirektoren ungehindert vorbeiflitzen. Das ging auch ein paar Tage ganz gut. Man ging auf dem weißen Strich spa­zieren, um die Illusion zu haben, in Newgork oder London zu sein, wo es War so etwas auch nicht gibt, aber doch etwas ähn­liches. Man dachte an die Bilder in den illustrierten Zeitun­gen aus diesen Städten, wo man unabsehbare Reihen von kleinen, jungen Autos halten sah, von einem Verkehrspblizisten durch die Broadwags und Boulevards dirigiert. Letzt haben wir also auch so was. Die Filmschauspielerin kann unten war­ten, während oben ihr Impresario einen märchenhaften Vertrag für sie bei der Tutti-Frutti-Gesellschaft ausknobelt. Was die Polizei befiehlt, ist natürlich Gesetz für alle. Lch möchte den

Nie zukünftige Gestaltung des Etraßenbilbrs.

Wer schönheitsuchend die in den letzten Lahrzehnten ent- standenen Teile unserer Großstädte durchstreift, ist zur Ent- tänschung verurteilt. Auch bei bescheidendsten Ansprüchen wird er zuletzt gestehen müssen: die Bilder, die unsere städtischen ötraben zeigen, sind ein Hohn auf unsere angeblich hohe Kul­tur. Man kann diesen Gedanken nicht denken, ohne nach der Ursache der Erscheinung zu fragen. Zur Antwort berufen ist der Fachmann des Städtebaues. Da hat natürlich jeder seine eigene Meinung und seine eigenen Säuberungen der Abhilfe. Während darum gestritten wird, geht das Uebel weiter, und i-mmer blasser wird die Hoffnung, daß es einmal besser werden könnte. Daß in solchen Fällen nur mit entschlossenem scharfen Schnitt etwas erreicht wird, lehrt die Lrfahrung. Man muß sich damit abfinden, daß der Schmerz einzelner gegenüber dem Gewinn an Werten für die Allgemeinheit nicht ins Gesicht fällt. So ist auch der Vorschlag zu beurteilen, den der Professor von der technischen Hochschule Hannover Paul Kanold in der deutschen Bauzeitung ausführlich begründet. Seiner Meinung nach gehört zum Erbauen einer nicht nur zweckmäßigen, son­dern auch schönen Stadt nicht nur ein guter, wohlüberlegter Be­bauungsplan, der die wirtschaftlichen Bedingungen klar erkennt, sondern auch die schöpferische Persönlichkeit eines Architekten, der ihn verwirklicht. Solcher Männer, die genug künstlerische und geistige Disziplin besitzen, um den Einheitsgedanken eines Bebauungsplanes zu erfassen und sich ihm unterzuordnen, gibt es leider nicht allzuviele.

Der Bau eines Hauses, gleichviel, ob Miet- oder Ligen­hauses, ist, wie Kanold mit Recht betont, nur zum Teil eine private Angelegenheit. Wie sich der Eigentümer binnen seinen vier Wänden einrichtet, das ist seine Sache, wie aber sein Haus von außen auftritt, wie es sich in die Raumgedanken der Stra­ße einfügt, das ist eine öffentliche Angelegenheit. Deshalb können nicht Wanzig Architekten an einem Straßenbilde herum boktern, ohne daß einer die Führung hat. Dazu müssen die ge­setzlichen Grundlagen geschaffen werden. Solange nicht die Oberleitung und der Entwurf ganzer Blöcke bewährten Künst­lern übertragen. «wird, solange ist es aussichtslos, daß etwas Befriedigendes in unseren Städten ersteht.

Architekten, die bei diesem Verfahren die Entscheidung über die äußere Gestaltung des Hauses verlieren, bleibt mit der j ^" 'pnwn Ausbau noch genug Zreiheit, um sich als Kunstler zu zeigen. Kanold erwartet davon sogar eine weit Schere Verte, ung der Kräfte. Wer zur Führerschaft be- 5ânz den öffentlichen Aufgaben widmen, L I ost der Ausführung der vielen Einheiten des L l / ^"' ber andere, mehr zur Gestaltung der Teil- kb^^ der Bauherrn Neigende, könne darin sein Bestes leisten.

Straße gehört der Oeffentlichkeit und muß, um unser ^ uhl zu erfreuen, eine künstlerische Einheit bieten. Wer es ehrlich mit seiner Kunst meint, wird zugunsten der Einheit des Bildes auf Betonung seines Kunstwillens in der äußeren Bau- erscheinn. . , sichten. Leider lassen die in Künstlerkreisen oft tank entwickelten Neigungen zu Eigenbrötelei und Neid nur schwache Hoffnungen zu, daß die Verwirklichung dieser Gedan- ken allgemein freie Bahn gewinnt. Ls fragt sich auch, ob in II Kreisen der Stadtvater weitblickende Männer genug sich Ä Gut haben, den Einheitsgedanken zu vertreten, fr durchsetzen. Vielleicht hilft auch hier der Wea ^ '^ aufs Ausland dem Guten auf den

9 '^ ud ist es, wo man mit Erfolg angefangen hat, die

SeWKe Morgenzeitung.

sehen, der es und damit den Strich zu übertreten wagt! Heute habe ich ihn gesehen. Es ist der Schnee. Die Zeiten sind per­vers, in einer Woche soll Frühlingsanfang sein. Statt dessen bringen dieTrams niedliche kleine Mädels in bunten Sweatern und Bridges, die Skier auf dem Rücken, den Rodel in der Hand zum Sport nach dem Grunewald. Die Tram braucht ja nicht auf dem Strich zu fahren. Der Schnee zieht ihr einen viel schöneren, breiteren, weißen Strich, als der, auf dem die Autos gestern nod) halten konnten. Was sie heute machen, weiß ich nicht. Es ist zu erwarten, daß die Stadtverwaltung gegen den Schnee mit allen Machtmitteln, die ihr zur Verfügung stehen, vorgehen wird. Lch sagte Machtmitteln, nicht aber Geldmit­teln, denn nach dem Sommer, den wir im Winter hatten, war man auf Straßenreinigung nicht mehr vorbereitet und derBe- reitschaftsdienst" klappte gar nicht. Ueberall Stockungen des Verkehrs, Lastfuhrwerke fahren auf dem Strich, auf dem sie doch nicht fahren sollen und den sie gar nicht sehen können und der von dem größeren, ja den ganzen Damm, sogar man denke den Bürgersteig einnehmendem, über ihm liegenden Schneestrich völlig erdrückt wird. Man sagt, daß die Sing­vögel, die nach dem Süden gezogen sind, und die sichjauL Neu ungeheuren Schneemassen Reapels in unser bislang tropisches Klima gerettet haben, sich nicht mehr auskennen und verzweifelt nach einem Sanatorium suchen, in dem wenigstens ein Ueber» gangsklima herrscht. Ln Mitteleuropa konnte es ihnen nicht nachgewiesen werden; sie wollen es jetzt in Uebersee versuchen. Für Ostern ist eine Reihe von Verabredungen zum Wintersport getroffen worden. Die diversen Minnas und Martas sind auf den Hängeboden geklettert und haben den Koffer mit den eingemotteten Wintersportsachen wieder heruntergeholt. Statt dessen hat man die Sommermäntel der Herren und die Stroh- hüte der Damen hineingetan. Ostern im Riesengebirge und im Harz! Es ist wirklich sehr nett! Sür nächste Weihnachten hat man die Ost- und Nordsee vorgesehen. -Wir spielen verwech­selt, verwechselt das Kalenderlein! Ls hätte also der neuen Kalenderreform mit der Einteilung in 13 Monate gar nicht bedurft. LiM.

Gestaltung der Straßen- und Platzräume einzelnen Künstlern mit aller Verantwortung zu übertragen. Man kann an den Ausführungen dies und jenes ausfetzen, aber die Einheit ist er» renpl und sie überzeugt auch den Bedenklichen.

Der Milchwagen.

Skizze von Adolf Siewers- Wilster.

Hinten in der Marsch, wo es anfängt moorig zu werden, liegt unter hohen Eschenbäumen recht einsam ein Bauernhof. Ts ist ein Bauernhaus, wie es für die Marsch charakteristisch ist: hoch gelegen auf einer Wurt, um das Haus herum der Hof graben, das Dach aus Stroh, auf dem hinteren Giebel ein Storchnest, eine große Diele führt durch das ganze Haus, hin­ten sind rechts und links die Viehställe, vorne die Wohnräume Auf diesem Bauernhof wohnte der Bauer Thode, und Klaus Harms war bei ihm als Knecht. Es war Frühjahr, die Kühe aber noch im Stall. Der Storch hatte vor einigen Tagen auf dem Dach feinen Einzug gehalten.

Klaus Harms hatte seine Schlafkammer neben dem Kuh- stall. Wenn er abends müde in seinem Strohbett tag und sich auf den kommenden Morgen freute und im Kuhstall brummte leise eine Kuh, dann meinte er der zufriedenste Mensch auf Gottes Erdboden zu sein. Wenn alles still.und dunkel um ihn war, war es ihm, als fei er ganz allein auf der weiten Erde und als käme das leise Brummen der Kruh irgendwo her aus einer andern Welt. Denken tat er nicht viel. Er döste so im Halbschlaf vor sich hin und hatte ein Gefühl der Freude auf den kommenden Morgen. Der Morgen war sein Leben. Er wußte, wenn er aufwachte, war wieder ein Morgen, und er durfte wieder mit dem Milchwagen in die Stadt. So schlief er ein.

Ss war noch dunkel, so gegen fünf Ubr, als er wieder aus bem Schlaf kam. Auf der großen Diele klapperte die Bauers­frau mit den Milcheimern. Von diesem Geklapper erwachte

Harms jeden Morgen. Das ärgerte ihn nicht, er freute sich, daß der Morgen wieder da war. Er konnte es sich kaum vorstellen, daß er erwachen konnte, ohne das Klappern der Müchemler zu hören. Das war ihm wie Glockenläuten, das Jwen Morgen den Tag einläutete.

Dann schlackte der Bauer auf Holzpantoffeln über die Die­ck Au der gegenüberliegenden Seite, bei der Kammer der Magd, klopfte er an:

»Anna! Obst ohn!"

Ann staUd er auch bei dem Knecht vor der Kammer. Durch die Turspalten konnte Klaus den Lichtschein sehen

Klos! Obst ohn!"

Loo!"

Klaus Harms sprang gleich aus dem Bett. Das Aufsteken fiel ihm nicht schwer.

Erst wurde nun gemolken und bann gab es Kaffee. Nach dem Kaffee aber holte Klaus den Braunen aus dem Stall und spannte ihn vor den Milchwagen. Der Bauer und die Magd stellten die vollen Milchkannen auf den Wagen, und dann fuhr Klaus los. Er mußte jeden Morgen die Milch nach der Stabt au die Bahn bringen. Das war für den ganten Tag seine probte öreube. Als er über den Hofgraben fuhr und dann in Oie Landstraße einbog, knallte er mit der Peitsche. Das tat er gern, wenn er so recht vergnügt war.

. $s 'war inzwischen hell geworben. Die Sonne ging auf und stieß den Nebel zur Seite, der ganz langsam aus den Gräben stieg. Eine Lerche fang schon ihr Morgengebet. Das hatte K.aus besonders gern. Kiebitze schrieen und schossen durch den

Beiblatt.

Verlag: Fulda, Kaualstraße 44.

, Nebel, oft ganz dicht an dem Milchwagen vorbei. An der i Grabenkante spielten Wei Hasen. Der Storch kam mit ruhi- I gen, großen Flügelschlägen, sich sein Morgenbrot zu holen, i Es war ein herrlicher ZrUhlingsmorgen, überall Frieden, nir­gends ein Mensch zu sehen. Uitb immer eben im Trab klap» perte berBraunedie Ehaussee entlang, auf dem Wagen klirr» ten die Milchkannen, so polterte Klaus durch die Zrühlings- ivelt, und dabei fang und flötete er und knallte mit der Peit­sche. Schöneres gab es für ihn nicht, als so am frühen Mor­gen, wenn gerade die Sonne aufging, auf dem Milchwagen in die Stadt zu fahren. Die ganze Natur um ihn herum kam aus dem Schlaf, ihn zu begrüßen, ihm guten Morgen zu sagen. Dann kam er sich vor wie ein König, der durch sein Reich fährt und von allen Seiten begrüßt und umjubelt wird.

Halb nach der Stadt hin, etwas von der Ehaussee zurück, wohnte Bauer Hansen, wo Paula Dreger als Magd diente. Sie war Klaus Harms Braut. Schon von weitem sah er, daß sie vor der Küchentür stand. Dann winkte er und knallte mit der Peitsche. Zuweilen kam Paula schnell gelaufen und fragte, ob er Sonnabend zu Ball wolle und wo er Sonntag hingehe.

Sk goh Sünnbag na Stadt", sagte Klaus,denn kom ik hier vörbi uu nehm bi mit."

Ls got", sagte Paula und eilte ins Haus, um ihre Herrin nicht zu erzürnen. Sie war ein großes, sauberes Mädchen, kein Wunder, daß Klaus sie leiden mochte. Er sah sich noch im­mer um nach ihr, und wenn sie den Kopf noch schnell einmal aus der Tür steckte, dann winkte er und lachte. Er meinte, so müsse das bleiben, mehr verlangte er nicht vom Leben. Was sollten sie auch? Heiraten konnten sie nicht. Sie hatten ja bei­de nichts. Klaus war auch so zufrieden. Er wollte nur jeden Morgen auf dem Milchwagen in die Stadt fahren, und Paula müßte vor der Tür stehen und winken. Das war ihm genug. Vielleicht dachte Paula anders.

Ln der Stadt war noch alles still. Die Leute schliefen noch. Es war bald sechs Uhr.

Es schallte an den Häusern entlang, als Klaus mit seinem Wagen über das Straßenpftaster rasselte. Er knallte wieder mit der Peitsche, als wolle er den Stadlleuten sagen:Nun kommt nur bald aus dem Schlaf! Lch bin schon mit meinem Milchwagen hier!"

Ein Mann begegnete, ihm, der ein Essentopf in der Hand trug und wohl zur Arbeit ging. Beim Bahnhof aber ,war mehr Leben.

Der Weg zurück war nur halb so schön. Ueberall waren schon Menschen bei der Arbeit und Klaus auf seinem Milchwa­gen war keine Ausnahme mehr und hatte auf der Welt nichts mehr M bedeuten. Paula sah noch schnell mal aus der Küchen­tür und winkte. Dann war auch das vorbei. Was nun der Tag noch brachte, war für Klaus nur Arbeit, Essen und Schlaf. Bei allem aber die Vorfreude auf den andern Morgen. Der Morgen, wenn er auf dem Milchwagen durch die erwachende Frühlingswelt fuhr und Paula stand vor der Küchentür und loinikte, war sein Leben. Mehr verlangte und erwartete er nicht.

Das Empfinden des Wilderers.

(Von Forstmeister Kottmeier).

(Lagdzeitschrist St. Hubertus Nr. 9»25).

<3n der Beilage für Poli ze iw issenscha ft der Berliner Mor­genpost vom 12. 1. 25 findet sich auf Seite 3 in Bezug auf ben westpreußischen Wilddieb und Förstermörder Kleinschmidt folgende Aeußerung des Schriftstellers Hans Huan *) über Kleinschmidt:

Sr sieht nicht etwa den berufenen und staatlich verpflichteten Hüter des Wildes in dem Forstmann, der ihn festnehmen und sich evtl, seiner mit allen Mitteln erwehren muß nein! Für ißn ist der Förster ein Feind ein Todfeind, wenn er gar im berechtigten Pflichtinteresse die Waffe gegen ihn aufhebt'

Die Berliner Morgenpost fährt dann fort:

»Kein Nichtjäger der Welt, der heutigen Welt, könnte bie» Jes Empfinden des Wilderers als pathologisch betrachten. Denn selbst, wenn wir uns Jo viel Toleranz ab nötigen, die Lagd nicht als Verbrechen gegen Gott und Tier zu hassen, scheint es uns eine Schande des 20. Lahrhunderts zu sein, daß das Recht des Forsters, auf den fliehenden Wilderer zu schießen, fortbesteht als Ueberlieferung aus einer barbarischen Zeit. Wir haben längst aufgehort, es für möglich zu halten, daß Eigentumsdelikte mit dem Lode bestraft werden, obwohl es noch nicht lange her "st, daß in den Weststaaten der Union Pferdediebstahl und obwohl es nicht viel länger her ist, daß in England Banknoten» fafchung mit dem Tode bestraft wurde. Und dennoch dulden wir es, ohne von Mord zu sprechen, daß ein Förster die Lodes- strafe an einem Manne vollzieht, der nicht etwa gegen ihn ge­walttätig geworden ist, sondern sich lediglich der Verhaftung und einem Gerichtsverfahren zu entziehen sucht, indem er zu einer kurzen Freiheitsstrafe verurteilt werden könnte. So macht unser Gesetz den Wilderer zum Mörder. Aber bewaffnen wir denn nicht auch großstädtische Polizisten noch immer mit töd- lichen Waffen und züchten dadurch Mordinstinkte bei den Ver­brechern?"

Das sind Sätze, die so von Mangel an Sachkenntnis und von fajenen Schlußfolgerungen strotzen, daß sie nicht unwiderspro­chen blechen dürfen. Weiß denn der Schreiber nicht, r K eine geladene Schußwaffe bei lieb fuhrt - daß es ihm nicht darauf ankommt, den Forst- und Jagdschutz ausübenden Förster aus der Welt zu schaffen, wenn er sich dadurch eines belastenden Zeugen endledigen kann? Daß der Forster, wenn er den Wilddieb stellt sein Leben riskiert, daß ob er es mit einem rabiaten, zu allem fähigen Menschen oder vielleicht mit mehreren, ihm unsichtbaren, ver- teck en Komplizen zu tun hat? Da heißt es schnell und ent»

°Ben handeln und dem die Waffe erhebenden Uebels äfer M- vorzmcommen. Un'b weiß der Beamte, wenn der Täter die

*) Hans Hgan selbst dürfte mit den Ausführungen der Mor­genpost wohl kaum einverstanden sein, da er als Freund des Weidwerks und der Natur aus seinen Schilderungen und Auf- säten bekannt ist, ebenso früher für die Forstbeamten einge» treten ist. ,