Einzelbild herunterladen
 

Hessische

Modenzeitung

Ful-aer Kreisblatt, Anzeiger für Rhön un- Bogelsbers, Fulda un- Haunetal

Pk tzMch« Mmgmzritung«« crjdjeint wöchentlich 6 mal, (außer Msntags), Sonntags Anzeigen: Die 7 gespaltene IDiintmetetieile 0,04, auswärts 0,07 Xmttttmatl. Die 92 mm

mit fi ®. 3- im Bild. Bezugspreise: Durch die Post bejogen monatlich 1.50 Renlenm. ^Ük i)tC BolkSgeMetNschüft --- Für bßTt SläNÄöskikdèN breite Millimeter Sievamezeile total 0,30, auswärts 0,40 Rentenmark. Bei Wiederholung

auMließlich PMMhrm. Bei Zustellung durch unsere Träger monatlich 1.75 Rentenmarl. Rabatt. Postscheckkonto Franlsurl a. M. 28012. Fulda, Kanalstraße 44. Fernsprecher 113.

Rimmer 67. Samstag, den 21. März 1925. 2. Zahrgang.

Politische Wochenrundschau.

Marx tritt zurück. Spate Einsicht. Dr. Farres ist der Eammeltanbibat, der bei intensiver Wahlbeteiligung seiner Anhänger schon im ersten Wahlgange siegen kann. Ser Eintritt in den Völkerbund. Fochs Berichte und die Richtrüumung der Kölner Zone.

Am Donnerstag halt sich Herr Marx en-8ch entschlossen, dem preußischen Landtag die Mitteilung zugehen zu lassen, daß er die Wahl zum Ministerpräsidenten nicht annehme. Diesem Schritt liegt ein Beschluß des Zentrumsparteivorstandes zugrunde, der " unter Bezugnahme auf die Aufstellung des Herrn Marx zum Reichspräsidentschaftskandidaten diesen bittetvon weiteren Bemühungen um eine Kabinettsbildung in Preußen abzusehen und sich für die Borbereitungsarbeiten zur Wahl des Reichs­präsidenten 'freizumachen." DamH hat sich der Vorstand der Zeutrmuspartej also genau auf denselben Standpunkt gestellt, den die Parteien rechts vom Zentrum ^einnahmÄl, als sie sich weigerten, mit einer- offiziellem Kandidaten, für die Reichs- 'präsidentschaft über dfe preußischen Kabinettsbildung zu ver- Handetu. Sie wurden deshalb von der Linkspresse Hart ange­griffen, und nun. . .? Ls war ja ganz abwegig, den Fall Marx mit den Süllen Hellpach und Held zu vergleichen. Wenn im «Amt befindliche Staats- und «Ministerpräsident-en sich als Zählkandi­daten aufstellen lassen, so ist das ganz etwas anderes, als wenn ein Mann, der als Sammelkaudidat der Linken genannt wird und als solcher angeblich große Aussicht hat, zum Reichsprä­sidenten gewählt zu werden, gleichzeitig beginnt, ein Kabinett in Preußen zu bilden. Er scheint das schließlich seiber einige- leben zu haben und vrelleicht begreifen âs nachträglich sogar tauch die Leute links von chm, wie z. B. dieFuldaer Zeitung"; Die preußische Regierungskrise ist damit allein freilich noch , «nicht über dem Deng. Die Verhandlungen der Parteien über leine Zwischenlösung müssen nun direkt geführt werden, bis man lsich über die Person des neuen-Ministerpräsidenten und die Art der ZusammcnsetzungLii des Kabinetts geeinigt hat. Längst hätte ^maiu ein Veajmtouksbinett haben können, wenn sich dieWei- maver" nicht so hartnäckig darauf verbissen hätten, daß sie die » relative Mehrheit im Landtag besitzen. Wochen unb Mo- tnate sind hiugegangen, bis das Zentrum beigriff, daß Hkermtt positiv nichts anzufangM ist und dqß sich seine Landtagsfraktion dazu bequemen muß, auch den Wünschen der rechts von ihr sitzenden Fraktionen Rechnung zu tragen. Politik ist die Kunst des Erreichbaren. Die Linkskoalition war aber nicht erreich- bar, weil ihr die absolute Mehrheit fehlte.

Die amtliche Kandidatenliste für die Wahl des Reichs­präsidenten ist nun für den ersten «Wahlgang abgeschlossen, doch «bezieht sich das ja nur auf den Druck der Wahlzettel. Feder Wähler ist berechtigt, alle offiziellen Kandidaten durchzustrei­chen und auf die letzte Zeile einen neuen Namen zu fetzen. Der Zersplitterung der Stimmen «sind also keine Grenzen gesetzt. Dabei war sie doch schon wirklich groß genug. Wie unsinnig P es, Zählkan-j-atureu für Zentrum, Demokratie, Sozial-emo «rMe, Kommunismus, Bag erst che Volkspartei und Rational-

Ser gute Ton in allen Lebenslagen.

Die Pressestelle der Deutschnationalen Reichstagsfraktion teilt folgendes mit: Die Ortsgruppe Unna des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold hat an den Reichstagsäbg. Wallraif folgen des Schreiben gerichtet:

Wie wir aus Pressemeldungen ersehen, haben Sie an der Uebevführung des verstorbenen Reichspräsidenten Lbert im Schlapphut teilgenommen. Wir fetzen als selbstverständlich voraus, daß Sie als ehemaliger Oberbürgermeister und Staats­sekretär a. D. wissen was repräsentieren heißt, and bestimmt an her Krauerfeier für den höchsten Beamten des Reiches im Zg- linber teilgenommen hätten, wenn Sie einen solchen besitzen würden. Um diesen Uebelstande abzuhelfen, gereicht es uns zur K'bre, Cbneu anbei ein solches Exemplar «als Geschenk zu über­senden. Die von uns gewählte Größe (60 cm.) dürste Fhrer Kopfweite entsprechen. Achtungsvoll

Websbanner Schwarz-Rot-Gold

Ortsgruppe Unna (folgen Unterschriften), nrämw ? ^^ witaaf hat in Erwiderung an den Ober- Präsidenten der Provinz Sachsen, Herrn Hörsing-«M«agdeburg, das folgende Schreiben gerichtet: y

^wohlgeboreu beehre ich mich beifolgend eine Zuschrist des Reichsbanners, Ortsgruppe Unna (Westfalen) ?ur gefälligen Kenntnisnahme zu übersenden. Bei der über­ragenden Bedeutung der Angelegenheit glaubte ich, sie nur mit des Reichsbanners erledigen zu können. Die An- S ve uh an der Ueberfllhrung des verstorbenen Reichs- P sidonten einen Schlapphut getragen habe, stellt eine falsche nicht ^^' ^^ habe an der Ueberfühvung überhaupt der ^« ^NEnmön. Sonach würde ich mich durch Annahme tnacb^^'e,ner lmberechtigten Bereicherung schuldig Ä ja erlaube mir M«, bi* Spenbe jur anberoeitigen Ä*". 2»'°-» to w!«ch gro6« Köpf- d-- ÄZt?* 'k °«-d-"° Xw er-

fostalistische Arbeiterpartei auszustelleul Die Sammeckandida- 4ur bes Oberbürgermeisters Dr. Carres, der bei seiner ersten grossen Wahlrede in Berlin auf die versammelten Lausende einen vorzüglichen Lindruck «gemacht hat, gewinnt ein immer stärkeres Gewicht, je mchr sich die Gegner zersplittern, und for- Hert zur intensivsten Wahlbeteiligung her ans, um womöglich schon im ersten Wahlgalng die zerstreuten Haufen zu überrennen lBesonders peinlich scheint aus die Linke der Appell des Herrn Carres an seine Anhänger gewirkt zu haben: den Wahlgang ritterlich und ohne Beschimpfung der anderen Kandidaten zu führen. Denn eigentlich mühten die Gegner ja diese Parole laufnehmen; wie sollen sie aber ohne Verleumdung desVer- ssackuugspolttijkers" Carres ajuskommen? Ls war ja gut, daß (bieder offen über die gegen seine Ruhr Politik gerichteten Vor- würfe sprach, und es wird vielleicht wirklich noch nötig Jein, ^iofe unerquicklichen Dipge rückhaltlos in der Oeffentlichkeit '?u erörtern, um den Feinden der Kandidatur Carres den Mund M stopfen. Bekanntlich sind ja gegen den Zentrumsminister Dr. Brauns genau dieselben Anklagen wie gegen Dr. Carres erhoben worden.

Die Beratung des auswärtigen Ltats im Reichstag ist wieder verschoben worden, da das Reichskabinett noch nicht 'endgültig zu der Frage des Eintritts in den Völkerbund Stel­lung genommen hat. Diese Angelegenheit spielt aber in der europäischen Politik, wenn auch nicht praktisch, so doch stim- «mungsgemäß eine immer größere Rolle. Die Seufer Tagung des Vblkerbundsraies ist in 2 er Hauptsache ergebnislos ver- ^ufen, da der englische Linspruch gegen das Genfer Protokoll dieses erledigt hat, wogegen auch die Krämen Briands nichts Felsen. LhaMberlain ist aus seiner Rückreise noch einmal in ^aris bei Herriot gewesen, ohne daß ein Fortschritt in der Annäherung der beiderseitigen Anschauungen zu erkennen war. «für den deutschen Beobachter, aber auch für jeden wirklich neu tralen bleibt es unerhört, daß infolgedessen auch die Ansein- «andersetzungM über die Räumung der Kölner Zone vollständig ruhen und durch immer neue Foch-BerichtS vejrschloppt wer­den. Linig aber scheinen sich England und Frankreich darin zu sein, ^daß der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund er­wünscht sei. Das Reichskabinett wird deshalb sehr ernsthaft die Vor- und Nachteile diches Schrittes gegeneinander achu- wägen haben. Wenn man ficht, in welcher Weise der Völker- bundsrat wieder die Interessen des Laargebietes und der freien Stadt Danzig vergewaltigt hat, ohne einen energischen Wider­spruch in seinen eignen Reihen 51t finden, dann kann man sich «immerhin von einer Teilnahme deutscher Vertreter an diesen Verhandlungen allerlei Wirkung auf die öffentliche Meinung der Welt versprechen.

Tut eure nationale Wicht.

Eine Kundgebung desKgffhäuser"-Bmldes.

Der Deutsche ReichskriegerhundKgffhäuser" wendet sich mit folgender Kundgebung an seine Mitglieder:

s Cwfoige Webens des bisherigen Reichspräsidenten ist das deutsche Volk gemäß Artikel 41 der Verfassung des Deutschen Reiches berufen, schon am 29. März d. C. ein neues Staats­oberhaupt zu wählen. Cm Gegensatz zur ersten Wahl hat das 'gaiye deutsche Vock, also nicht die einzelnen Parteien, zu wäh° ,en. Söder Deutsche hat die Pflicht, in unmittelbarer und ge- heimer Wahl mit seiner Stimme darüber zu entscheiden, ob in den nächsten 7 Fahren an der Spitze des Deutschen Reiches ein Man? bebe? ^" "°^^l-r Staatspolitik handelnder ^uann siehen soll.

Die «Verfassung von Weimar will durch die Form der Ur- wahl die Person des kommenden Reichspräsidenten über den

5 reit der Parteien und CntereJJen stellen. Diesem Gesichtspunkt kann nur ein Mann gerecht werden, der nicht Aach parteipolitischen Rücksichten aufgestellt ist und das Ver­trauen einer überwiegenden Mehrheit des deutschen Vockes genießt.

, Der neue «Reichspräsident muß daher ein Mann ohne par­teipolitische Vergangenheit sein, auf dem Boden deutsch-christ- licher Weltanschauung stehen, internationalen-pazifistischen Ge» dankengängen unzugänglich sein und unbeirrt von Rücksichten qeber Art nur nach dem besten eigenen Lrmessen für Deutsch­lands Lhre, Macht und Ansehen eintreten.

Leider zeigte es sich bei den fortschreitenden Vorberei- tungen für die Wahl, daß entgegen zunächst vorhandener er- greulicher Einmütigkeit in bezug auf die Person eines gemein­samen, nationalen Kandidaten, keine Einigkeit in maßgebenden greifen zu erzielen war. Nun stehen mehrere Kandidaten zur Die Kriegervereins-Organisations steht satzungsgemäß unbedingt auf vaterländischem Boden. Ls kann daher dein

vaterländischen Gewissen jbbes Kameraden, der ein aufrichtiges Mitglied unserer Organisation ist, ruhig überlassen werden, wie er am 29. März seine Stimme abgeben will.

Eine vaterländische Pflicht versäumt der Kamerad, der am Lage der Wahl mit seinen wahlpflichtigen Angehörigen derselben fernbleibt.

von Heeringen, Generaloberst und Präsident des Deutschen Reichskriegerbunde ,âffhäuser".

Aas Neueste

Die Landbuudangelegenheit.

wtb. Berlin. fäef. Cn der Angelegenheit des Konzerns der deutschen Landbundgenossenschaffeu berichtet die B. Z., daß die GeneratMttsamvaltschaft gegen den Rittergutsbesitzer v. Aatzner v. HÄvitz und Direktor Vollmer eine Untersuchung wegen Betrugs, Unterschlagung bezw. Untreue und wegen KonkursverHcheus eröffnet hast. Gegen v. Aatzner, v. Heinitz und Freiherr v. Ascheberg wurde werter eine Untersuchung wegen Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung eia- geleitet.

Neue Lpritschrebllugem.

wtb. Bersin, 20. März, telef. Cm Aeichsmonopolamt ist man, der V. 3. zufolge, neuen Spritschiebwngeu auf die Spur gekommen. Der Drogist Ziffer und der Kaufmann Falowski haben seit 3 Fahren mit Unterstützung von Beamten des Mo- 'Nopolamtes unvörgällten Sprit bezogen und au die Likörfabrike weiter verkauft. Die Untersuchung gegen die beteiligten Be- amteu ist im Sauge. Ziffer und Falowski sind verhaftet.

Aufgerufeue Banknoten.

' .^. Berlin, telef. Durch Bekanntmachung vom 20. März ruft die deutsche Aeuteubank die Renteubaukscheme zu SS Mark mit dem Ausfertigungsdatum 1. November 1923 zur Einziehung dirs. Die anfgernfsne Scheine können bei den öffent­lichen Kassen noch bis zum 31. Mai in Zahlung gegeben wer- deu, bei der Kasse der Reichsbank aber bis 30. September, Een andere Rentenbaukscheine oder gegen gesetzliche Zah­lungsmittel umgetauscht werden. Mit Ablauf des 30. Septem­bers 1925 werden bie aufgerufenen Reuteubaukscheiue Kraft- SL,? Ä1 ^ ^ Umtausch- und Liulösuogs- pfücht der deutschen Renteubank.

' Aus dem Rochardt Prozeß.

mX»^^"0' W ^ erster jeege wird Iw Mechaniker Kiefert vernommen, der zur Zett des Streikes in der Mühleustraße in Berlin arbeitete. J^ ^" ^* der Seus« nichts aussagen zu ^^" dl- Vorgänge in der Versammlllllg in Lreptmv SS? xJ5 SL^15 S^eheo, daß dem ersten £ Lbert eM Zettel hiuaufgeröicht worden sei. Auf die Frage des Gâett ^^â dem Redner Zllgerufch, wurde, wie es mH ben S Sri â^"° d-r Seng«, er kSm Ji«

Der preußische Stäbtetag.

â Alleustâ. telef. Der Vorstand des preußischen B^Ä^ ^2 ^ '" â--r Sitzung zusammen. der ÄS " ^ ^l; Oberbürgermeister Boes-Ber-

re» ^°â20. März. tdef. Cm Alter von 55 Fah- ren »st Naranänoff, euer der vier Präsidenten des Lxekn- ^oâm.kees der Sowjetunion an Herzschlag gestorben. Nari- maiinoff oertrpi die transkaukasische Sowjetrepublik.

Gegen bie Kommunisten.

â Mia, 20. März. telef. Das Krimmmalgericht von Frasca hat 62 kommumstrschq Verschwörer, von denen 6 ins ^lnsiaub gefluchtet sind, zu insgesamt 780 Fahren Gefängnis. S ver^ttt^^ BaudenfShrer zu lebenslänglichem Ker-

Liuzechetteu über die Loruadokatastrophe.

New York. (Fuukfpruch.) Nach den lebten aus bem Sornabogebiet wurden 15 Ortschaften in Slliuois vom < türme heuugesucht; je 5 in Fudiana, Missouri und sluvre eine in Leuessee Die ßoUmtiAW . âventuckg,

slu- 9. 1 P^ ts0^? 469 -Henschen mngekommeu sind, stört Dr? x^^^' 65 wnrdeu50 Häuserblocks zer- f"^ Sachschaden wird dort auf 3 AMionen geschätzt.

m j8!® ^ in Illinois soll 6 Millionen Dollar betragen Viete Llvwohuer entgingen dem Lode in wunderbarer Weise.

Bankier in De Soto fühlte das Baukgebäude eiustSrze«.' Gr kroch in das Gel-gewölbe. Ein Mano hielt seine Frau fest als unter furchtbarem Zischen drei Wciu-e des Hauses davon