Kamst mit Eisdânn.
Bon 3on 5 ven § so -n.
3n des öslänbers Son Svensson soeben er- Wenenen Sugenderinnerungen „Nonni" (Herder, Freiburg i. Br.)» wird ein Kampf mit Eisbären ge- fchildert. Die Schiffer find damit beschäftigt, ihr Schiff ans dem Lis in offenes Wasser zu ziehen, als sie von den Bestien überrascht wurden.
Als wir endlich bis an die verhängnisvolle Erhöhung gelangt waren, blieb der Kapitän stehen und stieß mit seinem Stabe einigemal kräftig gegen hie harte Eiswand.
Da ertönte von der anderen Seite des Walles her ein Heulen, so wild und entsetzlich, daß die sonst so mutigen Seeleute unwillkürlich einige Schritte zurücksprangen.
Es dauerte nicht lange, da tauchte über dem Rand des Eiswalles ein weißer, zottiger Kopf hervor, und ein paar scharfe funkelnde Augen stierten auf die Männer herab.
-Der Kapitän, der dem Ungetüm am nächsten war, faßte sich zuerst und rief mit lauter Stimme den Matrosen zu. die wie gelähmt vor Schrecken hinter ihm standen: „Ein Eisbär! Rettet euch schnell aufs Schiff! Sch bleibe hier, bis alle an Borh sind".
Kaum hatte er diese Worte gerufen, da zeigte sich neben dem ersten zottigen Kopf noch ein zweiter.
Die Matrosen waren gleich davongestürzt. Das war jetzt kein Waten mehr durch den tiefen Schnee, sie flogen förmlich darüber hinweg. Sn wenigen Sekunden hatten sie den Weg zum rettenden Fahrzeug zurückgelegt.
Herr Foß, her Kapitän, trotzte unterdessen kaltblütig der Todesgefahr. Zwar zog auch er sich zurück, aber langsam, Schritt um Schritt, die Augen fest auf die fürchterlichen Bestien gerichtet. Ab und zu warf er einen raschen Blick auf die Matrosen, um zu sehen, ob sie sich schon in Sicherheit gebracht hätten. ,
„Um Gottes Willen! schnell! schnell!" schrie er. „Springt auf Deck, sonst ist es aus mit uns!“
Atemlos riefen sie ihm zu: ----
„Wir können nicht — es ist unmöglich — das Schiff ist zu weit vom -Lis entfernt."
Es lag wenigstens sechs Fuß vom Lisrande im Wasser.
Ratlos irrten die Leute in wilder Angst bald ha bald dort hin und streckten zitternd die Hände zu uns herauf.
Doch umsonst. Nirgends fanden sie eine Stelle, wo sie herüberspringen konnten. Niemand dachte daran, mit dem Tau das schwere Schiff heranzusiehen. Es wäre wohl auch keine Zeit dazu gewesen.
► Der Steuermann war in die Kajüte hinabgerannt, um das Gewehr des Kapitäns zu holen. Aber in der Aufregung fand er nicht gleich Kugeln uüd Pulver.
Sch stand da und rang die Hände, in Todesangst um oen Kapitän.
Schon waren die Tiere bis ganz oben auf den Wall geklettert, zwei große Eisbären, mächtige Raubtiere, lüstern nach Beute — ein schrecklicher Anblick.
Anfangs blieben sie unbeweglich und schauten neugierig auf die Männer und das Schiff. Ls war ihnen wohl etwas ganz Neues. Sie hatten vielleicht bisher noch nie Menschen gesehen.
Nachdem sie uns eine Weile mit großer Aufmerksamkeit betrachtet hatten, sperrten sie den Rachen auf und zeigten ihre langen, spitzen Hähne. Dann folgte ein furchtbares Heulen. Das waren unheimliche Töne, so hohl und wild, daß es uns durch Mark und Bein ging.
Plötzlich wurden sie still und begannen, Kopf und Vorderkörper auf die plumpe Art der Eisbären zu bewegen, bald nach rechts, bald nach links. Dann streckten sie Kopf und Hals immer weiter nach vorn, als suchten sie eine passende Stelle, wo sie
sich an der lotrechten Wand hinablassen könnten.
Ls war schauerlich anzusehen, mit welch eisiger Ruhe, wie bedächtig und sicher die beutegierigen Unholde den Weg zu uns auskundschafteten.
Der Kapitän hatte sich unterdessen bis zum Schiff zurückgezogen. Die Matrosen liefen in ratloser Verzweiflung längs des Wassers hin uüd her. 3e^t erst sah der Kapitän, weshalb die Unglücklichen nicht an Bord kommen konnten.
„Nonnil" rief er, „die dickste Stange Herl"
Schnell ließ ich sie über die Reling bis aus das Eis hinunter. Einer der Matrosen kletterte in aller Hast darauf. Aber sie war zu schwach; sie krachte gleich so stark, daß er zurückspringen mußte.
Wieder standen Kapitän und Matrosen ratlos da. Die Gefahr wuchs mit jeder Sekunde. Schon ließen die Bären sich vorsichtig von der Liswand herab und wateten dann nebeneinander durch den Schnee.
„Die Bären gehen auf uns losl" schrie der Kapitän mit vor Erregung zitternder Stimme. Den Stab fest in beiden Händen, hielt er die scharfe Spitze gegen die Tiere.
3n dieser schrecklichen Lage hatte der mutige Mann noch die Kaltblütigkeit, an die Rettung der Matrosen zu denken.
„Lauft zum Bug und klettert das Schiffstau hinauf", rief er, wandte aber nicht den Blick von der herannahenden Bestien,
Die Matrosen liefen in aller Haft nach vorn, wo das dicke Tau schlaff von der Reling herabhing. Einen Augenblick zögerten sie, denn sie konnten das Lau nicht greifen, ohne sich in das eiskalte Wasser zu stürzen.
Die Bären waren jetzt noch höchstens zehn Fuß weit vom Kapitän. Er drohte ihnen beständig mit Hem Stabe, um sie womöglich zu schrecken oder wenigstens aufzuhalten.
Das gelang ihm. Sie blieben stehen und schauten abwechselnd bald auf ihn, bald auf die Matrosen. Dann aber wandten sie sich nach links, gingen in einem Bogen an dem drohenden Kapitän vorbei und auf die Matrosen los.
Setzt war die Entscheidung da.
„3ns Wasser hinein!" schrie der Kapitän. „Greift das Lau!"
Als die Matrosen die Bären herankommen sahen, brachen sie in einen Schrei des Entsetzen aus und warfen sich alle auf einmal ins Wasser. Sie verschwanden unter der Oberfläche, konnten aber doch das Lau ergreifen und kletterten daran empor.
3n dein Augenblick, wo die Raubtiere ihre Beute plötzlich verschwinden sahen, stießen sie ein fürchterliches Gebrüll aus und gingen rasch zu der Stelle, wo die Männer soeben gestanden hatten. Der erste Matrose war schon beinahe bis an die Reeling geklettert, der andere war hart hinter ihm, doch hin gen seine Füße noch immer im Wasser; der dritte kam mit dem Kopf eben aus dem Wasser empor.
Herr Foß suchte seinen Leuten Heit zu verschaffen. Drohend schwang er seinen Stab und schrie, so laut er konnte, um die Aufmerksamkeit der wilden Tiere auf sich zu lenken.
Sie blieben auch wirklich an der Kante des Lises stehen und wandten den Kopf zum Kapitän, ber beständig schrie und mit dem Stab drohte.
Die zwei ersten Matrosen waren bereits außer Gefahr. Der letzte lag noch mit dem Unterkörper im Wasser.
Setzt ließen die Bären sich nicht länger Hinhalten. Sie sprangen ins Wasser hinab und schwammen auf ihn los. Der arme Mann strengte sich aufs äußerste an. Eben wollte er die Füße aus dem Wasser ziehen, da hatten die Bären ihn erreicht. Sie langten mit den Vordertatzen nach ihm, faßten mit ihren scharfen Klauen feine Beine und zogen ihn zu sich, daß ihm augenblicklich das Tau -entschlüpfte.
Mit einem Schrei der Verzweiflung fiel er auf die schwimmenden Raubtiere, die ihn nun mit den Hähnen packten.
>Was jetzt vor meinen Augen geschah, war so gräßlich, daß mir bas Blut in den Adern stockte.
Hwischcn den beiden Bären entstaub ein unheimlicher Kampf um ihre Beute. Seder für sich zerrte mit solcher Kraft an dem Unglücklichen, daß es aussah, als würden sie ihn in Stüfte reißen.
Endlich kam der Steuermann mit dem bereits geladenen 43 e, pvehr. Er lohnte sich sofort über die Reeling und zielte.
Der Schuß krachte. Ein dumpfes Heulen und starkes scheu im Wasser bewies, daß eines der Tiere getroffen war Der grauenvolle Kampf hörte auf.
Der durch den Kopf geschossene Bär ließ seine B-ente fa^. ren und drehte sich im Wasser rund. Der andere schwamm, den Matrosen mit den Hähnen am Arme festhaltend, zum Nauds des Eises.
Schnell ging der Kapitän einige Schritte zurück, damit das Tier den Mann ungehindert auf das Lis bringe und ihn 5» nigstens vor dem Ertrinken rette. Das war denn auch ' leichtes für den riesig starken Bären.
Er kletterte mit dem scheinbar Halbtoten auf die Eisscholle und schleppte ihn einige Fuß weit. Dann ließ er ihn auf ben Schnee fallen, legte sich langsam auf ihn und hielt ihn mit den Vordertatzen an ben Schultern fest.
Nun machte er -es gerade wie ein -Hund, der sich in aller Ruhe hinlegt, um einen großen Knochen zu verspeisen. Er schaute langsam um sich, fletschte mit den Zähnen, leckte sich ums Maul, ja, beleckte sogar das Gesicht des Matrosen und gab durch ein leises Knurren und Grunzen zu erkennen, wie wohlig -er sich fühlte, sein Mahl nun beginnen und seine Gier be- friedigen zu können.
Doch dazu bekam er aber keine Heit. Mit Tödesverach- tung stellte der Kapitän sich dem jetzt doppelt gefährlichen Raub tier entgegen, bewaffnet nur mit einem Stabe.
Der Steuermann stand mit geladenem Gewehr auf dem Schiff. Er zielt, wagte aber nicht zu schießen, aus Furcht, er möchte den Kapitän oder den Matrosen treffen.
Die zwei Geretteten waren in ihre Kajüte hinabgesprungen und kamen mit Messern heran. Bei dem grausigen Anblick, der sich ihnen auf der Eisscholle darbot, schrien sie vor Entsetzen laut auf. D .
Der Eisbär lag mit offenem Rachen auf ihrem Kameraden, vor ihm staüd der Kapitän und hielt ihm die Lisenspitze vor die Brust. Knurrend warf das Tier wütende Blicke auf ihn wollte aber seine Beute nicht preisgeben.
,Kommt mit Lchiffshaken her!" rief der Kapitän.
Die Matrosen schleuderten sie aufs Eis und setzten von der Reeling aus in kühnem Sprung über -das Wasser. Der Steuermann mit dem Gewehr in der Hand sprang ihnen nach.
3ujt, während dies vor sich ging, erhob der Bär sich gegen den Kapitän. Dieser aber stieß schnell zu und bohrte ihm die Lisenspitze mit solcher Kraft in die Brust, daß sie bis tief in die Eingeweide drang. Das verwundete Tier stieß ein langgezogenes, durchdringendes Geheul aus und sprang so wütend auf, daß es dem Kapitän nicht möglich war, den Stab wieder an sich zu ziehen. Er blieb dem Bär im Leibe stecken.
Waffenlos, wie er jetzt war, suchte Herr Foß sein Leben durch die Flucht zu retten. Aber der rasende Bär richtete sich auf die Hinterfüße empor und setzte ihm nach. Trotz der schweren Wunde hatte er ihn in wenigen Sekunden eingeholt und streckte ihn mit einem Schlag der Vordertatze nieder in den Schnee. wiM^Bi ,
Der Kapitän schien verloren. Aber im Nu waren U" Matrosen da und bohrten beide zugleich ihre Haken tief in die Seiten des wütenden Tieres.
Hügleich setzte der Steuermann ihm den Gem ehrlauf an den Kopf und gab Feuer. Trotzdem hatte der Eisbär noch die Kraft, sich gegen seine Verfolger zu wenden. Doch das waren seine letzten Kraftanstrengungen. Er fiel auf den Rücken, biß den Stab, der aus der Brust hervorragte, ab, und wälzte sich in den letzten Huckungen eine Weile in dem blutgetränkten Schnee. Dann blieb er auf der Seite liegen und rührte sich nicht mehr.
Das unWbart Luftschiff
Originalroman von Knut Gatzwiller Autorisiette Uebersetzung von Elsa v. Hollander-Lossosw. sAlle Rechte Vorbehalten.) — fAachdruck verboten).
das Atem. Auch begann die Luft knapp zu webden, und er 'versuchte deshalb, so ruhig und so wenig wie möglich zu atmen.
Stimmen hörte er nicht mehr, doch durch die dicken Hol'z- ioände klang der Lärm vom Broadwag deutlich, wenn auch fern herauf., ■— Wie qualvoll war das Atmen! Er versuchte sich ein klein wenig umzudrehen, aber es war unmöglich, — der Sarg paßte zu gut für seinen Körper. Er fühlte sich von einer Erschlaffung übermannt, — da — was war das?
Holm spannte Nerven und Gehör an. Ein heftiges Zittern und Schütteln weckte ihn zum Bewußtsein, und in unmittel barer Nähe hörte er ein tiefes Brummen, das immer stärker wurde, — der Sarg und er selber begannen zu hüpfen, — in hastigen, kurzen Stößen, so daß seine schmerzenden Glieder noch mehr schmerzen; — dem letzten Aufprall folgte ein schwebendes, wiegendes Gefühl, begleitet von schwachem Zittern und eintönigem Summen.
Großer Gott! Hier war kein Zweifel möglich. Er flog! Hoch über Newgotk, — ein Gefangener, in einen Sarg eingesperrt. — Diese gelben Teufel! Weder überkam ihn Bewußtlosigkeit; er sah âholos, Nicks und Mollgs Gesichter auf” tauchen und verschwinden, und wurde ohnmächtig. —
Seit Samstag mittag lag die Stelle vor dem Klübhause am East River vor Anker. Mollg und Bradleg hatten die Wartezeit damit verbracht, auf einigen der anderen Luftfahrzeuge fBes'uche abzustotten und selber Besuche zu empfangen.
So oft Mollg Gelegenheit hatte, holte sie heimlich ihren kleinen Feldstecher hervor und sah nach der Plattform des Klubhauses hinüber, um ihn ebenso oft seufzend wieder in das Futteral zu stecken, nachdem sie festgestellt hatte, daß keiner an Land dem Gesuchten ähnlich war.
Wir wollen jetzt essen, Mollg! — Heute abend wird Holm nicht mehr an Bord kommenl“
„Nein, er hat ja schon neulich gesagt, er habe zu viel zu tun, um vor Sonnta-gmorgen zu kommen", erwiderte Mollg, laber ehe sie hineinlief, ging sie doch noch auf das Vorschiff, um sden Ausluger zu bitten, genau aufzupassen, ob etwa die Stella von Land aus angerufen würde.
Das Abendessen wurde ziemlich schweigsam eingenommen, selbst der alte Bradleg vermißte Holms Gesellschaft, die ihm in gewisser Weise ein Trost war und ihn beruhigte wenn finstere Gedanken über Nicks ungewisses Schicksal ihn melancho- tisch zu machen drohten. Mollg, sein großes, gescheites Mädel, tat ja alles, was sie konnte, um seinen Mut aufrecht zu erhalten, aber innerlich ärgerte er sich, daß er sich hatte abhalten
28. Fortsetzung.
Ueber sich sah er Skhotos Gesicht, und hörte ihn mit ernster und bedauernder Miene in ruhigem Ton sagen:
„Sch bin sehr betrübt, daß dies geschehen muß, aber verhalten Sie sich nur ruhig, dann wird Shnen kein Leid zugefügt werden. Es geschieht auf Befehl eines Mannes, der mächtiger ist als ich. Wir werden uns eines Tages Wiedersehen. Leben Sie wohl!"
Der Deckel fiel krachend zu und sein enges Gefängnis wurde finster wie die Nacht.
Er hörte gedämpfte Stimmen durch die massiven Wände des Sarges, konnte aber nichts verstehen, was gesprochen wurde, und spürte jetzt eine schlingernde Bewegung; man schaffte | ihn also fort.
Er fühlte, wie seine „Leichenträger" mit dem Sarg hantierten, der jetzt ungefähr aufrecht stand, und aus dessen Hin- und Herschwanken er schloß daß man ihn eine Treppe hinauf trug. — So viel er sich erinnerte, war nur eine solche Treppe da, und sie führte direkt zum Dach hinauf, — währscheinlich hatten sie die Absicht, ihn einstweilen dort aufzustellen.
Holm wunderte sich über sich selbst. Nach dem ersten plötzlichen Schreck arbeiteten Nerven und Gehirn völlig normal, er spürte auch nicht das geringste Grauen vor dem, was kommen ‘mürbe, — eher ein Gefühl der Verwunderung.
erkannte mit Befriedigung daß er noch immer im Be- ]!t? seiner Fähigkeit war, kühl und klar zu denken, je ernster ünd drohender seine Situation ihm erschien.
Gezwungen, als toter Mann die weitere Entwicklung der Ereignisse abzmvarten, überlegte er, welchen Sinn es wohl haben könne, ihn auf bas Dach hinaufzubringen. Es machte aber nicht den Eindruck, als soll er lange dort bleiben. Er spürte wieder an den unregelmäßigen Schwankungen und Dreh- üngen, daß seine Träger ihn weiterschleppten, um dann nach einigen Püffen und Stößen den Sarg in wagrechter Stellung sich selbst, zu überlassen.
Die Fesseln schnitten ihm in die Beine, und die Hwangs- jacke in Verbindung mit dem Knebel im Munde erschwerte
lassen, die Polizei in Bewegung zu setzen. Nach seiner Ansicht, das betonte er immer wieder, handle es sich um einen Erpressung sversuch, und es habe gar keinen Zweck, sich ruhig zu verhalten.
Sn diesem Punkte stimmte aber Mollg ihm nicht zu, und mußte unter Holms Beistand ihren Vater immer wieder dam hindern, Dummheiten zu begehen, die vielleicht Nick das St' ben kosten konnten.
Mollg hatte jetzt, während Bradleg seine Korrespondenz erledigte, ein Buch vorgenommen und es war schon spät, als sie endlich aufstand und sagte: „Wollen wir jetzt in die Koje kriechen, Papachen? Heute abend können wir ihn j« doch nicht mehr erwarten."
Gleich darauf war es still auf der Sacht, — Bradleg zog sich mit seinem abendlichen Whiskg zurück, während Mollg in ihrer Kajüte noch lange auf die taktmäßigen Schritte der Wache oben auf Deck lauschte, bis die Enttäuschung über fein Nichtkommen verblaßte und sie in der Hoffnung auf den morgigen Tag lächelnd eins-chlief.
Es wurde Sonntagmorgen, und Mollg war früh auf, so früh, daß das Deck noch von Seifenlauge und Wasser schwamm. sUeberall wurde gescheuert und geschrubbt oder Messing geputzt. Der Steuermann hißte eben die Standarte, während der Kapitän sich Mollg näherte und höflich grüßend sagte: „Guten Morgen, gnädiges Fräulein. So früh? Wir sind ja kaum mit -der Morgenremigung fertig, aber oben auf der Kommandobrücke ist alles in Ordnung. Sie nehmen es gewiß w übel, gnädiges Fräulein wenn ich Sie bitte, hinaufzugehen, alles übrige hier fertig ist."
Mollg nickte freundlich -und sprang munter die Kreppe 3111 Kommandobrücke hinauf.
Wo sie auch hinschaute, blitzte die Sonne jetzt in blank- geputztem Messing während die Flaggen gehißt wurden, um sich in der -erwachenden Brise zu wiegen. 3n diesem Augen bu betrat Bradleg die Kommandobrücke, seine Morgenziga^ rauchend. Sbbald Mollg ihn bemerkte, flog sie ihm um den Hals und plauderte heiter:
„Guten Morgen, mein lieber Papa. Sst es heute nicl)- berrtjeh hier auf dem Fluß? Sich nur, wie frischgewaschen alt Boote aussehen und wie Flaggen mid Wimpel im Winde flat* lern. Es wird herrliches Wetter werden! Wenn nur Holm erst hier wäre!"
(Fortsetzung folgt.)