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DieGermania" glaubt nicht recht an die Lösung eines Beamtenkabinetts und befürchtet für den Fall, daß Jie sich doch ermöglichen lassen sollte, eine Entwicklung ber Dinge in Preu- öen, die gerade jetzt von der Zentrumsfraktion mit Geschlossen­heit abgelehnt werde. Eine Landtagsauflösung, sei eine zwei- selhaste Sache, doch habe sie schon allein den Vorzug, daß sie einen Strich unter das Vergangene ziehen könnte. Das 5en» trumsblatt hält es nicht für unklug, wenn Ministerpräsident Marx eine Auflösung des Landtages empfehlen würde.

Auslegung der Stimmlisten.

Berlin, 10. März. (Wolff). Die Vorbereitung der Prä­sidentenwahl. Der Reichsminister des Innern hat bestimmt, daß die Stimmlisten und Stimmkarteien für die am SO. März statt- findende Reichspräsidentenwahl vom 20. bis einschließlich 25. März auszulegen sind. Wird ein zweiter Mahlgang erforder- lich, so werden die Stimmlisten und Stimmkarteien nach Be­richtigung erneut am 21. und 22. April ausgelegt werden.- bcres über die Art und Zeit der Auslegung geben die Ge me in - debhörden noch bekannt.

Stau Eberts Pension. Fn der Oeffentlichkeit war die Be­hauptung aufgetaucht, daß die Witwe des Reichspräsidenten Ebert eine jährliche Pension von 35 980 Mark erhalten werde, und, weniger die Rechtskreise als die kleinen Leute haben sich darüber sehr erregt. Ommer wieder macht man die Erfahrung, daß diese kleinen Leute am wenigsten denen etwas gönnen, die aus ihren eigenen Reihen hervorgegangen sind. Fetzt stellt sich heraus, daß die monatliche Pension der Frau Ebert 592 Mark betragen wird, von denen noch die Steuer abgeht. Nun be- ruhigen sich wohl die großen und die kleinen Geister.

(WEB.) Berlin, 9. März. Das Reichskabinett hat in seiner Sitzung vom 5. März auf Antrag des Reichsministers des Innern folgenden Beschluß gefaßt: die im Hinblick auf die Motlage des Reichs über die Dienstzeit der Reichsbeamten für bie Zeit bis zum 51. Dez. 1925 getroffenen Beschlüsse werden vorläufig wie folgt gemildert. Die Dienstzeit kann auf 51 Stunden wöchentlich herabgesetzt werden, soweit Mes' ohne er­bliche Mehraufwendungen möglich ist. Unberührt bleiben die allgemeinen Grundsätze über die Verpflichtung des Beamten die ihm übertragenen Arbeiten rechtzeitig und ohne Rücksicht auf die allgemeine Regelung der Dieuststunden zu erledigen und über eine Erhöhung der Dienstzeit bei bloßer Dienstoereit- schaft. Die Ressortminister erlassen die erforderlichen Ausfüh- rungsbeftimmungen.

Breslau, 10. März. Der frühere Reichstagsabgeordnete Hauptmann a. D. von Hegdebreck, der in Oberstblejien als öubrer eines Sreikorps in der Zeit der polnischen Putsche sehr ' war, ist auf gründ eines Haftbefehles wegen Vergehens wider das Gesetz zum Schutze der Republik in Eharlottenburg verhaztet und nach Glerwitz in Untersuchungshaft geführt wor- oen.

Deutscher Wahlsteg in Sonderburg.

wb. Hamburg, 11. März. Bei der Stadtverordnetenwahl in Sonderburg sind 852 Stimmen auf die deutsche Liste entfal­len, das bedeutet einen Zuwachs von 240 Stimmen. Es sind fünf Deutsche Gewählt worden.

Bei der Stadtverordnetenwahl in Hoger sind acht Deutsche, ein deutscher Sozialdemokrat und zwei Dänen gewählt worden. Die Deutschen haben somit zwei Mandate gewonnen.

Der Erdabsturz auf Helgoland.

mb. Hamburg, 11. März. Ueber den Erdabsturz auf Hel­goland wird weiter berichtet, daß es sich um ungefähr 12 000 Kubikmeter Erd mässe handeln dürfte, die in einer Länge von 60 und einer Breite von 8 Meter abgestürzt ist. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Explosion am Strande angetriebener Minen zu der Katastrophe beigetragen hat. Die geologische Landesanstalt hat einen Mitarbeiter zur Untersuchung entsannt. Künstlicher Mauerschutz hat an der Absturzstelle nicht be­standen.

Hitler beschwert sich.

wtb. München, 11. März. Der Völkische Kurier bringt die Aachricht, Hitler werde gegen bas Verbot seiner Versamm­lungen den Beschwerdeweg beschreiten. Die Beschwerde werde beim obersten Landesgericht eingelegt.

Aus AM und Land.

WM des Tagrs.

12. März.

1565 fand die Eröffnung der ersten Wiener Universität statt. Fn Gräfenhainichen wurde 1607 der Dichter Paul Gerhardt geboren; er schrieb besonders Kirchenlieder, z. B.

O Haupt voll Blut und Wunden" undBefiehl du deine We­ge". 1777 schrieb So Hann Beckmann das Vorwort zu seinem BuchAnleitung zur Technologie", mit dem er die Technolo­gie als Wissenschaft begründete. 1852 starb in Kopenhagen ber Musiker Kulau ; er schrieb hauptsächlich Sonaten und Etü­den. 4802 wurde der erste Versuch mit elektrischem Bo- genlicht,^ heute in allen Großstädten gang und gäbe, veröffent- licht. Er beruhte auf der Entdeckung eines leuchtenden Fun- kens zwischen zwei Kohlen durch Etienne Gaspar Robertson. 1862 wurde in Schinken der Schriftsteller Richard Skrowon- neck geboren, dessen in Ostpreußen spielende Romane, die das dortige Leben der Großgrundbesitzer und die Natur in ein­dringlicher Form schildern, sich großer Beliebtheit erfreuen. 1874 starb in Wien der Operettenkomponist Egsler. Er schrieb u. a. denLachenden Ehemann", denBruder Strau­binger" undKünstlerblut". Fn Leipzig starb 1909 der Ver- Leger und Philantrop Hermann Sulius Meger.

Volkshochschule, Umversitätsbund Marburg. Wir machen auf den am Samstag, den 14. März abends 8 Uhr im Zeichen- faal der Oberrea lschule stattfindenden Vortrag mit Lichtbildern: Die Herkunft der Thatten" von Universitätsprofessor Bremer, Vliarburg noch besonders aufmerksam. Näheres siehe heutige Anzeige.

Fahrplanänderung. Vom 16. März ab treten auf der Strecke Gedern-^Lauterbach Nord-Fulda folgende Fahrplan- änderungen ein: 1. 4155 Personenzug m. G. B. Gedern Lauterbach Nord. Werktags: Gedern ab 4,49 Vorm., Lau- terbach an 6,28 vorm. 2. 551 Persononzug Lauterbach Nord-- Fulda. Werktags. Lauterbach Nord ab 6,52 vorm., Fulda an 7,17 vorm. (bisher an 7,50 Vorm.)

Die Ortsgruppe-er deutschnationalen Volkspartei ladet zu einer Frauenoersammlung im kleinen Saal des evangelischen Gemeindehauses am Sonntag, den 15. März abends 8 Uhr ein. tss soll eineKönigin Lu:se"-Feier mit anschließendem gemüt­lichen Beisammensein stattfinden. Gäste sind willkommen.

Oratorien und Konzertverein Eäcilia-Mnseum. Das letzte Künstlerkonzert findet im Laufe der nächsten Woche statt. Es vermittelt uns die Bekanntschaft mit dem rühmlichst bekannten Lenzewski-Ouartett aus Frankfurt. Dieses kommt verstärkt und bringt das Septet von Beethoven sowie das Oktet von Schubert zu Gehör. Wir kommen noch auf den Abend zurück.

Wieder ein Förstermord durch Wilderer. ön der Frühe des

21. 12. V. ös. stieß Revisrförstsr Wenke im Tschirnauer Forst bei Guhrau auf den Arbeiter Hansch aus Guhrau, der sich einen Tannenbaum holen wollte und auf den mit einem Fnfanteriege- wehr ausgerüsteten Arbeiter Herm. Schröter, ebenfalls aus Guhrau, der im Begriffe stand zu wildern. Auf Anruf gab Schröter auf den Revierförster einen Fehlschuß ab. Der Forst- beamte schoß nun auf den Wilderer, der auch getroffen wurde. Schröter war in guter Deckung und schoß nochmals auf den Beamten, der leider keine Deckung hatte. Auf diesen zweiten Schuß brach der Beamte tot zusammen. Später wurden beide Komplizen festgenommen. Hansch legte alsbald ein offenes Geständnis ab, während Schröter den Sachverhalt zu verdun­keln suchtet

Vorbildliche Maßnahme der Gemeinde Langenbieber. Die Gemeinde Langenbieber erhebt für jeden zur Anzeige gebrach­ten, frei in der Gemeindegemarkung umherftreunenben Hund ei­ne Geldstrafe in Höhe von 9 Mark. Diese Maßnahme hat sich bestens bewährt und muß in verschiedener Hinsicht als vor­bildlich hingestellt werden. Sie ist zur Nachahmung nicht warm genug zu empfehlen. Seber, der den Schaden, den streunende Hunde in Wald und Feld verursachen, sei es durch Würgen von Funghasen, oder gar von Rehkitzen, Zerstören von Gelegen oder Beunruhigung des Wildes, einigermaßen abzuschätzen weiß, wird zugeben, daß die Gemeinde mit dieser Bestimmung sich ein hohes volkswirtschaftliches Verdienst erworben hat, für das ihr weiteste Bevölkerungskreiss Dank schulden. Die Gemein­de hat aber nicht nur verstanden, volkswirtschaftlich zu "handeln, sondern sie hat in kluger Weise gewußt, große wirtschaftliche Gesichtspunkte mit ihren eigenen Belangen in Einklang zu brin­gen. Dies ist umso erfreulicher, als nur solche Arbeit geeignet erscheint, die Ueberbrückung entgegenstehender Interessen er­folgreich anzubahnen zum Wohle aller Beteiligten. Es ist dayer nur zu wünschen, daß das hohe Pflichtgefühl, das aus den Maßnahmen der Gemeinde spricht, seinen Klingenden Lohn in der Gemeindekasse findet.

Hünfeld, 10. März. ön einem hiesigen Geschäft wurden des abends aus der Ladenkasse etwa 60 Mark gestohlen. Der Dieb hatte, um ungestört rauben zu können, vorher die elek­trische Klingelleitung durchschnitten. Von dem Täter fehlt vor­läufig jede Spur.

Friedewald. ön der hiesigen Gemeindevertretersitzung wur­de die Aufstellung eines Kriegerdenkmals beschlossen.

Schenklengsfeld, lS. MarZ. ön einer hier stattgefunden»» Versammlung wurde die Gründung eines Reitervereim Jen. Zum Vorsitzenden wurde der Landwirt und Müller tin Lotz. aus Lampertsfeld, zum Schriftführer, der Landm^ Karl Rüger aus Unterweißenborn gewählt. Mit den Neit"k ungen, die der Ulanenleutnant a. D. Gutsinspeklor Seidlm"^ Landershausen leiten wird, soll im April begonnen werden

Hanau, 10. März. Neuerdings hat der vor drei wegen Ermordung seiner Ehefrau in Frankfurt verhaftete niker Max Seidel seine Aussagen in Hanauer Untersuchuna./ gefängnis wesentlich eingeschränkt. Er erklärt jetzt, daß Begehung der Tat im Walde bei Fulda seiner Sinne nichts mächtig gewesen sei und lediglich im Affekt gehandelt W

Limburg a. d. Lahn, 10. März. Die

Handlung gegen den Massenmörder Angerstein, der gegmivm^ in der Marburger Klinik auf seinen Geisteszustand beobachtet wird, wird voraussichtlich in Mai ober Suni hier stattfinden.

Gießen, 10. März. Ein ehemaliger Beamter am Kreis- amt Gießen, ö. wurde wegen Unterschlagung und Veruntreuuna größerer Geldbeträge zu zwei Fahren und drei Monaten Zucht­haus und drei Fahren Ehrverlust verurteilt.

Das SchWpfWfteber.

(Eine neue geheimnisvolle Epidemie.)

Budapest herrscht große Aufregung. Hunderte von Menschen, hauptsächlich Kinder, sind an einer ganz neuartigen Sorm von Schnupfen erkrankt. Dieser Schnupfen ist fast regel­mäßig mit ausgeprägtem Fieber verbunden, und deswegen wird die ganze geheimnisvolle KrankheitSchnupfenfieber" genannt. Jur Bekämpfung dieser Epidemie wurde nun eine große Aerz- tekonferenz pin-berufen. Uebe reinstimm end wurde festgestellt, daß es sich um einen mit Fieber verbundenen Schnupfen infektiöser Natur handelt, von dem fast ausschließliche Kinder im Alter unter zehn^ Fahren befallen werden. Die Krankheit dauert drei bis fünf Tage und nimmt ausnahmslos einen milden Verlauf, ohne irgendwelche Komplikationen hervorzurufen.

Einige der behördlichen Aerzte bemerkten, daß ein großer Seil der Schulkinder, die wegen Schnupfenfiebers die Schule nicht besuchten, überhaupt nicht krank gewesen sei. Die be­treffenden Kinder seien von ihren vorsichtigen Eltern zu Hau­se gehalten worden, damit sie in der Schule nicht angesteckt wür­den. ön einer Schulklasse hätten, wie sich herausgestellt habe, die Kinder selbst verabredet, diegünstige Gelegenheit" zu be­nützen und sich eisige freie Tage zu machen. Sm 10. Bezirk hätten mehrere, angeblich an Schnupfenfieber erkrankte Schul­kinder auf einem freierm Platz lustig Fußball gespielt.

Als Ergebnis der Konferenz wurden die folgenden Feststel­lungen veröffentlicht: Es handelt sich um einen besonderen Schnupfen, der weder mit der Fnfiueirza, noch mit der soge­nannten spanischen Grippe identisch ist. Der jetzt grassierende Schnupfen unterscheidet sich von dem gewöhnlichen Schnupfen darin, daß, während dieser sieben bis acht Tage dauerte, der jetzige Schnupfen bl ojy.br ei bis fünf Tage bauert, dafür aber mit Meder verbunden ist. Das Fieber erreicht bestens 38 Grad Celsius/ Die "KränWeP ruft' keinerm^Ko^ckauonen hervor, bisher war noch kein einziger Todesfall infolge Schnup­fenfiebers zu verzeichnen; die Krankheit verläuft fast in allen Fällen so mild, daß noch keine einzige an Schnupfenfieber er­krankte Person ins Spital übergeführt werden mußte, in vie­len Fällen wird nicht einmal ärztliche Hilfe in Anspruch ge­nommen. Zumeist werden Kinder im Alter unter zehn Fahren vom Schnupfenfieber befallen, und nur in einer einzigen Schu­le sind Kinder im Alter über zwölf Fahren erkrankt. Das Schnupfenfieber ist ansteckend wenn in Familien mit mehreren Kindern eines der Kinder an Schnupfenfieber erkrankt, befällt -es in der Regel auch die übrigen Kinder. Masfenerkrankungen an Schnupfenfieber kamen bisher nur in den Bezirken. 1., 4., 5., 7. und 8. vor; in diesen Bezirken mußten infolgedessen mehrere Schulen geschlossen werden. Mit Rücksicht darauf, daß sich das Schnupfenfieber durch- die Luft verbveitet, halten die Aerzte besondere Schutzmaßregeln für überflüssig, lediglich aus pädagogsschen Gründen ist jedoch die Schließung einzelner Klassen, wo ein großer Teil der -Zöglinge tatsächlich von dieser Krankheit befallen ryurden, geboten. Wie festgestellt wurde, sind nämlich viele der Kinder, die die Schule nicht besuchen, gar nicht krank, sondern bleiben zu Hause, um in der Schule nicht infiziert zu werden. Fortan lernten Schulen nur in dem Falle geschlossn, wenn sich die zuständigen behördlichen Aerzte über­zeugt h-aben, daß die fehleân Emder tatsächlich an Schnupfen­fieber erkrankt sind. Fu den geschlossenen Klassen müssen die Wände gereinigt, die Fußböden ausgewaschen und während der ganzen Zeit, in ber der Unterricht ruht, alle Fenster offen gehalten werden. Die Klassen sind für höchstens fünf Tage zn schließen. Um zu verhüten, daß die Kinder im Kino infifi^ werden, wird den Lehrern verboten, die Zöglinge bis als weiteres in ein Kino zu führen. Von ben geschloffenen SG-

». März 1925.

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