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Nr. 58

Mittwoch, den 11. März 1925.

MM Morgenzeitung

Beiblatt.

Verlag: Fulda, Kanalstraße 44.

Kaiser Wilhelm der Erste

Vaterländische Gedanken bei der Wiederkehr seines Todestages Von W. 5. E ck e w a r t.

„Von Längen umflochten mit Kran; auf Kranz, Von Mgrthen umgoldet mit Sagen glanz:

So leuchtet in milder Herrlichkeit

Er ruhig hin über Raum und Feit."

Serb. Avenarius.

Unser deutsches Volk steht vor neuen, schweren, politischen Lntfcheidungen. Fwar wäre es würde- und schamlos, den Tod des Reichspräsidenten gleichsam politisch ausbeuten zu wollen. Wir alle haben, wie immer wir auch politisch gesinnt sein mögen, Achtung vor dem menschlichen Schicksal, ehren die Grauer und -beugen uns vor der Allgewalt des Godes. Aber über den Lod hinaus gemahnt uns das Leben an unsere Lebenspflichten. Sa, es führt uns oft im Zeichen des Godes umso nachdrücklicher unsere Aufgaben fürs Leben vor die Seele. Und wenn wir in diesen Lagen mit doppelter Sehnsucht nach den Grundsätzen für unser Deutschtum, für unsere nationale Größe und unseren nationalen Glauben suchen, so verweilen unsere Gedanken un­willkürlich und gerade in diesen Lagen bei jenem deutschen Für­sten, der zu den edelsten seines Geschlechtes und unseren aller­besten Deutschen gehörte, bei unserem alten Kaiser Wilhelm, der , einen Lag vor dem Geburtstag seiner so früh entrissenen, gelieb­ten Mutter, der unvergeßlichen Königin Luise, am 9. März vor nun schon 37 Fahren starb, ehrlich und tief betrauert vom gan­zen deutschen Volke, das in seiner Gesamtheit während der La­ge der letzten Krankheit des Kaisers um ihn sich sorgte.

„Nur ein Gedanke in jedem Hirn, Nur eine Trauer auf jeder Stirn,

Und auf allen Lippen ein Name nur,

Fn Alannesauge selbst Gränenspur . . .!

Da dröhnt dumpfhin durch dumpfen Lag Plötzlich ein erster Glockenschlag,

Und schaurig auf heult droben das Erz, Als beste der Himmel selbst im Schmerz:

Der Kaiser.ist tot".

Wir wissen es alle, auch heute noch, wie dieser Mann heran­gewachsen war in Feiten tiefer vaterländischer Not, in einer

Admiral «oitschats Ende.

Von Otto Moßdorf, Major al D.

Was sich in den Fahren nach Ausbruch der russischen Re­volution in Sibirien ereignet hat, gehört jetzt schon der Geschich te an und hat kaum noch politischen Wert. Für uns Deutsche verdienen diese Ereignisse nur insofern Beachtung, als die weitaus größte Fahl der deutschen Kriegsgefangenen, die Mit Beendigung des Krieges auf baldige Heimkehr gehofft hatten, noch bis in das Fahr 1920 hinein unter Iben kriegerischen Wir­ren der sich dort bekämpfenden roten und weißen Parteien schwer zu leiben hatten. Es muß unvergessen bleiben, daß Mitglieder der tschechischen Legionen, die sich aus Kriegsgefan­genen tschechischen Soldaten der österreichischen Armee gebil­det hatten, eines Tages in Transbaikalien, wo sie sich aus ei­gener Machtvollkommenheit als Bahnschutz der sibirischen Transversale einsetzten, fünf deutsche Offiziere nach der Revi­sion eines nach der Heimat bestimmten Gransportzuges meuch­lings von hinten auf nächste 'Entfernung erschossen haben.

Unter der Vorspiegelung, diesen Legionen den Weg über Wladiwostok nach der Heimat freizumachen, wurde im Fahre 1919 auf Veranlassung der Alliierten die „weiße" Arme des Admirals Koltschak von Osten her nach Europäisch-Rußland in Gang gesetzt, hinter deren Schutz das alliierte Expebitions- Korps bis zum Baikalsee vorstieß. Koltschaks Offensive er­reichte über den Ural die Wolgagegend. Dann erfolgte der Zusammenbruch und der Rückzug vor der neugebildeten 4. bol­schewistischen Armee unter Führung des dieser Lage als Nach- fplger Ero^kys ernannten Frunze. Fn Frkutsk fiel Admiral Koltschak mit seinem Ministerpräsidenten Pepelajew in die Hän de der Bolschewisten, ohne daß der in unmittelbarer Nähe be­findliche französische General Sanin einen Finger zu seiner Rettung rührte. Bis jetzt ging die Auffassung dahin, daß Ad­miral Koltschak nach Aburteilung durch ein revolutionäres Gericht durch Erschießen geendet hätte. Diese Auffassung wird jetzt berichtigt, nachdem der frühere Präsident der Srkutsker Tscheka, Schudnowskg, die Vorgänge in den Februartagen des Fahres 1920 veröffentlicht hat. Danach sind Koltschak und Pepelajew ohne Gerichtsurteil am 5. Februar 1920 erschossen worden. Schudnowskg schreibt:

„Als Anfang Februar Frkutsk durch die (von Osten) vor­rückenden „weißen Garden" bedroht war, informierte ich den Präsidenten des revolutionären Komitees Schiriankoiv, daß es meiner Auffassung nach geboten schien, Koltschak und zwanzig andere „weiße" Führer, die gleichzeitig in unsere Hände gefal­len waren, zu töten, ohne uns mit einem Kriegsgericht noch viel Mühe zu machen. Mein Vorschlag wurde angenommen, und ich begab mich spät in der Macht des 5. Februar in das Gefängnis, um den Beschluß des revolutionären Komitees zur Ausführung zu bringen. Nachdem ich mich überzeugt hatte, daß die gesamte diensttuende Wachmannschaft durchaus zuverlässig und loggte Kameraden waren, betrat ich das Gefängnis und wurde in Koltschaks Felle geführt. Der Ex-Admiral war wach und trug einen Pelzmaniel und eine Mütze. Scb las ihm ben Beschluß des revolutionären Komitees vor und befahl mei­nen Leuten, dem ^Admiral Handfesseln anzulegen.

»Werde ich beim nicht vor Gericht gestellt?" fragte Kolt­schak. Offengestanden war ich auf diese Frage nicht vorbereitet unb antwortete darauf. Vielmehr gab ich meinen Leuten den <Wbl, Koltschak hinauszuführen. Als ich ihn fragte ob er noch irgend einen letzten Wunsch hätte, antwortete er: .Bitte

meiner Frau, die in Paris lebt, wissen, daß ich sie übend meinen 5ähn küsse". — „Wenn ich es nicht vergesse, will ich ^-'Wunsch nach Möglichkeit erfüllen“ antwortete ich ihm. ., $ )0tte Koltschak kaum verlassen, als einer der Posten ’m zu ruck rief und fragte, ob er seinem Gefangenen nicht er­

Feit schmachvoller Demütigungen für Preußen, wie er dann als junger Prinz mittun durfte am Werke der Befreiung seines Volkes vom verhaßten Franzosenjoche, wie er hernach, ver­kannt und verleumdet, vor dem eigenen Volke die Flucht er­greifen mußte, wie er endlich aber, an der Spitze dieses Volkes und gestützt auf wirklich grohe, selbstlose, vaterlandsliebende Männer, die heiße Sehnsucht des Volkes ruhmvoll erfüllte: aus Bismarcks Haus ihm das geeinte deutsche Kaiserreich gab! Linst war an die Stelle des römischen Reiches die weltumspan­nende deutsche Kaiserherrlichkeit getreten, war aber vor der Macht des Papsttums jäh wieder zusammengebrochen und lebte Hinfort nur noch im Traum und in der Sehnsucht als stolzes, KUH nes Fdeal, bis er es, der ehrwürdige Hohenzollernfürst, der aus dem Stamme des grohen Friedrich war, aufs neue herrlich ver­wirklichte. Run schien der deutschen Weltsendung wieder klar und sicher der Weg gewiesen! Und als an jenem 9. März un­ser alter Kaiser sein greises Haupt zum letzten, langen Schlum­mer neigte, klagte mit Recht das ganze deutsche Volk:

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„Der Kaiser ist tot, die Stunden verwehn,

Lage schwinden, Wochen gehn

Und der Frühling wird wieder blühn

Und die Sommersonne glühn.

Mild in Wehmut wird sich der Schmerz

Lösen auch in der treuesten Herz;

Aber vor allen, die je es gesehn,

Wird sein freundliches Antlitz stehn

Und seine Seele, die schlicht und klar,

Und seine Güte, die einfach war,

Lin'fach, wie alles Echte ist,

Das die Gottheit segnend geküßt".

Und sein Antlitz leuchtet auch heute noch trotz allem und allem, was inzwischen geschehen ist, in unsere Feit hinein uns mah­nend und uns warnend: nichts anderes und nicht mehr, aber auch nicht weniger sein zu wollen, als selbstlos treu unserem Deutschtum, unserem Volk und Vaterland, unserer deutschen Sendung in der Welt!

lauben dürfte, eine letzte Pfeife zu rauchen. Fch gab meine Zustimmung, aber in wenigen Minuten kam der Posten bleich und aufgeregt auf den Korridor gestürzt und erzählte mir, ba|j Koltschak den Versuch gemacht hätte, sich selbst mit dem Inhalt einer Kapsel zu vergiften, die er in einem Zipfel seines Laschentuches verborgen hatte.

Koltschak und Pepelajew, die beide laut beteten, wurden so­dann unter Begleitung eines Priesters nach einem Hügel in der Umgebung der Stabt geführt. Fch stellte beide auf der Spitze des Hügels auf, Koltschak, groß glatt wie ein Engländer, Pepe- lasen?, klein, plump, sehr bleich, mit geschlossenen Augen schon wie eine Leiche. Unsere Kameraden gaben die erste Sälve ab. Am sicher zu gehen feuerten sie eine zweite und alles war zu Ende". 2

Soweit Scbubnomskys Bericht über eine (Exkution, die nur ber Vorläufer von vielen anderen gewesen ist. Sie traf einen Wann, der auf Betreiben der Alliierten einen Feldzug gegen bie Bolschewisten von Osten her vergeblich versucht hatten, weil bi* mit Deutschland in Brest-Litowsk Frieden geschlossen hatten. Koltschak war Monarchist und hatte noch über die Revolution hinaus als Ehef der Schwarzen Meer-Flotte seine Pflicht getan, bis er vor der herandrängenden roten Flut bie Verhältnisse in einigermaßen erträglicher Weise nicht mehr meistern konnte.

Obwohl er ohne kriegsgerichtliches Urteil erschossen worden ist, ist er vorher verhört worden. Der „Revaler Bote" brach­te seiner Zeit den hauptsächlichen Fchalt seiner Aussagen vor dem tttten Untersuchungsrichter. Von besonderem Fnteresse war dabei Koltschaks Erklärung über bie Auffassung der Ope­rationsabteilung für die Ostsee, deren Ehef er im Fahre 1907 ivar über die Möglichkeiten eines kommenden Krieges. Kolt- schak sagte wörtlich folgendes aus: „Bereits im Fahre 1907 gelangten wir zu dem ganz bestimmten Schluß, daß ein großer betailherMn c ' < ,.. einem langen und detaillierten Stübmm der historischen wie auch militärischen

5* 5™âe entschieden sowohl der Ma- meftab wie auch der Generalstab dahin, daß Rußland ans taor »ÄsiS

Etvolle Beitrag zur Kriegsschuldfrage JteHt die

Der heutige Staad der Krebsforschuag.

Unter den hauptsächlichsten Todesursachen steht neben der Tuberkulose der Krebs an erster Stelle. Sn Dänemark stirbt narb einer Statistik ein Fünftel der Bevölkerung an Krebs, in anderen Kulturländern ist die Sterblichkeit kaum geringer. Ob- roobl ber Krebs schon seit Fahrzehnten im Mittelpunkt ärzt- neben Forschens steht, obwohl in den wissenschaftlich früh- renden Ländern eigene Krebsforschungsinstitute errichtet wor- den sind, schwebt über dem Wesen des Krebses noch dunkles Geheimnis^ Den Bau der Kresgefchwülste kennen wir seit Ludolf Virchows grundlegenden Forschungen, so daß bei der Untersuchung eines kleinen Geschwulstteilchens sofort festgestellt werden kann, ob Krebs vorliegt ober nicht. Der Krebs be­steht in einer krankhaften Wucherung der Fellen, die sich dau­ernd vergrößern. Sie wachsen in ihre Umgebung hinein und zerstören das gesunde Gewebe. Die Krebsgeschwulst absorbiert auch einen verhältnismäßig großen Teil des dem Körper zu- gefuhrten Ernährungsmaterials. Daher haben Krebskranke «ein fahles und.abgemagertes Aussehen. Durch die fortschreiten­de Gewebezerstörung werden die Organe, in denen der Krebs

wuchert, funktionsunfähig. Die bösartigste Eigenschaft des Krebses ist seine Metastasenbildung, worunter zu verstehen ist, daß auf dem Wege der Lgmph- ober Blutbahn sich neue Ge­schwülste in der näheren oder weiteren Entfernung des ursprüng­lichen Krankheitsherdes ansiedsln. Fst dieses Stabium ein­mal erreicht, so fuyrt der Krebs unweigerlich zum Gode; keine ärztliche Kunst vermag den Erkrankten zu reuen. Nur dann, wenn der Krebs noch lokalisiert ist, kann durch Herausschnei­den ver Geschwulst oder durch Röntgenbestrahlung Heilung erfolgen.

Das Krebsproblem ist zu einem großen Geil gelöst, wenn es gelingt, Unterjucbungsmetboben ausfindig zu machen, die ei­ne frühzeitige Diagnose gestatten. Das aber ist unendlich schwer. Nirgendwo gilt bie alte Weisheit: „Der Schmerz ist ein Wohl­täter der Menschheit" mehr als hier. Würde der Krebs gleich bei seinem Auftreten heftige Schmerzen verursachen, wie es weit harmlosere Krankheiten tun, so würden alle davon Befal­lenen gerettet werden können. Leider ist das Gegenteil der Fall. Gückisch schleichend, siedelt sich der Krebs irgendwo im Körper, im Magen, im Darm, in der Gebärmutter an, ohne irgend welche äußere Erscheinungen hervorzurufen. Auch die Untersuchung mit Röntgenstrahlen gestattet uns nicht ohne weiteres, wie der Laie vielfach meint, eine Krebsgeschwulst zu erkennen. Das ist nur auf Umwegen möglich, daß etwa ein an Magenkrebs Erkrankter einen Wismutbrei einnimmt, durch den sich der Magen auf Platte ab hebt, und daß aus der La­gerung des Magens Schlüsse auf eine bestehende Krebserkrank­ung gezogen werden. Mitunter eröffnet man auch, wenn Grund zu stärkerem Verdachte vorliegt, zur Sicherung der Diagnose die Bauchhöhle. Allzuoft aber muß der Arzt feststellen, daß es infolge Metastasenbildung zur Operation bereits zu spät ist. Fwei französische Krebsforscher benutzen neueüdings ein Ver­fahren, bei dem sie den Patienten ein Radium enthaltendes Serum sinspritzen, um so eventuelle Krebsherde auf der Rönt- genplatte sichtbar zu machen.

Alle diese Bestrebungen, die Diagnose und Behandlung des Kröbses zu vervollkommnen, vermochten aber die Frage nach der eigentlichen Ursache des Krebses nicht zu lösen. Woher kommt dieses die Organe und das Leben zerstörende Wachstum? Der Glaube an Vererbung des Krebses ist mit der Feit aufge- geben worden. Dagegen war schon seit langem bekannt, daß gewisse Reize die Entstehung eines Krebses befördern kön­nen. So litten Pfsiffenraucher öfter als andere Menschen an Lippenkrebs, der durch Druckreiz hervorgerufen wurde. Auch Arbeiter in Anilinfabriken, sowie Schornsteinfeger wurden be­sonders häufig von Krdbs befallen. Dem dänischen Forscher Bang gelang es, bei mit Leer behandelten Mäusen Krebsge­schwülste hervorzurnfen. Damit war bewiesen, daß mechanische vor allem aber chemische Reize bei der Entstehung von Krebs­geschwülsten eine große Rolle spielen. Ein ganz neues Moment wurde durch bie Entdeckungen Professor Blumenthals, des Leiters des Berliner Krebsforschungsinstituts, in die Krebs­forschung gebracht. Dem bekannten Gelehrten gelang es Vak- terien in Reinkultur aus menschlichen Krebsgeschwülsten zu züch­ten und bei Eieren, benen er diese Bakterien einverleibte, wie­derum Krebsgeschwülste zu erzeugen. Allerdings bedurfte es dazu eines Reizmittels, nämlich Kieselgur. Blumenthal ent­deckte drei verschiedene Arten von Bakterien, von denen Sie eine starke Verwandtschaft zu dem Bacterium tumefaciens zeigt, bas als Erreger des Pflanzenkrebses bekannt ist.

Die Entdeckungen Blumenthals sind von denkbar größter Bedeutung für bie Wege, die die Krebsforschung in Zukunft einschlagen wird. Die Annahme, daß der Krebs durch Parasi­ten hervorgerufen würde, war allmählich aufgegeben worden, da es niemals gelungen war, den Krebserreger zu entdecken. Die Dinge liegen auch nach Blumenthals Forschungen keines­wegs so einfach wie bei den Fnfektionskrankheiten, für deren Entstehung ein bestimmter Krankheitserreger notwendig ist. Es gibt keine Tuberkulose ohne Tuberkelbazillen, kein Syphilis ohne die Spirochaeta pallida. Allein die Tatsache, daß Blu- menthal mit drei verschiedenen Arten von Bakterien Krebs Hervorrufen konnte, beweist, daß der Krebs auch nach dieser Entdeckung nicht als eigentliche Fnfektionskrankheit angespro- chen werden kann. Blumenthal vergleicht seine Bakterien mit den Erregern einer Eiterung. Denn Eiterungen, die Lu- frerli^ bas gleiche Bild darbieten, werden von den verschiedeu- nvu -Bakterien hervorgerufen.

Swar haben Blumenthals Enfbeckungen das Geheimnis Wen ^ Krebses schwebte, noch nicht endgültig lasen können, aber sie haben der weiteren Zorim- ungeinen mächtigen Fmpuls gegeben. Blumenthal selbst hatt es für möglich, daß noch andere Arten krebserregender Bakte­rien existieren. Nach seiner Ansicht würde a«ch die Mögt...-- £ Blutdiaguost,k, wie wir sie in der Wassermannschen besitzen, an Aussicht gewinnen, oe- bu falls ist aber die Krebsbekämpfung auf eine neue Grundlage gestellt worden.

Die Beobachtungen, daß keineswegs alle Menfcyen, auf die ein krebsfordernder Reiz einwirkt, an Krebs erkranken, zwingt m dem Schluß, daß es eine angeborene Veranlagung zum .vrebs gibt. Als es dem dänischen Forscher Fensen in Kopen- bagen vor zwanzig Fahren gelungen war, zum ersten Male

Krebs von einer Maus auf die andere zu übertragen, wid­mete sich auch Ehrlich m Frankfurt diesen Tierversuchen Aber er hatte mit feinen Frankfurter Mäusen nur Mißerfolge sie venkaa m^â Epfanglich. Da ließ er sich Mäuse aus Ko­penhagen kommen, und seine Experimente gelangen glänzend

Untersuchungen zweier Wiener Gelehrter besitzt das ^lut Gesunder die Fähigkeit, Krebsgewebe zu zerstören 'wäh- m 2, wir bt mit ^'c'" S'^rra behandelte Krebskranke

Extrakts, den er aus Drüsen herge- be EM Sonderungen dem Blut die krebszerstören- oe Eigenschaft verleihen.

x Probleme, die es zur völligen Klärung der das Wesen ces xrebjes umschattenden noch ungelösten Fragen zu lösen gilt, Inn also ungemein mannigfaltig und kompliziert. Alle Bestreb­ungen, neue Bausteine zur Krebsforschung beizutragen, werden als vornehmstes Fiel die Erreichung einer möglichst frühzeitig zu stellenden Diagnose haben, denn bas ist das A und O der wirksamen Bekämpfung dieser furchtbaren Krankheit.