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Dos zaristische Gespenst an der Ostsee

Mit innerem Unbehagen stehen wir in Deutschland aus Grundsatz wie auch auf Grund bitterer Erfahrungen man denke an den Tscheka -Prozeß in Leipzig Sowjet-'Ruß- land gegenüber. Dies trägt viel dazu bei, daß stimmungsmä- ßig sehr weite Kreise, hauptsächlich der politischen Rechten, mit der Hoffnung auf Wiederaufrichtung der russischen Haren­herrschaft spielen. So sehr wir aus innerpolitischen Empfin­dungen heraus die Sowjetherrfchaft ablehnen, so falsch wäre doch eine deutsche Politik, die etwa die russischen Restanrati- onsbestrebungen, soweit sie von den häufig recht lauten monar­chistischen Agenten des alten Rußland in Westeuropa betrieben werden, unterstützen wollte. Paris ist heute das Zentrum der reaktionären russischen Kreise geworden. Die weit schauende französische Politik hat sich über die nächste Entwicklungszeit hinausblickend, die Beziehungen zu einem etwa kommenden Rußland in viel weitergehendem Maße zu sichern gewußt,als man gemeinhin annimmt. Während in Paris der rechte Flü- gel der bürgerlichen Restauration vertreten ist, wartet in Prag der linke Flügel eng mit der dortigen Regierung in Fühlung stehend und von ihr gefördert, auf die Dinge, die da kommen sollen.

Kürzlich hat der Vertrauensmann des Großfürsten Niko­lai, der frühere Ministerpräsident Trepow, vielleicht etwas zu früh und zu unvorsichtig, den Schleier gehoben, der über die­sen Machenschaften liegt. Frankreich hat vor dem Kriege Rußland als Verbündeten im Rücken Deutschlands nötig ge­habt. Als Männer, die die Dinge nehmen, wie sie sind, haben die Franzosen bei der Gestaltung der Friedensdiktate sich den polnischen Ersatzmann für Rußland geschaffen. Er galt nun bisher als politischer Lehrsatz, daß nach einer Wiederherstel­lung Rußlands Polen von Frankreich würde fallen gelassen werden. Deshalb hat natürlich der wachsende Einfluß der russischen Agenten in Paris zu schwerer Beunruhigung in Warschau geführt. Frankreich versuchte nun seinerseits, ein Uebereinkommen zwischen seinen alten und neuen Freunden herbeizuführen. Diese Bemühungen scheinen ?u einem gewissen Erfolge geführt zu haben.

5n erster Linie sind es die polnischen Vechtskreise, die am Brückenschlag zu den russischen Monarchisten hinüber gear­beitet haben. Die Warschauer Rechtspresse bringt seit einiger Zeit auffallend häufig Depeschen und Berichte über Interviews

Nom Sogt

Die Streikbewegung der EisrnbÄner.

Lohnverhandlungeu bisher gescheitert. Lage unverändert.

D.V. Bersin, 7. März. Der Ausstand der Eisenbahnarbei- 1er in verschiedenen Stäbten Sachsens u. auch auf mehreren Güterbahnhöfen in Berlin hat eine Verschärfung erfahren und droht Ausdehnung zu gewinnen da die heutigen Verhandlungen zwischen der Hauptverwaltung der deutschen Reichsbahngesell- schsft und den Lisenbahnertarifparteien wiederum kein positives Ergebnis gezeitigt haben. Die Hauptverwaltung der Reichs­bahn erklärte, in Verhandlungen über Ortszulagen mit Wirk­ung vom 1. März eintreten zu wollen. Auch fei sie bereit die Möglichkeit einer allgemeinen Lohnerhöhung im letzten Drittel des Monats Wär? zu prüfen. Ferner solle eine gemeinschaft­liche Kommission gebildet werden, um etwa bestehende Härten in der Dienftdauer nachzuprüfen und abzustellen.

Die Gewerkschaftsvertreter bezeichneten diese Vorschläge als ungenügend und lehnten sie ab, da auf dieser Basis Ver­handlungen nicht beginnen könnten. Wenn die Verwaltung kei­ne anderen Vorschläge zu machen habe, müßten die Gewerkschaf ten die Verhandlungen als ergebnislos betrachten.

Die Ausstandsbewegung in Berlin hat ihren Anstoß da­durch erhalten, daß man den Eifenbahnarbeitern wegen der Ruhepause von fünf Minuten anläßlich der Beisetzung des Reichspräsidenten Ebert einen halbstündigen Lohnabzug in Rech nung stellte. Die Gsneraldirektion der Re i ch sb a hn g efe n,u>a ft hat sich heute entschlossen, den Arbeitern der in Abrechnung ge­brachte Betrag sofort wieder nachzuzahlen sei.

mb. Berlin, 7. März. Wie eine Korrespondenz mitteui, haben alle vertragsschließenden Organisationen der Eisenbahner Mittwoch die zuständigen Körperschaften eioberufeu, um Stel­lung zur Lage zu nehmen.

Unveränderte Lage im Eiseubahuarbeiterstreik.

D.B. Bersin, 9. März. (Sig. Meldg.) Nach einer Mit­teilung der Generaldirektion der Reichsbahngesellschaft hat der Streik der Eisenbahnarbeiter an Ausdehnung nicht zugenom­men. Obwohl in Sachsen die Belegschaften von zwei kleineren Bahnhöfen sich den Streikenden angeschlossen haben, konnte der Betrieb an den anderen bestreikten Orten wieder ausgenommen werden. 5n Berlin dauert der Ausstand auf dem Lehrter- und Potsdamer Güterbahnhof noch an. Heute, Montag, werden die Arbeiter- und Beamtengewerkschaften entscheidende Bera­tungen zur Streiklage abhalten.

wtb. Dresden, 9. März. telef. Die Presjestelle der Reichs- bahndirektion Dresden teilt mit: Die Angaben der Streik­leitungen über die Zahl der Streikenden und über die durch den Streik hervorgerufenen betrieblichen Schwierigkeiten, sind sehr stark übertrieben. Die Zahl der Streikenden erhöhte sich auf 4700. Der Personenverkehr ist vom Streik auch weiterhin nicht gestört. 5m Güterzugsverkehr konnten durch die gestern durch geführte Wochentagsarbeit die Rückstände in der Hauptsache ausgearbeitet werden.

Deutschland und die kommende Völkerbuudstaguug.

D.B. Berlin, 7. März. Gig. Meldg.) Zu der Unter­redung des Sekretärs des Vâerbundes Sir Drumond mit dem Reichsaußenminister Dr. Stresemann, die anläßlich der Durch­reise des Sekretärs am Donnerstag und Freitag in Berlin stattgefunden hat, erfahren wir von unterrichteter Seite, daß

sich in der Haltung der Reichsregierung zu der Frage in den Eintritt in den Völkerbund seit dem bekannten deutschen Mo-

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morandum nichts geändert habe. Die Reichsregierung erwartet l Deutschland und Polen zur Folge haben müsse. DieHazetta

mit Führern aus dem russischen Emigrantenlager. Sehr offen- I herzig ist die schon erwähnte Aeußerung Trepows, die in der Rzeczpospolita" wiedergegeben ist. Trepow hat sich für An­erkennung der Unabhängigkeit Polens und Finnlands durch das kommende Rußland ausgesprochen. Für die Randstaaten Est­land, Lettland und Litauen gibt es aber seiner Ansicht nach keinen Platz. Ein französisch-russisch-polnisches Bündnis ist das Ziel der russischen Emigranten. Was aber für uns beson­ders bedeutsam ist: Ostpreußen soll verschwinden! Man will diesen deutschen Keil aus dem östlichen Europa herausreißen." Eingermanischer Unfug" ist nach Ansicht der zaristischen Rus­sen in Paris diese deutsche Provinz, die ihrer Ansicht nach leicht zwischen Rußland und Polen aufzuteilen wäre. Man will also anscheinend Polen durch weitere Zuweisung deutschen Landes mit einer Beschneidung seines Besitzes im Osten versöh­nen. Was Trepow weiter über den Plan einesgermanisch- asiatischen Alleinherrscherreiches" fabelt, gehört in das Gebiet der politischen Hysterie. Immerhin sind diese recht freimütigen Aeußerungen so wertvoll, daß sie es verdienen, in Deutschland möglichst ausgiebig bekannt und beachtet zu werden.

Daß es sich nicht nur um phantastische Pläne, sondern um recht ernst genommene Absichten handelt, beweist eine kürzlich gemeldete Aussprache im Auswärtigen Ausschuß des War­schauer Sejm. Die Frage der außenpolitischen Einstellung wur­de im Anschluß an die Darlegungen des Außenministers Skr= ;ynski angeschnitten. Die Linke befürwortete ein enges Bünd­nis mit den baltischen Randstaaten, das sich naturgemäß gegen Rußland, das Rußland von heute und morgen, richten wurde. Die Rechte ist dagegen für nur lose Anlehnung an die balti­schen Staaten, wünscht eine Aussöhnung mit einem bürgerli­chen Rußland und ein Bündnis mit Frankreich, das sich gegen Deutschland richten würde. Wenn Polen glaubt, in einem Rußland, das noch dazu über Ostpreußen das Polenreich gänz­lich umklammert, mehr als ein Schattendasein führen zu können, so ist es in einem schweren Irrtum befangen. Auch Frankreich wird dann Polen nicht helfen können. Die Hoffnung auf weitere deutsche Beute ist für ein Land von der inneren Schwä­che und der nationalen Zusammensetzung Polens ein magerer Trost. Deutschland tut aber gut daran, die französisch-polnch.-- russischen Pläne aufmerksam zu verfolgen, und sich nicht durch die wohlklingenden englischen Stimmen in Sicherheit wiegen zu lassen.

binnen kurzem die Antwort des Völkerbundes auf dieses Me­morandum. Sie erwartet außerdem im Laufe der nächsten Woche die Rückkehr des englischen Botschafters in Berlin Lord d'Aberon aus London und das Eintreffen anderer Per­sönlichkeiten der alliierten Mächte zu mündlichen Besprechungen über die deutschen Sicherheitsvorschläge und das Völkerbunds probiern. 5n Regierungskreisen wird versichert, daß die letzte Reise des englischen Außenministers Ehamberlain einen günsti­gen Eindruck gemacht und die Hoffnung auf einen befriedigen­den Abschluß der Verhandlungen gestärkt habe. Für die be=, vorstehende Tagung des Vöckerhuâratesm Genf am 10. März wird der deutsche Stab in Gens'verstärktwerdeii und man hofft"" auf baldige Ergebnisse der laufenden Verhandlungen.

Dank des Präsidenten Eoolidge.

wb. Berlin, 7. März. Beim Reichskanzler ist folgendes Telegramm des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika eingegangen: Reichskanzler Dr. Luther, dem Stell­vertreter des deutschen Reiches, Berlin. Die durch Tele­gramm vom 3. Mär? übermittelten guten Wünsche der deutschen Regierung und des deutschen Volkes für die Wohlfahrt des amerikanischen Volkes für meine Amtstätigkeit haben mir gro­ße Freude bereitet. Es ist mir ein Vergnügen, meinen wärm­sten Dank für Shre freundliche Botschaft zum Ausdruck zu bringen, gez. Eoolidge.

Der neue amerikanische Botschafter in Berlin.

wb. Newgork, 7. März. Ehalres Deweg Hilles wurde zum Botschafter der Vereinigten Staaten in Deutschland ernannt. Er ist ein hervorragender Versicherungsmann und Direktor von vielen Versicherungsgesellschaften und industriellen Konzernen. Früher war er Vorsitzender des republikanischen Maitonalaus- schusses und zwei Sabre lang Unterstaatssekretär im Schatzamt der Vereinigten Staaten. Von 1911 bis 1912 war er Privat­sekretär des Präsidenten Tast. Er gab diesen Posten auf, um als Vorsitzender des republikanischen Aationalausschusses die Leitung der Wahlkampagne für die Wiederwahl Tafts zu über nehmen. Seine Heimat ist Rewgork, aber er ist in Ohio ge­boren. Er ist 57 Sahre alt und verheiratet.

Die Eröffnung der Skuptschina.

wb. Belgrad, 7. März. Die Eröffnungssitzung der neuge» wählten Skuptschina nahm einen sehr stürmischen Verlauf und führte zum Auszug der Opposition. Schon bei der Abgabe der Beglaubigungsschreiben ergaben sich lärmende Zwischenfälle, so als ein Raditschabgeordneter dem Minister Friemann Dieb­stahl von Wahlzetteln vorwarf und das Parlament vonGna­den der Gendarmen" nannte. Der frühere Außenminister Dr. Trubic wurde von den Abgeordneten der Regierungspartei mit den Worten empfangen hinaus mit dem Verräter", er hat Skutari und Fiume verkauft!" Dann verlas der Alterspräsi­dent eine Zuschrift der Raditschabgeordneten Macck und Ge­nossen, in der sie sich beschweren, daß sie auch weiterhin von der Polizei interniert gehalten werden und deswegen ihr Abgeord­netenmandat nicht ausüben könnten. Der Altersvorsitzende ver­langte bie Haftentlassung der Abgeordneten. Er unterbrach die Sitzung und sagte, er werde die nächste Sitzung schriftlich ein­berufen. Nach dieser Erklärung verließ die Opposition den Sitzungssaal. Die Regierung zog sich zu einer Beratung zurück. Nach Rückkehr der Regierung beschloß das Haus einen neuen Alterspräsidenten zu wählen? Die Wahl fiel auf den radikalen Abg. Subotin der dadurch provisorischer Vorsitzender wurde.

Polnische Kriegsdrohungen.

i 0-B. Warschau, 7. März. (Sig. Meldg.) Die polnische Presse erörtert mit großer Entrüstung weiter die Frage der von der deutschen Regierung erstrebten Revidierung der Ostgrenzen. Sn den Blättern kommt allgemein zum Aufdruck, daß der von Deutschland vorgeschlagene Friedenspakt den Krieg zwischen

Warzavac" stellt fest, daß jeder Angriff auf polnisches Gebiet für Polen den Krieg bedeute.

Ehamberlain. Dor Sicherheitspakt.

D B. Genf, 9. März. (Lig. Meldg.) Der englische Au­ßenminister Ehamberlain ist am Sonntag vormittag in Genf ph. getroffen.

wb. Paris, 7. März. Das Kriegsgericht von Orleans hat nunmehr bestimmt, daß gegen den ehemaligen französischen Hauptmann Sadoul, der aus Moskau zurückgekehrt ist und wegen Defertation vor dem Feinde zum Tode verurteilt worden war. am 31. März aufs neue verhandelt werden wird. M den Prozeß find zehn Tage vorgesehen.

wb. Paris, 7. März. Wie aus Brüssel berichtet wird, " Außenminister Hymans am Montag Vormittag zur Völker- bundstagung nach Genf ab reifen. Er wird am Montag Rach- mittag zuerst in Paris Aufenthalt nehmen, um mit Minister­präsident Herriot zu verhandeln.

Die SWrtzrilsfragt.

Die Vorgeschichte.

Berlin, 7. März. Ueber die Vorgeschichte des deutschen Vorschlages zur Lösung der Sicherheitssrage ließ der Börsen- courier mitzuteilen, daß die ersten Besprechungen schon im De- zernber in London durch den deutschen Botschafter eingeleitet worden sind, als es offenkundig war daß die Kölner Zone nicht zur vertragsmäßigen Zeit geräumt würde. Nachdem die Re- parationsfrage in London im wesentlichen geklärt war, schien der Moment zur Wiederaufnahme der früheren schon vom Ka­binett Euno und dann von Dr. Stresemann als Reichskanzler gemachten Anregungen gekommen zu sein. Zu den Bemerkun- ' gen französischer Blätter, daß Deutschland hinter dem Rücken der anderen Alliierten sich mit England habe in Verbindung se­tzen wollen, weist das Blatt darauf hin, daß aus dem Wort­laut der Rede Ehamberlain hervorgeht, er habe von feiner Regierung die Mitteilung erhalten, daß sie die Absicht habe, gleichlautende Vorschläge in Paris, Brüssel und Rom zu ma­chen, was inzwischen auch geschehen ist. Wie das Blatt weiter erklärt, handelt es sich bei der Bereitschaft Deutschlands, in Verhandlungen über diesen internationalen Gicherheitspakt ein zutreten, vor allem darum, daß die am Rhein interessierten Staaten sich verpflichten, gemeinschaftlich gegen jeden vorzuge­hen, der sich als Zriedensbrecher gegen die Verachtung der West grenze, wie sie im Versailler Vertrage festgesetzt ist, wendet. Da rüber hinaus sei Deutschland bereit, mit allen Ländern Schieds- verträge ubzuschließen und so zum Ausdruck zu bringen, daß es irgendwelche im Osten auftauchende Differenzen auf friedlichem Wege zu lösen versuchen will. Eine amtliche Garanüerung der Ostgrenze könne jedoch für die deutsche Regierung nicht in Fra­ge kommen. Sie könne sich hierbei auf Artikel 19 der Völ­kerbundsatzungen berufen, wonach unabwendbar geworbene Verträge abgeändert werden können. Eine solche Unanweud- barkeit jcyeine auch außerhalb für manche Bestimmung über die Ostgrenze schon jetzt erkannt worden zu sein, jedoch habe Deutschland, wie das Blatt betonst keinerlei ausdrücküchL Erklärung darüber abgegeben, daß es diese Grenze geändert wünsche. Was die Frage des Eintritts Deutschlands in den Völkerbund betrifft, die in diesem Zusammenhang abermals aufgeworfen worden ist, so erklärt das Blatt es für unrichtig, daß während der Berliner Unterredungen mit dem Generalse­kretär des Völkerbundes Sir Drummond die Zurückstellung der deutschen Bedenken gegen die Artikel 16 und 17 des Völker­bundspaktes ausgesprochen worden sei. Wie diese Schwierig­keit überwunden werden kann, bleibe weiteren Erwägungen vor behalten. Aber gerade die Tatsache der völligen Abrüstung Deutschlands im Kreise schwergerüstster Nachbarn hatte die Bedenken noch immer wach. Das Blatt betont zum Schluß, Deutschland laste keinen Zweifel darüber, daß es lediglich auf dem Wege friedsicher Entwicklung die Differenzen, die mit sei­nen Nachbarn entstehen könnten, zu begleichen suche.

Aus Stadt und Land.

10. März.

1606 wurde in Neuhofen der Reichsfreiherr von Ber- tinger, der sich im Bdjährigen Kriege auszeichnete und die Schlacht bei Fehrbellin zu Gunsten des Großen Kurfürsten ent­schied, geboren. 5n Hannover 1772 Geburt des Literarhisto­rikers Friedrich von Schlegel. Er bildete mit seinem Bruder das Haupt der romantischen Schule. Sein reizender Roman Lucinde" findet immer wieder neue Freunde. 1776 wurde Königin Luise von Preußen, die später durch Napoleon so viel Schweres erdulden mußte, in Hannover geboren. Der Dich­ter 5ojef von Eichendorff wurde am 10. März 1788 in Lubo- witz geboren. Auch er ist ein berühmter Romantiker, dessen NovelleAus dem Leben eines Taugenichts" eine Perle der deutschen Literatur ist. Friedrich Wilhelm III. stiftete 1813 das Eiserne Kreuz. Vor 100 bahren wurde zu Augustusburg Eduard Leopold Beger geboren; er war der Erfinder der blau­schwarzen Kopiertinte, die feine eigene 1856 gegründete Fabrik in Ehemnitz lieferte. 5n England starb 1832 M. Elementi, allen Anfängern des Klaviers durch feine Sonatinen bekannt. Der berühmte Geiger Sarrasate wurde 1844 in Pamplona ge­boren. 5m Sahre 1842 erteilte England das erste Patent auf die Herstellung bunter Photographien. Dieses ProbM hat seither viele Erfinder und solche, die es werden wollten, be­schäftigt, ohne daß es bisher völlig gelöst wurde. 1905 nah­men die Sapaner im russisch-japanischen Krieg Mukden ein. 1910 starb in Leipzig der Komponist und Dirigent der Gewandt hauskonzerte Karl Heinecke.

Dichtorabend von Britz Wüller Partonkirchen. Wir möch­ten nicht verfehlen nochmals auf den morgen Abend 8 Uhr im Harmoniesaale stattfindenlden Dichterabend hinzuweisen. Nach dem Widerhall, den die Vortragsabende des Dichters in an­deren Städten gefunden haben, dürfen die Besucher eine schöne Stunde für Her? und Gemüt erwarten.

DerStahlhelm", Ortsgruppe Fulda, beging am Samstag abend im Parkhotel seine Gründungsfeier. Herr Hüllstrung der Leiter der Frankfurter Ortsgruppe entwickelte die Ge-