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Sie WMMMW im Reich und Preußen.

Vertagung des Reichstages bis nach der Präsidentenwahl. Die Kaudidateufrage.

DB. Berlin. ön der Aachmittagssitzvng des Reichsrats am Donnerstag wurde mitgeteilt, der Reichstag werde sich Gude nächster Woche vertagen und erst nach der Wahl des neuen Reichspräsidenten wieder zusammentreten. Ans diesem Grunde kann weder der Etat für 1924 noch der Etat für 1925 bis Ende April verabschiedet werden. Der Reichsrat wird aus diesem Grunde am kommenden Montag ein Notgesetz ver­abschieden.

Wie wir erfahren, haben die Parteien rechts vom Zentrum in den letzten Tagen mit den verschiedenen großen Organisa­tionen Besprechungen über die Frage der Nominierung eines Kandidaten für das Amt des Reichspräsidenten gepflogen. »Eine Entscheidung wird voraussichtlich am Sonnabend nach­mittag fallen, um bald darauf veröffentlicht zu werden. Es ist die Ansicht vorherrschend, daß diese Parteien schon zum ersten Wahlgang gemeinsam einen Kandidaten aufstellen werden. ön Betracht kommen von den bisher genannten Personen weder Euno, v. Winterfeld, v. Kardoff, noch Dr. Heinze. Auch der Mame Dr. Luthers ist bei diesen Besprechungen nicht genannt morden. Dieser käme wohl nur dann als Kandidat in Betracht wenn er von sämtucyen bürgerlichen Parteien ausgestellt wer­den wurde, was nach'Lage der Dinge nicht gzu erwarten ist. Voraussichtlich wird unter den — man spricht von vier — Kandidaten, die noch zur engeren Wah! stehen, eine gemäßigte Persönlichkeit gewählt werden, die der Deutschen Volkspartei nahesteht und früher in ihr tätig gewesen ist., Am Montag tritt bekanntlich der Parteiausschuß der Deutschen Volkspar- tei zusammen, der zur Kandidatenfrage Stellung nehmen wird. Unmittelbar daran dürfte der Name des Kandidaten der Rechtsparteien bekannt gegeben werden.

Ob die Sozialdemokraten bereits die Aufstellung einer eigenen Kandidatur aufgegeben haben, steht noch nicht fest.

Ksm Sagt

Kein deutscher Vorschlag.

Zur Erörterung des Sucherheitsproblems teilt die Reichs- regierung jetzt amtlich mit, daß sie kein bestimmtes Projekt den Ententeregierungen vorgeschlagen, sondern lediglich durch die deutschen Botschafter im allgemeinen den Standpunkt des Reichs habe erläutern lassen. Dieser Sachverhalt wird jetzt auch am Quai d'Orsag zugegeben. Die Franzosen spielen hier ein bemerkenswerter Spiel mit verteilten Rollen. Offiziell sind sie korrekt, inoffiziell lasten sie den englischen Standpunkt j diskreditieren, indem sie ihn den Deutschen in die Schuhe schie­ben. #

Paris. Havas meldet aus Washington, der neue Staats­sekretär für auswärtige Angelegenheiten, Kolleg, habe gestern den Eid geleistet.

Conbon. Es wird gemeldet, daß britische Redner bei der Deutschen Werft in Hamburg fünf Motorschiffe von 1OOOO Tonnen in Auftrag gegeben haben.

London. ön ein-c Rede in Birmongham führte Premier­minister Baldwin aus, es seien Anzeichen für den allgemeinen Wunsch nach einer Stabilität Europas vorhanden und in den letzten drei Sahren habe man Zeichen der Gesundung feftstellen können. Wenn Deutschland die Partie wagen wollte, so sei kein Grund dafür vorhanden, weshalb der unterbrechende Hande! mit Mitteleuropa nicht wiederhergestellt werden könnte. Die morgige Abreise Ehamberlains aus England solle dazu bei­tragen, den abscheulichen teuflichen Argwohn zwischen den Nationen zu beseitigen, der Europa noch immer das ^,->» der Sicherheit raube. Baldwin erklärte sich von ganzen Herzen als Anhänger des Friedens und der europäischen Abrüstung und trat für den gleichen Geist der Versöhnlichkeit zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ein.

Moskau. Die Stadtverwaltung hat bei einer deutschen und bei einer englischen Firma zusammen 100 Autobusse be­stellt.

RMklânge.

ön Heidelberg hat am Sarge Friedrich-Eberts „auf Wunsch der Familie" zum Schluß der evangelische Stadtpfarrer gespro­chen. Bei den zum größten Teil direkt kirchenfeindüchen So­zialdemokraten wird diese Tatsache Mißbehagen auslösen. Und zeigt sie den Ebert-Kreis in einem sympathischen Licht, weil viel Mut dazu gehört, dem Aberglauben der Menge — nichts anderes ist der von Parteiwegen diktierte Unglaube — offdh entgegenzutreten. Starken Widerhall wird überall die Anord­nung finden, daß die Trauerfeier mit dem Deutschland-Liede schloß, das ja Ebert zur Rationalhgmne gemacht hat. Wir hatten es vermißt bei der großen Kundgebung vor dem Reichs­tage. Welch ein Eindruck wäre es gewesen, wenn diese ge­waltige Menge „Deutschland, Deutschland über alles“ gesungen hätte. Aber den radikalen Sozialisten, zu denen Herr Löbe, der Veranstalter der Reichstagsfeier, unzweifelhaft gehört, scheint das Lied zu national zu fein. Was sollte auch der Genoste Erispien dazu sagen, der doch kein Vaterland kennt, das Deutsch land heißt . . .? 3n Süddeutschland hat die Demokratie im­mer einen stärkeren nationalen Zug gehabt. — Als anderer Anklang sei die beuffdynationale Interpellation im Landtag über die Unglücksfälle bei der Trauerfeier und die mangelhafte Organisation der Schutzpolizei erwähnt. Ein scharfes Ein­schreiten der Polizei gegen „die Menge" wirkt unter dem republikanischen Zeichen besonders peinlich. Zur Entschuldig­ung der Polizei mag angeführt werden, daß der Andrang des schaulustigen Publikums alle Erfahrungen und Erwartungen übertraf; jedoch hätte wohl Vorsorge getroffen werden können, daß der Zuzug zu engen Stadtteilen, wie dem Potsdamer Platz, rechtzeitig vollkommen gesperrt wurde. Vor dem altbekannten

Auch sie dürften sich am Sonnabend darüber schlüssig werden Wie wir hören, werden die Sozialdemokraten aller Voraus- sicht nach für den ersten Wahlgang für den Zentrnmsabgeord- neten Dr. Wirth sich einsetzen und im zweiten Wahlgang dann Dr. Marx bevorzugen.

Das Zentrum wünscht naturgemäß eine Kandidatur Marx ebenfalls als Sammoikandidatur für möglichst viele Parteien aufzustellen. Die Demokraten werden für Marx sicherlich stimmen. Die Meldung, daß in der Sitzung des Aeltestenrats des preußischen Landtags das Zentrum vorgeschlagen habe die Wahl des preußischen Ministerpräsidenten bis nach erfolgter Wahl dos Reichspräsidenten zu verschieben trifft nicht zu.

Der Termin der Ministerpräsidentenwahl noch ungferviß.

DB. Berlin. Es ist zur Stunde noch ungewiß, ob die Wahl des preußischen Ministerpräsidenten schon am Dienstag nächster Woche erfolgen wird. Der Aeltestenrat des preu­ßischen Landtages tritt am Montag nochmals zu einer Sitzung zusammen, um darüber endgültig zu eni) dyeiben. Man nimmt an, daß die Wahl des Ministerpräsidenten erst nach der Wah! des Reichspräsidenten stattfinden wird.

Ministerpräsident Marx hatte am Donnerstag im Land­tage eine Besprechung mit Vertretern der deutschnationaien Voiksparlei, die eine kleine Koalition, bestehend aus Demo­kraten und Zentrum, ablehnen. Wenn es nicht was dringend zu empfehlen sei, zu einer Landtagsauflösung kommen sollte, so bliebe als einziger Ausweg, die Bildung eines überparteilichen Kabinetts übrig, falls das Zentrum nicht doch noch Neigung zeigen würde, einem Ministerium bestehend aus den bürger­lichen Parteien, beizutreten. Ministerpräsident Marx behielt sich vor, zu dieser Anregung noch Stellung zu nehmen. ön den Rechtsparteien ist Neigung vorhanden, den früheren Ent- roaffnungskommiffar Staatssekretär a. D. Peters, mit der Bildung eines überparteilichen Kabinetts zu betrauen.

Kaffeehaus öofty liegen jetzt die steinernen Ballustraden des Vorgartens als Trümmerhaufen da . . . Pas trop de zele —• das gilt auch für die Republikaner.

Aus Stadt und Land.

Chronik des Zages.

9. März.

öm öabre 1746 gab der Physiker Rollet in einem Briefe seinem Bedauern Ausdruck, daß er den Versuch mit der elek­trischen Verstärkungsflasche den Physikern der Universität Legden züschrieb, während er in Wirklichkeit von Ewald Sär­gen von Kleist in Kammin (Pommerns gemacht wurde. Wir nennen heute diesen ersten Kondensator Leidener Flasche, ob­wohl er eigentlich Kleistsche Flasche heißen müßte. — 1741 er­stürmten die Preußen Slogan. — Am 9. und 10. März 1814 siegte Blücher bei Laon. Seiner schnellen Angriffsweise we­gen wurde er „Marschall Vorwärts" genannt. Er bekam spä­ter den Titel eines Fürsten von Walstatt. Nach ihm wurde ein Vorläufer des Eisernen Kreuzes Blücherkreuz genannt. — Der König Friedrich Wilhelm III. errichtete 1819 durch eine Kabinettsorder eine Kunstschule in Düsseldorf, aus der sich die heutige Kunstakademie entwickelt hat, der wir viele große Ta­lente verdanken. — ön Friedrichshafen am Bodensee wur­de Heinrich Lanz 1838 geboren, der Begründer einer großen Fabrik für landwirtschaftliche Maschinen und Lokomobilen. — Der im Kriege ausgezeichnete General von Heringen erblickte am 9. März 1850 in Taste! das Licht der Welt. — Ein Wie­ner Original, der Schriftsteller Peter Altenberg, wurde 1859 in Wien geboren. Von ihm gibt es viele geistreiche Be­merkungen, besonders über die Frauen, die er sein Leben lang sehr liebte. Er war ein Pumpgenie, von dem es hunderte klei­ner Anekdoten gab. Er fand 1919 ein ziemlich klägliches Ende da er kurz vor seinem Tode gezwungen war, auf dem Sem­mering dem damals zumeist aus Schiebern und Kriegsgewinn­lern bestehenden Fremden-Publikum seine Späße vorzumachen, um sich vor dem völligen Verhungern zu schützen. ön Saar­brücken starb der Verbesserer des Erdbohrers und des Schacht- 'baues Gottfr. Kind im Sahre 1873. — Die bekannte Agnes Miegel wurde 1879 in Königsberg fPr.) geboren; sie veröf­fentlichte eine ganze Reihe von Gedichtbänden und wurde 1916 mit einem Preise der Kleist-Stiftung ausgezeichnet. — Der erste deutsche Kaiser, Wilhelm I. starb am 9. März 1888 im Alter von 91 Sahren in Berlin. — Die über drei Wochen währende Winterschlacht in der Ehampagne endet 1015 mit einer Niederlage der Franzosen. — Vor 7 Sahren starb in München der vielumstrittene Dichter Frank Wedekind, von seinen Werken setzten sich „Frühlingserwachen" und „Erdgeist" trotz aller Anfechtungen durch, da ihnen ein starkes sittliches Pathos, wenn auch in sehr robuster Form, nicht abgesprochen werden kann.

Aus dem Etadtvarlament.

Stadtverordneteusitzung. Die Sitzung wurde 5,10 Uhr durch Rechtanwalt Schultheis eröffnet. Die Anwesenheit von 25 Mitgliedern wurde festgestellt. Der Magistrat war durch Oberbürgermeister Dr. Antoni Stadtbaurat Eberlein, die Stabt räte Sunkel, Rühl, Fleck und Katzenstein vertreten. Eingangs der Sitzung brachte der Vorsteher zur Kentnis, daß der Stadt­verordnete Haase (Kom.) sein Mandat niedergelegt habe. Es wurde sodann eine Einladung des Reichsbanners Schwarz- Rot-Gold verlesen, das um die Teilnahme an der Trauer­kundgebung für den verstorbenen Reichspräsidenten bittet. Der Vorsitzende nahm Gelegenheit hierbei des verstorbenen Staats­oberhauptes in herzlichen Worten zu gedenken, während derer sich die Anwesenden von den Sitzen erhoben. Es folgte als > fester Punkt der Tagesordnung der Bericht des Magistrats I über die Verwaltung und den Stand der Gemeindeangelegen-

Heilen durch den Bürodirektor. Es war vorwiegend ein Be­richt über die Bevölkerungsbewegung und die zahlreichen Auf­gaben der Verwaltung auf den verschiedensten Gebieten. Der Oberbürgermeister gab sodann einen längeren Komentar zu ben einzelnen Punkten, öm vergangenen öabre seien die Kreis- und Bezirkssteuern nicht zur Erhebung gelangt. Man habe auf alle mögliche Weise ohne wesentliche Steuern auszukommen gesucht, jedoch der Versuch habe leider ein Defizit im Ttat ge­zeitigt. Das neue Budget müsse das vorhandene Defizit beseitigen und unter dem Gesichtspunkte größter Sparsamkeit aufgestellt werden. Für Bauausführungen müßten aber trotz­dem größere Mittel zur Verfügung gestellt werden. Diese Maßnahme fei unmöglich. Das Wohlfahrtsamt habe die Sor­ge für die Sozial- und Kleinrentner übertragen bekommen,-^ daß auch für diese Aufgabe größere Geldmittel als im vorige 5 Sahre ausgeworfen werden müßten. Die Zahl der Erwerb?,- lofen fei leider wieder im Steigen begriffen. Der Kreis zähle derer 455, die Stadt 38. Es dürfte wohl dieses Ansteigen der Erwerbslosen auf die Aufhebung der Lokabteilung der hie­sigen Eisenbahnwerkstätte zuruckzuführen sein, die nun endgül­tig am 1. April erfogensoll. Es sei allerdings in Aussicht ge­stellt, daß dafür die Wagenabteilung vergrößert werden sollte. Es sei ein Zuschuß von 230 000 Mark nötig für den Wöhl- fahrtsetat. Der Stadtsaal, bedürfe einer dringenden Restau­rierung, da er im Laufe der Sahre sehr gelitten hat. Tin ständiges Theater wird den Stadtsaal für seine Aufführungen nicht mehr erhalten. Es sollen für die Restaurierung 9500 Mark ausgeworfen werden. Die Volksschulen bedürfen eines recht kräftigen Zuschusses in der Höhe von 254 000 Mark in­folge der Leistungen an die Landesschul Kasse. Die Oberreal­schule die sich in überraschender Weise sehr günstig entwickelt, soll einen Zuschuß von 62 000 Mark erhalten. Der Ober­bürgermeister brachte Johann zur Kenntnis, daß Rentmeister Kalb auf eigenen Wunsch wegen Krankheit aus der städtischen Verwaltung ausscheide. Er gedachte seiner in ehrenden Wor­ten und brachte den Dank der Stadt Fulda zum Ausdruck für seine langjährigen treuen Dienste, öm neuen Sahre wolle man auch daran denken, die Straßenbeleuchtung weiter zu oerbep fern. Zwar habe man den Vorkriegsstand an der Laternenzahl noch nicht erreicht, betrug dieselbe doch vor dem Kriege 700 während heute nur 270 ihr Lichten leuchten lassen. Dringend notwendig sei es, eine bessere Badegelegenheit zu schaffen. Das Flußbad soll an eine. bessere Stelle verlegt und die Benutzung von Wannenbädern^ermöglicht werden. _ Zu diesem Zweck sind 10130 Mark angesetzt worden. Zür unvorhergesehene Ausgaben steht ein Betrag von 101 000 Mark zur Verfügung. Die städtische Sparkasse erfreut sich eines regen Zuspruches. Bis Ende Februar find 370 000 Mark an Spargeldern einge­gangen. Das Gaswerk, das bis heute unter recht ungünstigen. Verhältnissen arbeitete, wird wohl in diesem Sahre besser als sonst abschneiden. Gegen Ende seiner Ausführungen, hob der Oberbürgermeister nochmals hervor, daß an den Wohnungsbai! energisch herangegangen werden müsse, leben doch in Fulda noch 870 Wohnungssuchende. Außerdem noch 310, die auf größere. Wohnung Anspruch erheben. Man würde auf alle mögliche Weise suchen flüssige Mittel zu verschaffen, um dieser Rot ivenigstens in etwa steuern zu können. Er schloß seine Aus- führunaen mit dem Wunsch und der Bitte an das Parlament ihn mferncr Ma M der --Ei­gen und materiellen Höhe zu halten die es habe. Es erfolgte als zweiter Punkt die Wahl eines Lehrers und einer Lehrerin und vier in der Sugendwoh^fahrt erfahrene und bewährte Männer und Frauen als Mitglieder des Sugendamtes. Dem Vorschläge des Berichterstatters P. Schmitt wurde stattge- geben. Lehrer Taube! und Fräulein Grippentrog sowie die Herren Dr. Raabe, Bildhauer Fleck, Kassenrendant Köhler und Walter Kieingünther wurden gewählt, ön der Ersatzwahl her Mitglieder des Kleingartenschiedsgerichts wurden die Mit­glieder in ihrem Amte durch Wiederwahl bestätigt. Die Auf Hebung und Veräußerung eines Fußpfades an der Langen- brückenstraße wurde einstimmig genehmigt. Es kamen dann die Sahresrechnungen der Wohlfahrtskaffe für 1922, des Was­serwerkes für 1923, des Schlachthofes für 1923, des Stadtsaa­les für 1923, des Schlachthauses für 1922, des Waisenhauses für 1922, der Kaserne und der Zriedhofskasfe für 1923 zum Vortrag. Den Rechnungsführern wurde auf Antrag Entlast­ung gewährt. Der achte Punkt (Fiuchtlinienplan über dm iSemarkungsteil, der begrenzt wird durch die Frankfurt-Be­braer Eisenbahn, die Leipzigerstraße, die Wörthstraße, einen Teil der zur Domäne Ziehers gehörenden Wiese und den Zie- Herserweg.) war der Gegenstand einer lebhaften Diskussion, in deren Verlauf auch die Frage der Vorgärten gestreift wurde, die mancherorts nicht gerade einen erbaulichen Anblick bieten. Da nun der Spar- und Bauverein den Bau eines Wohnhau­ses in der Sebastianstraße beabsichtigt und die Durchführung dieses Planes infolge zu hoher Kosten unmöglich gemacht wür­de, wenn der F!uchtllnienp!an Annahme fände, einigte man sich schließlich dahin, von Haus zu Haus 14 Meter Weite zu -lassen anstatt der ursprünglichen 16 Meter. Die Breite der Vorgärten wird dann 3 Meter betragen. Die Anfrage be­treffend Zieischpreise wurde auf Wunsch des Antragstellers Herrn Erdniß, wegen der vorgerückten Stunde auf die nächste 'Tagesordnung gesetzt. Schluß der Sitzung 8 einviertel Uhr.

Neues Theater. Ab heute läuft im „Neuen Theater" der Monumentalfilm „Laramouche". Dieses gewaltiges Filmwerk wurde auf der internationalen Filmausstellung in New Jork mit dem 1. Preise ausgezeichnet. Ueber diesen Film schreibt die „Berliner Volkszeitung" wie folgt:

,;Scaramoucbe“ „Ho—oochl" schrie das Publikum bei der ersten Aufführung im Mozart-Saal, „Hoch!" Und raste Bei­fall. Ein außerordentlicher Abend. Ein hinreißender, ^in em- porreißender Abend . . . Was für Bilder, was für „Scaramouche" ist ein Film, der Wochen und Monate hindurch die Programme der Lichtspielhäuser beherrschen wird. ön oei« ün, in Deutschland überhaupt, wie in jedem anderen Law. iei Erde. „Scaramouche" ist der Film der Stunde. Der Olim des Volkes. Der Film, der niemals und nirgends Unversöhn­liches zeigt, ön dem Unheimliches neben Graziösem, Schreck­liches neben Liebenswürdigem steht. Der packt und hrsustigt, der Grauen erregt und dennoch mit einem Lächeln ]dyrk^t . - und mit nicht endenwollendem Beifall eines enthusiasmierten Publikum . . . Als Beiprogramm werden die Beisetzungs- feierlichkeiten für den verstorbenen Reichspräsidenten vorge- führt. — Ein Besuch des Theaters wird sich also zweifellos lohnen.