fiöre Freund, das alles war schon einmal da. Dem allen
Meißel schon einmal durch Stirnenfurchen nachge-
.1 Bruchstücke einer Niederlage sind das alles. Die y'V; der Niederlage selber als des Größten, was ein Herz es springt, harrt noch des Bildners."
sank der alte Künstlerkopf. „Den Sammer und die ^ -stes ganzen Volkes im Riesenausmaß in den Stein zu
SrD^ 1 öa,u sind wir Künstler ein zu ärmliches Geschlecht, es
' dnst'es einem einst beschieden wäre, selbst das Schlacht- seines Schicksals —“
Vohlnn, wohlauf.
". verging. Geld und Gut verlor mein Freund. Sch â W auf die Schulter: „Wostlan, wohlauf!»
Vie Seit verging. Krankheit sprang ihn an. Unterm Messer
er das die Aerzte schwangen. Auferstanden, kam er mich suchen. „Wohlan", sagte ich, „wohlauf!"
die Zeit verging. Sein Weib verließ ihn, seine Kinder starben.
,^Wohlan, -wohlauf!
'.Noch nicht.»
Die Zeit verging. Hämisch standen Neider auf, zerschlugen ihm sein Werk.
„Wohlan, wohlauf!"
Leer traf mich sein Blick: „Noch nicht."
„Worauf wartest du denn noch?"
„Auf es».
„Auf was?"
„Auf es."
Ein Lag kam, da zersprang sein Herz. Sterbend lag er auf den Kissen. Seine Hand hielt die meine. Lächelnd bog er mein geneigtes Ohr an seinen Fmstermund: „Du sagst nicht mehr wohlan, wohlauf?"
„Weil — weil — es — es —"
„Sa, es — das ist es — es".
Dann kam der Kampf. Es war ein zähes Ringen. Blutrot, t^cfras unlergehende Gestirn, glühten, flammten auf dem Aii- I gesicht die Runen seiner Niederlagen. Setzt verglomm das Leuchten. Wars zu Lnde?
Aber da riß es ihm ein letztes Mal die Augen auf, groß, strahlend. Seine Linke ballte sich, umkrallte einen unsichtbaren Meißel. Seine Rechte holte aus, holte weit aus zu Schlägen, zu steten Hammerschlägeu. Sn den Lüften lag ein Splitterklirren, es roch von Wolken flirrender Marmorstä-ubchen. Entrück- tes Stöhnen rang sich keuchend aus der hämmernden- Brust:
„Setzt seh ich es — jetzt seh ich es —“
„Was siehst du, Lieber?"
„O, es ist gewaltig, über aells Maß gewaltig."
„Was?"
„Das Denkmal unserer Niederlage."
„Sprich, o sprich, wie sieht es aus?“
„Sagen kann mans nicht, — nur fühlen."
Sch nickte still.
„Fühlst dus auch — o, fühlst dus auch!"
„Sa."
Da lohte ihm ein letzter Flammenkegel der Erfüllung über das Gesicht: „So gibs weiter — hörst du — weitergeben — weiter . . . .1“-
Merzig Mre SeutickSitalrita.
Am 24. April vorigen Sahres waren 40 Sahre vergangen, seitdem Bismarck das bekannte Telegramm an dendeutschen
Konsul in Kapstadt richtete, in dem er erklärte, daß Deutsch- SUdwestafrika unter deutschem Schutze stehe und die erste deutsche Kolonie erwarb. Am 27. Februar dieses Sahres sind 40 Sahre verflogen, seitdem der Gesellschaft für deutsche Kolonisation der Kaiserliche Schutzbrief für ihre Erwerbungen in Ost- afrika erteilt worden ist. „Nachdem", so heißt es in ihm, „die derzeitigen Vorsitzenden der Gesellschaft für deutsche Kolonisation Dr. Earl Peters und unser Kammerherr Felix Graf Behr-Bandelin unseren Schutz für die Gebietserwerbungen der Gesellschaft in Ostafrika westlich vom Reiche des Sultans von Sansibar außerhalb der Hoheit anderer Mächte nachgesucht und uns die abgeschlossenen Verträge übertragen sind, durch welche diese Gebiete für die -deutsche Kolonisationsgesellschaft mit dem Recht der Landeshoheit abgetreten sind, so bestätigen wir hiermit, daß wir diese «Oberhoheit angenommen und die betreffenden Gebiete unter unseren Kaiserlichen Schutz gestellt haben».
An diesem Lage ist es eine besondere Pflicht, der Männer zu gedenken, denen wir unsere jetzt verlorene schönste und zn- kunftsreichste Kolonie zu verdanken haben. Au erster Stelle des großen Reichskanzlers, der weitsichtiger als die Mehrheit des Reichstages mit scharfem Blick erkannt hatte, daß Deutschland Kolonien haben müsse und zur gegebenen Zeit den offenen und stillen Widerstand Englands zu überwinden verstand.
Neben ihm Earl Peters, dessen unbeugsame Willenskraft die zur ersten Durchführung des Unternehmens notwendigen Gelder schnell in Deutschland zusammenbrachte und der dann draußen ohne Rücksicht auf die Schwierigkeiten, die ihm von allen Seiten gemacht wurden, unoerrückt seinen Weg fortsetzte.
Dann Sochaim Graf Pfeil, der Mann, der zuerst darauf hin gewiesen hat, daß gerade Ostafrika als Ziel deutscher Erwerbung in Aussicht genommen werden müsse und der als bester Kenner afrikanischer Verhältnisse, hatte er -doch seine -Fugend in Südafrika zugebracht, vielmehr für Ostafrika getan hat, als man allgemein annimmt.
Am 16. September 1584 wurde im Anschluß der Gesellschaft für deutsche Kolonisation beschlossen, an der OstkUste Afrikas gegenüber Sansibar, eine deutsche Ackerbau- und Handelskolonie zu erwerben und schon nach 2 Wochen reisten Dr. Peters und Graf Pfeil zusammen mit dem 1886 an der Somaliküste ermordeten Referendar Dr. Fühlke über Triest nach Sansibar. Ls ist hier -nicht der Ort, die Schwierigkeiten zu schildern, mit denen diese drei Männer zu kämpfen hatten, die Ablehnung des deutschen Konsuls in Sansibar, die Feindschaft des Sultans von Sansibar und der dort wohnenden Engländer. -Ls gelang ihnen, sie alle zu überwinden und nach wenigen Monaten waren Schutz Verträge mit den meisten Häuptlingen geschloten, sodaß Dr. Peters nach Deutschland zurückkehren konnte, um den Kaiserlichen -Schutzbrief zu erwirken, während Graf Pfeil draußen weiter arbeitete.
Ueber alles Erwarte» schnell entwickelte sich das Schutzgebiet, dank der Süchtigkeit seiner Gouverneure, der treuen Pflichterfüllung der Beamten, des -Weitblicks der Kaufleute und der Pflanzer, der aufopfernden Tätigkeit der Schutztruppe, die als erste Träger der deutschen Kultur die schwarz-weiß-rote Fahne in die unbekannten Gegenden trug.
Staunend sahen die Engländer in dem benachbarten Uganda, wie viel schneller es die Deutschen verstanden, bas Land zu entwickeln und in den Zeiten vor dem Kriege, wo der Haß noch nicht ihre Augen verschleiert hatte, haben sie es an Anerkennungen nicht fehlen lassen. Sn den Gegenden, wo Europäer dauernd leben konnten, entstanden blühende Plantagen, die dank der Unterstützung und Beratung von Sachverständigen und Versuchsstationen schnell über die unausbleiblichen Kinderkrank
heiten hinwegkamen und nicht nur vielen Eingeborenen selbst Arbeit und Verdienst gaben, sondern sie selbst anlegen konnten. Das Land war durch Eisenbahnen in seinen größten Tellen erschlossen, nachdem die große Mittellarchbahu den Langanikasee erreicht hatte. Auf ihnen wurden die Erzeugnisse -der Plantagen an Sisal, Kautschuck, Kaffee, Baumwolle und manchen anderen Produkten an die Küste zur Verschiffung gebracht.
Mit Stolz denken wir an dem Lrinuerungstage au alle diese Leistungen, die Hinweisen, daß das deutsche Vock sich der Aufgabe, Kultur in unerschlossene Länder zu bringen, nicht weniger als jede andere Ration gewachsen gezeigt hat. Aber auch ein tiefer Schmerz durchdringt uns. 3n wahnsinniger Verkenn m^ der Verhältnisse haben Franzosen, Belgier und Engländer den Krieg in unsere fast wehrlosen Kolonien getragen und sie -in einen Lrümmerhaufen verwandelt. Sm Dcktat von Versailles haben sie sie uns geraübt. -Welche wirtschaftlichen Schäden unsere Feinde hiermit angerichtet haben, sehen wir jetzt vor unseren Augen, wo nicht mehr als 5 Sahre dem Friedensschluß noch nicht einmal die durch -den Krieg verursachten Zerstörungen beseitigt sind von einer Weiterentwicklung ganz zu schweigen. Wie sich aber ihre Politik auf die Eingeborenen auswirken wird, die die Achtung vor der sich gegenseitig zerstörenden Weißen Rasse naturgemäß verlieren mußten, wird die Zukunft lehren. Schon macht sich allenthalben der Ruf laut: Afrika den Afrikanern, und bezeichnend ist es, -was der Nachfolger Lrotzkis Frunse, vor einigen Lagen -in einer Rede über die auswärtige Politik von Sowjelrußland -sagte. Die Weltrevolution, die das Ziel der Sowjetrepublik bilde, solle nicht durch kriegerische Aktion herbeigeführt werden, sondern sie werde vor allem aus der großen Aufstandsbewegung der Kolonialvölker hervorgehen. Nur zu richtig hat er erkannt, welche schweren Wetterwolken am afrikanischen Himmel Heraufziehen und alle europäischen Be sitzungen ohne Unterschied bedrohen. Vielleicht wird dann auch der verblendssteDeutschenhasser einsehen, welchen Fehler man gemacht hat, die Kolonien in den Krieg mit hereinzuziehen und die Deutschen aller Schutzgebiete zu berauben. Vielleicht wird man uns dann zurückrufen wollen, um den Einfluß, den wir auf die Eingeborenen haben, ausüben zu können gegen die Aufständi scheu in die Wagschale zu werfen. Dann wird man sich daran erinnern, daß es Deutsche waren, denen die Askari über 4 Sahre lang treue Erfolge geleistet haben, ohne Löhnung zu empfangen, ohne Hilfsmittel und oft fast ohne Nahrung, nur zusam- mengehalten durch die Persönlichkeit des großen Führers Lettow Vorbeck und das outrauen zu den gerechten deutschen Offizieren und Beamten.
Dem Gedächtnis aller der Männer und Frauen, die in und vor dem Kriege ihre letzte Ruhestätte unter den hohen Palmen Ostafrikas gefunden haben, gilt der 27. Februar 1925. Und wie es den deutschen Dichter auf dem Schlachtfelde von Metz von den Lippen kam, so rufen auch wir allen denen zu, die für das größere Deutschland -ihr Leben gelassen haben:
Euer Blut das Shr -vergossen, Das ist nicht umsonst geflossen, Nimmer wirds vergessen sein.
Deshalb ist es mit Freuden zu begrüßen, daß verschiedene Berliner koloniale Organisationen sich zufammeugeschlosjen haben, um in den Seggen vom 30. März bis zum 8. April eine koloniale Woche abzuhalten. Dankenswerter Weise hat der Magistrat den Festsaal des Rathauses zur Verfügung gestellt und so die Möglichkeit gegeben, allen Berlinern, insbesondere aber der Heranwachsenden Sugend, vor Augen zu führen, was wir in den Kolonien geleistet und was wir mit ihnen verloren haben.
Von Geh. Regierungsrat v. Zastrow.
Bon Srmnen md Draußen.
Lin Lag im Sahr sei den Toten freil ... Ls ist ein schöner Gedanke, daß das deutsche Volk seinen Toten des Weltkrieges einen besonderen Trauertag widmen will. Einen Lag, da ihres Heldentums von den Kanzeln gedacht wird, wie in stillen Zusammenkünften der Kanieraden, die das furchtbare Morden überlebt, wie in den Bürgerhäusern, die einen Vater, einen Bruder, einen -Lohn geopfert haben auf dem großen Altar des bedrängten Vaterlandes. Und wem immer vorAug-en steht, welchen furchtbaren von Ost und West heran-drängenden Gefahren der Heldenmut unserer Brüder in Waffen ein Halt gebot, der schließt sich kranztragend im Geiste dem gewaltigen Zuge an, über dem die umflorten alten Fahnen wehen. Dem Zuge, der hinaus geht vor die Tore der Stäbte und weiter, weiter ins Land und über die Grenzen: in den Schnee von Rußland, in die Felder an der Maas, wo schon schüchtern die ersten Frühlingsblumen die Schollen durchbrechen. Dem Zuge, der die Klei nen Hügel sucht, unter denen die. Schläfer liegen, Sieger und Besiegte zugleich, stumme Gchildwachen der Ewigkeit. Und es gibt wohl kein deutsches Herz, aus dem nicht, still und weihevoll, ein Gruß und Dank aufloderte; aus dem nicht Stof? und Wehmut zugleich zu den Scblummernben sprächen:
Euch, die Shr an den Sieg geglaubt,
Den starken, wundervollen,
Und allzufrüh das blutge Haupt
Bargt in der Fremde Schollen;
Luch, die Shr heiß -vom Feind bedräut,
Dem Stürmer Halt geboten,
Gilt dunkler Glanz und Festgeläut
Des Lag's, Shr teuren Lotens
(such hat die Wut -der Schlacht umblitzt, Bis Euch das Herz zersprungen — Daß Luer Blut umsonst verspritzt,
Das ward Luch nicht gesungen.
Und als Shr, Opfer hehrster Pflicht,
Am Wege still geblieben,
Nahmt 2hr -noch stolze Zuversicht
Mit auf den Weg nach Drüben . . .
Shr habts gelitten, habt vollbracht, Getreu, wie Shr's beeidet —
"Ls kamen viel Tage, da wir um die Nacht, Die ewige Nacht Luch beneidet.
Ls kamen viel Lage, da wir beklagt
Die Stunde, die Euch geboren,
>e Sbr umsonst das Letzte gewagt
Sturm verloren.
‘i-^eit hat eine heilende Hand, ie Munden bleiben nicht offen.
Me das Vaterland
Mtarfcenb m neuem Hoffen.
Shm blieb ein Abglanz des alten Ruhms,
Darin es sich darf versenken,
Sm Bilde Eures Heldentums
Lin Danken und Gedenken.
Shr Schläfer im fernen, im heiligen Grund,
Die nimmer wir Wiedersehen,
Luch gilt der Tag und die Feierstund,
Die wir als Schuldner begehen.
Was unsre Zukunft auch vollbringt,
Was wächst an Glück und Ehren,
Shr habts mit Eurem Blut gedüngt —
So wollen die Enkel wir's lehren!»
Der alte Seneca hat schon gesagt: „Nichts ist im menschlichen Leben so traurig oder versöhnt uns so schnell mit dem Gedanken unseres eigenen Todes, als der Anblick und die Betrachtung, wie ein Freund nach dem andern um uns herum zu Boden fällt.“ — Heute ruht unser Blick auf tausend, tausend Freunden, die blutend zu Böden gefallen sind; und die von Sahr zu Sahr milder werdenden Trauer um die Frühvollendete-n soll diesen Tag adeln und ganz Deutschland überklingen. — „Die Trauer der Braut drei Wochen war — die Trauer der Schwester, die war drei Fahr, — die Mutter, die hat die Trauer gepflegt, — bis müde sie selbst sich -ins Grab gelegt. »Ehamisso fangs im „Sohn der Witwe». Und so wird dieser -Lrauertag ein Tag der Mütter werden, die nie des Sohnes vergessen, bis sie alles vergessen . . . Und wenn aus Abend und Morgen der andere Tag wird, geht die Welt weiter und Arbeit und Mühe und Vö-lkerhoder und Parteigezänk und Klatsch und Stank und all' das ewige einerlei im Wechsel flutet wieder in unsaubren Wirbeln über die Lebendigen hin. Und es geht weiter, wie das Buch der Richter schließt: „Zu der Zeit war kein König in Ssrael; ein jeglicher tat, was -ihn recht deuchte». Das war so zur Zeit unserer Eltern ein halb sinniges, halb abergläubisches Spiel: sich für die Deutung der Gegenwart und die Situationen der erlebten Lage aus dem „Buch der Bücher» das rechte passende -Gleichnis und Sprüchlein zu suchen. Man soll nicht glauben, daß mans heute nicht mehr könnte, so man noch die fromme Gewohnheit hätte. Man muß das Buch oben nur kennen, nicht nur so das übliche daraus. Wenn wir heute so manche Rede lesen, die von hoher Warte der Politik in die Welt geschleudert wird, paßt da nicht als Motto -das starke Wort des Hesekiel (Kap. 13, Vers 3) „So spricht der Herr: Weh den tollen Propheten, die ihrem eignen Geist folgen, und haben keine Gesich- te!“ . . . Und wenn wir alle die Anwürfe und Verleumdungen -losen, mit denen die kecken Bürffchle-in, die wirklich Butter auf den Köpfen haben, flugs den Spieß umbrehen zu können wähnen; den Spieß, an dem sie selber gebraten werden sollen, klingt uns da nicht Hiobs bewegliche Flage wie höchste Aktualität ans Ohr (Kap. 9, Vers 30—33) ,^enn ich mich gleich mit Schneewasser wüsche, und reinigte meine Hände mit Lauge, so wirst du mich doch tunken in Kot, und werden mir meine Klei
der scheußlich anstehen. Denn er ist nicht meines gleichen, dem ich antworten möchte, daß wir vor Gericht miteinander kämen. Es ist zwischen uns kein Lchiedsmann, der seine Hand auf uns beide lege.» . . Und wenns in Preußens hohem Haus, da keine Vernunft und Gerechtigkeit kommen und den rechten Weg zeigen will, wieder neuen Wahlschlachten zutreibt und man uns wieder mit heißem Bemühen die Männer empfehlen will, die uns wieder und wieder den Holzweg geführt, klingt's da nicht aus Sefais Rede grollend herüber (Kap. 41, Vers 24) „Siehe, ihr seid aus nichts; und euch wählen ist ein Greuel!" . . . Man sieht, es ginge noch nach der Väter altertümlichem Brauch, öch könnte noch mit so manchem Beispiel dienen, das nicht so ganz auf der Oberfläche der Zitate liegt. Aber es könnte mir einer sagen und klagen: Was ist denn mit dir, Diogenes? Du redest nur von Trauer und Trübem und zitirst Propheten und bitterböse Gleichnisse. Und es ist doch — Kar- nevalszeit! Freilich, freilich die ist. ' Aber ich bin bloß ein -deutscher Bürger -und Steuerzahler unb nicht der Schah von Persien. Der Schah von Persien ist jetzt gerade zum Karneval nach Nizza gefahren. 3m richtigen Augenblick, als er -erfuhr, daß er in Teheran — abgesetzt ist; wogegen er rechtzeitig onch, ehe er in den Zug gestiegen ist, „protestierte". Er hat einen sehr gescheuten Großvater gehabt, den Nasreddin-Schah, der Hat ein Tagebuch geschrieben über seine Europarerse. Und darin beklagt er einmal, daß ihm überall, wo er an einer Station den Kopf aus dem Fenster streckt, „ein entsetzliches Musikstück vorgespielt werde. Angeblich die persische Aationa-IhM- ne. Und dann schwenkten die Leute die Hüte und benähmen sich sonderbar. „Sie scheinen mich», fährtt der Schah fort, „kier für den Mirza Karneval zu halten!" Sein abg. er 6 l aber protestiert und fährt nach Nizza . . .
Der gute Schah von Persien liebt
Sein Land auf seine Weise
Deshalb er sich vergnügt begibt
Nach Nizza auf die Reise.
Ganz Nizza treibt -Allotria,
Ganz Nizza ist nichts nütze,
Und freut sich auf den Perser-Schah
Und seine Lammfell-Mütze.
Da spielt bei Sazz und Pfropfenknall,
Beschwipst schon wie gewöhnlich, >
Der Schah den „Mirza Karneval"
Lalentvoll und persönlich.
Zieht Holde Wesen auf sein Knie,
Die weiblich von Geschlecht sind;
Und schenkt dazu Brillanten, die
Bloß meistenteils nicht echt sind.
Und freut sich baß, daß momentan,
Wenn hier der Focus groß ist,
3n Teheran und Fspaha-n
Derweil der Teufel los ist . . . P i o g e n e