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Ar. 50

Sonntag, den 1. Mär; 1925.

MWe Morgenzeuung.

Verlag: Zulda, Kanalstraße 44.

Zu Ehren

unserer gefallenen Helden!

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Helden-Geoenktas

Das Reichsministerium des 3nnern hat den glücklichen Ge­danken gehabt, unter die gesetzlichen Feiertage einen Gedenktag für unsere gefallenen und verwundeten Heldenfür die Opfer des Krieges" aufzunehmen. Welcher Tag ist würdiger zu ei­nem Feiertage des ganzen Volkes, welcher Gag könnte mehr als dieser aus unserem zersplitterten Volke wieder ein einiges machen? Aber vor allem welcher Gag ist mehr geeignet, unser nur noch wirtschaftlich oder beruflich denkendes Volk zum Gde- -alismus zurückzuführen-, als der Tag, an dem wir dankbar der Brüder gedenken, die Leben oder Gesundheit für Ehre, Freiheit und Bestand des Volksganzen und damit jedes einzelnen Volks genossen freudig geopfert haben?

An diesem Tage sollen alle Gegensätze schweigen, vor allem die der Partei und des Bekenntnisses, aber auch die des Standes als Arbeitgeber oder Arbeitnehmer. An diesem Gage wollen wir nur Deutsche sein, Deutsche, die dasselbe harte Los

getroffen hat, trotz Riesenleistungen uni) Riefenverlusten

nun

wehr- und waffenlos der Willkür raubgieriger Nachbarn und

unfähiger wirtschafttlicher Nebenbuhler ausgefetzt ;u fein. Gedenktage unserer Helden, deren God fast jede Familie zu

Am be­

klagen hat, fühlen wir uns als Schicksalsgenossen in der glei­chen Grauer, im gleichen harten Kampf ums Dafein, -im glei­chen Sklavenlos, gedenken wir auch unserer deutschen Brüder, die ohne oder gegen die Abstimmung haben Angehörige eines fremden, haßerfüllten Staates werden müssen oder sogar über das Versailler Diktat hinaus Soldaten eines fremden Volkes mitten im angeblichen Frieden schweigend gehorchen müssen.

Es ist ein Krost für die Leidenden, Genossen ihres Unglücks zu haben, sagt ein altes römisches Sprichwort. Leidensgenos­sen zu sein, führt zusammen, das weiß jeder erfahrene Mensch. Aber das darf keine sentimentale Aug e nblicksst immung sein, sondern muß uns für das weitere Leben zusammen erhalten.

Zum 1. März 1925.

Wir müssen bedenken, daß der Zweifrontenkrieg unser Schick­sal in der tausendjährigen deutschen Geschichte ist, das Schick­sal eines Volkes, das im Herzen Europas wohnt zwischen Ro­manen und Slawen, daß dieser Zwe-ifrontenkrieg im Weltkriege eine dritte Front erhielt, an der Meeresküste gegen die Angel­sachsen, die uns vom Weltmeer absperrten und dadurch die Hungerblockade über uns verhängten, und daß wir schließlich gegen die wortbrüchigen Italiener eine vierte Feindfront be­kamen. Feinden ringsum, die doch nicht vermochten, in Deutsch­land einzudringen, dank der tapferen Volksgenossen, die für uns bluteten und starben und denen wir heute danken wollen.

3n demselben Kriege gegen Ze-inde auf allen Seiten le­ben wir noch heute mitten im sogenannten Frieden, der kein Frieden ist, wie die Nicht-Räumung Kölns gezeigt _bat. Alles Nachgeben und Abrüsten hat nichts genützt. Der Feind zeigt noch heute nach sechs 3obren denselben Haß, dieselbe unver­söhnte -Kriegssti-mmung. 3a, neue Uebergriffe, wie das Vorge­hen der Polen zeigt, können jeden Augenblick uns weiter schä­digen und vernichten wollen.

3n dieser Lage, umgeben von raubgierigen, neidischen Fein­den, können und wollen wir ohne Wehr und Waffen keinen neuen Krieg führen. 3m Gegenteil, wir müssen uns klar machen daß insbesondere Frankreich mit seinem östlichen Vasallen uns so bis aufs Blut reizèn will, daß wir aus Verzweiflung unge­rüstet uns zur Wehr setzen, damit es in einem leichten Kriege uns ganz vernichten kann. Genau so machten es die Römer im dritten Punischen Kriege gegen das verweichlichte, uneinige, ungenügend gerüstete, aber zur Verzweiflung getriebene Volk der Karthager. Unsere Feinde haben keine neuen Gedanken, sie arbeiten nach Vorgängen. Da heißt es für uns, ruhiges Blut zu bewahren, die Faust in der Gasche ballen und warten,

bis ein gnädiges Geschick einem wieder einigen, männlichen, wehrhaften und mutigen Volke einen günstigen Augenblick schenkt, gegenüber dem anderweitig beschäftigten oder innerlich zerfressenen Feinde die Freiheit zu erringen. Ob mit oder ohne Krieg, wer weiß es. Wir wünschen -ihn nicht, aber wir können und wollen nicht ewig Sklaven bleiben . Gerade das sind wir unseren Helden schuldig, die doch für die Freiheit gestorben sind.

Wer kennt des Schicksals Walten, das uns die Wege weist?" Aber unser jetziges Schicksal kennen wir als Sklaven­nation, umgeben von feindlichen Nationen. Darum müssen wir als Nation einheitlich und geschlossen werden und unterei­nander sozial -denken und handeln. Ein einiges, nicht mehr im Klassenkampfe sich aufreibendes Volk werden auch die frem­den Völker nicht mehr so schamlos wie jetzt zu behandeln wogen. Eine Regierung die ein einiges, und mannhaft denkendes Volk hinter sich hat, kann selbst ohne Waffen wieder eine mannhafte äußere Politik führen. Wir sind durch^unsere Uneinigkeit und Würdelosigkeit selbst schuld, wenn die Feinde sich immer neue Gewalttaten gegen uns herausnehmen und dadurch jeden einzel- lien schädigen und ärmer machen.

3m Felde waren wir ein einiges Vock in Waffen, waren wir Kameraden. Das gab uns unsere Stärke, neben der Rüstung, Ausbildung und Führung. Wenn wir unsere Lieben nicht bloß beklagen wollen, sondern wünschen, daß sie nicht umsost gefallen sind, müssen wir in ihrem Sinne leben und wirken, müssen wir Deutschen einschließlich der Grenzland- und Ausländsdeutschen ohne Rücksicht auf Stand und Stamm alle Kameraden werden, ein einig Volk von Brüdern,

in keiner Not uns trennen und Gefahr.

Dieser Schwur ist die beste Kotenfeier, ist der Dank, den wir I unseren Helden schuldig sind.

Von General Graf von der So I k

Deutschland, arme Mutter. - Gemmneu-GedenttW.

D Dschland, arme Mutter, im Klagen verhüllst du das Haupt . Wo sind Deins tapferen Söhne, an die Du feurig geglaubt? Deine starken, jungfrifchen Knaben, Deine Männer voll Wagemut?

. . . Verschollen, vernichtet, begraben, versunken in wogender Flut!

Umsonst daß Deiner Lieben Opfer für Dich geschehn . . . Wohl ihnen, die geblieben die Deine Schmach nicht sehn! Sie glaubten an Deine Größe, wie Du an sie geglaubt . . . Nun birgst Du in Armut und Blöße verzweifelt Dein Mutterhaupt!

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Wo Frankreichs Ebnen sich breiten, wo Belgiens Ströme zieh», Wo über Rußlands Weiten hungernde Wölfe fliehn, Lief in des Balkans Schluchten, im italienischen Aspengebiet, Sind Deine Söhne gefallen im Herzen ihr Deutschlandlied.

i>tisk auf! Wie darfst Du entehren Deiner Wackern Heiligen God!

Deutschland, Du sollst Dich wehren Deiner erschlaffenden Not, Du sollst Deine Söhne sammeln, die noch sich um Dich reihn, Du sollst dieser Letzten Stammeln stärken zu lantem Schrein!

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siege ohnegleichen gewann Deiner Helden Schar, Lorbeer und Ehrenzeichen brachten sie stolz Dir dar.

Sie waren der Schrecken der Meere. Europa zitterte bang Und dennoch--mit furchtbarer Schwere traf Dich der Untergang.

Du sollst deine Fugend begeistern zu Zielen, die hoch und weit, Du Zollst ihre Leidenschaft meistern, ihren Hang zn Zwietracht und Streit.

Du sollst aus den. Nichts und dem Wirren schaffen ein Großes, das echt,

Du sollst aus dem 5 «gen und Streit erwecken ein neues Geschlecht.

^ritf hin zu den Gotenmalen, an der Hand Deiner Kinder Schar, Und schwören lasse sie, schwören, nie zu vergessen, was war, Gleich Deinen gefallenen Heeren sich opfernd der Pflicht zu weihn!

Das wird edelstes Ehren für Deine Goten fein.

Alice Freiin von Gaudg.

In Memoriam

Der tiefere Sinn des Gedächt-nistages für die Kriegsopfer liegt darin, daß wir Lebenden uns über die -Forderungen klar werden, die sich ergeben aus der besonderen Gragik der deut­schen Grauer. Es ist das bittere Uinsonst, das wir beim An­blick des niedergebrochenen Vaterlandes mit brennendem Schmerz empfinden, dieses Umsonst, das nicht für immer ge­sprochen sein -darf und das gebieterisch an dem Gewissen der Ue- berlebenden rüttelt und uns zuruft: an euch ist es, so zu han- Mii , daß die Blüte der Nation nicht -vergebens geopfert ward, sondern Saat sei, von Gott gesät, dem Gag der Garben zu rei­sen.

Aller Welt Winde wehen über die Gräber unserer Gefal­lenen und alle Ozeane brausen über sie hin aber diese Goten sind zusammengclschlossen zu der großen -Einheit, um die das

Von Admiral Scheer.

lebende Geischlecht vergeblich ringt, zu der wahren Schicksalsge­meinschaft, die beruht auf der Zusammenfassung aller völkischen Kraft -im Dienste eines einzigen großen Gedankens.

Dieser Gedanke war die Rettung des Vaterlandes, so, wie es damals war. Er trug genug werbende Kraft in sich um das stolzeste Heer, das je die Welt gesehen hat, um seine Zähne zu scharen. Grund genug für uns, diesen Staat von 1914, den ein Volk in Waffen zu verteidigen bereit war, mit Kritik nicht nur, sondern auch mit Pietät zu betrachten, denn nur so werden wir das richtige und gerechte Urteil uns bilden können, daß uns als Wegweiser in die Zukunft zu dienen ver­mag,

Für uns gilt es, zuruckzufinden zu dem Geist unserer Ge­schichte, von dem die ideenloseste aller Revolutionen uns ab"

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irren ließ. Wir müssen die Stelle wieder suchen, von der aus uns in die Sackgasse flacher Ideologien und in den Sumpf der Korruption verliefen, verwirrt und betäubt wie wir waren, zermürbt von unerhörtem Geschehen.

Wenn dabei das WortSchuld" ausgesprochen werden soll, so tragen auch die daran, -di-e heute wieder recht laut geworden sind und damals recht stille waren, die keine Hand rührten, als Narren und Verbrecher ein schurkisches Regiment in Deutsch- tanb anhoben und die verkrochen blieben, bis ehrenhafte Män­ner von ritterlicher Lebensauffassung, Männer des alten Schla­ges, ihre kräftigen Schultern unter das wankende Bauwerk stemmten, damit nicht alles zEammenstürzte. Es nützt gar nichts täglich laut zu bejammern daß uns ein Führer fehlt. Viel richtiger und nützlicher wäre, in stiller Arbeit, die beim eigenen