Entlastung des MMMM
Wieviel überflüssiges Personal in den letzten Fahren in die städtischen Aemter und Betriebe ausgenommen worden ist, zeigt der Abbau in der Berliner Stadtverwaltung. Lr bat die Gesamtzahl der städtischen Angestellten und Arbeiter von 83000 am 1. April 1921 und 74000 im Fahre 1922 aus etwa 42000 Kopse gebracht. Das bedeutet in drei Fahren eine Linfchränk- ung um die Hälfte, ein Beweis, wie unproduktiv nach dem Kriege gearbeitet worden ist.
Auch in anderen großen Gemeinden ist kräftig abgebaut worden und in manchen übersteigt die Vermehrung des Personals kaum noch 10 v. H. der Vorkriegszeit, wobei das starke Anwachsen der Aufgaben auf dem sozialen Gebiete schon berücksichtigt ist. Allgemein kann man jedoch noch nicht von einem befriedigenden Zustand sprechen. Es wird immer noch zu wenig berücksichtigt, daß uns der verlorene Krieg notgedrungen zu einer mehr oder weniger starken Einschränkung vieler Ausgaben und damit auch von persönlichen Ausgaben führen muß. Fmmer noch ist die Wahrnehmung zu machen, daß in manchen 'Landesteilen hie Gemeinden auf den Kopf der Bevölkerung gerechnet gegen die Vorkriegszeit noch heute eine wesentlich grö- Hcre — sogar die doppelte — Anzahl von Beamten, Lehrpersonen, Angestellten und Arbeitern beschäftigen. And dies wiederum sind vielfach gerade diejenigen Städte, die sich infolge dieser ihrer Personalpolitik in besonderer finanzieller Notlage befinden. Es wird somit bei allen Verwaltungen unter Zurückstellung mancher Wünsche auch weiterhin aus das ernsthafteste versucht werden müssen, die Personalausgaben langsam ' und stetig weiter zu vermindern, sei es durch Vereinfachung in [ der Verwaltung selbst, sei es daß manche Ausgaben, die in der Zeit nach dem Kriege und nach der Staatsumwälzung übernommen worden sind, wieder eingestellt oder abgestoßen werden. Es müßte das Bestreben sein, die Personalkosten zunächst mindestens wieder aus denden Prozentsatz des gesamten Etats «ausgenommen der Betriebsverwaltungen) zu beschränken, den sie vor dem Kriege in der einzelnen Stadt aus. 'ton.
KauvtamtliKr Schulärzte. |
Die Stadt Marburg hat beschlossen, an Stelle der bisher nebenamtlich tätigen Schulärzte vier hauptamtliche Schulärzte 1 anzustellen. Nur in entfernt liegenden Außenbezirken f ollen ! weiter Aerzte im Nebenamt wirken. Auch Fachärzte sollen weiter nebenher beschäftigt werden. Die Schulärzte sollen auch dw ; Impfungen übernehmen.
Maschinelle Steuereinnahme.
Am die Steuerzahler schneller abfertigen zu können, sollen : in Lhemnitz bei der Erhebung der Steuerbeträge künftig Steu= erbuchungsmaschinen mitverwendet werden. Es soll damit auch größere Sicherheit im Kafsenbetriebe und Vereinfachung der i Buchhaltungsgeschäfte erreicht werden.
Mäarbeit für LMMMMN.
Das Stadtamt für Leibesübungen inFreiburg in Sachsen hat ein sehr erfolgreiches Werbemittel für sportliche Betätigung gefunden, indem es an drei Stellen der Stadt, in der Halle des Hauptbahnhofs, an der Front des Rathauses und an einem verkehrsreichen Platz Schaukästen ausgehängt hat, in denen in wöchentlichem Wechsel Bilder und Abhandlungen aus allen Gebieten der Leibesübungen gezc'gt werden. Die Eurn- und Sportvereine kündigen hier auch bre Veranstaltungen an.
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Jas «uftchttsrr AMiff Originalroman von Knut Gatzwiller Autorisierte Uebersetzung von Elsa v. Hollander-Lossow. sAlle Rechte vorbehalten.) — fRachdruck verboten).
7. Fortsetzung.
ikhoto zog eine mit Brillanten besetzte goldene Ahr aus der Tasche. „ich sehe, es ist Zeit zum Lunch. Wenn Sie zurück kommen, Herr Holm, werde ich ihnen einige neueingetroffene Gegenstände herunterschicken lassen. — Es sind diesmal sehr schöne Dinge darunter, unter anderem einige Bronze- abgüsse und verschiedene Metallegierungen von Kriechtieren, Eidechsen, Salamandern und Thamäleons. Es wäre mir lieb; wenn Sie nun einige Tage mit Säuren und Farbmischungen hier im Laboratorium arbeiten wollten. Alle Abgüsse sind nämlich ganz frisch aus Tokio geschickt, ohne unsere gewöhnliche Patina. Unsere letzten Mischungen hier im Laboratorium sind sehr gut ausgefallen, obwohl wir noch viel weiter kommen können, ich möchte Sie auch gleich darauf aufmerksam machen, Herr Holm, daß von morgen ab ein anderer, ganz gewöhnlicher Elektrotechniker — ihre Stellung einnehmen wird. ich habe in der Zeit, in der Sie bei uns tätig sind, ihre Fähigkeiten als Themiker schätzen gelernt und bin der Meinung, daß ich in Zukunft im Laboratorium mehr Nutzen von ihnen haben werde, als in der Werkstatt. Außerdem wird von dieser Woche ab ihr Gehalt auf fünfunddreißig Dollar wöchentlich erhöht! Sollten Sie, Herr Holm, etwas dagegen einzuwenden haben, bitte ich Sie um ihre Aeußerung, schloß ikhoto mit einem wohlwollenden Lächeln.
Holm war überwältigt. — Etwas einzuwenden: Doppeltes Gehalt unb, was er sich schon lange gewünscht hatte, — freie Hand im Laboratorium! Eine helle Röte stieg ihm in die Wangen — es war ihm vor Freude und Aeberraschung unmöglich, zu antworten.
„ich sehe, Sie nehmen meinen Vorschlag an", sagte ikhoto und ergriff die ihm hingestreckte Hand. „Mein instinkt Jagt mir, daß Sie große Fähigkeiten haben, junger Mann. Arbeiten Sie jetzt nur weiter — immer weiter — und nun wollen wir zum Lunch gehen, es ist zwölf Uhr."
Noch nie hatte Holm sich so auf den Lunch, auf das Leben überhaupt und auf die Arbeit gefreut, wie heute. Er hatte wirklich Sehnsucht, im Laboratorium seine Tätigkeit zu beginnen Endlich war die Frühstückspause vorüber und er stand wieder 'Zwischen Kolben, Retorten und Oefen.
I StmMrmut mö Nvlksretchtum.
Pariser Brief.
(Von unserem Korrespondenten).
Paris, den 16. Februar 1925.
Der Fraukeusturz! Die Teuerung! Herr Herriot beruft nächtliche Kabiuettsfitzuugeu und kündigt die „energischsten Maßnahmen" der Regierung an. Es ist noch einmal gelungen, durch ausgedehnte Stützungskäufe den Frankenkurs, der vorgestern einen bedenklichen Rutsch nach unten machte, wieder etwas aufzubeffern. Die Bank von Frankreich ist eben in der Lage, gewaltige Mittel für die Intervention einzufetzen. Die großen Verkäufe von 5 ranken an der Brüsseler, Londoner, Newgorker Börse gehen nach dortigen Versicherungen nicht von der Börsenspekulation, sondern von französischen Verkäufen aus. Sind es Industrielle, die beim Export von niedrigen Fran- kenkurs profetieren wollen? Gibt es in Frankreich Leute, die ein interesse daran haben, entwertetes Geld zu schaffen, um beim ZurUckzahlen von Krediten Riesengewinne einzuheimsen? Man weiß es nicht, und die ganze Angelegenheit ist sehr unheimlich.
Fedeufalls hat mau in Deutschland keine Veranlassung, sich etwa des Frankenfturzes schadenfroh zu freuen, denn er bringt ein Siemens von Unsicherheit in die ohnehin schon nervöse französische Außenpolitik. Hoffentlich enthält man sich in Deutschland in größerem Umfange a la baisse in Franken zu spielen. Die interventiou der Bank von Frankreich könnte doch manchem Baissespekulanten unangenehme Ueberraschungen bereiten. Deutschlands Fadustrie hat auch kein interesse am niedrigen Franken, der ja nur die französische Ausfuhr erleichtert, die deut sche aber erschwert. Man kann vom deutschen Standpunkt aus nur wünschen, daß eine Stabilisierung des Franken bald gelingen möge. Aber es gibt einzelne französische Finanzpolitiker, die sich mit der Stabilisierung nicht begnügen wollen. Sie möchten den Engländern nacheifern, die ihr.— allerdings lange nicht so erschüttertes —■ Pfund allmählich wieder aus den Vorkriegswert bringen. Aber kann es gelingen, den Franken ebenso voll- oandig zu sanieren? Das ist sehr zu bezweifeln, würde auch einen Umsturz all der Verhältnisse bedeuten, die sich nun einmal auf dem geschwächten Frankenkurse häuslich eingerichtet haben.
Herriot hat in der Kammer die Lage sehr zutreffend mit den Worten charakterisiert: „Sin finanziell bedrängter Staat in einem wohlhabende» Lande". Aber dieses Uebel ist nicht von heute. Es war schon die finanzielle Krankheit Frankreichs vor dem Kriege, immer ist in Frankreich die Steuerleistung weit hinter dem Aationalreichtum zurückgeblieben. Als Bismarck von Frankreich die fünf Milliarden forderte, da erschien diese Forderung, an den damaligen Steuerleistungen des Landes gemessen, eine unmögliche Ungeheuerlichkeit. Und doch brachte das sranzösische Privatkapital die Summe spielend aus. Man hatte eben keine Vorstellung von dem Reichtum, der im Wollstrumpf des Bauern und des Bürgers steckte. Ueber diesen Reichtum sind damals der Regierung der Republik die Augen geöffnet worden. Die Steuerleistung wurde bedeutend erhöht, aber sie blieb dennoch und bleibt noch heute weit unter dem, was der französische Volksreichtum leisten kann.
Die Gründe des Fraukeusturzes sind mehr moralischer als wirtschaftlicher oder finanzieller Ratnr. Die Art der französischen Staatsausgaben, die sich zu meih aus größtem Teil auf Rüstungen zu Lande, zur' See unFfu'F^ sehr ungünstig auf England und Amerika. Schon kommen Vorwürfe dieser Länder, daß Frankreich sich nicht an die Bestimmungen des Washingtoner Bbkommens halte. Namentlich in den Schiffstgpen ,für welche das Washingtoner Abkommen keine Beschränkung auserlegt. (Unterseeboote und Zerstörer) scheint Frankreich den Rekord baoontragen zu wollen. Man will in den nächsten Fahren daraus losbauen, was das Zeug hält, um in diesen kleinen, aber sehr wirksamen Schissstgpen einen gar-
Auf dem Tisch fand er schon die Gegenstände, von denen ikhoto gesprochen hatte, — die schönste Sammlung japanischer Abgüsse, die er seit langem gesehen hatte. Es waren drollige kleine Phantasieungeheuer, Drachen, Götterbilder, Eidechsen und Frösche; am schönsten aber von allen waren die Ehamäleons mit ihren funkelnden Edelsteinen.
Er betrachtete lächelnd und entzückt all diese Dinge. Für sein kunstliebendes Gemüt war es ja mehr ein Genuß als eine Arbeit, sich mit solchen Gegenständen zu beschäftigen, Fetzt muß, le nur seine Tüchtigkeit die Probe bestehen: Mit Hilfe seiner Themie, seiner Säuren und Mischungen die richtige Nuance der Patina zu treffen oder ganz neue Nuancen zu schaffen, so daß die Tiere noch echter und lebendiger Aussahen. Büt größtem Eifer ging er an die Arbeit, und fast täglich sah er Beweise seiner eigenen Tauglichkeit sowie der Erkenntlichkeit seines zwar gelben, aber doch verständnisvollen Thefs. — Alles schien ihm zu glücken. Ohne die geringste Schwierigkeit hatte er im Laboratorium neue, verbesserte Säureöfen eingerichtet, unb mit Hilfe dieser Oefen und seiner chemischen Mischungen setzt durch seinen verbesserten Prozeß erreicht, daß die verschiedenen Zarbennnuancen eine chemische Verbindung mit der Metalloberfläche des Gegenstandes selbst eingingen. Das war an sich nichts vollständig Neues; aber sei seinen Experimenten hatte er in letzter Zeit mehrere verblüffende Entdeckungen gemacht, die er nun alle im interesse seiner Firma verwandte, so daß die Kunstabgüsse aus den japanischen Fabriken in den Salons der Magnaten von Beioyork bis zum Stillen Ozean zu dominieren begannen.
Nicht ein, sondern mehrmals hatte ikhoto Holms schon vorher gutes Gehalt erhöht, so daß er setzt, erst wenige Monate nach seinem Eintritt, sich als ein gut bezahlter Mairn in einer verantwortungsvollen Stellung bezeichnen konnte.
Diese verbesserte Lage war ihm jedoch keineswegs zu Kopf gestiegen. Als einzige Extravaganz hatte er sich nur geleistet, uacb Newgork überzusiedeln, wo er im Untown-Viertel, in der Bä^e des Bronx-Parks, eine kleinere aber geschmackvoll eingerichtete Wohnung bewohnte; auch nahm er seine Mahlzeiten in einem der vielen kleinen französischen, gemütlichen Privatho- tels ein an denen Aewgork so reich ist. Sonst führte er ein stilles, ruhiges Leben, ging selten aus und verkehrte nur mit sehr wenigen Leuten.
Oft war ihm sein Funggesellendasein etwas einsam, da er keine intimen Freunde hatte, noch viel weniger Freundinnen, aber er wußte sich über diesen Mangel zu trösten, indem er sich i in Bücher besonders wissenschaftliche vertiefte.
nicht mehr einzuhaltenden Vorsprung vor England und Amerika zu gewinnen. Der Eindruck ist in den beiden Ländern kein guter, zumal Frankreich jammert, daß es seine Kriegsschulden nicht an die Angelsachsen zurückzahlen könne. Da Unterseeboote und Zerstörer doch wahrhaftig keine Rolle zur Abwehr eines deutschen Angriffs spielen können, zerbricht man sich in England schon den Kops darüber, ob sie nicht etwa gegen England bestimmt seien. Nimmt man das große -Luftkampflager jn bourg -dazu, so kann man gewisse englische Befürchtungen verstehen. Man versteht auch, daß diese Befürchtungen sich " Frankenbewertung der Londoner Börse ausdrücken.
Wenn Herriot die Finanzen Frankreichs sanieren will, wird er einerseits die direkten Steuern erhöhen, aber auch die Rüst- ungsausgaben beschränken müssen — nicht nur um das Eieichg^" wicht des Budgets herzuftellen, sondern auch um in Z und Amerika den moralischen Eindruck durchzusetzen, w Frankreich seine Finanzen nicht nur zu dem Zwecke ordnen wÄ “ um sie für einen neuen Krieg bereit zu haben. Solange diè Welt der Angelsachsen Furcht vor Fraickreich hat, wird sie dem Franken nie geneigt sein.
Ausstellung „Keim und Scholle".
Eine Ausstellung »Heim und Scholle" soll vom 2. Mai bis 1. Suni 1925 in Braunschweig stattfinden. Der gesamte architektonische Aufbau der Ausstellung liegt in den Händen des Architekten Stadtbaurat a. D. Bruno Taut, Berlin, während die Abteilung „Scholle" von dem Garteyarchitekten Leberecht ■ Migge Worpswede durchgeführt wird. Ein größeres Gelände ist speziell für Ausstellung und praktische Demonstration der verschiedenen Baustoffe und Baukonstruktionen vorgefehen, wobei dieses Gebiet durch kleinere Eigenbauten von Firmen der verschiedenen Spezialbauweisen Buntheit und Abwechslung erhalten wird. Die anschließende Abteilung für Baumaschinen wird der zunehmenden Ändustvialisierung der neuen Baumethoden entsprechen.
Der deutsche Kaufmann wieder in Ostafrika.
Ein schönes Zeugnis wird der Unternehmungslust des dent- schen Ueberseehandeis jetzt von englischer Seite ausgestellt; Die Otg. East Africa weist darauf hin, daß deutsche Kaufleute sehr erhebliche Erfolge im ehemaligen Deutsch-Ostafrika und der angrenzenden englischen Kolonie Uganda aufzuweisen haben, du Mombassa sind zwölf deutsche Firmen ansässig, und das größte Hotel sei in deutschem Besitz. Sn sechs Monaten werde es den deutschen Kaufleuten wieder möglich sein, im ehemaligen Deutsch Ostafrika wieder ansässig zu werden. Die' Einjuhr nach Ostafrika sei seit bem Kriege von fünf auf sieben Millionen Pfund gestiegen. England sei an dieser Zunahme von zwei Millionen Pfund nur mit fünfzigtausend Pfund beteiligt. Der Rest entfalle hauptsächlich auf Deutschland, Fapan und Belgien. Die Erfolge der deutschen Kaufleute seien vor allem daraus zmück- zufUhren, daß von deutscher Seite in Gestalt von Dreimonats» wechseln die häufig nochmals um fünfzig Tage verlängert würden, Kredite gegeben würden.
Das Ehedrama des Dramatikers.
Eine schöne Budapester Schauspielerin steht wieder im Mittelpunkt einer Aufsehen erregenden Liebesaffäre, nachdem sie schon vor Sahren durch ihre Schönheit ein junges Mensche^ 1 ebenv?rmc^ete. Damals hatte sich ein
Jterjunge in die Bühnenschönheit oerUiebt, suchte sie in ihrer Wohnung auf und schoß auf sie, dann tötete er sich selbst. Die Schauspielerin wurde damals schwer verletzt und lag manate- lang im Sanatorium. Setzt hat die Frau des berühmten unga- 'rischen Bo mansch riftftellers Sigmund Moricz in Budapest Selbstmord begangen, weil sich ihr Mann von ihr scheiden und die oben erwähnte Schauspielerin heiraten wollte. Er lebte mit seiner Gattin seit zwölf Fahren in glücklichster Ehe.
Am stärksten interessierten ihn die Werke bekannter Phg- siker über das Licht und die Brechung des Lichtes, und seine' Studien waren so eingehend, daß er bald den Standpunkt der Wissenschaft unserer Zeit teilte, daß nämlich der Ursprung aller physischen Stoffe hier in der Welt in Elektronen und ihren Schwingungen zu suchen sei.
Durch fleißiges Studium, oft in späten Nachtstunden, hätte er sich zahlreiche Theorien ungeeignet, die ihm, gestützt auf praktische Experimente, wertvolle Erkenntnisse hinsichtlich der Brechung des Lichtes in verschiedenen Stoffen gebracht hatten, so daß er jetzt auf diesem Gebiet als Sachverständiger anzusehen war. . . .
Eines Tages, als er nach dem Lunch in das Laboratorium zurückkehrte, hörte er drinnen Stimmen, noch ehe er über die Schwelle getreten war. Er ging rasch hinein unb sah zu seiner Ueberraschung Fkhoto in Gesellschaft eines andern Sapaners, beide eifrig damit beschäftigt, etliche Abgüsse, die eben aus dem Ofen gekommen waren, zu betrachten jm'b zu bewundern.
Als er hastig eintrat, wendeten sich beide ihm zu, so daß er den unbekannten Japaner vor sich sah. — Es war eine zierliche, schlanke, mittelgroße Gestalt, vielleicht fünfzig Fahre alt, von ■einer Vornehmheit und Eleganz, die Holm bewundernswert erschien. Mit einem zuvorkommenden Lächeln lüftete er seinen Seidenhut, trat einige Schritte auf Holm zu und sagte, indem er ihn mit seinen großen, funkelnden Augen ansah:
„Ah, Herr Holm, vermute ich! Es ist mir eine Freude, einen so tüchtigen Europäer kennen zu lernen. Wie Sie sehen, habe ich mir gestattet, die bereits fertigen Gegenstände zu betrachten. Fch hoffe, Sie werden diese Freiheit entschuldigen!"
Fkhoto unterbrach ihn. — „Du hast ganz recht, das ist u$^r Themiker, Herr Holm, und hier sehen Sie Herr Holm, weinen
Freund und Landsmann, Baron Mamimural"
„Fch muß Fhnen sagen," nahm der Baron das Sie mich mit Fhren schönen Resultaten' überraschen. A-un koun^c fast glauben, Sie seien kein gewöhnlicher Themiker, sondern ein Gelehrter, der ein jahrelanges Studium des Lichtes uno ]einer Brechungen hinter sich hat. Dieses Fabbenspiel ist
bilden Zufall nicht zu erreichen."
Holm nahm mit einer Verbeugung das Kompliment des Japaners entgegen.
„Fch bin umso erstaunter," fuhr Baron Mamimura fort, „da sonst doch wir Söhne des Ostens die Führenden geiv )en find, was Farben und Lacke betrifft, Kraft unserer uralten Kultur. Es ist also ein doppeltes -Komplinient für Sie, Herr v)olm.
(Fortsetzung folgt.)