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. ;-.rir(. aber nochulchtbestimmt, daß er sich demnächst Each London begeben we^de nm mit Lhamberlein und Baldwin

verhandel». nunmehr von den Alliierten ? ! sL der Bericht veröfsentlicht werden ;uerst ;» Bericht allein oder auch die Anhänge (deren Zahl wen«> >a, o(s ejn}iges Abendblatt mit 12 angibt), und in wel- her Lemp deutschen Regierung die am 26. San. in Aus- ÄÄ^ was man von Deutschland hinsichtlich Mer EntwaffnungspolM erwarte, gemacht werden?

Franzchtzche Urteile.

, xandcm, 18. Febr. telef. Jn der heutigen Sitzung des 'Lirben Militärgerichts wurden wegen nicht vorschrifts- Auszeichnung der Waren 6 Kaufleute zu je 10 bis 50 Ä Geldstrafe, zwei Kraftfahrer zu je 20 Mark Geldstrafe, keine Nichtspiegel an ihren Lastwagen angebracht hat- VX P-»°°-gch-°- 10 »*«> ,° i- 5 Hs 15 » Suitas« 6««tl«iH- ®«e gröSc« A»,ch> Don Angâg!-», ^e nicht erschienen waren, wurden in Abwesenheit verurteilt.

Zur die deutschen Kriegergräber.

D.B. BerUn, 17. Zebr. (Lig. Meldg.) Lm Haushaltsaus- schutz des Reichstages wurden heute u. a. für die Pflege um Unterhaltung deutscher Kriegergräber 250 000 Mark dewükgl. Diese Mittel dienen nur der ergänzendem und kontrollieren^ en Unterhaltung der Kriegergräber im Auslande, da nach dem Versailler Vertrage diejenigen Staaten, in denen Kriegergrä­ber liegen, selbst für die Grabpflege zu sorgen haben.

Amerika-Kredit für die Landwirtschaft.

DB Berlin, 17. Sehr. (Lig. Meldg.) Wie wir aus Zi- nanzkreisen hören, schweben zurzeit zwischen Vertretern der Rentenbank und gmerikanischen Finanzinstituten Verhandlungen über Aufnahme eines Kredites in Höhe von 1 Million Dollar.

Gegen die politische Amnestie.

D.B. Berlin, 18. Febr. (Lig. 2Mbg.) Der Rechtsausschuß des Reichstages beschäftigte sich am Dienstag mit Amnestie­sragen. Der erste Paragraph des Amnestieantrages, der den Gegenstand, der zu erlassenden Amnestie behandelt, wurde mit 14 gegen 6 Stimmen abgelehnt. Die in der Amnestiefrage ein- gegangenen Petitionen wurden durch diese Abstimmung für er- Ucdigt erklärt.

Siir die Wiederherstellung des alten Labakzolles.

D.B. Berlin, 17. Febr. (Lig. Meldg.) Bon deutschnatio- naler Seite ist im Reichstag ein Antrag eingebracht worden, Ler die Reichsregierung ersucht, den Reichsfinanzminister zu er­mächtigen bezw. anzuweisen, die Wiederherstellung des alten Tabakzolles von 150 M. pro Doppelzentner Labak vorzuneh­men.

Wiederaufnahme d. deutsch-belgischen Wirtschaftsverhandlungen

D.B. Berlin, 18. Zebr. (Lig. Meldg.) Nachdem die bel­gische Delegation wieder in Berlin eingetroffen ist, werden, wie wir hören, die deutsch-belgischen Handelsvertragsverhandlungen .an: Donnerstag wieder aufgenommen. Jn unterrichteten Krei­sen ist man der Ueberzeugung, daß die Verhandlungen in nicht zu ferner Zeit ein günstiges Lrgebnis zeitigen werden.

Das Urteil im Prozeß Auer.

D.B. München, 17. Zebr. (Lig. Meldg.) Nach elftägiger Verhandlung wurde am Dienstag in dem Prozeß des sozial­demokratischen Führers und Vizepräsidenten des bayerischen Landtages Auer gegen Winter, Pelzer und den kommunistischen Abgeordneten Lanzmeier wegen eines Vergehens teils der Be­leidigung, teils der üblen Nachrede das Urteil gefällt. Ls lau­tete gegen die beiden erstgenannten auf je 5000 Mark Geld­strafe evtl. 50 Lage Gefängnis, gegen Lanzmeier auf 4000 MK. Geldstrafe bezw. 40 Lage Gefängnis. Die Beklagten haben sämtliche Kosten zu tragen. Ln der Begründung wird auf die umfangreiche Beweisaufnahme hingewiesen und sämtliche in der betreffenden Broschüre enthaltenen Beleidigungen aufgezählt. Alle Srunbiagen für diese Beleidigungen seien nicht erwiesen.

Verhaftung des Kommunisten Pieck.

D.B. Stuttgart, 17. Zebr. (Lig. Meldg.) Hier fand eine Konferenz von Vertretern der kommunistischen Partei statt. Die Polizei kam auf die Spur dieser Zusammenkunft und ver­haftete mehrere Teilnehmer darunter auch den im Tscheka- Prozeß als Mitglied des Fünferkopfes genannten Abgeordneten Pieck und den bayerischen Landtagsabgeordneten Schlaffer.

Falschmünzer.

wb. Breslau, 18. Febr. Lin MUnzverbrechenprozeß von größtem Ausmaß hat heute vor dem erweiterten großen Schöffengericht begonnen. Lr richtet sich gegen 29 Personen, von denn 14aus der Untersuchungshaft vorgeführt werden. Die UeberführungsstUcke befinden sich in vier großen Koffern und zwei Kartons. Von den Beschuldigten stammt nur eine kleine Zahl aus Breslau; die meisten, namentlich die Haupttäter sind aus Oberschlesien und Leipzig. Die Angeklagten haben in Beu- then und Leipzig große Mengen von Papiergeld angefrtigt bezw. verschleißt. Die Anfertigung der Falschscheme nahm ei­nen solchen Umfang an, daß sie mit Maschinen hergestellt wurden.

Man bremst.

â Paris, 18. Zebr. Havas berichtet aus Washington: Ls find Gerüchte im Umlauf, nach denen eine Wandlung in der Haltung de> Vereinigten Staaten gegenüber Sowjetrußland be­vorstehe. Präsident Loolidge habe erklärt, daß er keine Andeu­tung mache, daß die Vereinigten Staaten Sowjetrußland aner­kennen würden. Präsident Loolidge sei auch nicht der An­sicht, daß der Rat von Hughes voraussehen lasse, daß die ameri­kanische Politik gegenüber Rußland sich ändere.

Rücktritt Herriots infolge des Frankensturzes.

h 4 ' London, 18. ^or. (Lig. Meldg.) Der Tatsache, daß ' Ministerpräsident Herriot wegen der Stütz- ^ânzojijchen Zranken sich genötigt sah, Caillaux zu wirbH mc^'n ^ Blätter große Bedeutung bei. Cs sche Regierima ^"^'^°" Nur gesehen, daß die französi- Hande m Vorbereitungen treffe, um die Macht in stärkere Die ""è ^^ 'n 'ein Kabinett Laillaux-Loucheur. 1 iu)eii lich gegen die franzo^,^ Anleihepolitik aus

Die Letzten vom 3- R. 3.

wb. Rewgork, 18. Zebr. Zunkspruch. Kapitän Flemming und zehn andere Mitglieder der Besatzung desZ. R. 3, die noch in Amerika zurückgeblieben waren, sind heute nach Deutschland abgereift.

Streik in Japan.

wb. Schanghai, 18. Zebr. Der Streik der japanischen Baumwollspinnereien, der gestern begonnen hat, dehnte sich auf 50 000 Arbeiter aus, die 15 japanische Baumwollspinnereien an- gehören. Als die Streikenden die Spinnereimaschinen zerstören wollten, kam es zu Zusammenstößen. Letzt ist die Lage ruhiger. Wie Reuter meldet, ist die Bewegung durch verschiedene Här­ten und durch die japanfeindliche Stimmung verursacht worden.

Even Mn.

Zum 60. Geburtstag am 19. Februar 1925.

Von Bruno Goldschmi 1.

Wir Deutsche haben im Ausland, wenig Freunde. Liner unserer treuesten aber ist der Schwede Sven Hedin. Schon aus diesem Grunde sollte man an seinem 60. Geburtstage seiner ge­denken.

Außerdem ist Sven Hedin einer der ersten Geographen und Länderentdecker der Gegenwart, dem wir riche Kenntnisse über Libet, wie über Asien überhaupt verdanken. Als junger Haus­lehrer in der Nähe des Baikalsees, als er erst zwanzig Lahre alt war, fing feine Liebe zu Asien an. Bis 1909 waren es fünf große Reifen durch Asien, voll von unsagbaren Schwierig­keiten, aber auch voll von wertvollen Ergebnissen für die Län­derkunde, die Kultur- und Altertumswissenschaft. Ln umfang­reichen und rein wissenschaftlich gehaltenen, teils englisch ge- schriebeneu Werken legte Sven Hedin diese Lrgebnisse seiner Forschungsreisen nieder. Zum großen Leil haben wir auch in unserer deutschen Sprache mehrbändige Schilderungen seiner Reisen. Wer sie gelesen hat, z. B.Durch Asiens Wüsten", Lm Herzen von Asien",Zu Land nach Lndien",Lranshi- malaya - und wie diese Werke alle heißen der hat gemein­sam mit ihm im Geiste die Abenteuer und Siege miterlebt, ja Siege über die An bilde der Natur, der widerstrebenden Men­schen und /Verhältnisse. Darum hat auch die Lugend und wer immer mit ihr gefühlt, Sven Hedins Schriften mit besonderer Liebe ergriffen und Juy von ihm von Pol zu Pol führen und dabei jugendlichen ^Wagemut stärken lassen,

Sven Hedin ist groß auch als Künstler!Seine oft nur kurz hingeworfenen Skizzen verraten Schwung und Rhgthmus, be­zeichnen treffend die wesentlichen Züge der von ihm gezeichneten Menschen und Landschaften. Seine photographischen Aufnah­men ergänzen diese künstlerischen Fähigkeiten aufs glücklichste. Den Künstler aber verrät auch seine Sprache. Wer Sven Hedin hat sprechen hören, hat kaum in ihm den Ausländer bemerkt. Ln seinen Büchern mit ihrem gewählten Deutsch merkt man den Auslnader sicher nicht. Der Dichter löst den Forscher ab.

Und der ganze Dichter ist bei seinem zweibändigen Roman Lsangpos Lamas Wallfahrt" in ganz besonders schöner Weise zum Vorschein gekommen. Der Menschenkenner, der Lierken­ner, der Landschaftskenner ringen darinnen miteinander um die Palme. Hier ist ein Kunstwerk entstanden, das völlig unab­hängig von seiner auf eigener Lrfahrung und Kenntnis der Ver­hältnisse beruhenden Darstellung schon durch sich selber wirkt.

Noch ein Wort über den Politiker Sven Heidin. Schon vor dem Weltkrieg hat er durch seinen bekanntenWarnungs­ruf" prophetisch in die -europäische Politik eingegriffen. Pro­phetisch deshalb, weil er auf'Grund seiner eigenen Heimatsge- schichte und der Lahrhunderte zurückliegenden kriegerischen Ver­wicklung Schwedens mit Rußland die Ausdehnungskräfte Ruß­lands kannte und die politischen Folgen frühzeitig abzusehen in der Lage war. Nicht viel anders ist es dann auch nur zu bald gekommen. Trotz seiner aus früheren Lahren herrühren­den Verpflichtung gegenüber Rußland und seiner nahen Be­ziehungen und Verbindungen zu Lngland, vor allem trotz eines ihm früher vorteilhaften Freundschaftsverhältnis zu Lord Lur- zon, dem einstigen Vice-Kaiser von Lndien, trat Sven Hedin im Weltkrieg unbedenklich und aus innerster Lmpfindung heraus auf die Seite Deutschlands, auf die Seite des deutschen Volkes in Waffen. Sm Westen war er Zeuge feiner Laten, nach Osten führte ihn nicht minder der Weg dieser Zengenschaft. Lr trug die Folgen und stand mannhaft für das recht erkannte ein Die mancherlei politischen Fragen, die sich an Mesopotamien knüpften und mit der Mündung des Lüphrat-Ligris Zusammen­hängen, die Reihe von Schwierigkeiten, sie waren ihm nicht un­bekannt. Während des Krieges noch fand er Zeit, sich an Ort und Stelle, bis hinunter nach Jerusalem, damit vertraut zu machen und sie in der ihm üblichen klaren Art auch anderen Menschen deutlich zu machen. Kein Wunder, daß das Lahr 1918 mit seiner verhängnisvollen Umsturzbewegung auch ihn traf wie es uns alle getroffen hatte, als eine uns und ihm unbegreif­liche Verblendung. Nicht als ob Hedin für das Lmporkommen neuer Stände und für Neuordnung von Volksschichten Kehn Verständnis hätte! Der Leser seines letzten BachesVon Peking nach Moskau", das kurz nach seinem mehr geographisch kulturwissenschaftiichen Buch über die Mount Lverestbesteigun- gen erschienen ist, wird sogar erstaunt sein, wie Hedin dem sow­jetischen Rußland gerecht zu werden versucht. Geht er auch nicht so weit wie der doch wohl optimistisch sehende Fritjof Aanesn, so stellt sich Hedin doch auf den tatsächlichen Boden 'Neuraßlands. Für Deutschland aber bleibt allezeit sein Urteil und seine Verurteilung der Revolution ungetrübt bestehen, denn im Gegensatz zu Rußland hatte sich für ihn das deutsche Volk nicht erst aus solch kultureller und wirtschaftlicher Niedrigkeit zu befreien, wie das rassische.

Ls ist nicht an dem, als hätte sich Sven Hedin dabei irgend» wie durch andere den klaren Blick, sei es für Rußland oder für Deutschland, etwa trüben lassen. Seine Aufrichtigkeit und Dnbestechlikeit geht im Gegenteil bekanntlich so weit, daß er einem anderen Reisenden, auch einem Dichter, aber mit viel- leicbt nur allzuviel dichterischer Phantasie, Ossendowski, and seinen mindeestns geographisch fragwürdigen Erzählungen ent- gegeutreten zu müssen meinte. Ueber die bereits in seinem letzten Werk darüber begonnene schriftliche Auseinandersetzung hinaus darf man in einer in Aussicht genommenen mündlichen

Aussprache weitere Klarheit erwarten. Auf keinen Fall ist Sven Hedin, der nunmehr bdjährige Mann, am Ende seiner Leistung. Wir werden von ihm als Forscher und als Künstler ja als tief veranlagten Menschen, noch viel erwarten dürfen.

Aus Stadt und Lund.

Daten der Kulturgeschichte.

19. Februar.

An diesem Lage begeht Sven von Hedin (geb. 1865 in Stockholm), dessen Name durch zahlreiche Werke über seine seit 1885 mit großem Erfolge aasgefUhrten wissenschaftlichen Reisen in Libet, Persien, Turkestan wie der keines anderen Forschers der Gegenwart in der ganzen Welt rühmlich be­kannt wurde, seinen 60. Geburtstag. Sein mutiges, energisches Eintreten für Deutschlands Rechte in und nach dem Weltkrieg in Wort und Schrift, hat ihm die Herzen aller Deutschen er­obert. Auf diesen Lag fallen auch die Geburtstage des Astro­nomen Nikolaus Kopernikus in Lhorn (1475), des Physikers Alexander Graf Volta in Como (1745), des seinerzeit ungeheuer viel gelesenen ungarischen Schriftstellers Moritz Lokai in Ko- morn, Ungarn (1825), und des Physikers Svante Arrhenius in Wgk bei Upsala (1859). Am 19. Februar 1878 erhielt Edi­son das Patent auf feinen ersten Phonographen mit Stanivl- walze. Der Apparat wurde die Sensation der Pariser Welt­ausstellung von 1878 und in späterer Gestalt als Grammophon der Schrecken aller Mitbewohner eines Hauses, in dem er in Tätigkeit gesetzt wird. Bei dieser Gelegenheit mag es viel­leicht von Lnteresfe sein, auf ein interessantes Zukunftsbild der Dichterin Lmgelow hinzuweisen, die sechs Lahre vor der Er­findung des Phonographen diesen in folgenden Zeilen in einer Erzählung vorausgeahnt hatte:Er begann etwas zu schrei­ben, was offenbar eine große Erfindung in der Akustik betraf und das, wie er sagte, schon in allernächster Zeit sich verwirk­lichen werde. Wissen Sie etwas von der Entstehung der Pho­tographie? Lch konnte es bejahen. Photographie bemerkte er, liefert ein sichtbares Bild; können Sie sich vielleicht etwas Analoges denken, das ein unsichtbares Bild gibt? Der wirk­liche Unterschied besteht nur darin, daß das Ganze einer Photo­graphie dem Auge jederzeit gegenwärtig ist während es der Akustigraph nur in aufeinanderfolgenden Teilen vermittelt. Das Lied war gesungen und die Symphonie gespielt, und er gab sie wieder und brachte sie unter gleichzeitigem entsetzlichem Lärm hervor. Dann, als wir die Ldee nur erst einmal fest gefaßt hatten, fiel es der Wissenschaft nicht allzu schwer das Bild gleichsam zu skizzieren und jetzt können wir es verlängern, so viel wir wollen.

Liederabend Heinz Clos. Wie wir hören, wird Heinz Clos an feinem morgigen Liederabend einen ganz besonders schönen Lioderftrauß zum Vortrag bringen, alte und neue, ernste und lustige Lieder werden abwechseln. Ln Cassel mußte sein letzter I Abend der starken Nachfrage wegen noch zweimal wiederholt werden. DieCasseler Allgem. Zeitung" schreibtHerz und Humor liegt in seinen Liedern. Der Vortragssaal war überfüllt, man stand in den Gängen, fast auf den FensterbrUstungen und gab unendlichen Beifall". Karten sind noch im Vorverkauf bei J. Hosse Warktstrahe 6 und an der Abendkasse zu haben. (Sie­he heutige Anzeige).

m. Feuer. Lm benachbarten Kerzell brannte gestern Morgen das Wohnhaus mit Stallung und Scheune des Landwirts Hel­frich nieder. Die Feuerwehren aus den Aachbardrten konnten die angrenzenden Gebäuden retten, trotzdem großer Wasserman- ge! herrschte. Das F-euer soll aus einem Schornstein entstanden sein.

Berufsneigung m- Berufseignung.

Die gegenwärtige Zeit stellt an jeden einzelnen Staatsbür­ger in unserem Vaterlands die höchsten Anforderungen. Sie erfordert von ihm Sammlung der Kräfte zur höchsten Potenz. Leder kann aber nur für das Vaterland Gedeihliches und Nutz­bringendes leisten, wenn er auf rechtem Platze steht. Die Verwirklichung dieser Vorbedingung zu fördern, ist eine schwere aber vornehme Aufgabe des Staates. Nicht jeder Mensch eig­net sich für einen Beruf, für den er Neigung hat. Gar \oft wird solch eine Neigung aus dem jeweiligen Zeitumstand her- aus geboren. Als Beweis möge eine Umfrage dienen, die 1918 1919 in Berliner Schulen angestellt wurde? Die Frage nach dem künftig zu erwählenden Beruf hatte folgendes Ergebnis' Künstlerische Laufbahn o Prozent, Lehrer 28 Prozents Beamte = 27 Prozent. Dieselbe Umfrage, 1923 gestellt, zeitigte folgendes Resultat: Lehrer = 2 Prozent, Beamte = 2 Prozent, technische Berufe 24 Prozent, Bankbeamte 41. Prozent. Aus dieser kleinen Gegenüberstellung geht lchlaglichtartig hervor, daß bei der Wahl des Berufes durch- aus nicht die Eignung das ausschlaggebende Moment war» sondern durchweg herrschten ganz äußerliche, materielle Gesichts­punkte vor.

Was bedeutet nun dieser kleine Ausschnitt der Berufswahl für unser Staatsleben? Sicherlich sehr viel! Zum mindesten enthält er eine Warnung. Soll es aufwärts gehen in unserem Staatsleben, so muß bei der Berufswahl ohne Frage die Be­rufsbegabung fürderhin eine Rolle spielen. Es ist beispielswei­se noch lange nicht jeder Lehrer, der sich das stoffliche Pensum _ aneignet, das der Lehrerberuf von ihm erfordert. Ein Schulamtsbewerber kann zwar einfurchtbar gelehrtes Haus" jem, in die Klaffe vor die Kinder gestellt, kann er aber auch eine miserabler Schulmeister werden. Sehnlich ist es mit anderen Berufen.

Uei der Berufswahl sollten die Eltern nicht nur diema- ieueüen Aussichten" immer und immer in Erwägung ziehen, viel brennender müßte ihnen die Frage nach der individuellen Veranlagung, der Charaktereigenschaft und nach der Körper­konstitution werden. Cs soll nicht verkannt werden, daß die Fragestellung nach dieser Seite hin ungemein schwierig ist für manchen Vater und für manche Mutter. Der Staat aber ist ihnen, in richtiger Erkenntnis dieser schwierigen Materie, auf bestem Wege entgegengekommen, als er sich entschloß für der-