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Nr. 40

Mittwoch, den IS. Februar 1925.

Mische Morgenrettung.

Beiblatt.

Verlag: Fulda, Kanalstraße 44.

.oooooooooooooooooooüoooooo.oooo-eooooooo.eoo.-.ooooo.ooooooooeoooooo.o.«.

Striche und Skizzen

Die Mlettffa und der Zaustuecht.

Line Groteske von

Das Fräulein hatte vor einigen Lagen ihren Dr. jur. ge­baut. Zn München. Sie hatte nicht den Ehrgeiz, eine Rechts- Praxis zu eröffnen nicht unbedingt. Sie war ein sehr ver­nünftiges Mädchen. Ohne Umschweife gestand sie sich und an- beren:Wenn ich die Gelegenheit habe zu einer glücklichen iLhe, bann wird geheiratet. 2ch will in der Zeit jede Lhance dazu beachten; und zwar mit stärkerer Hingabe als die Möglichkeit, meine Diplomweishèit zu kapitalisieren."

Während sie sich für die mündliche Prüfung vorbereitete, hatte sie noch etwas getan: sie hatte ihren Reisekoffer gepackt. Das erforderte Sammlung und wägenden Verstand. Der Kof­fer war zwar aus Rindsleder, knarrend und von wohltätiger Vornehmheit, aber er war klein. Gr war so klein, daß Sräu- lein Dr. jur. Wilma Haselbach sich getraute, auf eigene Faust - damit durch Süd Italien zu kommen. Ohne Gepäckträger und Hoteldiener.Und wenn ich Glück habe, sogar in die Ghe", setz- te sie besinnlich hinzu und lachte sich dabei freundlich an. Sie war ein fehr vernünftiges Mädchen. Wenn sie mit dem Kof­fer aus Rindsleder in Rom oder Neapel ein Hotel suchen würde (konnte man sich vorstellen), so ward keine Karikatur aus ihr. Die beiden paßten zusammen. Auch das Fräulein war von zierlichen Ausmaßen. Ls klang wienerische Musik durch ihre Bewegungen nicht Strauß, nein, nein: Mozart. Sie war nicht bestechend in ihrem Aeußeren. Aber sie war von weichen österreichischen llmsponnenheiten. Und wenn sie sprach und sich betat, dann heimelte sie sich Männern von innerer Kultur in Herz und Sinne. Sie hatte sich dieser Kunst aber nur mit Maß beflissen. Mit Maß. Ls lagen um Wilma ernste Semester, mit dem Dr. jur. als Abschluß; und es waren dafür vorhanden ge­messene Mittel. Immerhin: sie hatte jene Kunst auf ihre Ver­läßlichkeit geprüft. Und ohne Nervosität reiste sie ihrem fünf- undzivanzigsten Namenstag entgegen und Neapel.

Dort wählte sie ein Hotel in der Straße Santa Lucia. Das Leben der Metropole des Südens brauste durch jene Straße. Und diesem ungefesselten fremden Leben wollte sie ganz nahe sein. Sür ein paar Gage. Dann erwartete sie Nachricht von einer befreundeten Familie aus Sorrent. Dort in der schimmernden Blüte der Wellen gab es wohl Zeit genug für beschauliche Sonnenträume.

Es war am zweiten Morgen in Neapel. Sehr früh. Ge­genüber der Hotelzimmertüre Wilmas (man brauchte nur den Gang zu überqueren) war eine Glastür. Dort trat man auf eine Terrasse. Das Haus lag noch im Schlummer. öm Morgenge- wande huschte Wilma über den Gang. Gärten lagen unter ihr. Palmen standen darin; Opuntien, Feigenbäume, mit blauen Winden umwoben, im Silber des Morgens. Auf dem Hafen lag eine Nebeldecke. Masten und Schornsteine ragten darü­ber heraus. Die Rauchsäule des Feuerbergs stand steil und still gegen den Himmel. Klar, aber glanzlos war dieser Himmel um jene Stunde; der Qualm aus dem Krater schwarz. Um jene Stunde. Gestern, im Lichte der Sonne, war er schlohweiß herausgebrodelt. Ueber Sorrent, über Mavello, über den Gip­felzacken der Odgsseelandschaft funkelte der Tag herauf. Losin- rot. Ls war schön.

Da hörte Wilma auf dem Gange den gedämpften Tritt ei­nes Mannes. Gr klang an der offenen Glastür vorüber. Der Hausknecht wars, der die Stiefel der Hotelgäste abholte zum Reinigen.Die Doktoressa?" dachte er. Zu sinnender Be­trachtung nahm er das zierliche Schuhpaar vor ihrer Lür auf und sagte mit einer VerbeugungGuten Morgen". Als Wil­ma von der Terrasse in das Himmer zurückkehrte, sah sie ihn am Ende des langen Gange die Stiege hinabsickern.

Ginmal im Laufe des Tages ging sie an ihm vorüber. Da trug er eine Mütze mit Goldbuchstaben. Gr ging zur Land­ungsstelle der Dampfer. Dort schmetterte er, in der Reihe der Hoteldiener, den ankommenden Reisenden den Namen seiner Gaststätte entgegen.

Schmuck sah er aus. Resch. War gut gewachsen. Gin wenig zugeschlossen . . . Allerhand war an ihm zu entdecken. And wenn man sich die Mühe gegeben hätte: auch noch mehr. Aber man gab sich diese Mühe nicht. Als wohlverwahrtes jun­ges Mädchen. Als Dr. jur. sich bitt Siel). Doch begegnete man sich oft einmal.Guten Morgen, Doktoressa", sagte er dann. Oder er sagte:Guten Morgen, gnädiges Fräulein!" Nie ohne die artige Verbeugung. Man konnte dabei denken: es leuchte verhaltenes Leben in seinen Augen, Dankbarkeit, Glück. Al­lerhand konnte man denken. Aber man dachte nicht als wohlverwahrtes junges Mädchen! Hum mindesten: man gab

Ein Bettelbrief.

Von Wilhelmine Baltinester fWien).

^Nachdruck verboten.) Wein Herr!

-Eeioih Sie finb ein Millionär, einer von den ganz berührn* ton, dessen Name auf beiden Welten goldenen Klang hat, und täglich fliegen Briefe wie dieser in 2hr prunkvolles Heim, mein sehr verehrter Mister B. . . . 2hr Sekretär hat denBorzug, biek Briefe zu vernichten, dafür bezieht er ein fürstliches Ge- halt das es ihm ermöglicht, eine phänomenale Wohnung, drei Mätressen, ebenfoviele Hunde und zwölfmal foviele Bediente Lj To .^° übergeben Sie feiner bewährten Hand auch ^reiben, ja, reichen Sie ihm diese Epistel mit jener eben ( spannten Miene, die sagen will: Wir armen '&ei- öch Bettelbrief, den ich 2hnen hier lende, proben Ä nicht, Mister iB. . . . 2ch will nur er-

Kein A öc- onöer Milliarden auch Geist besitzen. Zrech- 11 rufen, ja, und mir wahrscheinlich nicht einmal

Max G ei ß l e r. sich Mühe, nicht zu denken. Schaute erst im Augenblick seines Grußes auf und sagte aus gutgespielten Versunkenheiten:Ah Morj'n!" So ein bißchen obenhin. Gin bißchen erstaunt, daß ein Gruß von irgendwoher komme.

Zedennoch: mit dem Leuchtblick der Augen, mit der Dank­barkeit , mit dem Glück . . . die Angelegenheit war damit nicht einfach abgetan. Ls war da noch jene Verhaltenheit. Es war noch da Verschleierung. Gs waren Rätsel, die sich wert genug gaben, daran herumzuraten---weil man in dieser Frist von ern­steren Lachen just nicht zu sehr beansprucht war . ;. wie in der Lcke einer Heilung ein paar Gharaden herumliegen: die Augen fliegen darüber hinweg die Gedanken bleiben daran hängen.

Guten Morgen, gnädiges Fräulein."

Morj'n, Friedrich! Ah was ich sagen wollte: melden Sie sich doch heut' mal bei mir! Etwa vor Lisch. 2ch habe Geld zu wechseln. Das könnten Sie mir besorgen. Am Nach­mittag brauch' ich vielleicht auch einen Wagen; den rufen Sie mir, nicht wahr? Es ist da noch mancherlei."

Bei Licht besehen: dies alles ließ sich ohne diesen Haus­diener genau so prompt bewerkstelligen. Aber . . . nun ja. Man konte ihm dafür ein Grinkgeld in die Hand spielen. Da­rüber gingen Versponnenheiten an ihm auf, Dunkelheiten mit fesselnden Vermutungen für den Beschauer.

Sind Sie schon lange hier, Friedrich?"

2m Hotel? Hwei Lage länger als Sie, gnädiges Fräu­lein. 2m Hotelfach bin ich nämlich erst feit einer Woche".

2m Hotelfach sagte er. Hm. Lr sagte das mit einem Lä­cheln . . . ein Lächeln war es eigentlich gar nicht. Man konn­te denken: zynische Selbstverspottung; aber ohne Akzent.

And vorher?"

Vorher hab' ich für einen Schriftsteller Manuskripte abge­schrieben und gab seinem Söhnchen Unterricht. Gh' ich ins Hotelfäch überging, war ich also im Fache des Erziehers."

Das Lächeln war wieder da.Diesmal illustrativer", dachte die Doktoressa,und diesmal mit einem Akzent." Gr sah aus na:Verhaltene Süffisance", dachte die Doktoressa.Gin undefinierbares Gemisch."

Die Nachkriegszeit, gnädiges Fräulein, zeitigt Lebensver- Hältnisse von ganz besonderer Art", sagte Friedrich. Gr schlei- erte sich ein.

Das Fräulein sah ihn an.Vielleicht hat er was ausge­fressen," dachte sie burschikos. Da wütete die Hotelglocke drau­ßen auf dem Gange. Wütete. Friedrich verschwand. Der Nummerkasten verkündete ihm: er war der Gewünschte. Zwei Minuten danach trat er wieder ins Himmer.

Gin Telegramm, gnädiges Fräulein."

Wilma faltete es auf.

Was ist die Ahr, Friedrich?"

Hehn nach drei."

Der Dampfer nach Sorrent?"

Geht halb vier."

2ch danke. 2n drei Minuten ist mein Koffer gepackt. Fordern Sie die Hotelrechnung. Da bezahlen Siel Rufen Sie mir einen Wagen. Dann: holen Sie den Koffer. Stürzen Sie damit zu dem Dampfer. 2ch muß einen kleinen Amweg fahren; ich habe noch eine dringende Besorgung für meine Freunde in Sorrent. Man erwartet mich dort am Abenddam­pfer. Los!"

Ls geschah alles mit Haft und Promptheit. Der Koffer lag bereit. Die Rechnung ward gefordert und bezahlt. Der Wagen erschien, ratterte mit der Doktoressa von hinnen. Der Hausknecht mit dem Koffer stürzte zum Schiff. Die dringliche Besorgung ward erledigt. Das letzte Schiffszeichen ertönte. Die Garozza mit der Doktoressa rollte heran. Friedrich befand sich an Bord neben dem Koffer . . .Augenblick! Lknen Augenblick!" rief er dem Kondukteur, zudiese Dame im Wa­gen . . ."

Da sprang sie auf die Landungsbrücke, hüpfte über den Steg. Der polterte hinüber, von den Armen dreier Bootsleute gestoßen. Der Dampfer wie einer, der sich mühsam vom Schlafe befreit der Dampfer drehte langsam ab, ganz lang­sam. Friedrich schwang sich herüber auf die Brücke und lehnte sich ans Geländer. Die Doktoressa lachte befreit zu ihm hin.

Sind Sie Dr. med., gnädiges Fräulein?"

Rein!"

Aber ich!"

antworten, und in Newgork wird dann ein Mann leben, der berechtigt ist, anzunehmen, daß Sie nicht einmal soviel Geist haben, um einen Angriff den der Angreifer selbst als plump erachtet zu parieren. Sie werden mir also kaum antworten. Desto besser! Man kann für Geld alles kaufen, unter Umstän- <ben vielleicht auch Liebe, aber Verstand bleibt unkäuflich, Mi­ster B. . . . Vielleicht lassen Sie mir doch durch Öhren Se­kretär oder durch irgend einen anderen Grabanten Öhres Sel­bes schreiben, und dann hat ein Dritter den Brief aufgesetzt, den Sie mit 2hrem Namen unterzeichnen werden. Man erzäya sich 'in Newgork, daß Sie Öhren Reichtum nur dem blinden Hufall und nicht etwa bedeutenden Geistesgaben oder einer genialen önitiatioe danken.

Wein Herr, ich glaube, daß Sie diesen Brief nie beantwor­tn werden und finde mich damit ab, weil ich längst erkannte, daß Geist und Geld Gegenpole sind. Und doch mußte ich diesen Brief schreiben und setze meine Adresse darunter. 2. G. . .

B. . . . warf den Brief wütend fort.Gemeinheit!" schrie er.Plump und bumm! Seine Adresse gibt er doch an, der freche Bettler!"

Der Sekretär ganz erstarrte Demut stand dienstbeflis­sen neben seinem tobenden Gebieter.

2ch werde ihm Geld senden sehr viel Geld!" schrie B. . und seine gedunsenen Wangen wurden vor Schadenfreude brei­ter.Den revoltierenden Mob findet man nur mit Geld ab. Das ist die geistvollste 'Erwiderung auf feine Sottisen! Das heißt, ihn zum Bettler stempeln, der er auch ist! Glaubt er et­wa, ich hätte seine rohe Absicht nicht durchschaut?!" And Mi­ster B. . . . war überaus zufrieden, seine scharfe Auffassungs gäbe imponierte ihm selbst am meisten.

Am Abend desselben Tages erhielt der Verfasser des Brie­fes eine ganz erstaunliche hohe Geldsumme, wie er sie in seinem ganzen Leben nicht in den Händen gehalten hatte.

Am folgenden Morgen lag wieder ein Brief auf V . . .s Schreibtisch.

Mein Herr!

Sie haben natürlich Geld geschickt. Die einzige Antwort, die 2hr klägliches Hirn erklügeln konnte. And ich will 2hnen nun sagen, daß dies schließlich der beabsichtigte Erfolg meines Briefes war. 2ch wollte Geld! Sie lächeln höhnisch ach, wie klug Sie doch sind! Sie haben es ja gleich durchschaut, ge- wiß, 2hrem durchdringenden Geiste ist alles klar. Und aus den falschen Blicken erheuchelter Bewunderung, die 2hr Sekre­tär 2hnen jetzt zuwirft, lesen Sie allerlei Schmeichelhaftes. O wie sind Sie doch klug! Aber lesen Sie gefälligst weiter.

Nicht für mich wollte ich das Geld. Haben Sie die Güte, Öhren Sekretär zu beauftragen, daß er im Papierkorb nach­sehen lasse, dort wird sich der Brief eines sehr armen Mädchens finden, nicht eben stilvoll, aber einfach und furchtbar wahr! Er lautet etwq sol Helfen Sie uns! Mutter liegt im Ster­ben! Geld kann uns helfen. Seien Sie edel! 2ch will ja nicht viel, nur, daß ich meiner sterbenden Mutter noch einmal zu essen geben kann! Sie ist zu schwach, um ins Spital geschafft zu werden. Unsere Nachbarn sind arm wie wir selbst, niemand kann helfen. Seien Sie gut!

Sie haben kein Geld geschickt, Mister B. . . . Die Tragik leidender Menschen ist nicht stark, nicht überzeugend und zwing­end genug, um 2hnen öntereffe abzuringen. Sie sind wohl nicht geizig, das können Sie kaum sein, da Sie selbst noch nie mit Zhrer Hände Arbeit mühselig einen halben Dollar erkämpften Und Sie haben 2hre Freigebigkeit unlängst schlagenld bewiesen, als Sie der Tänzerin Sibby Loos, eine kostbare Perlenkette sandten, die sie über den Verlust ihres prächtigen Haares hin- wegtröften sollte, das in jeder neuen Saison in anderen darben brillierte und das sie nun durch Anwendung eines schlechten Haar Färbemittels verloren hat. Ganz Aewgork sprach von dem Edelmut, mit dem Sie die schwergeprüfte Frau beschenkten, die das erschütternde Unglück trifft, nun zu Hause bleiben und warten zu müssen, bis ihr natürlicher Kopfschmuck die Güte hat, nachzuwachsen. Sie sind also nicht geizig, aber zuweilen lau lau in 2hrem Gefühl für andere, die zufällig nicht Virtuosinnen der Hehenspitze sind. Erst die Frechheit meines Briefes die Frechheit eines Ueberspannten, wie Sie mich wohl zu nennen belieben, hat 2hre Tasche geöffnet. Sie wollten mir zeigen, wie ein Milliardär auf einen Angriff antwortet, er wirft dem Angreifer Geld hin wie einem Hund den Knochen.

Lift hat 2hnen das Geld abgerungenen, das einer Sterben­den noch einmal eine menschenwürdige Mahlzeit bringen sollte. Hätten Sie gesehen, wie sie mit großen, hungrigen Augen das duftende Essen betrachtete, das ihr die Tochter zitternd reichte unb welches der Armen nichts mehr nützen konnte. Es war zu spät, sie einen Bissen und war tot. Die Leute sind.arm, Nachbarn meiner Dachstube in einer Mietskaserne. Sie können sich von der Wahrheit meiner Angaben überzeugen, wenn 2hr Sekretär sich nicht scheut, die Spitzen seiner tadellosen Lack­schuhe im Schmutz des Armenviertels zu besudeln. Den Rast des Geldes gab ich dem Mädchen, damit es sich eine ordentliche Existenz gründe. And dies war meine letzte Frechheit auf Er­den. 2ch mache heute Schluß aus Ekel, aber das kann Sie unmöglich interessieren. 2. T.....

Mister B. . . war nachdenklich geworden. Er stützte den Kopf in die Hand und blickte trübe vor sich hin Sein Antlitz war gedunsen und von ungesunder Farbe, wie allzu üppiges Le­ben sie oft zeitigt. Mit einer unterwürfigen Frage trat der Sekretär zu ihm, Mister B. . verscheuchte ihn mit einer Hand- bewegung, die ebenso gut einer lästigen Fliege gelten konnte.

Nun war er allein. Er schellte dem Diener und fragte nach feiner Frau. Es hieß, sie fei im Klub. Er befahl, seine Töch­ter zu rufen. Der Diener kehrte mit der Meldung zurück, daß die jungen Damen am Golfplatz wären. Mister B. . . war wieder allein. Er starrte vor sich hin, und zum ersten Male fühlte er brennende Sehnsucht nach einem Menschen nach jenem Unbekannten, dem Einzigen, der kühn genug gewesen war ihm die Wahrheit ins Gesicht zu schleudern^ nach jenem grim­migen Spötter, der in diesem Augenblick in einer Dachkammer seinen Gürtel als Strick über einen hochschwebenden Holzbal­ken warf.

Der Schiebet.

Eine Erinnerung von L. Hopp e.

Gästeabend im Kasino, die Musik spielt so hatte im Parolebuch gestanden, und deshalb waren die langen Tafeln im großen Speisesaale des 2nfanteviekasinos heute so dicht besetzt. Der rote Kragen der Infanterie herrschte vor. Dazwischen drängte sich der schwarze Samt der Artilleristen, das Pfirsichrot der Dragoner und das Selb der Ulanen, die auf dem nahen Truppenübungsplatz lagen. Es war ein schönes Bild, was sich dem Beschauer bot. Unten an den Tischen saß schlank und rank die unbekümmerte öugenb, die Mitte nahmen die Hauptleute ein, unter denen manch interessanter Kopf zu sehen war, u. oben saßen die Staabsoffiziere, deren graues oder weißes Haar ei­nen seltsamen Kontrast zu den frischen, sonnenbraunen Gesich­tern und den elastischen Körpern bildete.