Aas'Râsarbeitsministeri-um i eitet. Reichspräsident Ebert und ^ Relchsregierung hatten Kränze gesandt. Reichskanzler Dr. Luther hatte zu seiner persönlichen Vertretung seinen Staatssekretär Dr. Kempner -entsandt.
Bei der Leichenfeier sprach Staatssekretär Dr. Geib fol- aeitde Worte: Als des Herrn Reichspräsidenten u. der Reichs- rcqierung Vertreter komme ich zu dieser Stätte der Trauer. Wieder einmal ist tief unten im Dunkel der Grube durch das Ausbrechon jener unerbittlichen Rat-urgewalten, -deren der Mensch ir-otz allen Bemühens noch -immer nicht Herr werden -kann, «ne erschütternd grotze Hahl wackerer Bergleute dahin- gerafft worden. Trotz der Opferfreudigk-eit und Todosverach- tuiig der getreuen Retter und Helfer haben leider nur ganz wenige lebend dem Licht zurUckgegeben werden können. Sm Ln- nersten -erschüttert stehen wir vor den Särgen voller Trauer um sie, deren Leben so -früh enden mutzte, -voll wärmsten Mitgefühls mit den Hinterbliebenen und Verletzten. Was irgend getan Mgrden kann, um ihr Leid -zu lindern, und um sie vor Not zu bewahren, soll -und wird geschehen. Schwer und ernst ist des Bergmanns Beruf, von Gefahren bedroht -wie kein anderer. Dennoch fährt er jeden Morgen von neuem wieder ein. Er weih, feine Arbeit ist -lebensnotwendig für unser Volk. -Ergriffen und voll tiefer Achtung neigen wir unser Haupt, Lhr, die Lhr jetzt um Tode ruht, standet im Böwuhtsein des Schicksals, das Euch täglich -ereilen konnte, -in Eurer ernsten, harten Arbeit. Lhr fielt in treuer Pflichterfüllung im Dienste Eures Volkes, Eures Landes! Mit den Kränzen, die ich im Auftrage 'des Herrn Reichspräsidenten und der Reichsregieru-n-g überbringe, ehrt das ganze deutsche Volk in bewegtem Anteil und dankbarem Gedenken Euer Wirken, Euer -Sterben!
Oberbürgermeister Eichhoff hielt folgende Rede: An der Bah re der 136 wackeren Knappen steht in tiefer Trauer auch dje Stadt Dortmund. Die Coten sind ihre Toten, das Leid der Hinterblieben-en ist ihr Leid. Die Toten durch diese gemeinsame Seiet zu ehren, war uns eine Lisbespfl-icht. Die Hinter- bliebeuen zu trösten und zu stützen, ist uns ein Herzensbedürfnis. Es drängt uns, Lhnen auch in -dieser ernsten Stunde zu sagen, dah wir mit Lhnen fühlen, datz wir an Shrer -Trauer, Lhrem Schmerz auf Lnnigste Gintert nehmen. Mit uns trauern zweifellos andere Sememden im deutschen Vaterlande, die mich beauftragt haben, die Hinterbliebenen ihrer herzlichen Anteilnahme zu versichern. Vielfach regen -sich hilfreiche Hände, die unglücklichen Sternen, die den geliebten- Gatten verloren haben, die armen Kinder, die des treusorgd. Vaters -beraubt worden sind, die trostlosen Eltern, die den Sohn, die Stütze ihres Alters beweinen, sie werden nicht vergessen sie werden nicht verlassen sein. So offenbart sich und wird zur guten Tat der Gedanke der Volksgemeinschaft; das Unglück -eint. Richt Hatz, nicht Bitterkeit dürfen herrschen, siegen mutz die Liebe!
Aus Start und Laud.
datz es sich hier nicht um den verhältnismäßig seltenen Genutz einer nahrhaften und wohlschmeckenden Speise handelt, sondern datz der Hering für viele Hunderttausende geradezu die Haupt- nahrung bilden muß. „Mager wie ein Hering" oder „dürre wie eine Heringsseele" — wer hat das noch nicht gehört und gläubig nachgesprochen?! Aber auch Sprichwörter können trügen oder falsches behaupten. Denn es gibt kaum einen Fisch, über- baupt wohl kein Tier, das im allgemeinen so viel Fett besitzt, wie ein rechtschaffener Hering. Wenn man ihn in Alkohol konserviert, so schwimmen bald große Fettaugen auf der Oberfläche, und es bedarf mehrfachen Wechsels der Flüssigkeit, um diesen U-eberfluß an Ueppigkeit zu bannen. Wohlgemrkt, der rechtschaffene Hering, wenn er die Laichzeit -hinter sich hat, müde und matt von den Freuden der alljährlichen Hochzeitsreise ist, wie der Junggeselle, wenn er jetzt vom Faschingstrubel nach Hause kommt, und eben nach diesem Hering greift um seinen Kater zu besänftigen, dann mag das oben -erwähnte Sprichwort Geltung haben. Dann ist der gering zäh und mager wi«(â verbissener, alter Junggeselle. Und von seiner äußeren Schönheit ist dann auch manches in die Brüche gegangen. Die glitzern den Schuppen zum großen Teil abgestreift, die Flanken einge- i fallen, -gleich dem, der zerknittert und verschwitzt müden Schrittes vom Feste des Faschings nach Hause wankt. Wer niemals einen frischen Hering, der eben aus dem Wasser kam, gesehen hat, weiß nicht, wie prächtig und -vornehm der -Tröster -der Trübsal im Leben aussicht. Wirklich iebend freilich bekommt man ihn auch auf See kaum zu Gesicht. Denn, sowie er aus dem Wasser kommt, schnappt er im Tode zusammen. Aber auch wenn er mit roeigeöffneten Kiemendeckeln leblos im Netz hängt, I bietet er ein Bild von. glänzender Schönheit. Tief kobaltblau der fleischige Rücken, die Flanken allmählich übergehen in vornehmes Moosgrün, das sich in -das Silberweiß des scharf gekielten Bauches verliert. Und der ganze Körper bedeckt mit den seiden-dünnen, glänzenden großen Schuppen, die in geradezu raffinierter Weise die Schönheit der -daruntevliegenden Farben erhöhen. Spitz springt der scharf geschnittene Kopf zur Schnauze vor, der prächtig belebt wird durch die großen, noch im Tode glitzernden Augen.
Der Gesundheiiszustaud unserer Schuljugend.
Mit dem Aiodergang unserer mitteleuropäischen Hivilisa- tion geht Hand in Hand eine unerhörte Verwüstung unserer Volksgesundheit. Lnsonderhoit hat die Widerstandsfähigkeit der Heranwachsenden maßlos gelitten. Nach einer in Karlsruhe vor 2 -Lahren veröffentlichten Statistik wurden von 3704 untersuchten Schulkinder 1964 krank befunden, das sind 53 %l davon waren 909 skruphulös, 596 blutarm, an allgemeiner Körperschwäche infolge Unterernährung litten 450.
Für den Erzieher (Vater, Mutter, Lehrer) wichtig aber ist die -Tatsache, datz mit der Abnahme der körperlichen Wider- standsfähigkert auch eine Abnahme der geistigen Leistungsfähigkeit parallel läuft. Dazu äußert sich Dr. med. Max Hodann- Berlin: „Wer die Leistungen der Vorkriegszeit noch im Gedächtnis hat, wird -erschreckt sein darüber, wieviel weniger die entsprechenden Altersklassen heute an Spannkraft aufzubringen vermögen. Ein Wunder ist das nicht, wenn man bedenkt, datz, abgesehen von den meßbaren körperlichen Schäden (Rückgang der Körperlänge bis zu 20 -Zentimeter, des Körpergewichts bis zu 23 Kg.) das Heer der A-ourastheniker und Psychopathen sich beträchtlich vermehrt hat."
Die wirtschaftlichen, sozialen und -damit auch gesundheitlichen Bedingungn unserer Stadt sind — ohne Optimist zu sein, verhältnismätzig günstige. Umsomehr wird man -erstaunt sein und erschreckende Schlüsse auf weniger begünstigte Städte ziehen, -wenn ich einige statistische Angaben über die Gesund-h-e-itsver- Hältnisse unserer Kinder mache: der am schwersten geschädigte Lahrgang scheinen hier -die Kinder zu sein, die 1923 schulpflichtig wurden, 1916-17 -geboren sind, deren erste Lebensjahre also in die Kohlrübenzeit fallen. Von den 16 Mädchen dieses Lahrgangs in der -evangel. Volksschule wubden 11 Kinder während anderthalb Lahren vom Schularzt für die Quäkerspeisung bestimmt, eins davon leidet zeitweise an Veitstanz. Von den 26 Knaben dieses -Lahrg. haben nach schulärztlicher Feststellung 7 Kinder Rückgratverkrümmung, das sind 26,9 Prozent! (Bon der Gesamtheit aller schulpflichtigen Knabenjahrgänge in der evangel. Schule haben 13 Prozent anormale Körperbildung Rückgratverkrümmung, falsche Brust-bildung -usw.). Es kommen also auch bei uns die Schulanfänger in schwer geschädigtem Zustande in die Hand des berufsmäßigen Erziehers. Der Säuglings- und Kleinkinderschutz wird erfreulicherweise mehr und mehr in das Arbeitsbereich der Gemeindepol-itik hineinbezogen. Ausbau der Krippen und Kinderhorte ist zum Schutze unseres kostbarsten Kapitals, unseres Nachwuchses, wieder und wieder zu fordern. Und weiter müssen mir vor allem dahin streben, datz die ärztliche Schulkinderaufsicht aus dem Stadium einer bloßen Statistik oder Beratungsangelegenheit in eine Behand- lungsinftitution umgswan-delt wird. Denn gerade di jetzt so häufig vorhandenen „kleinen“ Körpermitzbüdungen können behoben werden (z. B. durch orthopädisches Trunen), erfordern aber eine langwierige Behandlung, deren Kosten nicht von dem Durchschnitt der betroffenen Eltern getragen werden können. LNag.
Jubiläum. Die Gärtnerin Fräulein Rosa Raab begeht am 19. ds. Mts. ihr 25jäbriges Arbeitsjubiläum auf dem Hof- gut Keulos.
oum Zeichen der Trauer für die auf Zeche „Minister Stein" verunglückten Bergleute, die gestern beerdigt wurden, hatten die öffentlichen Gebäude die Flagge auf Haibstock gesetzt.
Vergnügungsstätten. Die Zahl der Oertlichkeiten in Fulda und Umgebung in denen der Erholung- und Abwechslungsu- chende einige Stunden zuzubringen gedenkt ist im Wachsen begriffen. Neuerdings ist das, 20 Minuten von Fulda gelegene Restaurant Hardt in Kohlhaus, das ein beliebter Ausflugsort Oer Fuldaer feit Menschengedenken war, innerlich restauriert worden und reiht sich bezüglich der künstlerischen Ausführung seiner Weinklause anderen ähnlichen Lokalen würdig an.
Neben vorzüglichen Speisen und Getränken heimelt die äu- tzerst flotte, fast familiäre Bedienung zum Besuch genannten Lokals besonders an.
„Des Deutschen Vaterland" nennt sich eine neue illustrierte vornehm ausgestattete Heitschrift, die vom Bunde Nationale Einheitsfront ihren Mitgliedern als Bundesorgan geliefert loirb, aber auch darüber hinaus als monatlich erscheinendes Kampfblatt gegen Schuldlüge und Schandvertrag -und Aufklärungsschrift über die kulturellen Leistungen des 'Deutschtums
Säten der Kulturgeschichte.
18. Februar.
Ain IL. Februar des Lahres 1546 starb Martin Luther in Eisleben. Weitere Todestage haben: der Bildhauer und Maler Michel-Angelo Buonarotti in Rom (1564) und der Dichter Lohann Wilhelm Ludwig Gleim in Halberstadt (1803). — Am 18. Februar 1553 erhielt das Buch -des deutschen Arztes Georg Agricola über die Maschinen und Einrichtungen des sächsischen Berg- und Hüttenwesens vom König von- Frankreich die Druckerlaubnis. Es erschien kurz nach Agricolas Tode im Lahre 1556. — Am 18. Februar 1858 wurde Wilhelm Schmidt zu Wegeleben am Harz geboren. Sein Name ist bekannt als der eines bahnbrechenden Förderers der Dampftechnik und des -Erfinders des DampfUberhitzers, welcher ein Sparer ungeheuer Werte für -die gesamte K-ulturwelt darstellt. Wilhelm Schmidt starb am 16. Februar 1924. — Vor 7 Lahren wurde der Waffenst-ill- stand an der russischen Front beendigt und die Deutschen besetzten Dünaburg und Luck.
Fasching — Kater — Hering.
Wollte man das Wappenschild Prinz Karnevals wirklich genau und richtig malen, so müßte eigentlich neben Schalkstab und Schellenkappe in einer Ecke unbedingt auch den schlanken, bläulich-grünen -Gesellen verewigen, der nach dem tollen, leben- erfüllten Rausch und Kl-ang durchtanzter und durchjubelter Nächte den grauen, öden, unausgeschlafenen Morgen wieder einigermatzen erträglich machen kann; der den spitzesten Krallen auch des grimmigsten Katers mit der Preisgabe seines -eigenen mildöligen Selbst, das uns die frische, blaue Meerflut ins jammervolle Kämmerlein zu tragen scheint, die böseste Schärfe nimmt und ihn bändigt. Und so möge jeder der vielen Hundert- tausende, -die ihn jetzt auf grimmer Katerhatz vertilgen, dankbar -andächtig seine Opferung -vollziehen.
Aber wenn auch wohl Millionen und Millionen von Heringen in solcher Weise dem leichten- Alltag geopfert werden, so ist das doch eigntlich nur das kleinste Stückchen dessen, was dieser wunderbare Fisch für den Menschen bedeutet. Das klingt wohl furchtbar Hochstelzig und „übermäßig“, ist aber doch buchstäblich wahr.
Von den ungeheuren reich strömenden Schätzen des uner-
metzlichen Ozeans ist -er wohl der, der den wichtigsten -darstellt. Alle anderen könnte man sich zur Not fortbenken, vielleicht den Kabeljau, den vielgepriesenen Stockfisch, ausgenommen. Bliebe er aber durch irgendein verhängnisvolles Ereignis einmal völlig aus, ganze Länder wurden bettelarm, und den Armem in anderen Ländern wäre mit einem Schlage -das einzige genommen, was ihnen noch die Kraft und Würze des Fleisches liefert, und zwar vollwertig' und billig liefert.
Wenn man bedenkt, datz die Zahl der jährlich gefangenen und zur Verwertung gebrachten Heringe nicht weniger -als zehn Milliarden Stück beträgt, datz also, auf den Kopf jedes einzelnen Menschen gerechnet, wenn man alle Bewohner dies, irdischen Lammertaies in Betracht zieht, etwa sieben Stück entfallen, so kann man sich schon vorstellen, welche Bedeutung dieser wahrhaftige Segen -des Meeres besitzt. Und dabei ist diese letztere Rechnung ja grundfalsch. Als Heringsesser kommen ja die gesamten Bewohner Lnnerafrikas und Lnuerasieus, Australien und Südamerikas überhaupt nicht in Frage, und wenn man dann unter Berücksichtigung derer die auch in -den noch übrigbleibeirden Seifen der Erde auszuschalten sind (z. B. die kleinen Kinder), die Rechnung macht, so roird man erkennen,
in Vergangenheit und Gegenwart in weiteren Kreisen vertrieben werden soll. Aus dem vielseitigen Lnhalt des ersten uns vorliegenden Heftes seien folgende, teilweise auch mit Bildern und Karten versehene Beiträge hervorgehoben» die deutlich die Linie zeigen, auf der sich die Aufgaben der Heitschrift und des dahinter stehenden Vereins Nationale Einheitsfront bewegen: Die Schuldlüge vom Abgeordneten Dr. Kaufmann — Völ kerbund und Eozialdemokratie von Heinrich Rippler — Frankreichs Länderraub seit 1000 Lahren von Prof. Dr. Vogel Grotzdeutfchland und die deutschen Minderheiten von Dr. Paul Rohrbach — Die Tragödie der Ostmark von Dr. Franz Lüdtke — Versailles von Prof. Dr. Dietrich Schäfer — Heraus mit den Kolonien von Rudolf Wagner — Seefahrt ist not von Vizeadmiral Dr. v. Manteg — Deutschland im Bergbau der Welt — einst und jetzt von Dr. E. Earthaus. Die Frage: „Was ist national?" wird von Dr. A. Funke Historisch-kritisch erörtert, und ein nachdenklicher Roman, der das zeitgemäße Ehema des modernen Goldmachers behandelt, befriedigt -das reine Unterhaltungsbedürfnis. Datz auch der heute so notwendigen Auslandspropaganda der nationalen Organisationen Rech nung getragen wird, ergibt sich rein äußerlich u. a. aus den dreisprachigen Unterschriften unter allen Bildern, die übrigens deutlich erkennbar nach propagandistischen Rücksichten a-usgewählt sind. Ernst Moritz Arndts Bild in lebensvoller Federzeichnung schmückt den Umschlag des Heftes und beantwortet die Frage: Was ist des Deutschen Vaterland? mit Arndts Worten: „Soweit die deutsche Hunge klingt“, also Grotzdeutsch- land.
Volkshochschule. Heute abend spricht in der Aula der Oberrealschule 7 % Uhr der Fuldaer Heimatdichter Wilhelm H a u ck. Aus eigenen Dichtungen wird der Autor den Hörern in Dialekt- und Schriftsprache vorlesen. Am Donnerstag, 8,15 bis 9 Uhr spricht Herr Gesang- und Chorleiter Sauer in seiner Arbeitsgemeinschaft über Harmonielehre. Er behandelt folgende Themen: „Die Lntervalle, die Kon- und Dissonanzen, die drei Stammakkorde, den Dreiklang und seine Arten, die einfachsten Lonverbindungen der Hauptdreiklänge in ihrer Grundgehalt, die falschen Lniervalienfortschritte, die erweiterten Ganzschlüsse mit Hilfe des Sext- und Quartsextakkordes, den Septimenakkord und feine Versetzungen und den Noneuakkord". Das Endziel soll sein, selbst-erfundene Melodien der Hörer harmonisch zu begleiten. Von der -ersten Stunde an wird die Selbständigkeit -erstrebt und darum gebeten, Notenpapier und Bleistift mitzubringen. Herr Sauer, der stets einen großen Hörer-Kreis besaß, wird auch diesen Wissensstoff interessant und lehrreich zu gestalten wissen. Allen, die die erforderliche Notenkenntnis haben, wird diese Arbeitsgemeinschaft in der Harmonielehre aufs -beste -empfohlen.
Einheitskurzschrift: Zu diesem aktuellen L.hema hat der Verband Hessen-Aassauische Lndustrie- und Handelskammern
folgende Ln-tschtietzung gefaßt:
„Der Verband legt großen Wert auf die alsbaldige Einführung einer Einheitskurzschrift. Er bedauert, datz der jahr- zehnte lange Streit der Systeme das Zustandekommen einer Einheitskurzschrift verhindert hat und begrüßt es, datz endlich eine Einigung zwischen den Ländern zustande gekommen ist. Gewiß kommt es den kaufmännischen und industriellen Betrieben in erster Linie darauf an, daß das Diktat durch Stenogramm schnell und sicher ausgenommen wird. Trotzdem ist das System der Kurzschrift, dessen sich der Angestellte bedient, nicht bedeutungslos. Die gegenwärtige Verschiedenartigkeit der Systeme macht es unmöglich, daß ein Angestellter das Stenogramm des anderen lesen oder übertragen kann. Dies ist aber zur vollen Ausnützung des Wertes der Kurzschrift nötig. Mögen auch der neuen Einheitskurzschrift bis jetzt noch die behaupteten Mängel anhaften, so ist es doch wichtig, baß endlich ein Anfang gemacht wird. Der Verband hefsLn-naffauischer Lndustrie- und Hsn-delK-Kammern wünscht daher, datz nicht wieder neue BerzögerungeU in der -Einführung einer Einheitskurz- febrift durch Syjtemjtreitigkeiten entstehen und hofft, daß alsbald mit dem Unterricht der Einheitskurzschrift in allen deutschen Ländern begonnen wird, wobei nicht nur auf das sorgfältige und lesbare Schreiben Wert gelegt werden sollte.
Radiouachrrchtondieuft der Lndustrie- und Handelskammer Frankfurt a. M.-Hanau. Die Lndustrie- und Handelskammer Jiankfurt a. M.-Hanau richtet im Rahmen des Sübwieftbeut- Jeben Rundfunk-Dienstes einen Nachrichtendienst ein, der jeden Dienstag und Freitag 4,14 Uhr nachmittag, zuerst am Dienstag, den 17. Februar d. Js. stattfindet.
Die Lndustrie- und Handelskammer beabsichtigt, die Hörer fortlaufend über alle neuen Gesetze und Verordnungen zu unterrichten, die vom Reich, Staat und Gemeinde erlassen sind, insbesondere soweit es sich um die richtige Durchführung der ge- jetzllchen Bestimmungen seitens der Betroffenen und um ihre allgemeine Auswirkungen handelt. Die Durchgabe durch das Radio wird die Veranschaulichung der Gesetze usw. durch Beispiele ermöglichen.
Die Lndustrie- und Handelskammer wird ferner einen Ue- berblick über ihre eigene Tätigkeit geben, sowie über die der hiesigen Behörden und Verbände, soweit diese wirtschaftliche Dinge betrifft. Gutachten, Auskünfte, Eingaben, Berichte -der Kammer, die von allgemeinerem Jute reffe sind, können dadurch einem größeren Kreise bekannt gegeben werden und ausführlicher, als es die knapp gehaltenen, für die Presse bestimmten Mitteilungen zu lassen.
Während sich der Nachrichtendienst auf einzelne Angaben beschranken muß, wird ein Vortragszyklus der Lndustrie- und Handelskammer die jeweils aktuellen Wirtschaftsprobleme in ihrem inneren Zusammenhang zueinander behandeln. Die Vortlage weiden 14tägig stattfinden, erstmalig am Samstag den 21. Februar ds. Js. 7 Uhr Abends. An diesem Tage wird Herr Prof. Dr. Crumpler im Hinblick auf die gegenwärtigen Verhandlungen im Steuerausschuh des Reichstags über „For- deinngen der Wirtschaft zur zukünftigen Steuerpolitik“ sprechen.
Warnung vor Wareuumsätzeu im Wege des Schneeball- Systems. Die Firma F. W. Stapper, Amsterdam, Heerengracht 258 verteilt Prospekte in Deutschland, wonach sie den Lnteres- senten gegen Einzahlung von 4 Gulden den Erwerb eines Autos, eines Motorrades, eines Lbach-Flügels oder 2000 Gulden in Dar im Wege des Goldregen-systems in Aussicht stellt. Da nach der Rechtssprechung des Reichsgerichts das Schneeball-System im Wareuvertrieb als genehmigungspflichtige Lotterie ober Ausspielung im Sinne des § 286 Strafgesetzbuches anzu sehen ist, wird vor der Beteiligung an diesem Warenvertrieb gewarnt.