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Dem wurde durch einstimmig beschlossene Lrhohung des Bei­trages auf 8 Mk. oder 2 Mark für das Vierteljahr Rechnung getragen. Mögen sich alle Mitglieder bewußt sein, baß ste nur durch Zahlung dieses gegen die Beiträge ähnlicher Lerbände mäßigen Beitrages, dazu helfen können, dem sportlichen, turne­rischen und gesellschaftlichen Ruf der Turngemeinde -so zu för- Lern, wie es wünschenswert erscheint und der Bedeutung des Vereins entspricht.

Die Neuwahl des Vorstandes ergab fast durchweg die Wiederwahl des verflossenen Vorstandes. Mit besonderer Freude darf es begrüßt werden, baß der rührige 1. Vorsitzende, Herr Studienrat Schnädter, der seitherige verdienstvolle 1. Lurmvart, Herr Rendant Bruno Köhler, ihre Aemter wieder annahmen. Beide Wiederwahlen bilden eine Gewähr für den weiteren rührigen Fortschritt der Turngemeinde auf allen ihr eigenen Gebieten. Die Generalversammlung hat durch man­cherlei sachliche und von Treue zu unseren Sdealen glühende Aussprachen die einzelnen Mitglieder einander näher gebracht, und jeden einzelnen von neuem vermocht, freudigen Willens sei­ne ganze Person in den Dienst der guten Sache des Bereins zu stellen. O. M.

Um die Verlegung der Ejsenbalfnerwerkjtâtten.

Aus volksparteilichen Kreisen wird uns mitgeteilt:

Wie wir erfahren, scheint die Angelegenheit betref­fend Abbau der hiesigen Hauptwerkstatt eine neue und zwar wenig günstige Wendung für Fulda zu nehmen. Durch den Bericht unserer Zeitung über die letzte Ltadtverordneteuver- sammlung ist allen Lesern bekannt geworden, daß die Aufhe­bung der Lokomotivausbesserungsabteilung der hiesigen Haupt­werkstätte endgültig beschlossen worden ist. Daran ist leider nichts mehr zu ändern. Das öntereffe der Stabt dulda ging aber nun darauf hinaus, durch Vermehrung der Arbeiten in ber bestehenbleibenden Wagenwerkstatt, durch Belassung der Lokomotivdreherei und der Sießerei den Abbau des Personals so geringfügig wie irgend möglich zu gestalten. Diesem Be­streben der'Stadt Fulda wollte auch die Reichsbahndirektion Frankfurt a. Al. entgegenkommen. ön ihrer Absicht lag es, der Wagenwerkstattt eine erhöhte Menge Wagen zuzuweisen und die obengenannten Zubringerwerkstätten für ^abrikations- betrieb zur Unterstützung anderer Lokomotivwerkstätten zu er­halten. Auch war es die Absicht, die Schnellausbesserungen an Lokomotiven bis zur Fertigstellung der neuen Betriebswerk- statt im Güterbahnhof der Hauptwerkstatt zu belassen. Durch diese beabsichtigten Matznahmen wäre ein nur geringfügiger Abbau des Personals eingetreten. Und ein merklicher _Abbau brau tote ja auch nicht nach dem der Reichsbahndirektion Frank­furt a. M. überwiesenen Werkstätten, Arbeiter-Sollbestand ein- zutreten. So lagen die Verhältnisse bis vor Kurzem. Ab 1. 2. d. <3s. sind aber nun die Hauptwerkstätten der Reichsbahn- direktionsbezirke Gassel, Frankfurt und Mainz zu einer neu ins Leben gerufenen Werkstättenverwaltung zusammengefatzt wor-

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Wer zu Gunsten der Kinderspetsung etwas tun wich besuche den »Bunten Abend" am 11. Februar 1925.

den, die der Reichsbahndirektion Tasse! unterstellt worden ist. Und nun scheint das einzutreten, was von dieser neuen Ver­waltungsstelle bei ihrer Einrichtung befürchtet worden ist. Einem Vertreter der Stadt Fulda und Vertretern der Belegschaft der Hauptwerkstätte wurde gelegentlich einer mündlichen Un­terrichtung von einem Vertreter der Reichsbahndire-Ktion Taf­fe! erklärt, baß mit der Belastung der Lokomotivdreherei und der Sießerei wohl kaum zu rechnen wäre. Angeblich arbeitete die Privatindustrie billiger. Tritt die Aufhebung dieser Wevk- stattsabteilungen zu der der Lokomotivausbssterungsabteilung hinzu, so tritt ein Personalabbau ein, wie er härter nicht ge­macht werden könnte. Fulda muß also mit diesen Absichten der Reichsbahndirektion Tassel rechnen. Und da gilt es, baß alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, diesen neuen drohenden Schlag für Fulda, unwirksam zu machen. Die Stabt Fulda und alle politischen Parteien mögen ihr Bestes dazu tun. Wie wir gehört haben, hat die deutsche Bockspartei diese neuen Ab­sichten der zuständigen Stellen ihren berufenen Vertretern zu Gehör gebracht und sie dringend ersucht, das Öntereffe von Sulba nachdrücklichst wahrzunehmen.

Stellungnahme des Sandwerks zur Barmataffüre.

Die Geldverknappung und Kreditnot, die sich zu einer chro­nischen Krankheit unseres gesamten Wirtschaftslebens ausge­wirkt hat, hat das Handwerk am stärksten getroffen. Ein sehr gewichtiger Grund hierfür mag in der straffen Organisation der anderen Berufsgruppen, die sich in den Konzernen wertvolle Beziehungen und bedeutenden Sinfluß bei den kreditgebenden privaten und öffentlichen Stellen zu verschaffen gemußt haben. Weiterhin ist aber auch zu berücksichtigen, baß der Kredit für bas Handwerk nach Form, Sröße und Dauer wesentlich von dem der großen Konzerngebilde verschieden ist. Es ist ja be­kannt, Latz viel eher größere Kredite, allerdings zu Zins- sätzen, die für das Handwerk kaum aufzubringen sind, selbst non öffentlichen Instituten zu erhalten waren oder sind, als kleine, langfristige Kapitalien zu mäßigen Zinssätzen. Wie dem auch sei und welche SrünLe, stichhaltig oder nicht, angeführt werden, um zu beweisen, weshalb dem HanLiverk keine Kredite gegeben werden konnten, steht doch eines fest, baß bisher von öffentlichen Einrichtungen, ganz zu schweigen von privater ober ' ausländischer Seite, dem Handwerk keinerlei nennenswerte Ka­pitalien zur Verfügung gestellt worden sind. ömmer wieder ist von den matzgebenden Stellen des Handwerks auf diese Cat« fache hingewiesen und den infrage kommenden Behörden Ma­terial unterbreitet worden, um die Kreditnot des Berufsstan­des nachzuweisen; desgleichen wurden zahlreiche Vorschläge ge­macht, wie dem Handwerk finanzielle Hilfe gebracht werden konnte. Bisher sind aber durchweg alle Versuche ohne Erfolg geblieben.

Um so merkwürdiger wird das Handwerk durch die Vor­gänge bei der preußischen See-Handlung berührt, deren Kunde im ganzen deutschen Volke lebhaftes Erstaunen hervorgerufen hat. Wenn auch bas Ergebnis ber Unters iichuna nhnimarton ist

der Chemiker Karl Mertens das erste deutsche nahm nämlich o-r ^^-^^hren auf Öyimbern, wo- Patent für pho > Wicklung des Kupfer-Tiefdruckes ge- mit Ler Anfang r .(lu{trierten Zeitungen und Zeitschriften, geben -Illustrationen anbetrifft, auf eine hohe technische Stufe brachte.

Klb Rhön e. V. schreckt uns:

8 ' . .ghlreichen Enttäuschungen haben unsere Ski- Infolge ^räuVrinnen in Fulda allmählich den Glauben an läufer und - ^ie Wenigen aber, die sich am vergangenen Schnee per0 hinaufgewagt hatten, wurden für ihren

SonE ' bMnt Alle Freuden des Winters wurden Stachen reck) 9 ^ ^^ Rhön lag 1015 Zentimeter ST SLè wie man ihn sich für den Schneeschuhsport nicht Pulverschnee, ^ u llt>ar die Rhön nebelfrei und man 5 ähnlichsten Fernsichten. Der ganze Zauber des Win- s auf dem Gebirge und das Herz schlug den: Sportmann 2 wenn er nah und fern Kameraden m faustender Schuß- L 'zu Tal gleiten sah. Man konnte stundenweit über die Berge steigen und gleiten und gegen Abend fanden sich dann doch etwa 50 Skiläufer und -Läuferinnen in der Tisenbahn mlainmen, um bei zünftigen Liedern heimzufahren. Hoffent­lich können die diesjährigen Sprung- und Wettläufe doch noch abgehalten werden. Skiheil!

Srene Triesch Vortragsvereinigung Fulda. Die Mensch­heit unserer Tage wandelt in einem Zwielicht, das Unzufrie­denheit, Ruhelosigkeit, Zweifel und Sehnsucht gebiert. Wohl finden sich Öünger, die die Glaubenslehre einer neuen großen Kunstepoche predigen und glauben; doch ob über diesem chaoti­schen Gären (das ist es immer noch) einSeist Sottes schwebt, das weist noch keiner von uns mit Bestimmtheit. Und so ist es erklärlich, daß Zeichen vergangener groster Gage mit ihrer Klarheit und Bestimmtheit ihren Zauber immer wie­der auszuüben vermögen. So war es -auch am Dienstag abend, als'Frene Triesch auf Einladung der Bortragsver- Einigung im Bürgerverein aus der Bibel, aus Goethe und Schiller las. Nein, sie las nicht, wie es in der Voranzeige hiest, sondern sie liest die Dichtungen in feiner persönlicher Be­leuchtung mit austerordentlicher Gestaltungskraft neu vor uns erstehen. Von den Proben aus der Bibel, (Ruth, Hefekiel 37, Prophetin Deborah, Lhristus und die Sünderin, Verlorener Sohn) verriet besondersSimsons Fall, Glend und letzte Ra­che" die Tragödie der grosten Geste. Mit starker innerer Anteilnahme folgten die Zuhörer auch dem zweiten Teile des Abends, der von Goetheschen DichtungenDie Braut von Ko­rinth",Aus dem wLstöstlichen Divan" undDer Gott und die Bajadere", von SchillerAn die Freude" brachte. Besonders der Schluß rist die zahlreich erschienene Gemeinde zu anhalten­dem Beifall hin:

Festen Mut in schwerem Leiden,

Hilfe, wo die Unschuld weint,

Einigkeit geschwornen Eiden,

Wahrheit gegen Freund und Feind,

Männerstolz vor Königsthronen,

Brüder, galt es Gut und Blut

Dem Verdienste seine Krone,

Untergang der Lügenbrut!"

Alles in allem: Frene Triesch hielt, was ihr Name uns ver­sprach. Der Abend war gut besucht. Denen die es angeht, sei es einmal nackt gesagt: L s i st e i n o U n g e h e u e r l i ch - k c i t des Taktes, wenn man an solchen Kunst- abenden durch geräuschvolles Zuspätkom­men stört! einiger Anstand gebietet, dast man bei Zuspät- kommen für seinen Eintritt eine Pause abwartet. Magr.

Reifeprüfung. Am hiesigen staatlichen Gymnasium hat mit Lem gestrigen Tage der schriftliche Teil der Reifeprüfungen sein Lnde genommen. Der mündlichen Prüfung -werden sich die Abiturienten in einigen Wochen unterziehen.

Schachvercinigung Fulda. Nachdem der Umbau des Ver­einslokals Tafe Thiele nun bewerkstelligt ist, sollen die Schach- abende wieder regelmäßig stattfinden. Da außerdem beabsich­tigt ist ein Turnier abzuhalten, können sich die Interessenten in die aufgelegt» Liste eintragen. Näheres wolle man aus der Anzeige in der heutigen Nummer ersehen.

Nachhall zum 2. Sgmphoniekonzert. Das Konzert stellt ei­nen Markstein dar im Musikleben unserer Stadt. Wir können nunmehr ohne Ueberhebung sagen, daß unser Fuldaer Sym« phonieorchester jeder, selbst der schwierigsten Aufgabe gewach­sen ist. Wer Gelegenheit hatte, die 3. Symphonie von Bruck­ner in verschiedenen Städten unter Kapellmeistern von Ruf des öfteren zu hören, kann erst ermessen, in welch geradezu hervor­ragender Weise sich Herr Kapellmeister Hewers in den Geist Bruckners eingearbeitet hat, wie das Orchester unter seiner Leitung eine festgefügte große Einheit war. ön den Proben mürbe jeder Satz, jedes Thema eingehend studiert nach allen Richtungen hin beleuchtet; den sonst so ruhigen Dirigenten kannte man kaum wieder. ön der Aufführung die hehre, ge­waltige Ginheit des Werkes, die große so wohltuende Ruhe des Dirigenten, das vornehme sich Freihalten von jeder Phrase und überflüssigen Geste. Fulda kann stolz darauf sein, einen Diri- genten zu haben, der neben virtuoser Beherrschung der Tech­nik eine solche Künstlernatur ist. Aus musikverstLndigen Krei- jen war fast ohne Ausnahme nur eine Stimme des Lobes und ^Wtnerkranung fur d» e-iftmgm d-s OnWurs und feines W anten W4^ B «-1 h, v -. B r u r. Wir werden Liefen Abend meßt vergessen.

Srühjahrsgew^^^^ ^ Turngemeinde 1848 e.

Generalversammlung erfreute sich eines schr tegen Besuches der passiven wie aktiven Mitglieder Die Mit- gstederbewegung i Fahre 1924 gibt ein günstiges Bild, die RUtgl.ederzchI übertrifft mit 955 den Bestand vom Sahresende Abteilungen war die Pflege ihres Spezialgebietes beweisen nicht nur die Leilnahmeziffern an ball- ""gen der Turn-, Damen-, Leichtathletik-, Fuß- vielen Preis- ^- Rechtabteilung, dafür legten auch die Berichtsjahre erring ab b'° Lie einzelnen Abteilungen im ganze Reihe 1 ^"?"- Erfreulich ist dabei, baß eine I mannigfachen neuen ^^den konnten. Die

' on Sahr gestellt steht R r'?7 ^ ^r Verein sich in. neu- Hallenneubauprojek^s.fbaffu'.gen Förderung Les Turn- f Teilungen, erforbern ka"lpfe geboren Stils für alle Ab-

' ^rLern naturgemäß für 1925 erhöhte Ausgaben

so kann doch heute schon als feststehend gelten, baß verantwort­liche Personen aus Politik und Wirtschaftsleben nachkriegs­zeitlichen und ausländischen Unternehmungen zu Krediten in fast unbeschränktem Ausmatze verhalfen haben, während das Hand­werk und Kleingewerbe nach Krediten hungerte und z. T. best- fundierte Firmen entweder zusammenbrachen oder doch zur Stillegung gezwungen waren.

Das Handwerk empfindet es mit Bitterkeit, daß von den höchsten Stellen aus für den Mittelstand und Las Handwerk kaum das Geringste unternommen worden ist, um ihm die Kre­ditbeschaffung zu ermöglichen oder zu erleichtern, da es doch auch diesen Stellen nicht ganz unbekannt sein dürfte, Latz dem Hand­werk nicht die Wege über das Ausland u. ä. bei der Kredit- erlangung zur Verfügung stehen. Welche Kreise die Erregung zieht, zeigt ein Beschluß der Handwerkskammer Münster, in dem es heißt:

Die am 27. 1. 25 in Münster abgehaltene Sitzung der Handwerkskammer und der vereinigten Snnungsausschüffe nahm Kenntnis von der Verwickelung führender Parlamenta­rier in den Barmatskanda! und den umfangreichen leichtsin­nigen Kreditbewilligungen aus Staatsfonds an offensichtlich kre- Litunwübdige Unternehmungen.

Diese beklagenswerten Vorgänge wurden auf das lebhafteste bedauert und es wurde festgestellt, daß Las Handwerk trotz eifrigster Bemühungen seiner zuständigen Organisationen zur Behebung seiner dringendsten Notlage Kredite nennenswerten Umfanges nicht erlangen konnte.

Das Handwerk fordert, daß die Vorgänge restlos aufge­klärt und die Schuldigen zur Rechenschaft gezogen werden."

Deus a. L. L i n e e n t s e tz l i ch e B l u t t a t wurde am Hochzeitstage des 23jäßrigen Franz verübt. Gegen 1 Uhr nachts klopfte der Täter G. an das Fenster des Hochzeitchaufes und als der Bruder des vor wenigen Stunden getrauten Ehe­mannes aus dem Hause trat, wurde er von dem draußen war­tenden G. erschossen. Der junge Ehemann lief nun von der Hochzeitstafel hinaus und erhielt ebenfalls einen schweren Bauchschuß. Dem älteren Bruder der beiden Angegriffenen gelang es endlich dem S. die Waffe zu entwinden. Nach der Lat war scheinbar der Mörder in den Denser See gesprungen, denn man fand bei seiner Verhaftung die noch nassen Kleider in der Stube und den Täter selbst im Bett, wo er sich' tot stellte. Vom Oberländjäger Schmidt vermittels einiger kräf­tiger Hiebe zum Leben zurückgerufen, wurde der Täter gefesselt nach Nentershausen gebracht. Der. schwerverletzte junge Ehe­mann starb 5,30 Uhr morgens. Ueber die Beweggründe sind nur Vermutungen im Umlauf. Der ganze Fall aber erregte die Einwohner in höchstem Maße und ist um so tragischer, als eine junge Witwe an der Bahre ihres erst vor wenigen Stun­den angetrauten Ehemannes steht und eine Braut, die in we­nigen Wochen ebenfalls heiraten sollte, ihren toten Bräutigam beweint.

Prämien für Sparer.

Bei den Sparkassen des Hommerschen Sparkassen- und Girooepbandes erhält jedes 20. Sparbuch eine Sparprämie; die Sparprämien betragen 1000, 500, 100, 50 und 20 Rentenmark. Von den Sparern, welche an der Lparprämienverteilung für 1924 teilgenommen haben, nehmen alle diejenigen an der Spar« prämienverteilung auch für 1925 teil, welche ihr Guthaben von 80 Mark vom -1. Dezember v. ö. ab bei ihrer Sparkasse unver­ändert stehen lassen und es am 1. öuli 1925 auf 120 Mk. und am 1. Dezember 1925 auf 160 Mark erhöhen. Die Sparprä« mienverteilung 1925 findet vor Weihnachten 1925 statt. Der Pommerfche Sparkassen- und Giroverband will mit seiner Ver anstaltung selbstverständlich nicht der Spielleidenschaft Vorschub leisten; ihm kommt es nur darauf an, den in der Bevölkerung, leider völlig geschwundenen LparsMn wieder zu erwecken uNo die Sparkassen instanLzusetzen, mit den einkommenben Sparka- pitalieii unserem Wirtschaftsleben, insbesondere dem Mittel­stand, den so nötigen Kredit zu gewähren. Vor allem soll Ler Wohnungsbau Lurch HgpothekarkreLit der Sparkassen ge­fördert werden.

Nach einer Statistik über bas erste Halbjahr 1924, die von Len westfälischen Sparkassen bekannt wird, stiegen die Spar­einlagen von Ende öanuar bis Ende März von 6 auf 15 2Hil« honen Mark, bis Ende Mai auf 27, bis Ende öuli auf 37 und Ende August auf 44 Millionen Mark.

Vermischtes.

Der künstliche Kehlkopf.

Dem amerikanischen Thirurgen Dr. Mackentg ist das Wunder gelungen, die Stummen reden zu machen. Er stellte in einer medizinischen Gesellschaft kürzlich drei Patienten vor, nach Lem sie infolge einer Kehlkopfkrebsoperation die Stimme oer« loren hatten, nun mit einem ihnen von Dr. Mackentg eingesetz­ten künstlichen Kehlkopf deutlich und gut artikuliert sprachen. Mit Kehlkopfkrebs behaftete Personen konnten bisher nur un« fer Aufopferung ihres Sprechvermögens dadurch gerettet wer­den, daß man den von ber Krankheit befalle ien Stimmapparat auf operativem Wege entfernte. Die Atmung erfolgt bei sol­chen Patienten durch eine künstliche Oeffnung in ber P " röhre. Die Erfindung Dr. Mackentgs stellt eine Art Kunjtii» eher Stimmbänder bar, die, genau so wie die natürlichen, durch hinLurchstreichende Luft in Schwingungen versetzt werden. Die schwingende Luftsäule wirb vermittels einer kleinen Röhre in ben Mund geleitet, wo die Modulationen der menschlichen Rede durch die wechselnde Stellung von Lippen und Zunge zu­stande kommen. Das Gndergebnis unterscheidet sich von der gewöhnlichen Sprache_burcb einförmigere Klangfarbe der Spra- che.. Der Wert der Grfindung Mackentgs liegt nicht nur in der Möglichkeit, die an Kehlkopfkrebs Operierten in einen an­nähernd normalen Zustand zurückzuführen, sondern vielmehr da­rin, daß sich an Kohlkopfkrebs Erkrankte wenn sie wissen, daß sie Lurch die Operation ihrer Sprechfähigkeit nicht beraubt werden, leichter und rechtzeitig zu einer Operation entschließen werden. _ öm Anfangsstadium dieser Krankheit, wenn ein ra­dikaler Eingriff noch die volle Gewähr der Heilung bietet, kön­nen sich die Patienten in den meisten Fällen zu einer Opera­tion Lie sie des Sprechvermögens beraubt, nicht entschließen.

Druck uud Verlag: Rudolf Bamberger, Fulda. Verantwortlich für den textlichen Teil: Friedrich P. Parimuß, für Anzeigen^ August Bamberger, sämtlich in Fulda.