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Hessische Morgenzeitung

Beiblatt.

Verlag: Fulda, Kanalstraße 44.

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Der Dame des Hauses

Von Arthur S i I b e r g 1 e i t.

in einer silbernen Nacht, da die Strahlen des Himmels die Geheimnisse der schwarzen Wipfel durchdrangen, trat der ein- Tarne Siedler aus seiner Hütte, um noch vor seinem Schlummer Eh seinen geliebten Bäumen zu schauen und sich in süßer Miße zu ergehen. Er war kaum einige Schritte durch bas grüne Gehege gewandelt, da erblickte er zwischen fein gezack- ten, spitzen Farnen und gewölbten Glockenblumen auf den im Winde leicht federnden Polstern des weichen Mooses, dem Spielplatz der Eichhörnchen und Eidechsen, einen ganz jungen Bogel, der sich offenbar von seiner Mutter verirrt und nun nicht mehr den Weg zu seinem Nest zurückgefunden hatte. Das kleine, hilflose Geschöpf trippelte in ruckweisen, kurzen Schritten auf dem Waldboden hin -und her, und seine glänzen­den, winzigen Augen verrieten eine flackernde Angst, als es Menschenschrftte aus der Ferne vernahm. Der Einsiedler nä­herte sich sehr bedächtig und langsam dem Vögelchen, um es nicht durch Hast zu erschrecken, und da er immer Krumen bei sich trug, mit denen er seine gefiederten Lieblinge speiste, warf er einige dem verschüchterten Tiere zu. Dieses wurde durch die Lockungen und die 9lßung des Alten allmählich zutraulich und kam dem Greise um so näher, in je kürzeren Entfernungen er ihm die Brosamen hinstreute. Und wie das unschuldige Tier endlich ganz in seiner Nähe war, streckte der Einsiedler Hurtig die Hand aus und fing es mit einem überraschend schnellen Griff. Dann trug er das Vögelchen nach Hause, in der Hoff­nung, einem verirrten Wesen Gottes eine neue Heimat schen­ken zu können, stellte ihm einen Napf Wasser und Futter bereit und ließ dem kleinen Gefangenen in seiner neuen Wohnung unbeschränkte Schwingenfreiheit. Nunmehr legte er sich zur Ruhe, und das Vögelchen, das zuerst seiner Angst in jähen, kurzen Klangstößen Ausdruck gegeben hatte; sang bald mit sei­nem Geschick versöhnt, mild in beschwingter und fast herzlicher Heiterkeit seinem gütigen Gastgeber süße Wiegen- und Schlum­merlieder, mit denen sich die Traumweisen ferner, windgesegne­ter Weiher, die gespenstische Musik dunkler Tannen und Föh­ren und die orgelnden Töne röhrender Hirsche vermählten. Der Einsiedler aber vermochte nicht einzuschlafen; er lauschte und fühlte sich von einer wundersamen Weihe überwältigt, nun er die Stimme aller Stimmen, das Vogellied vernahm. Und da ihm die Tiere ohnedies als Geschwister galten, glaubte er in dem bereits aufj adelnden Trillern des Vogels den Gesang sei-

Die Knvpflochrose.

Die rote Rose, die unbekümmert um Frost, Winterstürme und Matschwetter, üppig aus den Knopflöchern weiblicher Um­hüllungen sproßt, begegnet uns jetzt in solcher Häufigkeit, daß man sich versucht fühlt, sie als Marke — mit Verlaub zu sagen: Fabriksm-arke — zu bezeichnen. So wie „Knopf im Ohr" ober „Bienenkorb". Zu Dutzenden wird jetzt die Frau mit der ro­ten Blume geprägt. Fabriksware ist aber keineswegs zu un­terschätzen. Sie kann alle Vorzüge der Dauerhaftigkeit und Solidität, Gefälligkeit und Zweckmäßigkeit in sich vereinen, aber sie entbehrt der Individualität. Desgleichen die Dame mit der roten Blume, was ihre Außenseite anlangt.

Die Knopflochrose ist der Stempel jener Sorte, die Schick und Eleganz, Modegerechtheit und Sinnfälligkeit in erster Li­nie zu ihrer Qualifikation zählt, während Originalität und So­lidität der Erscheinung ein wenig ins Hintertreffen geraten.

Die rote Blume wird von alt und jung, von schön und häß­lich getragen. Sie wächst auf grünem, braunem, schwarzem, hauptsächlich auf schwarzem Grunde. Sie „hebt" die edelsten Kreationen moderner Schneiderkunst und „drückt", auf „trau­rigen Veränderungen" angebracht. Aber immer wirkt sie, an und für sich — das muß ihr der blasseste Neid lassen —, hübsch frisch lebendig. Sie erhebt Ansprüche, auf welche die vornehme Unauffälligkeit diskreter Aufmachung verzichtet. Sie will ins Auge stechen, will gesehen werden. Die betreffende Trägerin sagt unter der Blume, daß sie sich für konkurrenzfähig hält.

Die rote Rose ein hochroter Appell weiblicher Eitelkeit an den Schönheitssinn der Umgebung, vorzugsweise männlicher Umgebung. Sie verfolgt aber auch noch andere Zwecke.

Unsere jungen und jüngsten Damen sind in Farbe und Li­nienführung ihrer Kleidung oft von der Weiblichkeit im kano- nischen Alter kaum unterschieden. Wie es heute keine Kinder mehr gibt, so sind auch die Großmütter, echte, stilgerechte Groß­mütter mit zeitlosen Kapotthütchen und weltverachtenden Zug- stiefletten, verschwunden. Da ist es nun ein glücklicher Aus­weg, wenn solch ein junges Ding den düsteren Ton seiner Ge­wandung durch die rote Blume, das Sinnbild der Jugendlich­keit, erhellt. Fn diesem Falle ist die Marke echt und gut. Lei­der wird mit ihr aber auch Mißbrauch getrieben.

Ss ist strafbare Irreführung, das Zeichen der Schönheit, Grazie und Fugend einem Geschöpfe aufzudrücken, das keinen -dieser Vorzüge besitzt. Wohl allen Weiblein, die ohne alle Skrupel die rote Rose ins Knopfloch stecken dürfen! Es sind diejenigen, die sich im Bezirke unbekümmerter Fugend heimisch lublen und von den Vorzügen ihrer äußeren Erscheinung durch­drungen sind.

- .$“r andere aber involviert die rote Blume ein Problem, g eicyerart wie der rote Hut ober der Bubikopf. Man würde QS ^ Hebung seiner äußeren Qualitäten unterne-h- ' o er man kämpft mit allerhand Bedenken: Darf -ich wagen? Mache ich mich nicht lächerlich? Werden spötteln: „Die hat es nötig?“ Gewiß, man

9 ft andere und schwerer wiegende Sorgen. Man weint

nes jüngst sanft entschlafenen Bruders und Zlötengrüße aus einem rherubischen Reich zu vernehmen.

Durch die Stille des Waldes aber war die schmelzende Mu­sik des Gefangenen ans Ohr feiner Mutter gedrungen. - Und weil wahre Liebe stets die zartesten Regungen sogleich erspürt und selbst nicht den Weg über Länder und Meere scheut, flog die Alte, begleitet von ihrer Kinderschar, zur Waldhütte, aus der die Weisen ihres eingekerkerten Sprößlings schollen. Und bald versammelten sich Scharen beschwingter Sänger vor dem Ginsiedlerheim, belagerten hier zwitschernd Fenster, Gesims, und Strohdachgsbälk -und erwiderten den Ruf des Gefangenen mit einem tröstenden Tegenruf, der Zuversicht auf Befreiung. Und alle Töne schienen um die Hütte einen zauberhaften Wall aus geheimnisvoll klingenden Steinen zu bauen, und der Ein­siedler fühlte sich von diesem seraphischen Gesang so entzückt, als hätten ihn die Schwingen der Erzengel bereits in die Hei­mat aller Lieder getragen. Da erbarmte er sich des Gefan­genen, er öffnete ein Fenster, >und sein gefiederter Liebling flog jubelnd zu seiner Mutter und seinen Brüdern, die ihn jauch­zend empfingen.

Seitdem ist die Hütte des heiligen Mannes immer umzwit­schert. Denn die beschwingte Mutter und ihre Kinder wichen fortan nicht mehr vom Fenster, Gesims und Dach der Klause und schenkten dem Einsiedler wie einem Erlöser voll Dankbar­keit Sag um Tag, Nacht um Nacht ihre legendenhaften Wei­sen, und sie singen ihm selige Wiegen- und Auferstehungslieder. Und wenn sich ein weltsche-uer Pilger auf dem Wege zur grü­nen Einsamkeit der Hütte nähert, bleibt er lange Zeit hier stehen und lauscht und lauscht. Und selbst der Dichter, Gottes Ruhmes Sänger, der sich einmal bei der Geburt eines neuen Liedes in tiefem Sinnen in den Waldgrund verlor, ließ seinen Seelengesang vor der Klause verstummen; denn er fühlte, daß er eine solche Vollendung in seinen Klängen nie zu erreichen vermöchte. Und er siedelte sich dicht neben der Hütte des Ein­siedlers an, nannte sie fortan bas Haus der Lieder und wurde in diesem hallenden Bezirk ein andächtiger und gelehriger Schüler seiner großen und doch äußerlich so kleinen Meister, der dankbaren Vogelschar. Und er empfand das Zwitschern der Gefiederten, das Rauschen der Waldwipfel sowie die Musik der Bronnen als einen so heiligen Dreiklang, daß er den sonst zahlreiche dunkle Stimmen verwirrten, seine Seele mit diesen Tönen zu einem süßen und klaren Einklang verband.

(■■■MOMMHHaMMHMBHMMMaMMMMMa auch der roten Blume an sich keine Träne nach, wohl aber der Berechtigung, dem Berufe, sie zu tragen. Man meint den Esel und schlägt den Sack, wobei mit dem Esel die eigene Un­widerstehlichkeit gemeint ist.

Beinahe möchte man jene Verblendeten beneiden, die die rote Blume als Wiederbelebungsversuch für ihre dahingegan­gene Fugend in Anwendung bringen, ohne dabei den traurigen Kontrast zwischen der Purpurpracht ihres Blumenschmuckes und der Verblüfftheit ihrer Wangen zu bemerken.

Bei derartigen „veralteten" Fällen, bei denen die Betref­fende auf den modernen Blumenschmuck nicht verzichten zu können oder zu brauchen glaubt, ziehe man sich durch eine in das Lila der Herbstzeitlose spielende Schattierung aus der Ver­legenheit.

Sensible Naturen, die unter dem Drucke der Zeit schwer zu leiden haben, werden die rote Blume als Farce glattweg ablehnen. Es würde sie irritieren, die Blume im Knopfloch und gleichzeitig das Kreuz auf den Schultern zu tragen. Sowie es dem feinfühlenden Menschen völlig wider das Gefühl ist, in greller, farbenfroher Gewandung einherzugehen, wenn ihn schweres Leid getroffen hat.

Der Frauen Lieblingsdichter.

„Der Frauen Wesen ist ihnen selbst nicht recht klar. Es ist wie ein Aebelwallen vor dem inneren Blick. Die Frau denkt nur in Stücken, empfindet ruckweise. Fühlt und liebt hier und da, so wie man schluchzt und aufschreit. Sie hat kaum das Bedürfnis nach einem Ganzen. Der brennend empfundene Au­genblick bst ihr genug." So behauptet Rudolf von Delius, der eine eigene Stellung in der geistigen Gegenwart innehat und die Gegensätze Idealismus und Realismus in einer Mitte, die das Erfassen des ganzen ungebrochenen Lebens selber ist, vereinigt. Sein neues Buch „Das Erwachen der Frauen" das jetzt im Earl Reißner-Verlag, Dresden, erschienen ist, will ein erster Versuch sein, die Frau von der Frau selbst aus dar­zustellen. Es ist das sehr schwierig, besonders deshalb, weil die Durchschnittsfrau über sich selbst wenig aussagen können. Die meisten empfinden ihre Anpassung an die Männerwelt bereits als eigene „Natur". Sie sind gar nicht fähig, durch die dicken Kleider des Herkömmlichen hindurchzusehen. Die Mode geht bei ihnen bis in den Herzensgrund. Die Frau ist aber auch nicht fähig, so erklärt Rudolf von Delius, das Innere zu gestalten. Aber wo sie draußen, von Männern geformt, diese ihre Fühlart ausgesprochen findet, da flammt die Frauenseele auf, begrüßt ihr Eigenes, schwärmt in Begeisterung.

Darum können wir durch die Lieblingsdichter der Frauen hindurch Einblick in den Frauengeist selber tun. ön Deutsch­land gibt es vor allem zwei solcher Dichter: Klopstock und Fe- ati Paul.

Klopstocks Messias: weites, hohes Wogen der Empfindung, Seelendgnamik endlos in sich schmelzend, wie Orgeldröhnen und Glockensausen, atemlos -mächtig, dann wieder zartweh, spi­

rituell bleich, aber immer starker Herzenston, schwellend beweg­tes Gefühl.

Sean Paul: lauter zerstreute Buntheit, Farbenflecke, warm brütende Stimmung, Zerschmelzen des Fnnersten, zarteste Fein­heiten des Gemütes, Malerei des verborgenen heimlichen Käm­merleins, überfließende brüderliche Güte.

Beiden gemeinsam: Ueberschwang, Auflodern, Zlammen- kraft, brausendes Gefühl, Dichtung subjektiver souveräner Be­wegung der Seele in sich.

Klopstock ist musikalisch. Sean Paul ist malerisch. Klingen­de zitternde Töne und verschwimmende heiße Farben gehören auch zur Frauenseele. Der große, strenge Umriß fehlt, bas lo­gisch Verbindende, die helle architektonische Klarheit. Es ist ein Gewühl von Einzelerlebnifsen.

Die Frau glaubt an bas Recht jedes rein empfundenen Augenblicks. Ganz durch-fchUttert sein von einer leuchtenden Gefühlsmacht, das ist für das Weib die Gipfelhöhe des Da­seins.

Aus Punkten besteht die Zrauenfeele, aus Zarbenflecken und abgerissenen Tönen. Ebenso wie das kwerk ihrer beiden Lieblingsdichter zerfällt das Leben der Frau in Episoden, in schöne Stellen, in aufflackernde Momente, (daneben liegt Grau und Langweiligkeit).

Zur Vollendung wünschte man daher sowohl Klopftock-Sean Paul wie den Frauen nur dies: ein sicheres klares Geistzentrum mit ordnender, alles heiter durchdringender Kristallkraft.

Sir Heldin von Gaeta.

Diesen Beinamen erhielt in der Zeitgeschichte die Königin von 19 Fahren» Maria von Neapel, als sie 1860 die Festung Gaeta und mit ihr den letzten Wall ihres Königstums und der Bourbonsiiherrfchaft in Ftalien gegen Garibaldi verteidigte. Von ihrem Gatten, Franz dem Zweiten, der im Gegensatze zu seinem Vater, Ferdinand dem Zweiten, dem gefürchteten Re Bomba, als sehr gutmütig aber auch als halb schwachsinnig galt, war wenig die Rede. Desto mehr von dem Heldenmut und der Opferfreudigkeit der jungen Königin, die überall dort zu sehen war, wo es Gefahr gab. Sie sprach den Soldaten Mut zu, besuchte die Spitäler und sorgte für die Verwundeten. 2n Männerkleidern einhergehend, soll sie Proviant und Munition herbeigeschafft, selbst Hand an die Geschütze gelegt haben; was die Epignonen ja nicht gerade als einen Ruhmestitel anfehen. Damals war man voll Begeisterung für Marie, so weniger Sympathien sich auch sonst das Königshaus und die sterbende Franzosenherrschaft in Ftalien erfreuten. Sie war die einzige Lichtgestalt, wohl auch wie einst ihre Verwandte, die Herzogin von Angouleme, die Tochter Marie Antoinettens, am Hofe ih­res Schwiegervaters Karls des Zehntens „der einzige Mann" auf feiten der Verteidiger. Sie kämpften für eine aussichts­lose Sache — Hunger, Krankheiten, die immer mehr um sich greifende Entmutigung, zwangen Gaeta zur Uebergabe. „Das Königreich beider Sizilien", wie sein offizieller Titel gewesen war, ging in dem geeinten Ftalien auf, dem in dem für Oester­reich Jo unglücklichen Kriege von 1866 noch die Provinz Vene­dig und 1870 Rom und die übrigen Seile des Kirchenstaates zufielen. Lange noch wütete, von den vertriebenen Bourbonen unterhalten, die Brigantaggio in Sizilien, bis es der italie­nischen Regierung gelang, diesen Guerillakrieg zu unterdrücken. Ob auch Marie einen Anteil an ihm gehabt, steht nicht fest. Sie lebte im Exil in so bescheidenen Verhältnissen, daß, als sie nach mehrjähriger Ehe ein Kind bekam, Marie Ehristine, die nach wenigen Monaten starb, ihre Mutter, die Herzogin Marie Louise in Bagern, die Kosten des Kindbettes tragen mußte; Kaiserin Elisabeth hatte der Schwester die vertrauenswürdige Wiener Hebamme Gruber gesandt. Einmal noch machte die Exkönigin von sich reden, als sie der unglücklichen Ehe mit dem so tief unter ihre stehenden Gatten müde, diesen verließ und sich in ein Kloster zurückzog. Den Bemühungen ihrer Wittelsbacher Verwandten gelang es, eine scheinbare Versöhnung herbeizu- führen. Von da ab lebte sie fast ständig in Neuillg bei Paris, wo sie sich ein Heim geschaffen hatte, bis der Weltkrieg sie da­raus vertrieb und in ihre bayerische Heimat zurückführte. Sie war die nächstälteste Schwester der schönen Kaiserin Elisabeth und dieser in den Gesichtszügen sowohl wie in Gestalt und Hal­tung sehr ähnlich. Auch sie war eine passionierte Reiterin und verbrachte noch in vorgerückten Fahren täglich geraume Zeit in der Reitschule. Fhren schönen Gang hat die Kaiserin oft gerühmt. Und wie die Kaiserin, so soll auch sie im Anfang ih­rer Ehe viele Zwistigkeiten mit ihrer Schwiegermutter gehabt haben; es war dies die älteste Tochter des „Siegers von Aspern" Erzherzog Karl, die in Neapel sehr unbeliebte Maria Theresia. Bekanntlich ist die letzte Königin von Neapel, Marie Sophie Amalia, wie sie mit vollem Namen hieß, die setzt im hohen Alter von 84 Fahren in München starb, das Urbild der Königin Friederike gewesen, als die sie Daudet in seinem berühmten Ro­man „Les roix en exil“ verewigt hat.

Ein Fest der Gattenliebe.

Zu den Festen, die das indische Volk alljährlich feiert, ge­hört auch ein Fest, bei dem die Gattin dem Ehemann huldigt. Die Kulthandlungen des Festes der ehelichen Liebe bestehen zu­nächst darin, daß die Frauen dem Ehegatten die Füße waschen und trocknen und sodann die Männer mit Blumengewinden be­kränzen. Auch in Tempeln opfern sie Blumen, und während die Düfte des verbrennenden Mandelholzes zu den Altären auf­steigen, flehen die Frauen die Götter um Gesundheit und langes Leben für ihre Ehegatten an.