Mahnruf eines deutschen Katholiken.
Von Konstantin Freiherr von Gobsattel, General der Kavallerie
Wohl keiner Partei ist in letzter Zeit so zu gesetzt worden, wie dem Zentrum. Hatte schon die peinliche Verquickung prominenter Mitglieder dieser Partei mit dem Kutisker-Barmat-Skandal weite Kreise unseres Volk- kes aufhorchen lassen, so tat die Haltung des Zentrums bei der Regierungsbildung das fiebrige. Bedauerlich ist dabei, daß die Heilungen des linken Zentrumsflügels ihre Leser nicht von den Stimmungen im deutschen Volke unterrichten. Diese Art der Vertuschung war sonst nur der sozialdemokratischen Presse eigen nach dem Grundsatz: alle andern Zeitungen lügen, nur unsere eigenen sagen die Wahrheit, und andere Zeitungen darf ein / Parteimitglied eben nicht lesen. —
Hatte aber doch einmal eine Zeitung Aachrichten gekracht, die gewissen Leuten unbequem waren, so wurde dies Organ in den B. V gesteckt, d. h. man entzog ihm die Anzeigenaufträge und versuchte es so klein zu kriegen. Das gelingt auch meistens. Es gibt aber Fälle, wo eine Zeitung einfach nicht schweigen darf, wenn sie unparteilich und wahrheitsliebend fein will, und ein solcher Fall liegt hier vor: Zn Nr. 17 der „Deutschen Zeitung" vom 11. Januar 1925 schreibt unter obigem Titel der 2. Vorsitzende des Alldeutschen Verbandes, ein treugläubiger Katholik und aufrechter deutscher Mann u. a. folgendes:
Ls ist allgemein bekannt und braucht deshalb weder bewiesen noch des Näheren ausgeführt zu werden, daß der Teil der deutschen Katholiken, der es verstanden hat, treu zu seiner Kirche zu stehen und dabei dem deutschen Volke und dem Vaterlande mit voller Hingebung zugetan zu sein, die Entwicklung des Zentrums mit immer wachsenden Sorgen verfolgt hat. War diese Partei ursprünglich im Kern aristokratisch-konservativ geartet, so hat sie schon unter Windthorsts Führung starke Aenderung erfahren und ist nach seinem Tode je länger je mehr zu einem ständigen Bündnis mit der Sozialdemokratie und dem Freisinn gekommen, eine Tatsache, die im krassen Widerspruch mit der Behauptung des Zentrums stand, dem Schutze des katholischen Glaubens und der katholischen Kirche
?u dienen.
Denn der atheistische, materialistische Marxismus
war und ist der Todfeind jeder Form des Thristentums. Man kann heute sagen, daß zwei Männer von der geschichtlichen Größe des Papstes Leo 13. und des Fürsten Bismarck in der Beurteilung des Zentrums einig gewesen sind. Diese Tatsache ist leider der Masse der deutschen Katholiken nicht bekannt geworden.
Die mannigfachen Wandlungen, die eintraten, als das Zentrum Regierungspartei wurde, brauchen hier nicht geschildert zu werden, wo es mir bei der Sorge um das Schicksal der katholischen Kirche auf deutschem Boden, aber auch aus tiefster Sorge um mein deutsches Volk und um den deutschen Staat darauf ankommt, die verderbliche Wendung zu Jeb übern, die im Zentrum durch die Ausschaltung der konservativ-aristokratischen Elemente vor sich gegangen ist. Erzberger hat über Hertling und Spahn (den Vater) gesiegt, jener Lrzberger, über
den heute die Akten geschlossen sind. Ls gibt neben den marxistischen Führern keinen Menschen in Deutschland, den gleich schwere Schuld an der deutschen Niederlage trifft. Daß das Zentrum, d. H., daß dieser Teil der politisch mißbrauchten deutschen Katholiken Lrzberger als Führer weiter ertrug, nachdem sein Anteil an der deutschen Niederlage unbestreitbar klar geworden war, ist schlimm — schlimmer aber noch ist cs, baff er gehalten wurde, nachdem sich erwiesen hatte, wie tief er in die Korruption verwickelt war, jene typische Begleiterscheinung verfallender Staatswesen. Lrzberger ist tot, aber er geht noch im Zentrum um und die Lrben seines politischen Wesens, die Verwandten seiner menschlichen Ligenart sind noch heute in der Lage, die Masse der deutschen Katholiken zu ihren politischen Zwecken zu mißbrauchen.
Ls ist schwer, die Gefühle eines gläubigen Katholiken zu schildern, der sein deutsches Herz bewahrt hat und fest auf dem Boden des Vaterlandes steht, der sein Leben lang gewohnt war Gott zu geben, was Gottes ist, aber auch seinem König und Kaiser treu gedient hat, wenn er sieht, daß die Partei in Massen deutsche Katholiken auch heute noch verführt.
Daß das Oberhaupt unserer katholischen Kirche, daß führende deutsche KirrhenfUrsten mit solchem Treiben nichts gemein haben können, ist so selbstverständlich, daß es näherer Begründung nicht bedarf; es sei nur an zwei Kundgebungen erinnert, die das zeigen sollen. Fürstbischof Bertram hat sich am 6. Dezember 1924 wie folgt geäußert:
„Weil Sozialismus und Kommunismus unvereinbar sind darf und muß zum Schutze des Glaubens und der christlichen fundamentalen Lehren und Grundsätzen unser Religion ihnen mit aller Offenheit und Festigkeit entgegen- getreten werden. Kein Katholik darf aus wirtschaftlichen Gründen einer Partei angehören, deren Führer zugleich den Kampf gegen diese höchsten und heiligsten Znteressen betreiben, was ein Führer sozialistischer Parteien mit den drastischen Worten erklärte: „Christentum und Sozialismus ver- haiten sich wie Wasser und Feuer"; das ist zutreffend, das gilt auch, heute noch, und das gilt in erhöhtem Maße vom Kommunismus. Bewußte Anhänger sozialistischer und kommunistischer Parteien, wenn sie allen Belehrungen sich unzulänglich erweisen, schließen sich selbst von den hl. Sakramenten aus und dürfen zu denselben nicht zugelasfrn werden. Meine Diözesanen können und müssen von mir verlangen, daß ich die öffentliche Kundgebung dieses Grundsatzes von der Kanzel anordne, wie hiermit geschieht."
Und in der letzten Allokution des Heiligen Vaters Pius 11. an die Eardinäle finden wir folgenden Satz:
„. . . . es ist Pflicht: Alle, besonders die Staatsmänner, eindringlichst aufzufordern, mit vereinten Kräften danach zu trachten, von fich und ihren Landsleuten die so schweren Gefahren und ganz sicher eintretenden Schäden des Sozialismus und Kommunismus fernzuhalten, wohlverstanden unter der Voraussetzung pflichtgemäßer Fürsorge für die Hebung der Lebensbedingungen der Arbeiter und der unteren Stände".
So reden und mahnen das Oberhaupt der katholischen Kirche und einer der maßgebenden deutschen Kirchenfürsten — das Zentrum aber kümmert sich nichf darum und geht durch Dick
und Dünn mit dem Marxismus. Die Ereignisse der letzten % eben, insbesondere die beschämenden Vorgänge bei der oder besser der Nichtbildung einer Reichsregierung bas auf das klarste. Lrzberger führt eben auch heute nocl/d Zentrum.; von feinem Erben Wirth ist bekannt, daß er sich der äußersten Linken orientiert hat. '
Zu all diesem , für einen gläubigen Katholiken, der • ein guter Deutscher ist, Entsetzlichem kommt, daß offenbar £ dergers Bloßstellungen wegen seiner Teilnahme an der Korr tion im Zentrum nicht abschreckend gewirkt haben; beute * y' Welt voll von den ^acbricbten, die führende Zentrums im engsten Zusammenhang mit der inzwischen oerschlA^ , Korruption bringen.
Dars der katholische Volksteil Deutschlands west^ dem Vorwurf belastet bleiben, daß er der unzertrennliche desgenosse des Marxismus sei und deshalb an dessen vor Gegenwart und Zukunft teilhabe?
Angesichts der Vorgänge der letzten Zeit wäre Schweigen oder Verdunkeln ein Verbrechen an unserem Volk und Vater, land, aber auch an unserer Kirche.
Diese Worte eines tteugläubigen Katholiken sind so be« herzigenswert, daß die Flügelorgane des linken Zentrums einfach einstecken ohne piep zu sagen. Man weiß nun nicht, worüber man sich mehr wundern soll: über die Schamlosigkeit jener Winkelblättchen, die sich im Schmutze der sozialdemolcrak,> scheu Zuspiration sonnen, oder über die Kritiklosigkeit -er Leser, die das Paddeln im roten Schlamm zulassen, ohne dem Herrn Schriftleiter auf die Finger zu hauen.
E i n Organ werden wir aber besonders im Auge behalten, bas es in unnachahmlicher Unverfrorenheit wagt, Tatsachen und Meldungen aus katholischen Zeitschriften, die in einer Nummer m e h r Kultur enthalten, als e i u g a n z e r Z a h r gang dieses B l ä 1 t ch e u s, nach Gassenjungenmanier zu quittieren. "
Nermischtes. M
Die Abstammung der europäischen Menschheit. Der Nas- senforscher Fritz Paudler hat eine neue Theorie über die Abstammung und Urheimat der hellfarbigen Rassen aufgestellt. Nach ihm gibt es neben den Jnbogermanen noch eine zweite hellfarbige Rasse der Z^ordeuropäer, die Ero-Magnonrasse. Da sie sich heute besonders rein bei den Dalarnern in Schweden erhalten hat, nennt Paudler sie auch die basische. 2hr Kennzeichen sind goldblonde Haare und graue Augen, während die indogermanische Rasse mit aschblondem Haar und blauen Augen ausgestattet gewesen sein soll. Die Sprache der Ero- Magnons lebt heute im Baskischen fort. Was die Zndoger- manen anbetrifft, so sollen die Litauer und Letten heute ihre besonders reinen Vertreter darstellen, während Paudler in den Germanen eine Mischung der beiden genannten Rassen sieht..
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