als Großabnehmer auftreten können, wird man ihnen auch das Recht nicht streitig machen können, auf die Auswahl der Radiodarbietungen einen Einfluß auszuüben. Sie werden sich diese Ginwirkungsmöglichkeiten nicht entgehen lassen dürfen, und es wird eine Aufgabe der kommunalen Spitzenverbände sein, die gesamte Kraft der hinter ihnen stehenden Gemeinden und Gemeindeoerbände nach dieser Richtung hin einzusetzen. Die Voraussetzungen dafür allerdings, daß derartige Linwirknngs- versuche für das Programm der Radiosender von Erfolg begleitet sind, liegen darin, daß die Gemeinden nun auch in der Tat als Großabnehmer auftreten, mit anderen Worten: mit ollen Kräften dazu beitragen, daß die Darbietungen des Radiowesens auch in die weitesten Volkskreise hineindringen. Dazu ist die Anlage von Empfangsstationen das wichtigste Erfordernis. Es mag heute, so schreiben die „Kommunalpolitischen Blatter", etwa leichtsinnig klingen, wenn man die Auffassung vertritt, daß in einigen Fahren jede Schulklasse ihre Lmpfangs- station haben wird. Aber man wird heute schon die Forderung vertreten können, daß in jedes Schulgebäude wenigstens eine Radioempfangsanlage mit einer für eine Klasse ausreichenden Anzahl von Kopfhörern vorhanden ist. Die Gemeinden werden dann aber zu prüfen haben, wie sich diese Anlage über die Unterrichtszwecke hinaus auch für weitere Kreise der Bevölkerung ausnutzen läßt, etwa dadurch, daß in den Stunden des späten Nachmittags und des Abends die Anlage auch anderen Kreisen zugänglich zu machen ist. 3n dieser Beziehung hat man vereinzelt bereits Erfahrungen gesammelt. Ein weiteres Feld der Verwendung ist in der Versorgung von Krankenhäusern u. anderen Anstalten der Wohlfahrtspflege mit Radioempfangsstationen gegeben. Auch hier können die Gemeinden eine sehr wertvolle Tätigkeit entfalten, zugleich aber auch ein gutes Werk tun, um manchem Kranken oder Hilflosen die Stunden der Langeweile zu verkürzen. Man wird den Kreis der unter diesem Gesichtspunkte mit Empfangsstationen zu Versehenden recht weit ziehen können. Man braucht dabei nicht nur an Krankenhäuser zu denken, sondern auch an Altersheime und Krüppelanstalten, Mädchenheime usw. Man kann sogar rfoch darüber hinaus gehen und Hilfsbedürftigen leihweise Empfangsapparate seitens der Gemeinde für ihre Privatwohnung zur Verfügung stellen, wie das z. B. in Münster i. W. für die Kriegsblinden geschehen ist. Darüber hinaus werden sich noch mancherlei Möglichkeiten bieten, wo die Gemeinden mit der Schaffung von Empfangsstationen einfetzen können.
Jes Kaufmanns GeMt.
Die Entwicklung der modernen SchLnfeusterkunst.
Von Hans R o e s s i n k.
(Aachdruck verboten.)
Das Schaufenster im Wettbewerb — Ein gespenstiger Arzneikoch — Sm Zeichen des „Ausverkaufs" — Die große Kunst des Dekorierens — Farben- und Lichteffekte — Lebender Schaufensterfchmuck — Das Feitnugsinferat als Helfer.
Fn Berlin fand vor kurzem ein Schaufensterwettbewerb statt und in den nächsten Wochen wird ihm ein zweiter in noch viel größeren Ausmaße folgen. Das Schaufenster, das man nicht zu Unrecht „Des Kaufmanns Gesicht" genannt hat, spielt für Ladenbesitzer eine große Rolle und ist eines feiner wichtigsten Re- klamemittel. Feder Kaufmann, der seine Zeit versteht, weiß ganz genau, wie stark der Straßenpassant aus eine gute Schaufensterdekoration reagiert. „Ha, denkt er, wo ein solches Aushängeschild gewählt ist worden, muß auch mehr noch stsk- ken, was eines Deutschen Herz erfreuen kann“ so heißt es im Liede vom alten Nettelbeck in Lissabon. Das Auge ist der elektrische Druckknopf, der Sehnerv, der Leitungsdraht, der automatisch die Brieftasche oder den Portsmonnaiverschluß des Kauflustigen öffnet. Der Geschäftsmann weiß auch, daß das Publikum die Kundschaft, einem Kinde gleicht, wie Kinder denkt überlegt, Verlangen trägt und besitzen will. Und der sinnfällige Anreiz zum Kaufen, den er für das große Kind „Publikum" bereit hält, ist die Augenweide, die er ihm in seinen Schaufenstern bietet.
Wie anders als heute sahen doch die Schaufenster wichtiger Detailgeschäfte vor etwa einem Fahrhundert aus, als der Kon-
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Adolph von Renzel, der Maler Irtrdrich des Großen.
(Zu seinem 20. Todestag am 9. Februar.)
Adolph von Menzel, der vor zwanzig Fahren im biblischen Alter von neunzig Fahren zur ewigen Armee abgerufen wurde, hat seine Lebensaufgabe in der Darstellung der preußischen Geschichte gefunden. Schon lange, bevor er von Franz Kugler den Auftrag, zur Fliustri-erung seines Friedrich-Werkes erhielt, Hai er sich, als Neunzehnjähriger, mit der preußischen Geschichte beschäftigt. Sein Mappenwerk „Die Denkwürdigkeiten aus der Brandenburgisch-preußischen Geschichte" ist eine sehr merkwürdige und auch heute noch interessante Schöpfung. Die Bilder beginnen mit H. Vicelin als Wendenprediger und Albrecht dem Bären .als Erstürmer von Brennabor und sind, bis zum Fahre 1815 durchgeführt, im wesentlichen eine Verherrlichung der Hohenzollern.
Menzels eigentliches Reich ist aber die Zeit Friedrich des Großen des preußischen Rokoko. Und deshalb stürzte er sich, als er von Franz Kugler den Auftrag erhielt, die volkstümlich geschriebene „Geschichte Friedrich des Großen" zu illustrieren, mit wahrer Leidenschaft auf dieses Stoffgebiet. Mit ungeheu-
SW? studierte er die kleinsten Einzelheiten dieses großen Aolchnittes der preußischen Geschichte. Fedes vorhandene Bild des Königs seiner Generale, Minister, die Uniformen in Zeughäusern und Museen, die Räume und Möbel der Schlösser, allespat er gewissenhaft nachgezeichnet. Und er hatte dann auch die Senugtung, daß dieses gewaltige Material in seiner Einbildungskraft organisch zusammenwuchs, daß die Welt Friedrichs gleichsam leibhaftig vor ihm stand. Rirgends scheint er einen Augenblick zu schwanken. Er setzt Menschen, Tiere, Fuoentar, Räume überall mit der spielenden Leichtigkeit des Rokokokünstlers hin, der nichts anderes als diese Dinge zu kennen scheint, weil er damit aufgewachsen ist und nie Fremdes sah.
Was war es nun, was die Persönlichkeit des groß... Königs so anziehend für Menzel machte? Vielleicht eine gewisse Aehnlichkeit, selbst die Verachtung des Ewigweiblichen, in all diesen Dingen ist Menzel mit Friedrich verwandt. Des-
I kurronzkampf noch nicht so scharfe Formen angenommen hatte! Wenn uns heute ein Schreibwarengeschäft mit einem riesigen Füllfederhalter quer hinter der Schaufensterscheibe zu locken sucht und Unmengen von Briefpapier und Umschlägen zu einer kunstvollen Pyramide auftürmt, denkt man wohl der Zeit, in der es noch keine Füllfederhalter, nicht einmal Stahlfedern gab, und das Löschpapier sowohl wie die gummierten Briefumschläge erst noch erfunden werden mußten. Das Schaufenster der Schreibwarcnhandlung aus den zwanziger Fahren des vorigen Jahrhunderts kannte alle diese Errungenschaften noch nicht. Dafür zeigte es dem Beschauer die Erzeugnisse der bereits damals berühmten rheinischen Papierindustrie, und das „Tanney Papyr Statt Kempten" bildete den Kern einer Auslage, der ein hölzerner Mann im blauen Rock, roter Weste und brauner Hofe die Hauptanziehungskraft verlieh; denn er trug an der Seite eine wohlgefüllte Ledertasche und auf der Brust ein Schild mit der Aufschrift: „Kauft! Schön gemahlte Liebesbriefe! Kauft!" Denn damals konnte man Liebesbriefe und Gratulationsbriefe für alle möglichen Gelegenheiten fix und fertig kaufen, während heute bestenfalls noch ein Liebesbrief- steiler in den Schaufenstern zu entdecken ist. Wo findet man heute noch ein Zigarrengejazaft, in dessen Schaufenster der Eabak in Päckchen und in Blättern den einzigen Bestandteil der Auslage bildet? Erst um 1840 kam die Zigarre allein in den Handel, und von der Zigarette ahnte man selbst dunnemals noch nichts. Der „Tesundyeits-Eanaster" ohne Attest und ohne weitere Rekommandieruug als durch die Ware selbst beherrschte ausschließlich die Schaufenster der ZigarrenhLndler an Stelle der Havanna-Fmporten und Brasilzigarren, der ägyptischen, türkischen und russischen Zigaretten, die heute in ewig wechselnden Bildern die Schaufenster beleben.
Reulich ging eine Notiz durch die Presse, wonach in Amerika nicht weniger als dreitausend Schönheitsmittel „gesetzlich geschützt" sind. Die Industrie zur Hebung der menschlichen Schönheit war stets ein einträgliches Geschäft, und sie datiert nicht erst von gestern. Mag auch die Fülle der Schönheitsmittel, wie wir sie heute in den Schaufenstern von Parfümerien, Drogerien und selbst Apotheken zu finden gewohnt sind, in unserer oeit vermehrt worden sein, so führten immerhin doch schon vor hundert Fahren die Apotheken, die sich dadurch eine Extra-Einnahme verschafften, eine Menge derartiger Erzeugnisse die meist französische Namen trugen, wenn sie auch nicht alle aus Frankreich stammten. 3m Sahre 1829 kam ein findiger Aporheker auf eine sehr originelle Reklameidee. Er staffierte ein menschliches Skelett als seinen Gehilfen aus, und stellte es ins Schaufenster, und zwar so, daß es aussah, als koche der Knochenmann im Siegel Arznei. Außerdem setzte der Apotheker eine Schild daneben, mit der Aufschrift: „Seien Sie ganz beruhigt, ich habe einen Gehilfen, der sich niemals irrt!" Diese illustrierte „Reise nach der Ewigkeit" erregte große Heiterkeit und trug nicht wenig zur wachsenden Beliebtheit des Apothekers bei.
Mit der Auslage der Verkaufsware ist es heutzutage nicht mehr getan. Die Pasfanten sind in einer modernen Geschäftsstraße einem derartigen Trommelfeuer von Reklameeindrücken ausgesetzt, daß nur das wirklich Auffallende, das Originelle allgemeine Aufmerksamkeit erwecken kann. Ein Schaufenster, das den Blick in den ganzen Laden freigibt, der Prunkladen einer großen Firma, der jährlich mit einem Defizit von Tausenden arbeitet, lediglich der Reklame dient und sich eben dadurch indirekt doch gut bezahlt macht, und die mancherlei Tricks und Mechanismen, durch die irgend eine Bewegung im Schaufenster hervorgerufen wird: sie sind es, die das Fnie resse des Passanten wachrufen. Daneben machen sich in regelmäßigen Abständen die Ausverkäufe in den Schaufenstern bemerkbar. Es gibt Länder — England und Holland z. B. — in denen die Schaufenster nahezu ununterbrochen im Zeichen solcher Ausverkäufe stehen. Das Publikum in London und Amsterdam nimmt daher auch die fortgesetzten Ankündigungen des immerwährenden Ausverkaufs unter den verschiedensten Bezeichnungen nicht mehr ernst. 3n Deutschland aber, wo jeder Ausverkauf vorher unter Vorlegung eines Verzeichnisses der zu räumenden Ware polizeilich angemeldet werden muß, pflegen die buntbedruckten
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halb ist ihm der König im Tiefsten verständlich und nie, wie bei anderen Gsschichtsmalern, eine Theatergestalt, ein Kostümträger, sondern immer der ungewöhnliche Mensch, am lebendigsten vielleicht in dem Schlachtbilde von Hochkirch, wo der Feldherr wie die leibhaftig gewordene Seele des Heeres erscheint.
Neben der Persönlichkeit des genialen Königs, die dem Menschen Menzel begeistert, ist es die Form des Rokoko, die den Künstler Menzel entzückt. Mit feiner ungeheuren Sachlichkeit, dem Sinn für das Tatsächliche verbindet sich ein höchst persönlicher Geschmack, der sich, wie Fusti sehr treffend sagt, auf das Reiche, Merkwürdige, Vernickelte, Zugespitzte richtet, nicht nur im Zeichnerischen der Erscheinung, auch in der Farbe und vor allem im Licht, das über Form und Farbe hinwegspielt und ihren Reichtum noch lebendiger macht. Für ein solches Malerauge aber war die Welt des Rokoko das Paradies. Da ist überall Form, bis ins Kleinste hin. Und die Linie ist stets bis aufs letzte lebendig, der einfachste Stuckschnörkel lebt, spricht von einer lächelnden Ueberlegenheit über die Härten und Oeben des Daseins. Wie sehr Menzels Begeisterung für den großen König mit seiner künstlerischen Freude an der malerischen Form des Rokoko zusammentraf, das lesen wir in einem Brief, den Menzel während seiner Arbeit an der Kuglerschen Geschichte, lange vor den großen Friedrichsgemälden, schrieb: „Friedrich über alles mich hat nicht bald etwas so ergriffen. Der Stoff ist so reich, so interessant, so großartig, ja, worüber Sie zwar den Kopf schütteln werden, wenn mans genauer kennen lernt so malerisch, daß ich bloß einmal so glücklich werden möchte, aus dieser Zeit einen Zyklus großer historischer Bilder malen zu können!"
Diese Sehnsucht sollte später denn auch in Erfüllung gehen. Zunächst suchte Menzel aber noch seine gewaltigen Studien zu dem Kuglerschen Werke zu verwerten. So ist sein Werk „Die A.imee Friedrich des Großen" das großartigste und künstlerisch bedeutsamste Kostümwerk geworden, das wir besitzen. Die Lebendigkeit und Eigenart, der Wechsel in den Figuren verrät kaum etwas von der Eintönigkeit, die sonst bei solchen Werken unvermeidbar ist. Ursprünglich waren nur dreißig Exemplare dieses Werkes hergestellt worden und mehr als vierzig Fahre lang lagen die paar Abzüge in Museen vergraben. Schließlich hat dann, fünf Sahre vor Menzels Tob die Kölner Schokoladenfirma Stollwerk das Orginal, das in Menzels Hand -ver-
Papierstreifen mit seiner Ankündigung nur am Lude der ip„ wenigen Saison oder aus besonderen Anlässen auf den Spieqe|Z scheiben der Schaufenster zu erscheinen, wodurch ihnen die große ougkraft bewahrt geblieben ist.
Die große Bedeutung einer dekorativen Schaufensterauslage ließ einen besonderen kaufmännisch-künstlerischen Beruf entstehen, den des Dekorateurs, dessen Daseinszweck es ist, mer neue, durch Originalität und geschmackvollen Aufbau' frsl selnde Schaufensterauslagen zu kombinieren, als deren Luder! folg stets die Erregung der Kauflust stehen soll. Wenn z. heute ein Kaufmann für seinen Lee Propaganda macht, indem J er eins‘feiner Schaufenster mit Hilfe von chinesischen Vasen u Fächern und großen chinesischen Buchstaben auf der mit 5^' bekleideten SchaufensterrUckwand ganz auf das Zeichen „HM" einstellt, so wird er wahrscheinlich seinen Zweck erreichen; stilvolle Aufmachung hebt sich aus dem Wust alltäglicher Äuz- lagen heraus, sie „wirkt". Doch dem Dekorateur sind tausend Möglichkeiten gegeben. Wenn auf der gegenüberliegenden I Seite ein Konkurrent auf Vasen und Zacher verzichtet statt dessen aber in seinem Schaufenster den Trick mit der „ewig gje. holden Teekanne“ und der niemals überlaufenden Lasse vor- führt, so wird er auf diesem anderen Wege ebenfalls zum Ziele gelangen. Er spekuliert dabei klug und geschickt auf die Neugier und das Mitteilungsbedürfnis der Menge und ein derartiger Trik im Schaufenster macht, wenn er für den betreffenden Ort, „noch nie dagewefen" ist, das Geschäft in wenigen Lagen stadtbekannt. Die Zeit vor Weihnachten ist es, in der dem Schaufensterdekorateur die Ablegung des großen Befähigungs- nachweizes obliegt, von dessen Ausfall das Weihnachtsgeschäft in hohem Maße abhängig ist. Besteht er ihn mit „summa cum laude" so kannn er sicher sein, bei seinem Lhef einen „großen Stein im Brett" zu haben. Der Dekorateur spielt daher auch in den großen Warenhäusern eine bedeutende Rolle. Ls ist wunderbar, was er mitunter im Schaufenster zusammenbringt. Dazu gehört viel psychologisches Verständnis und guter Geschmack.
^icht und Sarbe geben dem modernen Schaufenster das Ge- > präge. Erst die Erfindung und Vervollkommnung des elektrischen Lichtes konnte die verschwenderische Lichtfülle beugen, bie, wie auf Motte und Aachtschmetterling, die größte Anziehungskraft auch auf den Menschen ausübt. Erst der elektrische Strom schuf die Bedingungen für die Inszenierung man» cbes verblüffenden Tricks. Aber auch die Zarbenzusammen- setzung zieht manches Auge auf sich. Was lassen sich durch Zar- ben und Licht für wundervolle Effekte in den Auslagen erzielen! Besonders wirksam ist die Drapierung eines Schaufensters mit einfarbigem Samt oder Stoff. Die ausgestellten Gegenstände gewinnen in solcher Umgebung noch an Gefälligkeit und Reiz.
Vielfach verwendet man auch — und zwar mit großem Er- folge — lebenden Schaufensterschmuck. Darunter sind aber nicht nur schöne Vögel oder prächtige Blattpflanzen zu verstehen. Auch junge hübsche Damen müssen ihr „anziehendes" Wesen gar manchmal für die Auslage zur Verfügung stellen. Viele Modehäuser haben ihre Bedeutung und ihren Ruf durch die in Paris zuerst eingeführten Mannequins erhalten. Auch Schreibmaschinenfirmen und Geschäfte mit Büro^Apparaten erregen für ihre nüchternen S egehftänbem^tiis^ mehr Interesse, wenn sie flotte junge DaniMi: in den Scymyen- stern daran hantieren lassen.
Aber ein noch so gut dekoriertes und noch so geschmackvoll ausgestattetes Schaufenster allein bedeutet für den Geschäfts- mann noch nicht den vollen Erfolg. Er muß sich dazu noch einen wichtigen Bundesgenossen sichern, der bie? Kauflustigen an seine Schaufenster heranbringt und sie für seine Ausstellungen interef» fiert. Und ^dieser Helfer ist die Presse,, das Zeitungsinserat. Durch die Zeitung vor allem werden die entfernt Wohnenden auf die Geschäfte aufmerksam gemacht und angelockt. Bietet bann der Kaufmann dem PublikumZn seinem Schaufenster noch ein „anziehendes Gesicht", dann wird er sicher gut abschneiden. Auch der Konsument wird sich darüber freuen, wenner auch letzten Endes — das Opfer dieser verstärkten Attacke auf sei- | nen Geldbeutel wird.
blieben war, für 120 000 Mark aufgekauft, um die einzelnen Figuren in Dreifarbendruck zu Reklamenpostkarten zu verwenden. Fedenfalls hat das Menzelsche Werk durch diese geradezu fürstliche Reklame eine ungeheure Volkstümlichkeit erworben.
Fn den Fahren 1843 sind dann die „Holzschnitte zu den Werken Friedrich des Großen" erschienen. Diese zweihundert ; Zeichnungen waren für eine neue kritische Ausgabe der literarischen Werke des Königs bestimmt, wurden aber nur der Prachtausgabe derselben beigefügt, die sich Friedrich Wilhelm IV. für Ehrengeschenke vorbehielt. Diese Bilder gehören zu Schönsten, was Menzel geschaffen hat. Dann folgen noch einige Griffelwerke, die in der Hauptsache wieder der Friedrich- Zeit entnommen sind. |
3n der Mitte des vorigen Fahrhunderts beginnt Menzel dann seine großen Friedrich-Gemälde. Da ist zunächst die „S^ felrunde". Die preußische Klangfarbe des Rokoko, die spielende Grazie seines Ernstes, alles ist mit überraschender Klarheit 8 getroffen. Und im Mittelpunkt steht er, der lebens-, geist- uns | JchÖnheitsfrohe Held, der in den zarten Körper eines Philoso- | phen die Mannesseele eines furchtlosen Kämpfers barg. Dam I folgte das „Flötenkonzert" das den König wieder von einer - ganz anderen Seite zeigte. Und dann noch die vielen anderer ; Friedrichbilder, die wohl nicht alle besonders aufgezählt ? werden brauchen. Unerschöpflich in der Anordnung, in der Farbe, lebendig-zauberhaft im Licht unib vollkomiÄ Vortrag. Und als Menzel dann 1862 sein Friedrichswerk i schließt und sich anderen Stoffgebieten zuwendet, wird sti^ g Hand noch immer auch etwas von dem Geist des preußisch^ ! Rokoko geführt, dem er so lange Fahrzehnte gedient und 'm | dessen Zeichen er seine besten Werke geschaffen hat.
MOS
Flügel, Orgelharmoniums grösste Auswahl, erste Fabrikate, Teilzahlungen.
Aloys Maier, Fulda,
Kgl, und Päpstlicher Hoflieferant.
Gegründet 1846.