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Ar. 27

Mische Rersenzeitung

Beiblatt.

Verlag: Fulda, Kanalstraße 44.

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Von Margarete S ch u r g a st, Berlin.

Weite Strecken blühender Heide. Hineingestreute Erlen- hiilfbP scheinen über diesem Herbsteszauber zu wachen. Sch 3 es nicht, wieso dieses Bild mein Fühlen heut dem Wer- bringt, denn dem Vergehen. Und wiederum zum weiten Male verschiebt sich mir das Bald, das festgeprägt in meinem jnnern stand, als Ellen Keg am Bahnhof mir ent­gegentritt, dem weißen Haar zum Trotz der jüngsten eine, je länger ich mit ihr beisammen bin, um so größer wird in mir das Staunen über ihre geistige und körperliche jugendkraft. Die Stürme, die über sie hinfortgegangen, vermochten ihre Stär­ke, ihren Glauben und ihre Güte nicht zu zerbrechen.

So ist sie hier in ihrem Heim die Krönung dessen, das man erleben darf. Hell leuchtende Säulen, die einen kleinen Tem­pel bilden, sind das einzige Zeichen, welches weithin über den Vetternfee kündet, Laß hier ein Heim ist. Das Haus liegt oben, ganz dem Walde eingefügt, den Menschen fern, nicht sichtbar. Frohsinn ist der Grundton dieses Heims. Ein Eigen­haus, das Ellen Keg, im Stile angelernt an das alte Herr- schaftshaus Schwedens, ganz besonders an ihr Vaterhaus, sich selbst zu eigen schuf. Tritt man hinein in dieses Haus, so sol­len Worte, Zeichen und Farben ein Zreudenhgmnus Les Will­kommens sein. Froher auch wird wohl von keinem Menschen mit Wort und Handschlag der Willkommensgruß geboten, als von ihr. ' M

Ein Lichenkranz E. K. (ek bedeutet schwedischEiche"), von rotem Band. durchschlungen, genau, wie er die Außenseite ihrer schwedischen Werke umsäumt, ist rings der Wand der Diele eingefügt. Das alte geheime, bei uns politisch so miß­brauchte, GlUckszeichen des^Kenkixa^s, steht über jeder Lingangstür, über deren anderen die Worte des schwedischen Denkers Thorild:Denna Dagen Ett Lif" «(jeder Lag ein Le­ben) geschrieben sind. Das Haus ist schmal, darum so licht- durchflutet. Selbst jedes Fenster scheint zu leben, weil jedes uns den Blick in die Natur erschließt. Gleichsam verwachsen ist das Haus mit ihr. Durch alte hohe Eichen, Ulmen sieht man den Vellernsee, gedehnt ins Weite, als vermittle er uns die Un­endlichkeit. Sich niederduckend vorwärtsstürzend, sind sei­ne Wellen oft gewaltig wie des Meeres Wogen. Und über ihm herrliche Wolkenformationen. Als ob man näher rückt den Wd-rZöür -alles Seins, so ist es hier. Wie in der sie umge­benden Natur, so sind in Ellen Kegs Heim die großen Linien unterstrichen. Wie in ihr Wärme die Triebkraft des Werdens, so belebt Wärme jeden Gegenstand dieses Eigenheims, jeder spricht seine eigene Sprache, leicht verständlich denen, die zu lauschen lernten. Allen verständlich aber überklingen die voll­tönenden Akkorde des Friedens jede andere Melodie.

Von treuer Fremwichaft über dieses Leben hinaus erzählen uns die vielen Bilder alter Freunde. Ueber diesen hängt ein Bild Narzissen in einer schwarzen etruskischen Vase, die aus Gräbern stammt, von Einar Nielson gemalt, der auch das große Porträt Ellen Kegs geschaffen, das im Stockholmer Mu­seum hängt.

Die Möbel der Kinderzeit sind überall hineingestreut in die Dinge des Heut. Von Pietät sprechen die vielen Möbelstücke, die die Großmutter besessen, solche, die aus dem Elternhause kamen. Nichts ist gedankenlos getan. So nicht die kleine Nische des Kamins, in welche die Nachbildung der Menschen­liebe von Dubois gestellt ist. Auf den Kamin, darüber, sind in ein flammendes Herz die Worts gemalt:Accende et Arde" (Zünde und brenne). Eine Staffelet, auf die täglich wechselnde Bilder alter Meister kommen. Ein Gastbuch, in das mit ei­nem Federkiel in roter Tinte Freunde ihren Namen zeichnen. Das kleine Bücherbrett, das Ellen Kegs erster selbsterwor- bener Besitz das sie als Siebenjährige sich für das Geld ge­kauft, das gute Noten ihr für die Arbeit eingebracht. Und oben auf der Diele gibt es Bücherschränke mit vielen, vielen schwedischen Büchern, hierher dürfen die Menschen kommen, Bücher für die langen Winterabende zu leihen. Verstellbare Rahmen, in die Wand gefügt, sollen ihnen die Kunst und Schönheit ferner Länder und ihres Heimatlandes wechselnd zeigen.

Das ist das Wundersame bei Ellen Keg, wie tiefer Siri^l, nützliche Lebensweisheit und strenge Ordnungsliebe sich einen. So viel Praktisches wie hier ist selten beisammen zu sehen. Was sie draußen in der Welt Nützliches fand, das übertrug sie auf ihr Heim. Viele Gebrauchsgegenstände sind damals sofort in das Haus hineingebaut, und doch ist alles von vornehmstem Geschmack.

Die treue Hausgehilfin Ellen Kegs, Malin Blomsterberg, ist in ihrer demütig bescheidenen Art ein Menschenwunder wie Ellen Keg selbst. Unermüdlich schaffend für Ellen Kegs Be­haglichkeit und Wohl ist sie ihr stets in liebender verehrender Distanz ergeben. Nie wird die Liebe und das Vertrauen, das Ellen Keg ihr schenkt, sie anmaßend vertraulich oder taktlos machen. Sie hält das ganze Haus in vorbildlicher Ordnung, benn Ellen Keg ist der besten Hausfrauen eine beinahe pe- Lautlsch anweist, jhn treffen alle Höllenrstafen. Der frühe ten Platz anweist, jhn treffen alle Höllenstrafen. Der frühe Morgen findet unser Frölein Malin bei der Arbeit. Sie blickt Las Brot, die vielen Sorten Kuchen, die schwedische Sitte den Säften gibt. Sie kocht sie holt oft die Lebensmittel aus Lem eine Stunde mit der Eisenbahn entfernt liegenden Städt- chen, eine halbe Stunde bis zur Bahn froh laufend. Sie wäscht alles selbst, sie betreut Ellen Keg in persönlicher Bedienung. Der ?^ter Sorge unterstellt, der Garten. Sie näht alles un schneidert vieles selbst. Mancherlei kleine, praktische Hand- aj.^Uet.fie in den Aachmittagsstunden, während Ellen "le schöngeistige Literatur und die tiefen Denker seit w r ^jMfcblanbs, Frankreichs und Englands übermit- L^omsterberg lernte nebenher Deutsch, Englisch, - S«-!!'1*,1 W 6 bot immer » ist mii 2MrhJ\ ^" ®este kommen. Sie weiß in Her 'jlli^ikiiteraiur

' $ 5,6 Hbreibt oft nach Diktat für Ellen Keg. Und

Der Dame des Hauses

hat noch Zeit, die vielen Gäste, Leren Kette fast ununterbro­chen von jähr zu Sahr sich schlingt, in liebend mütterlicher Art zu betreuen. Was sie tut, ob sie bäckt, die Blumen pflegt, Menschen umtreut, sie tut es herrlich gut. Ein Vorbild liebli­cher Bescheidenheit, ein Vorbild vollendeter Pflichterfüllung, ein Vorbild in jeder Arbeit, die leistet.

Wie eine Priesterin in ihrem Tempel, so waltet Allen Keg in ihrem Heim:

Nicht neid' ich der Welt ihre Wonnen.

Und ihren siebenfarbigen Dunst.

Still liegen und einsam sich sonnen, jst auch eine tapfere Kunst"

zitiert sie oft in tief bewegter dankbarer Freude.

Vater und Kind.

Von Llsa Maria Bud.

Mutter und Kind sind zwei Worte, die wir täglich denken, lesen, mit deren zusammeugehörenden Problemen sich die Oef- fentlichkeit viel beschäftigt.Mutter und Kind" sind ein Leit- wort des beginnenden Zeitalters sozialer Denkart.

Doch Vater und Kind wann denken wir über ihre Zu­sammenhänge nach? Die Oeffentlichkeit nimmt von Vater und Kind insofern Notiz, als sie dem beamteten und dem gewerk­schaftlich organisierten Lrnährer einer Familie eine sogenannte Kinderzulage dem Gehalt zuschlägt. Ueber die Verknüpfung des Vater zu seinem Fleisch und Blut hat die öffentl. Stimme kaum anders als w i r t s ch a f t l i ch gesprochen. Die Kunst ist am Vater-Kind-Problem scheu vorbeigegangen, es gibt we­nig Gestaltungen in bildender Kunst wie in der Literatur, wel­che den irdischen Vater zeigen. Selbst das Sagen und Lie­der schöpfende Volk hat wenig geschaffen, das des Vaters Bild widerspiegelt.

Daß der Vater so im Hintergründe steht, oft kaum da zu sein scheint, während die Mutter in Sang und Märchen, Reli­gion und Kunst und Leben die höchste Stelle einnimmt, dies hat tiefe innere Ursachen. Lr selbst der Mann als Künst­ler hat nicht genug von seinem Vatersein und seinen Vater- gefühlen gesprochen, er selbst hat seine seelischen Beziehungen zu seinem Nachkommen nur als Dinge zweiten Grades behan­delt, ausgenommen den Wunsch nach Stammeserben schlecht­hin. Lr ist also in diesem Punkte, wie n i r g e n d s s o n st mit dem zweiten Platze zufrieden, was feine seelische Bedeutung für die Familie anbelangt. Seine materielle Bedeutung wird von ihm im Hause dafür um so stärker betont. Und in der Meinung, daß der Vater der arbeitende Teil, der geld- gebende und dem Hause vorgesetzte ist, aber die Mutter, die Verwalterin der Liebe und -bes Gemütsschatzes, die Spenderin von Harmonie und Güte, erwachsen die Geschlechter eins ums andere.

Muß es so sein? Und ist es so richtig?

Naturgeboten fällt zuerst, dem Kleinkinde gegenüber, der Mutter die Hauptaufgabe zu. Sie führt es ins Leben, macht ihm den jungen Tag schön und hell sie leitet seinen Geist pflegt seinen Körper. Doch bald hat der wachsende Mensch nicht mehr an der Gesellschaft und der Leitung der Mutter genug, er sieht zum Vater hin. Ehrfürchtig und in Scheu, doch mit nicht we­niger Liebeskraft, als zur Mutter.

Ls ist die Zeit, die so viele Väter an ihren Kindern ver­säumen und damit etwas Unwiderbringliches verlieren. Denn Vertrauen will wachsen, Liebe will im Garten der Seele ge­pflegt und besonnt sein. Der Ernst des Mannes seine größere Knappheit, schrecken das suchende Kind keinesweg. Oft wer­den ihm drei Worte vom Vater, in Liebe und Verständnis ge­sprochen, zum früheren Heiligtums. jm Vater will es verehren können, das fitzt im Kinde und es will auch genießen wie die große Macht die der Väter für Jein Urteil darstellt, still und liebevoll wird, sich im Scherze kleinmacht, sich foppen läßt. Und doch der mächtige gute und große Vater bleibt, von dessen Händen alles kommt!

Es ist einer rechten Mutter Aufgabe, den Vater auf die psychologische Stunde hinzuweisen, in der er anfangen muß sich seinem Kinde ernsthaft zu widmen.

Gewiß liebt der Vater nicht geringer als die Mutter. Aber er liebt scheuer, zum Teil aus Lradition, zum Teil aus Unbe- helflichkeit, dem komplizierten Menschlein gegenüber. Es ist Sache der Mutter, ihn seinem Kinder näherzubringen und da­mit das Kind auch ihm. Das geistige Band, das zwischen Vater und Kindern besteht muß in früher jugend geknüpft sein, die Mutter muß das Kind leiten, bis sie einander ganz nahe gerückt sind. Dann braucht es ihrer stillen Fügung nicht mehr. Was aus der Freundschaft eines Vaters mit seinen Kindern erwächst, ist für beide Teile ein unendlicher Schatz, ist so reiches Gut an Gläubigkeit, Optimismus, Sicherheit für die Kinder, und ist unmittelbarer Lebensgewinn an Kraft und Freude für den Vater, daß alles heißestes Mühen einer Mut­ter um den Anfang des Bündnisses nicht zu viel sein darf.

Sie muß es leiten, wo es sich nicht von selbst entwickeln will. Nie aber dürfte eine Mutter in die Augen der Kinder den Vater zum bloßen Prügelmeister herabsetzen.Nun war­te wenn der Vater nach Hause kommt!" Sie nimmt i h - rem Kinde etwas fort, wenn sie das tut. Es ist in manchen Familien dieser Ton leider etwas Selbstverständliches, der heimkehrende Mann bekommt den Lagesärger und die Kinderungezogenheit zuerst serviert. Er, der ausruhen, vom Frieden des Heims umfangen, vom öubel seiner Kinder beglückt sein will, muß er den Gestrengen spielen. ja, wirklich oft J piele n, wenn ihm zuweilen gar nicht danach ist. Denn er bat die unglücklichen Gesichter durchaus nicht gern. Aber die Frau gibt ihm dies Amt, sie hat ihn in diese hineingedrängt allzu oft.

Sine denkende Frau muß gerade das Gegenteil tun. Selbst handeln, selbst strafen, wo es not ist, und vielleicht zur größeren Zerknirschung des Sünderleins sagen:Wie wird es den Vater betrüben, daß du unrecht getan hast! Er, der so gut ist, der für

dich sorgt und arbeitet, de-r mal tüchtig stolz auf dich sein will! jch weiß gar nicht, wie ich ihm das sagen soll!"

Das wird viel stärker wirken, und dem Kindezum Nach­denken Gelegenheit geben. Und wird die Bande, die es an den Vater knüpfen, von Angst frei halten. Die Mutter soll und muß als Mittlerin zwischen Vater und Kind dastehen, bis die Gemeinsamkeit aus ihrer Verkapselung durchgebrochen und die Beiden sich finden. Manche Väter bedürfen dessen nicht sie sind zärtliche Naturen, die von selbst nichts Schöneres kennen, I als den Weg in die Kinderstube. Die Mehrzahl der Väter i will jedoch dorthin geleitet sein, und dies zum Segen für bei- ; de zu tun, ist der Mutter Pflicht.

FrauenschmuS.

Wer in diesem Winter auf große Bälle geht, d. h. auf Bälle, die in Mode, Kunst, Presse tonangebende Gesellschaft vereinigen, der wird zuweilen die Augen vor all dem echten und Talmi-Glanz verschließen wollen, den eine einzige Ver­treterin des zarten Geschlechts ausstrahlt. Die Damen zeigen sich in wahre LichterkeUen von Geschmeide eingekleidet. Schon das Kleid selbst strahlt von Gold- und Silberfäden. Auf dem Schuh aus gleichem Brokat wie das Kleid große Similiboutons oder Schnallen. Aufwärts zu den Armen und Händen flim­mern Ringe, Perl- und Brillantarmbänder, am Handgelenk sowohl wie an beiden Oberarmen. Oft an einem Arme sechs und mehr leuchtende, klingende, farbig blitzende Reifen. Um den Hals Perlen- und Vrillantketten, lange Anhänger dazu, auch hier eine reihenweise Anordnung von Schmuck. Dann die ganz unerläßlichen, lang herabtropfenden Ohringe und im Haar auch noch allerhand an Stirnbändern, wo nicht ein BubeÄropf es unpassend macht.

Es kommt bei diesem Massenaufgebot an juwelen nicht mehr darauf an, ob sie echt, oder sagen wir, ob sie durchweg echt sind. Tragen doch selbst Frauen, die auf Eleganz sehen dicke unechte Perlketten knapp um den Hals gelegt. Ge­schickte Moderepräsentanninen mischen den echten Schmuck den sie besitzen, mit synthetischen Erzeugnissen. Ls gibt z. B. sehr gute Perlimitationen, diese mit echtem Schloß versehen, ver­langen schon eine Betrachtung unter der Lupe, um sie als Fabri­kate zu erkennen.

Daß in Nachahmungen oft geradezu Wunderbares geleistet wird, beweist auch die Tatsache, daß Frauen, die Besitzerinnen großer Kostbarkeiten sind Fürstinnen und was an Reichtum ihnen gleich steht, von den wertvollsten Stücken genaue un­echte Kopien besitzen, die sie häufiger umzulegen pflegen, als das Original.

Heute will so ziemlich jede Frau fürstlich auftreten. Die ärmlichen jähre in denen ein Wollkleid Eleganz bedeutete, und der Schmuck verschlossen oder versetzt blieb sollen durch verzehnfachten Glanz wieder wettgemacht werden. Ob es vor­nehm ist, wie ein indisches Götzenbild behängt zu sein?

Die Zeit ist bizarr, die Mode ist bizarr; alte Regeln werden mit einer sarkastischen Bemerkung beiseite geschoben. Erlaubt ist, was gefällt. Nun denn, behänge man sich, wenn man nicht umhin" kann.

Sas Men.

Das Petzen der Kinder das einander Anschwärzen ist ein rechtes Unkraut im Kindsrland..

Woher nur der gemütliche Meister Petz dazu gekommen sein mag, seinen Namen für eine so ungemütliche belästigende Kindergewohnheit zu geben? jedenfalls hat er in seinem We­sen keine berechtigte Ableitung dazu gegeben.

Mutti Fritz steigt immer auf den Stuhl, das hast du doch verboten!" (jm Nachsatz gleich ein Zwang auf die Mut­ter!).Erna hat meine Hefte auf die Erde geworfen!"Du hast dir deine Hose zerrissen und Minna hat es bloß geflickt: wenn du das sagst sage ich auch alles von dir."

ön Schule und im Haus kann man das in unendlichen Spielarten genießen. Was ist zu tun?

Das eine Kind petzt aber das andere hat etwas verbrochen, was das mütterliche Gemüt oder die Galle der Lehrerin in Bewegung versetzt. Nun muß es feststehen daß jedes Beschul­digen, wenn nicht sehr Schwerwiegendes aus einer wirklichen Sorge des Kindes gesagt wurde, eine häßliche, auf schlechten Regungen der Rachsucht beruhende Lat ist und bleibt. So wird Lie Mutter die ihre Kinder ja kennt und hinter ihre Beweg­gründe zu schauen vermag im Falle einer Ausplauderung die Lem andern Kinde schaden soll, erst suchen ob sich das petzende Kind nicht mehr anders zu helfen wußte oder ob eine kleine Bosheit zutage tritt. Dann muß sie den Petzer bestrafen un­weigerlich die verpetzte Uebeltat nur jeweils, wenn es sich um verjährte" Missetaten handelt gar nicht. Und sie muß ihren Kindern dazu wohl erklären, wie sie denkt und wie sie den Petzer verachtet.

6m Schulwesen zeigt sich das Petzen nur bei den Kleinen, und dann hauptsächlich bei den Mädels. Knaben halten früher Kameradschaft, und sogen.Klassenkeile" für einen Petzer in Ler Klassengemeinschaft ist schon bei Neunjährigen nichts Sel­tenes.

Wer sich um die seelische Reinhaltung der Kinder ernstlich kümmert, es seien seine eigenen oder ihm anvertraute, der muß das Petzen verdammen und verbannen, als eine Niedrigkeit und Primitivität des Gefühls, die zu überwinden find.

Frauen im neuen Reichstag und im preußischen Landtag.

Der Prozentsatz der in die neuen Parlamente gewählten Frauen hat sich gegenüber der vorigen Wahl nicht wesentlich gehoben. Waren es im Mai nur 5,7 Prozent aller Abgeord- net, so sind es 6,6 Prozent nach der Dezemberwahl. Also im