Einzelbild herunterladen
 

Das MEt.

BsAmng m der Lage der Angestellten.

wtb. Verliu, 30. Jan. telef. 3m Haushaltrausschuß des Reichstags wurde weiter beschloßen den im Etat angesehten Betrag für unterstützende Erwerbsloseufürsorge von 40 Mil­lionen Rm. um 80 Millionen, der für produktive Erworbslo- fenfürforge angefetzte Betrag von 70 Millionen um 30 Millio­nen zu erhöhen. Diefe Mittel sollen zugleich zur finanziellen Ausstattung der geplanten Arbeitslosenversicherung dienen. Ferner wurde ein Antrag angenommen, der die Regierung er­sucht, mit Rücksicht auf die katastrophalen Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt der Augeestllteu entsprechende Erhebungen au- zustellen und Maßnahme« zur Sicherung der beruflichen Exi­stenzen der Angestellten zu erwägen.

Tragisches Verböngms.

wtb. Berlin, 30. 3an. lelef. Vor einiger Feit wurde dem Berliner Universitätsprosessor Wechsler der älteste Sohn durch einen Unglücksfall entrissen. Wie berichtet wurde, ist er auf dem Heimwege von einer Schulveranstattung von einem Automobil überfahren und getötet worden. Profestor Wechsler und Gattin haben gestern einen weiteren schweren Schicksals- fchtag erlitten: Als beide gestern abend von einem Ausgang heimkeyrten, fanden sie ihre beiden anderen Kinder, eine 14jäh- rige Tochter und einen 10jährigen Sohn in der Badestube tot auf. Sie sind durch Kohlenoxgdgas erstickt. Nach Feststellung der Kriminalpolizei liegt eine grobe Fahrlässigkeit des Instal­lateurs vor, der vorgestern an dem Badeofen eine Reparatur vorgenommen hatte.

Mr den Verkehr mit den besetzten Gebieten.

wtb. Berlin, 30. Jan. telef. Die deutsche Reichsbahugs- fellschaft teilt mit: nach de» Vorschriften für den Verkehr mit dem besetzten Gebiet können :* deutsche Staatsangehörige über 16 Sahre und alle Staatsangehörigen einer Macht, deren Trup­pen an der Besatzung teilnehmen, die über 16 Sahre sind, und die im besetzten Deutschland ständig wohneu, unbehindert zwi­schen dem besetzten und unbesetzten Gebiet verkchru, vorausge­setzt, daß sie im Besitze eines Personalausweises mit Licht­bild oder eines von ihrer Heimatbehörde ausgestellten und be­glaubigten Passes sind. Da die Besatzungsbehörde in der letz­ten Zeit die Personeukoutrolle sehr scharf handhabt, und Rei­sende ohne gültigen Ausweise in Geldstrafen nimmt, kann nur dringend angeraten werden, sich mit den vorgeschricbeneu Ausweispapieren zu versehen. -

Keine Räumung BsämmZ.

wtb. Esten, 30. 3an. telef. Entgegen der Meldung des Pariser Journals über die Räumung Bochums oder vieler Wohnungen in Bochum durch die Franzosen teilt die Stadt­verwaltung mit, daß an amtlicher Stelle hiervon nichts bekannt ist. Fu den Nachrichten derselben Feitung, Wesel und Dorsten seien von den Franzosen und Belgiern geräumt, ist festzu- I stellen, daß Mosel bereits seit dem 23. Oktober 24 entgültig , geräumt und nicht wieder besetzt würde. Borsten ist nach wie vor besetzt geblieben, in dem sich belgische Truppen befinden. Am 24. 3anuar wurde lediglich eine Kompagnie der Besatz- ' nugstruppen nach Gladbeck verlegt.

Beim Einsturz einer Scheune getötet.

wtb. Kaiserslautern, 50. San. telef. Beim Einsturz einer : für baufällig erklärten Scheune wurde der Stellmacher Karl Geis und der Landwirt Thiues iu Otterberg unter den Trüm­mern begraben, aus denen sie als Leichen hervorgezogen wurden. Verschiedene angrenzende Wohnhäuser wurden durch den Einsturz der Scheune stark in Mitleidenschaft gezogen und mußten von den Bewohnern geräumt werden.

VerschMet.

wtb. Münchweiler, 30. San. telef. Bei Anfräumungsar- : beiten in einer mehrere Meter tiefen Lehmgrube veruNglückte der Arbeiter Johann Stein aus Wirschweiler. Aach mehreren Stunden wurde Stein bis au die Brust im Lehm verschüttet aufgefunden und gab noch schwache Lebenszeichen von sich. Bald darauf starb Stein infolge innerer Verletzungen.

AMsuer in einer SMWvrit.

wtb. Pirmasens, 30. San. telef. Aus unbekannter Ur­sache entstand in der Schuhfabrik Semmler in Pirmasens ein Grotzfeuer, dem wertvolle Lagervorräte zuw Opfer fid^u. Die Feuerwehr konnte mit Unterstützung der herbeigeholten Arbeiterschaft bald den Brand lösche«. Die Höhe des ent­standenen Schadens konnte noch nicht festgestellt werden.

Der MMe Landtag.

wtb. Darmstadt, 30. San. telef. Der hessische Landtag be­willigte heute 20000 Mark für das Lupusheim in Gießen. Nach Ablehnung der Amnestieanträge der Linken wurde das Haus aufoubestimmte Feit vertagt.

Schwerer Schneefall im Riefengebirge.

wtb. Hirschberg, 30. San. telef. Sm Riesengebirge ist ge­stern starker Schneefall eingetreten. Sn der Nacht wütete im ganzen Gebirge ein sehr starker Sturm, dem die Windturbiueu teilweise zum Opfer fielen. Heute mittag lag der Schnee auf dem Kamm etwa 60 Zentimeter hoch. 3n den Gebirgsdörferu etwa 20-25 Zentimeter. Bei 3 Grad Kälte schneit es weiter.

Schiebungen überall.

ivb. Frankfurt a. M., 30. San. Der Direktor des hiesi­gen Wohnungsamtes, Trester, und andere Beamte des Woh­nungsamtes sind heute vormittag unter dem Verdacht festge- nommen worden, gegen hohe Bezahlung Wohnungen verscho­ben zu haben. Der Schwiegersohn des Direktors soll in Ver­bindung mit einem Architekten in den Räumen des Wohnungs­amts unter den Augen feines Schwiegervaters ein Wohnungs- vermittiungsbüro unterhalten haben. 3n die Angelegenheit find auch verschiedene Kaufleute und Möbelhändler verwickelt. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.

wb. Frankfurt a. "0. San. Zu der Sitzung des Di­rektors des Wohnungsamtes ist noch folgendes zu melden: Bereits am Dienstag hatte der Stadtverordnete Vogler von der Wirtschaftspartei einen offenen Brief an den Dezernenten des Wohnungsamtes gerichtet, in dem er sehr schwere Be­schuldigungen gegen den Leiter des Wohnungsamtes und des­sen Schwiegersohn erhob. Inzwischen war auch eine Anzeige bei der Krimmalpolizei eingelaufen, wonach im Wohnungs­amt Unregelmäßigkeiten vorgekommen seien. Daraufhin wur­den heute früh der Direktor des Wohnungsamtes, Vaurat Gresser, sein Schwiegersohn der Bankbeamte Hösch, der Ar­chitekt Lutz und der Leiter der Ablösungsabteiluug des Woh­nungsamtes Könemund zum Polizeipräsidium gebracht und dort wegen Verdunklungsgefahr vorläufig sistiert.

kerrists BesW auf der Rechten.

D.B. Paris, 30. 3an. (Sig. Meldg. Herriot hat gestern einen Beifall gehabt, wie nie zuvor, sogar der Anschlag der Rede ist von der Rechten-vorgeschlagen worden. Die Organe der Opposition fragen denn auch mit Recht, ob es wirklich Her riot war, der gestern von der Tribüne aus sprach, der Figaro sieht bereits die heilige Einigkeit neu geschaffen, der Exzelsior sieht sich in die großen Tage des August 1014 zurückversetzt und das Organ der Milierandliga konstatiert mit Freude, baß gestern nachmittag Poincare in Gestalt Herriots gesprochen habe. Das Ecko de Paris macht allerdings einen wesentlichen Vorbehalt, denn es sei zu befürchten, baß morgen der Partei­führer Herriot dem Ministerpräsidenten Herriot nicht mehr be­greifen werde. Und die Journee industrielle stellt fest, wenn die Rede nicht eine ioslierte Kundgebung bleibe, könne sie große Rückwirkung für die innere und äußere Politik haben. Die Humanite meint ironisch, der Linksblock werde unheimlich groß gestern habe er den ganzen nationalen Block in sich ausge­nommen. Die der Regierung nahestehenden Organe versuchen nachzuweisen, baß Herriot seiner Politik treu geblieben ist, baß die politischen Richtlinien die gleichen blieben, baß alle Veränderungen nur durch Deutschland hervorgerufen wurden. Es sei eine schöne Rede, sagt der Quotibien, in der die weise und stolze Politik eines großen Landes kraftvoll zum Aus­druck komme.

JiMabl sm Askumenten.

wb. Paris, 30. Jan. Die Morgenblätter melden, baß der Generalsekretär der Reparationskommission im Dezember letz­ten Jahres davon in Kenntnis gesetzt wurde durch einen ano- nymen Brief, baß gewisse vertrauliche Dokumente nahezu re­gelmäßig aus den Akten der Repko verschwanden. Eine Haus­suchung bei einem Angestellten führte zur Beschlagnahme einer Reihe von Dokumenten und mit Schreibmaschine geschriebener Briefe, besonders Protokolle über interalliierte Besprechun­gen. Der Angeschuldigte gab zu, im August 1924 mit einem Amerikaner namens Dgers in Verbindung gestanden zu ha­ben, der ihn um Mitteilung von Dokumenten, die die inter­alliierten Besprechungen betreffen, gebeten habe, und der die Schriftstücke mit 500—600 Dollar bezahlte. Es handelte sich nicht um eigentliche Geheimdokumente, aber sie waren nicht zur Veröffentlichung bestimmt, sondern allein die alliierten Re­gierungen hatten das Recht, sie sich durch ihre Delegierten übermittel« zu lassen.

Die Dokumente hattenünbsstreitbär vertraulichen Eharak- ter. Die Untersuchung hat weiter ergeben, daß der Amerika­ner Dgers die Protokolle an amerikanische Bibliothekare übermittelt habe, die sie in wissenschaftlichem und historischem Interesse aufnahmen.

Naisuti ne$ M Leben.

wb. Paris, 30. Jan. Nach einer Havasmeldung aus Tan­ger befindet sich Raisuli noch immer in seinem ständigen Wohnsitz in Tagrut, den spanische Flieger am Dienstag bom­bardiert haben. Die Riffleute hatten dabei starke Verluste. Es wird über 400 Toten und Verwundeten berichtet. Spanische Flieger haben außerdem zwei weitere Ortschaften bombar­diert. Bei den Angherastämmen seien die Führer der Kabhfon untereinander nicht einig. Die FeiMeligkeiten gegen die Spanier würden jedoch wahrscheinlich demnächst wieder aus­genommen werden.

Sie Myjfchè Revslutisn Itë*L

wb. Parrs, 30. Jan. Havas meldet aus Santiago de Thi­le: Das Mimstenum hat sich konstituiert. Außenminister ist Jorje Matto. Die Regierungsjunta, aus einem Präsidenten, einem Genera! und einem Admiral zusammengesetzt, werde das Land mit dem neuen Ministerium weiter regieren bis zur Rück­kehr des früheren Präsidenten Alessandri der alsdann die Re­gierung übernehmen werde.

Sbino.

wb. Paris, 30. Jan. Der „Petit Parisien" meldet aus Rewgork, daß die Regierung verfügt habe, daß. die auf den Philippinen stationierten amerikanischen Truppen sich bereit halten, direkt nach Ehina abzureisen, wenn es nötig sein wer­de, amerikanisches Leben und Eigentum zu schützen.

wb. Paris, 30. Jan. Havas meldet aus Schanghai: 15000 Soldaten der siegreichen Armee von Lugungsiang sind in Schanghai eingezogen und haben die Stadt eingenommen. 3n Schanghai herrscht Ruhe.

Englands Bedingungen für einen Sicherungßvatt.

D.B. London, 29. Jan. (Sig. Meldg.) Die seit einigen Wochen zwischen London, Paris und Brüssel im Gange be­findlichen Verhandlungen über den Abschluß eines Sicherungs- paktes werden von englischer Seite dazu benutzt, für sich selbst weitgehende Ellenbogenfreiheit zu sichern. Ein konservativer Militäpsachverständiger, der die Meinung der maßgebenden englischen Militärs und bis zu einem gewissen Grade wahr­scheinlich auch die der Regierung vertritt, bezeichnete als das aussichtsreichste Projekt dasjenige, das die Scheldelinie im Be­sitze einer England befreundeten Macht belaste und daneben ei­ne entmilitarisierte Rheinlandzone schaffe. Die englischen Mi- litärsachverständigen seien überzeugt, daß Deutschland weder die Absicht habe, noch zurzeit imstande sei, einen Krieg gegen England ober gegen diese von England für seine Sicherung für lebensnotwendig gehaltene Position anzufangen. Da man je­doch nicht vorhersehen könne, wie stark die militärischen Ein- ! flüsse in Deutschland in zehn ober zwanzig Jahren werden könn­ten, halte man es auf englischer Seite für zweckmäßig, Deutsch

lanb auf diplomal. Wege von denjenigen militärteWrscben Abmachungen Kenntnis zu geben, die England mit Frankreich und Belgien abschließen werde, um die Ahein-Scheldelinie g» gen militärische Angriffspläne zu sichern. — England werde sich aber für die Zukunft die Freiheit Vorbehalten, darüber zu ent­scheiden, ob es in einem künftigen Kriege eine Bedrohung sei­ner eigenen Sicherheit zu erblicken habe.

Aus AM Wh Antz. "

9er SetztMr.

Dieser Monat war im altrömWen Kalender der letzte Ser Sahres und hatte damals nur 27 Tage. Jn diesem MoiU^ wurden im alten Rom die Sühneopfer abgehalten, das Aller- feelenfest der christlichen Kirche. Den Verstorbenen wurden Speisen und Getränke dargebracht, in den Häusern stiegen Rauchopfer aus, um die bösen Geister zu bannen. In der alten Zeit, als die Römer noch nach dem LUondjahrePechneten? das nur 354 Tage (12 Mondumläufe zu je 29 einhalb Tagen) hätte, also 11 einviertel Tage weniger als ein Sonnenjahr, ist diese Differenz dadurch ausgeglichen woredn, daß in jedem Zweiten Jahre dem Februar ein Schaltmonat von abwechselnd 22 und 23 Tagen angegliedert wurde. Dieser Schaltmonat oder mensis intercalaris wurde auch noch Mercedonius genannt Möglicherweise stammt diese Bezeichnung von merces, Zinsen ab, weil die Pächter zu Beginn des darauf folgenden Monats die Pachtzinsen zu bezahlen hatten. Der Schaltmonat hinter dem letzten Monat des alten und vor dem ersten Monat des neuen Jahres war nach dieser Auslegung also ein Monat, in dem sich die Pächter auf die Zinszahlung vorzubereiten hatten. Hatte das altrömische Jahr einen solchen Schaltmonat, so trat im Februar noch insofern eine Aenderung ein, als der Fe­bruar in einem solchen Falle nicht 27, sondern nur 23 Tage hatte. Die vier Tage nach dem 23. Februar wurden näm­lich schon zum mensis intercalaris ober zum Mercedonius ge­rechnet. Erst nach der römischen Kalenderreform wurde der Februar zum zweiten Monat im Jahre und damit erhielt er auch 28 oder, im Schaltjahr. 29 Tage. Karl der Große zeichnete den Februar als Hornung, was nichts anderes heißt als Schmutz- ober Kotmonat. Das Volk jedoch kehrte sich nicht an diese Bestimmung und nannte ben Januar so. Der Tag nimmt im Februar schon wieder um ungefähr 1 dreivier- M fei Stunde zu. Im republikanischen Kalender, der 1789 in Frankreich eingeführt wurde, fiel der Februar bis zum 19. auf den Pluviose ober Regenmonat und später auf den Ventose ober Windmonat.

StadtMordMtrN>Litzmg.

Herr Rechtsaiiwalt S ch u l t he i s eröffnete kurz nach 5 Uhr die Sitzung. Er gab zunächst seinen Wünschen und Hoff­nungen für das neue Jahr Ausdruck. Die Anwesenheit von 26 Mitgliedern des Kollegiums wurde festgestellt.

Als erster Punkt wurde der zweite Nachtrag der Satzun- - gen der Sparkasse, der von Herrn Oberpräfibenten genehmigt wuroe, Verinerk zü r Kenntnis ^eb racht.^

Die Verlängerung der Ordnung betreffend Erhebung einer Gemeindesteuer von der Erlangung der Erlaubnis zum Be­triebe einer Gast- und Schankwirtschaft wurde einstimmig an­genommen. Ebenso die Verlängerung der Ordnung betreffend die Erhebung einer Ankündigungssteuer. Weiterhin wurde die Löschungsurkunde für einen aufgewerteten Baugeldzuschuß ge­nehmigt. Die Verlängerung des Gasrohrhauptstranges in der Riesiger Straße und im Horaserwëg dessen Anlage 2 000 Mark kostet, wurde einstimmig genehmigt.

Das Barackenlager!

Eine Verordnüng des Wohlfahrtsministers benötigt 17 Monate minus 3 Tage um zur Kenntnisnahme des Magistrats zu gefangen.

Es kam nun die Errichtung von Wohnbarackm an der Haim'bacherstraße zur Sprache. Eine Angelegenheit^ dje eine sehr längliche Behandlung erfuhr. Der Berichterstär, Herr S u ch s, wies Eingangs feines Referates darauf hin, baßunne Verordnung betreffend Errichtung von Notwohnungen^ bereits am 7. Juni 1 923 an die hiesige Polizeiverwal­tung vom preußischen Wohlfahrtsministerium ausgegangen sei. Diese Verordnung wurde erst am 1 7. 1. 24 an das Woh­nungsamt überwiesen. Der M a g i st rat nah ni davon Kenntnis a in 4. 1 1. 24. Ann war die Frage, wo diese Wohnungen zu errichten seien! Es wurde die Rons- bachstraße, die Rissigerstraße, der Holzgarten und andere Oertlichkeiten zum Vorschlag gebracht, jedoch stieß man allent halben auf den Widerstand der Anwohner. Der Barackenbau würde die Ablehnung sämtlicher Parteien finden, jedoch han­dele es sich jetzt darum die Obdachlosen unter ein Dach zu brin­gen, und aus diesem Grunde habe man die Zustimmung zum Barackenbau der Baukommissivn doch nicht versagt. Was nun die Lage der Notwohnungen anibelange, so habe man sich vorläufig auf die Haimbacherstraße geeinigt. Es wurde fo= gar von einem dort Wohnenden der Wunsch geäußert, daß die Baracken dort ihren Platz fänden. Er sei der Einsamkeit müde und wolle Gesellschaft haben. Dagegen hätten andere Anwohner gegen das Projekt protestiert. Die Kosten wurden auf rund 31 000 Mk. veranschlagt. Herr Oberbürgermeister Dr. Antoni brachte sodann zur Kenntnis, daß auch die Ge­meinde Neueirberg gegen die geplante Maßnahme protestiert habe, da sie für die Sicherheit ihrer Gemeindemitglieder Be­fürchtungen hege. Redner wies den Protest entschieden rück, da Benenberg eine eigene Gemeinde bilde, die, sich neswegs in die Angelegenheiten der Stabt Fulda zu 'i”'!1 ’ habe. Er wies des weiteren darauf hin, daß nur von voru.'^ gehenden Notwohnungen die Rede sein könne, da man. es die Mittel erlaubten, neue Massivbauten in AnMfi men wollen. Unwirtschaftlich sei der Bau dieser Baracke kei= neswegs, da das Material auch später weiteMrwandt werden könne. Er erklärte, daß im vorigen Jahre um der Wohnungs not zu steuern etwa 100 Wohnungen ausgebaut worden seien. — Was etwaige ausländische Kredite anbelange, so sei der Finanzminister ein prinzipieller Gegner derselben, da er für die Stabilität der Valuta fürchte. Infolgedessen, sei nicht daran zu denken mit ausländischem Gelde an Wohnungsneud anten heranzugehen. Die Richtlinien des Finanzministers seien äu­ßerst scharf.