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So sei es allmählich gekommen, daß die Kontrollkommission nur noch kontrollieren konnte, wenn Deutschland kontrollieren lassen wollte. Dieser Zustand sei bereits vor der Besetzung des Ruhrgebietes eingetreten. —- Ministerpräsident Herriot erwi­dert, es handele sich darum, festzustellen, ob die Ruhrbesetzung die Kontrolle geniert oder verhindert habe. Mit dem Beginn der Ruhrbesetzung konnte die Ueberwachung nicht mehr durch- gefiihrt werden. Nach der Aufgabe des passiven Widerstandes habe man sich bemüht, die Kontrolle wieder zu beginnen. Her­riot bleibt dabei, daß die Besetzung des Ruhrgebietes die Ur­sache für das völlige Versagen der Kontrolle gewesen ist. Auf einen Zwischenruf des früheren Kriegsministers Maginots er­klärt Herriot: Wir werden die Ueberwachung nup durchführen können, wenn alle Verbündeten einig bleiben. Sobald Deutsch­land merkt, daß die Anschauungen verschieden sind, wird es jede Gelegenheit dazu benutzen, sich der Ueberwachung zu entziehen. —Der Vorsitzende der Auslandskommission Franklin Bouillon verlangt, daß die Berichte des Generals Tollet veröffentliu,. werden was Herriot aber ohne genaue Prüfung der Notwen­digkeit hierfür nicht für möglich hält. Bei dieser Gelegenheit macht Herriot die hochinteressante Bemerkung: „Wenn es sich zum Beispiel um Dokumente handelt, die sich auf die Geschichte und den Ursprung des Krieges beziehen, dann halte ich es für meine Pflicht, äußerst vorsichtig und sorgfältig zu sein, um kei­ne Gelegenheit zu Deutungen zu geben, welche vielleicht für meinen Vorgänger ungünstig Jein könnten.

Das Neueste.

Jie deutsche Antwort auf die Allnerten-Rote.

wtb. Berlin, 27. 3an. telef. Die Antwort der Reichs- regierung ans die Kollektivnote in der Aänmungsfrage wurde heute vormittag den alliierten Vertretern Übergaben. Sie lau­tet u. a.: Die deutsche Regierung muß zu ihrem Bedauern fest- stellen, daß die Ausführungen der deutschen Note vom 6. 3a- nnar den alliierten Regierungen lediglich zu einer formalen Erwiderung Anlaß gegeben habe, die diese für Deutschland und für die europäische Verständigung so bedeutungsvolle Augele- genheit in keiner Weise fördert. Die alliierten Regierungen hatten die deutsche Regierung wie auch die Öffentlichkeit noch immer in Unkenntnis über das Tatsacherrmaterial, mit dem sie ben von ihnen schon vor mehreren Woche» gefaßten Beschluß begründen wollen. Das deutsche Volk wird wiederum einer Nichterfüllung des Vertrages beschuldigt, ohne daß ihm die Möglichkeit gegeben wurde, sich gegen diese Beschuldigung zu verteidigen. Die alliierten Regierungen ziehen ans der eis* I Zeitigen Beurteilung des Sachverhaltes die schwerwiegendste» I Folgen und lehnen in ihrer neuen Note sogar bis auf Weiteres ausdrücklich ab, mit der deutschen Regierung in der Erörterung ; der Angelegenheit einzutreten. Die alliierten Regierungen l scheinen in ihrer Note einen Unterschied zwischen der Tragweite der Artikel 428 und 429 in dem Sinne machen zu wollen, daß die im Art. 429 vorgesehene etappenweise Räumung eine von ihrer Entscheidung abhängige Vergünstigung für Deutschland darfielle. Dies würde dem klaren Wortlaut des Vertrages widersprechen, der keiqxu Zweifel darüber läßt, daß iSe Ve- stimmungeu des Art. 429 nicht weniger Vertragsrecht sind, ! als diejenigen des Art. 428. Das gemeinsame Interesse an ei­ner fruchtbaren politischen Zusammenarbeit gestattet es nicht den gegenwärtigen Zustand, der das Schicksal eines großen Seiles des deutschen Gebietes und seine Bevölkerung im Un- gewisien läßt, auf unbestimmte Zeit zu verlängern. Die deut- * sche Regierung erwartet deshalb, daß die alliierten Aegieruu- gen die Mitteilungen des angeküudigteu Materials nunmehr alsbald folgen lasten und so eine Voraussetzung für die Ver- J ständiguug und für die Beilegung des entstandenen Konfliktes schaffen.

Am englische Stimme zur Räumungssrage.

wtb. London, 27. San. Wie das Reuterbüro erklärt j ist es ermächtigt die Nachricht, daß Großbritannien die Räu­mung der Kölner Zone erwäge, nachdrücklichst zu dementieren. ;

Hinsichtlich der Verhandlungen zwischen Deutschland und Großbritannien in dieser Frage muß erneut festgestellt werden, daß diese Frage nicht Großbritannien allein angeht, sondern eine internationale Angelegenheit ist. Die britischen Gruppen in dieser Zone sind dort nur ein Teil der Besatznugsarmee. Die gestern Deutschland überreichte Note macht es völlig klar, daß wir hinsichtlich der Räumung der Kölner Zone nichts unter­nehmen werden, bis Deutschland die Bestimmungen des Ver­sailler Vertrages erfüllt hat. Wenn dies geschehen ist, wird die Räumung automatisch erfolgen.

(Vielleicht bedankt sich auch das deutsche Volk bei den Ver­tretern, die im Parlament wagten, zu erklären, daß wir Zeit­freiwillige bei der Reichswehr ausbilden ließen).

Eine amtliche Statistik.

wtb. Berlin, 27. San. telef. Wie der amtliche preußische Prestedienst miiteilf, wurden in Preußen vom 2. bis 29. No­vember 1924 nachstehende Erkrankungen und Todesfälle an übertragbaren Krankheiten amtlich gemeldet: Diphteritis 2257 (111), Siedefieber 1, übertragbare Genickstarre 24 (15), Kind­bettfieber 437 (91), spinale Kinderlähmung 31 (2), Turner- krankheit 161, Lungen- und Kehlkopftuberkulose 3845 (1949) Mizbrand 37 (1), Pocken 2, übertragbare Ruhr 192 (12), Schariachfieber 2364 (38), Tollwut 2 (2), Unterleibstyphus 1084 (92), Fleisch-, Zisch- und Wurstvergiftung 24.

Um dir I. Steuernvtvrrvrdnung.

wtb. Berlin, 27. San. telef. 3m auswärtigen Ausschuß des Reichstags nahm Reichsjustizminister Frenken zur Aufwer­tungsfrage Stellung. Er betonte, daß das Reichsgericht die Notwendigkeit der 3. Steuernotverordnung ausdrücklich festge- stellt habe. Gleichwohl fei die Verordnung in neuerer Zeit gleichzeitig als ungültig bezeichnet worden. Deshalb habe sich die Aeichsregiernng entschlossen, dem Reichspräsidenten zu empfehlen durch eine aufgrund des Artikels 48 der Reichsver- fastung zu erlassende Verordnung der 3. Steueruotverordnung und ihre Durchführungsbestimmungen auf eine neue Rechts­grundlage zu stellen. Live Regierungsvorlage zur Ergänzung der 3. Steueruotverordnung sei in Vorbereitung und für mög­lichste Beschleunigung sei Sorge getragen.

Kuttsker war in Deutschland untni-tdriich !!!

wtb. Berlin, 27. San. telef. 3n der heutigen Sitzung des Untersuchungsausschusses für die Barmat-Kutisker-Angelegen- Heit erklärte ein Vertreter des Innenministeriums, daß nach den bisherigen Ermittlungen Svan Kutiskcr mit Frau und Sohn am 1. Suni 1920, nach fein en eigenen Angaben aus Litauen ohne Paß und Sichtvermerk nach Deutschland zugereist sei. Als das Polizeiamt Wilmersdorf die Ausweisung Kutisker ver fügte, erschien der Fabrikant Vlau und erklärte, daß Kutis­ker als ^Hitinbaber der Firma v. Stein unentbehrlich in Deutsch land sei. Er bat den Ausweisungsbefehl zurückzunehmen u. eine Aufenthaltsgenehmigung erteilen zu wollen. Diesem Wun­sche des Reichsdeutschen Blau wurde am 7. November 1922 entsprochen.

Keine Erhebung der Miete für Februar. wtb. Berlin, 27. San. telef. Wie der amtliche preußische Pressedienst mitteilt, hat die preußische Staatsregierung von einer Erhöhung der Miete für Februar abgesehen. Es bleibt also auch für diesen Monat bei dem bisher geltenden Mietssatz.

Ehrung des Rektors der Frankfurter Universität. wtb. Frankfurt, 27. San. telef. Der Rektor der Frank­furter Universität Magn. Prof. Dr. Gelzer, hat den an ihn er­gangenen 2vnf nach Heidelberg abgelehnt. Sufolgedessen ver­anstaltet die Studentenschaft heute Abend um 9 Uhr einen Fackelzug.

Der Stand der Anleibeaufwertung.

D.B. Berlin, 27. San. (Lig. Meldg.) Die Beratungen im Reichsfinanzministerium mit Vertretern der Bankwell über die technische Seite der Anleiheauftvertung dauern fort. Sn der Sache selbst steht das Reichsfinanzministerium nach wie vor auf dem Standpunkt, daß es ganz unmöglich sei, die ge­ringen Vorteile, die den Vorkriegs- und Kriegsanleihen mit den dafür verfügbaren Blütteln geboten werden können, allen Besitzern zukommen zu lassen. Dementsprechend wird auch bei der Ausarbeitung der Vorlagen, die in kurzer Zeit den Auf- wertungsausschuß beschäftigen werden, an dem Gedanken der Unterscheidung zwischen dem älteren und dem neueren -Erwerb festgehalten.

Kabinettsberatungen über die Note.

D.B. Berlin, 27. San. (Lig. Meldg.) Das Reichska­binett ist am Montag Nachmittag unter Vorsitz des Reichs­kanzlers zu einer Sitzung zusammengetreten, um sich mit dem Snhalt der neuen Räumungsnote zu beschäftigen. Die Note enthält hauptsächlich eine Auslegung der entsprechenden- Be­stimmungen des Versailler Vertrages wie sie nötig ist, um den Aechtsbruch vom 10. Sanuar zu begründen. Sie dürfte von den völkerrechtlichen Sachverständigen Lnglands und Frankreichs Harst und Fromageot, entworfen sein, die beide auf der Lon­doner Konferenz an der Reparationsfrage mitgearbeitet haben. Umso bedauerlicher ist es, daß diese beiden Völkerrechtler sich' * nun dazu hergeben, eine angebliche Rechtsbasis für die- Kon­trollfrage zu schaffen.

Abschluß des Angeklagtenverhörs im Hamburger Kommumitenprozeß.

D.B. Hamburg, 27. San. (Lig. Meld.sg Sn dem großen ; Hamburger Kommunistenprozeß wurde am Montag das vor­läufige Verhör abgeschlossen. Wie alle anderen behauptete' auch der letzte Angeklagte Köppen, er sei von den Oktoberer- eignUen des Sahres 1923 überascht gewesen. Ls sei nicht seine- Aufgabe gewesen, sich als Führer der kommunistischen Partei selbst auf die Barrikade zu stellen, er habe nur Befehle Oer Zentrale entgegennehmen müssen. Der Prozeß wird sich noch längere Zeit hinziehen.

Die Nsrdmark.

wb. Kopenhagen, 27. San. Ministerpräsident Stauning; hat gestern abend in einer Versammlung des Grenzoersins in 3yd e- rup eine Rede gehalten, in der er u. a. die Frage der Lösung des deutsch-dänischen Grenzproblems behandelte. Nachdem er die Verhältnisse in Nordschleswig vor dem Kriege und die Wiedervereinigung mit Dänemark erwähnt hatte, wies er daraufhin, daß in den an Dänemark gelangten Gebieten die deutsche Minderheit so groß sei, daß sie einen Vertreter in den dänischen Reichstag gesandt habe. Die deutsche Minderheit sei keiner Zwangsherrschaft unterworfen; sie solle kulturelle Frei­heit genießen und nach ihrem eigenen Wunsche die deutsche Sprache und deutsche Kultur bewahren. Die neue Grenze sei eine Tatsache, die respektiert werden müsse. Es sei sein auf­richtiger Wunsch, daß die dänische Minderheit südlich der Grenze ebenso gute Bedingungen erhält, wie die Deutschen in Nordschleswig. Die von der deutschen und dänischen Re­gierung zur Klärung der Srenzfragen kürzlich abgehaltene Kon­ferenz sei als ein Erfolg zu kennzeichnen und es fei zu mün- sechn, daß das gute Einvernehmen weiter ausgebaut werde.

Um die Kaiserin Ma.

wb. Paris, 27. San. Havas berichtet aus Madrid: Zu der Nachricht, die am 23. 1. Wiener Blätter verbreitet haben und nach der der spanische Kronrat die Absendung einer Note an die Entente geprüft habe, in der er jede Verantwortung über die Handlungen der ehemaligen Kaiserin Zita mit der Erklärung ablehne, daß Spanien keinen Wert darauf lege, daß die ehemalige Kaiserin ihren Aufenthaltsort in Spanien ver­längere, berichtet die Agenzia Zabra Folgeirdes: Diese Nach­richt gebe vielleicht eine richtige Vorstellung von der Haltung der spanischen Regierung, aber nach den der Nachrichtenagen­tur vorliegenden Unterlagen scheine es nicht, als ob sowohl von Seiten der Entente die Absendung einer Note, als auch einer offiziellen Antwort der spanischen Regierung stattfinden werde.

Sessnung der albanischen Grenze.

wb. Paris, 27. San. Havas berichtet aus Belgrad: Die I albanische Grenze, die wegen der feindseligen Haltung der Re- ' gierung Fan-Nolis seit vorigem Sommer geschlossen war, ist gestern wieder geöffnet worden.

Die Lage in China,

wb. Paris, 27. San. Havas berichtet aus Schanghai: Bei Ufi war am 24. Sanuar der Kampf wieder ausgenommen wor­den. Diese Stadt ist am 26. 1. von Lu-Zlang-Siang eingenom­men worden, der Schi-Sin-Zuan zum Rückzug auf Sofchu ge­zwungen habe. Auch die Stadt Kiang-Sin, auf einer von den Truppen Schi-Sin-Afuan nur leicht befestigten Linie gelegen, ist in die Hände von Lu-Aung-Siang gefallen.

Die ängstliche Marianne.

wb. Paris, 27. San. Nach dem „Eclair" ist in politische,, Kreisen das Gerücht im Umlauf, daß der Vorsitzende des Ka»i- merausfchnfses für auswärtige Angelegenheiten, Frank/i»- Bouillon, demnächst eine Reife nach den Vereinigten Staats unternehmen werde, um angesichts der Nichtonkvaffnunz Deutschlairds die Lage Frankreichs zu schildern. Er werde auch versuchen zu beweisen, daß die Finanzlage Frankreichs und die Llnstrengungen, die es unternommen habe, eine Vorzugsbe- Handlung für die Regelung der Schuldenfrage verdienen.

Gestohlenes Gut.

wb. Paris, 27. San. Havas berichtet aus Washington: Auf die Klage zweier deutscher Banken hin hat der amerika­nische Bundesgerichtshof entschieden, daß die englische Regier­ung, die während des Krieges Aktien und Obligationen ame­rikanischer Unternehmungen beschlagnahmte, als diese feindli­chen Ausländern gehörten, berechtigt sei, die beschlagnahmten Wertpapiere zu behalten. Der Wert solcher von der engli­schen Regierung während des Krieges in Besitz genommener Werttitel soll mehrere ^Millionen Dollars betragen. Nach dem „Aewgork Herold" handelt es sich um die Diskonto-Gesell­schaft und um die Bank für Handel und Sndustrie.

Aus Stadt und Land.

Stabfoerorbaetenfi^ung.

Tagesordnung für die am Donnersta g, den 29. So - n u a r ds. Ss. nachmittags 5 Uhr stattfindeden Sitzung der Stadtverordnetenvönfammlung. 1. Vermerk des Herrn Ober­präsidenten zum 2. Nachtrag zu den Satzungen der 'Sparkasse. (B. E. Herr Großenbach). 2. Verlängerung der Ordnung betr. Erhebung einer Gemeindesteuer von.der Erlangung der Er­laubnis zum Betriebe einer Gast- und Schankwirtschaft. (B. E. Herr P. Schmitt). 3. Verlängerung der Ordnung betr. die Erhebung einer Ankündignngssteuer. (B. E. Herr Heydt). 4. Löschungsurkunde. (B. E. Herr Enders). 5. Verlängerung des Gasrohrhauptstranges in der Niesigerstraße und im Ho- raferweg. (B. E. Herr Reith). 6. Verlängerung des Waffer- hauptrohrstranges in der Hacmbacherstraße. (B. E. Herr Zellhahn.) 7. Errichtung von Wohnbaracken an der Haimba- cherstraße und Bewilligung der Kosten. (B. E. Herr Fuchs). 8. Ersatzwahl für ein ausgeschrrdenes Mitglied des Lichtspiel- ausschusses. (B. E. Herr Dr. Thielemann). Anfrage Bar­ner: Welche Schritte hat bet' Magistrat getan und gedenkt er weiter zu unternehmen um das. Verbleiben der diesigen Eisen- bahnwerkstätte sicherzustellsn.

Endlich Schnee! Der evsehnta Schneefall ist nun eingetreten, nicht nur bei uns, wo es gestern nur etwas schneits, sondern aus allen Teilen Deutschlands wird Schneefall gemeldet. Nach An­fragen aus der hohen Rhön liegen Meldungen^ vor, daß dort ; starkes Schneetreiben herrscht. Wenn auch etwas verspätet, so scheint der Winter nun doch noch zu kommen. Wir wenig­stens haben einmal wieder recht gehabt; denn wir schrieben schon am 22. Sanuar, daß am 27. Schneefall oirrtreten würde, worauf uns ein freundlicher Lesser aufmerksam gemacht hatte.

Ueber die Schneelage und das Wetter in den Rhön-Win- terfportplätzen werden wir unsere Leser täglich auf dem Laufen­den halten. ■

Die Zahlung der Militaeversorgungsgebührnisie für den Monat Februar findet beim hiesigen Postomte am 29. 3a- ‘ nuar, die der 3, A, K, W, O und U-Rentsn am 2^- und 3. Februar statt. Die Zahlstellen sind von 8—12 Uhr 2,30—5,30 Uhr nachm. geöffnet. Um Zahlungen an Unbe­fugte zu vermeiden,. ist bet Empfangnahme des Geldes die Ausweisnummerkarte vorzuiegen.

Krankenversicherung. Bisher war die Krankenversicherung „Selbsthilfe “ vertreten in der Provinz durch die Hessen- Nassauische Lobensversicherungsanstalt zu Wiesbaden und hier durch die Landerrenterei Fulda, nur im Freistaat Preußen tä­tig. Die Nachfrage nach Krankenversicherungen aus dem. gan­zen Reiche ist im Fahre 1924 so stark gewesen, daß sich die Leitung veranlaßt gesehen hat, die Ausdehnung des Geschäfts­betriebes auf das ganze Reich zu beantragen. Die Selbsthil­fe ist daraufhin vom Reichsaufsichtsamt für Privatversicherung zum Geschäftsbetrieb im ganzen deutschen Reiche zugelassen worden. Vom L Sanuar bis 30. November 1924 wurden rund 100 000 neue Versicherungen beantragt und rund 18 000 einzelne Krankheitsfälle durch Auszahlung entschädigt.

Die Schlesische Provinzial-Haftpflichtversicherungs-Anstalt hat zur Erhöhung der Sicherheit der Bersichyrten für die Ver­bindlichkeiten der „Selbsthilfe" eine Bürgschaft in Höhe von 100 000 Mark übernommen.

Fuldas Sndustrie. Das hiesige Ziegelwerk Buttlarstraße das im April 1922 käuflich in den Besitz des Gutsbesitzers Viktor Hoesch Bischofsheim-Rhön überging, erfährt z. St­eine umfangreiche Betriebsverbesserung. Nachdem bereits u» letzten Winter eine vollkommene neue Maschinerie eing^“" wurde, wird jetzt die bestehende Trocknerei nach den modernsten und neuzeitlichsten Erfahrungen der Ziegeleitechnik ausgebmn, die einen Sommer- und Winterbetrieb gewährleisten. — Produktion, die sich auf Ziegelsteine und besonders aus

„Deckenhohlsteine für freitragende Steineisendecken" erstreckt, wird durch die Neuanlagen, die dieser Tage in Betrieb ge- i nommen werden sollen, wesentlich erhöht werden. Auch ist alle Vorsorge getroffen, daß unter Ausnutzung des der Firma ge- . hörigen Anschlußgleises in Zukunft die Erzeugnisse nach Rus- wärts genügend geliefert werden können. Es ist im allge­meinen volkswirtschaftlichen Sntereffe zu begrüßen, daß auch die e Ziegeleiindustrie als Schlüsselindustrie des gesamten Bauge- - werbes beginnt, ihre Werke auf das Modernste zu gesteigerten ’t Maffenerzeugung umzubauen, um dadurch dem Baumaleria- lienmangel abzuhelfen^