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Dienstag, den 27. Januar 1925.
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M Verhalten zu mânnllKen Kollegen.
Das junge Mädchen, das zum ersten Male die Räume eines Geschäfts betritt, in dem sie mit jungen Männern zusammen arbeiten soll, bringt ohne Zweifel ihre Erziehung als Leitfaden durch das neue, fremde Milieu mit. Shre „Kinderstube" wirb ihr im Stillen die geeigneten Instruktionen weisen.
Aber im siebzehnten — achtzehnten Lebensjahr sind die Maßstäbe noch allzuleicht verrückbar, und schnell gerät. ein junger Mensch auf dn Ausweg, mit dem sich viel beschönigen läßt: Das Geschäft ist eine Sache, bei der die Anstandsregeln des häuslichen Lebens nicht gelten!
Gs ist in den meisten Fällen so, daß die junge Dame, die eingeschüchtert den wirbelnden Betrieb einer Fabrik, eines Bankhauses, Exportgeschäftes vor sich sieht, ahnungslos was man von ihr im einzelnen fordern und wie man ihr begegnen werde, vorerst das Bestreben hat, freundlich zu Kollegen zu fein, sich anschmiegsam und still ihrem Posten zu widmen. Solche ersten Lage sind nicht die leichtesten des Lebens, besonders für ein „Grünhorn" eine Anfängerin.
Erst allmählich entwirrt sich das Gefüge eines Geschäfts ihrem Spürsinn; sie lernt die „Rangliste" der Angestellten kennen, vom Prokuristen bis zum Laufburschen, und sie wird merken, daft der Kommiß-Stil in Deutschland ist: Nach oben duk- ken, nach unten treten. Leider---und für junge Damen wird keine Ausnahme gemacht; es sei denn, daft sie eine besondere Schönheit und Eleganz mitbringen, oder daft sie mit einer enormen redefertigen Widerspenstigkeit begabt sind. Mit der letzteren Eigenschaft wird man allerdings schnell das schwarze Schaf unter Kollegen; eine Rolle, die sich an «Undankbarkeit wenig von jener andern unterscheidet, nämlich — das dumme Schaf, oder bei Niedlichkeit gemildert, „das Schäfchen" zu sein.
Vorweg sei betont: Bei mangelnder Intelligenz oder mangelnder Leistung einer jungen Kollegin sind die Herren der Schöpfung" keine N i 11 e r, die für eine Dutcinea eine Lanze stechen. Shr Verhalten kennt in puncto Arbeitspensum kein Geschlecht und keine Rücksicht auf mehr oder weniger holde Weiblichkeit. And das ist gewiß gut, weil es dem jungen Mädchen, das ernstlich auf Jein Emporkommen im Beruf be- dacht ist, die Anfangssituation sehr erleichtert. Sie kann sachlich sein und bleiben; fürs Erste wird sie ihr privates Leben völlig aus dem Spiele lassen müssen. Späterhin, mit wach sender Vertrautheit, rücken sich männliche und weibliche Kollegen auch menschlich näher. Es entsteht Kameradschaft, die von Vielen als möglich angezweifelte, die sich aber dennoch zwischen den Geschlechtern auf einem gemeinsamen Arbeitsgebiete sehr häufig entwickelt.
Wenn das junge Mädchen in ihren Pflichtenkreis neu ein- tritt, und sie ist die erste oder die einzige Srau unter männlichem Personal, so hat sie ihre Lage nahezu völlig in der Hand. Die Seiten, wo junge Leute die ersten Kontoristinnen mit Ironie und frechen Bemerkungen auf dem Arbeitsplatz begrüßten, sind zwar gewesen, aber sie sind heute nicht mehr recht denkbar, nach dem eine Generation schon in (Zusammenarbeit geschult wurde.
Der jungen Dame Verhalten, die sich anfangs in (Zurückhaltung allem Persönlichen gegenüber kaum zuviel tun kann, eine sachliche Freundlichkeit, völlige und sehr bestimmte Ablehnung eventueller Huldigungsversucye werden die jungen Kollegen schnell ins rechte Bild setzen, was sie wagen können. Auf den Anfang kommt alles an; Feigheit, Furcht vor der Ungnade eines Vorgesetzten verscherzen oft unrettbar die Lage, die man als Dame haben muß, wenn man sich nicht selbst ausgeben will. Aicyr immer ist es Schuld der Kollegen, wenn der Geschäftsion schlüpfrig und zweideutig wird. Oft ist diese Art nur ein- gerissen, weil Mädchen beim Personal waren, die Dreistigkeit duldeten oder gar herausforderten. Es wird darum nicht immer leicht sein, den Ton einer männlichen Kollegenschaft nach eigenen Wünschen zu formen, wenn andersgeartete Kolleginnen da sind, die Ungezogenheiten mit Lachen quittieren. Da hilft es nichts, als sich gegen Alle zu setzen. Angehöriges aus der Nähe zu weisen. Beschwerde nicht zu scheuen. Wo der Kampf aussichtslos scheint, dann lieber die Stellung wieder zu verlassen. Aber er ist selten erfolglos; vor einem achtenswerten jungen Mädchen schämen sich die Herren im Grunde jeder Nachlässigkeit, wenn man sie gebührend darauf hinweist.
Wer als Mädchen nie Anlaß gibt, daft sich Dreistigkeit hervorwagt, der wird lernen, gern mit Männern zu arbeiten. Die objektive Art des Mannes stellt nämlich die tüchtige die gute Leistung doch über die Person hinaus. And vom Manne voll genommen zu werden, bedeutet noch immer einen der liebsten Triumphe «jeder Frau.
Lebensfreude.
Von G e r t r u d K u r o w s k i.
2edss Ding hat zwei Seiten. Die meisten Leute sehen mit Vorliebe auf die unangenehme, während es doch durchaus keine Schwierigkeiten machen würde, statt dessen lieber die angenehme zu betrachten. Ein «Beispiel aus dem täglichen Leben: Habe ich kein Dienstmädchen, so freue ich mich, daft ich keinen Aer- ger habe, dabe ich eins, so freue ich mich, daft ich die Arbeit nicht selbst zu machen brauche. Die meisten Hausfrauen stöhnen auf der einen Seite unter dem täglichen Berger und auf der andern unter der vermehrten Arbeitslast. — Kein Leben ist ganz ans Sonnenschein zusammengesetzt, und wer nicht den festen Willen zur Freude in sich selber trägt, wird den schwachen Freudenfunken immer vom Sorgenregen ausgewischt finden. Sa, r ^as ein Leben wie ein müder Arbeitsgaul von ei- r Pflicht zur andern zu schleichen, und sich von einem Tage mm andern zu ängstigen? Hat Gott darum die Welt so ver
MWe Morgenzeitung
Der Dame des Kaufes
schwenderisch schön geschaffen, daft wir freiwillig darin wie in einem (Zuchthause leben? Sa, freiwillig, denn die Freude muß gesucht werden, mit vier Pferden unter Trompetenschall kommt sie uns nicht vors Haus gefahren. «Erstens kann man es mit einigem guten «Willen wirklich vermeiden, fortwährend über feinen Sorgen zu brüten. Sobald man sich sagen muß, meine Gedanken können augenblicklich nichts ändern, muß man sie mit Gewalt auf etwas anderes Angenehmes lenken. Und wer in sich selbst nichts Derartiges findet, der soll zu einem Buche greifen, dem er zu folgen versteht, und das ihn doch über «sich erhebt. (Zweitens soll niemand eine größere Arbeitslast auf sich nehmen, als er freudigen Herzens zu leisten imstande ist; denn sonst zerbricht er darunter und leistet weniger als vorher. And drittens endlich soll man nicht auf die großen Freuden, die vielleicht nie kommen, warten, sondern eifersüchtig die kleinen genießen. Wie herrlich ist im «Frühling ein blüh. «Baum, wie vermögen die Klänge der Musik die «Worte der Dichter unsere Seelen zu erweitern und zu begeistern! Daft nebenbei im Herzen immer irgend eine Sorge schläft, ist selbstverständlich, aber lassen wir sie doch wenigstens kurze (Zeit am Lage schlafen, mir werden ihr nachher um so stärker begegnen, wenn mir ihr nicht Gelegenheit gegeben haben, uns allmählich ganz aufzureiben.
Egoismus.
«Egoismus wird allgemein als ein strafwürdiges Verbrechen betrachtet, welches man zwar begeht, aber nie und immer ein- gesteht. And doch ist Egoismus nicht allein Selbsterhaltungstrieb, sondern auch Vorwärtsstreben im «Dienste der Allgemeinheit. «Wer es wagen will, der «Wahrheit einmal ganz ehrlich ins Auge zu sehen, «wird eingestehen müssen, daft Egoismus die Triebfeder aller, auch der edelsten Handlungen ist, und daft ohne iLgoismus die Welt still stehen würde. Selbstverständlich soll hier nicht einem Egoismus das Wort geredet werden, der die Rechte der andern rücksichtslos unter die Früfte tritt, sondern es soll nur klargestellt werden, daft allen, auch den edelsten Handlungen «Egoismus zugrunde liegt, und daß sie ohne ihn nie geschaffen würden, öeber, der sich manchmal unter großen persönlichen Opfern und Anstrengungen, im Dienste anderer aufreibt, ich erinnere nur an die großen Forscher und Erfinder, folgt damit einer inneren Stimme, die ihm gerade das als erstrebenswerten Lebenszweck vorstellt, und in ihm ein Gefühl der inneren «Befriedigung löslöst und mehr noch als die Achtung anderer gilt die eigene Achtung. 2a selbst die «Krankenschwester, die unermüdlich anderen dient, der Missionar, der alles, «was er lieb hat, verläßt u. in fremde Länder «zieht, machen keine «Ausnahme. Sie werden geleitet von dieser Stimme und der Hoffnung auf einen ewigen, überschwenglichen «Lohn. «Also Egoismus im edelsten Sinne, aber doch auch Egoismus. Der Mensch kann sich nun einmal von seinem eigenen Sch nicht «loslösen, und wer es doch «zu tun versucht, der wird zum müden (Zugtier, und kann nie und nimmer die besten Kräfte, die ihm Gott gegeben hat, entfalten. (Zu einer guten Leistung gehört auch, daft sie freudigen Herzens getan wird, und darum sollten wir uns doch ein wenig von unserm angeborenen «Egoismus «leiten lassen. Wer den natürlichen Egoismus unterdrückt, wird dem unnatürlichen verfallen, sein unbefriedigtes Dasein auf Kosten anderer zu bereichern versuchen, ohne doch dadurch selbst glücklicher zu werden. Wer sich selbst vorwärts bringt, bringt auch «die Welt vorwärts, und nur aus einzelnen glücklichen Menschen kann ein glückliches Volk zusammengesetzt sein.
Men wir einen guten Wmmf?
(bi) Die meisten von uns glauben, einen besonders feinen Geschmackssinn zu besitzen; Geschmack gehört aber bekanntlich zu «den Dingen, über die sich streiten läßt, und jeder kann sehr wohl «der Meinung sein, daft gerade sein ganz persönlicher Geschmack der beste und unangreifbar ist. Wird aber der Se- schmackrsinn einmal richtig auf die Probe gestellt, so zeigt sich, daft nur ganz wenige einen wirklich zuverlässigen Gaumen haben. «Ein Versuch in dieser Richtung ist «kürzlich auf einer Kochkunstausstellung gemacht worden. Allerdings muß zugegeben werden, daß die dort gestellte Aufgabe nicht seicht war. Eine Haushattslehrerin hatte eine Süßspeise komponiert, die sie Arrak-Gelee mit Wein und Lee nannte. Dieser Gelee bestand aus sehr starkem Lee (Souchong Orange Pecoe, 30 Sr. Blätter). 250 Gramm Wasser, 60 Gramm (Zitronensaft 200 Gramm Mehl, 25 Gramm Gelatine, 10 Tropfen (Zitronelle, grüner FruchHarbe. Die Gelatine war zuerst aufgelöst und in diese Lösung alle vorerwähnten (Zutaten hineingegeben worden. Diann war die Mischung abgeklärt und durchgeseiht worden. Lecker unb schön staub die Speise auf dem Tisch und jeder Besucher bekam eine Kostprobe. Wer ganz genau alle Bestandteile angeben konnte, sollte einen Preis bekommen: ein Mittagessen für zwölf Personen. Natürlich wollten ungeheuer viele ihre Kunst zeigen, aber nur fünf der unendlich vielen Einsendungen enthielten ungefähr die richtigen «Bestandteile. Das ganz richtige Rezept sand überhaupt niemand. Dennoch wurde einer Dame der Preis ^erkannt, die folgendes Rezept eingesandt hatte: eine halbe Flasche Sauterne, 75 Gr. Sucker, eine (Zitrone, vier bis fünf Blätter Hausenblase, ein Ater Wasser. Merkwürdigerweise ist hier der Arrakgeschmack, «der sonst sehr ausgeprägt ist, gar nicht gespürt roor- ben, auch der Tee wird nicht erwähnt. Tee als Beigabe hat keine der Damen, die sonst die besten Einsendungen machten, erraten können. Dagegen merkten alle den (Zitronengeschmack. . Wer Hervorragendes auf dem Gebiet der Kochkunst leisten will, müßte natürlich einen unbedingt sicheren Geschmacks sinn haben. Vielleicht kommt es noch so weit, daß von den künftigen Hausfrauen ein Examen in dieser Richtung verlangt wird.
Beiblatt.
Verlag: Fulda, Kanalstrafte 44.
Die Blume im Wz.
Von Wilhelmine Mohr.
Sch habe den Versuch gemacht, auf einer der belebtesten Straßen Berlins die «Pelze zu zählen, die keine Blume ange- steckt hatten, aber ich gab es als hoffnungslos auf. Sch hätte stundenlang spazieren gehen können, und doch hätten die Finger einer Hand genügt, die Anzahl festzustellen. Also machte ich es umgekehrt, ich zählte die «Pelze, die eine Blume angesteckt hatten, und als ich bei dem 49. angelangt war, begegnete mir, beinahe erschrak ich, ein Pelz, daft heißt eine Dame, die einen blumenlosen Pelz anhatte.
Seltsame «Epidemie! Nicht daß Blumen anstecken seltsam ist. Von Oskar Wilde wird erzählt, daß er eines Tages mit einer Chrysantheme im Knopfloch seines Fracks erschien, unb sofort trugen alle ‘Danbys der Stadt weiße Chrysanthemen. Ls ist nicht bekannt, ob es eine Dame von hohem Geist oder eine findige Blumenhändlerin war, die die rote Blume in die rechte Pelzecke steckte; sie war jedenfalls überzeugt, daß es nachgeahmt werden würde. Darin liegt, trotz uralter «Wiederholung das Seltsame. Es gibt immerhin in der Modernsten Wandlungen Ls ist ein bedeutsamer ästhetischer und wirtschaftlicher Schritt, ob man kurze oder lange, enge oder breite «Röcke trägt, und diese Wandlungen werden lange vorher vorbereitet, ehe sie wirklich auf dem Plan erscheinen. And oft, wenn auch nicht immer, «sind es ernsthafte kulturelle Strömungen, die den Wandel erklären. Wie lange hat das miederlose Kleid, das zuerst von einigen arbeitenden Frauen propagiert wurde, (Zeit gebraucht, ehe es allgemein wurde? Wer denkt noch heute daran, wie es entstand? Die Mode ist tatsächlich nur in kleinen (Zügen launisch, springend, wechselvoll, in ihren großen (Zügen hat sie tiefe Arsachen.
Hat nun das Auftauchen einer Blume in der Pelzkappe etwas mit der Mode zu tun? Nein, sicher nicht. «Man möchte es beinahe als Spaß, und als keinen guten bezeichnen. Die Blume im Knopfloch eines einzelnen Herrn, einer einzelnen Dame reizend, apart, sinnvoll, je nach Schnitt und Farbe des Kleides und je nach Stil der geistigen Prägung des Gesichts. Aber aller Herren, aller Damen, und jeden Tag und in jedem Pelz und nur in Rot.
Auf Maskenbällen pflegen ganze Gruppen absichtsvoll gleich kostümierter Menschen zu erscheinen; sie necken und sie intrigieren, und sie entflattern und tauchen als die ewig Gleichen immer wieder im «Gewühle und an Seite der intrigierten auf. Die Damen nun, die unterschiedlos die gleiche Blume in die gleiche Pelzecke stecken, machen sich gleich, machen sich reizlos, machen sich unkenntlich. Line Dame, die ein Rendezvous mit, sagen wir ihrem Vetter hat, wählt zum Kennzeichen eine Blume. Wird sie jetzt wagen, eine zu wählen? Sie darf nicht Rot wählen, denn alle Damen tragen Rot, sie darf nicht die rechte Pelzecke wählen, denn alle wählen die rechte Pelzecke — und Weiß darf sie auch nicht wählen — denn alle tragen Not . . .
in einem großen österreichischen Blatte hat die Königin Marie von Rumänien einen Lssag gegen den kurzen, engen Rock geschrieben und ihn in Grund und Boden verdammt. Die Königin von Rumänien hat es freilich gut. Sie hat fast gar keine Gelegenheit, den kurzen Rock zu tragen, denn nicht nur, daß Königinnen nicht auf der Straße zu Fuß gehen, so gchen die vornehmen Rumäninnen fast gar nicht, sondern sie fahren immer, haben namentlich in der Hauptstadt wunderbar elegante, von kostümierten Lipowanern (einer kleinrussischen Sekte) geleitete Wagen. Aber noch mehr. Königinnen zeigen sich nur, wenn sie repräsentieren, und da bedürfen sie wieder nicht des kürzen Rockes. And als drittes kommt dazu, daß diè Königin von Rumänien, der Sitte des Landes folgend oft die Nationaltracht, das wunderbar weite, tausendfach flimmernde Kleid trägt. Also hat es die Herrscherin leicht, den kurzen und engen Nock zu verdammen. Trotz diesem Gebote einer Köni- gin, und zwar einer so schönen, wie die rumänische Königin, ist die Mvde so stark, so majestätisch, daß sie ihr eigenes Gebot dagegen behauptet.
«Was sagt das Beispiel der armen kleinen Blume dagegen? Riemand wagt sie anzugreifen, niemand sie abzulehnen jeder trägt sie, rot in der rechten Pelzecke. Gewiß auch die Blume ist eine Königin, und eine schöne — deswegen aber, gerade deswegen, warum sie profanieren, warum sie nicht spielen lassen, gebrauchen, anlegen, tragen nach eigenem Geschmack, wann und wie man will: Cs gibt weiße Nelken und gelbe Rosen und stolze Sterne und bebende Mimosen, nickende Glocken und schlanke Ranken.
Warum — warum . . .?
Der Echeuerleufel.
Von «E«lsa Maria Bud.
Ob sie nun vom Scheuerteufel gepackt ist oder ob man sie selber einen Scheuerteufel nennen soll, der Tatbestand ist immer derselbe: Es klopft, wirbelt, zieht, wedelt, klappert, stöbert in der Nähe dieser Frau, wenn man sie in ihrem Heim be- sucht. Sie hat verwirrte Haare, erhitzte Wangen, schmutzige Hande, eine schlechte Laune. Sie stöhnt unter ihrer Arbeits- laft ■ soviel Schmutz, wo er nur immer herkommtl 2mmer muß ein (Zimmer „groß aufgeräumt“ werden; die Fenster gäh- nen kahl und offen, Matratzen, Sofas werden mit einem wahren Sadismus geklopft, Silber wird geputzt — es gibt Frauen, ich kenne sie — die alle zwei Tage das gesamte Silber eines Speisezimmers putzen.
Von der (Zerklopfwut der Reinigungsbesessenen leben so manche Tapezierer. Kein gütiges (Zureden hilft da; diese grausamen (Zerstörerinnen ihres Haushalts und ihrer Ruhe lassen «sich nicht sagen, daß «Daunenbetten, die man aus weißer Linnenhülle befreit, um sie in neue Bezüge zu stecken, keine klopfbaren Gegenstände sind. Die feine «Daune wird zu «Krümineln zer-