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matisth fortdauern solle,* bis Deutschland zeigen könne, daß es feine Lirlwaffnungsoerpflichlungen erfüllt habe, wobei es eher Deutschlands Sache sein solle, den Beweis dafür zu liefern, als Sache der Alliierten. Die aufeinanderfolgende Räumung der erestn und der zweiten Zone werde so mehr zu einem Gna­denakt als zu einer Verpflichtung.

Amerika drängt.

rob. London, 26. San. DieMorning Post" meldet aus Washington: Der amerikanische Botschafter in Paris wurde angewiesen, zu versuchen, bestimmtere französische Vorschläge für eine Zundierung der französischen Schuld zu erhalten, da Llementels inoffizielle Vorschläge keine Lrörterungsgruudlage bildeten. Loolldge mißbilligte weiterhin die Aktion des Kon­gress. da er der Ansicht sei, eine derart. Entschließung wär zei- de die Reibung vermehren und keine praktischen Ergebnisse zei­tigen. Sn Washington herrsche die Ansicht vor, daß alle wei­teren offiziellen Besprechungen nur eine neue Zeitvergeudung sein würden.

Deutschland und der Völkerbund.

wb. London, 26. San. DieMorning Post" berichtet aus Genf, die Erklärung Dr. Luthers im Reichstag, die deutsche Regierung erwarte eine Antwort auf die Note an den Völ­kerbund vor der Formulierung des Aufnahmeantrags, habe die ßrage aufgeworfen, welche Schritte jetzt vom Völkerbund un- iternommen werden sollte. Wenn die Frage nicht von einem »Mitglied in der Märzsitzung des Völkerbundsrats aufgewor­fen werde, sei es wahrscheinlich, daß der Schritt vor der näch- ften Versammlung des Völkerbundes erfolgt.

Orkan in Australien.

wb. Perth, 26. San. Bei einem furchtbaren Wirbelsturm der gestern vormittag Rordwest-Australien heimsuchte, hat die »Stadt Roeburne schweren Schaden erlitten.

Ein deutscher Dampfer gesunken.

D.B. Oslo, 24. San. (iSig. Meldg.) Der deutsche Dam­pferAmerika" ist bei den Lofoten auf Grund gestoßen und gesunken. Es scheint, daß die ganze Besatzung umgekommen ist. Das Unterfinken wurde von einem anderen deutschen Dampfer wahrgenommen, der aber selbst mit dem Sturm Jo zu kämpfen hatte, daß er keine Hilfe leisten konnte. Das Schiff sah dieAmerika" steuerlos gegen Land treiben; seitdem ist von dem Schiff und seiner Besatzung nichts gehört und Lesehen worden.

Portugisische Vasco da Gama-Feiern.

Der portugisiesche Entdecker, dessen 400. Todestag schon in den Weihnachtstagen von seinem Heimatlands viel gefeiert wurde, wird noch durch eine große Festveranstaltung der por- lugifijcben Regierung Ende Sanuar besonders geehrt. Auf Einladung der Lissaboner Regierung wird auch der Papst eine besondere Mission zur Teilnahme an.der Vierhundertjahrseier nach Lissabon schicken.

Aus Glatt M Land.

Das Baracken-Wojekt.

Fn der Ausgabe derH. M. 3- vom 18. ds. Mts. haben wir auf die Gefahren hingewiesen, die eine Errichtung des von <ber Stadt geplant. Barackenlagers in sich birgt. Wir haben eingehend auf die Bedenken aufmerksam gemacht, die durch ei­ne Verwirklichung des Projektes in sittlicher Hinsicht unzwei­felhaft bestehen und die bereits zu dem bekannten Protest ge­führt haben. Diese Gefahren waren doch den zuständigen Stel­len von vornherein bekannt. Umso mehr ist es verwunderlich, daß dieses Projekt überhaupt aufgestellt werden konnte.

Was nun die Bauart der projektierten Häuser anbelangt, so glauben wir, dazu in unserem ersten Artikel alles Notwen­dige gesagt zu haben. Das Beispiel anderer Städte mag auch für Fulda maßgebend sein. Die Zeit der Holzbaracken ist auch für unsere Stadt vorbei. Hoffentlich läßt man aber das Ba- racken-Projekt fallen zur Enttäuschung derer, die es in ih­rer Vermessenheit wagten, die bisherige, doch äußerst erfolg­reiche Arbeit der Leitung des Stadtbauamtes in Zweifel zu ziehen.

Bei der Durchführung dieses Projektes (in massiven Stein- oder Betonbauten) ist nicht nur die Zweckmäßigkeit des Bau­platzes an sich, sondern auch dessen Lage zum Zentrum der Stadt in betracht zu ziehen. Sn unserem ersten Artikel haben wir darauf hingewiesen, daß das Naheliegendste eine Vergrö­ßerung der Unterstadt sei. Wir beniken hier an einen systemati­schen Ausbau der Zieherser Wiese. Damit rühren wir an ein Problem, das schon seit langen Fahren aufgerollt ist und bis jetztunbegreiflicher" Weise noch keine Lösung fand, bezw. fin­den wollte. Die Zieherser Wiese ist an drei Seiten vom Stadtgebiet und an einer Seite von der Fulda begrenzt. Neh­men wir an, der Friedrichsmarkt sei das Zentrum der Stadt. Von diesem Punkte aus ist Jie in zirka drei Minuten zu errei­chen. Was liegt da näher, dieses Gelände zu bebauen. Wir mifjen wohl, daß die Wiese zur Domäne Ziehers gehört und damit Staatseigentum ist. Wir sind aber auch überzeugt, daß dieses Gelände schon längst für die Zwecke der Stadt nutzbar gemacht worden wäre, wenn es bis jetzt nicht an der zu ihrem Erwerb nötigen Snitiatioe gefehlt hätte. Die Regierung wird sich der Tatsuche weiterhin nicht verschließen können, daß die Stadt diese Zieherser Wiese zu ihrem gedeihlichen Fortschritt unbedingt benötigt.

Wir wollen an dieser Stelle auf die vorzügliche Eignung des am Fuldaufer gelegenen Teiles der Zieherser Wiese zu gro­ßen Sport- und Badeplätzen nicht näher eingehen. Der obere, am Rande der Stabt gelegene Teil der Wiese ist zu einer Er­weiterung der Stadt nach Westen zu wie geschaffen. Werden an Stelle der projektierten Baracken massive Bauten er- buifte bamit-bas Problem der Notwohnungen seine ... L 119 ^â"- die Bewohner dieser Häuser brauchen

" 1 Uf' ^" strebe, Post und Markt keine zeitraubenden

Wege zu machen; für die Fugend ist der Sang zur Schule oder Sportplatz ebenfalls kurz und bequem. Durch die Errich­tung dieser Häuser im oberen Teil der Zieherser Wiese ist der Anschluß an die Stabt (Verbindung mit Kanalisation, Tas, elektrischem Licht, Wasserleitung, Einfügen in die polizeiliche Nachtronde usw.) in der denkbar billigsten Weise herzustellen. Unseres Wissens ist die Kanalisation in ihrer Hauptsache schon teilweise durchgefUhrt ein Grund mehr, diesen Plan ernst lich in Erwägung zu ziehen.

Bis jetzt hat man an allen Ecken und Enden der Stadt herumgebastelt. Weit vom Zentrum der Stadt wurden Neu­bauten Hingesteut. Endlose Wege haben die Bewohner dieser Häuser zurUckzulegen. Aber an das Nächstliegende, an eine Erweiterung der Unterstadt, an eine Erschließung der Rosenau an eine zeitgemäße Verbindung mit Neuenberg denkt nie­mand, der aus beruflichen Gründen an diesen Fragen interes­siert sein sollte. Und wenn hin- und wieder einmal Wünsche der Unterstadt im Stadtparlament zur Debatte kommen, dann wird seitens der Stadt stets bedauert, daßkein Geld vorhan­den" unddie Zeit für diese Wünsche noch nicht gekommen" sei. Das geschieht alles zu einer Zeit, in der andere Städte um­fassende bauliche Projekte durchführen und sich damit bewußt modernen Zielen nähern. Gerade die Moderne schreitet im Eiltempo vorwärts. Auch für die Kleinstadt ist die Zeit eines Dornröschenschlafes endgültig vorbei. Stillstand ist Rückgang. Allerdings ist eine Verwirklichung städtebaulicher Pläne nur durch sachliche Arbeit zu erreichen, hierfür sollten lediglich die Forderungen unserer Zeit im Wohnungs- und Verkehrswesen maßgebend sein.

Unsere vorstehenden Ausführungen haben nicht nur den Zweck, das Baracken-Proje kt von einem modernen Gesichts­punkt aus zu behandeln und für einen neuzeitlichen Ausbau der Zisherserwiese einzutreten, vielmehr wollen wir damit alle bürgerlichen Kreise, denen ein gesunder Fortschritt ihrer Vater­stadt am Herzen liegt, für die berechtigten Forderungen der Unterstadt interessieren. Wir sind der Ansicht daß es die Auf­gabe der Behörde ist, eine Stadt nicht nur wie einen Pachthof zu verwalten, sondern für eine stete Anpassung an die fortschrei­tende Zeit mit ihren neuen Forderungen Sorge zu tragen.

Sütgtr Suitas paßt auf!

DieHessische Morgenzeilung" wird ab Februar eine in Bürger- u. Rausmanns= kreisen besonders gewünschte Erweite­rung erfahren. :-: Ebenso ist es uns gelungen, als neuen Roman ein Werk zu erwerben, bas unseren ersten, mit so großer Begeisterung angenommenen Roman, Liebe, kleine Limokoa, weit in den Schatten stellen wird. In den ersten Febcuactagen beginnt ein Roman, der an Sensation u. kühner Phantasie Rellermanns unsterblichenTunnel" um ein Vielfaches übertrifft.:-: Jedermann wird mit Spannung die nächste Fort­setzung erwarten; Darum

eneuerS Euer Abonnement!

Wohltätigkeitskonzert der Reichswehr. Technischer Um- ständ-e halber werden wir den Bericht über diese Veranstaltung die sich eines so großen Erfolges erfreute, erst in der morgigen Nummer veröffentlichen.

Mieterverein Zuida. Am Samstag den 24. Sanuar 25 abends 8 Uhr fand die Generalversammlung des Mietervereins Fulda im Ballhaus statt. Sn derselben wurde die Vorstands­wahl getätigt, sowie die verschiedensten aktuellen Fragen wel­che die Mieterschaft berührt, behandelt. Besonders wurde ge­gen jegliche Lockerung der Mieterschutzgesetze und Reichsmie­tengesetz scharfe Stellung genommen. Vor allem gegen jede Er­höhung der Mieten, da der Reallohn die Höhe entsprechend den allgemeinen Friedenssätzen, noch nicht erreicht habe. Es kön­ne den Mietern nicht zugemutet werden, den größten Teil ihres Einkommens für Mieten zu zahlen. Die Lage, besonders der arbeitnehmenden Bevölkerung fei eine derartige, daß sie jetzt schon mit der allergrößten Not und Sorge zu Kämpfen hätten. Namentlich wurde gegen die Lockerung der Zwangsbewirt- schaftuug der Wohnungen Stellung genommen, da dadurch in den meisten Fällen den Wohnungs sichern einen Vorschm ge­leistet wird. Auch würden kinderreiche und andere sich in Not befindlich. Mietern in den seltensten Fällen zu einer Woh­nung gelangen. Ferner wurden noch Fälle bekannt gegeben, nach welchen Mieter, die absolut nicht in der Lage dazu waren, die Hauszinssteuer entrichten mußten. Es wurde der Wunsch ausgesprochen, an die maßgebenden Behörden heranzutreten, um eine Einrichtung zu schaffen, wie sie in einer Reihe von Städten bereits bestehen. Diese bieten die Möglichkeit, den Sozial- und Kleinrentnern, sowie sonstigen wirtschaftlichen Schwachen durch das Wohlfahrtsamt der Stadt, eine Hand­habe zu geben, um von der Hauszinssteuer befreit zu werden. 1 Diese Einrichtung ist um so leichter auch hier in Fulda ein- zuführen, da es der Finanzminister durch eine Verordnung zu- gelassen hat.

Großdentscher Orden (Sitz Hannover.)

Diese Vereinigung hatte am vergangenen Samstag im Ball haus zu einer Versammlung geladen. Sprecher war Herr Komtur Merkel aus Cassel. Der Besuch war äußerst ge­ring, trotzdem wollen wir es nicht unterlassen diese Neugeburt entsprungen aus dem Erbübel des Deutschen einmal gründlich unter die Lupe zu nehmen.

Dem Herrn Werberedner Jei zuvor gesagt, oaß man nur mit Gründlichkeit und Tiefe, sofern man dieselbe besitzt, eine Rolle spielen kann. Es gibt Leute von bloßer Fassade, wie Häuser, die, weil die Mittel fehlten, nicht ausgebaut wurden und den Eingang eines Palastes haben, während sie im Sn« nern eine dürftige Hütte darstellen. , An solchen ist garnichts wobei man lange weilen könnte, obwohl sie langweilig genug sind. Mit den üblichen Höflichkeitsphrasen treten sie wohlge­mut auf, wie sizilianische Pferde, aber gleich darauf versinken sie in Stillschweigen; denn die Worte versiegen bald, wo keine Quelle von Gedanken fließt, Herr Merkel.

Daß Sie dem Großen Kurfürsten und Friedrich dem Gro­ßen, die Sie alsundeutsche" Größen bezeichnen, nicht bas Wasser reichen können, glauben wir nun selbst.

Kampf, schärfster Kampf unseren deutsch-preußischen Mit- brübern ist Fhre Parole. Wollen das nicht auch die Sepa­ratisten? --Als weiteres Ziel wird die Teilung Deutsch­lands in 14 bis 16 Staaten bezeichnet. SJt das nicht Kleinstaa­terei? --An Leuten, die solche Mätzchen verfechten, hat Deutschland eine reziproken Bismarck gefunden, die da glau­ben das deutsche Volk wieder zu entzweien und zerstückeln zu müsse».---

Es kam. zu einer erregten Aussprache. Ein Vertreter des großdeutschen Ordens (Sitz Freiburg) nahm scharf Stellung ge­gen die undeutschen Ziele des großdeutschen Ordens (Sitz Han­nover). (Gibts vielleicht nicht noch einen dritten großdeutschen Orden, der gegen die beiden anderen Stellung nimmt?)

Ein anderer Herr trat ebenfalls den Behauptungen des Werberedners auf das Entschiedenste entgegen, der erklärte, daß Preußen eine große Schuld am Ausbruch und Ausgang des Krieges trage.

Die Schrift:Unser Schuldbuch sei vernichtet", wurde Herrn Merkel dringlichst empfohlen.

Wir hätten weiß Gott etwas anderes zu tun, als uns in föderalistischer Eigenbrödelei gegenseitig zu zersplittern, und gar zu bekämpfen, wo der Feind an Rhein, Ruhr und Saar steht.

Die Mentalität des grotzdeutschen Ordens Sitz Hannover kennzeichnet treffend der Passus, den sich der Hochmeister, Lerr Langwost, im Niedersächsischen Kurier leistete: Er schreibt, daß die Franzosen mit demselbenRechte" an Rhein und Ruhr ständen, wie die Preußen in Hannover!

Nun kann man sich auch nicht wundern, wenn Herr Mer­kel seinen Ausführungen die Krone aufsetzte, indem er Jagte: er erblicke in jedem Preußen den schlimmsten Feind des Va­terlandes.

Diese Aeußerung rief große Empörung hervor, und man forderte alle Deutsch-Denkenden auf, unter Protest die Ver­sammlung zu verlassen.

Die an und für sich tollen Auslassungen des Herrn Werbe- rebners stehen zu seiner äußeren Person im krassen Gegensatz denn mit Monokel, Pelzmantel und hellen Wildledebhandschu- Hen pflegen gewisse Witzblätter meistens die ostelbischen Funker zu karrikieren. Seien Sie nur froh, Herr Merkel, daß S i e keiner sind. K- Scb-

Gersfeld. Snfolge Vermehrung der Fahl der an das Orts neh in Gersfeld angeschlossenen Fernsprechhauptstellen erhöht sich gemäß §16 der Fernsprechordnung v. 21. Suni 1924 die monatliche Miirdestzahl der Ortsgespräche von 1. 4. 25 von 20 auf 30.

Druck und Verlag: Lcudolf Bamberger, Fulda. Verantwortlich für den textlichen Teil: Friedrich P. Partmuß, für Anzeigen, August Bamberger, fämtlich in Fulda.

Bekanntmachung.

Auf Grund des Reichsgosetzes betreffend Kleingarten und Kleinpachtlandordnung vom 31. Suli 1919 (R. G. Bl. 1919 S. 1371) erhält der § 1 dieses Gesetzes in der Fassung der Be­kanntmachung vom 30. Oktober 1919 folgenden Wortlaut:

§ 1.

3um Zwecke nichtgewerbsmäßiger gärtnerischer Nutzung dürfen Grundstücke nicht zu höheren als den von der unteren Verwaltungsbehörde, wie nachstehend festgesetzten Preisen ver­pachtet werden:

1. Uneingezäuntes Grabland ohne die Nutzung von Veerenobst und Obstbäumen 2 Mark je ar

2. Nicht vorbereitetes (ungedüngtes und ungeackertes) Acker- land 1,25 Mark je ar und

3. Wiesen (ohne Düngung und Unterhaltungsarbeiten 1,50 Mark je ar.

Fulda, den 17. Sanuar 1925.

Der Laudrat. Fuhr. 0. Sagern.

Bekanntmachung.

Der Hüttner Leo Gies von Zell ist als Ortsschätzer für den Gemeindebezirk Zell auf Widerruf bestellt und vereidigt worden.

Fulda, den 16. Sanuar 1925.

Der Landrat. S. V.: 5 chu st e r.

Flügel, Orgelharmoniums grösste Auswahl, erste Fabrikate, Teilzahlungen.

Aloys Maier, Fulda, Kgl. und Päpstlicher Hoflieferant.

Gegründet 1846.