ganz Jo wie bei dieser „fieberevivetkung“ lagen die Dinge in dem 3all der Mrs. Turner von Kognsham, die vor einigen Labten durch ärztliches Attest für tot erklärt wurde. Als man sie in den Sarg legen wollte, kam sie plötzlich zu sich, setzte sich auf und begann zu sprechen. Auch ein junger öanblungs- gehilse öames Sagan erwachte wieder aus einer kataleptischen Erstarrung, in der er für tot gehalten war. Und eine Mrs. King aus Tonbridge setzte sich am Morgen ihres Begräbnisses im Sarge auf und versuchte zu sprechen; sie war aber über die Situation, in der sie sich befand, so entsetzt, dass sie zwei Tage später wirklich starb. Fm Sebruar 1921 wurde ein Schulmädchen aus dem Dorfe Pengam, das einige Wochen an Lungenentzündung gelegen hatte, vom Arzt für tot •erklärt. Als ihr Sarg drei Tage später fortgebracht werden sollte, hörte man plötzlich den lauten Schrei: „Wo ist Papa?" Das Mädchen war wieder zum Leben erwacht.
905 unterseeische Flugzeug.
Die -Generalstäbe verschiedener Länder beschäftigen sich mit der Erfindung eines Unterseeboot-Flugzeuges, eine Erfindung, die bekanntlich schon von Sui es Berne vorausgeahnt wurde, in dessen Roman „Der Herr der Welt" ein geheimnisvolles Fahrzeug, das sich als Flugzeug, Unterseeboot und überdies noch als Kraftwagen von außerordentlicher Geschwindigkeit betätigt, das Rückgrat der Fabel ergibt. Die jetzt vorliegende Konstruktion, die bisher allefbings nur bis zum Modell gediehen ist, begnügt sich mit der Verwendungsfähigkeit in Luft und Wasser. Die gleichfalls vorgesehenen Räder sollen wohl nur zur Fortbewegung auf dem Meeresgrunde dienen, wie beim Lasteschen Unterseeboot, das vor etwa zwei Fahrzehnten entworfen wurde. Um als Flugzeug und als Unterseeboot Brauchbares leisten zu können, muß das Fahrzeug in einer, Weise gebaut sein, die gleichzeitig den Anforderungen der Unterwasser- wie der Luftfahrt gerecht wird. Die allgemeine Form des Fahr- zeugkörpers ist eine von vornherein gegebene» die Tropfenform, oder Stromlinienform. Und das sei festgestellt, daß der von den Zlügeln befreite Rumpf vieler moderner Landflug- zeugtgpen in seinen Umrissen große Aehnlichkeit mit älteren Unterseebootstgpen aufweist. Auch das amphibische Kriegs- sahrzeug hat diese Zorm.
Blllen- oder Anduilritiladl.
Von Stadt H. von Frankenberg -Braunschweig.
Für jede Stadt ist das Aufblühen, das Wachsen und Gedeihen eine Lebensfrage — aber die meisten stehen am Scheidewege, welchen Gang ihre Entwicklung einschlagen soll: ob
I mehr und mehr als Ruhesitz für Dauerwohner, als Stätte der I behaglichen Fremdenheime und der neuzeitlich eingerichteten I Gasthöfe, oder als Mittelpunkt eines stark pullende» gewerblichen Schaffens, mit einer Fülle industrieller Anlagen, Fabriken, Lagerräume und Werkstätten. Der Tntschlnh ist nicht leicht, die Verantwortung ist groß, die Meinungen in der Einwohnerschaft sind je nach ihrer Einstellung und Denkweise geteilt kein Wunder, wenn die Stadtväter bisweilen hin- und Herfchwanken wie ein Rohr, das im Winde bewegt wird.
Vor noch nicht sehr langer Feit war der junge Bürgermeister einer schöngelegenen, vielbesuchten Sommerfrische am Sebirgs- I raube den heftigsten Angriffen ausgesetzt, als er auf die Au- i frage eines großen auswärtigen Konsortiums, das eine um- fangreiche Spinnerei und Weberei im Stadtgebiete ins Leben i rufen wollte und um Ueberlassung des nötigen Geländes zu mäßigen Preisen bat, kurzweg ablehnend geantwortet hatte. Seine Begründung gipfelte darin, daß er es nicht für wünschenswert halten könne, die im besten Aufschwung als Villenstadl begriffene Gemeinde mit einer Fabrikanlage zu belasten, die durch ihre äußere Erscheinung nicht zur Zierde des Stadtbildes gereichen und etliche hundert Lohnarbeiter und -arbeiterinnen mit ihren Angehörigen herziehen würde, die also durch die F-n- anfprucbiiabme der städtischen Einrichtungen (Krankenhäuser, Kinderhorte, Schulen, Armenpflege usw.) mehr Ausgaben verursache als steuerliche Einnahmen erwarten lasse. Ls gelang dem Angegriffenen, sich der Widersacher, unter denen besonders die Babuverwaltlmg mit ihrem Hinweis auf die entgehenden Güterfrachte eine Rolle spielte, in der Stadtverordnetenversammlung erfolgreich zu erwehren, — aber nicht immer läuft die Sache so glatt ab, einflußreiche Kräfte vertreten den entgegengesetzte» Standpunkt und suchen dem fürsorglichen Stadtoberhaupt mit dem alten Sprichwort vom Sperling in der Hand und der Taube auf dem Dache «zu beweisen, daß jer fehlgegriffen habe.
Prüfen wir den Kern der Frage, so spüren wir, daß sich eines nicht -für alle schickt: es wäre vergebliches Bemühen, eine im Flachlande liegende, an und für sich reizvolle Stadt, mit ein paar Anpflanzungen und Grünplätzen so herauszuputzen, daß sie zu einem glückverheißenden Wettbewerb mit anderen begehrten Orten in der Lage wäre. Wo Kohlenbergwerke, Gipsbrüche, Kalköfen und dergl. ihre Einwirkung äußern, da tritt freilich die landschaftliche Schönheit mehr oder weniger in den Hintergrund, — und doch wäre es grundverkohrt, in solchen Fällen einfach auf äußere Fier -zu verzichten, und die Dinge gehen zu lassen wie sie wollen. Lin Beispiel ist die Stabt Heid-eIberg: wenn man von Frankfurt oder Karlsruhe an der Westseite dem weltberühmten Platze sich nähert, ragt außerhalb des Neckartales ein Wald von Schornsteinen empor; je mehr man aber in -das Bereicy der grünen Berge einlenkt, desto schneller verschwinden diese Störenfriede, und wenn
aiilb nicht der Fehler gemacht war, am Fuße des pjt>| jenen Schlosses eine häßliche Fabrik zuzulassen, so ih\’^.M übrigen der einheitliche wundervolle Eindruck gewöhn n,’ 'M liebes läßt sich von Freiburg und Nürnberg, von Nock?^- ob der Tauber, Eisenach und Thale, Fisenburg oder Harz sagen. Die Lösung der Schwierigkeit, die „go!oew>' tellinie“ liegt darin, daß man ein bestimmtes Gebiet, bat ' liehst weit ab von den hervorragendsten ^lnjiebungsJtättV^ legen ist, zur industriellen Bebauung freigibt, im übrigen??' I streng auf die Fernhaltung von nachteiligen Lin-Wirkung?^ I Dies Zonen-Lg-stem hat sich trefflich bewährt, ist k Landesbauordnungen und die Ortsbauinstitute begünstig; ' J kann allenthalben, wo nicht schlechtweg die Ausschaltung? ■ cher Werke bevorzugt werden sollte, als gangbarer empfohlen werden.
Dadurch, daß die Reithsgesetzgebung den Gemeinden der einen gesicherten Anteil oder ein Zuschlagsrecht bei Einkommensteuer zugestehen will, ist die Bedeutung des Fun!^ wohlhabender Bürger wesentlich erstrebenswerter geroorM als sie es in den letzten Fahren war. Gute Steuerzahler, enih? sten den Stadtsäckel, während gewerbliche Betriebe, qJ wenn sie von -ihren Einnahmen ansehnliche Steuerbeträge c-g.U richten und außerdem selbstverständlich noch zu Ge-werbeste? ■ ern herangezogen werden, mittelbar recht hohe Aufwendungen verursachen, die durch die eigene Steueilkraft und die Leistu». M gen ihrer Angestellten und Arbeiter nicht ausgewogen -werden
Ls hieße Wasser in ein Sieb schöpfen, wenn aus der einen Seite eine rührige Gemeinde-iwrwaltung durch gestatt . anspruchnahme der Presse, durch Heimatfeste, Vortrags-,^, ater- und Musikwochen oder ähnliche Verattstaltungeu dkM L -merksamkeit auf ihren Ort lenken und auf der MMren Leilr | müßig und tatenlos zu-sehen wollte, wie das S^fbtbilb durch 6 qualmende Schlote, durch öde Mietkasernen und einförmige I Speicherfronten verschandelt wird. Was durch mangels ■ Vorsicht versäumt ist, kann nicht wieder gut gemacht werben, | deshalb ist den städtischen und auch manchen ländlichen Beh« F den, den Verkehrs- und Verschönerungsvereinen, den Aw f schüssen für Denkmalspflege und anderen beteiligten Sich ) dringend anzuraten, dem Ueberwuchern des industriellen ^ L rakters bei anmutigen Ortschaften nach Möglichkeit EW | zu gebieten.
Der Drohbrief. Nach der Revolution 1848 hatt! du I FeldmarschaU -Wrangel als „Gouverneur in den Tüartf I Drohbriefe erhalten, man würde seine Frau, die damals 'n | Stettin war, in demselben Augenblick aufhängen, in dem er es etwa wagen sollte, mit seinen Truppen in Berlin einzuzielM. | Als er an der Spitze seiner Truppen durchs Brandenburg!! f Tor kam, fiel ihm der Drohbrief ein. Er zog die Uhr und ’ sagte zu seinem Adjutanten: „Es ist fetzt drei. Mir soll blos wundern, ob sie ihr jetzt uffhängen."
nissen auch ganz gebrechliche Personen, die sonst nichts verdienen, ohne daß sie sich in chren alltäglichen Hausarbeiten stören zu lassen brauchen, vorausgesetzt, daß ihnen das Laub ans Haus gebracht wird. Wer über mehr Raum verfügt und mehr Kraft, kann je nachdem die Zahl der Raupen verdoppeln und verdreifachen und damit das Verdienst. Durch raffinierte Staffelzucht, indem man jede Woche einige taufend neue Raupen auskriechen läßt, kann man erreichen, daß man neben wenig verzehrenden jungen Tieren zugleich viel vertilgende Ate re und so einen gleichmäßigeren Laubverbrauch hat. Auf diese Weise ließen sich im ganzen 120—150000 Raupen züchten und damit 2000—3000 Mark verdienen. Das würde eine volle Kraft erfordern, aber auch durch Zusammenarbeiten einer ganzen Familie einschließlich der Kinder zu erreichen sein, ohne daß der Mann seinen Beruf zu vernachlässigen brauchte. Derartige Neben -Verdienste, die wohlgemerkt, gerade die schwächlichen zu anderem Lrwerb Unfähigen gewinnen können, rechtfertigen sich eine eingehende Prüfung und energische Förderung der Sache. Anlege-Kapital verursacht nur die Anpflanzung der Maulbeere; 2jährige Pflanzen, die man um ein Fahr zu gewinnen, noch diesen Winter setzen sollte, kosten etwa 27—28 Pf. bei Nicolai Leipzig Lutritzsch Tauchaerweg 27. einjährige je nach Größe 12 und 22 Pfg. beim gemeinnützigen Verband für Seidenbau Berlin SW, Bernbur- gerstraße 12, der sogar bedürftigen Mitgliedern (Beitrag 2 Mark) Pflanzen und Lier umsonst liefert, um ihnen das Anfängen zu erleichtern. Man muß aber schnell bestellen, sonst ist ausverkauft und ein Fahr verloren. Die Städte und Verbände sollten sofort, wie es Lasse! getan hat u. Hanau tun will, 10 000 Pflanzen bestellen. — Das Geld verzinst sich durch das Wachstum der Pflanzen sehr reichlich. Für 100 Mark erhält man außerdem bei Klein, Lassel, Sordanstraße 13, 1 Kg. Samen der fast einhlb. Mll. Pflänzch. ergiebt. 1925 würde man eine Probezucht für Interessenten einrichten, wie es Lasse! vorhat, damit 1926 mit kleineren Zuchten bis 3000 begonnen werden konnte und so jedes Sahr mehr erreicht würde, so daß in 4 Fahren schon 400—500 Züchter in jeder Stadt je 20000 Raupen füttern könnten. Denn eine 4—5jährige Pflanze ergibt 1 Pfund. 2 Millionen davon ernähren mit ihren 500000 Pfund Laub zirka 10 Millionen Raupen. Platz für soviel Pflanzen ist da. Alle Gärten sollten mit Manlbeerhecken umgeben werden, statt der wertlosen die man jetzt hat, alle Lisenbahndämme damit befestigt werden. Die Wurzel der Maulbeere hält ebenso gut und bringt mehr ein. Fhr Laub gibt ein vorzügliches Mastfutter für Geflügel, erzeugt fast bessere Schafwolle und erhöht die Milchabgabe bei Ziegen und Kühen; wesentlich wird demnächst aus der Faser der Rinde eine der Baumwolle ähnlicher Faden gewonnen, sollten die Versuche Lrfolg haben, dann wäre die Anpflanzung eine wunderbare Kapitalanlage. Obendrein erlaubt die sehr zuckerhaltige Frucht eine Marmelade hepzustellen fast ohne Zucker. Man wird unwillkürlich einwenden: die Geschichte muß einen Haken haben, sonst wäre man längst auf diesen gescheiten Gedanken gekommen. Run die Chinesen sind schon 3000 Fahre vor Christus darauf gekommen, Friedrich der Große, und schon vor ihm, unsere hessischen Landgrafen haben den Seidenbau gefördert. Die Maulbeerplantage 'm Lasse! hält die Lrinner- iing fest, auf einige alte Maulbäume die Hunderte von Wintern in unserem Klima überastnden haben, Trotzdem gibt noch immer Gelehrte, die behaupten, die Maulbeere vertrage unser Klima nicht. Fn der Mitte des vorigen Fahrhunderts hat der Leyrer Landgrebe in Allendorf a. W. große Lrfolge erzielt. Aber schließlich scheiterte die Sache immer wieder an den durch I Fnzucht begünstigten Krankheiten. Und als der Franzose Pa-
Seldeormwenfrage - ein lohnender
Erwerb für Arbeitögeickwächle.
Verschiedene Zeitungen veröffentlichten in der
< setzten Zeit wiederholt Ansätze, die sich über den Nutzen der Seidenraupenzucht verbreiterten. Der Herr Regierungspräsident in Lasset hat nun Ver- ^ anlassung genommen, sämtlichen Landräten und Bürgermeistern die Beachtung dieses Erwerbs-
-^ zweiges zur Pflicht zu machen. Wir glauben daher vielen einen Dienst zu ermeßen, wenn wir nachstehend eine Auslassung über diese Sache bringen und *"r zwar aus der Feder eines Mannes, der sich schon V wiederholt um die Volkswohlfahrt verdient ge- T macht hat und der mit den Verhältnissen der Sei- denroupenkultur genau bekannt ist. (D. Red.)
Tausende von Lrwevbsbeschränkten aller Art leiden Rot, Behörden, Rentner- und Kriegsdeschädigtenbüros zerbrechen sich den Kopf, woher schaffen wir Mittel oder Arbeitsgelegenheit? Und dabei liegt das Geld auf der Straße! Seit Fahren bemüht sich der hessische Seidenraupenzüchterverband unter Leitung feines rührigen Geschäftsführers Klei n, des Wirtschaftsamts der Stadt Lasse! Neue Holten, Behörde und Industrielle, vor allem die Notleidenden für diesen Lrwerbszweig zu interessieren: bis vor kurzem vergeblich! Zweifelsucht und Gleichgiltigkeit oben und unten. Damit kommt man nie aus der Not — darum sei von einem Unbeteiligten die dringende Aufforderung ausgesprochen: Man prüfe die Sache, ehe man sie ablehnt; mit dem Ablehnen ist niemand gedient. Aber wer will die Verantwortung tragen, daß er Tausenden hätte helfen können — und hat es versäumt? Ls sei in Kürze das allerwenigste gesagt über die Anforderungen und Aussichten des Seidenbaus.
Man gewinnt die Seide aus dem Locon, den die Seidenraupe am Lnde ihres 6 Wochen langen Lebens spinnt. Auf 1 Raummeter kann man in seinem Zimmer bis zu 1000 Raupen halten, da die Tierchen ihren Futterplatz nie verlassen. Stellt man eine Art Hürde her aus 4—6 Stockwerken, die 30 Zentimeter übereinander liegen, so kann man 4—5000 Raupen auf 1 Quadratmeter züchten. Man erhält für 1000 Locons je nach Marktlage und Güte 15—30 Mark. Bei solch einer Zucht im allerkleinsten Stil, die keine besondere Feit raubt, würden also in 6 Wochen 60—180 Mark reinweg, nicht auf der Straße sammeln, sondern im Fimmer gefunden. Da das Laub der Maulbeere von Anfang Suni bis Mitte Ok- tbber grün ist, so könnte man 3 solcher Zuchten wiederholen und 180—540 Mark erwerben. Durch Maulbeerzucht in Kübeln könnte man schon im Mai anfangen und, indem man stets schon neue tuet ansetzt, wann die vorige Generation noch am Liuspinnen ist, alle 5 Wochen eine neue Zucht beginnen und es so auf 5 Züchten und 300-^00 Mark bringen. Davon gingen nur ab 1 Mark für je 1 Gramm gleich 1300 Lier, wobei man rechnet, daß aus 1300 Liern 1000 Cocons erzielt werden. Das ist schon mehr, als ;. B. beim Zimmervermieten herauskommt und weniger Arbeit und keinen Aerger. Da eine Raupe 23 Gramm Laub frißt, Jo fressen 6000 zirka 3 dreiviertel Zentner. Das verteilt sich auf 32—35 Tage so, daß in den ersten 3 Wochen einfünftel dieser Menge, gleich etwa 75 Pfund, in den letzten 2 Wochen vierfünftel gleich 200 Pfund gefressen werden. Das bedeutet, daß man in diesen Lagen täglich an 15 Pfund Laub aufzulegen hat, in 4 Ladungen zu je
3 dreiviertel Pfund. Das könnten bei beschränkten Verhält
steur 1869 des Verfahren der mikroskopischen Auslese zur Zucht einführte und damit jene Gefahr so gut wie beseitigte, da war bei uns feit 1871 viel lohnender Verdienst auf an
derer Art, und die Seidenzucht ging ähnlich wie die Schafzucht | zurück. Aber jetzt ist Notzeit, jetzt gibts Hunderttausende wo Kriegsbeschädigten -und Rentnern, denen es an lohnender Arbeit fehlt. Da bietet J1iR»»RW|6l!fi|^
Als Hauptoerdienst kommt es weniger in Frage, schon M « I nur 4 Monate dauert, umso mehr als leichter, mit schwach!« und schwächsten Kräften zu bestreitender Nebenerwerb, M auch die ganze Familie Mitwirken kann, Kinder und Greist ' Das schwerste, was es fordert ist die Laub-besorgung. M Rentnerinnen und Kriegsbeschädigte, die keinen Garten am Haus haben, würde zuviel Kraft und Zeit kosten, die vochi genannten 15 Pfd. Laub zu pflücken und herbei zu schleppm . Da müßte die Stadt oder der Verband eingreifen und wie man die Milch bringt, so das Laub täglich vors Haus fahren last : fen. Das würde, wie sich leicht berechnen läßt, bei 6 Alar!- Tagelohn den Laubkutscher mit Handwagen, der 100 Züchter Laub für je 3000 Raupen täglich versorgen könnte, etwa pro Pfund Laub 1 bis 1 einhalb Pfennig Unkosten verursache«, bei 1000 Raupen die rund 50 Pfund fressen, mithin 60 W Das wäre produktive E rw e r b s-l o f e n fü rs org« wenn so Hunderttausende wieder -etwas schaffen an Weâ und -dadurch, wie durch die hundert oder dreihundert Zulage etwas mehr Freude erlebten. Vor allem cher Gewinn für das Vaterland! Ohne daß unsere vollM^ gen Arbeitskräfte von anderer Produktion abgehalten tW" den, könnten nur so die 10 Millionen setzt -brachliegenden W | te unserer -Fiwaliden, Ab gebauten, -Rentnerinnen, ja > und Greise mobil machen um die 300 Millionen Sold-mark ? Volk zu erhalten, die jetzt für Seide ins Ausland wandern - Für -unsere Frauen wäre hier in manchen Fällen ein Rebenv.^ । dienst, der sie weder ihren Pflichten als -Frau noch als d'". | ter entzöge. Und eine so wahrhaft nationale Tat, die so | ‘kein Risiko hat, weil sie kaum Anlagekapital fordert, die soll' , ten unversucht bleiben, weil wir zu kleinmütig, zweifeMchtl j oder zu bequem sind, das Maß -von Sorgfalt aufzudringen, ^ I die Seidenraupenpflege erfordert? Die Raube verlangt * ^ lieb 4—5 mal Futter, frische staubfreie, feuchte Luft, glei^ ■ ßige Temperatur von 18—22 Celsius, Schutz vor -ihren | den, Ameisen, -Bögeln, Mäusen, Qualm und Staub, verl^ | kein nasses Laub und will alle paar Tage ein reines Bett v | den, das aus einem Stück Papier beestlht. — Wem i r mühsam ist, der -lasse die Finger -davon und hungere we> f 18—22 Grad Wärme lassen sich von Fum bis Oktober M geeignetes Oeffnen und Schließen der Fenster meist | Heizung erreichen; es schadet auch nichts, verlangsam!
Zucht nur, wenn die Wärme -einmal bis 15 Grad bis 24 Grad steigt. Weil die Raupe die trockene 25—30 Grad nicht verträgt, so sind wir den südlichen ^t überlegen. Alles Nähere über Einzelheiten der , man am besten nach in einem der Schriftchen ,/Der Alau ^ l baum als -Retter" (2 Mark). Wie erhalte ich o'm Kleid? (1,50 -Mark) -zu haben bei Klein Lasset Sorbau ^ , 13 der nebenbei gesagt einer der anerkanntesten Kenn ^ $ Seidenraupe in Deutschland ist, und daher zu Lichtbüdewo ^ gen über die Sache herangoholt werden sollte. DaN' .^, ans Werk, was einst schon des alten -Landgrebe $ 1 fertig brachten, was -heute schon tausend in unserem ^ lande erreichen-, daß sollten gerade unsere hessischen 2 denden nicht können? Fa auch ihr Rentner und Rentner sollt noch einmal „Seide spinnen". E
Professor A. Ehringhaus, WilhelmshE