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Das

Die Regierungserklärung auf Montag vertagt.

rotb. Berlin, 16. San. telef. 3« Ergänzung der halbamt­lichen Mitteilung über die Vertagung der Regierungserklär­ung auf Montag, weiß derLag" zu melden, daß in einer mit­tags abgehalteueu informatorischen Besprechung sowohl von deutschnationaler als auch von Zentrumsseite angeregt wurde, daß die Regierungserklärung unmöglich m Reichstag erörtert werden könne. Das Reichskabinett hielt daun um 4 Uhr nachmittags seine erste Beratung ab, in welcher die Regier­ungserklärung festgelegt worden ist. Wie das Blatt bemerkt, soll die Erklärung ganz kurz sein und die Aufgaben des Ka­binetts in den kommenden Monaten nur andeuten.

Was die Abstimmung über die Regierungserklärung be­trifft, so sei, wie das Blatt erklärt, eine Mehrheit für das Kabinett Luther gesichert. Aach dem Inhalt der Regierungs­erklärung könne mau auuehmen, daß sich die Demokraten und Nationalsozialisten -er Stimme enthalten werden, während die übrigen bürgerlichen Parteien der Erklärung sämtlich znstim- meu, und nur die Sozialdemokraten und Kommunisten sich ab­lehnend verhalten werden.

Schumacher lehnt ab.

wtb. Berlin, 16. San. telef. Wie die Blätter von zu­verlässiger Seite erfahren, hat der für das 3nstizmiuisterimn in Aussicht genommene Oberlandesgerichtsrat Schumacher es abgelehnt dies Ministerium zu übernehmen.

Die 64. Generalversammlung der Katholiken.

wtb. Stuttgart, 16. Sau. telef. Wie wir von zuverlässiger Seite erfahren, findet die diesjährige 64. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands nunmehr bestimmt am Sonntag, den 23. August und den folgenden Lagen statt. Als Lag- vngsort ist bekanntlich schon in Hannover Stuttgart bestimmt worden. 5n diesem Zweck wird auf dem Launstadter Wasen eine große Festhalle errichtet. Auch der Zestgottesdienst im Steten wird am Sonntag vormittag auf dem Launstadter Wa­sen abgehalten. An den Festgottesdienst wird sich ein Festzug zum Schloß anschließen. Der Lagung geht am Samstag, den 22. August eine Begrüßung in der Zesthalle voraus.

Die Einnahmen des Reiches.

wtb. Berlin, 16. San. telef. Aach der im Aeichsauzm- ger veröffentlichten Uebersicht beträgt die Einnahmen des Rei­ches für die Zeit vom 1. April 1924 bis Ende Dezember 1924 an Besitz- und Verkehrssteoern rund 4,212 Millionen gegen 4144 Millionen des Voranschlages für das Rechnungsjahr 1924. An Zöllen und Verbrauchssteuern 1074 Millionen ge­gen 1099 Millionen. An sonstigen Einnahmen 7 Millionen gegen Aull. Mithin im Ganzen: 5293 Millionen gegen 5243 Millionen.

Wieder M.L.Z. im Laargebiet.

wtb. Saarbrücken, 16. San. telef. Durch Verordnung der Aegierungskommission für das Laargebiet wird in der Vacht vom 51. Sanuar zum 1. Februar d. 3s. im Saargebiet die mitteleuropäische Zeit sowohl für den Bahnverkehr, als auch für das bürgerliche Leben eivgefuhrt.

Die Großhavdelsiudexziffer.

wtb. Berlin, 16. Sav. telef. Die auf den 14. Sanuar be­rechnete Großhandelsindexziffer ist gegenüber dem Stande vom 7. Sanuar (136,4) um 1,8 Prozent auf 138,9 gestiegen. Die Veichsiudexziffer für die Lebenshaltungskosten für den 14. 3a- uuar ist gegenüber der Vorwoche (123,8) mit 124,0 nahezu un­verändert geblieben.

Ein Dementi in Sachen Barmat.

wtb. Berlin, 16. 3an. telef. Zu den Auslassungen in der heutigen Nummer des deutschen Lageblattes wonach zu den Freunden und häufigen Gästen der Gebrüder Barmal auch der preußische Wohlfahrtsmiuister H i r t s i e f e r gehört haben soll, teilt Hirlsiefer dem amtlichen preußischen Presiedienst mit, daß er keinen der Gebrüder Varmat persönlich kenne und in- folgedesseu auch niemals in Schwanenwerder verkehrt habe.

Fünf Prozent 3ahreszinseu.

wtb. Frankfurt, 16. 3au. telef. Die hiesige Vaukierver- eimguug gibt bekannt, daß sie mit Wirkung vom 19. Sanuar Guthaben mit höchstens 5 Prozent p. a. verzinst.

Regierungspräsident Fuchs über die Räumungsfrage.

D.B. Koblenz, 16. San. (Sig. Meldg.) Sn einer Unter« Hebung äußerte, sich der Oberpräsident der Rheinprovinz Dr. Fuchs über die Notwendigkeit einer raschen Räumung der Kölner Zone. Er führte dabei aus:Das höchste Ziel des rhenischen Volkes ist feine Befreiung. Um dieses Ziel zu er­reichen, hat die Bevölkerung die schwersten Opfer auf sich ge­nommen. Die Enttäuschung über die Entscheidung des Bot- jchafterrates über Aichträumung der Kölner Zone ist in allen greifen des chemischen Volkes schr groß. Es ist notwendig, - in der Ramungssrage eine rasche Klärung erzielt wird, Zustand der Ungewißheit beseitigt, und dak bald eine Politik der Versöhnung erfolgt

Sie vvlnijche Mage.

wb. Warschau, 16. San. Die Lage im Polnisch-Danziger Konflikt hat sich im Laufe des gestrigen Abends nicht geändert. Die polnische Regierung hat dem Generalsekretarial des Völ­kerbundes eine Darstellung ihres Standpunktes in der Post- und Briefkastenangelegenheit unterbreitet. Weiter hat die polnische Regierung die beiden Verbalnoten, die Mac Don­nell und Straßburger, der diplomatische Vertreter Polens

in Danzig, ausgetauscht haben, vorgelegt. Außerdem hat die polnische Regierung gegen das Verhalten des Völkerbunds­kommissars Mac Donnell beim Seneralsekretariat des Völ­kerbundes Protest eingelegt.

Die polnische Presse beginnt sich langsam zu beruhigen und sich auch wieder mit anderen politischen Fragen zu beschäftigen. Nur die nationaldemokratischen Zeitungen führen noch wei­terhin gegen Danzig eine erregte Sprache.

Wie sie Wmpfen.

wb. Paris, 16. San. DerPetit Parisien" schreibt zur Kabinettsbildung, das Kabinett Luther, Stresemann, üchiele sei der Ausdruck des vollkomenen Triumpfes der Politik der reaktionären Intriguen Stresemanns. Man werde vergeblich in der Ministerliste einen einzigen Demokraten und selbst einen einzigen Miniestr suchen, der eine Linksorientierung verkör­pere. Die meisten seien in mehr oder weniger ausgesprochener Weise Reaktionäre. Es handele sich also nicht einmal um ein Kabinett verstärkter Reaktion, sondern um ein Kabinett von kurzwegreaktionär" zu nennenden Männern.

DieAction Francalse" schreibt, wenn man feststellen wol­le, in welchem Maße Deutschland sich nach rechts entwickelt habe, so genüge es, sich daran zu erinnern, daß Stresemann vor zwei 3ahren der Ansicht gewesen sei, daß die Monarchisten um keinen Preis die Brücke mit der Sozialdemokratie ab­brechen könnten.

DieSre Aouvelle" schreibt, die Kabinettsbildung werde es den Gegnern Herriots gestatten, zum soundsovielten Male den Mißerfolg seiner Politik anzukündigen.

ivb. Paris, 16. San. Das GewerkschastsblattLe Peuple" schreibt zur Regierungsbildung: Man hat Suno mit Luther verglichen. Es mag sein, daß dieser, was den Eharakter an­langt, jenem vorzuziehen ist und datz er aus der Erfahrung et­was gelernt hat. Das Kabinett Luther wird die reaktionär­ste Regierung sein, die seit November 1918 die Geschäfte Deutschlands geführt hat. Das Schicksal, das ihr bereitet wird, wird uns sagen können, in welchem Maße die politi­sche Erziehung Deutschlands Fortschritte gemacht hat.

DasAvenir" schreibt, in Wirklichkeit bezeichne das Zu­standekommen des Kabinetts Lucher eine Wiederaufnahme des Kabnetts Suno.

Samer der Balkan.

wb. Sofia, 16. San. Unbekannte haben versucht, die Ei- ssnbahnbrücke bei Slienitza an der Eisenbahnlinie SofiaTza- ribred in die Luft zu sprengen. Bon drei Sprengkörpern ex­plodierte jedoch nur einer, wodurch nur unbedeutender Scha­den angerichtet wurde. Der Zugverkehr ist nicht unterbrochen. Der Anschlag war anscheinend gegen den Schnellzug gerichtet, der die Brücke 10 Minuten vor der Explosion passierte.

Aus Stadt und Land.

Der Winter.

Von vielen Menschen wird er nicht gerade freundlich be­grüßt und doch haben wir dem Winter gerade in unseren Breitegraden sehr viel zu verdanken, denn wenn wir weiter zurückgehen in der Geschichte, müssen wir anerkennen, daß der Winter der Erzeuger der Arbe.. und der Kultur gewesen ist. Der deutsche Volkswirt Friedrich List, der zum ersten Male auf den engen Zusammenhang zwischen unserer Kultur und der winterlichen 3ahreszeit Hinwi^s, führte darüber unter anderem aus:3n dieser Beziehung könnte man die Winter des gemä­ßigten Klimas den Erzeuger der Arbeit und der Kultur nen­nen, insofern er den Menschen durch die mannigfaltigen un- großen Bedürfnisse, die er verursacht und durch die Vorsor­ge und Anstrengungen, welche er den Menschen während der schönen Sahres?eit zur Pflicht macht, zur Arbeit und zur Sparsamkeit erzieht. Einmal dadurch durch Sätigkeit und Vorsorge gewöhnt, schreitet er in dem gemäßigten Klima for­tan weiter in der Entwicklung seiner Kräfte . . . . Hätten die alten Völker in den nördlichen Breitegraden nicht gewußt, daß der Winter eine harte Zeit für sie sein muß, wenn sie im Sommer keine Vorsorge hatten, so würden sie sich demselben Nichtstun hingegeben haben, wie es bei den südlichen Völkern noch vielfach heute anzutreffen ist. Zum Seil aus diesem großen 3nteresse, das das Volk in unseren B reitegraben dem Winter zuwenden mußte, sind über ihn viele Sprichwörter ent­standen. Ein Sprichwort, das besonders darauf hinweist, daß man im Sommer für den Winter sorgen müsse, lautet:Der Winter ist ein hungrig Mann, er frägt: was hast du im Som­mer getan?" Einen ähnlichen Tedankengang hat ein ande­res Sprichwort, in dem heißt es:Sommer und Winter haben verschiedene Sinnen, der Winter muß verzehren, der Som­mer muß gewinnen" und weiter:Der Winter ist ein Verzeh­rer, der Sommer ein Bescherer". Die Landleute haben Beo­bachtungen gemacht, wenn ein strenger oder milder Winter zu erwarten ist. So heißt es in einer alten Bauernregel:Schwa­cher Balg am Wilde, zeigt des Winters Milde", dann:Auf harte Winterzucht, folgt gute Sommerfrucht" undWenn man den Winter soll loben, so muß er frieren und toben.

Kundgebung gegen Aichträumung der Kölner Zone.

Wie schon angekündigt wird am Sonntag 11 einviertel vormittags, am Stadtsaal eine Kundgebung hiesiger Vereine und Vereinigungen gegen die Aichträumung der Kölner Zone veranstaltet werden. Das Programm wird, wie man uns mitteilt, folgendermaßen entwickelt werden: Nachdem die Verbände und Vereine mit ihren Fahnen Ausstellung genom­men haben, werden 2 Musikstücke zum Vortrag gelangen, wo­ran sich alsdann die Ansprache anschließen wird, die die Be­deutung der Kundgebung erläutert. Den Abschluß der Fei­er werden wieder ein oder mehrere Musikstücke bilden. Wir glauben, daß die Fuldaer Einwohnerschaft dieser Veranstal­tung ihr 3nteresse nicht versagt, wie ja auch ähnliche Protest­kundgebungen in anderen Städten, unter der größten Betei- ligung seitens der Bevölkerung, stattfanden.

Der Befehlshaber in Wehrkreis 5, Generalien.! »ant Hasse, hält sich am 17. 1. zur Besichtigung x' Standortes in Fulda auf. Wie wir hören, wird der Gene bei seinem Aufenthalt in Fulda auch dem Herrn Bischof dem Herrn Landrat einen Besuch abstatten. General wird im Hotel Kurfürsten Wohnung nehmen. 8

Bereinigung ehemaliger 47er Fel-artilleristeu. Am 24 Sanuar abends 8 Uhr veranstaltet das verstärkte SrompetetJ Korps des 5. Artl. Regts. im Stadtsaal ein Konzert, dess/ Reinertrag für Wohlfahrtseinrichtungen der in Fulda 'stehe/! den Seile des 5. Artl. Regts. Verwendung finden soll. D«/ reichhaltige Programm läßt einen hohen Genuß erwarten

Der Regimentsverein ehemaliger 47er Feldartilleristen den Angehörigen des 5. Artl. Regts. besonders für die Dar­bietungen anläßlich des vorjährigen Regimentstages so ben Dank schuldig, daß es eine Ehrenpflicht jedes ehemaligen 47er Feldartilleristen sein muß, durch sein Erscheinen das So­lingen des Abends zu sichern. Als stärkster Regimentsverein Fuldas dürfen wir uns der Hoffnung hingeben, daß es auch allen militärischen Vereinen der Stadt eine Freude sein wich durch zahlreiches Erscheinen zum Ausdruck zu bringen, wie sehr sie soldatischen Geist und soldatisches Können zu schätzen wissen.

Werkstattbrand. Gestern morgen gerieten in einer Satt­lerwerkstatt in der Petersbergerstraße Polsterabfälle, die hin­ter dem Ofen lagen, in Brand. Die Hausbewohner jedoch entdeckten rechtzeitig die starke Rauchentwicklung, sodaß Brand mit Minimax-Handfeuerlöschern, die vom EmM- werk entliehen wurden, verhältnismäßig schnell gelöscht 'ari­den konnte. Sin größerer Schaden ist nicht entstanden.

Filmfchau. Eentraltheater. Auf gefährlikheil Spuren. Auf vielen Bildstreifen hat der bekannte Harrg Ml schon Proben seiner fabelhaften Geschicklichkeit und körperli­chen Kraft gegeben, auch auch dieser Film bringt davon wie- der eine erstaunliche Menge. Man könnte dieses Stück auch alsDie Sagb nach der Krone" bezeichnen; denn der gestoh­lene Fürstenschmuck und seine Wiedererlangung spielen hierin die Hauptrolle. Harrg Piel ist natürlich derjenige, der Jie Ji- det, dazu noch das Herz und die Hand einer schönen Amerika- . nerin. Aber wie er es macht, das bildet eben die Hauptat­traktion dieses Filmwerkes, ausgeftattet mit herrlichen Szenen aus dem verschneiten Hochgebirge, mit interessanten Aus­schnitten aus dem Leben und Treiben in einem der Luxusho­tels eines mondänen Winterkurortes.

3ahreshauptoerfammlung am 18. Sanuar 1925 des Hofmannschen Männerchores.

Die ordnungsgemäß einberufene, am 10. 1. abends 8 Uhr stattgefundene Versammlung im großen Saale des Evangel. Gemeindehauses war von aktiven und passiven Mitgliederu sehr zahlreich besucht. Nach den einleitenden, herzlichen Be­grüßungsworten durch den 1. Vorsitzenden kam der 3ahres° bericht des Vorstandes und der Kassenbericht des 1. Kassierers zu Gehör. Der sehr ausführliche Sahresbericht zeigte, daß ier Verein im 32ten 3 ah re seines Bestehens gesanglich und ge­sellschaftlich sich in der Weise betätigte, die der Bedeutung des Vereins entspricht. Nicht minder hat der Verein im Dienste der Oeffentlichkeit gestanden und nach bestem Können gewirkt. Der Kassenbericht ergab musterhafte Führung der Kmstnäe- schäfte foroie$iHMMMMmäh' 1924 mit einem Nichts begonnen wurde. Di^Versammlung sprach dem Vovstaiid für die Geschäftsführung herzlichen Dank aus und erteilte in allen Teilen Entlastung. Mit lebhoftem Beifall wurde die bekanntgegebene Beglückwünschung des Herrn Negierungspräsidenten von Lasse! zu der 30jäbrigen aufopferungsvollen Tätigkeit des Shrenbirigenten Herrn Rek­tor Hofmann ausgenommen. Die Satzungsgemäß vorgenom­mene Neuwahl des 1. Vorsitzenden brachte die einstimmige Wiederwahl des seitherigen Vorsitzenden, Herrn Heinrich Hchrmann. Die Satzungsgemäß ausgeschiedenen weiteren 3 Vorstandsmitglieder wurden mit einer Abweichung wiederge­wählt. Alle Gewählten nahmen die Wahl an. Die Fahne bleibt ebenfalls in der Obhut des langjährigen Fahnenträgers, Herrn Wilhelm Sunge.

Zum PunkteSatzungsänderungen" wurden die Vorschlä­ge des Vorstandes angenommen und erhalten die Mitglieder nach Fertigstellung den Satzungsnachtrag kostenlos zugestellt. Sn Anbetracht größerer Ausgaben im laufenden Sahre würd die 25pro?entige Erhöhung der Beiträge genehmigt.

Für das 3ahr 1925 wird von dem Besuch eines Gesangs- wsttstreites Abstand genommen dagegen eine Sängerfahrt be­schlossen, an der sich passive und aktive beteiligen. Zu die­sem Zweck ist eine Reisekasse geschaffen, die jedem Mitglied zur Benutzung empfohlen wurde. Nach Erledigung verschiß dener Punkte gab der Vorsitzende zur Kenntnis, daß der Ver­ein durch den Fulda-Rhön-Sängerbund dem Sroßbünd Frani- furter-Längervoreinigung und damit dem Deutschen Sänger­bund angeschlossen ist. Mit dem Wunsche, daß der Hofma»»- sche Männerchor im Sahre 1925 weiterblUhe, schloß der Rer- sitzende in vorgerückter Stunde die angenehm verlaufew> ^ sammlung.

Aus dem Serichtssaal.

Der erste und wohl auch interessanteste Punkt, mit dem M die hiesige Strafkammer gestern morgen zu besassen hatte, die Strassache gegen den Landwirt Franz Z. und feinen Viktor, die beide wegen schwerer Urkundenfälschung zur An­zeige gebracht waren. Wie es sich während der VerhandliMS Herausstellte, lag die eigentliche Urkundenfälschung bei dem An­geklagten Viktor Z. Beide übten schon seit geraumer F^ einetierärztliche Praxis" auf dem Lande aus, zu welchem Zwecke sich der Sohn Heilmittel und Sera, sowie lebende Kul­turen besorgte, unter Anwendung gefälschter, mit Dr. mcd net. unterzeichneter Bestellkarten. Der Staatsanwalt für beide je 4 Monate Gefängnis beantragt, der Verteidig jedoch wies darauf hin, daß dem Vater Z. eine Urkun^ $ fälschung nicht nachweisbar fei, während er bei dem Sev11 eine schwere Urkundenfälschung in Frage stellte, da demstlm das Bewußtsein einer strafbaren Handlung nicht voll g^" wartig war. Das Gericht erkannte für den Angeklagt^ Viktor Z. auf eine Gefängnisstrafe von 6 Wochen und 1 Mark Geldstrafe, während der Vater lediglich mit einer Om * strafe von 100 Mark davonkam. Sn Anbetracht der mehr am jugendlichen Leichtsinn zurückzuführenden Verfehlung wurde dem Viktor Z. Strafaussetzung gewährt.

Freigesprochen wurde der wegen Betruges angeklagte Me­chaniker Otto V., der die Vertretung einer etwas fragwnr-