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Nr. 12

Zreitag, den 16. Sanuar 1925.

Kesslfche Morgenzettung.

Beiblatt.

Verlag: Zulda, Kanalstraße 44.

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Striche und Skizzen !—’

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Wdeabruch und die deutsche Fugend.

Von Käte L o l l - 5 t ü m p k e.

Habens Jua fata libelli. Aber nicht nur die Bücher, auch die Dichter haben ihre unberechenbaren, oft sehr Widerspruchs vosten Schicksale. Wie ist es sonst ?u erklären, daß in dieser *Zeit der deutschen Not ein Dichter wie Ernst von Wildenbruch den, die Geschichte seines deutschen Vaterlandes wie nur we­nigen vorher das Herz bewegten, so geringe Beachtung findet? Warum sprechen gerade jetzt seine Dramen so selten von der Bühne herab zu deutschen Herzen, um sie aufzurütteln aus ihrer Lethargie, und warum bleiben gerade jetzt die köstlichen Goldkörner seiner Dichtung unbeachtet im Staub der Verges­senheit liegen, anstatt sie auszustreuen unter die deutsche Tu­gend, die ihrer jetzt so sehr wie nie bedarf? Haben doch bei seinen Lebzeiten mehr als einmal seine Worte ein begeistertes Echo im Herzen der Fugend gefunden, Unvergleichlich war z. B. der Fubel, den sein Gedicht „Wir haben ihn noch" aus­löste, als er es zur Seiet von Kaiser Wilhelm 90. Geburtstage nach einem Studentenkommers vortrug. „Es war ein unver­geßlicher Moment", berichtete damals die Bossische Zeitung, „der Dichter stand da wie betäubt, die Stirn war mit Schweiß bedeckt, eine solche Wirkung seines Gedichts hatte er nicht ahnen können. Er konnte feinen Dank für den jubelnden Bei­fall nur durch Gebärden ausdrücken, die Stimme versagte ihm 7\ . Einen solchen Kommers haben Deutschlands Hochschulen noch nicht erlebt". Noch einmal brachte ihm die akademische Fugend eine ähnliche Ovation dar, das war bei Gelegenheit der Uraufführung seines „König Laurin" (am 11. November 1902), dieses groß angelegten Dramas aus den Tagen Justinians, das den Untergang der Ostgoten besingt. Aber es war im Grunde nicht das Schicksal dieses vor fast anderthalb Sahrtausenden versunkenen Volkes, das die Herzen seiner jugendlichen Zu­hörer so ergriff, für sie war das Ganze vielmehr ein symboli­scher Vorgang, der die eben erst ingrimmig miterlebte Un­terwerfung des tapferen kleinen Burenvolkes empörte.

Wildenbruchs Dichtungen sind von hinreißender Wirkung auf jedes jugendliche Gemüt auch dann, wenn sie nicht — wie in den beiden eben erwähnten Fällen — einem aktuellen Fn- tereffe entgegenkommen. Das gilt besonders von seinen Dra­men, denen durchwegs ein hoher ethischer Schwung und eine tiefe Vaterlandsliebe eigen ist. Denselben Stempel tragen die meisten seiner Gedichte, ja, fast jeder kleine Aufsatz, den wir seiner Zeder verdanken, zeigt uns ihn immer wieder als den getreuen Eckart, der besorgt die Geschicke seines Vaterlandes verfolgt, um im Notfalle feine Stimme ersonnen zu lassen. Gerade auf zwei seiner kleinen, bisher viel zu wenig beachteten Aufsätze möchte ich in diesem Zusammenhang hinweisen, denn sie enthalten ewige Wahrheiten über die Mängel des deutschen Eharakters, Wahrheiten, die um so erschütternder wirken, da der, der sie ausspricht, gerne sein Heldenblut für Deutschland vergossen hätte.

Da ist zunächst seine Studie aus dem Fahre 1903, der „Zu- ror teutouicus", hervorzugeben, in der er die die deutsche Ge­

wohnheit der Selbstzerfleischung bitter geißelt. Wie sehr er mit seinen hier vorgebrachten Vorwürfen recht hatte, das haben wir in den letzten Jahren am eigenen Leibe erfahren müssen — wie eine Prophezeiung unseres Unglücks, die fast unheimlich zur Wahrheit wurde, klingt es uns aus seinen Worten entge­gen: „Wenn es dem Deutschen nicht so geht, wie er wünscht, daß'es ihm gehen möchte, dann wird seine sonst so geduldige Seele plötzlich wild, der Berserker, der er vor tausend Jahren war, wacht wieder in ihm auf. Dann bedarf es nur eines lei­sen Anstoßes, des Flüsterwortes eines Verführers, des Hetz­wortes eines Verhetzers, und die schwelende Glut springt plötz­lich als Flamme auf, der verhaltene Unmut wird plötzlich Wut und Raserei. Und was das Schrecklichste, das -Wahnsinnigste an diesem Wahnsinn ist: nicht gegen den Dritten, den Zremden da draußen, gegen das eigene Fleisch und Blut, gegen den Landsmann, gegen alles, was deutsch ist, gegen Deutschland richtet sich die Wut des verzweifelnden Deutschen. Der Grimm der deutschen Seele ist der Grimm der allzu weichen Natur, in der die selbstzerstörerische Wollust wohnt, ihren Schmerz an dem auszulassen, was ihr in Wahrheit das Liebste, Höchste und Hei­ligste ist, dieses Liebste, Höchste und Heiligste zu beschimpfen, zu verletzen, zu vernichten; nicht aus kalter Uebertegung, son­dern aus der sinnlosen Wut des Schmerzes, die nur ein ein­ziges, ein letztes noch kennt und weiß und will, selbstmörderisch zu verröcheln unter den Leichen von Vater und Mutter, sich zu begraben unter den Trümmern des eigenen Hauses ■— Und unterdessen steht da draußen der Fremde, der Kluge, der Kalt­blütige; mit höhnischem Lächeln horcht er auf das Schreien, Schimpfen, das Toben, dann schnippt er mit der Hand, sie fressen sich selber auf, furor teutonicus. — Deutsche Geschichte — deutsche Tragödie".

Unter der Wirkung dieser deutschen Tragödie verzehrte sich seine leidenschaftliche Seele, sie ließ ihm keine Ruhe bis Tag und Nacht, sodaß „statt des Schlafes die Gedanken" über ihn kamen und eine himmelhohe Angst um Deutschlands Zu­kunft. All feine Besorgnis finden wir wohl am besten zufam- mengeballt in feinem herrlichen Aufsatz „Landgraf, wer­de Hartl" aus dem Jahre 1908, also kurz vor seinem Tode. Jeber, der diese flammenden Worte lieft, wird mit Entsetzen er­kennen, wie klar und treu der Spiegel ist, den er hier seinen Zeitgenossen vor Augen hält, damit sie ihre Schwächen erken­nen und ablegen möchten. Haben uns diese letzten Fahre nicht wieder gezeigt, daß der Deutsche kein Nationalgefühl besitzt, daß es „für uns noch immer ein mühselig eingetrichtertes künst­lich beigebrachtes Bewußtsein" ist? Und müssen wir die Fol­gen unserer „temperamentlosen" Humanitätsduselei nicht täglich bitter am eigenen Leibe spüren? Erleben wir nicht gerade jetzt wieder die grausame Bestätigung seiner Prophezeiung: „Wißt Jhr, was die da draußen einzig und allein versöhnt? Daß Fhr nicht mehr da seid, daß Jbr aufhört zu sein!“ — Und für Wildenbruch, der mit Recht als „S ä n g e r d e r deutschen Fugend" gefeiert wurde, gibt es nur eine Möglichkeit, der drohenden Katastrophe zu entgehen, nämlich, die „blonden, ge­sunden, prächtigen deutschen Jungen in die Hand zu nehmen" und „Männer aus ihnen zu erziehen, die der Zeit gewachsen

sind, und dem, was die Zeit bringt". Seine Mahnung kam zu spät, das Gewitter ist schon über uns hereingebrochen, um aber wieder herauszufinden aus dem Wirrsal dieser Tage, sollten wir nicht wie bisher die Stimme gerade dieses Dichters zum Schweigen verurteilen, von der Bühne und vom Katheder herab sollten seins Worte wieder wie ein leuchtendes Fanal die Fugnd zur Vaterlandsliebe erwecken und damit verbinden zu dem echten Stolz, den er so gern der deutschen Seele ein- pflanzen möchte, denn immer wieder mahnt er: „Nicht hoch­mütige, nicht knechtisch bescheidene, sondern stolze Menschen sollt Fhr uns erziehen, Fhr Lehrer und Erzieher Deutsch­lands!"

London im Nebel. London ist wieder einmal von seinem berüchtigten Nebel heimgesucht; diesmal schlimmer als sonst. Jn vielen Teilen der Stadt kann man buchstäblich die Hand nicht vor den Augen sehen. Tausende von Londoner, die sich in der Hoffnung, daß es noch besser werden würde, auf die Straße wagten, verloren vollkommen ihren Weg und irren vielleicht jetzt noch umher, da der Verkehr vollkommen unter­bunden ist. Die einzige Fortbewegungsmethode ist die Unter­grundbahn, immer vorausgesetzt, daß man den Bahnhof fin­det. Natürlich sind wieder zahllose Unglücksfälle zu verzeich­nen. Ein besetzter Omnibus fiel um und verletzte eine Anzahl von Menschen. Ferner wurde eine Anzahl von Leuten über­fahren und schließlich gerieten nicht weniger als sechzeyn Au­toomnibusse in Brand. Endlich wurde der Straßenverkehr völ­lig eingestellt. Fetzt sind wenigstens die Wohnräume frei von Nebel, so daß man bei elektrischem Licht klar sehen kann, was gestern nicht der Fall war.

Wer ander« eine Grube gräbt . .

(dt. „Max", sagte der Kaufmann zu seinem neuen Laden­gehilfen, „wer hat denn heute den madigen Käse gekauft?"

„Frau Braun", erwiderte der Gehilfe.

„Und die verdorbene Wurst, die wir nicht los werden konnten?“

„Srau Braun."

„Und wo ist der Klumpen ranzige Butter, die der Bäcker zurückgeschickt hat?"

„Jeb habe sie Frau Braun billiger gelassen", sagte der Ge­hilfe.

„Und die sechs Eier, die nicht mehr frisch waren?"

„Die hat auch Frau Braun mitgenommen. — Jft Fhnerr nicht wohl?,, fragte der Gehilfe, als der Kaufmann sich er­blassend abwandte.

„Nein, nein, ich bin nur heute abend bei Brauns zum Es­sen eingeladen", erwiderte der Unglückliche.

Gebe kleine Amokoa

Fred Andersens Höllenfahrt

Roman v. Otfried von Hanstein.

(35. Fortsetzung).

Ein Ruhetag! Heute war es gerade eine Woche, daß ich auf den Grund des Kraters gesunken. Mir graute vor dem Gedanken, wie es geworden wäre, wenn ich Limokoa nicht ge­funden hätte. Wie verschieden wir doch sind. Nicht unsere Eharaktere.

Jm Gegenteil, die sind sich sehr ähnlich, wenn ich mit dieser Annahme nicht allzu gut über mich urteile, aber wie verschieden sind unsere Lebenshoffnungen.

Jeb lebe unausgesetzt in einer Zukunft, die mich wieder in die Welt zurückführt, brenne in der Vorfreude, der kleinen Limokoa diese Welt zu zeigen, und sie hat gar keine Sehnsucht danach! Sie ist ein Kind der Wildnis und ist mit unserer Gegenwart vollkommen zufrieden. Unser kleiner Kahn schwimmt auf dem Teich. Wir sitzen heute den ganzen Tag darin und treiben Sprachstudien. Wie entzückend das ist ,wenn Limokoa ungeduldig wird, mich umarmt und dabei sagt:

„Mein lieber Mann, Mister Andersen, ich bin Limokoa Andersen!"

Ts vergehen drei lange Wochen. Wochen, an denen ich manchmal eine nervöse Mißstimmung verberge, während Limo­koa an jedem Abend vergnügt heimkehrt. Drei Wochen, die kaum von einem Regenschauer unterbrochen sind, in denen jeber e‘n® feststehende Route vorgeschrieben hatte. Fedesmal hatten wir einen bestimmten Weg gemacht und jedesmal sind wir mit der Erfahrung wiedergekommen, daß es eben einen Aufstieg nicht gibt. Dabei aber haben wir regelmäßig an Sonntagen geruht. Einmal mußten wir, mußte Limokoa Kräf­te sammeln.

%ir haben auch an diesen Sonntagen manches gelernt. Jeb steche die Zische ebenso gut, wie Limokoa und sie plaudert schon recht nett in meiner Sprache. Unsere Konserven, auch das -üehl, sind verbraucht. Ein wenig Kaffee muß für Tage der Krankheit aufgehoben werden. Jeb bin verstimmt und Limokoa steht mich sorgenvoll an. Jeb bin das einzige, was ihr Sor­gen bereitet. Wie reizend steht sie aus, wenn sie an solchem Sonntag ihr Haar frisch gestrählt, ihr schon recht schadhaftes Gewand neu gewaschen hat und nun vor sich hinsingt, während sie unseren Fisch bereitet. Jeb glaube, sie hat alle Umwelt ver- âeffen. Jeh werde immer ungeduldiger, mir werden die Fische langweilig, mir lastet die Eintönigkeit dieser Felsen auf dem berjen. Es macht mir nicht einmal mehr Vergnügen, mein toolo zu betrachten. Zudem wird es täglich kälter.

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w furchtbare Nacht. Ganz plötzlich zogen sich am Abend •Kolken zusammen. Wir hasteten in unser Haus. Gut, daß

mir eine so großen Vorrat Brennmaterial da haben und zur Not auch innen eine Herdstätte. Auch zwei große Fische hatten wir eben gespießt.

Ein Wolkenbruch ging nieder. Es rauschte nur so von oben herab. Wie unheimlich das hier war! Unser Essen kochte an dem kleinen Herdfeuer. Wir brauchten nicht zu besorgen daß unser Haus anbrannte. Die Bohlen waren von Salzwasser versteinert. Draußen schlugen die Tropfen, große Blasen bil­dend, auf den Boden. Und dieser Boden war glühend heiß von der Sonne und dampfte. Wie ein Nebel oder Rauch lag es über dem Kessel.

Bisweilen kam der Mond hindurch und dann sahen wir den Nebel in großen Fetzen, wie gewaltige Walfische oder Ele­fanten an den Zacken hängen, dann wieder jagte sie der Sturm durch den Kessel. Limokoa, bekam Erinnerungen an ihre Ge­spensterfurcht und klammerte sich fest an mich. Unheimlich dröhnten die Donner durch die hereingebrochene Nacht, und die Blitze zuckten.

Sch stand in der Türöffnung unserer Hütte und freute mich, daß wir sie erhöht errichtet haben, denn das Wasser, das in breiten Kaskaden über den Rand unseres Kessels hereinstürzte, bildete überall Lachen und Tümpel. Dazwischen Dunstwolken aus denen es stöhnte und zischte. Die heißen Gegsern. auf die jetzt der kalte Regen herniederprasselsse. Uns umgeben tau­send Geräusche. Nicht nur das Brodeln und Gurgeln der Segsern, ihr schrilles Pfeifen, sondern auch wildes Poltern und Brechen.

Der Wolkenbruch riß Stücke des Randes herab.

Sch fühlte, wie Limokoa zitterte. Nein, unseres Bleibens ist nicht hier!

denn wurde es ruhig. Schnell, wie sie kamen, waren die Wolken vorüber. Der Spiegel des kleinen Sees hatte sich mächtig gehoben. Die Wasser, die vom Beckenrand stürzten, ließen nach. Limokoa war auf meinen Rat leichtsinnig und kochte einen hpißen Kaffee, dann wurde sie müde. Sie saß auf meinen Knien und hatte ihr Köpfchen an meine Brust ge­legt, nun schlief sie an meinem Halse ein. Leise löste ich ihre Arme und bettete sie in das trockene Seegras. Mich selbst litt es nicht mehr drinnen, und ich trat hinaus.

Es war kalt geworden und leiser Reif auf den Steinen. Mich drängte es, lmcherzuwandern.

Sine furchtbare Gewißheit. Droben, die obersten Zacken sind weiß. Dort lag Schnee. Der Winter hatte seine Visiten­karte abgegeben. Der Winterl

Ein grauenvoller Gedanke. Wir hatten hier unten fast die Zeit vergessen. Der Winterl Dann froren die Teiche zu und wir mußten elend verderben. Morgen mußten wir fortl Muß­ten hierauf mußten das Gokd lassen und unser Leben retten wenn es noch möglich war. Wenn nicht droben schon alles Gereift war! Am Wasserfall mußten wir in die Höhe!

Mich ihatte furchtbare Angst ergriffen. Fch war während­dessen dicht in die Nähe des schwarzen Loches gekommen, durch das der See abgeflossen. Diesen Ort hatten wir immer ge« mieden. Seit unsere Angst vergeblich gewesen, daß von hier aus ein vulkanischer Ausbruch kam, hatte das Loch für uns kein Jntereffe gehabt. Erst heute hatte ich wieder daran ge- dacht, denn heute war es uns wohltätig gewesen, weil wieder das Wasser des Wolkenbruches in ihm verschwunden.

Je^t setzte ich mich ganz in die Nähe dieses Loches auf einen Stein und überlegte die Möglichkeit der Rettung.

Fch stand auf. Fch stand wie erstarrt da. Fch lauschte —* mir war, als sträubten sich meine Haare. Was waren das für Laute? Wo kamen sie her?

Jeb wankte vor, ich warf mich zu Boden, ich rutschte bis bicbt an den Rand der Oeffnung und lauschte mit angehaltenem Atem.

Menschliche Stimmen? Neinl Aber — ja — doch —. bumpfes Sprechen, ganz unten in der Tiefe. Fch rief hinunter — dann ärgerte ich mich über mich selbst. Konnten es nicht Jeinbe fein, die mir mein Gold nahmen?

Menschen! Menschen unter mir! Menschen in der Un- terwelt! Höllengeisterl

®ut, daß ich Limokoa nicht sah, wie ich vollkommen im Snnersten aller meiner Begriffe erschüttert war. Der Tag hatte mir schon zu viel des Schreckens gebracht. Fetzt war alles still bunten. Dunkel und still. Richt der geringste Laut. War es eine Täuschung gewesen? Unmöglich. Fch blickte mich um. ^cit und breit war niemand im Seekessel, und wenn etwa das Unwetter einen Menschen hinabgebracht hätte in unser Reich — sicher hätte dieser den Rauch unseres Feuers gesehen und uns gesucht. Auch wußte ich bestimmt, daß die Leute von unten aus dem Schlunde gekommen waren.

Fch überlegte und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen.

War das die Rettung? Dieser Weg, an den ich niemals gedacht hatte? Und der Gedanke, der mir vorhin so mabn- wch'ges Grauen eingeflößt hatte, erschien mir jetzt so klar,daß icy nicht begriff, ihn noch nie verfolgt zu haben.

. Der See war abgeflossen. Durch dieses Loch. Das war kein Bulkankrater. Fch wußte, daß die Eanons noch tiefer lagen. Fch selbst war ja in einem Teil derselben gewesen, und je weiter der Fluß gegen das Meer vorrückte, um so tiefer lenkte sich auch sein Bett. Wir waren über einer Höhle. Einer Höhle, durch die vielleicht der Tolorado floß. Er oder ein Nebenarm. Jn dieser Höhle waren Menschen gewesen, denn ich hatte ihre Stimmen gehört. Fedenfalls Menschen, die sich vor dem Wolkenbruch in die Höhle geflüchtet hatten. Also gab es dort unten einen Weg, der zu irgendwelchen Siedelun- gen führte.

(Fortsetzung folgt.)