Einzelbild herunterladen
 

Das Neueste.

Sozialpolitische Konferenz.

wtb. Frankfurt, 14. Fan. telef. Am 12. Sauuar fand hier die erste internationale sozialpolitische Konferenz aus deutschem Boden seit dem Kriege statt mit dem Ziele eine Fusion der drei internationalen Vereinigungen für den Arbeiterschutz, zur Be­kämpfung der Arbeitslosigkeit und für eine Arbeiterversicher- nng vorzubereiten. Die Verhandlungen unter französischem Vorsitz verliefen in vollster Harmonie und führten zur Annahme der Statuten. Die konstituierende Versammlung soll Ende September in Bern stattjiuden.

Dr. h. c. Duisberg Nachfolger Sorges.

wtb. Berlin, 14. San. telf. Laut Vosstfcher Zeitung wur­de in der heutigen Präsidialsitznug des Aeichsverbaodes der deutschen Sndustrie als Nachfolger Sorges Geheimrat Dr. h. r. Duisberg einstimmig zum erestn Vorsitzenden gewählt.

Vor einer neuen Regierung.

wtb. Berlin, 14. San. telef. Der Aettestenrat des Neichs- tages hat heute vor der Plenarsitzung beschlossen für die Ple­narsitzung am Freitag die Erklärung der neuen Regierung au- zusetzen, unter der Voraussetzung, baß diese dann abgegeben werden könne. Su der heutigen und morgigen Sitzung werden kleinere Anträge und Vorlagen znr Erledigung kommen.

Die Wirtschaftspartei gegen Braun.

wtb. Berlin, 14. San. telef. Die Fraktion der wirtschaft­lichen Vereinigung im preußischen Landtag hat beschlosieo dem Mißtrauensvotum gegen das Ministerium Braun 'zuzustimmen.

Wegen des unterlaßenen Besuches.

wtb. Berlin, 14. San. telef. Die demokratische Reichs- lagsfraktioo hat heute einen Antrag eingebracht, der den Reichstag ersucht den deutschuationaleu Vizepräsidenten Graefe Thüringen die Mißbilligung des Reichstages anszufprechen, weil er die »tt dr^em Amte verbundenen Pflichten sich dem Reichspräsidenten vorzupellen nicht erfüllte.

Die Deutschuationaleu und das Zentrum.

wtb. Berlin, 14. San. telef. Wie aus parlamentarische« Kreisen verlautet soll man in der Frage der Regierungsbilduug heute nachmittag insofern einen Schritt weiter gekommen sein, a/s die Dentschnationalen sich mit der Erklärung des Zen­trums einverstanden erklärten, daß es nicht in der Lage sei, einem Kabinett Lucher das Vertrauen auszufprecheu, sondern daß es höchstens eine von Luther abzugebende Regierungser- klärung billige.

Zur Wahrung deutscheu Haudels.

wtb. Berlin, 14. San. telef. Der Gesamtvorst and deut­scher Vaumwollwebereien hat auf Grund eines einstimmigen Beschlußes in seiner heutigen Vorstaudssitzuug die Reichsre- gierung erneut uachträgticy ersucht in den schwebenden deutsch- französischen Verhandlungen auf dem Gebiet der Vaumwollin- dustrie keinerlei Kontingeute von irgendwelcher Menge, sei es mit Zollfrerheit oder mit Vorzugszöllen für Elsaß zuzuge- stehen.

Ein Abgeordneter von Kommunisten Lberjallen.

w.^. Weimar, 14. San. telef. Heute mittag wurde vor dem Sitzungssaals des thüringischen Landtages der deutsch- nationale Abgeordnete Otto Großabarz von drei kommunisti­schen Abgeordneten überfallen und so schwer Mißhandelt, daß er mit einer blutenden Kopfwunde liegen blieb. Die Sitzung des Landtages wurde sofort abgebrochen.

mb. München, 14. San. Die „Allgemeine Zeitung" mel­det: Gestern erlitt der neugewählte Erste Bürgermeister von München Karl Scharnagl, infolge eines Zusammenstoßes feines Autos mit einem anderen Kraftwagen eine leichte Verletzung der rechten Schulter.

Was sie beschloßen haben.

wb. Paris, 14. San. Das Abkommen, das die alliierten Finanzminijier über die Verteilung der von Deutschland aus dem Dawesplan zu leistenden Zahlungen und hinsichtlich der Liquidierung des Ruhrunternehmens getroffen haben, und dos heute vormittag unterzeichnet wurde, bestimmt im wesentlichen folgendes: Sn Zukunft dürfen für die Unterhaltung der Repko und der durch den Dawesplan vorgesehenen Organismen für die erstere nur 9 einhalb Millionen Goldmark, für die letztere 7 einhalb Millionen Goldmark verausgabt werden. Für die Rheinlandkommichon kann höchstens eine Summe von 10 Millionen Gold-Mark einschließlich der Entschädigungen für die Beamten ausgegeben werden. Hiervon darf Frank­reich 62 Prozent, England 16 Prozent und Belgien 22 Pro­zent in Anspruch nehmen. Diese Feststellung gilt jedoch nur für das Sahr 1925, für die kommenden Sahre ist ein besön- deres Abkommen getroffen worden. Die interalliierten Mi­litärkommissionen in Deutschland dürfen für das laufende Sahr höchstens 6 Millionen Goldmark kosten, jedoch können Zusatz­ausgaben in ausländischer Währung von den einzelnen in den Kommissionen vertretenen Ländern gemacht und in Anrechnung gebracht werden. Ueber die Verteilung der Besatzungsko- sten wird folgendes bestimmt: Die Kosten setzen sich wie folgt zusammen: 1) aus den effektiven Ausgaben für das Fahr 1924-25 und zwar wie folgt: 25 Millionen Goldmark für die belgische Armee, 25 Millionen Goldmark für die englifche Armee und 110 Millionen Soldmark für die französische Ar­mee. Die weiteren effektiven Ausgaben je-der Macht werden dann den bereits bestehenden Restschulden hinzugerechnet. Der Betrag der effektiven Ausgaben wird auf der Basis des Ue- bereinkommens vom 11.3. 1922 errechnet. 2) Aus den Aus­gaben, die sich aus den Art. 8.—12 des Rheinlandabkommens Verleiten betreffend die Leistungen, die ehemals kostenlos er­folgten (Wohnung, Heizung usw.) Die Höhe dieses von dem Generalagenten für die Reparationszahlungen in Deutschland zurückgezahlten Betrages wird der oben angegebenen Rest­schuld hinzugefügt. Die Festsetzung der später entstehenden Ausgrchen wird von den Alliierten und den Vereinigten Staa-

ten vor dem 1. 9. 1925 erfolgen. Hinsichtlich der Teilnahme der Vereinigten Staaten an den Schreszahlungen des Dawes­planes ist folgendes bestimmt worden: 1. Für die Kosten der amerikanischen Besatzungsarinec werden jährlich durchschnitt­lich zurückvergütet 55 Millionen Goldmark vom 1. September 1926 ab. Diese Zahlungen haben ein Privileg vor allen an­deren Geldzahlungen mit Ausnahme dos Zinsendienstes für die 80 MMonen-Anleihe und die Verteilungskosten der Kommis­sionen. Sollte die Summe von 55 Millionen Goldmark nicht erreicht werden, dann gewährt Amerika eine Stundung, er­hält aber für diesen Betrag 4 einhalb Prozent bis zur voll­kommenen Anzahlung. 2. Aufgrund der deutsch-amerikanischen Feststellung vom 10. August 1922 erhalten die Vereinigten Staaten von Deutschland eine Neparationsentschädigung von 550 Millionen Dollar, die dermaßen getilgt werden, daß ihnen an den Reparationszahlungen 2 einhalb Prozent zustehen und zwar bis zum Höchstbetrage von 45 Millionen Goldmark im Fähre.

wb. Paris, 14. San. Havas meldet aus Washigton, daß man den bisherigen amerikanischen Botschafter in London, Kellogg, mehrere Wochen vor dem 4. März in Washington erwarte, damit er Gelegenheit habe, sich in seine neuen Geschäf­te als Staatssekretär einzuarbeiten.

Herbettes Mission.

wb. Paris, 14. Fan. Das „Echo de Paris" glaubt zu wißen, daß der französische Botschafter in Moskau, Herbette, den Auftrag seiner Regierung erhalten habe, gegen die Rede Sinowjeffs über die Entwicklung der antimilitaristischen Pro­paganda in Frankreich Vorstellungen zu erheben. Herriot ha­be gestern auf Befragen nicht abgeleugnet, daß der französi­sche Botschafter der Sowjetregierung mitteilen werde, daß derartige Kundgebungen, wenn sie sich wiederholten, unmöglich dazu beitragen könnten, die Beziehungen zwischen Frankreich und Rußland zu fördern.

wb. London, 14. Fan. Dem diplomatischen Berichterstatter des „‘Daily Telegraph" zufolge laufen bei den alluerten Re­gierungen weiterhin Fnterimsberichte der verschiedenen Unter­abteilungen der F. M. K. K. ein. Der Eingang des endgülti­gen Berichts der Kommission werde nicht vor Ende des Mo­nats erwartet. Auf jeden Fall würden die entscheidenden Be­sprechungen zwischen den alliierten Regierungen über die Fra­ge der nächsten Note an Deutschland kaum vorher stattfinden können.

Eine italienische Druckerei Demoliert.

wb. Rom, 14. Fan. Nachträglich berichtet der „Offer- vatore Romano", daß in Pisa im Lokale des „Messaggero" in dem neben diesem Blatte mehrere andere Blätter gedruckt wurden, vollständig zerstört und angesteckt wurden. Es seien dabei die Redaktionsräume, der Maschinenraum und alle Setz- und Druckmaschinen zerstört worden. Die Heiligenbilder und die Kruzifixe seien zertrümmert und auch die Bilder des Pap­stes vernichtet worden. Erst als die Flammen ausbrachen, hatte das Zerstörungswerk ausgehört.

Sie EisenbaWaWrophe in Kerne.

Ueber das Unglück werden folgende Einzelheiten gemeldet: Bereits in den letzten Tagen herrschte in ganz Westdeutschland schwerer Nebel und Frost. So kam es, daß am Dienstag morgen auch der Bahnhof Herne mit seinen sämtlichen Stell­werk- und Signal-Anlagen in tiefes, nebliges Dunkel ge­hüllt war, als der Personenzug 230 sich fertig zur Abfahrt machte. Dieser Zug führte an seinem Schluß mehrere Wagen vierter Klaße, die dicht mit polnischen Industriearbeitern gefüllt waren. Plötzlich, um 7 Uhr 25 Min. bemerkten die auf dem Bahnsteig stehenden Personen mit Entsetzen die hinter dem Personenzug aus der Finsternis auftauchenden Lichter eines anderen Zuges. Es war der D-Zug 10, der mit starker Geschwindigkeit auf den haltenden Personenzug auffuhr. Die schwere Schnellzugslokomotive zertrümmerte in wenigen Se­kunden die letzten vier Wagen des Personenzuges. Die Wän­de wurden in kleine Splitter zerrissen, das Dach des zweiten Wagens unter das des dritten geschoben, die dicken Eisen- rippen wie Haarnadeln verschoben. Nachdem das Getöse der Katastrophe verklungen war, herrschte einige Sekunden läh­mendes Schweigen, bis das vielstimmige Sammern und Schrei­en der Schwerverletzten hervorklang. Außer den vier Wagen des Personenzuges waren auch die Lokomotive des D-Zuges und drei Wagen dieses Zuges schwer beschädigt, wenn auch nicht in dem Maße wie die des Personenzuges. Das gesamte Bahnhofspersonal ging mit den vorhandenen Hilfsmitteln so­fort daran, die Verunglückten aus ihrer furchtbaren Lage zu befreien. Die Essener Eisenbahndirektion entsandte sofort einen Hilfszug, in dem sich der Direktionspräsident mit sämt­lichen Dezernenten, ferner Aerzte, Pflegepersonal und die ei­gens für den Rettungsdienst ausgebildeten Mannschaften be­fanden.

Der Präsident der Reichsbahndirektion Essen leitet die Un­tersuchung der Schuldfrage zusammen mit dem Dienstleiter des Bahnhofs Herne. Die Staatsanwaltschaft in Gelsenkirchen hatte sofort nach Eintreffen der Schreckensmeldung einen Ver­treter im Kraftwagen nach Herne gesandt, der zusammen mit den verantwortlichen Eisenbahnbeamten die Unfallstelle be­sichtigte. Der Lokomotivführer und der Heizer des Berlin- Kölner D-Zuges wurden augenblicklich vom Dienst suspendiert und, da beide unverletzt geblieben sind, kurz darauf vernommen. Beide berufen sich darauf, daß sie in dem Nebel, der un­gewöhnlich dicht war, das Haltesignal überhaupt nicht erkann­ten. Tatsächlich ist festgestellt worden, daß das auf Halt ste­hende Signal, das etwa 300 Meter vor dem Bahnhof liegt, überfahren worden ist. Man nimmt daher zunächst an, daß mindestens eine gewiße Fahrlässigkeit des Lokomotivführers des D-Zuges vorliegt.

Die Nachricht von dem entsetzlichen Unglück, das sich heute früh auf dem Bahnhof Herne ereignet hatte, durcheilte mit Blitzesschnelle die Stabt. Die Polizei mußte den Bahnhof ab­sperren; nur Reisende, die nach Wanne fahren wollten, dursten den Bahnsteig betreten. Mit dicken Seilen versucht man xto aufeinander und ineinandergeschobenen Wagen auseinander zu

ziehen, um die Gleise frei zu bekommen. Von allen Seiten 1Ö fen ununterbrochen Anfragen an. Die Angehörige von Ae'I senden des Zuges versuchen die Toten zu rekognoszieren.

Zahl der Verletzten hat sich mittlerweile auf 59 erhöht. das Katholische Krankenhaus Dortmund wurde 35 Verletzte e? geliefert. Hiervon sind 14 schwer verletzt, zwei so schwe" daß ihr Ableben befürchtet wird. Sm Evangelischen Kranken« Hause liegen 24 Verletzte, von denen erfreulicherweise zwei m,/ nur ganz leichten Verletzungen wieder entlassen werden könn, 'ten. Die Toten wurden zunächst auf dem Bahnhof aufgebahrt bis sie nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft weiter überführt werden können. Die Leichen sind vielfach furchtbar verstümmelt, sodaß die Rekognoszierung große Schwierigkeiten bereitet.

wb. Eßen, 14. Fan. Zu dem gestrigen Eisenbahnunglück in Herne wird dem WEB. von zuständiger Steile mitgeteilt, daß die Aufräumungsarbeiten gestern Nachmittag um 5 Uhr soweit beendet waren, daß der fahrplanmäßige Verkehr wieder aus­genommen werden konnte.

Der Zustand der in den ferner Krankenhäusern unterge­brachten Schwerverletzten ist teilweise der gleiche geblieben' bei einigen ist eine Besserung zu verzeichnen, man hofft, Jämf.' liche Schwerverletzte am Leben zu erhalten .

wb. Eßen, 14. Fan. Die weiteren Ermittlungen über & Persönlichkeiten der Verunglückten in Herne haben ergeben, daß von den 22 Getöteten 13 weiblichen und 9 männli^ Geschlechts sind. Zweifelsfrei sind bisher die Namen ooi sechs männlichen und 9 weiblichen Leichen festgesteltt und non ihren Angehörigen anerkannt. Fhre Namen sind: Georg Ban- selowf nicht Vanseler) aus Herne, Gustav Kippenstiel aus Riemke, Frank Grosch aus Dortmund, Fohann Heitfilkn (nicht Heltfilker) aus Dortmund, Otto Horstmann aus Dort­mund, Richard Voß, Fohanna Vollmer aus Herne, Frau Sol- tgsiak aus Fckern, Fohanna Korn aus Dortmund, Karoline Sungs aus Eastrop, Fräulein Dürbusch aus Dortmund, Frau Weller aus Hamborn und Frida (nicht Friedrich) Grunsenber/ aus Herne.

Die Namen der bisher als unbekannt bezeichnenden Leichen sind Fräulein Eugel aus Dortmund und Emilie Usach aus Recklinghausen. Die Namen der übrigen Toten sind auf Grund von Papieren, die sich bei den Leichen oder in unmittel­barer Nähe derselben befanden, festgestellt. Angehörige haben sich bisher nicht eingefunden. Es besteht die Möglichkeit, daß in deren Namensnennung noch Aenderungen eintreten wer­den. Die Namen find folgende: Michael Witzack (Wohnort unbekannt), Hans Vestring aus Henrickenburg, Kaufmann Mff aus Portmuird, Eelisabeth Trente aus Osterfeld, Albert Kort- witsch (Wohnort unbekannt), Gertrud Tuhlhage aus Dort­mund und Wilhelm Gruß aus Braunschweig.

Die Zahl der Schwerverletzten beträgt nach den bis M Stunbe vorliegenden Mitteilungen 27, die Zahl der Leichtver­letzten beläuft sich auf 59. Von den Schwerverletzten ist bis jetzt niemand gestorben.

Die Meldungen einiger Blätter, daß die Zahl der Toten sich auf 25 erhöht hat, trifft nicht zu.

Weitere EMbahilZusmmnenMe. Neue Svfer.

D.B. Berlin, 13. San. (Eig. Meldg.) Der Eisenbahn- katastrophe in Herne sind am gleichen Tage noch einige an­dere kleinere Unfälle, gefolgt, die aber leider wiederum Men­schenleben forderten. Heute morgen gegen 8 Uhr fuhr der Per­sonenzug Hattingen-Hagen im Nebel auf einen stehenden Zug. Es sind drei Tote und mehrere Verwundete zu beklagen.

Auf dem Duisburger Hauptbahnhof fuhr heute vormittag eine Leerlokomotive auf einen nach Oberhausen abfahrenden Personenzug auf. Hierbei wurden fünf Personen verletzt.

Auf dem Bahnhof Salzwedel traf ein von Oebisfelde kom­mender Güterzug in voller Fahrt auf einen anderen Güterzug welcher im Rangiergleise stand. Beide Lokomotiven sowie drei Güterwagen wurden zertrümmert. Das Personal konnte N durch Anspringen retten. Der Verkehr wurde durch Uw' leiten aufrecht erhalten.

Auch aus dem Auslande liegen Meldungen über Störungen im Eisenbahnverkehr und Zusammenstöße vor. Sn Holland und Belgien ist es infolge des starken Nebels zu Verkehrsstörungen und verschiedentlich zu Unglücksfällen gekommen. Auf der Station Langbrügge in der Nähe von Gent ist ein Personen- zug auf einen Güterzug aufgefahren, wobei zwei Personen wagen umgeworfen und 39 Personen verletzt wurden, darun­ter drei schwer.

Auf einem Pariser Bahnhof ist gestern nachmittag ein Pec- sonenzug entgleist. 28 Reisende wurden dabei leicht verles

Die Verkehrsunsicherheit in der Nachkriegszeit. Das ^ ße Eisenbahnunglück in Westfalen beleuchtet wieder einmal wfs grellste, welchen Rückschritt die Kriegs- und NachkriegS!^ auch auf dem Gebiete der Verkehrssicherheit gebracht hat. Ei" senbahnunfälle von der Größe derer, die wir in den letzten öè ren immer wieder und nicht nur in Deutschland erlebt habe»» gehörten vor dem Kriege zu den Seltenheiten. Heute pfW* man bereits nach kurzer Zeit über die Menschen mordenden Unfälle zur Tagesordnung überzugehen. Wir haben es schon vergessen, daß allein in den letzten beiden Fahren große Unglückfälle in der Gegend von Kreiensen zu verzeig nen waren, die zusammen 55 Opfer forderten. Das Ung“ von Ludwigstadt, wo ein Süterzug von der Brücke in 616 Tiefe stürzte, das Eisenbahnunglück von Bellinzona, Deutschland eines seiner bedeutendsten Politiker und Zina"!' Wissenschaftler beraubte, das Unglück auf dem Potsdams Bahnhof, der Zusammenstoß von Mainz, dem 13 Perst^' zum Opfer fielen, das alles weiterhin find Glieder in eine Kette, die in Zeiten, in denen das Menschenleben noch etwa galt, wohl zu ernstem Nachdenken und durchgreifenden Alaß^ nahmen veranlaßt hätten. Die Hauptursache an den Eise»' bahnkatastrophen der jüngsten Zeit, anscheinend auch an dew Zusammenstoß von Herne, dürfte die körperliche und seeüfw^ Abspannung des Zugpersonals sein. Sn einer geradezu ungc" heuerlichen Verkennung der Bedeutung des Verkehrswesens hat die Entente die deutsche Reichsbahn -neuerdings noch zu zum Gewinnobjekt zugunsten ihrer erpreßten Schuldenan- sprüche gemacht. Die Folge davon, ist, daß das Personat