454
—
Leipzig
458
PTT
Telegraphen)chule Paris
460
—
Oslo (Kristiania)
463
—
Königsberg Pr.
465
SMZR
Gotheuburg
470
—
Frankfurt Main
470
—
£yon
470
—
Stockholm Radiobolaget
471
—.
Kopenhagen
475
52T
Birmingham
485
—
München
495
2W
Aberdeen
505
—
Berlin
515
—
Zürich
530
—
Wien
550
—
Lgon
650
—
Mailand
650
—-
Zürich-Höngg
680
SMZR
Gothenburg
750
—
Kopenlzagen
780
—
Lausanne
850
HB 2
Lausanne
900
—
Brüssel. Flugplatz
900
—
Ergdoii (Eiigl.)
950
MTl
Budapest
1000
PNG
Prag
1025
—
Rgvang. (Dauern.)
1050
—
Soefterberg Holland
1050
PA5
Amsterdam
1050
BE
Bossegot Holland
1050
PEMM
Amuiden Holland
1050
PTKK
Haag
1060
NSF
Hilversum Holland
1070
Pscg
Amsterdam
1100
PLlB
Haeren Belgien
1100
HB!
Genf
1150
OKP
Kbel (Prag)
1200
—
Kowno
1200
EBX
Cartagena (Span.)
1400
--
Viborg (Dänem.)
1525
MRD
Toulouse
1600
59292
Ehelmsford
1650
--
Belgrad
1780
SFR
Radio Paris
1800
2TD
Eentocelle (ötalien)
1800
OKB
Komarog (Brünn)
1800
KAB
Norddeich
1980
HBK
Dubendorf-Zürich
2125
PEZF
Amsterdam
2400
0926
Lgngbg (Dänem.)
2450
LTV
Montesanto (Portugal)
2450
(LP)
Königswusterhanseu (WTB)
2500
SA1
Boden (Schweden)
2650
FL
Lifteiturm Paris
2800
(LP)
Königswusterhausen (Sonntag)
3200
—
Moskau.
Günstige Entwicklung
des deutschen Rundfunks.
2m November 1924 sind insgesamt 86 285 RundfunK-Teil- nehmer neu hinzugekommen, was einen täglichen Zuwachs von 2876 entspricht. Die größte Zahl der Teilnehmer hatte Ende November der Rundfunk Berlin mit 186 158 Teilnehmern danach kamen Hamburg mit 66 839 und München mit 61 406; es
folgen dann Leipzig mit 40 021, Frankfurt (Main) mit 38 444, Breslau mit 35 020, Stuttgart mit 15 637, Königsberg (Pr.) mit 10 282 und endlich Münster (Wests.), dessen Sender erst vor kurzem in Betrieb genommen worden ist, mit 9099 Teilnehmern. Insgesamt waren Ende November 462 906 zahlende Rundfunkteilnehmer vorhanden, und die halbe Million ist im Dezember, über den z. Zt. noch keine endgültige Zahlen vorliegen, weit überschritten worden.
Rundfunk in Norwegen.
2» der norwegischen Hauptstadt Oslo (die bis Ende vorigen 2ahres Kristiania hieß), ist ein vorläufiger Rundfunksender in Betrieb genommen worden, der mit 500 Watt auf 460 Metern Wellenlänge arbeitet. Die Eröffnung des im Bau befindlichen Hauptsenders, für welchen etwa 1,5 Kilowatt Sendeleistung vorgesehen sind, wird erst in einigen Monaten stattfinden. Die norwegische Rundfunkgesellschaft ist nach dem Muster der englischen Broadcasting Lo. organisiert. Lmpfangs- anlagen waren in Norwegen schon vor der Einrichtung eines Rundfunkbetriebs in genügender Anzahl vorhanden, doch beschränkte sich die Aufnahme bisher auf deutsche und englische Sender und nötigte die Funkfreunde demgemäß zur Anschaffung hochwertigen Audiongeräts. Die neue norwegische Sendestelle wird ohne Zweifel auch in Deutschland — besonders in den Küstenorten — gehört werden. 2hre vorläufige Vor- Iragsfolge ist täglich auf die Stunden von 8.30 bis 11 Uhr (mitteleurop. Zeit) festgesetzt worden.
Lransozkandienft mittels kurzer Wellen.
War es auch gelungen, in den Monaten 2uli und August mit der kurzen Welle 70 Meter und mit nur 2 Kilowatt aus- gestrahlter Leistung zur Nachtzeit Telegramme nach Buenos Aires unmittelbar von Nauen aus zu senden, so wurde diese Berbindung, soweit sie mit kurzen Wellen durchgeführt wurde, umso schwieriger, je mehr in Buenos Aires die sommerliche Jahreszeit einkehrte. Aber die Arbeiten ruhten nicht, diese Berbindung mit kurzen Wellen trotzdem aufrecht zu erhalten und soeben traf die Meldung ein, daß mit der wesentlich kürzeren Welle von nur 30 Meter bei ebenfalls nur 2 Kilowatt Strahlungsleistung auch jetzt, wo der Hochsommer in Buenos Aires herrscht, Nachrichten während etwa 10 Stunden ausgenommen werden können.
Die günstigste Zeit der Uebermittlung mit dieser kurzen Welle beginnt nach unserer Uhr etwa um 12 Uhr nachts und währt bis 10 Uhr vormittags. Ls ist zu hoffen, daß das neue 6ahr auf diesem hochinteressanten Gebite der „Kurzen Wellen" weitere Fortschritte bringen und daß die Transradio Aktiengesellschaft für drahtlosen Ueberseeverkehr in der Lage sein wird, mit diesm neuen Hilfsmittel und Zusatz zu den bisher bestehenden Einrichtungen den wichtigsten Berkehr nach Südamerika in immer ausgedehnterem Maße als drahtlosen Dienst auLzugestalten.
Funkkritik in England.
Die „Wireleß Wseklg" übt in ihrer letzten Nummer Kritik an den Darbietungen der Britischen Rundfunkgesellschaft. Insbesondere wird bemängelt, daß zu viele Darbietungen, zumeist Londoner Darbietungen, gleichzeitig von einer Anzahl anderer Sender verbreitet werden. Dies hätte seine Berechtigung gehabt, so lange die Sache noch neu und die Zahl der Teil
nehmer gering gewesen sei. Heute seien aber bei der grob Zahl der Teilnehmer die Linnahmen so erheblich, daß die Sen. bestellen mehr und mehr eigene Darbietungen verbreiten könn’ ten. Was die technische Seite der Angelegenheit anbetrefft so könne wohl gesagt werden, daß in dieser Hinsicht Lügend unübertroffen dastehe. Dagegen müsse beklagt werden, die Engländer in der Mittagszeit und zwar in der besten schäftszeit, immer noch auf Grammophonübertragungen on* gewiesen wären. Ferner käme auch der Humor in den Dar' bietungen zu kurz. Die Witze würden nicht nur öfters wie- derholt, sie streiften oft auch an das Gewöhnliche.
Vergrößerung der Schweizer Sendestelle.
Die Großfunkstelle Münchenbuchsee-Riedern, die den telegraphischen Funkverkehr mit England, Polen, Dänemark Spanien und der Tschechoslowakei unterhält, ist vor kurzem erweitert worden. Zu dem bisherigen Sender von 25 Kilowatt ist ein zweiter von 15 Kilowatt hinzugekommen. 2m September betrug der Verkehr rund 24 000 Telegramme und währender Völkerbundsversammlung wurden Pressetelegramme mit insgesamt 430 000 Wörtern befördert.
Großfunkstelle Spitzbergen.
Eine Großfunkstelle ist für Spitzbergen geplant; sie fâ vor allem der Verbreitung von Berichten über die Wetterlag! in der Polagegend dienen.
WW^ Man erzählt sich: WW
Lin gutes Mittel.
(dt.) Herr Grau: „Meine Frau und ich haben uns gestern abend gezankt, und seitdem hat sie nicht mehr mit mir gesprochen."
Herr Weiß: „Ach sag mir doch bitte, was du zu ihr gesagt hast. Das möchte ich bei meiner Frau auch probieren!“
Zu viel verlangt.
Hans: „Wie kommt denn dein Vater, der junge Arzt, mit seiner Praxis weiter?"
Philipp: „Sehr langsam. Die ganze Familie hat versucht, ihm zu helfen, aber wir können doch schließlich nicht alle in einemfort krank sein!"
*
Zartfühlend.
(dt.) „Vater, ich finde es richtig, dir zu sagen, daß ich tosend Mark brauche. Schließlich möchte ich sie doch lieber da schuldig sei», als irgend einem Außenstehenden. Es bleibt doch immer am besten in der F a m i 1 i e!"
♦
(dt.) Hausherr: „Und dann ist unfer^Mses Mädchen so diskret. Sie macht niemals die Tür auf, ohne erst dstM"dm Schlüsselloch zu gucken, um zu sehen, ob sie auch nicht ftörf^«
Der Ausweg.
(dt.) Herr 92: „Man kann jede Sache auf zwei Artm ausführen, auf eine richtige und eine falsche."
Herr Z: „2a, aber ein Mann erspart sich gewöhnlich viel Unannehmlichkeiten, wenn er alles so macht, wie seine Frau es für richtig findet!"
Liebe kleine Limokoa
Fred Andersens Höllenfahrt
Roman v. Otfried von Hanstein.
(33. Fortsetzung).
Sie hatte viel, viel Tang gebracht. Nicht nur für das Feuer, sondern auch, um unser Lager weicher zu machen. 2ch sah ihr zu. Ein trauriger Schimmer lag noch immer in ihren Augen, ihre Bewegungen erschienen mir matter als sonst.
2ch glaube, sie haßte das Gold!
2ch zwang mich, kühl zu denken.
Was war in Wahrheit Limokoa? Ein 2ndianermädchen, das ich mit mir hinaufnehmen werde, in ihre Heimat! Was sonst?
2ch wollte mich zwingen, so zu denken, aber ich fühlte einen Stich in meiner Brust.
Sie war mir ja schon so vertraut — ich konnte den Gedanken nicht fortspinnen.
Limokoa verlieren? 2ch dachte wieder an Maud Allens spöttisches Gesicht. Sie — sie würde dieses Sold lieben, das Limokoa haßt, würde es anbeten.
Limokoa stand vor mir und sah mich an.. Mir war, als hätten diese großen, tiefen Augen meine Gedanken erraten.
Dann wallte es in mir auf, meine Seele flammte hell und stark. 2ch sprang auf und eilte auf sie zu. 2ch schloß sie in meine Arme. Sie wollte sich frei machen, sie verstand meine Wildheit nicht. 2ch küßte sie, küßte sie immer wieder auf ihren Mund, auf ihre Wangen, auf ihre Brust.
Sie machte sich los, trat zurück, in ihrer Brust war Auf- ruhr. Plötzlich breitete sie ihre Arme aus und schlang sie um Jitp. Küßte mich, wild, leidenschaftlich, weinend und lachend zugleich.
2n dieser Nacht wurde Limokoa ganz mein . .
Der Mond war die Hochzeitsfackel, die uns leuchtete, die • Sterne in unendlicher, feierlicher Klarheit schauten vom wolkenlosen Himmel, der Seyfer sang uns sein Lied und der Bach plätscherte freundlich als einziger Gruß, den die Oberwelt zu uns sandte.
Limokoa schlief. Schlief sanft und ein Lächeln stillen, unendlichen Glückes lag auf ihrem lieben Gesicht.
Glücklich war sie, nun sie mir alles gegeben hatte, was sie zu verschenken besaß. Glücklich in ihrer gänzlichen aufopfernden Hingabe an mich.
Feierlich war mir zu Mute. Feierlicher sicher, als wenn ich an Maud Allens Seite aus der mit faden Gents und koket
ten Dämchen gefüllten Kirche in Frisko gekommen wäre und dort ein Geistlicher nichtssagende Worte gesprochen hätte. Feierlich, denn die gewaltig, furchtbare Natur war um mich und mir schienen alle die Sterne wie mahnende Zeugen.
Nie hatte ich mir göttliche Allmacht so nahe gefühlt, als in dieser Nacht, in der Limokoa in freier Liebe mein Weib wurde.
Mir war es, als hörte ich eine göttliche Stimme:
„Zerbrich sie nicht! Zerbrich nicht das köstlichste Geschenk, das dein Schicksal dir spendete, als du dich verlassen der Verzweiflung hingabst".
2ch sah auf sie hernieder und ein heiliger Schwur war in meinem Herzen:
„Nein, Limokoa, ich will dich niemals verlassen! Niemals! Du bist mehr wert, als Maud Allen und ihre Freundinnen. Bist mehr wert, als alles Gold der Welt! Du bist wahr und echt!"
2n dieser Nacht gab ich mir das heilige Gelübde, Limokoa nie mehr von meiner Seite zu lassen!
2ch vermochte nicht zu schlafen. 2ch saß aufrecht und versuchte, Pläne zu machen. 2ch war reich! Ohne mein Gold kehrte ich nicht heim. Was kann der Reiche nicht? „2rh werde mich mit ihr in irgendeine stille Stadt verkriechen, wo niemand mich kennt. Wenigstens auf einige Monate. Sie lernt ja so schnell! Warum sollte sie nicht auch die Bildung erlernen, die meine Frau nun einmal haben muß? Nach ihrer Ansicht und ihrem Brauch ist sie jetzt schon, nun ich sie erwählt habe, mein rechtmäßiges Weib. Sie hat keinen Verstoß gegen die Scham und Sitte begangen. 2ch will, daß sie es auch nach den Anschauungen meiner Welt wird und werde sie heiraten, sobald ich mit ihr in die Zivilisation zurückgekehrt bin. Heiraten nach unseren Gesetzen".
Merkwürdig, wie leicht, wie selbstverständlich ich diesen Entschluß faßte! Den Entschluß, eine Wilde zu heiraten, mit ber ich noch jetzt kaum zu reden vermochte. Vielleicht gerade deshalb. Weil ich gezwungen war, in ihren Augen zu lesen und weil diese der Spiegel ihrer Seele waren.
Ein reines, unbeschriebenes Blatt, das in meine Hände gegeben. 2ch kann es mit reinen, edlen Schriftzügen bedecken — ich kann es besudeln!
Wein Herz war voller guter Vorsätze in dieser Nacht!
„ „Morgen soll unser gemeinsames Leben beginnen. Wir müssen den Aufstieg erzwingen. Müssen das Gold hinaufschaffen. Oben, irgendwo, werden wir es verstecken, an einem Ort, den nur wir beide zu finden vermögen. Alles dürfen wir
nicht mitnehmen, denn wir könnten ja unter die Räuber fallen. Nur so viel wir für den ersten Zeitraum gebrauchen. Dann gehen wir nach Mexiko oder nach Honolulu oder nach Havana, wohin uns der Zufall am besten leitet. Von dort sende ich meinem Vater so viel Geld, als er braucht, um wieder ein wohlhabender, sorgenfreier Mann zu sein. Es sind ein paar lumpige Barren! Aber von Limokoa werde ich ihm nichts schreiben. Warum ihn mit dem Mohavemädchen ängstiget Erst wenn sie zu einer Dame geworden, dann kehre ich H ihr Heim nach Frisko und dann, Maud Allen, dann sollst M Augen machen und dich schämen!
Dann kehre ich heim und bringe meine unendlichen Schätze mit. Dann baue ich mir ein herrliches Schloß am Strande der Meeres und dort will ich mit meiner Limokoa wohnen.
Limokoa Andersen, klingt das nicht hübsch?
2ch erschrack, denn ein großer Schatten strich über meinem Haupte dahin. Ein Adler, der über dem Seebecken seine Kreise zog und dann plötzlich niederstieß, um mit einer W'’ wieder emporzusteigen. Die Raubtiere der Luft nehmen^ die ersten von dem neuen Lande Besitz.
Der Adler hatte mich aus meinen Gedanken und PlâM aufgeschreckt und nun wurde mein Herz beklommen. Wâ" Hatten sich zusammengeballt. Schwarz und riesenhoch ragte« an allen Seiten die Klippen und Felsen auf. Wie sollte i® sie überwinden? Hätte ich Flügel wie jener Adler!
öd) lief auf und nieder und grübelte nach, aber ich N keinen Weg.
Und wenn ich ihn fände — Monate würde es dauern, tvo^ ich einzelner Mann die Goldlast emportragen, und zurücklalst" konnte ich sie noch weniger.
Meine Luftschlösser verflogen. Alles war Traum, Phantasie. Nichts war wirklich — nichts, als meine Limokoa, die von all meinen Qualen nichts ahnte, die schlummerte, die sich am Ziel ihrer Wünsche wußte, nun sie111 ganz gehörte! .
Meine Schläfe brannte. 2ch lief hinunter zu dem der bereits einen Teil des Beckens erfüllte. 2ch warf tn«1 Kleider ab und tauchte den brennenden Leib in die kühle o*u' Das Bad hatte meine Nerven beruhigt und ich war wu geworden. Meine Augen wurden schwer. 2ch hatte Seh' sucht, zu schlafen. Zu schlafen und nicht zu denken.
2ch streckte mich nieder in das weiche, trockene Gras lM wurde ruhig voller Frieden. 2ch lauschte, entschlummernd a i den stillen, gleichmäßigen Atem meines lieben, jungen Wewe Limokoa.
(Fortsetzung folgt.)