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Nr. 9

M«â dm 13- 2« 1925.

MM Mgmitung

Beiblatt.

Verlag: Fulda, Kanalstraße 44.

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Der Dame des Sauses —

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Ein FrauenkreuWg.

pänalt vergessen ist heute dieser Kreuzzug und längst ge- «orben und verdorben sind alle die Geschlechter, deren Frauen einst ins heilige Land zogen in einer absonderlichen Lust an Abenteuern Aber jener Frauenkrsuzzug war ein Zeichen sei­ner Seit und so soll denn das Stück tollen, bunten mittelalter­lichen Lebens, das ihn füllt, wieder aufgeweckt werden nach den achthundert Sahren, die zwischen diesen Frauen und uns Neuzeitmenschen liegen.

Die Frau, die auf den wunderlichen Gedanken kam einen Frauenkrsuzzug zu unternehmen, war Eleonore, die Gattin Lud wigs 7. von Frankreich. Der Gedanke war umso verwunder­licher, als Eleonore sich bisher nicht gerade durch große Fröm­migkeit oder etwa durch einen besonders tugendhaften Lebens­wandel ausgezeichnet hatte, aber zu ihrem Kreuzzug hatte sie doch ihren guten Grund und das war die Reue. Sie hatte nämlich den König zu einer Schlacht aufgestachelt, die schließ­lich in eine unrühmliche Metzelei ausgeartet war, und als der Bischof Bernhard dem König als Buße für alle die ungerech­ten Greuel einen Kreuzzug ins Heilige Land angeraten hatte, da beschloß auch Eleonore, auf diese Weise etwas von ihrem Sündenregister abzubUßen. Sie lud also eine ganze Anzahl ihrer Damen — sie waren so ziemlich in jeder Hinsicht ihrer würdig — zur Teilnahme ein und fand bei ihnen, zumal da sie sich für sich und ihre Begleiterinnen sogar eigene Kreuzzeug- AmazonenkostUme ausgebacht hatte ,alsbald begeisterten Bei­fall. So wurde denn das Amazonenheer geschaffen und wur­den allerhand kriegerische Uebungen gemacht zur Vorberei­tung auf die Dinge, die da kommen sollten; schließlich kam es aber schon vorher zu so viel Unfug, daß sich selbst von dem für die gleiche Zeit festgesetzten Kreuzzug des Königs ein und der andere Teilnehmer sachte zurückzog. Am Pfinsttag des Sahres 1143 wurde dann der Zug aber doch wirklich voller Feier­lichkeit angetreten.

Bis Thrazien, wohin die beiden Züge, der des Königs und der Eleonorens, ihren Weg genommen hatten, ging denn auch alles gut, allein als nun der König die frommen Heldinnen voraus sandte an einen sicheren Platz, wohin er nachkommen wollte, da regte sich in Eleonore der gewohnte Widerspruch. Der Platz gefiel ihr nicht und daher wählte sie ganz einfach einen anderen Lagerplatz. Run konnte sie aber hier der Kö­nig nicht gleich finden und auf der Suche nach seinen Ama­zonen wurde er denn eines Tages von räuberischen Arabern angegriffen. Eine greuliche Schlacht folgte und wieder kamen 7000 Mann, die der König dabei verloren hatte, auf Eleono­rens Sündenregister. Gleichwohl drückte sie das nicht nieber. Lebte doch in Antiochien ihr Onkel, Raimund von Poitou, den sie nunmehr besuchen wollte und dieser nahm die beiden Heere nun auch wirklich voller Freundlichkeit in seinem Reiche auf.

Nun folgte eine sehr unrühmliche Fortsetzung des „Kreuz­zuges", denn zunächst dachte man gar nicht daran, nach den heiligen Stätten zu pilgern, sondern genoß volle sechs Sahre die Gastfreundschaft des Onkels in Antiochien. Und ein BUßerleben war es auch nicht, was Eleonore nun führte, ja so­gar alles eher als das und schließlich wurde es selbst dem Kö­nig zu bunt. Denn als eines Tages — es war im Frühjahr 1149 — Eleonore den Stiel umkehrte und eine Trennung ihrer Lhe begehrte, da sandte er sie mit allen ihren Amazonen nach Serusalem.

Hier erwartete sie nun zwar ein sehr höflicher Empfang aber es scheint, als ob König Balduin 2. von Serusalem schon mehr von ihr gewußt hätte, als ihr lieb sein mochte, da sie anfangs fast wie eine Gefangene gehalten wurde. Dennoch begann sie auch hier bald wieder mit ihrem leichten, lustigen Leben und jetzt war es endlich auch der König, den es nach ei­ner Trennung der unseligen Ehe verlangte. Daß man sich nun endlich auf dem heiligen Boden befand, dem der ganze Kreuz­zug zugestrebt hatte, daran scheint man jetzt überhaupt nicht mehr gedacht zu haben. Eleonore lebte wie in Paris, so auch hier ihr zügelloses Leben und ihre Amazonen dürften sie hier­bei wohl auch nicht im Stich gelassen haben. Und so nahm denn der Kreuzzug ein häßliches Ende. Der König strebte nach der Heimat zurück, um sich scheiden zu lassen und Eleonore?

Eleonore freute sich darauf, sich in Paris als kühne Kreuz­fahrerin feiern zu lassen, wie es denn auch in der Tat geschah. Sm November 1149 wurde die Heimat glücklich wieder erreicht aber diplomatische Bedenken hinderten die Ehescheidung doch noch fast drei Sahre lang, eine Zeit, die Eleonore wiederum ganz und gar nach ihrer Weise verlebte. Da sie dem König mittlerweile aber noch ein paar triftige ScheidungsgrUnde lie­ferte, wurde die endlich im Sahre 1152 für ungültig erklärt. Sivei Monate später vermählte sich Eleonore aber schon wieder und zwar mit dem um elf Sahre jüngeren Herzog von Anjou, der dann als Heinrich 2. den englischen Thron bestieg.

Sn ihrem späteren Leben, das ihr so wenig Glück brachte, daß sie sich immer nur „von Gottes Horn Königin von Eng­land" nannte, mag sie wohl noch manchmal ihres „Frauen- Krouzzuges" gedacht haben, der Jo feierlich begonnen und so schmählich geendigt hatte. Aber besser, sie hätte ihn vergessen. Denn dieser Amazonenzug ins heilige Land war wirklich ein häßliches und unrühmliches Stück im Leben der Frauen, die «n ihm teilgenommen hatten.

M. A. v. L ü t g e n d o r f f.

Frauen ohne Segenwart und ohne Munft

(bt.) Man schreibt uns: Ein Snserat von zehn Feilen genügt, und Frauenelend kommt — selbst für die jetzt trauri- hEN wirtschaftlichen Verhältnisse — in erdrückender Menge ins Haus, bleibt, nistet sich ein, auch wenn dis Trägerinnen die­ses Elends lange schon fort sind.

Eine alleinstehende Dame sucht eine „intelligente Stütze und Reisebegleiterin, nur der besten Gesellschaft angehörig, nicht unter 30 Sahren alt“ usw. Die Dame ,eine kluge, feinfühlige Persönlichkeit, erzählt: „Zwei Vormittage hin­durch waren mein Vorzimmer, das Stiegenhaus und sogar der Flur mit den Anwärterinnen auf diese Stellung dicht besetzt. Damen verschiedenen Alters (auch ganz junge Mädchen, trotz­dem ich die Altersgrenze nach unten fixiert hatte), aus der besten Gesellschaft, sprachenkundig, musikalisch, gewandt im Nähen, Schneidern, Handarbeiten, perfekt im Kochen mit ge­ringen oder gar keinen Gehaltsansprüchen, boten sich an, woll­ten ihre Freiheit, ihre Arbeit, ihr Können für ein Heim opfern, das ihnen genommen wurde. Ein Großteil der Bewerberin­nen sind — von den Männern verlassene, geschiedene Frauen, mit einer fürchterlichen Vergangenheit, die Lhe heißt, ohne Gegenwart, ohne Zukunft. Fast keine von diesen Bedauerns­werten war je in Stellung: Alle wissen, daß sie sich einem fremden Willen unterordnen müssen, und dennoch ist in ihnen nur ein Wunsch — unterzukommen. Darunter auch Damen aus der ehemaligen Aristokratie, die meisten unverheiratet. So lange es irgendwie ging, hielt man durch Verkauf von Anti­quitäten, Schmuck, Bildern, Leppichen usw., durch Heimarbeit durch Stundengeben den alten Lebens-Standard aufrecht. Um das Heim vor der Proleiarisierung zu retten, wurde es ver­kauft ,mit dem Lrlös die alte Mutter in irgendeinem adeligen Stift oder auf dem Lande untergebracht Sie bieten ihren Na­men als Antiquität an, die sich im Lalon sehr gut ausnimmt, sich selbst aber als Utilität, die alles kann, alles macht . .

Und nun zu den jungen Mädchen: fast alle aus guten Häu­sern, haben sie jetzt gar keine Gelegenheit, guten gesellschaft­lichen Verkehr zu pflegen. Lie erhoffen sich vom fremden Haus, von der Reise den Weg, der noch zur Lhe führt. Linige von ihnen trieb bitterste Rot aus dem Haus. Kam da ein junges Ding, das vom — Vater schmählich verlassen wurde. Lr hat­te eine Geliebte, mit der er durchging ,nicht ohne vorher die Wohnung mit der Einrichtung verkauft zu haben. Der Toch­ter hinterließ er seine Schulden und seinen diskreditierten Na­men .

Daß es mir diesmal besonders schwer fiel, eine Wahl zu treffen, werden Sie wohl glauben. So vielen wertvollen Frau­en wäre zu helfen, müßte geholfen werden, und doch vermag ich es kaum Liner. Denn wird meine neuengagierte Stütze auch wirklich glücklich, oder nur zufrieden fein? Mit meiner letzten hatte ich nicht gerade die besten Erfahrungen gemacht. <3ch nahm mir eine ganz arme Doppelweise, die mir eine Tochter werden sollte. Anfangs genoß sie in vollen Zügen. öeber Theaterabend wurde für sie zum Ereignis, jeder Gesellschafts abend zur Sensation. Aber bald war sie übersättigt. <3m Winter gingen wir an die Riviera, und ich wollte von dort nach Italien, bis nach Rom. Aber schon in Mailand drängte sie zur Heimreise, öch gab nach, und von da ab beherrschte sie mich vollkommen und fühlte sich dabei immer unzufriedener, bis wir beide diesem unerquicklichen Zusammenleben ein Ende machten.

Was aber wird nun sein? Die verzagenden Blicke der vielen Abgewiesenen verfolgen mich, werde ich wenigstens dieser Einen, die vorläufig noch wähnt, das große Los gezogen zu haben, helfen können? . . . ."

Berliner Modebrief.

Von Gertrud Köbner.

Abendkleider.

Nach und nach haben sich die früheren gesellschaftlichen Be­ziehungen wieder eingestellt, und die Einladungskarten werden ins Haus geschickt.

Das moderne Abendkleid hat einen unbestreitbaren Lhar- me. Ls ist sehr kleidsam und bewahrt eine gewisse Einfach­heit, ohne deswegen der Eleganz zu entbehren.

Vor allen Dingen ist der große Erfolg der in den Farben abgestusten Kleider festzustellen. Sowohl auf Leidenvoile wie auf Samt, auf Leide und auf Lame.

Man gelangt auf diese Weise zu wirklichen Mosaiken, die alle nur denkbaren Lichtwirkungen aufweisen.

Das Kleid, das in seinen Farben am meisten abgetönt wird, ist ein Musseline. Die Frauen lieben seine Weiche und auch seine Weite. Die abgetönten Kleider haben einen ganz speziellen Eharakter. ömmer sehr fein und vornehm wirkend, eignen sie sich gut für Garnierungen mit Spitzen, für Inkru­stationen, für etagemäßige Ueberwürfe, die beim Tanzen gleich Blumenblättern herumflattern. Wir sehen viele abge­tönte Kleider, zu denen Musselinemäntel getragen, die auch keinen anderen Schmuck als ihre Farben aufzuweisen haben. Manchmal legt sich ein Schal über die Schultern und bedeckt den Oberarm.

Um einen Wert wiederMerlangen, den ihm die Konfektion zu rauben suchte, bringt das abgetönte Kleid originelle Effekte. Wir sehen kein Kleid mehr, das regelmäßig beperlt ist, es sei denn ein mit der Hand benähtes, mit einer Bordüre an Rock und Ausschnitt. Manche perlenbestickte Kleider aus weißem Soidenvoile sind nur zur Hälfte des Rocks mit korallenroten Motiven garniert.

Wir sehen viele zarte Farben wie rosa und blau, aber blau bedarf eines großen Zarbenstudiums, denn es wirkt abends sehr leicht kalt. *

Lerner interessieren sich die Frauen lebhaft für eine Be­wegung, die sich neuerdings kundgibt, die seitliche Drapierung.

Wie weit ist diese Mode von der entfernt, an die sich un­sere Augen bisher gewöhnt haben! Trotzdem dürfen wir diese neue Richtung nicht außer Acht lassen, denn die kommende Mode wendet sich ihr sicher zu: Drapierung über den Hüften, Einsatz auf den Blusen, kleine Volants.

Ob sich die Frauen Rechenschaft darüber ablegen, was man ihnen verspricht? Anfangs werden sie vielleicht ein wenig

zögern, die Futterale abzulegen, die aus ihnen so reizende „gro­ße kleine Mädchen" machten, aber sie werden bald einsehen, daß eine solche Eleganz auch die Gesellschaftsklasien wieder herstellen würde. Denn ein ganz klein wenig komplizierte Kleider können nicht vor aller Welt getragen werden.

Anregungeir für den Wäscheschrank.

Die Frau, der es gegeben ist, in jedem Stück ihrer Einrich­tung eine persönliche Note walten zu lassen, wird auch ihre Schatzkammer, den Wäscheschrank, in einem besonderen Stil einrichten.

Dieser Schrank bleibt der Stolz jeder Hausfrau; je reicher und umfänglicher die leinenen und damastenen Stapel sind, umso lieber wird sie ihn weiblichen Besuchern öffnen. Damit mag es bei Sungverheirateten heute beträchtlich hapern; nur Wenige werden das an Wäschevorräten aufzuweisen haben, was der älteren Generation, die aus guten VürgershLusern entstammte, selbstverständlich war: Eine Ausstattung, die für etwa 25 Ehejahre ausreichend war, oft sich auch in einem langen Leben nicht erschöpfte. Und noch seltener wird der Fall sein, an den ich mich oft mit Seufzen erinnert fühle: Wie im Winter 1914 eine Bauersfrau in ein bekanntes ostpreußisches Wäschegeschäft trat und eine vollständige Wäsche-Ausstattung für ihre Lochter verlangte. Der Besitzer kannte sie und fragte erstaunt, woher denn die große Lochter käme.

„Ach, die is man erst neun Sahr, aber wat soll dat Seid lie­gen, wir haben Krieg! Wäsche is sicherer wie Seldl"

Und sie kaufte in großen Posten ein. Nach ihr kam noch viel Landbevölkerung und sorgte für Vorräte auf Kind und Kindeskinder zulangend, während die Städter zu dieser Zeit überhaupt nichts kauften.

Wer heute darum nur wenig hat, wird auch das Beschei­dene in freundlichster Gestalt anordnen wollen. Dazu gehört vorerst eine Vespannung der inneren Schranktüren mit feinem, gekraustem Batist oder Boile in den gleichen Farben, die für die seidenen Wäschebänder gewählt sind. Alle lichten Farben sind geeignet. An jede Türe hänge man eine Serie bunter SeibenfacKchen mit einer duftenden Füllung. Die Randgar­nierung der Bretter entscheidet am meisten über die Wirkung des Schrankes. Die steifen Häkelkanten oder die blaubestick­ten Eanevaftreifen mit Lehrsprüchen gehören einem verscholle­nen Geschmack an. Reizvoll ist eine breite Maschinenspitze im Valenciennes- oder ähnlich zartem Eharakter. Diese läßt man schmal in stehenden Fältchen plissieren und näht sie am oberen Rande auf ein weißes Wäscheband auf den Brettern mit Reißstiften befestigt, so daß nur die zierliche Spitze zu sehen ist. Noch aparter wirkt ein etwa 4—5 Zentimeter brei­tes Leinenband in der Garnierfarbe des Schrankes, auch dieses fein in Falten gebrannt. Es wirkt, als ruhten die Wäsche­stöße auf feinen Tüchern. Wer einen feinen Duft im Schranks liebt, der bleibe stets einheitlich bei einer Duftart, die sich im Laufe der Sahre dem gesamten Schrankinhalte mitteilt. La­vendel ist noch immer beliebt; man verteilt ihn, in eine Zahl sei bener Lachez oder Kiffen eingenäht, zwischen die Wäschebün- del. Es hat Stil, wenn ein Schrank in mattlila Garnitur auch mit Königsflieder oder Veilchenduft parfümiert ist. Die Duft­spender bestehen aus Pulver, das man in Parfümerien er­hält und nun in allerlei Formen kleiner Seidentaschen einnä- hen kann; sie sind auch als schmale Atlassachez fertig käuflich. Sin Schrank in lichtgrün und Spitzen, von Maiglöckchengeruch zart durchzogen, ist eine Sinnenfreube für das weibliche Ge­schlecht. Manche Dame liebt es, einen Modeduft von manch­mal zweifelhafter Güte ihrem Wäscheabteil zu geben. Ueber den Geschmack ist schwer streiten; doch dürfte ein unvermischtes BlUtenaroma, das an Wald und freie Luft erinnert, gerade für Wäsche entschieden passender sein. L. M. B.

Wie Krankenkost zu bereiten ist.

(dt) Welche Frau kennt nicht den frohen, aber doch so schwierigen Augenblick, da der Patient, den sie gepflegt hat, Appetit auf richtiges Essen bekommt! Der Moment ist schwie­rig, teils weil der Patient oft, wenn ihm bas gewünschte Essen präsentiert wird, doch nicht die Kraft oder Luft hat, es zu essen, teils weil der Patient oft das gewöhnliche Essen gar nicht vertragen kann, sondern versuchen muß, Gesundheit und Kräfte wiederzugewinnen durch eine Diätkost, die weder ein Genuß für das Auge ist noch den Gaumen reizt. Einige Grund­regeln sind zu berücksichtigen, wenn man Essen für einen Kran­ken oder richtiger einen Rekonvaleszenten besorgen soll. Es versteht sich von selbst, daß bas Essen appetitlich angerichtet sein muß. Tablett und Serviette müssen ohne Flecken sein, Löffel, Gabel und Gläser blank und schimmernd. Möglichst ist etwas frischer Salat oder Petersilie zum Ausputz zu verwen­den. Man darf immer nur kleine Portionen anrichten und niemals aus Bequemlichkeit so viel Essen kochen, daß es das nächstem«! aufgewärmt werden muß. Die folgenden Anwei­sungen für eine Krankendiät sind nur Vorschläge, die vielleicht Kranken wie Pflegerin erfreuen. Sicherheitshalber kann man mimei cen Urzt um Rat fragen, ehe man die Rezepte für den Kranken verwendet. Ls ist zu bedenken, daß der Kranke wenig Essen auf einmal bekommen soll, dafür aber häufiger und zwar zu regelmäßigen Zeiten. Ein leichtes Diätmenü müßte folgen­dermaßen aussehen:

Um 7 Uhr Milch.

Um einhalb zehn Uhr: Feiner Milchbrei, Milch, geröstetes Brot mit Butter.

Um 12 Uhr: Luppe. Gin weichgekochtes Li, geröstetes Brot mit Butter.

Um einhalb drei Uhr: Gekochtes Hühnerfleisch, Apfelsinen­gelee.

Um 5 Uhr: Milch und Lee. Geröstetes Brot.