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Der BamM'Stanbal.

Ueberbieje in ihrer ganzen Ausdehnung noch von keinem Lande erreichten Schmutzaffäre, werden von der Presse die widersprech-ensten Berichte veröffentlicht. Bei kritischer Be­trachtung der verschiedensten Artikel führender Parteiorgane, muß man immer wieder zu dem Schluß kommen, daß sich manche Partei bezüglich der Veröffentlichung der Dokumente und durchaus glaubwürdiger Briefe doch einer zu großen Rücksichtnahme und Zurückhaltung befleißigt, und Tatsachen wir wollen nicht sagen wissentlich verschleiert. In dieser ganzen Affäre, in diesem ganzen Schmutztümpel von Korruption und Schiebung, hat nur eine Behörde das Recht Klarheit zu schaffen, die Staatsanwaltschaft. Und jeder Deutsche muß fordern, daß eine unbedingte Klarheit geschaffen wird; denn das deutsche Ansehen in der Welt hat durch diesen Skandal einen Stoß erlitten wie noch nie zuvor. Das Treiben einer ge­wissen Kaste, wie Barmat und Konsorten, wollen wir nicht be­leuchten, hier handelt es sich um jene betrübliche Feststellung des Geistes der Bestechung und Korruption, der sich in einem Teil unserer Beamtenschaft breit machte. In früheren Jahren war es Sitte, daß der Beamte, auf dessen Ramen der geringste Makel fiel, sofort gegen sich selbst das Disziplinarverfahren beantragte. Dies war ein Standpunkt, den man heute ver­mißt. Des ferneren ist die Person unseres jetzigen Staats­oberhauptes mit dieser Angelegenheit verquickt worden. Wenn auch unzählige Dementis dies im rosigsten Lichte erscheinen lassen. Hatte schon der Aame unseres jetzigen Staatsober­hauptes in der Magdeburger Angelegenheit die Spalten in- unb ausländischer Zeitungen gefüllt und war das Resultat je­nes Prozesses in Magdeburg auch nicht gerade angetan unseren Reichspräsidenten absolut zu rehabilitieren, so gibt dieser Rie­senskandal jetzt wiederum dem Auslande Gelegenheit zu einer für uns vernichtenden Kritik. Wenn daher die nationalsozia­listische Partei den Antrag vorbereitet, der die Demission des Reichspräsidenten Ebert fordert, so ist dieser Antrag im Sinne der Ehrbegriffe unserer früheren deutschen Beamten aufzu­fassen, bei denen es selbstverständlich war, sofort um die Ent­hebung aus ihrem Amte zu bitten, falls gegen sie das Geringste vorlag. Diese Sitte ist Gott sei Dank nicht nur in Deutsch­land üblich gewesen, sondern erfreut sich auch der Pfege bei Republiken, die wir früher nicht ganz für voll nahmen. Gerade in den letzten Monaten, hat uns ein südamsrikanischer Staat wiederum ein sehr nettes Bild entrollt. Es war die Republik Thile, deren Präsident Arturo Alessandri eines schönen Tages von der Volksvertretung ein Brieflein bekam, dessen Inhalt frei übersetzt lautete:Falls er das Land verlassen wollte, wür­de man ihm keine Schwierigkeiten in den Weg legen." 'Dieser Wink hat genügt. Bei uns dagegen bedarf es erst eines langwierigen Prozesses, bedarf es erst der Aufwühlung aller politischen Leidenschaften, bedarf es fernerhin erst einer inten­siven Bearbeitung und Verhetzung der Volksmaßen, ehe die Angelegenheit in vornehmer Weise die Klärung erfährt deren sie bedarf.

Ohne Rücksicht auf Parteizugehörigkeit und Stand muß jeder Deutsche fordern, daß alle Staatsbeamten, die in dem Fahrwasser der Barmat und Konsorten trieben und nun in den Strubel gerissen wurden, ihre Konsequenzen ziehen, sofern sie nicht in der Lage sind sich absolut reinzuwaschen.

Die ganze Angelegenheit ist ja so zerfahren und, erfährt noch weitere Komplikation dadurch, daß man bereits Verstor­benen die Schuld beimißt, um jetzt noch Lebende nicht kompro­mittieren zu müssen, sodaß das Publikum vorderhand sämt­lichen Zeitungsnachrichten mit Recht sehr skeptisch gegenüber steht.

Als einzige traurige Tatsache steht bis jetzt nur die Er­schütterung des Vertrauens und der Berufsehre unserer deut­schen Beamtenschaft da.

Demission Hughes.

D. B. Washington, 12. Jan. (Eig. Mldg.) Amtlich wirb mitgeteilt, daß Staatssekretär Hughes dem Präsidenten Goo- üdge seine Demission unterbreitet hat, da er nach 20 jähriger Tätigkeit sich ins Privatleben zurückziehen will. Zu feinem Aachfolger wird Botschafter der Vereinigten Staaten in Lon­don, Kellog ernannt werden, der augenblicklich an der Zinanz- ministerkonferenz in Paris teilnimmt. In politischen Kreisen erblickt man in der bevorstehenden Ernennung Kellogs eine ^owähr für die Aufrechterhaltung der freundschaftlichen Be­ziehungen zwischen den Vereinigten Staaten von Nordamerika unb Großbritannien. Auch weist man darauf hin, daß der neue Staatssekretär der Annahme der Völkerbundssatzung unter weniger weitgehenden Vorbehalten günstig gesinnt fei. Als Nachfolger Kellogs wird der Generalstaatsanwalt Beck be­zeichnet.

Einigung auf drr Bacher Zinanzkonserenz.

Paris, 12. Jan. (Eig. Mldg.) Nach einer Havas- Meldung haben sich bie alliierten Finanzminister grundsätzlich über die verschiedenen Probleme geeinigt. Montag nachmittag um fünf Uhr findet eine Vollversammlung statt, in der die den Sachverständigen ausgearbeiteten Kompromisvor- age begutachtet werden sollen. Die Verrechnung der Ein- nahmen der Ruhrbesetzung soll in der Weise erfolgen, daß die 0 en tur bas Unternehmen von den Gesamteinnahmen abge- zogen werden, sodaß ungefähr eine Milliarde Soldmark zur Perteilung an die alliierten Regierungen verbleibt. Belgien hat man bas Zugeständnis gemacht, daß alle I osten für bie wirtschaftliche Ausbeutung ersetzt werden.

Frankreich erhalt außerdem den Ertrag für die Koksliefe- rungen an Luxenburg in Höhe von 40 Millionen Soldmark jugeffanben. Die belgische Priorität behält bis 1926 Geltung aber danach werde Belgien nicht mehr acht Prozent von den R-eparationszahlungen, sondern nur 4 einhalb Prozent erhal­ten. Die von dem belgischen Finanzminster Theunis geforder­ten sechs Prozent seien abgelehnt worden. Die auf diese Weise erzielten 3 einhalb Prozent würden der amerikanischen Repa­ration zuerkannt. Dafür werden aber die amerikanischen Ve- fatzungskosten, im Laufe von zwölf Jahren zurückbezahll wer­den sollten, erst in einem Zeitraum von zwanzig Jahren zu- rückerstattet werden. Die Vereinigten Staaten werden an den

Reparationszahlungen 37 Jahre lang teilnehmen, also solange der Dawesplan läuft. Die Besatzungskosten werden von nun abnur noch" 160 Millionen jährlich betragen. DasEcho de Paris" weist zur Beruhigung der öffentlichen Meinung darauf hin, daß der Dawesplan insgesamt einen Ertrag von 35 Milliarden Goldmark ergebe.

Das Neueste.

Berlin, 12. Jan. 1925. WV. Die Plenarsitzung des Reichstags wurde auf Mittwoch nachmittag 4 Uhr berufen.

Berlin, 12. San. 1925. W.B. Der Reichspräsident hat den Reichskanzler Marx bis auf Weiteres mit der Wahr­nehmung der Geschäfte des Reichsministers für die besetzten Gebiete betraut.

W.V.

Reue Anträge im Reichstag.

Berlin, 12. San. (telef.) Dem Reichstag ist

eine Reihe neuer Anträge, darunter ei« Antrag Leicht, (bagr. Volksp.) zugegangen, der die sofortige Auflösung der Reichs- gctreidestelle fordert. Lin Antrag Schmidt (Dtu). der um Außerkraftsetzung der Verordnung bctr. des Verbot des Tra­gens einer Militäruniform durch ehemalige Angehörige der bewaffneten Macht ersucht, ein Antrag Müller-Franke (So?.) der für die umgehende Vorlage eines Schankstättengsfetzes eintritt, und ein Antrag Meger (wirtschl. Ver.), der eine Ver­besserung der Landpoftbestellung anregt.

Nichts als Besprechungen.

W.B. Berlin, 12. San. (telef.) 2« einer Besprechung mit Dr. Luther hat, wie aus parlamentarischen Kreisen verlautet, der Franktionsvorsitzende der Deutschen Volkspartei Scholz, sich seine endgültige Stellungnahme zu dem Plane des Finauzministers noch Vorbehalten. Er hat den Vorstand seiner Fraktion für Dienstag Aachmittag berufen. Die demo­kratischen Parteiführer haben ihre unveränderte Haltung, die

sie

bisher eingenommen hatten, wiederum bekundet.

Zahlungserteichlerungeu für die deutsche Landwirtschaft.

W.B. Berlin, 12. 2an. (telef.) 2n einer Mitteilung des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft heißt es u. a., daß der wirtschaftliche Bestand der deutschen Landwirtschaft die Sicherstellung der Ernährung durch die 2n- landserzeuguug zur wirtschaftlich tragbaren, mit dem Welt­markt konkurrenzfähigen Preisen die möglichst schnelle 2nten- sivieruug der landwirtschaftlichen Betriebe notwendig mache. Die hierzu dringend benötigten brauchbaren Feldkraftgeräte konnten wegen der erhöhten Preise der deutschen Geräte bis­her nicht bezahlt werden, sodaß im Frühjahr und Herbst die Einfuhr von je 500 Vorschlepper« freigegeben werden mußte. 2ufolge der Verbilligung und weiteren Vervollkommung der deutschen Kraftpfluggeräte wurde dem Laudwirtschaftsminister durch die Bereitstellung günstiger Kredite und durch die Her­stellung von Großserien die Anschaffung deutscher Erzeugnisse ermöglicht.. Das Ministerium legte mit einer Reihe von Fir­men die Lieferbedingungen fest, wonach beim Bezug von Kraftgeräteu 10 Prozent bei der Bestellung angezahlt und 15 Prozent bei der Lieferung des Gerätes gezahlt werden könne. Der Hauptteil des Kaufpreises braucht erst nach der neuen Ernte entrichtet zu werden, kann jedoch auch durch Raten­zahlung getilgt werden.

Um die Beamtengehälter.

W.V. Leipzig, 12. San. (telef.) Die badische Re­gierung hat nach einer Verordnung vom 12. Dez. 1924 den Beamten der Besoldungsgruppen 1 bis 6 eine Zulage zu den Grundgehälter» von 20 Proz. bewilligt, wogegen die Aeichs- beamleu durch die Verordnung des Aeichsfiuauzmiuisters nur 12 einhalb Prozent erhalten. Der Reichsfinanzminister erhob dagegegen Einspruch. Das Reichsfchiedsgericht beschloß nun heute den Einspruch für begründet zu erklären.

Eisenbahnunfall.

W.B. Aachen, 12. San. (telef. Von dem Bahnhof L t o l l b è r g-H a m m e r aus liefen heute morgen 10 be­ladene Eisenbahnwagen in der Gefällstrecke des Anschlußgleises auf eine am Ende der Strecke haltende Rangierabteilung. Der Zugführer wurde getötet, und 4 Wagen stark beschädigt.

Der franz. Botschafter in Rußland.

W.B. Moskau, 12. San. (Russ. Lelegr. Agentur.) Der französische Botschafter Herbette ist gestern hier em- getroffen und wurde am Bahnhof u. a. von Vertretern des Volkskommisariats des Aeußerv empfangen. Herbette sprach den Journalisten seine Genugtung über den freundschaftlichen Empfang aus und erklärte, er sei glücklich und stSlz als erster französischer Botschafter nach der Sowjet-Union gekommen zu sein. Er sei gewillt Hand in Hand mit der Sowjetregierung für eine Annäherung und die Wiederherstellung normaler Be­ziehungen zwischen den beiden Ländern zu arbeiten.

Ein Deutscher ermordet.

Mexiko (Stadt), 12. 2an. Die Nachricht, daß der Reichs- deuscher Wilhelm Hinspeter am S. Januar auf dem Ranfcho San Bartolo" bei Puella durch eine bewaffnete Bande er­mordet wurde, bestätigt sich. Der deutsche Konsul begab sich sofort an den Ort der Tat und stellte die Personalien des Opfer fest. Der mexikanische Außenminister hat dem deut­schen Gesandten unverzüglich in einem sehr herzlich gehaltenen Privatbrief im Auftrage des Präsident Talles das Bedauern der Regierung ausgesprochen und betont, daß der Präsident sofort die energischen Maßnahmen anordnete, um die Be­strafung der Täter herbeizuführen. Die Mörderbande, die angeblich 50 Mann stark und gut bewaffnet ist, wird von Militär verfolgt.

Rationale Sreuzarbeit. Die Arbeitstagung für deutsches -Volkstum, bie am Sonnabend in Berlin begonnen hat, lenkt roieber einmal die Aufmerksamkeit auf die überaus wertvolleo

Leistungen des Deutschen Schutzbundes für die Grenzarbeit Erhaltung des Deutschtums und der Abwehr des Einfluss fremden Volkstums. 2m Mittelpunkt steht, wie der sitzende Dr. o. Loesch lichtvoll ausführte, der neue Tgpus Heimatgedankens, der jenseits aller Parteqchiagworte Aationalbewutzqein und Heimatge^yl des Grenzlandes durck einoringende Kulturarbeit vertieft und bereichert. Hier sieg? Aufgaben, deren Bedeutung heute noch nicht in ihrem voll« Maß gewürdigt wird, für unsere Zukunft aber vielleicht schlaggebender ist, als der geräuschvolle Betrieb unserer teimäßig gebundenen Tagespolitik.

Der neue Oberbefehlshaber der Gruppe 2, General der fantcrie Reinhardt hat seinen Dienst angetreten. gr den Behörden seine Aufwartung gemacht und wird am Januar die Truppen des Standortes Taffe! begrüßen.

7. Januar wohnte er der Taufe des neuen KreuzersEmden" in Wilhelmshaven als Vertreter des Thefs der Heeresleitung General der Infanterie von Seecks bei. Die nächsten ^agè wird er pu- noch in Stuttgart aufhalten zur Abwicklung dien­licher Angelegenheiten.

Aus Stadt und Land.

Glatteis. Die feuchtkalten Nächte bewirkens " Vereisung der Fahrstraßen und Bürgersteige. Es ist bes^ dringend erforderlich, daß die Hauseigentümer den Bürg«, steig, soweit er im Bereich ihres Grundstückes liegt, in d» frühen Morgenstunden mit Asche, Sägemehl oder Sand b«. ! streuen, wie dies ja wohl auch hier in Fulda polizeilich verors. net ist. Der Hauseigentümer macht sich bei Unterlassung d» ser Handlungen evtl, strafbar, zum mindesten aber setzt er st i leichtfertigerweise einer größeren Geldausgabe aus. Bekamt- ' lich kann der Hauseigentümer für Unfälle, die infolge Nicht­beachtung oder Fahrlässigkeit in der Beachtung der Vorschris- ten entstehen, haftpflichtig gemacht werde.

Umsatzsteuererkläruug für 1924. Wir machen auf bin der heutigen Nummer veröffentlichten Bekanntmachung k Finanzamtes, betreffend der Abgabe' der Umsatzsteuer-Er­klärung für 1924 aufmerksam und empfehlen deren sorgfältige Beachtung.

m. Kreuzbruder-Stammtisch. Aach zehnjähriger Ruhe- pouse ist es dem Vorsitzenden des Kreuzbruder-StammtischeL, Herrn Glasermeister Max Röder gelungen, am Mönch wieder die erste Weihnachtsfeier mit Verlosung in derGer­mania" zu veranstalten. Reichlich waren die Geschenke von den alten und auch neu angemeldeten Mitgliedern eingegangen, und mancher Beteiligte brachte für 20 Pfennige einen recht ansehnlichen Gewinn mit nach Hause. In seiner Begrüßungs­ansprache hob der Vorsitzende Zweck und Ziel des Stamms sch es hervor, wonach von den eingehenden Beiträgen M Zuwendungen bedürftige Kinder zu Weihnachten beschenkt JW' den. Der Kassenbestand wies den schönen Betrag von 375. Mark auf, wofür sechs bedürftige ^invevVMftä iMg neu e'm- gekleidet wurden.

F i l m s ch a u. (Neues Theater.) chfDië' Taucher" ist m Sensationsfilm ersten Ranges, der neben einer spanne* Handlung vor allen Dingen Aufnahmen zeigt, wie sie /â wieder gefunden werden. Tief unten auf dem Grunde bit See beobachtet der Beschauer die schwere Arbeit der Tauchn,^ das Wertvollste aus den untergegangenen Schiffn bergen, er­lebt einen Schiffszufamm enstoß auf hoher See, das Aus­schwingen und Zu-Wasser-Iassen der Rettungsboote, begleitet die Tauchermannschaft in die Tiefe und wohnt einem Kampfe von U-Bootsleuten auf dem Meeresgrunde bei. Daneben

dem New-

aber werden noch interessante Aufnahmen aus Yorker Nachtleben gezeigt, kurz, der Film ist eine einzige

spannende Handlung von Anfang bis Ende.

Beginn des Wintersportes in der Rhön. Der gemeldete ' Schneefall hatte am letzten Sonntag zahlreiche Schneeschuh-' ; läufer aus Fulda und Frankfurt in die Rhön gelockt. In Gers- selb selbst war allerdings noch keine Sportmöglichkeit gegeben - doch war die Skifähre bei 800 Meter ziemlich gut. Diejenigen, die in Schmalnau ausgestiegen waren, durfte allerdings, ihn Hölzer erst einmal bis Dahlherda tragen, um auf dem Dani- mersfsld endlich ein wenigfchirgeln" zu können. Dort wer der Schnee nicht besonders, aber trotz allem entsprach bie > Stimmung dem herrlichen Winter-Sonnenwetter. Wie wie hören, wird nach Eintreten besserer Schneeverhältnisse an k Sonntagen frühmorgens um 7 Uhr ab Fulda ein ExtraM nach Gersfeld verkehren, der nur in Schmalnau halten nM Ueberdie Schneewetterverhältnisse werden wir bei eingetn*' nem Neuschnee unsere Leser durch tägliche Sigenbericbte* | dem Laufenden halten.

Hanau a. M. 12. Jan. 1925. WB. Gestern stürzte . der 20jährige Elektrotechniker Wilhelm Beßler aus Grè' Auheimbeim Montieren einer Hochantenne vom Dache Hauses in der Uferstraße in den Hof. Der junge Mann bewußtlos in das Krankenhaus gebracht, wo er heute VoriE tag seinen Verletzungen erlegen ist.

Die Bekämpfung der Obdachlosigkeit.

In einem Runderlaß des Preußischen Innenministers «^ auf die Verpflichtung der Polizei hingewiesen, die ObbacbW' I keit zu bekämpfen, es sei denn, daß sie eine Folgeerschein^ armenrechtlicher Hilfsbedürftigkeit ist, der in erster Linie Fürsorgeverband abzuhelfen hat. Nach verschiedenen scheidungen des Preußischen Oberverwaltungsgerichts, so 7 nimmt der Amtliche Preußische Pressedienst dem minister^ Erlaß, darf die Polizei zur Einweisung in die früh Wohnung oder in die leerstehende Wohnung eines Dritten dann schreiten, wenn der Familie durch die Obdachlosigkeit e unmittelbare Gefahr droht und diese Gefahr I auf keine andere Weise als durch die zwangsweise Einweil _ in eine freistehende Wohnung beseitigen läßt. Bevor dav die Polizei jemand in die bisherige Wohnung, zu deren A mung er zivilrechtlich verpflichtet ist, wieder eiiuveift, 11 sie zunächst feststellen, ob nicht eine Unterbringung in anor Räumen möglich ist. Die Einweisung darf jedoch amh nicht für bie Dauer, sondern nur für eine bestimm ^ bezeichnende Frist erfolgen. Innerhalb dieser Frist m"ß ^ Polizei versuchen, ein anderes Unterkommen zu beschall