Einzelbild herunterladen
 

«shlua er alle weiblichen Personen, die er kannte, wenn sie neugierig aus der Lür traten oder das Zensier öffneten Line ltändiae Sigur in der Schar war auch ein Quacksalber (Oel- er) der, auf dem Rücken einen mächtigen Korb voll Laibentiegel und Fläschchen, gefüllt mit Theriak und Mi- tbridal seine Mittel gegen alle Krankheiten anpries. Unter- bellen knallten die einen mit kurzgestielten Peitschen, die an­deren bliesen auf Kuhhörnern, wieder andere -trugen Holzge- ttelle an denen breite, 30 bis 40 Zentimeter hohe gehämmerte Glocken (Rumpelglocken") hingen, die bei jeder Bewegung ertönten. Kurz, unter vielstimmigem Höllenlärm zog die ver­mummte Schar derschiachen" Perchten trotz schlechter We­ge und Dunkelheit mit Hilfe der Bergstöcke springend rasch durch das nachtschlafende Lal. Die schönen Perchten dage­gen kommen am Nachmittag. Sie sind im Pongou in Lan­destracht, ein Bursche als Mann, einer als Zrau. Der Mann hat einen auffallend hohen, ihn selbst fast um das Doppelte, überragenden Kopfaufputz. Zn der Hand hält er einen Degen. Den schönen Perchten folgen einige Gestalten mit Teufels­masken, Ketten an den Händen und in schwarze Schaffelle ge­hüllt, außerdem Burschen mit Liermasken. Auch mit den schö­nen Perchten gehen allerlei Spaßmacher, Quacksalber, ein Schneider mit einer Streckschere, ein Müller, Zigeuner und an­dere, ferner ein Lustigmacher mit einer wurstartigen Rolle wie bei den schiachen Perchten. Mit ihm tritt ein ähnlich ge­stalteter Bursche auf, der ein Wickelkind an einer Schnur mit sich trägt. Dies wirft er gelegentlich Frauen oder Mädchen zu, um ihnen Gutes zu wünschen. Die schönen Perchten tan­zen vor einigen Häusern.

Man sieht die Perchten, auch die schiachen, überall gerne. Denn ihr Erscheinen verbürgt ein fruchtbares Zahr, und der Bauer wünscht, daß sie über seine Flecker laufen. Ze mehr Perchten gehen, desto größere Zruchtbarkeit erwartet man. Die Perchten vertreiben also die bösen Geister der Unfrucht­barkeit und bringen Segen. Das Zuwerfen des Wickelkindes und das Schlagen der Mädchen und Frauen zeigt, daß die Se- genswirkungen nicht auf die Zrüchte des Zeldes beschränkt ist, sondern sich auch auf die Menschen erstreckt. Menschliche und vegetalistische Zruchtbarkeit werden wir noch in manchen solchen Bräuchen vereinigt finden. Das Schlagen mit dem Wulst soll bei den Mädchen und Zrauen dieselbe Wirkung Her­vorrufen wie anderswo der Schlag mit der Lebensrute.

Wieder dreimal täglich Post. Wie uns vom hiesigen Post­amt mitgeteilt wird, finden vom Montag den 5. Zanuar in Zulda wieder 3 Ortsbriefzustellungenstatt und zwar:

1. Zustellung 7,30 bis 10 Uhr,

2. Zustellung 11 bis 1,15 Uhr,

3. Zustellung 4 bis 6 Uhr.

"Der Handelskammer, die sich für "diesen Gedanken auf das wärmste einsetzte, gebührt seitens der Bevölkerung Dank und Anerkennung. Mit großer Genugtuung begrüßen wir mit den Einwohnern die getroffene Neuerung, die besonders den Ge­schäftsleuten und denjenigen zugute kommt, welche über kein Postfach verfügen.

Oratorien und Konzertverein Täcilia-Museum. Ueber Konzertmeister Max Strub aus Dresden lesen wir in den "vorliegenden Kritiken wie folgt:Frankfurter Zeitung":Der ungewöhnlich rasch aufgestiegene Geiger hatte Gelegenheit, nicht nur seine weitgediehenen Zertigkeiten auf seinem Zn- strument spielen zu lassen, sondern auch hinter aller Virtuo­senlust einen schön gepflegten Ton und den Sinn für geistige Ökonomie erkennen zu geben, Zreiburg:Strub hinterläßt mit seinem Spiel einen unverwischbaren Eindruck .... klanglich von bestrickendem Reiz . ... mit solcher technischer Vollen­dung paart sich die Hingabe an das Geistige des Werkes . . . die Violine wird zur Prophetin". Der Abend darf daher mit gutem Gewissen jedem Musikfreund bestens empfohlen werden."

Bettelunwesen. Zn der Nachkriegszeit hat Fulda einen starken Zuwachs von Ausländern, besonders von zigeunerähn- tichem, licht- und arbeitsscheuem Gesindel aufzuweisen, das sich besonders in der Unterstadt eingenistet hat und sich durch seine Dreistigkeit im Betteln usw. unliebsam bemerkbar macht. Zn der Regel gehen die Weiber zu 2 betteln, während die Männer sich alsHändler" betätigen. So kamen zum Beispiel am Neujahrstag zwei Weiber in ein Haus an der Pangenbrücke. Die Hausfrau war allein und diese beiden hielten an um Alles, was in Küche und Haus gebraucht wird: Pfeffer, Sal;, Zuk- ker, Brot, Essig, Oel, Mehl usw. Für jedes hatten sie Ge­fäße mit. Von einem Kuchen, der ihnen angeboten wurde, wollten sie erst wissen, ob er auch frisch fei. Zuletzt ver­langten sie, da sie alle ihre Wünsche erfüllt sahen, noch ein Pemd. vm ihrer Angst händigte ihnen die Frau auch ein sol­ches aus. Auch dieses wurde erst durchgeschen, ob es auch Mnz sei. So brandschatzt dieses Gelichter schon seit Monaten rnjere Stabt, ohne daß es einmal gefaßt wird. Scheinbar ha­ben unsere Einwohner, bei denen oben zitierte Zölle vorkameu Angst vor den braunen Gesellen, um eine Anzeige zu erstatten. Zm Znterosse der Sicherheit ist dies aber unbedingt geboten; Jenn ein Polizeibeamter wird die Gesellschaft fchwerlich fassen, -die sich sofort zu brücken versteht, wenn eine Uniform auftoucht. Das Publikum muß hier die Arbeit der Polizei unterstütz >n r'nd dieselbe sofort benachrichtigen, wenn die unerwünschten Burschen auftauchen, die meistens noch einige Dinge aus dm Behausungen mitgehen lassen.

Oie deutsche Hochschule für Leibesübungen veranstaltet erst­malig und probeweise in der Zeit vom 22. Februar bis 16. Mai 1425 einen breimonatigen Lehrgang für Frauen in Wgk Ä . ^oidseeinsel ööbr. Zur Zulassung bevorzugt sind: Stin entinnen. Lehrerinnen, Zugcndpflegerinnen, Heilggmna- b neu Die Gebühren für Unterbringung, Verpflegung und Lchigeld (ohne 2veife) betragen für die "dreimonatige Dauer 600 Mark, zahlbar in drei Baten von je 200 Mark die erste riach erfolgte Annahme, die beiden weiteren bis zum 20. März unb 20. April. Anmeldung bis spätestens zum 20. Zanuar an

Deutschen Reichsausschuß für Leibesübungen, Berlin W 35, KurfUrstenstraße 48, der auch jede weitere Auskunft erteilt. Der Lehrplan kann auch auf Zimmer 7 des Rathauses ein- Äklehon werden.

Filmschan. Neues Theater. Die drei Musketiere, weltberühmten Roman von Alexander Duma. Wie Monte Eristo", so erscheinen jetzt auchDie ? ui der plastischen Kraft des lebenden Bil-

ZE^" und Sofklatsch, an Kabale und überreiche Romantik einer versunkenen Zeit auferstehen,

in der der galante Kavalier seine und seiner herzerwählten Dame Ehre und ihr,beider Glück mit der Schärfe des rasch gezückten Degens freudig verteidigte. Neben ober richtiger vor Ludwig 13. von Frankreich (16011643) lenkte damals der Kardinal von Richelieu (15851642), der größte Staats- man seiner Zeit und einer der genialsten, die mit dem Käpp­chen die Mönchtonsur verdeckten, die Geschicke Frankreichs. Die Mittel, deren sich der Kardinal bebiente, um seine politi­sche Machtstellung zu sichern und die seiner Feinde zu schwä­chen, entsprechen ganz dem Geiste jener Zeit und werfen man­che interessanten, aber nicht immer günstigen Schlaglichter auf seine trotz allem große Persönlichkeit. Sein Hauptgegner sah er in der Habsburgischen Monarchie, die über Oesterreich und Spanien gebot, und in England, das um jene Zeit erwachte. So galt der Kampf, ja der Haß des Kardinals in erster Linie Anna von Oesterreich (16011666), der Gattin Ludwigs 13., seiner eigenen Königin, deren Einfluß auf den König er fürch­tete, und in zweiter Linie dem Herzog von Buckingham (1592 bis 1626), dem ersten Minister und allmächtigen Günstling fo- wohl Zakobs 1. wie Karls 1. von England. Zn intriganter Weise versuchte er zu beweisen, daß die Königin in unerlaubten Beziehungen zu dem Herzog stände. Dieser Beweis aber mißlang» und daran waren nach Alexander Dumas schuld der tapfere Degen d' Artagnan und die drei Muske­tiere. Als Beiprogramm läuftDr. Zack", über dessen Ur­aufführung das8-Ubr Abendblatt der Nationalzeitulsg" fol­gendes schrieb:

Harold Llogd, der inAusgerechnet Wolkenkratzer" zum Liebling des Berliner Kinopublikumsemporgestiegen" ist, hat sich mit seinemDr. Zack" einen neuen großen Erfolg geholt und derAlhambra am Kurfürstendamm" ein Zugstück ver- schaft, das diesem Kinotheater wohl für lange Zeit hinaus jede Sorge um ein wirksames Filmlustspiel genommen hat. Harold Llogd gibt einen jungen Arzt in einem kleinen amerika­nischen Städtchen, der nicht nur Liebling der Kinder ist, weil er die Puppen nicht anders behandelt, als die Menschen, nicht mit Medikamenten, Spritzen und anderen unangenehmen Din­gen, sondern mit liebevoller Fühlung in die Gedanken und Gefühlswelt seiner leidenden Zeitgenossen. Dieses an sich ernste Thema weiß jedoch Harold Llogd mit so zahlreichen ur­komischen Zwischenfällen auszustatten, besonders als er sich darum handelt, sein geliebtes Mädchen, das von einem Kur­pfuscher zu Tode gequält wird, aus dessen Klauen zu befrei­en, daß das Publikum aus dem Lachen nicht herauskommt und schließlich selber einen solchen Arzt herbeisehnt, damit er es von den körperlichen Beschwerden, die ein ununterbrochener Lach Kampf erzeugt befreite. Harold Llogd ist ein Tausendsasa.

Tenttraltheater-Lichtspiele. Nach langer Unterbrechung tritt wieder aus dem FilmDie Lieblingsfrau des Maha­radscha" her bekannte und beliebte FilmschauspielerGunnar Tolnaes" vor das Publikum. Vom 3. bis 5. Zanuar gelangt der neueste Tolnaes Großfilm mit Fräulein Sherlock Holmes ein hervorragend und spannendes Drama in 6 Akten zur Vor­führung. Als Beiprogramm sei der WildwestschlagerAuf den Spuren des Wolfes" genannt. Sodann die Auflösung des Weihnachts-Preisrätselfilms, der manche Ueberraschung brin­gen dürfte.

Hersfeld. Zugend von heute. Einige junge Bur­schen steckten in die Luftlöcher eines Schaufensters mehrere Feuerwerkskörper und brachten dieselben zur Entzündung. Die ausgelegten Gegenstände gerieten in Brand, und das Fenster zersprang. Durch hinzueilende Nachbarn wurde das Feuer gelöscht und so weiteres Unheil verhütet.

Gießen. Sglvesterfeier. Nicht weniger als 5 Opfer wurden in die Kliniken eingeliefert, davon hatten 3 Kopf­schüsse einer eine Handverletzung und einer eine Stichwunde. Der 29 Zahre alte Arbeiter Rinn aus Heuchelheim kam in ei­ne Schießerei und starb an der Verwundung.

wtb. Vad Nauheim, 2. Zan. telf. Ein hiesiger Vereins­diener ist kurz vor den Weihnachtstagen mit den einkassierten Vereinsbeiträgen in Höhe von 1000 Mark geflüchtet.

Volksmarsen. Brand. Auf bisher ungeklärte Weiss entstand im Hause des Elektrotechnikers Schmöhle Feuer. Das Haus brannte vollständig nieder.

Mrsans für WärmewtrtsKaft.

Am 22. November begannen die für die Allgemeinheit sehr wichtigen WäMiewirtschaftskurse, welche ihre Ursache im Versailler Diktat haben, da Deutschlind die besten Brenn­stoffe dem Ausland liefern muß. Diese Kurse werden, da sie sehr notwendig, durch die Regierung im ganzen deutschen Reich veranlaßt und durch die staatl. Hochbauämter abgehalten. Und so hat das hiesige Hochbauamt die Veranstaltung sehr gut eingeleitet. Der Besuch der an fünf Sonnabenden stattge fun­denen Kurse aus den drei Kreisen Hünfeld, Gersfeld und Zul­da war ein sehr reger. Sündig bis sechzig Personen waren zu jedem Vortrag anwesend. Zn erster Linie waren vertre­ten: die technischen Vertreter der Baupolizeiverwaltungen der drei genannten Kreise und der Stadt Zulda. Architekten, Bautechniker und -Zeichner, Bauunternehmer und die Be- zirksschornsteinfegermeister mit ihren Gehilfen. Herr Re- aierungsbaurat Hermann eröffnete am 22. 11. 3 Uhr nach­mittags den Kursus und wies nach Begrüßung der Anwefen- den auf die Bedeutung der ganzen Sache sowie auf die dem- nächst erscheinenden neuen Baupolizeiverordnungen hin. Herr Studienrat Reute r-Zulda hielt hierauf einen physikali­schen Vortrag, dem mit großer Aufmerksamkeit gefolgt wurde. Ueber S ch or n Jt_e inbau im allgemeinen sprach der Schorn­slein fegermei ster Hartman n-Eassel. Da der Schornstein der wichtigste Punkt für die Wärmewirtschaft ist, entspann sich im Verlaufe des Vortrages eine sehr rege Aussprache.

Am 19. 11. fanden 2 Vorträge statt? Als Erster sprach ber Geschäftsführer der deutschen Eisenofenindustrie. Herr M ö l l e r aus Lasset sprach über eiserne Oefen. Als wei­ter Redner sprach Herr Kachelofentechniker Vollmer -Zul­da über cton- und Kachelöfen. Auch hieran erfolgte wieder eine sehr angeregte Aussprache. Man bemerkte die große Be­friedigung bei den Kursteilnehmern und das Znterejse, das man diesen wichtigen Zragen entgegenbrachte.

Am 6. 12 sprach Herr Studienrat Reuter über Gas­erzeugung, wodurch eine höhere Verwertung der besseren Brennstoffe erzielt wird und über Wirmeoinhoifon x»,- - -

schiedenen Brennmaterialien. Herr Schornsteinfegermeiste'' v.P a r i s sprach sodann anhand von Skizzen zuerü über gewerbliche Heizanlagen, bei denen eine bessere Reinigungs- Möglichkeit der wichtigste Punkt darstellt, meist aber bei der Einrichtung vergessen wird. Bei Behandlung der Landback­öfen wurde auf viele bestehenden Mängel hingewiesen, eben­so bei den vielerorts vorhandenen Räucherkammern. Bei letzteren ist nur ein gutes Funktionieren bei richtiger Rauch- temperatur möglich. Ein besonderes Gebiet bildet der W a s ch k e s s e l, der bei sachgemäßer Ausführung größere Dauerhaftigkeit des Kessels und der Ummauerung, rasches Heizen mit wenig Brennstoff und Schonung der im Kessel ko­chenden Stoffe bietet. Am 13. 12. hielt Herr Stubienrat Reuter einen Vortrag über die Zusammensetzung der Luft und deren Einwirkung auf den Verbrennungsprozeß. Darauf sprach Herr Reg. Bourat B o r n a t s ch und betonte, daß schon bei der Entwurfsbearbeitung besonders auf den Schorn­stein Rücksicht zu nehmen sei, wobei er die Wichtigkeit der Anbringung der Schornsteine innerhalb des Hauses, sowie au­ßerhalb des Daches in besonders klarer Weise darlegte. Am 20. 12. fand der letzte Vortrag statt. Herr Reg. Baurat Bornatsch sprach über die Architektur der Schornsteine. Schornsteinzahlen in größeren Häusern, Sewichtsverhältnisse und Verteilung der durch den Schornstein abziehenden Heiz­gase gegenüber der äußeren Luftemperatur und weiterhin über Schornsteinaufsätze. Darauf referierte Herr Vezirksbaurat Beck als Beauftragter der Hessischen Landesbrandversicher- ung, der anhand der Statistik nachwies, wie durch mangelhaf­te Ausführung von Schornsteinen und Feuerungsanlagen Brände entstehen, die bei einer guten Beaufsichtigung und Abnahme nicht vorkommen dürften.

Nach einer letzten sehr angeregten Aussprache schieden die Vortragenden und Hörer mit dem Wnusch, daß ein jeder bas Gehörte zum Wohle seiner Mitmenschen verwerten möge.

Die Ausbildung der berühmten Vernhardiuerhunde durch die-Mönche des Sankt Bernhard-Klosters in der Schweiz wird in unserer nächsten Bilderbeilage durch gelungene Aufnahmen im aktuellen Teile veranschaulicht, der dies Mal wieder ziem­lich reichhaltig ist. Anläßlich des Zahreswechsels plaudert ei­ne Mitarbeiterin über intaereffante alte Neujahrsbilder in der Schweiz, von denen wir einige der typischsten veröffentlichen. Zn einer anderen Bilderserie sind wenig bekannte rheinische Landschaftsbilder rheinischer Maler vereinigt, die in jedem Leser, der noch wahren Heimatsinn besitzt, unverlöschlichen Eindruck hinterlassen werden. Dem Beginn des Winterspor­tes sind malerische Aufnahmen aus den deutschen Gebiregn ge- widmet, Modeteil und Rätselecke bieten außerdem noch ver­schiedenartige Kurzweil, so daß unsere Leser die Beilage wie­der mit Freude begrüßen werden.

* Vermischtes.

Sonderbare Kaffeehausstilen in Paris. Zn den Pariser Ballsälen und Nachtlokalen haben Konfetti, Papierschlangen und Papierkugeln einem neuen Wurfgeschoß Platz gemacht, das. aus einer Art Blasrohr geschleudert wird. Der aben­teuerlustige Gast, der eine ihm zusagende Schöne erspäht hat, ladet sein Blasrohr mit einem kleinen Geschoß, bläst, und kleiner, stumpfer, gefieberter Pfeil auf Schulter ob. Nacken des Zielobjektes. Andere Wurfgefchoffe hab. kleine, klettenähnliche Spitzen ober haften mittels eines kleinen Gummiklötzchens, und da die Geschosse mit langen Federn oder Papierbändern ver­sehen sind, sieht die mit ihnen bombardierte Person in Bälde wie ein Paradiesvogel in vollem Federschmuck aus.

Der Ursprung der Tulpe. Die Tulpe, diese schöne Winter­blume, wird zwar von den Holländern besonders eifrig und schön gezüchtet. Wir verdanken sie aber keineswegs, wie man­cher glauben möchte, diesem Volke, sondern den Türken. Zn den sonnigen Gefilden Turkestans ist die Tulpe, die Lieblings- blume der Türken, zu Hause. Von dort wanderte sie nach Konstantinopel und weiter nach Italien und nach dem übrigen Europa. Auf türkisch heißt die BlumeTulbant", und die gleiche Bezeichnung führte die frühere Kopfbedeckung der Tür­ken, der Turban. Wahrscheinlich hat auch die Blume wegen der turbanähnlichen Zorm ihrer Blüte diesen Namen erhalten. Noch in Lessings und Goethes Werken finden wir beides, den Turban und die Tulpe, in fast übereinstimmender Bezeich­nung als Tulban (bei Goethe Tulband) und Tulipan für Tulpe.

Thinefisch als Weltsprache. Die Engländer erheben An­spruch darauf, daß ihre Sprache als Weltspraech gilt, weil sie am meisten gesprochen wird. Die Zunahme der Englischspre- chenden im letzten Zahrhundert gibt ihnen dazu freilich ein Recht. Während im Zahre 1800 nur zwanzig Millionen Menschen Engliftlz sprachen, waren es 1890 bereits hundertelf Millionen und heute hundertsiebzig Millionen. Mehr als zehn Prozent der ganzen Bevölkerung ber Erde haben Englisch zur Muttersprache, und wenn die Entwicklung so weitergeht, dürfte im Zahre 2000 Englisch das Verständigungsmittel für ein Viertel aller Erdbewohner sein. Vorläufig freilich wird Ehinesisch noch von bedeutend mehr Menschen gesprochen; denn man schätzt die Bevölkerung Ehinas gegenwärtig auf etwa viorhundortzwanzig Millionen. Aber Ehinesisch dürfte in dem Wettkampf um die Weltsprache ausscheiden, denn es ist wohl für die Zungen des Abendlandes zu schwierige Nächst Ehine- sisch und Englisch kann als die von den meisten Menschen ge­sprochene Sprache Russisch gelten, da die Bevölkerung dieses Landes über 100 Millionen beträgt und in den meisten Ge­bieten des weiten Reiches auch Russisch gesprochen wird. Aber auch Russisch hat wenig Aussicht darauf, Weltgeltung zu ge­winnen.

Wetterbericht.

Frankfurt a. Af., 2. Zan. Die Wetterdienstabteilung der Universität Frankfurt veröffentlicht heute Vormittag folgen­den Wetterbericht: Ueber Südskandinavien und westlich Zr- land ziehen Zgklone ostwärts. Sie bringen uns starke westliche bis südwestliche Strömungen und stärkere Niederschläge. Vorhersage: Trübe, Niederschläge, Temperaturen etwas erhöht, starke südwestliche bis westliche Winde.

c^t;ww?oi«^*^^ - _ u |f j - - Miiwi.wir;uuwt^>gw»*«tt^^

Druck und Verlag: Rudolf Ramberger, Fulda. Verantwortlich für den textlichen Teil: Zriedrich P. Partmuß,