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Aus Stadt und Land.

Ein neues Mr.

Von Alice Frei in von S a u b y.

Ein neues iahr. Was bringt es? Neues Wollen, Lin neues Ringen nach den höchsten Zielen?

Und Kampf, in dem gelöste Kräfte spielen

Und oufeinanderprallen? — Bringt es Grollen Und Richten, Hassen, zähnenirschend Trogen?

Auch wohl ein Sieben? ... Ueberflüffig Fragen:

Wir Deutschen sind so tief in Leid versenkt, So eng umstarrt von Widerwärtigkeiten, Daß freie Güte zagt, sich auszubreiten, Daß jeder nur der eignen Wünsche denkt!

Betörtes Deutschland — halte sinnend ein

Sm Vorwärtstaumeln, an der Sahreswende: Betörtes Volk reich' dir die Bruderhände, Wie einst, in Heldentagen, eins zu sein!

Linst Lin gewaltiger Baum, der Wurzeln gründet in heiligen Liefen — der zum Licht sich hebt, Der Zellen, Fasern, Ringe eng verwebt, Und stärksten Gegendruck den Stürmen kündet!

Am Sahreseabe.

Wenn die 365 Tage herum sind, die zusammen ein Sahr ousmachen, dann stellt sich nicht nur der Kaufmann hin und macht Bilanz, sondern auch jeder Mensch wägt und prüft: wie komme ich hin, wie rein, wie raus. Und die alten Wünsche werden wieder lebendig, die das alte Sahr nicht erfüllte, und deren Verwirklichung es dem jungen, neuen überließ. — So ei­nen kleinen Wunschzettel trägt ein Seder mit sich herum, auch wenn er in Fulda wohnt, wo ja bekanntlich die Wünsche stets und immer in sehr bescheidenen Grenzen gehalten wurden. Was wir unseren Fuldaer Mitbürgern wünschen, sind Dinge, die sich „auf- und abbauen" lassen., also im Bereiche der Möglichkeiten liegen, wenn man das Kontobuch des alten Sah­res einmal durchblättert und die Seiten betrachtet: Soll, Ha­ben, Hätte gehabt, Sollte gehabt haben.

Zum ersten wünschen wir allen einen recht klaren Kopf; denn das neue Sahr bringt die Wahlen der neuen Stadtver­tretung, bringt sicher auch noch mehr Wahlen; denn wir sind jetzt so wählerisch veranlagt, und warum soll man nicht bei alten Gewohnheiten bleiben, die einem lieb und wert geworden sind? . . .

Die Gewählten müssen nun wieder wählen, — das ist so der Lauf der Welt —, und brauchen erst recht einen klaren Kopf — sowohl zu wählen, als auch bei der Wahl.---

Was brauchen wir noch in Fulda? Aber bitte keine Lu­xusgegenstände, sondern nötige Dinge. Und so eines ist ein Kriegerdenkmal, das uns noch fehlt. Weiterhin wünschen wir Fulda bald als glückliche Besitzerin eines Volksbades, ei­nes erweitertes Luftbades ohne Baumschatten, eines erwei­terten Eemüsemarktes für das reichliche Gemüse, das hier ge­reicht wird. — Und wir wünschen Fulda einen „verlegten" Viehmarktplatz in die Nähe des Schlachthauses, und ebenso eine verlegte Landwirtschaftliche Winterschule auch in die Nä­he des Schlachthauses, damit den Schülern das Studium der Anatomie an Ort und Stelle ermöglicht ist. Und da wir nun einmal am Verlegen sind, worum man nie verlegen ist, so wäre ein schöner Sportplatz in der Rosenau auch zu wünschen.

Es must also tüchtig gebaut werden, und es must noch mehr gebaut werden, wenn man noch weiter Wünschenswertes auf­zählen wollte. Ein Paar Verkehrslärme, einen an der Wind­mühle und einen am Limpliziusplatz, wären sehr am Platze. Ebenso würde auch nichts schaden, wenn die „Unterstadt" in Zukunft nicht mehr so unterstädtisch behandelt würde. Der Ausdehnungskoeffizient Fuldas ist ungeahnt und die Ausdeh­nung der Zieherser Wiese auch. Man must nur Durchbruchs- möglichkeiten schaffen, wobei wir den Bewohnern von Neu- j enberg gleich eine bessere Verbindung mit der „Hauptstadt" wünschen.

Und dann wünschen wir Fulda noch eine Waschanstalt für | schmuddelige Breeches, die bühnenmäßig sind oder sein sol- I len, für Schmutzigkeit überhaupt.

Und da wir gerade mal beim Schmutz und die Straßen manchmal davon erfüllt sind, so wäre die Anschaffung einer Ltraßenkehrmaschine ein wünschenswertes Etwas.

Unserer rührigen Polizei die in ihrer geringen Zahi mit bewunderungswürdiger Aufopferung ihren schweren Dienst versieht, wünschen wir im neuen iahre keine Müllbehälter ohne Deckel, keinen Fahrrad- oder Automobilzusammenstost, keine Waffenfunde, sondern noch eine halbe Hundertschaft „grüner Kollegen"; aber das wird wohl ein frommer Wunsch bleiben müssen, weil das Versailler Diktat in der Sipo etwas anderes sieht.

Damit wäre unser Wunschzettel noch lange nicht erschöpft, o nein; aber mit der Erfüllung der genannten Wünsche wür­de ein einziger Stadtbaurat in einem Sahre kaum fertig wer­den, wir müßten schon noch einen haben.

Aber bas kostet bekanntlich viel Geld, und Wünsche dür­fen nun einmal nicht viel kosten. — So möge uns das neue Sahr wenigstens einen Teil erfüllen, auch einen Teil dessen, was man uns wünscht, — und das ist „einiges".

Und wieder taucht ein Sahr ins Nichts hinab, Und unsre stillgehegten Herzenswünsche Zerrissen dampfende Sglvesterpünsche:

Dem Geistigen gebührt ein „geistig" Grab.--

Am Ende heißt es doch: „Stirb oder friß";

Denn die an ihren klugen Stammtischrunden, Die haben ja das schöne Wort erfunden: „Ls bleibt bei uns doch alles so wie's is.

Zwgr^ ist's ein schwacher, aber doch ein Trost: Wir mit den schönen, großen, langen Spießen, Wir sagen „ja" zu allem und genießen

Den Frieden, sagen höchstens einmal: Prost!"---

Der Ahöukliib-Zweigvereiu Fulda und seine Aufgaben.

Entsprechend der gewaltigen Auswärts-Entwicklung, wel­che der Sesamt-Rhönklub nach Beendigung des Krieges ge­nommen, hat auch der hiesige Zweigverein, der ja seit vielen Sahren zu den an Mitgliederzahl (jetzt 750) größten Vereinen unserer Stadt zählt, bis heute sich kräftig weiter entfaltet und unter tatkräftiger Führung seine Stellung im Hauptverein be­hauptet. Das soll auch so bleiben am Sitze der Hauptleitung, wo der große Gedanke des Rhönklubs einst Gestalt angenom­men, wo seine neuen großzügigen Aufgaben in die Lat umge- setzt werden und man sich nun rüstet, das 5 0 jährige Be­stehen des Rhönklubs (gegr. 6. August 1876) im Sommer 1926 würdig zu feiern.

Der an dieser Stelle vor 2 Wochen veröffentlichte Bericht über die letzte Hauptversammlung des Zweigvoreins hat seine Mitglieder, soweit sie nicht anwesend waren, hingewiesen auf bie ernsten Aufgaben der nächsten Zeit. Um diese einer ge­deihlichen Lösung zuführen zu können, genügt die Mitarbeit der 10 Proz. wirklich aktiver Mitglieder, die getreu und opfer­bereit arbeiten, nicht mehr. Manchem großen Verein schadet es wenig, wenn eigentlich nur sein Vorstand tätig. Anders jeht beim Rhönklub! «Jm Geiste seiner Gründer, deren An­denken hier in Ehren steht und denen das ganze Rhönerland viel zu danken hat, seien zur jetzigen Jahreswende alle Mit­glieder des Rhönklubs und alle Freunde der Rhön, die sich als Mitglieder melden sollten, zur Mitarbeit aufgerufen und zu treuem Verbleiben bei einer guten und edlen Sache unse- ( rer Heimatl Rund 30 Sahre konnte der Klub mit einem Gesamtbeitrage von 2 Mark seine Aufgaben erfüllen. Heute unmöglich.

Fast alle großen Zweigvereine haben sich, da unsere Rhön mit ihren herrlichen, freien Ausblicken der Aussichtstürme kaum bedarf, dem Bau von Hütten und Klubhäusern zuge­wandt. So auch Fulda, das zum iubiläum nicht mit leeren Händen auftreten kann, noch will. Schon steht am Ostrande des Maulkuppenwäldchens gegenüber der hier im Vollglanz ihrer Hoheit mit schroffer Felswand ins Biebertal abfallen­den Milseburg, weithin sichtbar der steinere Rundbau der Ful­daer Hütte, im Rohbau vollendet. Es gilt nun, den inneren Ausbau bald zu vollenden, darum helft alle zu diesem Werk! Ls wird gelingen, wenn von Luch das Opfer eines halbjähri­gen Beitrages von 5 Mark gerne und freudig getragen wird. Nur sehr Wenigen dürfte das wirklich unmöglich fein. Ls ist auch nach gewissenhaftester Prüfung der M i n b e ft b e i - trag gewesen, den der Vorstand in Vorlage bringen konn­te. Mit sehr großer Mehrheit hat die Versammlung densel­ben bewilligt.

Nun liegt es an den inaktiven, aber Zahlungswilligen, die Vollendung des begonnenen Werkes zu ermöglichen. Linig- keit macht stark! Das fei unsere Losung. Alle Gegensätze sol­len und müssen schweigen. Frischauf!

Dr. G. Schneider, Ehrenvorsitzender.

Vom polizeilichen Meldeweseu. Wie der amtliche Preu­ßische Pressedienst erfährt, hat der Berliner Polizeipräsident in einer Anfang Dezember erlassenen Verfügung mit sofor­tiger Wirkung angeordnet, daß bei polizeilichen Anmeldungen von Reisenden in den Anmeldescheinen die Spalte „Religion" zu streichen ist. , N

Zur Reisende ins besetzte Gebiet. Nach Aufhebung des Geleitscheinverfahrens bedürfen deutsche Einwohner des un­besetzten Gebietes zu Reisen in das besetzte Gebiet nur noch eines Passes oder eines Ausweises der Ortspolizeibehörden.

Zur Rentenempfänger. Die Zahlung der monatlichen In­validen-, Kranken-, Alters-, Witwen-, Waisen- und Unfall­renten für den Monat ianuar 1925 sowie der vierteljährli­chen Unfallrenten für die Monate ianuar, Februar und März findet beim hiesigen Postamt am 2. und 3. «Januar statt. Die Zahlstellen sind von 8—,12 Uhr vorm. und 2 einhalb bis 5 einhalb Uhr nachm. geöffnet. Um Zahlungen an Unbefugte zu vermeiden, ist bei Empfangnahme des Geldes die Ausweis- nummerkarte vorzulegen. Alle Quittungen müssen von einer Behörde bescheinigt sein und dürfen nicht auf Billionen und Milliarden lauten. Die Beträge sind in Mark und Pfennige niederzuschreiben. Bei den Waisenrenten und einem Tei! der invalidenrenten hat sich die Bescheinigung der Behörde auch auf das Leben der Kinder, für welche die Rente bezw. Zulage gezahlt wird, zu erstrecken, es sind deshalb die betreffenden Kinder in der Quittung namentlich aufzuführen. Um Weiter­ungen fernzuhalten, ist auf die richtige Verwendung der von den Versicherungsanstalten bezw. Berufsgenossenschaften zu liefernden Quittungsvordrucke und vorschriftsmäßigen Aus­füllung seitens der Rentenempfänger besonders zu achten.

Der Hofmaunfche Mäunerchor hatte am 28. Dezember sei­ne Mitglieder zur Weihnachtsfeier im Stadtsaal eingeladen. Am Nachmittag fand dis Kinderfeier statt. Durch den ersten Vorsitzenden eingeleitet, entrollte sich das Programm in emer Weise, die bei den Teilnehmern vollen Beifall fand, oum Schluß wurden die Kinder mit Geschenken bedacht, welche in Sorm einer Verlosung zur Verteilung kamen. Ein Theater­stück zeigte in drolliger Weise, daß mit dem Weihnachtsmann doch kein Spott getrieben werden darf. Die kleinen Helden des Stückes mußten es zu ihrem Leidwesen erfahren. Abends fand dann die Hauptfeier statt. Ansprachen, Musik und Ge- sangsvortröge, sowie ein gut gespieltes Theaterstück gaben dem ersten Teil des Abends ein würdiges Gepräge. Sodann konn­te sich Alt und Sung fröhlich im Tanze drehen. Allen denen, welche zum guten Gelingen der Feier beigetragen, besonders Herrn Superintendent Ruhl für seine herzlichen Worte, sei an dieser Stelle nochmals bester Dank ausgeschrochen.

Lauterbach. M e t e o r f a l l. Unter blendender Lichter- scheinung ging in der Nähe des Bahnhofes ein Meteor nieder und zerplatzte mit dumpfem Knall.

^llsfelb. Vermißt wird feit einigen Tagen der I9jäb- rige Kaufmann Sch. Der junge Mann, der als ordentlich und brav galt und gegen den nichts vorlag, scheint das Opfer ei­nes Unfalls geworden zu Jein.

SLslJJeL Kirchliche Namensänderung. Die Kirchengemein­den von Wahlershausen-Wilhelmshöhe und die Adventsge­meinde in Wehlheiden haben die Bezeichnung „reformiert" abgelegt und nennen sich nur noch „evangelisch", in beiden Gemeinden haben dies die Kirchenvorstände und die besonders einberufenen Gemeindeversammlungen einstimmig auf Grund der neuen Kirchenverfassung beschlossen.

Röllhausen. Das Resultat der diesjährigen Gemeinde­jagdwar sehr kläglich. Es wurden nur 1 Reh und 12 §Qfen zur Strecke gebracht. Außerdem ereignete sich noch ein bedau­ernswerter Unfall; ein Förster aus Schrecksbach schoß dem Treiber Teterson aus dem gleichen Orte eine ganze Schrolla- dung in den Oberschenkel.

Widdershausen. Zum Bürgermeister gewählt wurde der Bergmann Friedrich Schuchhardt mit 7 gegen 4 Stimmen.

Hersfeld, 30. Dez. Die Polizei verhaftete die in den 20er iahren stehenden installateure Säger und Klug. Die Verhaf­teten sind im Sommer v. i. in die Gastwirtschaft von Kimmel eingebrochen, wobei ihnen Geld und zahlreiche Wertsachen in die Hände fielen. Außerdem wurde der ebenfalls in den 20er wahren stehende Schlosser Böttner verhaftet, der mehrere Zj- garettendiebstähle verübt hatte.

Meerholz (Hanau). Ermittelter Einbrecher, irr der hiesigen Postagentur waren aus einer verschlossenen Schublade 2500 Mark entwendet worden, die an Rentenem­pfänger ausgezahlt werden sollten. Auf Grund von Finger­abdrücken ermittelte die Kriminalpolizei Hanau den ZOjährigen Schreiner iosef Börner aus Meerholz, bei dem der gestohlene Betrag denn auch gefunden wurde.

Berliner Msdebrief.

Werden Mäntel und Kleider wieder weiter?

Von Gertrud K ö b n e r.

Den Frauen gefällt die schlanke Linie ungemein, und viele Modelle, die von ihnen geschätzt werden, sind nur lange Ka­sacks, die gerade unter dem Knie halt machen.

Es ist unleugbar, daß aus diesen Modellen das Maximum an Schlankheit und iugendlichkeit gezogen wird, aber fast konnte man sagen, daß sie nicht mehr ganz modern sind, denn die Mode wendet sich sehr deutlich größerer Weite zu.

Die Frauen fürchteten sich lange vor dieser Weite. Sie fanden sie unbequem und schwer, aber Jie werden jetzt viel­leicht anderer Meinung, wenn sie die neuen Modelle sehen» die die Schneider darbieten.

Die Röcke sind fernerhin sehr kurz, sie werden weiter und auch die Ueberwürfe sind vollkommener.

Die neue Weite finden wir sowohl an den Tages- so­wie an den Abendmodellen.

Außerordentlich reich und schick wirkt das Breitschwanz- Kleid. Dieser wie Seide feiner Pelz bildet oben ein Futteral, während sich in den Rock tütenförmige von schwarzem Fuchs umrandete Falten inkrustieren. Ueber diesem Kleid wird eine Art von weitem fuchsbesetztem Ueberrock getragen.

Dasselbe Modell wird aus Samt und Ottoman herge­stellt.

Die eleganten Kleider sind fast alle aus Leidenvoile. Ach mittags und abends ist die Weite unbedingt notwendig, denn Musseline wirkt ohne sie sehr armselig. Trotzdem be­merken wir oft, daß der Rücken flach bleibt, und daß die Weite nur vorn im

Diese Weite wird entweder durch Pelzwerk oder durch Stickerei ober bisweilen auch durch Samt erreicht, der dem Rocksaum gleich einer breiten Tresse den notwendigen Halt verleiht.

Gemalte Musseline werden gleichfalls sehr geschätzt, aber nur als Bordüre.

Ls gibt nichts hübscheres zum Tanzen als die weiten Röcke, die um die Beine herumflattern und viel graziöser wirken, als das enge Futteral, das jeden Schritt behindert. Allerdings hat ein weites Musselinekleid nur Erfolg bei einem kleinen Abendessen, denn für große Gesellschaften gibt man noch immer den schönen Lamestoffen den Vorzug.

Und auch in den Mänteln findet man die Weite wieder. Sind sie aus leichtem Pelzwerk, wie Hermelin, Maulwurf oder Breitschwanz, bildet ein sehr gekräuselter Volant die Hälfte des Kleidungsstückes.

Am Abend sieht man herrliche Modelle ganz aus? gekräu­seltem Samt. Gleich einer breiten Blumenkrone spielt der Volant um die feinbeschuhten Füße herum.

MmiWes.

Ein Nationaldenkmal bei Tannenberg. Seit längerer Zeit schon wird die Lrrichtung eines Tannenberg Nationaldenk­mals bei Hohenstein in Ostpreußen geplant, ietzt ist nunmehr ein öffentlicher Wettbewerb für Entwürfe zu diesem Denk­mal unter den deutschen und deutschstämmigen Bildhauern und Architekten ausgeschrieben worden. Die Baukosten sollen eine Viertelmillion betragen. Preise in Höhe von 6 000, 4 00^ und 2 000 Mark, daneben Ankäufe zu je fünfhundert Marl, im Preisgericht sind Professor Stanislaus Lauer und Archi­tekt Professor Dr. Dethlefsen in Königsberg, ferner der Ar­chitekt Professor Kloeppel in Danzig, die Architekten Pro­fessor Lahrs, Professor Mag, Regierungs- und Baurat Dr. ing. Meger, sämtlich in Königsberg, und Oberbaurat Dr Schmid in Marienburg.

Lin hartnäckiger Selbstmordkandidat. Ein Kaufmann be­fand sich kürzlich wegen Verdachts einer Banknotenfälschung in Untersuchungshaft in Lger. Um sich angeblich aus dem Le­ben zu schaffen, schluckte er Anfang Februar kleine Steinchen, die er sich beim Spazierengehen im Hof mitnahm, und Zwar zwölf bis vierzehn Stück auf einmal. Einige Tage später zer schnitt er drei Schuhsohlen in Stücke und schluckte diese eben­falls mit dem Essen. Anfang März nahm er auf demselben Wege zwölf Nadeln zu sich, die er mit Brot umhüllte, daN» aß er mehrere Tage Kehricht und Zigarettenasche, die er

Anfang April zerschlug er eine Drei-

Papier einroickelte. Anfang April zerschlug er eine biertelliterflajcbe und verschluckte davon einen Teil, klein ?L’V schlagen. Kurz vor Ostern nahm er rasch hintereinander 111 drei bis vier Tagen weitere acht Nadeln, zwei Hosenschnallen, einen Löfesstiel, ein verbogenes Stück Draht, eine Schraube, vier bis fünf Nägel und den Rest der Glasflasche, mit Aus­nahme des Halses, in großen Stücken zu sich. Durch Opera­tion wurde er von diesen merkwürdigen Fremdkörpern be-

freit.