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Das Neueste.

Explosion von Zeuerwerkskörperu.

wb. Hochspeger, 31. Dez. Aus bis jetzt noch nicht aufge­klärter Ursache explodierte im Laden des Schreibwarenhänd- /ers David Kuntz hier eine große Anzahl auf dem Ladentisch liegender Feuerwerkskörper und gerieten in Brand. Durch die Explosion wurden fast sämtliche Fensterscheiben zertrümmert u. auch sonst das Haus stark beschädigt. Kuntz und seine Mut­ter sowie drei im Laden anwesende Personen erlitten zum Teil bedeutende Verletzungen, sodaß ihre Ueberführung in das Krankenhaus von Kaiserslautern notwendig wurde.

wtb. Berlin, 31. Dez. Die auf dem Stichtag, den 31. De­zember, berechnete Großhandelsindexziffer ist gegenüber dem Stand vom 2. Dezember (132,6) um 1,3 Prozent auf 134,3 ge­stiegen. Von den Hauptgruppen stiegen Lebensmittel von 129 auf 131,3 oder um 1,8 Prozent, Sndustriestoffe von 139,3 auf 139,9 oder um 0,4 Prozent.

wtb. Berlin, 31. Dez. telef. Sn der Zeit von Anfang bis Mitte Dezember hat die Zahl der Unterstützungsempfänger in der Erwerbslosenfürsorge von 437 000 auf 458 000, d. h. auf rund 5 Prozent zugenommen.

wtb. Köln, 31. Dez. telef. Die Gewerkschaften aller Richtungen nahmen gestern wegen der beabsichtigten Ver­längerung der Besetzung der Kölner Zone folgende Entschließ­ung an: Der Gewerkschaftsausschuß, als Vertreter der arbei- tenden Bevölkerung des besetzten Gebietes erhebt Einspruch gegen die beabsichtigte Verlängerung der Besetzung auf Grund des Versailler Vertrages am 10. öanuar zu räumenden ersten Fone. Der Gewerkschaftsausschuh hat sich stets für die Er­füllung des Vertrages eingesetzt und sich gegen alle Vevölker- ungsverhetzende Bestrebungen gewandt. Die Ruhrbesetzung wurde als rechts- und vertragswidrig bekämpft, wobei das Fiel der Verständigungsmögiirhkeit nicht aus dem Auge gelas­sen wurde. Der Tewerkschaftsausschuß spricht die Erwar­tung aus, daß die beteiligten Regierungen sofort in Verhand­lungen eintreten, um die vorliegende Differenz zu beseitigen.

Um die Räumung.

wb. Paris, 31. Dez. ön einer Meldung aus London wird gegeben, daß der von der französischen Regierung ausgeari- tete Sext von der englischen Regierung abgeänbert worden sei, die Aenderungen seien aber nicht bedeutend. Man könne annehmen, daß die Gründe für die Weigerung der Räumung folgendermaßen formuliert würden: Die Alliierten haben Be­weise erhalten, daß Deutschland seine militärischen Verpflich­tungen nicht erfüllt hat. Es bestehe also die Unmöglichkeit die Räumung am 10. 1. vorzunehmen. Endlich werde auch die Notwendigkeit angeführt, den Generalbericht der Kontroll­kommission abzuwarten, um darüber aufgeklärt zu werden, was man in Fukunft von Deutschland erwarten könne, obschon man die Ueberzeugung gewonnen habe, daß die Ausführung seiner militärischen Verpflichtungen es Deutschland ermöglichen wer­de, vom Absatz 1 des Artikels 429 des Versailler Vertrages Nutzen zu ziehen.

wb. London, 31. Dez. Der diplomatische Berichterstatter des Dailn Te'egraph schreibt, der Wortlaut der geplanten Prä limtnarmte an die deutsche Regierung über die Frage der Räumung Kölns sei gestern in London von dem Forsigen Office und dem Kriegsamt erwogen worden. Die entworfene Note zeichne sich durch ihre Kürze aus. Daraus könne ge­schlossen werden, daß der Vorschlag, eine Liste einzufügen, die sich auf die önterimsberichte der Kontrollkommission gründe und bestimmte Punkte aufzähle, bezüglich deren Deutschland seinen Abrüstungsverpflichtungen nicht nachgekommen ist, end­gültig aufgegeben worden sei.

wb. Loudon, 31. Dez. Die Westminster Gazette schreibt, wenn Staatssekretär Hughes Frankreich veranlassen könnte, das Ruhrgebiet zu räumen, und zuzustimmen, daß die Englän­der Köln zu Anfang desPrühjahrs verlassen, so werde er der Sache des europäischen Friedens einen großen Dienst leisten. Sicher würden England und Amerika eher bereit sein, ein günstiges Kompromiß bezüglich der französischen Schulden zu vereinbaren, wenn sie sähen, daß Frankreich geneigt sei, Deutschland vernünftig zu behandeln.

Der Halbauer Mord vor dem Schwurgericht.

D.B.Glogau, 31. Dez. (Sig. Meldg.) Der furchtbare Mord im Gerichtsgefängnis Halbau, dem im Herbst ds. ös. der Justizwachtmeister Scheuermann, feine Frau und seine 20jährige Souter zum Opfer fielen, wird voraussichtlich die nächste Schwurgerichtsperiode des Landge­richts Glogau beschäftigen. Der öndizienbeweis gegen den einzigen Schaffen des Gefängnisses, den Speditionsgehilfen Hein; e aus Beuthen, der sich nach Verübung des Mor­des in raffinierter Weise wieder selbst in seine Felle einge- schlossen hatte, hat sich immer mehr verstärkt, doch leugnet Heinze nach wie vor hartnäckig. Trotz unaufhörlicher Nach­forschungen ist es bisher nicht gelungen, die aus der Woh­nung des Justizwachtmeisters geraubten Kleidungsstücke und Wertsachen, die Heinze vermutlich nach der Tat im Walde ver graben hat aufzufinden. Da der Prozeß ganz auf Sndizien aufgebaut ist, trägt man sich mit dem Gedanken die ganze Schwurgsrichtsverhandlung nach Halbau zu verlegen.

Die innerpolitifchen Auswirkungen der verzögerten Räumung.

Berlin, 31. Dez. (Lig. Meldg.) Die zunehmende Gewißheit, daß die Alliierten ihren Räumungsverpflichtungen hinsichtlich der Kölner Fone zum 10. öanuar nicht nachkom­men werden, hat bereits im Lande zu starken Rückwirkungen geführt. Wie wir aus parlamentarischen Kreisen erfahren, häufen sich bei den Mittelparteien die Eingänge aus dem Lan­de, die der Empörung über diese erneute Bedrückung Deutsch­lands Ausdruck geben und alle in irgend einer Form Selbst­hilfemaßnahmen Vorschlägen. Dabei handelt es sich um Pro­testaktionen und ähnliche Dinge, vielfach aber wird auch die Bildung einer Regierung der nationalen Verteidigung ver­langt mit der ausgesprochenen Tendenz, diesem Uebergriff ent­schieden Widerstand zu leisten.

Gegenüber diesen Kundgebungen aus dem Lande haben die

Parteien eine schwierige Stellung. Aus maßgebenden demo­kratischen Kreisen erfahren wir, daß man eine Protestaktion als wirkungslos ablchut, auf der anderen Seite aber die Bil­dung einer neuen Aeichsregierung in schnellstem Lempor für unerläßlich hält. Außerdem erscheine es den deutschen Inte­ressen am zuträglichsten, wenn möglichst umgehend direkte Ver­handlungen mit London und Paris angestrebt würden.

Sn gewissen Kreisen scheint man sich zunächst auch noch der Hoffnung hinzugeben, daß es mit Hilfe internationaler Organi­sationen gelinge könnte, eine Revision des Standpunktes der Entente zu erreichen. Die sachlichen Unterlagen für diese Hoff­nung erscheinen einstweilen allerdings dürftig.

Die Französierung des Elsaß.

D.B.Paris, 31. Dez. (Lig. Meldg.) Der Berichterstatter der elsaß-lothringischen Kommission der Kammer, der sozial­istische Abgeordnete von Straßburg, Weill, hat einen Bericht über die Reform der Verwaltung von Elsaß-Lothringen einge­bracht. Die Reform schlägt die Aufhebung des Generalkom- misiariats und die Schaffung einer Generaldirektion vor, die unmittelbar von dem Büro des Ministerpräsidenten abhängig sein soll. Der Bericht Weills hält an der Einheit der franzö­sischen Republik fest und legt dar, daß eine Sondergesetzgebung für Elsaß-Lothringen im Rahmen des deutschen Bundesstaates möglich gewesen sei, daß dies aber für den französischen Staat unmöglich sei. Die Annahme des Entwurfs bedeutet einen be- deutenden Schritt auf dem Wege der endgültigen Assimilierung Elsaß-Lothringens an Frankreich.

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ön feiner Nummer vom 17. Dezember brachte derKlas- senkampf", das kommunistische Organ für Halle-Merseburg, auf der ersten Seite ein Bild mit der UeberschriftDas Dop- pclgesicht der Republik". Das Bild stellt einen Sanuskopf dar, der links das Antlitz des Massenmörders Haarmann und rechts das des Reichspräsidenten Ebert zeigt. Da in dieser Gegenüberstellung Haarmanns und des Reichspräsidenten eine gröbliche Beschimpfung des Reichspräsidenten und damit ei­ne Herabwürdigung des verfassungsmäßig fsstgestellton repu- blikamschen Staatsform des Reiches zu erblicken ist, hat, wie der Amtliche Preußische Pressedienst miMilt, der Oberprä­sident der Provinz Sachsen aus Srun^ bes § 21 des Gesetzes zum Schutze der Republik das Erscheinen ckesKlafsenkam- pfes mi der illustrierten ArbeiterzeitungDer rote Stern" und seinen sämtlichen Kopfblättern auf die Dauer von 4 Wo­chen und zwar für die Feit vom 20. Dezember 1924 bis 17. öanuar 1925 einschließlich verboten. Die höchst zulässige Dauer des Verbotes wurde mit Rücksicht auf die Schwere der Beschimpfung ausgesprochen.

Die Amnestierung Seigners abgelehnt.

D.B.Dresdeu, 30. Dez. (Sig. Meldg.) Das von der Frau des ehemaligen Ministerpräsidenten Dr. Feigner eingereichte Gnadengesuch ist nach Mitteilungen der sozialdemokratischen Presse abschlägig beschieden worden.

Schiedsspruch im mitteldeutschen Braunkohlenbergbau.

D.B.Halle, 30. Dez. (Sig. Meldg.) Die Schiedsverhand- iungen im mitteldeutschen Braunkohlenbergbau haben nach lOftünbiger Verhandlung zu einem Schiedsspruch geführt, durch den der Manteltarif und das Mehrarbeitsabkommen über den 1. öanuar hinaus verlängert werden. Fum Mehr- arbeitsabkommen werden einige erläuternde Zusätze gegeben. 'Der Tarifvertrag wird in einigen Punkten abgeändert. Ta­rifvertrag und Arbeitsabkommen können frühestens zum 30. öuni gekündigt werden. Außerdem sieht der Schiedsspruch eine Erhöhung der Löhne mit Wirkung vom 1. öanuar um 4 Pro­zent vor.

2leue Kämpfe im Auhrbergbau. Gehaltswünsche der Be- amten. Earifverhandiungen mit den Reichs- und Staatsarbeitern.

D.B.Berlin, 30. Dez. (Sig. Meldg.) Das neue Sahr wird mit umfangreichen Lohn- und Arbeitszeitkämpfen eingeleitet werden. öm Zusammenhang der Kündig. des Arbeitszeitabk. durch die Bergarbeitergewerkfchaften des Ruhrgebietes wird von gewerkschaftlicher Seite die Lohnfrage gleichzeitig mit der Dauer der Arbeitszeit verknüpft werden. Die Arbeitgeber stehen, wie wir von unterrichteter industrieller Seite erfahren, auf dem Standpunkt, daß diese Kämpfe außer längeren Pro­duktionsstörungen zu keinem Erfolg für die Gewerkschaften führen werden, da der Bergbau nicht in der Lage sei, nach der Herabsetzung der Kohlenpreise und der letzten Lohnerhöhung auch noch in der Arbeitszeitfrage Zugeständnisse zu machen. R^cm glaubt nicht, daß das Washingtoner Abkommen in ab­sehbarer Zeit von Deutschland ratifiziert werden wird, was im übrigen auch keinen direkten Einfluß auf die Arbeitszeit im Bergbau haben könne, da die Achtstundenschicht nur 6 einhalb Stunben ununterbrochener Arbeitszeit voraussetze. Die Sin-

setzung paritätischer Kontrollkommissionen zur Errechnung d Selbstkosten wird von Arbeitgeberseite rundweg abgelegt

Inzwischen sind auch die Vertreter der Beamtenschaft Q die Parteien des neuen Reichstages herangetreten, um zu Det. suchen, eine Gehaltserhöhung durch das Parlament zu erzi^ len. Der neue Reichstag muß gesetzlich der Gehaltsregeluni j vom 1. Dezember noch feine Zustimmung geben und es | nun versucht werden, für die Gruppen 1 bis 6 eine Heraus-1 setzung der jetzigen Einkommen zu erlangen.

Weiter werden in den ersten Tagen des öanuar Verhand-: lungen mit den Reichs- und Staatsarbeitern beginnen, da der I bis zum 31. März laufende Tarifvertrag von den zuständige l Stellen gekündigt werden soll. Es wird sich hierbei in erster9 Linie um Arbeitszeit- und Anstellungsfragen handeln.

Botschafter Hoesch berichtigt.

D.B.Berliu, 30. Dez. (Sig. Meldg.) Der deutsche Bot­schafter in Paris, v. Hoesch, ist, wie wir hören, von der Reichsregierung beauftragt worden, bei der Botschafterkon- ferenz die Meldungen und Aeußerungen maßgebender Tnt- ente-Politiker über angebliche deutsche Verfehlungen in der AbrUstungsfrage richtigzustellen.

Die Neuregelung der Arbeitszeit.

D.B. Berlin, 30. Dez. (Sig. Meldg.) Das beitsminijterium hat seine Vorarbeiten für ein neues Arbâ Zeitgesetz soweit gefördert, daß bereits Beratungen mit * Interessenten stattfinden. So ist kürzlich eine paritätische Kl. Mission, bestehend aus drei Arbeitgeber- und drei Geweih ö schaftsvertretern im Roichsarbeitsministerium zum erstem® zusammengetreten, um über die Absichten der Regierung infor­miert zu werden. An den maßgebenden Stellen wird neuerdings auch der Gedanke eines Rahmengesetzes über den Achtstun­dentag erwogen, das innerhalb der einzelnen Sndustrie- und Gewerbezweigen die Berücksichtigung der besonderen wirt­schaftlichen Notwendigkeiten ermöglichen würde.

Weitere Goldsenduugen. Bisher 20 Millionen Dollars. 1

D.B.Aewgork, 30. Dez. (Sig. Meldg.) Der morgen in Deutschland eintreffenbe DampferBremen" ^führt wieder für 2 einhalb Millionen Dollars amerikanische Goldmünzen, mei­stens 20 Dollarstücke, für Deutschland mit sich. Die im DeB zember vorgenommenen GoldversrhiffünMi Amerikas haben) damit den Betrag von 42 Millionen Dollars erreicht, wovon^ etwa 20 für die Reichsbank, 10 für London, der Rest für am dere Empfänger, darunter auch Rußland, bestimmt waren.

Eine Notlüge.

Es kommt ja im gesellschaftlichen wie im politischen Lek | wohl öfters vor, daß man sich einer peinlichen VerlegeiiD nur durch eine sogenannte Notlüge entziehen kann. QlbeA? ( muß dann doch wenigstens für kurze Zeit glaubhaft erschli und als BeweißstUck vorhalten. Wenn die Notlüge sofort Lüge erkannt wird oder gar schon im Voraus widerlegt dann muß die Not sehr groß sein. So geht es jetzt der fr«' zöfischen Regierung bei ihren Bemühungen, die Nichträuni- ung der Kölner Zone mit deutschen Rüstungsplänen zube­gründen". General Nollet hat in der Kammer die Aufführ­ung von 45 000 Stahlrohren in der Nähe von Berlin a/s fen* sationelie deutsche Verfehlung behandelt aber schm Zwei Tage hWe doch da^ll deMfchen-BMeru gestanden. Reichswehrminister Geßler gab in einem 2ntsr- view Auskunft darüber, was es mit derWeihnachtsüber- rafthung der ö. M. K. K. auf sich habe: seit mindestens fünf iahren hatten diese sogenannten Rohlinge schon in Wittenau in offenen Holzschuppen gelegen und ihre Verwendung zur An­fertigung von iagdgewehren sei bei der Kommission beantragt worden. Herrn iollets Notlüge hat also gar keine Beine.

MrrniWes.

Der literarische Nobelpreis fürs- tet, hat die ungarische Akademie der Wissenschaften befWH bei der schwedischen Akademie für den literarischen AobelMS des nächsten Sahres den ungarischen Schriftsteller Franz Hm- zeg auf Grund seines RenaissanceromansDas Tor des Le­bens" in Vorschlag zu bringen.

Die Operette bei Ktavierbegieituug.

ön Wien sind vor einigen, Sagen die Orchesternutglieder des Theaters an der Wien in den Streik getreten. Aber Direktion wußte sich zu helfen. Die Besucher der gestrigen,^ schon ins vierte Hundert reichende Wiederholung der popu­lären KalmanoperetteGräfin Mariza" sahen bei den Kasse" g Plakate mit der Aufschrift:Wegen Streiks der Musik« W findet die heutige Vorstellung bei Klavierbegleitung statt Das Publikum ließ sich hierdurch vom Besuche der Vorstel­lung nicht abhalten, der Kartenverkauf bei der ^benW ging flott von statten. Der Orchesterraum war vollkoM" ausgeräumt, links und rechts von 'Dirigentenpulte stan^u zwei offene Bösendorferflügel. Am Dirigentenpult M D stand wie gewöhnlich ein Kapellmeister, der sowohl das viE händjge von zwei jungen Musikern bestrittene Klavierspu dirigierte, wie alle Einsätze für die Solisten und Ehöre auf ^1 Bühne temperamentvoll überwachte. Es kam zu keiner Ent­gleisung, und das Publikum nahm die für ein Wiener Ope­rettentheater ungewöhnliche Musik gutgelaunt auf.

Hochzeit ohne Bräutigam. Man sollte denken, daß so et­was nicht möglich wäre. Aber eine Hochzeitsfeier, die duck Sage in Piafsutten, einem ostpreußischen Dörfchen im KreW Ortelsburg abgehalten wurde, hat den Beweis geliefert, BH es zur Not auch ohne den Bräutigam, die Haupt- und Staat- | person bei solcher Gelegenheit geht. Kirche und Standesall waren bestellt, Küche und Keller angemessen vorbereitet. D Gäste waren zahlreich erschienen und hatten sich schon zu v; Fahrt in die Kirche hinreichend gestärkt. Da erschien ^-^ Bräutigam und erklärte, daß er nur unter der Bedingn - heiraten würde, daß das Altenteil für die Schwiegereltern he abgesetzt würde. Als er sein Ziel nicht erreichte, verschmäh er. Die Hochzeitsgäste ließen sich durch diesen unvorher^ sehenen Zwischenfall keineswegs stören und feierten L Hochzeitsfest ohne Bräutigam bis zum späten Abend.

Druck und Verlag: Rudolf Bamberger, Fulda. BerantwoU!^. für den textlichen Teil: Friedrich P. Partmuß, für L August Bamberger, sämtlich in Fulda.