AM kleine Limokoa
Fred Andersens Höllenfahrt
Noman v. Otfried von Hanstein.
(22. Fortsetzung).
Dr. Büttner trat auch in den Ballsaal und sah, daß die schlanke Dame ebenfalls eingetreten war und' von einer der Vogen aus mit ihren ernsten Augen dem bunten Treiben zusah. Am liebsten wäre der Doktor zu ihr in die Loge getreten und hatte sie angeredet, aber das war natürlich unmöglich. 3 m Saal war es trotz der Ventilatoren glutheiß. Auch hier wurde je als Abwechselung zu den modernen öimmys und Steps ein Kotillon getanzt, und das Bild, welches die blonden Engländerinnen, die zierlichen Amerikanerinnen, die Herren in Frack und Uniform boten, war hübsch. Prächtige, oft extravagante Toiletten, zartester Flor, weitgehendstes Decollete und eine Fülle kostbarster Suwelen. Es mochte so manche Soldmillion sein, die da auf Schultern und Armen funkelte und gleißte.
ön den Logen meist ältere Herren und Damen. Hier herrschte die Uniform und der ordenbesteckte Frack vor und in einer der Logen, ganz allein, Limokoa, die mit großen, träumerischen, ernst beobachtenden Augen herabsah.
Sie wurde gegrüßt. Bon den Herren ehrerbietig, zeremoniell, von den Damen ebenfalls und doch — waren es die törichten Worte des Leutnants Wheeler — es schien dem Doktor, als ob diese Damen und Herren doch einen Unterschied machten, als richteten sie eine Schranke auf zwischen jener und sich selbst.
Dr. Büttner faßte einen Entschluß und trat an einen ihm bekannten Reeder heran:
„Beg your pardon, nicht wahr, die Dame dort in der Loge ist Mistres Andersen?"
„All right".
„öft Mister Andersen auch hier?"
Wieder das Lächeln, das er auf dem Gesicht des Leul- nannts gesehen.
„Hur Heit nicht."
„Sst er schon lange verreist?"
Er wußte eigentlich nicht, wie er zu der Frage kam.
„Es wird reichlich ein halbes 3abr fein.“
Wieder lag ein Geheimnis über dem Ton dieser Worte fast etwas wie Schadenfreude. Hatte der Leutnant recht? War sie eine Wilde? Hatte der Mann sie verlassen? Der Doktor bat ihr sofort im stillen diesen Gedanken wieder ab. Wer könnte diese Frau verlassen? Der Reeder wollte weiter gehen, aber der Doktor hielt ihn zurück.
„Würden Sie mir die Ehre erweisen, mich mit Mistres Andersen bekannt zu machen?"
Ein erstaunter Blick traf ihn und der Doktor fuhr fort:
„Sch habe Mister Andersen gekannt."
Der Reeder nickte.
„Mister Samsonl"
Ein anderer Herr, der soeben nach Samoasitte, die man hierher verpflanzt hatte, von einem jungen Mädchen mit einem roten Blütenkranz geschmückt und mit seinem lachenden, roten Gesicht aussah, wie Bacchus im Frack, hatte gerufen und der Reeder nickte ihm zu.
„Sch komme, dear friendl" Dann winkte er dem Doktor.
„Please, Sir!“
Sr trat in die Loge, in der Limokoa noch immer allein war, und verbeugte sich.
„Gestatten Sie, Mistres Anderson, Herr Dr. Büttner, der Wister Andersen zu kennen glaubt, bittet, Shnen vorgestellt werden zu dürfen."
Sie schlug ihre Augen auf. Herrgott, wie schön, wie herrlich schön waren diese großen, traurigen, tiefen Augen.
„Sie kannten — Sie kennen Fred?"
..Sch glaube, ich hatte die Freude, ihn in Deutschland kennen zu lernen.“
„Sn Bonn? Am schönen Rhein?"
Setzt wußte der Doktor, daß es wirklich Fred Andersen, der Fred Andersen aus San Franzisko war, dessen Weib vor ihm saß, und diese fuhr leise fort:
„Sch wünschte, ich wäre auch eine Deutsche."
„Sie sind Amerikanerin?'
„Rein — nein — ich bin eine Sndianerin, eine freie Mo- haveindianerin — ja so — dann bin ich ja eigentlich doch —“
„Sie, gnädige Frau?"
„Sch liebe Deutschland."
„Sie kennen es?“
„Fred erzählte so viel — er hat es so lieb. Wie sollte ich es dann nicht auch lieben?"
Sie seufzte und schwieg. Also auch das war richtig? Büttner verstand nicht mehr und doch — der Klang dieser tiefen, etwas fremdartigen, metallischen Stimme erhöhte den Reiz dieser Gestalt. Sie fuhr aus den Träumen.
„Erzählen Sie mir von Fred. Sie haben ihn lieb?“
Etwas zögernd antwortete der Doktor:
„Gewiß, wir waren befreundet —“
„Wie sollten Sie nicht! Er ist ja so schön! Und so jung!"
Wieder sah sie träumerisch in die Ferne, dann standen Tränen in ihren Augen und sie sagte leise und innig, als hätte sie den Doktor vollkommen vergessen:
„Mein armer, lieber Zredl"
Büttner ging es wie ein Stich durch das Herz. Er fühlte daß er verliebt war, richtig verliebt und eifersüchtig auf diesen Fred! Aber er fühlte, daß er etwas sagen mußte.
„Mister Andersen ist geschäftlich verreist?"
Sie wollte antworten, dann erschrak sie und sagte zurückhaltend :
„Mister Andersen ist mit seiner Sacht unterwegs. — §je werden sich längere Heit hier aufhalten?"
„Sch denke, schon morgen abzureisen."
„Wohin?" W
„Sch bin Oberingenieur größerer Bergwerke in Mexiko gehe aber zunächst nach San Franzisko und von dort noch Aon, Orleans und später über Eiudad Suare; zum Rio Grande hin,,, ab. Vielleicht mache ich auch vorher noch einen Abstecher/ den Canons des Eolorado."
Er hatte mit Absicht von nach seiner Ansicht gleichgültigen Dingen gesprochen, um sich selbst aus dieser Stimmung zu reißen, da sah er, wie ihr Gesicht von lebhafter Glut übergossen k wurde.
„Wenn Sie Mister Andersen unterwegs treffen sollten — wollen Sie ihm einen Gruß ausrichten?"
„Sie meinen?"
„Es wäre möglich — wenn Sie zu den Canons kommen.
— Bitte, bitte! Sagen Sie ihm, daß er kommt! Daß er i schnell komme! Sagen Sie ihm, wie ich mich sehne." Sir M hatte seine Hand ergriffen und sprach jetzt nicht wie eine vornehme Dame, sondern wie ein liebes, kleines, unglücklicher Mädchen. Büttner war unwillkürlich ergriffen.
„Wenn ich das Glück habe, ihn zu sehen — ich will gern
Ein freudiger Strahl kam in ihre Augen.
„Sn der Gegend von Irma oder bei Fort Williams, Nein, A in den Canons, in den furchtbaren Canons! Ach, wenn Sie ; ihn träfen!“
„Sch will versuchen." , W
„Wollen Sie das? Wollen Sie das wirklich? Schicken Sie ihn mir beim! Bringen Sie ihn mir heim! Sch weiß ja, â wie er sich nach mir sehnt! Wie er mich liebt und daß nur dieses Gespenst —“ '
Erschreckt brach sie ab, dann sagte sie innig und flehend:
„Bitte, bitte, schicken Sie mir ihn heim."
Eine Dame, eine Amerikanerin, die der Doktor in der Umgebung der Gouverneurin gesehen, trat ein. Büttner entging der beobachtende Blick, den sie der allerdings wieder tadellos beherrschten Limokoa und ihm zuwarf. Er stand auf und machte eine Verbeugung. (Fortsetzung folgt)
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