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lAriftpn über die Saison- und Zuventurausverkaufe wahrend Krieges und der Nachkriegszeit in Vergessenheit geraten. X Industrie- und Handelskammer sieht sich daher veranlaßt, Unraus 'bintuioeijen, daß die ^hl der üblichen Saison- und Inventurausverkäufe in den Krisen Fulda, Hünfeld und Sers- innerhalb eines Kalenderjahres in keinem Geschäft im ... mehr als 2 betragen darf. Den .Geschäftsinhabern He bt es jedoch überlassen, ob sie je einen Saison- und Snven- , oder zwei Saisonausverkäufe veranstalten wol­len Diese Ausverkäufe dürfen die Dauer von je 3 Wochen ü überschreiten und können nur so gelegt werde, daß der m ersten Montag im Monat Sanuar und der andere am Montag im Monat Suli beginnt. Bei der Ankündigung M darauf zu achten, daß nicht der Anschein erweckt wird, als werde der Ausverkauf vor der festgesetzten Heil begonnen oder nach Ablauf der Heit fortgesetzt. Besonders ist darauf hin- zuweisen, daß auch in der frei gegebenen Heit Inventur- und Saisonausverkäufe nur veranstaltet werden dürfen, soweit sie in der betreffenden Branche auch im Frieden üblich waren.

v. Hauswurz. Hwecks Verbesserung der miserablen Ver- Kehrsverhältnisse, besonders der postalischen, hatten sich etwa & 200 Vertreter der beteiligten Gemeinden des unteren Vogels­berges in Hainzell versammelt. Neben dem Herrn Landrat war auch ein Vertreter der Oberpostdirektion Gassel erschienen. Wie schon vor 20 Jahren beim geplanten Bahnbau,, gab es auch hier wieder mehrere Projekte. Nach gründlicher Aussprache wurde festgelegt, daß ab 1. März 1925 eine Auto­post mit Personentransport eingerichtet wird. Diese geht von Neuhof über Rommerz, Hauswurz, Hosenfeld und läuft den Bahnhof Großenlüder an, wo der Anschluß an die Hüge der Strecken FuldaBebraFulda Gießen erreicht wird. Die Fahrzeit ist ab Neuhof oinhalb 6 Uhr früh morgens u. 3 Uhr nachmittags für Personenabnahme aus den Hügen Fulda Frankfurt. Gtwaige Gerichtstermine in Neuhof sollen für die betr. Gemeinden nicht vor 11 Uhr vorm. gelegt werden. Der Fahrpreis ist projektiert mit 10 Psg. pro Kilometer. (Dabei wirds kaum bleiben bei dem heutigen Benzinpreis. D. Be- richterst.) Als Bedingung für die Rentabilität wird von der Postbehörde verlangt, daß die Frequenz 6 Personen pro 1 Ki­lometer beträgt. Sollten Passagiere wie Schüler, Marktleute oder ähnliche Mußreisende 3 mal wöchentlich fahren, würde fich der Fahrpreis noch bedeutend verbilligen. Hoffentlich wird nun aus der Gheorie endlich einmal Praxis. Aus früheren Erfahrungen sind die Bewohner des unteren Vogelsberges arg mißtrauisch. Bis nun der Autoverkehr Wirklichkeit wird soll vom 1. Sanuar ab wöchentlich 3 mal die Fahrpost verkehren. Es ist jetzt ein trostloser Hustand, wenn ;. B. in Hauswurz letzte Woche zirka 80 Pakete eingingen dieallmLhlig" den Berg herauf befördert werden. Und die Postverwaltung soll sich der ehrlichen Leute hie oben besonders annehmen. Wa­rum? Sie hätte ,ev. ein schönes Stück Geld für abhanden ge­kommene Pakete blechen müssen. Kommt da am Donnerstag ine altegelbe Postkutsche", hochbeladen mit Paketen. Als Verschluß baumelte ein Draht von etwa 1 Millimeter Stärke kreuzweise über der defekten Tür und dito Schloß-Schlüssel -fehlte ganz. Ein Halbwegs geübter Klaumann hätte den gan­zen Inhalt stibitzen können, ohne daß es der Postillon auf sei- b. rem Bock gemerkt hätte. Als Förderer des Autoplanes sei-u an dieser Stelle besonders dem Herrn Landrat von Fulda und Pfarrer Hahner, Hauswurz, gedankt. Letzterem besonders für sein überzeugendes Eintreten für die Route Aeuhof-Haus- wurz-Hosenfeld. Da können die Vogelsberger manches Paar Erhübe aus dem häuslichen Etat streichen, wozu wir bestens gratulieren.

Alsfeld. Die hiesige KasinogesellschaftGoncordia" be­ging am 26. und 27. in ihrem Klub hause das Fest ihres 100- jährigen Bestehens. Am ersten Abend fand bei überaus zahl­reicher Beteiligung ein Vortrag- und Theaterabend statt, am zweiten Tage ein von der Reichswehrkapelle aus Gießen ge­botenes Festkonzert, dem sich am Abend ein großer Festball anschloß.

wb. Wiesbaden, 29. Dez. Gestern Vormittag 10 Uhr wurde der Delegiertentag der Hionistischen Vereinigung für Deutschland, im großen Saal des Kurhauses, der bis auf den letzten Platz besetzt war, durch Rechtsanwaltt Dr. Lands­berg-Berlin eröffnet. Redner begrüßte die Erschienenen u. a. den Ehrenpräsidenten der Vereinigung Dr. Feiwel-London " * Den Präsidenten der zionistischen Weltorganisation Professor Weizmann-London, Abraham Soldberg-Aewgork. Aach weiteren Begrüßungsansprachen sprach Professor Weizmann- London über die Hiele der zionistischen Bewegung und beton- le das gute Einvernehmen zwischen den Hionisten und der ka­tholischen Kirche in Palästina. Die Hionisten respektierten die Stellung der katholischen Kirche in Palästina. Hum Schluß erwähnte der Redner, daß demnächst in Palästina eine jüdische Universität eröffnet werde. Die Bindung mit Palästina sei

in der Berichtsperiode eine noch engere geworden; eine erheb­liche Anzahl Gesinnungsgenossen aus Deutschland sei nach Pa­lästina übergesiedelt. Mit besonderer Befriedigung wird fest­gestellt, daß es in den letzten Monaten gelungen ist, die hebräi­sche Sprachbewegung in Deutschland mehr zu fördern. Die Hahl der zionistischen Steuerzahler habe sich von 3 auf 6000 erhöht. An diesen Bericht knüpfte sich dann eine längere Aus­sprache an.

Maskierte Räuberbanden machen die Umgebung von Des­sau unsicher. Nach einem vereitelten Ueberfall auf eine Do­mäne überrumpelte die Bande in Quellendorf in einem Hau­se eine allein anwesende Frau, knebelten sie und raubten 500 Mark. Die Täter sind unbekannt entkommen.

wbt. Reichenberg, 27. Dez. abends 10 Uhr telef. An den Abhängen der Kesselkoppe im Riesengebirge, wütete gestern ein ungeheurer Brand, der in dem dürren Grase reiche Nahr­ung fand. Die haushohen Flammen griffen auf die beiden Kesselgruben über und vernichteten den ganzen Nieholz- und Waldbestand auf einer Fläche von 200 Hektar.

»Für uMereIugend*

Vom Frosch, der die Schlagsahne erfunden hat.

Wenn man darüber nachdenken wollte, wer wohl die Schlagsahne erfunden hat, so müßte man sich zuerst mit dem Schaumschlagen beschäftigen. Das Schaumschlagen aber ist, so schreibt Wilhelm Bölsche in seinem neuesten BucheDer singende Baum" (Verlag Karl Reißner, Dresden), in höchst vollkommener Form bereits lange vor dem darin so bewander­ten Menschenwesen von mehreren Kobolden der unteren Natur gefunden und geübt worden nämlich von Fröschen. Wir alle erinnern uns eines höchst famosen Bildes von Meister Oberländer, des kürzlich verstorbenen, genialer Hand; wo ein armer Frosch in die fette Milch gefallen ist, wütend strampelt und strampelt, dabei aber ohne eigene Absicht die Tätigkeit des Butterns ausübt, bis man ihn zuletzt reinlich und frich auf einer Stufe selbstverarbeiteter Butter sitzen sieht.

Was dieser Karikatur das Stück Glaubwürdigkeit ver­leiht, wie es jedem guten Witz innewohnen muß, ist aber we­sentlich der höchst geeignete Bau der Froschpatschen die man sich ohne Mühe als wirkliche Quirle oder Löffel schlagend be­wegt denken kann. Und bei gewissen südamerikanischen Laub­fröschen hat das zunächst schon dazu geführt, daß sie mit ihren Pfoten höchst wunderbare Handarbeiten überhaupt zustande bringen, die man, wenn schon einem Tier unterhalb des Menschen, höchstens einem Affen zutrauen würde.

Der sogenannte Kolbenfuß in Brasilien, ein dicker schwarzbrauner Laubfrosch, der auch der Schmied heißt, weil seine laute Stimme wie Hammerschläge auf Metallplatten den Urwald durchdröhnt, weiß außer mit dieser Stimme noch viel besser mit den wirklichen Händen so zuschmieden". Sm Seichtwasser an Sumpfrändern rührt er den Schlamm zu Tellervertiefungen auf, die er mit hohen Ringwällen wie kleine Kater gegen das übrige Wasser absperrt, ön diesen künstlichen Aquärienbecken setzt er dann seinen Laich ab, damit die düngen sich geschützt gegen alles schwimmende Räubervolk des offenen Sumpfes ringsum, entwickeln können.

Bei der Wallarbeil selbst aber und besonders dem inneren Ausglätten der Aquariumswände wird in der denkbar voll­kommensten Weise eben mit den Handpatschen, deren Finger am Endglieds breit erweitert sind, gewirtschaftet, bis der Napf so reinlich dasteht, als habe ihn die Hand einer kundigen nack­ten Indianerin des Landes frei aus Ton geknetet. Wie mit Schaufeln, wirft der arbeitende Frosch in stiller Nachtstunde den Schlamm herauf, drückt ihn wie mit regelrechter Maurer­kelle gegen die wachsende Wand, er glättet die Brustwehr von innen und nivelliert den Grund und bei alledem trägt die allein schuftende treue Mutter auch noch den faulen Vater be­ständig huckepack auf dem Rücken, als habe sie Angst, daß dieses ehrenwertte Bestandstück der Familie irgendwie über der sauren Maurerarbeit verlorengehen könnte. Wenn aber der instinktkluge Lurch hier bereits durch richtige Handkunst den Topf, die Schüssel herrichtet, so ist es gewiß kein allzu großer Schritt, sich vorzustellen, daß er jetzt auch in dem Pott etwas quirle und zu Schaum schlage, wofern er nur auch das irgend­wie brauchen kann und die Natur ihm auch dazu den Instinkt auf den Leib geschrieben hat. dene künstliche Aquarien dienen, wie gesagt, stets zur Ausnahme der eigenen Eier des Frosches. And wenn man sich also etwas ganz Verrücktes hier ausdenken wollte, so wäre es ein Meister Frosch, der in der eigenen Schüssel seine eigenen Eier kunstgerecht zu einem Lierschnee schlüge.

Die südamerikanischen Pfeiffrösche, lustige Gesellen, die abends in ihrem Urwaldgrase sich mit hellen Pfiffen unter­

halten, graben sich abseits vom Wasser kleine Brutkeller aus, in denen sie zunächst einmal ihre Eier absetzen, damit erst ge­legentlich ein 'Eropenregen die schon etwas erstarkteren Lar­ven in den wirklichen Storchteich schwemme. Untersucht man aber diese Lierkeller, so findet man die Eiereinlage darin alle­mal gebettet in eine dick oufgepustete Portion wirklichen und wahrhaftigen Lierschnees. Sind auch nicht die eigentlichen Eier selbst dazu geschlagen, so scheint es doch ihre Hllllsubstan; zu sech.

NermischteS.

Der Reffe des Belgischen Königs. Ein lustiger Gauner­streich, der einem Juwelier gespielt wurde, wird in Paris viel belacht. Dem Juwelier wurde ein Herr Homer Scherpenel vorgestellt, der ihm erklärte, daß er im Begriffe stehe, die Nichte des Königs von Belgien zu heiraten und sich entschlos­sen habe, beim Einkauf der Brautgeschenke die ihm empfohle­ne Firma des Juweliers zu bevorzugen. Er ließ durchschim­mern, daß die Verleihung des Titels einesKöniglich belgi­schen Hoflieferanten, auch nicht lange auf sich warten lassen werde. Von so viel Glück überwältigt, beeilt sich der Kauf­mann, einen herrlichen Diamantenring, den schönsten, der er besitzt, 23 000 Franken wert, herbeizubringen, und erhält da­für drei Wechsel. Der Juwelier ist völlig beruhigt und wird durch einen zweiten Auftrag beglückt: Homer bestellt noch ein paar Ohrgehänge, die ihm der Juwelier nach Mons in Bel­gien bringen soll, da er augenblicklich dorthin zu dem Braut­vater, eben dem Neffen des belgischen Königs, reisen müsse. Drei Tage später trifft unser braver Mann in Mons ein und begibt sich zu seinem Herrn Suoyes, dem angeblich belgischen Prinzen, wo er in Anwesenheit der beiden Agenten von dem glücklichen Bräutigam Homer empfangen wird und ein Paar Prachtohrgehänge um den Preis von 18 000 Franken los wird. Da Prinzen gewöhnlich kein bares Geld bei sich haben, wird ihm ein ansehnliches Pack Wertpapiere in dem entspre­chenden Betrage eingehändigt. Die Brust von kühnen Hoff­nungen und dem Wertpaket geschwellt, kehrt der künftige bel­gische Hoflieferant nach Paris zurück, um die Papiere wel­cher Kaufmann braucht heute kein bares Geld? belehnen zu lassen. Enttäuschung eines sorglosen Gemütes: Die Papie­re haben lediglich Makulaturwert. Anzeige, Verhaftung der Schuldigen. Aber die Suwelen sind bereits verkitscht und ver­jubelt. Homer, der klassische Homer, verfügt just noch über 3 Franken 95 Eentimes!

Wie alt war Methusalem? Der englische Astronom Pro­fessor Grawford hat Untersuchungen über das mutmaßliche Alter der biblischen Figur des Methusalem vorgenommen. Als er sich eines Abends wieder einmal die Bibel vornahm und in der Genesis die Bemerkung fand, Methusalem sei 969 Zäh­re alt geworden da wollte ihm das nicht einleuchten. Die Men­schen der damaligen Heil", so schreibt er,pflegten nach Hgklen zu rechnen. EinHgklus" ist aber nicht, wie bisher angenom­men wurde, einem Kalenderjahr der heutigen Zeitrechnung gleichzustellen, sondern bedeutet aller Wahrscheinlichkeit nach einenMondzyklus", also einen Monat. So kommt man zu dem Ergebnis, daß Methusalem bestenfalls 80 Zahre alt ge­worden ist".

Druck und Verlag: Rudolf Bamberger, Fulda. Verantwortlich für den textlichen Teil: Friedrich P. Partmuß, für Anzeige«: August Bamberger, sämtlich in Fulda.

Bekanntmachung.

Dem Förster Llend in Ellers und dem Hilfsförster R i e s e zu Z l i e d e n ist mit Genehmigung des Herrn Regier­ungspräsidenten zu Lasse! die aushilfsweise Mitwirkung bei Ausübung der Zagdpolizei in den Zagdbezirken der Gemeinden Ellers, Opperz, Neustadt, Rommerz, Dorfborn, Tiefengru­ben, Kerzell, Flieden, Rückers, Magdlos, Höf und Haid, Stork, Buchenrod und Kauppen übertragen worden.

Fulda, den 23. Dezember 1924.

Der Landrat. S. V.: S ch u st e r.

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