I HofMM Wr Männrrchor
Zulda.
M
Sonntag, den 28. Dezember 1924, im großen Stadtsaale
Nachmittags 5 Uhr:
>Si
Geh' zu Großenbach und hole Stoff für die Sgloesterbowle!
5. B.: Aokokko- u. Hansa-Punsch» gutgepflegte Weiß-, Rot- u. Bordeauxweine. Sekte
Die verehrlichen Mitglieder mit Angehörigen, W Freunde und Gönner des Vereins, werden hiermit herzlichst eingeladen. Der Vorstand.
Sinterfeter -»BMermrg
Abends 7.30 Uhr
Mater und Ball
K,
Erste Fuldaer Weinbrennerei und Likörfabrik Erich Großenbach, Bahnhofstraße dir. 25.
Vermittelungwmlüosjnungj-^
^/T^öbeifraSs^rt
fuinl Weil,?
—! Fulda L
2 w
Petersbergerstr. 47 Telefon 263
a> m s E “S ra
CX
Ol
Uebernahme vonfTlöbelfransporten nach allen Plätzen des Jn - u. Auslandes
Altpapier
kauft zu höchsten Preisen laufend
L. Hasenpflug, Fulda
Karlstraße Nr. 20
Telefon Nr. 596
Händler zum Aufkauf gesucht.
hervorragend bewährt bei:
Grippe,
Gicht
I Hy Rheuma, Nerven- und
$ 5 Sschias, Kopfschmerzen.
Togal stillt die Schmerzen und scheidet die Harnsäure au?.
Klinisch erprobt — 3n allen Apotheken erhältlich.
Best, 74,3% Acid, acet salic., 0,46%Chinin, 12,6% Lithium ad 100 Amyl,
Ein günstiger Abschluß ermöglicht es mir,
EKNtttblUMN
km, Selten,
Seilte M
«Mkgrtvöhrnrch^btiiigen Preisen anzubieten.
Kunst- und LandschaftWrtnmt.
Kronhofstr. Nr. 27/29
Urt«
Auswurf etc. Untersuchung. Sichere Erkennung mancher Krankheiten. Ausführliche Erklärung wird gegeben.
Leo Ss&cK.
Chemiker des Bades Salzschlirf.
^\llliiiilllimiWliiiifflliffllllliiiilH^
! Kohlen x n. Holz I
1 I
i Möller, G.m.h.H.,Fuhhd = §
i Brauhausstrasse 2 |
Ein Schweln welches Ihnen Freude bereitet, erzielen Sie mit Steyers
Kalk - Lebertran - Emulsion „Suipn“.
Viele Dankschreiben beweisen wie es bei schlechten Fressern, Steifheit, Knochenschwäche, Krampf usw.
gewirkt hat. Allein echt in der
Drogerie zum Krokodil, E.K. Steyer,Sulba Karlstr.ZI. Sei.124
Sie sind so blaß, ergänzen Sie Shre roten Blutkörper durch llth's Elsenlikör u. Eisentropon, sonst werden Sie blutarm u. bleichsüchtig.
Fl. â Mk. 1.— u. 2.— in der Drogerie;. Krokodil Telefon 124. K. G. Steyer. Karlstraße 31.
Auf die SieuWWnge
Ls gibt kein toter Winkel mehr
in dem man in Stumpfsinn versauert, wenn man dm vollkommensten
teiowl Br. U Mi besitzt, hört man wissenschaftl. Borträge, die neuesten Nachrichten, Opern, Konzerte aus ganz Europa.
Ein herrliches Weihnachtsgeschenk für Federmann
ist daher der Einröhren ■ Apparat von Dr. Georg Seibt Tgpe E.A. 22 für nur 75.-
Borführungen täglich durch den Generalvenreter für Hessen-Nassau
Reinhardt Leibold, FMa M in der bekannten
empfehle in Flaschen und Fässern, zu äusserst billigen Preisen
Pa. Bayerische Exportbier (heil und dunkel)
Est. Bayerisches Oockbier (dunkel)
Pa. Erankenbräu
Aechi Kulmbacher Exportbier (heil und dunkel) Esf. Kulmbacher Sandler-Bock (hell u. dunkel') Kulmbacher Sandlerbräu
Originalabzug der Brauerei, in % Liter-Flaschen. Pasteurisiert.
Bestellungen erbitte möglichst frühzeitig. — Lieferung frei Haus.
Fr. Wohlgemuth
Petersbergerstrasse 34
FULDA
BiergrsMandlung
Telephon Nr. 781
Drogerie zum Krokodil
S. K. Steyer, $nlba, Kachirabe 31 -
Stete kleine Limskoa
Fred Andersens Höllenfahrt
Roman v. Otfried von Hanstein.
(21. Fortsetzung).
Vor dem ehemaligen Königspalast war die Villa des amerikanischen Gouverneurs, und aus ihrem Garten ertönten die fröhlichen Weisen einer Militärkapelle. Der Gouverneur gab ein Fest und auch Dr. Büttner hatte, allerdings in seiner Eigenschaft als Begleiter des spanischen Granden, eine Einladung erhalten.
Dr. Büttner war kein Freund von Festen, am wenigsten von Bällen, die ihn an heißen Tropenabenden gar in den Frack zwängten, aber heute mochte er nicht allein sein, und ehe morgen der Dampfer ihn ostwärts nach San Franzisko trug, reizte es ihn auch einmal, einen Blick in das Leben der Gesellschaft von Honolulu zu tun. Er trat in das Hotel, in dem er jetzt die | Himmer, die Don Almareidas belegt und im voraus bezahlt | hatte, allein bewohnte, machte schnell Toilette und mischte sich ! dann unter die Gäste des Gouverneurs.
Hawaische Weihnacht! Nein, am Weihnachtstage darf der Mensch nicht allein sein, wenn auch eine bescheidene kleine Tanne in der deutschen Heimat chm heute lieber gewesen wäre, als der Plumpudding des Gouverneurs. Nicht denken! Nicht sentimental werden! Er war ein einzelner Mensch, den nichts mehr in der Heimat erwartete. Die Eltern waren tot — ein i vergessener Schutthausen der Platz, auf dem einst das Vaterhaus stand, das der-Weltkrieg in Trümmer geworfen. Und das Mädchen, das einst feine Braut gewesen — Nicht denken! I — — sie war glücklich, was wollte er mehr! Und doch hatte I er sich unwillkürlich wieder von der fröhlichen Gesellschaft, die sich trotz der Hitze um das weit geöffnete Portal des Tanz- saales drängte, gesondert. Wie lauschig war hier der Platz. Ein kleiner Weiher, auf dem große, weiße Blumen prangten, an dessen Ufern hochbeinige Flamingos erstaunt ihre Köpfe hoben und zu der Musik hiniiberzuiauschen schienen.
Hier war es still. Ein Altan des Tanzsaales öffnete sich zu diesem Teile des Parkes und auf diesem Altan standen zwei Damen. Einen flüchtigen Blick warf Ewald Büttner hinauf, dann blieb er gefesselt stehen. Was war das für eine Gestalt. Hell beleuchtet von den großen, elektrischen Kandelabern stand eine junge Frau dicht an der Brüstung. Der Altan war nicht hoch und der Doktor unweit unter einem -blühenden Busch, so daß er deutlich ihr Gesicht zu erkennen vermochte.
Mit großen, dunklen Sammetaugen, die einen seltsamen, traurig schwärmerischen Ausdruck hatten, blickte sie, wie in
draußen blinkenden Meeres das Hiel ihres Sehnens.
5art war sie und schlank. Ueberzart fast im Gegensatz zu der großen Dame an ihrer Seite, in der Büttner die Gattin des Gouverneurs erkannte. Sie trug ein Gewand aus kostbarer, grüner Seide, aber es war nicht, wie das der Gouver- neurs-Frau, nach Pariser Schnitt, sondern weit, wallend, etwa wie das der Samoanerinnen, und aus tiefem Ausschnitt wuchsen schlank und zart ein sammetbrauner Hals und zwei ebensolche Arme.
Als einzigen Schmuck trug sie einen großen, aus kostbaren Edelsteinen zart gefügten Schmetterling in der Mitte eines dunklen Bandes, das über die Stirn hing, so daß der Schmetterling fast wie ein drittes Auge erglühte. Sonst nur Blumen, leuchtende Blumen! Eine dunkelrote Hibikusblüte im Schwarzen Haar, eine ebensolche am Ausschnitt des Kleides und rote, brennende Blumen über das grüne Kleid verstreut.
Sie stand an der Brüstung, und die Gattin des Gouverneurs hatte zwar das erstarrte verbindliche Lächeln, das ihr zur zweiten Natur geworden war, aber ihr großzügiges, stolzes Gesicht schien noch um eine Nuance kühler als sonst.
Dr. Büttner war von der eigenartigen Gestalt gefesselt. Eine vornehme Dame mußte sie sein, wie hätte sie sonst Caby Rushborne in ihrer Nähe und doch —
öe^t sah der Doktor sich um. Aus dem Tanzsaal trat Mister Wheeler, Leutnant auf „His Majestg Ship Excelfior", ; dem englischen Kriegsschiff, das fei drei Tagen im Hafen von Honolulu lag und eine Havarie ausbesserte. Der Doktor hatte im Hotel seine Bekanntschaft gemacht.
2etzt war ein Hug des Bedauerns auf dem Gesicht des Deutschen.
„Armer Mister Wheeler! Bei dreiunddreißig Grad Hitze einen öimmy tanzen?"
Der Leutnant zuckte die Achseln.
„Dienst, Doktor, was hilfts."
„Verzeihen Sie eine Frage, Herr Leutnant."
„Please?"
„Wer ist dort jene Dame?"
Ein Lächeln huschte um den Mund des Engländers, das der Doktor nicht verstand.
„Mistres Limokoa Andersen."
„Limokoa? Welch ein merkwürdiger Vorname."
Er zuckte die Achseln.
„Durchaus nicht selten, nämlich unter den Mohaveindia- nerin."
„Sie wollen doch nicht sagen?"
„Daß sie eine Mohaveindianerin ist? Gewiß."
tiefer Sehnsucht hinaus. Hinweg über den Park, als suchten
_,Sie meinen, sie hat von früheren Generationen her india- ibre Blicke auf dem Spiegel des in der Abendsonne weit nisches Blut in ihren Adern?"
„Aber nein! Eine echte Indianerin! Es ist gar nicht solange her, daß sie den Körper mit Fett gesalbt, im Lendenschurz und mit Blumengirlanden um die Feuer des Heimatdorfes tanzte."
„Sie scherzen."
Der Doktor konnte nicht hindern, daß ein etwas ärgerlicher Ton in seiner Stimme lag, aber der Leutnant lachte harmlos.
„Aber nein! 2ch vermute — wenn das übrigens w kleidsame samoanische Gewand es nicht diskret verhüllt? murtz | man auf ihrem recht niedlichen Rücken eine große tätowierte Sonne sehen. Das ist so Sitte bei den Mohavedamen."
Der Doktor wurde wirklich ärgerlich.
„2ch bitte Sie, Herr Leutnant, wie käme eine Mohavem- dianerin an die Seite der Gouverneurin?"
„Erlauben Sie, Mister, Mistres Limokoa ist die rechtmäßige Gattin des Mister Fred Andersen, eines Amerikaners, welcher Hauptaktionär verschiedener großer Unternehmungen M eines Mannes mit dem hohen Verdienst, ein außerordenÄ reicher Mitmensch zu sein. Und dieses Verdienst weiß i^ auch in Honolulu zu schätzen. 2m übrigen, beg your paM der Dienst im Ballsaal ruft. Glauben Sie mir, der DiE während eines Taifuns ist erfrischender."
Er eilte in den Ballsaal zurück, verneigte sich in der Tur vor der Tochter eines Generals und verschwand mit ib^ mokoa stand noch immer an der Brüstung und blickte hinaus auf das Meer, auch die Gattin des Gouverneurs war^ inzw>- : scheu in den Saal zurückgetreten. Fetzt waren die beiden gW allein im Freien, die rätselhafte Fremde auf dem Altan und der Doktor unten zwischen den Büschen. Büttner war in der | Tat empört. Was war das für eine törichte Art, ihn so an- zufUhren! Diese vollendete Dame eine Mohaveindianerin nu einer tätowierten Sonne auf dem Rücken! Warum hatte er I ihm nur nicht sofort Gleiches mit Gleichem vergolten und ist | gesagt, die Gattin des Gouverneurs wäre auch keine Amerikanerin, sondern in Wahrheit die Schwester des Kaisers 1,1,11 China und hätte zu „goldenen Lilien" verkrüppelte Füße!
„Warte lieber Wheeler! Heute ist Weihnacht und w der erste April, das sollst Du mir büßen!" $
Und dann fiel ihm noch etwas anderes ein. „Mst Andersen? Mistres Fred Andersen?" Er dachte an den % gen Amerikaner aus San Franzisko, den er in Bonn kenm gelernt hatte, den er damals in den Alleen des Ehlifchom Parkes mit der schamlosen, kleinen Kokette belauscht Wie käme dieser Fred Andersen nach Honolulu und mit rw Indianerin zusammen? Wieder Torheit! Gewiß gab es Fred Andersens in den Vereinigten Staaten, aber jedenfalls ein neuer Grund, sich der Dame zu nähern.sFortsetzung W ’