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Der Seemann.

Von Max Dauthendeg.

Max Dauthendeg, der bekannte Lyriker, dem wir auch so wundervolle japanische Geschichten verdanken, ist bekannt­lich kur? vor Ende des Weltkrieges auf Sava, wo er inter­niert war, buchstäblich an Heimweh gestorben. Sm Verlage von Albert Langen-München werden jetzt des Dichters bisher unveröffentlichte Lagebucher, Briefe und Aufzeichnungen unter WM LitelLetzte Reife" herausgegeben. Aus dem inhaltrei­chen Buche entnehmen wir den folgenden Abschnitt, den der sehnsuchtskranke Dichter über deutsche Seeleute schrieb, die gleich ihm im fremden Lande festgehalten wurden.

Freiheit ist keinem Berufsstand so sehr im Herzschlag wie dem Seemann. Der Seemann ist kein Mann der stillstehenden Erdscholle. Das Element der Erde ist ihm fremder als an­deren Menschen. Er sieht die Erde nur als eine flüchtig in sei­nen langen Wasser- und Himmelstagen auftauchende bunte Erscheinung an. Er genießt die Landung auf der Erde nach langer Seewanderung wie ein Kind, das die Arme nach einem vielfarbigen Regenbogen ausstreckt, den es aber nie fassen kann. Und die Küste entschwindet ihm auch immer so schnell, wie ein Regenbogen zerfließt. Aber die Seewelle, die See­luft, der Sternenhimmel, der Sonnenstand über ungeheuer, schrankenloser Meeresweite, die Luftströme, die Seetiefe, sie sind Heimatboden, der eigentliche, ewig bewegliche, des See­mannsherzens. Vom stillstehenden Lande spricht er wie von ei- nem zerbrechlichen Spielzeug, halb mit Hohn, halb mit weh­mütiger Sehnsucht. Wie ein Kind einer kurzlebigen Seifen­blase nachschaut, so betrachtet er den verschwindenden Hafen­ort. Das starke Meer und sein ungewisses Leben, sie sind das Wirkliche, der Ernst der Elemente ist die Lat, der Stolz, die Ehre des echten geborenen Seemannes.

Sch muß den Seemann oft im stillen mit dem Künstler ver­gleichen. Das, was dem Bürger, dem unkünstlerischen, in den Städten als das wirkliche, zu erstrebende Dasein erscheint, das behandeln wir Künstler mit leisem Hohn. Besitz, Eigen­tum, äußerer Stand, gesammelter Reichtum, Orden, Adel, Ängstlich bewahrte Sitte und ängstlich behütete Formen dünken uns Künstlern lächerlich .Das ganze wirkliche Leben in den Bür­gerkreisen erscheint uns, mit geistig frischen und herzlich frei­heitlichen Augen betrachtet, ein Regenbogen, eine Seifenblase, und wir können uns zum Staunen der ehrenwerten Bürger- Herzen nie entschließen, wegen Besitz, Orden und Adel unsere Sdealwelt preiszugeben, unseren Herzenszug, den Zug zur Schöpfung eines Kunstwerkes, auch wenn es keine sichere, nütz­liche Kapitalvermehrung verspricht. Wir leben auf dem Meer der Phantasie, in dem endlosen Reich der edealen Lräume. Aehnlich wie der Seemann finden wir unfern Lebensernst und unsere Lebensehre fern von der Küste der Bürger; auf einem ewigen Wandern begriffen, in ewigen Meeren der Träume. Auch wir Künstler landen gern wie der Seemann zeitweilig, lebhaft begierig nach Erdenleben, unter den Bürgern. Wir greifen dann heftig zu, für- kurze Zeit das Erdendafein genie­ßend und feine Süße rasch durchkostend. Aber bald sind wir satt. Und es zieht uns in unsere Einsamkeit hinaus, auf das Riesentraummeer, wo wir Herren, unumschränkte stolze Mei­ster sind, wo wir uns nie so allein fühlen im Unendlichen als sonst im Endlichen.

Die Sehnsucht nach der unendlichen Freiheit der Meere, Die Sehnsucht nach dem ewigen Wandern mit Licht und Welle zwischen Himmel und Erde verbindet mich als Künstler dem -Seemann so innig, daß ich heute hier beim Betrachten der Lei­

den der Schiffsmannschaften mit diesen meinen deutschen Brü­dern mehr noch leide als mit den anderen, die sich zu Hause in Deutschland im Schützengraben und im Heerwesen betätigen und sich als Männer zeigen können. Die zu Hause ernten in der großen Kriegszeit stolze Befriedigung, aber die Armen hier draußen, die geknebelten Seeleute, die deutschen, sie leiden mehr als alle Verwundeten in allen Lazaretten, da sie innerlich zerrüttet werden, da sie ohnmächtig gegen eine ihnen völlig fremde Welt ankämpfen müssen, gegen die Welt der ihnen aufgezwungenen Ruhe und des ihnen unverständlichen Binnen­lebens, das sie von ihren Schiffen nun ewig.am gleichen Fleck vor sich haben.

Sie wollen kein Land, sie wollen keine Bürger, sie wol­len Meer, sie wollen Künstler des Meeres sein, sie wollen keine Ruhe, sie wollen ruhelos Wandern. Sie wollen nicht das Landleben verstehen lernen, das sie doch nie begreifen, das ih­nen nur Spaß, aber keinen Ernst bietet. Sie wollen den Ernst der harten Seefahrt, den bitteren Lages- und Nachtdienst auf See, der ihnen Genuß ist, so wie die bittere Seeluft die Adern und die Seele reinigt und den Seemännern süßer als alle süße Luft der Gärten und Wälder der grünen Erde ist.

Antworten.

Zu Frage 1: Der Reif ist gefrorener Lau. Die Pflan­zen, Steine, der Erdboden usw. kühlen sich während der Nacht beträchtlim aus. Bei hinlänglicher Luftfeuchtigkeit und stär­kerer Abkühlung der Luft belegen sich diese Körper mit den Wagencopicyen, eben dem Lau. Sinkt die Temperatur unter Rull Grad, so gefriert der Lau zu Neif.

Zu Frage 2: jedenfalls durch Reibung, die Wärme er- zeugt, und die leicht entzündbare Masse im Zllndhoychenkopf in Brand verseif. Phosphorfrei: Zündhölzer, die jetzt haupt­sächlich in dèn Handel gebracht werden, entzünden sich durch den ounKen, welcyer durch die Reibung an der mit Phosphor überzogenen Reibfläche der Zündholzschachtel entsteht. Lchwe- felzUndhölzer können an jeder beliebigen rauhen Fläche in Brand gesetzt werden.

*

Zu Frage 3: Weil durch die Wärme oder andere Ursa­chen stark verdünnte und Darum. leichtere Luft, zumal wenn sie mit Feuchtigkeit erfüllt ist, nicht in der gewöhnlichen Stärke auf uns drückt und Darum oie in unserem Körper befindliche Luft nicht im Gleichgewicht hält. Diese verursacht daher, in­dem sie bei ihrem Bestreben, sich auszudehnen, einen Druck auf Gefäße u. Nerven ausübt, in unserer Empfindung Unan­nehmlichkeiten. Auch Die in der Luft und in unserem Körper mehr als gewöhnlich vorhandene Elektrizität mag dazu bei­tragen.

Zu Frage 4: Der Mond.

Zu Frage 5: 5 Pfennig.

Zu Frage : Der Hut.

Zu Frage 7: Zwei Frauen fahren über, eine zurück. Zweite und Dritte Frau über. Eine Frau fährt zurück und

bleibt bei ihrem Gatten. Die beiden anderen Männer fahren über. Ein Ehepaar fährt zurück. Der Gatte fährt mit dem noch am diesseitigen Ufer stehenden Manne hinüber. Die Frau vom jenseitigen Ufer herüber, zwei Frauen hinüber, eine zurück, zwei hinüber.

Kirchliche Nachrichten.

Katholischer Gottesdienst.

S o n n t a g, 21. Dez. Dom. Kommunion Der Jungfrauen. Beichtgelegenheit: Am Samstag morgens von einhalb 6 an, nachm. von 23 Kinderbeichte, von einhalb 5 an für Erwach­sene. Sonntag morgens von einhalb 6 Uhr an. Sonntags- Gottesdienste: einhalb 6, 6, einhalb 7 und 7 Uhr hl. Messen. Vor und nach denselben jedesmal Austeilung der hl. Kommu­nion. Einhalb 7 in der Marienkapelle hl. Messe und Komm, für Die jungfrauen-Sodalität, 8 Uhr Pfarramt mit Aussetz­ung, Umgang, Predigt u. Kommunion, Pflichtkommunion der diesjährigen Erstkommunikanten. Einhalb 10 Kathedralamt mit Predigt, dreiviertel 11 Uhr Ehristenlehre für Die Jüng­linge, einviertel 12 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt, einhalb 2 Andacht mit Segen zu Ehren Des Allerheiligsten Altarfakra- ments, einviertel 3 Uhr Versammlung Der Jungfr.-SoDalität in der Marienkapelle. Vortrag mit Andacht und Segen, 4 Uhr Predigt mit Andacht und Segen (Sakramentsbruderschaft)

6 Uhr Andacht in Der Marienkapelle. Stadtpfarrkirche. Beichte Samstag früh einhalb 7einhalb 9, nachmittags 3 bis 7, einhalb 8einhalb 9 Uhr; Sonntag früh einhalb 6einhalb 8 Uhr. Kollekte für die Ausschmückung der Kirche und des Krippchens. 5 einhalb Komm., 5 dreiviertel hl. Messe, 6 drei­viertel hl. Messe u. Komm, der Jungfrauen, 8 Uhr erst. Schul­gottesdienst, Predigt und Kommunion des sechsten Schuljahres, 9 einhalb Pfarramt und Predigt, 11 Uhr zweiter Schulgd. und Predigt, 9 einviertel Uhr Ehristenlehre der Jünglinge in der Severikirche, 2 einhalb Quatemberandachl, 3 einviertel An­dacht für die jungfrauen-Sodalität, 5 einhalb Uhr Advents­andacht. Mittwoch ist Vigilfasttag. Pfarrkirche zum heil. Geist. 7 Uhr Frühmesse und Ansprache, 8 Uhr Hochamt und Predigt, einhalb 3 Uhr Glockenweihe durch den HochwUrdig- sten Herrn Bischof und Andacht. Sodalität. Einhalb 10. Severikirche. 7 Uhr Messe. Frauenberg. 5, einhalb 6, 6, einhalb 7 und 7 Uhr hl. Messen, 8 Uhr Singmesse mit Predigt, 9 Uhr Hochamt mit Predigt, nachmittags Predigt und Andacht für Die Lerziaren mit Einkleidung und Profeß. Friedhofskapelle am Franzofenw^.^-en. Sonntag 6 ein­viertel Uhr hl. Messe mit Ansprache. Abteikirche der Be­nediktinerinnen. 2 Uhr nachm. Herz-jesu-Bruderschaftsver- sammlung, Lonventamt 8 einhalb Uhr.

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