Einzelbild herunterladen
 

Der Maler Anton Burger.

Gedächtnisausstellung im Frankfurter Kunstverein.

Spezialbercht derHMZ".

Line jede Kunstrichtung vermag sich erst nach längeren Kämpfen durchzufetzen. Dies gilt für jede Kunst; man denke nur wenn wir das Gebiet der Malerei betrachten an bie erregten Szenen in den Pariser Salons, als Manet und Monet mit ihren ersten impressionistischen Werken an die Oef- fentlichkeit traten und dadurch dem französischen Klassizismus eines Lonstable und Sngres ihre frische, lichtdurchtränkte Ma­lerei entgegensetzten. Der Widerspruch, den Hodlers junge Kunst erregte, ist bekannt, und die Kämpfe, die vor und nach dem Kriege die Expressionisten mit der öffentlichen Meinung zu bestehen hatten, sind noch in aller Erinnerung, besonders wenn wir an die sog. Novembergruppe denken, die heute bei jeder Berliner Ausstellung ihre eigenartige, abstrakte Maler­ei zur Schau stellt. Mag eine Richtung noch so neuartig sein, stets werden sich Kennzeichen für die Tatsache finden lassen, daß jede neue Kunst bis zu einem gewissen Grade mit der älterer Epochen zusammenhängt. Auf diese kunsthistorische Latsache weisen auch die jungen Künstler hin, die für ihre Richtung im breiten Publikum werbe» wollen. So berufen sich die Mo­dernen, insbesondere die deutschen Expressionisten, auf das Werk eines Mathias Grünwald imSfenheimer Altar". Auch Greco, der formensichere und farbenfrohe Spanier, wird als Vater des modernen Expressionismus, bezeichnet. Wenn die Kunstrichtungen der letzten Sahrzehnte sich äußerlich viel­fach fremd gegenüber stehen, so lassen sich doch zwischen den extremsten gemeinsame Merkmale und Entwicklungsstufen feststellen. Diesen Eindruck vermitteln insbesondere die Aus­stellungen mancher großstädtischer Kunsthallen. Der Frankfur­ter Kunstverein brachte in den letzten Monaten u. a. den Hod- lerschen Nachlaß zur Ausstellung und eine Schau der letzten Werke Max Beckmanns. Es war ungemein interessant, Hod­lers Entwicklung unter dem Einfluß französischer Malerei und deutfch-fchweizerifcher Eigenart festzustellen. Der Weg von Hodler zu Beckmann zeigte in anschaulicher Weise den Wandel des Expressionismus, innerhalb der letzten Sahrzehnte.

Setzt bringt der Kunstverem in seiner Anton Bur­ger- Ausstellung die Werke eines Künstlers, der insbesondere für unsere engere Heimat, für Mainebene und Taunus, als ei­ner unserer bedeutendsten Maler gilt. Burger, ein geborener Frankfurter, begann als Städelfchüler unter Becker und Veit in feiner Vaterstadt die Künstlerlaufbahn. Ein zweijähriger Aufenthalt in München und späterhin in Düsseldorf war für seine Maltechnik von größerem Einfluß, während er feinen Motiven stets treu blieb. Brüger siedelte 1866 dauernd nach Lronberg über und war dort das Haupt der bekannten Lron- berger Künstlerkolonie bis zu feinem Lode im Sahre 1905. Das Leben im alten Frankfurt, in der Mainebene und im Lau­nus hat Burger mit seltener Klarheit beobachtet und mit si­cherem Pinsel auf die Leinwand gebracht. Werke wie der Blick vom Römerberg nach dem Dom" mit seinen lebhaften Marktszenen bleiben dem Beschauer unvergessen. Alte Win­kel, enge Straßen und Gäßchen, im Hintergrund gewöhnlich den alten Pfarrturm, finden in ihm einen meisterhaften Dar­steller. Trotz der Kleinmalerei sind alle Motive groß gesehen und vielfach reich mit Staffage belebt. Mit besonderer Vor­

liebe malte Burger den Winter. Ungemein malerisch wirken: Eislauf auf dem Main" undSchirn im Winter". Auch die zahlreichenDorfstraßen im Schnee" wissen das Tharakteristi- che der tief verschneiten Winterlandschaft packend darzustellen. Sn diesen Bildern hebt sich Burger weit über das Durch­schnittsniveau der Landschaftsmalerei y.naus; er schiert hier den oeutschen Winter in seiner ganzen Romantik Die vor­her genannten Bilder malte Burger ausschließlich der Land- khaft wegen. Personen und Tiere dienten chm nur zur Be- l« V°â«d. 3» lein«. 3agi.bilt.OT 'nN i,° r°»d- fchaft zurück. DerEinsame Säger auf dem Pirfchgang , Treibjagd im Winter",Sagdgesellschaft im , winterlichen ' Wald",Sagdpause" usw. sind gesuchte Werke, in denen der Künstler, der selbst ein leidenschaftlicher Säger war, Hohepunk- tc feines Schaffens erreicht hat. Burgers Popularität beruht nicht zuletzt auf feinen zahlreichen Genrebildern, die hauptsäch­lich das Leben im alten Frankfurt der achtziger Sahre und in den kleinen Taunusorten zum Vorwurf haben. Köstlichen Ju­nior finden wir in feinerAepfelweinschenke", imDorfkon- ?ert undViolinunterricht". SeineBegegnung verdient bank ihrer großartigen Waldlandschaft besonderer Beachtung.

Von Burgers Porträtkunst zeigt die Ausstellung nur we­nige Proben, die in den Farben delikat aufgefaßt sind und in der Technik beste Münchener Schule verraten. Die zwischen den größeren Werken verstreuten Skizzen geben dem Kenner einen interessanten Einblick in den Werdegang ges Künstlers. Sie zeigen uns, unter welchem Einfluß Burger in seinen jünge­ren Sahren gearbeitet, sich aber durchaus die Eigenart feines Talentes bewahrt hat. Auf einemStraßenbild" ist der Ein­fluß des französischen Smprefsionismus, in Auffassung, Zeich­nung und Farbe unverkennbar, überhaupt sind die beiden Mün­chener Sahre von größerem Einfluß auf die Entwicklung des Künstlers gewesen. Er kann der Gruppe derjenigen Maler zugerechnet werden, als deren Haupt der heute wieder sehr geschätzte Schuch gilt. Burgers Malerei in ihrer Gesamt­heit baut auf der Romantik eines Richter und Waldmüller auf, ohne jedoch deren poesiovolle Auffassung zu teilen. Bur­ger ist sachlicher. Nur seine Winterlandschaften und die liebe­voll gemalten Winkel Alt-Frankfurts atmen noch eine ge­wisse Poesie, die aber letzten Endes im Objekt selbst begründet ist. Sn seinen Sagdbildnissen z. B. erweist er sich als scharfer Beobachter und realistischer Darsteller. Die Malerei seiner letzten Sahre zeigt jenen Werdegang, den wir bei so vielen Malern beobachten können. Seine Malweise ist breiter ge­worden, er schöpft aus dem Vollen, und insbesondere zahl­reiche Genrebilder und Porträts erinnern an die alten Nieder­

länder, namentlich an Brouwer und Ostade.

3. 2.

Ane Rede Millerands.

wb. Paris, 17. Dez. Die Rede, die der ehemalige Präsi­dent der Republik, Millerand, gestern abend auf dem Bankett der Aationalrepublikanischen Liga hielt, geht von dem Gedan­ken aus, daß Millerand während seiner langen politischen Caufbahn niemals Frankreich und die Republik voneinander getrennt habe. Da beide jetzt bedroht seien, habe er eine neue Liga gegründet. Deshalb rufe er das Land auf, deshalb wen­de er sich an alle Republikaner ohne Unterschied der Partei

an die Katholiken sowohl als an die Freidenker. Millers skizzierte die Sage, wie sie am Lage von den französisch^! Kammerwahlen nach seiner Ansicht bestanden hat, sowohl ^I finanzielle, wie die außenpolitische Sage und die nach sej^x Ansicht gute Sage Frankreichs im Nuhrgebiet, wo man sogar zum Herrn der deutschen Eisenbahnen gemacht Hobe. §t stellte dann die Frage: Wo stehen wir heute, besond. was und Jere Außenpolitik betrifft? ön London habe Deutschland bed Damesplan angenommen und sogar mit seiner Durchführung begonnen. Aber man werde niemanden etwas Neues jagen : wenn man behauptet, daß dieser Plan nur etwas einbring^ werde, wenn Deutschland ihn ausführe. Um das zu wisst» müsse man die deutsche Sphinx befragen. Niemals sei Deutsch-, land einmütiger gewesen in dem Gedanken, die Verantwocl-ä lichkeit für seinen Angriff von 1914 abzuleugnen, und men | cs dies tue, so geschehe es nicht nur, um die Verpflichtungen I die sich darauf gründen, abzuschlltteln. Sei daß der Augei'M blick, um Frankreich zu schwächen? Liner freie» Regierung brauche man diese Frage nicht zu stellen, aber die Regierung, die jetzt bestehe, sei eine gefangene und zwar eine gefangen, der revolutionären Sozialisten. Der Redner entwickelte die­sen Gedanken näher, indem er hauptsächlich auf die innsrpoli- s tischen Fragen eingeht, vor allem auf das Bestreben, die Aili- i tärdienstzeit zu verringern. Sei die revolulitionssozialistisch, 1 Partei ganz sicher, daß sie aus all dem, was sie jetzt tue, auch t ben Nutzen ziehen wird? Lie möge sich in Acht nehmen, bijt kommunistische Parbeit habe jüngst eine Generalprobe abg«. | Halten. Aber die jetzige Regierung habe gegen den Bollche- K wismus nichts ausrichten können. Ls sei lächerlich, daß man | neben der kommunistischen Gefahr auch noch von einer Kleri-E Kalen Gefahr spreche. Millerand spricht dann davon, dajk man durch diese Anerkennung im Zentrum von Paris unter $ ber roten Fahne ein Hauptquartier der Revolutionäre Hch | organisieren lassen. Die Loten müssen auferstehen, sie müsjs | denen, die sie betrauern, ins Ohr raunen, daß sie nicht h | Leben geopfert haben, damit ihre Sdeale jo rasch der Unordnv W und der Anarchie ausgeliefert werden. Sowohl, die Lok ' müssen auferstehen, ruft Millerand aus, damit die Franzos-i â sich zusammenfinden, damit der Feind von gestern nicht miete seine Revanche nehme. Lr ruft alle Franzosen, alle Väter aus, damit, nachdem man die Diktatur von oben besiegt habe, Mick der Diktatur von unten den Weg versperre. _ .....

BekmmlmachiM.

ön das Handelsregister B Nr. 111 ist heute bei der Fir­ma M. Nußbaum u. Sohn, Gesellschaft mit beschränkter Haf­tung folgendes eingetragen:

Durch Gesellfchafterbefchluß vom § 4 des Gesellschaftsvertrag betr. dert.

Das Stammkapital ist auf 50 000 3 u 1 b a , den 15. Dezember 1924.

15. November 24 ist Stammkapital geën-

Goldmark umgejtè

Amtsgericht, Abteilung 5.

MS

^5_ ec^t, wenn auf Kragen und Schachtel die Firma MEY & EDLICH, LEIPZIG-PLAGWITZ angegeben ist. Alan hüte sich vor minder wert gen Nachahmungen.

J I Dutzend in Schachtel L

M1-802.20 je nach Form

Prospekte kostenfrei I

M# der Waschfrau sich Lu plagen? Unsinn . - Kluge Männer fragen

Mey's Kragen

mit feinem Wäschestoff

Hauptverkaufsstelle :

A. Froese. Inh.: Hans Bauer, Friedrichstrasse 12.

WM

ÄWÉ

in:

Herren- and Knahen- Bekleiâung

kaufen Sie am billigsten bei franz MM, Fulda

Schweinemarkt Nr. 9

Rodelschlitten

Schlittschuhe

Tafelwagen Bestecke

Laubsägekasien

Werkzeugkasten

#einrid Stidcedirudcs

Eisenhandlung :-: Haus- und Küchengeräte.

Petersbergerstr. 1012. Telefon Nr. 930.

Ofenschirme Kohlenkasten

Christbauniständer

- Waschmaschinen Wringmaschinen

xUs praktijche Weihnachtsgejchenke

empfehle ich

Herrenfilchüte Mützen m Pe lzwaren

Regenschirme Lpanerftöcke Cravatten^

Franz Wenzel «» Fulda

Mittelstrasse 8,

iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiihmiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiilliiiiiii

Wiss ist denn

dos nur ^n^

Fa so ein Glan; war nie da, sprach die Herrschaft zum ZimmeMädchen, als sie sich im Fußboden spiegelte. Sda sagte, das ist mein Geheim­nis denn ich gebrauche nur noch die neue

Bohnermasse Marke Krokodil"

Sie hinterläßt keinen Geruch und erzeugt mühelos einen naßaufwaschbaren Hochglanz. Allein zu haben in der bekannten

Drogerie zum Krokodil, S. K. Steger, Fulda, Karlstraße 31 iiiiiiiiiiiinniiiiiiimiiiii|]imiiiiw

iiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiM

Fulda

Unsere diesjährige Weih­nachtsfeier mit reichhal­tiger Verlosung findet

»MM USAL»

abends 7.30 Uhr im Vereinslokal zurTraube" statt.

Hierzu find unsere Mitglieder, Freunde und Gönner der " Kriegervereinssache herzlichst; eingeladen.

Der Vorstand.

i

I

I W I

Hugo Bauer |

Weinhandlung

Fulda

Lmpfehle in verschiedenen Preislagen

Rotwein Lüdwein Sekt

I

Z

Z