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Lrigonal Öupiter, Uranus in Opposition und Mars im Qua- dral Öupiter, die alle auf Verführung, Unmoral und gesetzwi­drige Handlungen deuten. Der Skorpion-Einfluß der Son­ne in Konjunktion mit Merkur im 6. Hause der Aat,v, tat konnte sich nicht in höherer Richtung auswlrken, weil er durch da^ Aszendentenzeichen Stier und durch den Mars in diesem «Zeichen starke materialistische Triebe und Begierden gab. Bei guter Erziehung und Umgebung hätten vielleicht die nie­deren Triebe überwunden werden können, aber der Mars er­regte doch die sinnlichen Triebe in starker Weise, ebenso wie der Neptun, der bei Haarmanns Geburt im 3. Dekanat des 12. Hauses rückläufig war und einen gewissen unheimlichen, myfti= scheu und verbrecherischen Einfluß für die Dauer des Lebens ausübt. Auch durch den Merkur im Skorpion im Gegen­schein }um Neptun wurde das Gedankenleben mehr auf die se­xuellen Triebe und auf Perversitäten gelenkt. Es ist nach diesem Horoskop nicht anzunehmen, daß bei dem Verbrecher geistige Umnachtung oder ähnliche Einflüsse mitgewirkt haben könnten. Die Verbindungen des Merkurs mit Mond und Uranus lassen sogar auf einen klaren Verstand und gute intel­lektuelle Zähigkeiten schließen, so daß es völlig ausgeschlossen ist, daß Haarmann nicht für seine Verbrechen verantwortlich ist. Es wäre ja sonst wohl auch kaum möglich gewesen, daß Haarmann so lange seine Taten verheimlichen konnte. Die Opposition von Merkur und Neptun gab ihm sogar in Ver­bindung mit Mars ein gewisses Raffinement und viel Schlau­heit. Ls ist unwahrscheinlich, daß die Geburt später als 5 Uhr 30, Minuten abends stattgefunden hat, möglicherweise so­gar noch etwas vor dieser Heit. Mars an der Spitze des Aszendenten bezeichnet den Mördertgpus, ebenso Algol in Konjunktion mit der Spitze des 1. Hauses. Pöllner schreibt in dem Büchlein über die Wirkung der Zixsterne über Algol: „ es ist ein unglücklicher, heftiger, gefährlicher Stern; schlecht aspektiert durch Mars oder Saturn am Horizont, droht er mit Gefahren für den Kopf, Enthauptung". An einer an­deren Stelle schreit die Verfasserin, daß der 24. Sanuar tzEu für Haarmanns ^ch.cksal am ungünzugpen i)t; man wird das abwarten können.

Aus Stadt und Land.

Die Unfälle mehren sich. Gestern Mittag gegen ein Uhr überfuhr ein Motorradfahrer in der Kronhofstraße ein zu Be­such in Zulda weilendes Kind. Der Hausmeister der Domschn- fe leistete die erste Hilfe. Wie wir hören, trifft den jahre­in diesem Falle keine Schuld, da ihm das Knd direkt in das "Rad gelaufen ist. Man hofft daß die Verletzungen nicht schwe­rer Natur sind.

EtemrabZW vom Arbeitslohn.

Ueberwcisungsblätter usw. für 1924.

Nach §§ 43 und 44 der Durchführungsbestimmungen über pen Steuerabzug vom Arbeitslohn haben die Arbeitgeber, die den Steuerabzug vom Arbeitslohn ihrer Arbeitnehmer im Ueber weisungsverfahren vornehmen, die Ueberweifungsblätter, Nachweisungen und Zusammenstellungen für 1924 Ende 2a- nuar 1925 an das Finanzamt einzureichen. Das gleiche gilt nach §§ 48 und 49 für Oie Ausweise und Nachweisungen beim Behordenverfahren. Der Herr Reichsfinanzminister hat für 1924 allgemein auf die Ausschreibung der Ueberweifungsblät- ter (Ausweise), Nachweisungen und Zusammenstellungen ver­zichtet Die Finanzämter sind aber ermächtigt, im einzelnen Falle die Einreichung der Steuerabzugsbelege zu verlangen. Unberührt bleibt die Verpflichtung der Arbeitgeber zur Ein- reichung der in den Dritten Durchführungsbestimmungen vom 15. März 1924 über die Vorauszahlungen auf Einkommen^ und Körperschaftssteuer im Kalenderjahr 1924 (Reichsministe-

nabLift S. 119, Reichssteuerblatt S. 87) vorgeschriebenen Lohn, eitel, worauf besonders hingewiesen wird.

Neue Bücher der Lanbesbibttothek.

ön den letzten Wochen wurden aus Mitteln der Anstalt und der Vereinigung der Zreunde u. a. die nachstehenden Wer­ke angekauft; Herwig: Die Stunde kommt. Lins: Aus Aeu- deutjchlands Werden. Pieper: Kapitalismus u. Sozialismus. Bekker: Wagner. ^mmitt: Benedikt.-Abtei. Weingarten: Arbeitsrecht u. Arbeiterschutz (2. Bde.). Schäfer: Mittelalter. Apicius' rec. Siarratano. Stehr: Peter Brmdeisener. Kur- pinn: Zlammenhaus. Zestschrift für Dietr. Schäfer. Bruhns: Die deutfche Seele der rhein. Gothik. Haller: Aus dem Le­ben des Fürst. Phiüpp zu Eulenburg Eyck: Monarchie Wil­helms 2. Karte der nutzbaren Lagerstätten Deutjchlands, Blät­ter: Zulda, Frankfurt und Schweinfurt. Sven Hedin: Von Peking nach Moskau. Stehr: 1) Das entlaufene Herz. 2) Gesch. aus dem Mandelhause. Das Bauwelthaus (Entro. z. Bauen.) Spieß: Henneberger Idiotikon. Amtl. Urkunden ;. Vorgesch. des Waffenstillstandes. Erman: Schwarzrotgold und | fchwarzwöißrot. Sauer: Grundlagen der Sesellschazc. Schra­der: Phidias. 2eremias: Allg. Religionsgezcy. Hegne: Deut­sche Hausaitertü.uer. Lohn-Wiener: Kunstgewerbe des Ostens. Mirbt: Onellen z Gesch. des Papsttums. Tirpitz: Politische Dokumente. Hergenrother: Das Leben der Heili­gen. Kurpinn: Der Mutter Blut. Dehio: Straßburger Münster. Wassermann: Zaber. Pelka: Keramik der Neuzeit. Wilamowitz: Hellenist. Dichtung. Gothein: Schrift ;. Kultur- gesch. d. Renaiss, Reform, u. Gegenreformation. Mucker­mann: Kind und UvIk. Schwarg-Odgssee. Meister d. Poli­tik 3. Hatschek: Dnilsch. u. preuß. Staatsrecht. Mann: Zauberberg. Dessau- Gesch. der röm. Kaiserzeit. 1. Briefe d. Elise v. Türckheim Pilli Schönemann). Hatschek: Deutsch, u. vreuß. Berwaltiingsrecht. Regesten d. Bischöfe v. Straß­burg. 1. Klug: Kämpfer und Sieger (darin: Bonifazius). Schücking-Welsberg: Satzungen d. Völkerbundes. Lexikon d. oe'amt. Technik hrsr v. Lueger (10 Bde.) 2uchacz: Arbeiter- wohlfahrt. Megers Lexikon 7. Aufl. 1. Der Weltkrieg Hrsg. v. Röichsarchiv 1.—2. Handwörterbuch d. Wohlfahrts­pflege. Tofack: Lehrbuch d. bürgerl. Rechts. 2. Rosenberg: Gesch. d. Kostüms. (5 Bde.). Schultze-Naumburg: Bau d. Wohnhauses. 2.

Der „Rosenmontag im Film.

Man mag zum Kino und Theater, zu der Frage Kitsch oder Kunst stehen wie man will, das eine dürfte jedem, auch^dem eingefleischten Kinogegner, klar sein, daß die moderne Film- bühne dem Volke wahre Kunst zu oermittein im Stande ist, eine Kunst, die ohne Zweifel besser ist, als l-nder Gottes die­jenigen Produkte, die unter dem Namen Kunst auf kleine;: und kleinsten Bühnen gebracht werden. Natürlich kann das gesprochene Wort nicht durch die Mimik ersetzt werden, doch hat der Kinobesucher die Gewähr nur Darsteller zu sehen, ich aus ersten Schauspielerkreisen hervorgegangen, die sein ästhetisches und anerzogencs Empfinden nicht verletzen. Die moderne Lichtbldbühne wagt sich jetzt an Dra nen und, Tragö­dien, deren eines „Rosenmontag" im Neuen Theater für einige Tage läuft.

Ein Offizierstrac-ödie, ein Milieu, aus dem man schon manchesGute, auch manches tendenziös Entstellte gezogen hat. „Rosenmontag" — die Liebe eines jungen Leutnants zu ei­nem armen Mädel wird in Kameraden- und Verwandten- kreisen nicht gut geheißen. Man trennt den jungen Offizier von Traute, der man bei einer Geburtstagsfeier die erlogene Mitteilung von der bevorstehenden Verlobung ihres Herzaller- debften mit einer Dame aus feinen Kreisen macht. Traute, zerschmettert von dieser Nachricht, trinkt and trinkt, um sich zu betäuben und wird am Morgen beim Verlassen der Offi­

zierswohnung von einem Oifiziersburschen gefthen. 2hr heim­lich Verlobter glaubt an U;re Untreue und nähert sich der Da­me, die ihm von Verwandten zugedacht ist. ön die Rheinische Garnison zurückgekehrt, erhält er gegen di. ehrenwörtliche Versicherung, daß seine Beziehungen zu Traute gelöst sind und nicht wieder angeknüpft werden sollen, vom Regimentskom­mandeur die Genehmigung zur Veröffentlichung feiner Ver­lobung. Da erfährt er aus Kameradenmunde den wahren Hergang von Trautes angeblichem Treubruch. Er bittet Trame zu sich, und als diese ihm den wirklichen Hergang er­zählt und sich in ihrer unschuldsvollen Reinheit rehabilitiert, weiß '*r, was er als Offizier und Mensch zu tun hat. Seine Kameraden jedoch sehen nur den Wortbruch und damit ist der Offizier für sie erledigt. Eine tolle, ausgelassene Karnevals- uachi verlebt er noch mit Traute und allen zu Trotz zeigt er sich mit ü v ohne Maske; dann aber, als der graue Morgen des Rosenmontags heraufdämmert, scheidet er von ihr, um als Offizier den Weg zu gehen, der ihm vorgeschrieben ist. Aber Traute kennt seine Absicht, und als er in die Kaserne zurück» kehrt beweisen ihm die letzten Worte seines sterbenden Liebs, ihre Liebe uno Treue bis in den Tod. An der Leiche seiner Traute zieht der Offizier die Pistole, und so vereint der Tod wenigstens zwei Menschen, denen das Leben alles Glück ver­sagte.

Unzählige Male ist dieses Hartlebensche Drama über die Bühnen gegangen, unzählige Male wird auch dieser Film in seiner vollendeten Ausgestaltung, in seiner klaren Darstel­lungsweise — frei von den Herrbildern einer Lächerlichkeit oder dem 2n-den-Schmutz-;iehen traditionel. StandesrUcksich- ten und Auffassungen — die Besucher packen. Wir haben hier einen Ziim vor uns, dem ein hoher künstlerischer Wert, vor allen Dingen aber ein traditionserhaltender Zaktor un­bedingt zugesprochen werden muß.

Druck und Verlag: Rudolf Ramberger, Zulda. Verantwortlich für den textlichen Teil: Zriedrich P. Pattmuß, für Anzeige«:

August Bamberger, sämtlich in Zulda.

Bekanntmachung.

ön das Handelsregister B Nr. 138 ist heute bei der Zirma Lack- u. Farbwerke „Stern“ Aktiengesellschaft in Zulda fol­gendes eingetragen:

Durch Beschluß der Generalversammlung vom 15. 11. 24 ist § 3 des Gesellschaftsvertrags betr. das Grundkapi­tal und feine Einteilung geändert. Das Grundkapital ist umgestellt von 25 000 000 auf 200 00 f omark.

Serner wiro bekannt gemacht: Das Grundkapital ist eingeteilt in 2500 Aktien zu je 80 Mark.

Zulda, den 15. Dezember 1924.

Amtsgericht Abteilung 5. i

Vetr. Vergebung von Bauarbeiten für die Erstellung von Wohnbaracken.

Die Zrist der Abgabe der Angebote Los 1, 2 und 3, der gestrigen Veröffentlichung, wird hiermit auf den 27. ds. Mts. vorm. 10 Uhr verlängert.

Znlda, den 16. Dezember 1924.

Der Magistrat: ö. V.: Eberlein.

Fahrpreisermäßigung. Hum diesjährigen Weihnachtsfe't gelten die Sonntagsrückfahrkarten vom 23. Dezember Mit­tags 12 Uhr (nicht erst ab 24. Dezember, wie von einzelnen Zeitungen berichtet worden ist) bis zum Sonntag, den 28. De­zember einschließlich. Innerhalb der verlängerten Güllgkeits- dauer können die Karten an jedem Tage zur Hin- und Rück­fahrt benutzt werden. Ueber die Preise und die einzelnen Orte, nach welchen Sonntagskarten ausgegeben werden, geben die Aushangtafeln in den Bahnhöfen Auskunft.

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