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wb. Paris, 16. Dez. DerMatiu" schreibt, daß der Auf­stand der Anjherasjramme nördlich von Letuan für die Spa­nier und für Langer eine nicht zu unterschätzende Bedrohung bilden. Das spanische Heer werde, wenn es auf der anfangs beabsichtigten Linie feinen Rückzug eiustollen werde, zwischen zwei Feuer genommen und, wenn die Erhebung dieser Stäm­me sich entwickelte, ernste Schwierigkeiten haben. Die im Ma­rokkogebiet interessierten Mächte beunruhigten sich in Wahr­heit nicht wegen des Rückzuges aus dem Önnern nach der Küste, der nahezu beendet sei, sondern vielmehr wegen der La­ge; die sichten der Madrider Regierung bezüglich der Be­stimmungen des Rückzuges selbst seien nicht sehr klar. Auf jeden Fall sei es gewiß, daß die englische und franko,gebe Re­gierung ph mit den Ereignissen in spanisch-Marokko be­schäftigt.

Nach beaWem Wer.

wb. Washington, 16. Dez. Die Sachverständigen des Ma­rineflugwesens haben dem Kongreß die Pläne für das neue tuHu)iff mitgeteilt, das einen Rauminhalt von 6 Millionen Kubikfuß, eine Länge von 785 Fuß und eine Höchstleistung von 3 900 Pferdekräften erhalten soll. Der Aktionsradius soll 7 150 Seemeilen betragen, ohne daß das Luftschiff neuen Brennstoff an Bord nepmen muß. Die Kosten werden mit höchstens 6 Millionen Dollars veranschlagt.

Frankreichs Stellung gegenüber einem Rechtskabinett.

D.B.Berlin, 16. Dez. (Lig. Meldg.) Ueber die Auf­fassungen der maßgebenden politischen Kreise Frankreichs zur Regierungsbildung in Deutschland macht der Pariser Korre­spondent derGermania" folgendebemerkenswerte" Ausführungen:Der Präsident der interalliierten Rheinland- kommission, Tirard, und der Nachfolger des Generals de Metz befinden sich zurzeit in Paris und erwarten neue In­struktionen. Die Dinge find bereits heute soweit in Ab­hängigkeit von dem, was in Deutschland geschieht, daß vor der Konstituierung der deutschen Regierung keinerlei Instruk­tionen an die französische Regierung gegeben werden dürfen. Es braucht wohl nicht erwähnt zu werden, daß diese Anwei­sungen nach Bildung einer Rechtsregierung Ueberrafchungen bringen können. Als weitere außenpolitische Tatsache kann nicht genug beachtet werden, daß in Zukunft in allen schwe­benden deutsch-alliierten Fragen Frankreich mehr als in den Sommermonaten die Führung überlassen werden dürfte. Wer die Schwierigkeiten kennt, die die Vertreter des deutschen Standpunktes in den vielen jmj durch die Auslegung des Da­wes-Gutachtens ergebenden Fragen noch zu überwinden haben werden, sei es bei der 26propntigen Exportabgabe oder bei der Anrechnung der jetzt zur Versteigerung kommenden deut­schen Vermögensobjekte auf die Annuitäten, wird der Tat­sache, daß in allen diesen Fragen unsere Vertreter im we­sentlichen Franzosen gegenUberstehen, volles Verständnis ent­gegenbringen. Schließlich ist vom außenpolitischen Standpunkt nicht genug zu warnen vor dem Gedankengang, einem Recyts- Kavinett die Verantwortung für die bevorstehenden zweifellos schwierigen Ereignisse nm Rheinlands z'w fchertra'sseM' Ausführungen find allerdings sehr bemerkenswert und paffen vorzüglich zu der ja Gott fei Dank nicht amtlich bestätigten Nachricht, daß der deutsche Botschafter v. Hoesch nach Berlin gereist sei, um die zu erwartende unfreundlichere Haltung Frankreichs einer deutschen Regierung gegenüber zu betonen.

bat an diejenigen Kreditinstitute ?u erfolgen,die in dem infol­ge der ^eichstagsauflöfung verpgerten Gesetzentwurf >um Geschäftsverkehr mit der Ventenbank-Kreditanstalt zugelassen waren, nach einem von der Reithsregierung zu genehmigenden Verteilungsplan. Sobald die landwirtschaftliche Kreditanstalt errichtet fein wird, gehen die Wittel von der Greuhandstelle auf die Kreditanstalt über. Der Gesetzentwurf über die Er­richtung der Kreditanstalt soll den gesetzgebenden Körperschaf­ten alsoald vorgelegt werden.

Furchtbare Zamiwntragsdie.

Ein Fall Angerstein bei Graz.

Traz, 15. Dez. on der le zten Nacht ereignete sich in der Ortschaft Netz bei Gudendorf in der Nähe von Graz eine furchtbare Familientragödie. ön seiner Villa erschoss der Ritt­meister Paul Danners seine ör^u Wathuoe, seinen Sohn Erich und seine Tochter Eva und vergiftete sich hierauf. Seinen zweijährigen Sohn Peter ließ er am Leben. Um die Cat un­gehindert ausführen zu könn-.n. hatte Danners sein Dienst- mädchen und die Dienerin nach G' az in? Lheater gefebiesf. die Beiden nachts nach Hause kamen, f inden )ie die Villa ver­sperrt. Herbeigeholte Gendarmerie bracy die Lür auf. Fm Parterreümnlnr fand man dii Leichen der beiden Kinder, im Salon im ersten Stock lag dir erschossene Frau, die mit einem Leppich bedeckt war, im Bett fand man die Leiche des Ritt­meisters. Danners lebte sehr MÜckgewgen und erfreute sich großer Beliebtheit, ön -wem Anschied^ rief gilt er,an, daß er aus Schwermut über sein Nr oenl.i'cn die dat im Ein- rcrständnis mit seiner 3 nm beg ngen h. be.

Beschleunigte AMentemahl.

D.B. Berlin, 15. Dez. (Lig. Wechg.) Wie wir aus par­lamentarischen Kreisen erfahren sollen die Sozialdemokraten den Plan der Rechtsparteien, aus Anlaß des Magdeburger Prozesses die Neichspräsidentenwahl aufzurollen, dadurch durchkreuzen, da,., jie von sich aus die Regierungsbildung zum Anlaß nehmen wollen, die Reichspräsidentenwahl in einem Sempo zu beschleunigen, das oen Rechtsparteien ungelegen wäre. Man hat bereits dem Reichspräsidenten nahegelegt, möglichst schnell seinen Rücktritt bekanntzugeben, sodaß spä­testens im März die Neuwahl vorgenommen werden müßte. ArsoMvrränberung in der Reichswehr.

Berlin, 15 D -z. Mic d-m 31. De' -mber 1-.24 scheiden aus: der General der Artillerie von Berendt, Oberbefehlsha­ber der Gruppe 1, und der General d>r Infanterie Ritter v. Moehl, Oberbefehlshaber der Gruppe 2. Mit dem 1. öanuar 1925 werden ernannt: die Generalleutnants Reinhardt, Kom­mandeur der 5. Division zum Oberbefehlshaber der truppe 2, von Loßberg, Kommandeur der 6. Division zum Oberbefehls­haber der Gr ppe 1, Hasse (Srnft), Kommandeur der 2. Ka­valleriedivision zum Kommandeur der 6 Division, der General­major von Ways er, Kommandeur der Kavallerieschule zum Kommandeur der 2 Kavalleriedivision.

robt. London, 16. e-ez. öm Kanal haben gestern heftige Stürme gewußt. Die Einfayrr in den Hafen von Folkestone ist nach Blättermeldungen so schwierig, daß ein Boulogner Schiff nach Dover fahren mußte, um dort seine Passagiere zu landen.

wb. London, 16. Dez. DieWestminster Gazette" meldet aus Kairo, Aegypten stehe vor einer weiteren Beiye von Kri­sen. Die Anhänger pagluls hätten ihre Tätigkeit wieder aus­genommen.

wb. Rom, 16. ^e?. Agencia Stefani, vas Pressebüro der albanischen Regierung in Lirana veröffentlicht ein Kom­munique, demzufolge sich mit Handgranaten, Maschinengeweh­ren und Kanonen bewaffnete Banden, die aus serbischen, montenegringa-en, russischen, bulgarischen und albanesischen Elementen sowie jugoslawischen Staatsangehörigen bestehen, sich auf dem Marsche über folgende Ortjcbajien Nordalba­niens, Zhur, Lora, ^opejani, Nasi, Kruma und Kuksi, in den Bergen von SKutari befinden. Der frühere albanische Pre­mierminister Ahmet ovgu soll sich in Dwra in Sugoslowien rufhalten.

AMand in Albanien.

wb. Belgrad, 16. Dez. Hier eingetroffenen Meldungen zu folge ist die Lage der albanischen Regierung infolge des schnel­len Umsichgreifens der revolutionären Bewegung in Alba­nien kritisch. Unter den Führern der Aufstandsbewegung be­findet sich auch der frühere Ministerpräsident Ahmet Zogu. Sämtliche Stämme Aordalbaniens und der Gegend von Ska- dar haben sich der Bewegung angeschlossen-, in vielen Fällen sind auch Regierungstruppen zu den siegreichen Aufständischen übergegangen, önfolge der in Aordalbanien von den Aufstän­dischen erzielten Erfolge steht die Einnahme von Skadar, be­vor. Lium Kula und Kukus sind von den Aufständischen unter Führung Tsena Beis bereits besetzt. Die Truppen Tsena Beis haben Kroga in der Gegend von Tirana erreicht.

Marokko.

wb. London, 16. Dez. DieTimes' meldet aus Langer: ön dortigen europäischen wie Lingeborenenkreisen herrscht die Ansicht, daß die Spanier den Aufstand der Anjherasstämme ohne große Schwierigkeiten unterdrücken können. Auch die Westm'mÜer Gazette" läßt sich aus Langer berichten, daß der Anjherasaufstand für Langer keine ernste Gefahr bildet; es sei dort alles ruhig.Daily Mail" zufolge sind die amtlichen britischen Kreise durch die Meldungen über den Anjherasauf­stand durchaus nicht beunruhigt. Sollte der uufruhr erfolg­reich sein, würde die britype Regierung mit den anderen Un­terzeichnern des Mgeciererabkommens gezwungen sein, eine '^lion zu unternehmen. Der diplomatische Berichterstatter desDaily Telegraph schreibe, vei dem önterejje, das Ita­lien und Großbritannien an der Aufrechterhaltung der Ord­nung an der Westkuge bauen, könne eine internationale Kon­ferenz der Unterzeichner des Algecierererabkvmmens, die die­se Frage sowie die Langer berührenden Probleme zu behan­deln hätten, schweri^h lange verschoben werden. Der Be- richterstaner erinnert in diesem Zusammenhang daran, daß Deutschland, Oesterreich und Ungarn in den Friedensverträgen auf ihre Rechte in diesen Fragen verzichtet hätten.

ZN der Zubtlmnnsverfammlnns

des Kartells der christlichen Gewerkschaften vorausgegangenen Vertreterverfammlung, in welcher die Dele­gierten der Ortsgruppen des Fuldaer Landes anwesend wa­ren, wurden nach einem Vortrag des Kollegen Ollmert fol­gende Entschließungen angenommen.

Entschließung.

Die große öubelfeier der christlichen Gewerkschaften in Köln aus Anlaß ihres 25jährigen Bestehens hat über­all großen Widerhall gefunden. Sie ist ein durchschlagender Beweis dafür, daß die christliche Gewerkschaftsbewegung sich in der Öffentlichkeit durchgesetzt hat. Die zur Fubi- läumstagung in Fulda versammelten Vertreter des Fuldaer Landes sprechen zunächst allen Gründern, treuen Mitgliedern und Mitarbeitern den herzlichsten Dank für ihre mühevolle und segensreiche Arbeit aus.

Sie betont ferner: Die Gewerkschaftsarbeit ist für die Arbeiterschaft erfolgreich gewesen. Trotz mancher Schwie­rigkeiten, die noch zu überwinden sind, hat sich die Arbeiter­schaft durch die Gewerkschaftsarbeit eine viel bessere Posi­tion errungen, als sie vor 25 Fahren hatte. Auf arbeits- rechtlichem Gebiet sind durch Tarifverträge und Schlich­tungswesen die Belange der Arbeiterschaft besser fundamen- tiert, auf sozialpolitischem und wirtschaftlichem ist weitge­hendstes Mitbestimmungsrecht erkämpft. Hiermit ist aber das oiel der christlichen Gewerkschaften noch nicht erreicht. Große Aufgaben harren noch ihrer Lösung. Als wichtigste Forderung für die Zukunft betrachten wir: Bessere Ausge­staltung des Arbeiterrechts, gerechte und auskömliche Löh­ne, Abbau ungerechtfertigter hoher Preise, eine, den kul­turellen und wirtschaftlichen Notwendigkeiten Rechnung tra- gerOe Arbeitsze

Als Christi. Gewerkschaften bekennen wir uns im Ge­gensatz zu der sozialistischen Gewerkschaftsbewegung zum Gedanken der Volksgemeinschaft und Arbeitsgemeinschaft, '&ir treten ein für eine soziale Reform, lehnen aber Re­volution und Klassenkampf entschieden ab, da hierdurch nur der Zwiespalt vergrößert wird. Wir stehen auf dem Bo- ben des nationalen Gedankens und Wollens, und lehnen da­her den önternationalismus der Sozialisten ab. Für uns steht unser deutsches Vaterland im Mittelpunkt unseres Ge­dankens. Die cbrijtl. Gewerkschaftsbewegung ist parteipo- iitisch vollständig neutral im Gegensatz zu den sozialistischen Gewerkschaften, die mit den sozialistischen Parteien verbun­den sind.

Aus Stadt und Land.

Die christl. Oeworkschaften sind demokratisch, weil [ie ; für Gleichberechtigung und Gleichverantwortung eintreten. !

Die Vertretertagung fordert alle Kolleginnen und Kol­legen auf, im Sinne der Gründer mit dem alten Gewerk- i schaftsgeist weiterzuarbeiten und alle berechtigten Alitte[ ; o zur Agitation anzuwenden. S

Sie fordert aber besonders die Fugend auf, sich an der Ar- F v beit der Alten ein Beispiel zu nehmen und mit der gleichen Energie, Opferfreudigkeit und öbeaiismus für unsere Christ» . lieben Gewerkschaften zu arbeiten. s i

Entschließung zur Sozialversicherung.

Die am 14. Dezember 1924 in Fulda aus Anlaß der Fubiläumstagung der Christlichen Gewerkschaften Deutsch- W lands versammelten Vertreter der Ortsgruppen des ganzen k Fuldaer Landes sehen sich zu ihrem größten Bedauern ge­nötigt, feststellen zu müssen, daß die sozialen Fragen in der letzten Zeit bei der Gesetzgebung viel zu wenig Beachtung fanden, mit dem Ergebnis, daß die Notlage der Kranken und Erwerbsbehinderten und ihrer Angehörigen immer grö­ßer geworden ist. Vie Versammelten fordern daher mit al- | lem Nachdruck, daß die zuständigen Stellen des Reiches sich , nunmehr bereit finden, die ihnen bekannten Forderungen der christlichen Gewerkschaften auf sozialpolitischem und so- s zialrechtlichem Gebiet zu berücksichtigen, insbesondere for- ' dern sie eine Erhöhung der Bezüge für Kranke, Unfall-, Fn- validen- und Altersrentner sowie für die Renten deren An - gehörigen Witwen und Waisen.

Entschließung zur Wohnungsfrage.

Die am 14. Dezember in Fulda aus Anlaß der Fubi- läumstagung der Christlichen Gewerkschaften Deutschlands versammelten Vertreter der Ortsgruppen des ganzen Ful- W daer Landes bekunden, daß sie der einmütigen Ansicht sind, daß die Mieterschutzbestimmungen nicht weiter abgebaut wer-^ den dürfen, wenn man nicht will, daß das Wohnungselend^ für Kinderreiche oder in Not geratene Familien noch grö- ßer wird und die Mieter in vielen Fällen schutzlos harther- eigen und rücksichtslosen Hausbesitzern ausgeliefert werden. Die Reichs- und Staatsbehörden werden aufgefordert, alle geeigneten Mittel zu ergreifen, um genügend Kapital zu ei­nem niederen Zinssatz zu beschaffen, damit die Woknunas- bautätigkeit wesentlich mehr als bisher gefördert ur^ffen * kann.

Entschließung zur Teuerung.

Die am 14. Dezember in Fulda aus Anlaß der Fubi- läumstagung der Christl. Gewrkfchaften Deutschlands ver- * sammelten Vertreter der Ortsgruppen des ganzen Fuldaer Landes bedauern, gezwungen zu sein, gegen die übermäßige Teuerung Stellung nehmen zu müssen. Während im ganzen Reiche vielfach die Ansicht vorherrscht, daß die Kosten für die Lebenshaltung im Fuldaer Land geringer feien als z. B. in den großen Städten, sind die Preise in Fulda und Umgebung für fab alle Gegenstände des täglichen Bedarfs insbesondere auch für Lebensmittel durchweg höher als in < den meisten anderen Gegenden Deutschlands. Als Ursack kommen hierfür u. a. in Frage: größere Bahnfrachten ab bei vielen anderen Städten, das Fehlen von leistungsfähi­ger und auf größeren Umsatz starken Wert legender Kon­kurrenz, überfiist stger Zwischenhandel und das Bestreben "vieler;^tTtâMl' Umftnf'chvtzcu wwii|>yriczcmem

Die Versammlung ersucht die zuständigen behördlichen Stellen recht dringend, mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln darauf hinzuwirken, daß die Preise sich in dem im Gefchäftsleben allgemein üblichen Rahmen halten, daß ge­gen den Wucher unnachsichtlich vorgegangen und der ent­behrliche Zwischenhandel ausgeschaltet wird. fi

Von der Arbeiterschaft wird verlangt, daß sie die Be- | Hörden im Kampf gegen jede unberechtigte Teuerung unter­stützt und ihrerseits alles tut, was angängig ist, um sich mehr Einfluß als bisher auf diePreisgestaltung zu verschaffen, ! insbesondere auch durch den Ausbau des Genossenschafts­wesens.

Entschließung zur Arbeitszeitfrage.

Die am 14. Dezember 1924 in Fulda aus Anlaß der Fubiläumstagung der Christl. Gewerkschaften Deutschlands versammelten Vertreter der Ortsgruppen des ganzen Ful­daer Landes erwarten, daß die Ratifizierung des WaM-g- toner -^vicommens so bald wie möglich erfolgt und mit die- ser Ratifizierung eine wesentliche Verbesserung des Arbeit terrechtes eintritt. Die Versammelten forderten vor allem, daß der Sstundentag grundsätzlich bestehen bleibt und Ab- k weirhungen hiervon nur ganz ausnahmsweise und nur nach erfolgter Verständigung mit den zuständigen gewerkschaft- liehen Organisationen erfolgen W

Die Versammelten sind der festen Ueberzeugung, daß eine Verständigung mit den anderen Fndustrieländern über : geroijje Wirtschaftsfragen, insbesondere über die Arbeits­zeitfrage, für das deutsche Wirtschaftsleben nicht nachteilig - sondern vorteilhaft sein wird

Entschließung zur Lohnfrage.

Die am 14. Dezember 1924 in Fulda aus Anlaß der _ Fubiläumstagung der Christlichen Gewerkschaften Deuycy- lands oerfammeuen Vertreter der Ortsgruppen des ganzen M Fuldaer Landes stellen fest, daß der ;. Zt. der Arbeiter­schaft gezahlte Reallohn in allen Erwerbszweigen und '^ trieben wesentlich hinter dem zurückmeibt, was zum Ceben notwendig ist. Dieser Zustand ist hauptsächlich aus drei Gründer zu beklagen:

1. weil darunter die Arbeiterschaft und ihre Angehörige schwer leiden,

2. we'l die Produktiv''ät der Wirtschaft nur dann P groß wie möglich sein kann, wenn ein auskömmli^ Lohn gezahlt wird und

3. weil die Wirtschaft nur dann wieder voll in ; kommt, wenn die Kaufkraft der breiten Schichten Bevölkerung wesentlich größer als bisher wird.

Die Versammelten protestieren daher mit aller En' schiedonheit dagegen, daß fast alle in Frage kommenden V beitgeber eine Lohnpolitik treiben, die im Gegensatz zu D wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen und erfordernd sen steht. Sie fordern, daß die Arbeitgeber diese kürzst^ tige Einstellung aufgeben und in Zukunft die berechtigt Forderungen der Arbeiterschaft berücksichtigen. 6

Von den Schieds- und Schlichtungsstellen wird ern^ tet, daß sie bei ihren Entscheidungen der Notlage der -r teilnehmer mehr als bisher Rechnung tragen.