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Aâenqungen? Die werden ja alle übertont durch den v f o l q I Der ja das Wesentlichste ist. Durch den ewigen Reiz, der es doch ist, gleichsam im Lhespiskarren so umher- zufahren, nach Nord und Süd .

Schlüchtern. Eine Zamilientragödie. ön der Schloßgasse fand man die Ehefrau des Bahnarbeiters Schmidt bewußtlos im Bett liegen, während der bei der Zamilie wohn­hafte Schlossergeselle August Schneider und das Zjährige Kind I ö(?r Eheleute Schmidt, bereits verstorben waren. Die ange­stellten Untersuchungen ergaben, daß eine Vergiftung vorlag. Nachdem der zugezogene Arzt bei der noch lebenden Ehefrau D Schmidt Magenausspülungen vorgenommen hatte, wurde sie i das Krankenhaus überführt. Vorgefundene Briefe erhell­ten, daß Schneider und Zrau Schmidt die Lat aus Liebeskum­mer begingen. Der Ehemann, der auf dem Bahnhöfe Elm be­schäftigt ist und erst abends zurückkehrte, konnte nicht früher von dem schrecklichen Ereignis verständigt werden.

Schlitz. Beim Dreschen stürzte der 18jährige Karl Hoh­meier von einem Gerüst ab und trug solch schwere Verletzungen davon, daß er alsbald verstarb.

Sulzfeld. Hier wurde im Walde ein Mann erhängt auf­gefunden, dessen Ausweispapiere auf den Namen Karl Zink aus Regenbagern lauteten. Der Leichnam, der stark in Ver­wesung übergegangen war, wurde auf dem Sulzfelder Zriedhofe D beigesetzt.

Alsfeld. W i l d e r n d e H u n d e. in den Pferch der Schäfereigenossenschaft Alsfeld brachen 2 Hunde eines hie- Jigen Metzgermeisters ein, fielen etwa 15 Schafe an und rich- ' toten sie derart zu, daß sie abgeschlachtet werden mutzten. Der Schaden beträgt 6700 Mark.

Hersfeld. Zwei junge Leute hantierten so unvorsichtig mit einer Schutzwaffe, daß diese sich entlud und die Kugel einem der jungen Leute in die Brust drang. Sm schwerverletzten Zu­stande wurde er in das Krankenhaus eingeliefert.

Großen-Linden. Opfer des Berufes. Dem ver­heirateten Bahnbeamten Luhn wurde durch einen Dienstun­fall der Brustkorb eingedrückt. Autzerdem hatten mehrere Rippen die Lunge durchbohrt. Luh ist feinen Verletzungen in der Gietzener Klinik erlegen.

Ein Opfer des Wahlkampfes. Dem Hanauer AnzeiAr wurde wegen seiner Haltung im Wahlkampfe die Eigenschaft G als städtisches amtliches Publikations-Organ seitens des Ha- nauer Magistrats aberkannt.

Offenbach. Lustiges von der Reichstagswahl. I Man erzählt sich hier, datz die Vertrauensleute eines Wahl- büros sich während des Wahlgeschäftes derartig an Apfel­wein stärkten, datz sie nicht mehr in der Lage waren, ihren Ehrenposten zu versehen und das Zählgeschäft den kontrollie-

^. renden städtischen Beamten überlassen mutzten.

Gemeinnützige Krankenversicherung.

Die Not des Mittelstandes hat die bisher stets sehr ver­nachlässigte Krankenversicherung zu einem der meist erörter­ten Lhemata gemacht. Auch hier schweitzt die übergroße wirtschaftliche Not Leidensgenossen zusammen und lehrt sie, datz Einigkeit stark macht, wenn alle für einen und einer für alle steht. Die Einkommensverhältnisse des Mittelstandes, ins­besondere der Beamten, der Handwerker der Kaufleute, der freien Berufe, der Angestellten sind denkbar traurig, die Preise dagegen sind mindestens nicht unter Zriedenshöhe, und mithin ist es dem schwer um seine Existenz ringenden Aerzte- stande wahrhaftig nicht zu verdenken, datz er nach Möglichkeit seinen Liquidationen Zriedenspreise zugrunde legt. Wer dem Mittelstände dadurch zu helfen vermeint, datz er nun gegen den Aerztestand zu Zelde zieht, leistet ihm einen schlechten Dienst. Viel bessere Helfer in der Not sind die, welche sich bemühen, die Last einer Arztrechnung dadurch zu mildern oder sogar ganz abzuwälzen, datz man sie auf viele Schultern verteilt. So schwach diese vielen Schultern im einzelnen sein mögen, ver­eint sind sie stark, und halten auch die Belastung mit Zrie- denspreifen der Aerzte un dApotheker aus.

Um hier helfend einzugrejfen, ist durch die öffentlich-rechtliche Prooinzial-Versicherungsanstall in Breslau dieSelbst- Hilf e, Krankenversicherung für den Mittelstand a. G. ein­gerichtet worden, die ihre Tätigkeit über den ganzen Zreistaat Preutzen erstreckt und in den einzelnen Provinzen unter der Leitung der zuständigen öffentlich-rechtlichen Provinzial-Le- bensversicherungsanstalten steht (für die Provinz Hessen-Aas­sau: Provinzial-Direktion: Hessen-Aassauische Le - bensverficherungsanstalt, Wiesbaden).

Die Einrichtungen der Selbsthilfe haben bisher einen sehr großen Zuspruch gefunden, und zwar wohl in allen Kreisen des Mittelstandes in Stadt und Land. Das liegt, abgesehen von der bereits erwähnten überall erkannten Notwendigkeit der Krankenversicherung vor allem aber auch an den überaus günstigen Bedingungen, die die Selbsthilfe bietet. Der Bei­trag beträgt für das Mitglied selbst 2.50 Mark monatlich. ZUr 2.50 Mark monatlich ist die Mitversicherung eines zum Haushalt gehörigen Zamilienangehörigen zulässig, und die sämtlicher Kinder einer Zamilie ohne Rücksicht auf ihre Zahl sind ebenfalls mit monatlich 2.50 Mark versicherbar. Ins­gesamt hat also eine unverheiratete Person 2.50 Mark, ein kinderloses Ehepaar 5. Mark, eine Zamilie mit Kinder 7.50 Mark monatlich zu zahlen. Die Aufnahmegebühr beträgt ei­nen halben Monatsbeitrag. Die Gegenleistungen der Selbst­hilfe-Versicherungen sind so hoch als nur irgend möglich be­messen, und werden bereits nach Ablauf von 8 Wochen ge­währt, Wochengeld nach 9 monatiger, Sterbegeld nach ein­jähriger Mitgliedschaft. Versicherungsfähig sind alle Perso­

nen von 21 bis 60 iahren und Kinder von der Geburt bis zum 21. Lebensjahre. Natürlich müssen die neu aufzunehmen­den Versicherten gesund sein. Wegen einer bei der Aufnahme oder in der Wartezeit schon vorhandenen Krankheit treten die Kassen nicht ein. Die Ursache liegt auf der Hand: Ein bren­nendes Haus kann nicht noch gegen Zeuersgefahr versichert werden. Bei der Selbsthilfe gilt vollständig freie Arztwahl. Der Arzt braucht überhaupt gar keine Kenntnis davon zu ha­ben, ob fein Patient Mitglied ist oder nicht. Das Odium des Kassenpatienten fällt weg. Der Versicherte bezahlt seine Arzt- usw. Rechnungen und sendet sie an dieSelbsthilfe" ein, wo­rauf er die Erstattungsbeträge zugesandt erhält.

Bei sehr großer Verbreitung dieser Versicherung wird sich ein außerordentlich billiger Krankenversicherungsschutz er­möglichen lassen. Kluge und vorsichtige Leitung ist natürlich wie überall auch hier am Platze.Selbsthilfe" ist nicht dazu da, sich von gewissenlosen Versicherten ausnutzen zu lassen, die, weil sie versichert sind, und nur deshalb, Arzt und Apotheke über Gebühr und ohne Notwendigkeit in Anspruch nehmen. Zür solche Leute ist eine Versicherung nicht, sondern nur für die ernsthaften Versicherten, die wissen, datz ihre Mitversicher­ten das Geld aufbringen müssen, womit die Arztrechnungen usw. erstattet werden, und die deshalb die Versicherung nur dann in Anspruch nehmen, wenn es notwendig ist; sie haben aber auch dann die Gewißheit, daß sie in jeder Beziehung gut bedient werden.

An den niedrigen Beitragssätzen haben vor allem auch die Aerzte selbst ein großes interesse, denn die Versicherten der Selbsthilfe" sind stets in der Lage, einen Arzt zu konsultieren, wenn es nötig ist. Durch sachgemäße Bemessung seiner Li­quidationen wird der Arzt daher in ganz besonderem Maße derSelbsthilfe" ermöglichen, ihren Verpflichtungen gerecht zu werden, obwohl sie fo niedrige Beiträge erhebt.

So ist dieSelbsthilfe"-Krankenversicherung eine Ein­richtung, die das lebhafte interesse aller Bevölkerungskreise verdient, die entweder zum Mittelstände selbst gehören oder mit ihm zu tun haben. An einem gesunden, kaufkräftigen Mittelstand daß er wohlhabend sein möchte, wagt man heute noch nicht so recht auszusprechen ist beinahe jeder interes­siert. Daher verdienen die Bestrebungen derSelbsthilfe^ die eifrige und warmherzige Zörderung Aller. Wir müssen alle hoffen und wünschen, datz es gelingen möge, in wirksamer Weise zur Gesundung und Erstarkung unseres Mittelstandes beizutragen. Dies ist heutzutage ein wertvoller Dienst am Völkel

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