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Schneller und Siewert und zwar bei nicht vollbefetz- tem Hause mit 37 bürgerlichen gegen 35 sozialischen kommu­nistischen Stimmen. Schnelle ist am 7. Dezember im Wahl­kreis Chemnitz-Zwickau auch zum Reichstagsabgeordneten ge­wählt worden.

wbt. Berlin, 11. Dez. abends 10 Dyr telef. Wie der amtliche preußische Pressedienst erfährt, sei vom preußischen Minister des Innern in den nächsten Tagen die Aufhebung der noch für Versammlungen und Umzüge unter freiem Himmel bestehenden Einschränkungen stattgegeben.

wbt. Berlin, 11. Dez. abends 10 Uhr telef. Gegenüber den Gerüchten, nach denen Sowjetrußland an der Westgrenze den Kriegszustand erklärt haben soll, stellt die hiesige Ver­tretung der russischen Telegrafen-Agentur fest, daß die Ge­rüchte vollkommen aus der Luft gegriffen sind.

Die Dominion des Kabinetts beschlossen.

D.B.Berlin, 11. Dez. Die Sitzung des Reichskabinetts die bereits um 5 Uhr nachmittags begann, war erst gegen 9 Uhr zu Ende. Reichskanzler Dr. Marx gab einen Ueberblick über die politische Lage, worauf Dr. Stresemann Mitteilung über die vom Vorstand der Deutschen Volkspartei eingenom­mene Haltung machte, die die Neubildung des Kabinetts nur auf der Basis einer rein bürgerlichen Regierung vorgenom­men wissen will.

Das Reichskabinett kam zu dem Schluß, alsbald zurllckzu- treten. Der Reichskanzler wird sich mit dem Reichspräsiden­ten wegen des Zeitpunktes des Rücktritts ins Benehmen fetzen.

Dazu erfahren wir aus parlamentarischen Kreisen, daß daß Reichskabinett nach dem Beschluß der Deutschen Volkspartei kaum noch eine andere Möglichkeit hatte. Die Deutsche Volks Partei erstrebt, wie bereits aus der ersten Meldung über die Sitzung der Volkspartei ersichtlich war, in erster Linie die Bildung einer Bürgerblock-Regierung, hat sich aber doch nicht so einseitig auf diese Möglichkeit festgelegt, daß jede andere Regierungsbildung ausgeschlossen wäre. Klarheit hat die Sitzung des Reichskabinetts danach nur insofern gebracht, als es sich in erster Linie nun darum handelt, ob eine Bürger- block-Regierung mit Hilfe des Zentrums auf die Beine zu stellen sein wird. Scheitert diese Koalition durch den Wider­stand des Zentrums was einstweilen durchaus noch unge­klärt ist so bleibt die zweite Möglichkeit der Bildung einer Regierung der Großen Koalition.

Die Unterschiede der verschiedenen Wege sind lediglich tak­tischer Natur. Insbesondere fällt darunter die Frage, ob der Reichspräsident die Demission des Kabinetts sofort annehmen und von sich aus die weiteren Verhandlungen führen, oder ob er das Kabinett mit diesen Besprechungen beauftragen und als Geschäftsminifterium im Amte belassen wird.

Ueber die Ansichten des Zentrums in feiner Mehrheit et­was Zuverlässiges vorauszusagen, wäre heute verfrüht. Es besteht gar kein Zweifel, daß das Zentrum auf taktische Not­wendigkeiten anderer Parteien aus staatspolitifchen Gründen entschlossen ist, zu seinem Teil zur möglichst reibungslosen Bil­dung einer Reichsregierung beizutragen. Daß diese Möglich­keit in erster Linie Bürgerblock yeifrt, berechtigt heute am ersten Tage der eigentlichen Regierungskrise noch nicht zu dem Schluß, daß dies die einzige Möglichkeit ist.

Kabmettsberaiungen und Vorstandssitzung

D.B.Berliu, 10. Dez. (Lig. Meldg.) Der heutigen Sitz­ung des Reichskabinetts ist eine Vorstandssitzung der Deut- i scheu Volkspartei vorangegangen, der im Hinblick auf die Re- ! gierungsbildung außerordentliche Bedeutung beikommt, weil i jur die evtl. Bildung einer Regierung der Großen Koali- < tion die Deutsche Volkspartei ausschlaggebend ist. Die Ver- < Handlungen waren streng vertraulich u. auch ein Bericht wur- i de nach Schluß der mehrstündigen Besprechungen nicht aus­gegeben. Von bestunterrichteter Seite wird aber mit Be­stimmtheit versichert, daß man übereinkam, den bisherigen Murs der Volkspartei beizubehalten und auch in Preußen ent­sprechend zur Geltung zu bringen.

Nach dem Verlauf dieser Beratungen gewinnt eine frü­here Meldung an Wahrscheinlichkeit, wonach der Antrag auf Demission der Reichsregierung zum 3. Ianuar vom Außen­minister Stresemann ausgehen soll. Den Beratungen des Reichskabinetts wohnen alle Reichsminister mit Ausnahme des Sinanyninijters Dr. Luther bei, der nach dem Tode seiner Gattin einen kurzen Erholungsurlaub angetreten hat. Linft- weilen rechnet man damit, daß bereits heute, wenn auch viel­leicht erst am späten Abend innerhalb des Kabinetts die Lnt- scheidung über die Frage: Große Koalition oder Bürgerblock fallen wird. Wie bei jeder Krise laufen auch diesmal den Be­schlüssen eine Reihe von Gerüchten vorauf, die sich bis zu einer kompakten Liste des neuen Kabinetts versteigen und u. c. von Stresemann als Reichskanzler, Hergt als künftigen preußischen Ministerpräsidenten sprechen. Daß es sich dabei um ganz haltlose Gerüchte handelt, ergibt sich aus der ganzen Situation, ganz abgesehen davon, daß die Deutschnationalen selbst ihre Forderungen für eine evtl. Beteiligung an der Reichsregierung noch nicht vorgebracht haben. Bei der an­gemeldeten Forderung von vier der maßgebenden Ressorts der insgesamt 8 Reichsministersitze ist mehr als Fühler denn als ernsthafte Verhandlungsgrundlage zu bewerten. Durch die letzte Regierungskrise gewitzigt, ist man diesmal entschlossen, die Verhandlungen mit den Parteien unbedingt so zu forcieren, daß sie nach Klärung der Lage innerhalb des Kabinetts und der Möglichkeiten in wenigen Tagen zum Abschluß gebracht werden.

In Preußen ist durch die gestrigen Beratungen des Staats- Ministeriums die Lage vollkommen geklärt. Das Ministerium bleibt bis zum Wiederzusammentritt des Landtags imAmt und den Parteien, in erster Linie der zahlenmäßig für die Fort­führung der bisherigen Koalition ausschlaggebenden Deutschen Volkspartei, bleibt es überlasten, in der Zwischenzeit sich auf die künftige Regierungsform zu einigen. Das Staatsmini­sterium wird sich erst wieder versammeln, wenn die Minister über die Haltung ihrer Parteien informiert sind, um dann die formalen Schlußfolgerungen daraus zu ziehen.

wb. Saarbrücken, 11. Dez. Wie die Blätter melden, ha­be:- die Landesratsfraktionen der Zentrumspartei und der Deutsch-5c arländstchen Volkspartei infolge der in den letz­

ter Tagen erfolgt n Enthüllungen derSaarbrückener oei- hing über den politischen Geheimdienst der Regierungskom- mijhn des Saargebietes, aus denen sich schwere Vorwürfe gegen die Regierungskommission ergeben, an die in Rom wei­lende Delegation die Aufforderung gerichtet, beim Völker- Jtellen, daß sobald wie möglich eine

bundsrat den Antrag zu.....

Unterkhjngskonimiffion des Völkerbundes hierher entsandt

werde.

Der 19jährige Schlosser Emil Zim-

wb. Mainz, 11. Dez. , . _ mermann in Ludwigshafen machte sich im Iuni in Worms

vor dem Schöffengericht in einem Kuppeleiprozeß ivissenlich ei­nes Meineids schuldig. Der Angeklagte wurde vom Schwur­gericht nach einer unter Ausschluß der Oeffentlichkeit erfolgten Verhandlung zu einem Iahr Zuchthaus und Aberkennung der Lhrenrechte auf zwei Iahre verurteilt. Außerdem wurde auf dauernde Unfähigkeit, als Zeuge oder Sachverständiger ver­nommen werden zu können, erkannt.

wb. München, 11. Dez. Die sozialdemokratische Fraktion des bayerischen Landtages hat Antrag gestellt, der die Lin- Holung eh es Rerhtsgutachtens der juristischen Fakultäten der drei Lande.-universitäten darüber fordert, ob die Bestimmun­gen des Konkordats und die Verträge mit den evangelischen Landeskirchen mit den Vorschriften der Reichs- und Laudcs- verfaffung in Linklang zu bringen sind.

Dr. Hamm dementiert.

D.B. Berlin, 10. Dez. (Lig. Aleivg.) Das als bevor­stehend gemeldete Ausscheiden des Reichswirtschaftsministers Hamm aus dem Kabinett und dem politischen Leben wird heu­te von Reigerungsseite dementiert. Dr. Hamm habe auch noch keinen anderen Posten übernommen oder konkrete Verhand­lungen hierfür geführt.

Für kleinere Wahlkreise.

D.B. Berlin, 10. Dez. (Lig. Meldg.) Der Antrag zur Reform des Reichswahlgesetzes, den die demokratische Frak­tion im Laufe der nächsten Woche einbringen wird, sieht, wie wir von unterrichteter Seite erfahren, unter Beibehaltung des Proportionalwahlrechts vor allem die Schaffung kleinerer Wahlkreise vor. Die Wahlkreisverbände sollen in 45 klei­nere Bezirke eingeteilt werden, deren Stimmen dann innerhalb des Wahlkreisverbandes zur Verrechnung kommen. Von ei­nem Antrag auf Heraufsetzung des Wahlalters wird die Par­tei voraussichtlich absehen; sie würde sich aber, wenn ein sol­cher Antrag von anderer Seite gestellt würde, der Herauf­setzung nicht widersetzen.

wb. Paris, 10. Dez. erklären gut unterrichtete reit französischen Anleihe,

Wie derPetit Parisien" mitteilt, Kreise, daß der Ertrag der inne- deren Zeichnung gestern geschlossen

wurde, 4 einhalb Milliarden Franken sei.

wbt. Paris, 11. Dez. w... aus Eairo berichtet, krankt fei.

abends 10 daß Zaghul

abends 10

telef. New Herald Pascha ernstlich er-

wbt. Moskau, 11. Dez. Ag. In Moskau traf die

Uhr telf. «uff. Tei.

Deutsche Delegation zur Teilnahme

an der russischen Eisenbahn-Konferenz ein, die sich mit der Jrage einer Eisenbahn-Verbindung befassen wird, durch wel­che das Umlaben der Magen an der Grenze vermieden wird.

Rußland ist befriedigt.

Nach den zuversichtlichen und zum Teil auch skeptischen Kommentaren der Auslandspresse zum Ausfall der oeutschen Wahlen liegen heute auch Aeußerungen der Sowjetpreffe vor, die deswegen von dem Ausfall befriedigt ist, weil sie eine noch stärkere Niederlage der Kommunisten erwartete. Gleichwohl meint dieIswestija", die Kommunisten bildeten das Zünglein an der Wage, während sich die anderen maßgebenden Organe auf neue Ratschläge für die stärkere Infizierung Deutschlands mit dem Kommunismus beschränken.

Auch Rumänien greift ein.

D.B. Bukarest, 10. Dez. (Lig. Meldg.) Die rumänische Polizei hat auf Postämtern 67 Briefe aus Moskau beschlag­nahmt, die an führende Mitglieder der Bauernpartei gerichtet waren und von dem Sekretär der Moskauer Bauerninterna- tionale stammten. Die Briefe enthalten Aufrufe, in Verbin­dung mit der russischen Bauernschaft den Kampf gegen die reaktionäre Regierung Rumäniens zu führen. Man versucht zunächst vor allem feftzustellen, auf welchem Wege die außer­ordentlich schnell ankommenden Briefe befördert werden.

wb. London, 11. Dez.Daily Eelegaph meldet aus Aew- york, eine Gruppe von wohlhabenden amerikanischen Ge- febä;freuten b°be beschlossen, in Verhandlungen einzutreten mit dem owmüe, in Deutschland gebaute Luftschiffe zu erwer- ben, die für oen transatlantischen Handelsverkehr geeignet sei- en. Dem hebe zwar die betreffende Bestimmung des Ver- saiü -r 'Vertrages entgegen, aber man glaube, daß die Zeit ge­kommen s i, s-e abzuändern. Die an dem Plan interessierten Personen hätten Schritte unternommen, um sich die Unter- stutzung des Staatsdepartements bei der Eröffnung von Un- terbarPmigfn mit dem Botschaftsrat in Paris zu sichern, bei uem ue -.ntjcheidung über diese Frage liege.

wo. London, 1;. Dez. Die Oppojitionspreffe bringt ihre Unzufriedenheit mit den gestrigen Ausführungen Churchills über die Frage der interalliierten Schulden stark zum Aus- druck.Daily Chronicle" spricht von einem Triumph der liberalen Partei. Churchill habe sich die Auffassungen Cloyb Georges zu eigen gemacht.

Westminster Gazette" sagt, Churchills Enthüllung über die Regierunasauffassung werde von jedem Engländer mit Er­leichterung zur Kenntnis genommen werden.

Do ly Graphic" sagt, England werde von seinen Alliier­ten und von Deutschland nur das verlangen, was es brauche, um die Vereinigten Staaten zu bezahlen.

Daily Herald" bezeichnet es als kindische Hoffnung, daß die ungeheuren Summen zurückgezahlt werden würden, die Llogd George und andere unheilvolle Staatslenker den'Alli­ierten Englands geborgt hätten, um für einige Zeit die deut­sche uiotte los zu werden.

Morning Post" richtet einen Apell an die Vereinigten Staaten und sagt, es fei klar, daß England nicht die gesamten Lasten tragen könne. Der nächste Schritt liege bei den Ver­einigten Staaten.

DerTimes" bemerkt, Churchills Ausführungen hätten die Mitglieder aller Parteien befriedigt, die übereinstimmend der Ansicht seien, daß er das schwierige Problem der interalliier­ten Schulden nicht vom parteipolitischen, sondern vom natio­nalen Standpunkt behandelte.

Aus dem englischen Unterhaus.

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wb. London, 11. Dez. Unterhaus. Lhurchill führte in Zwc seiner Rede folgendes aus: Unsere finanziellen Lasten feit dem

Kriege waren unvergleichlich größer als die irgen einer an­deren fiegreicyen Macht. Wir bestritten im Kriege alle unsere Ausgaben und wir sind allen unseren Verpflichtungen nachge­kommen, oder kommen ihnen nach. Wir Haven bisher keinen unserer alliierten Schuloner gedrängt, seinen Verpflichtungen nachzukommen. Diese Politik legt dem britischen Steuerzahler i in großes Opfer auf. (Beifall). Die Gesamtanleihe Großbri­

die gen land legt jeirt beri mit sind.

tanniens an die europäischen Alliierten betrage ungefähr zwei fern

Milliarden Pfund. Lhurchill betonte, daß die seinerzeit abge- f hlossene euglifch-ainerikaiiifche Scyuldenregelung die Unter- siützung der führenden Finanzautoritäten der Londoner Li- und von Sachverständigen des Schatzamtes erhalten habe. Ls fei die Regelung, die vom Parlament ratifiziert und vom tanbe angenommen wurde. Diefe Regelung müffe durchge- führt werden. Sie bilde den Ausgangspunkt für alle künfti­gen Erörterungen auf dem gebiete der interalliierten Schul-

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den.

Nachdem Churchill seine Erklärungen über die in

teraliäerten Schulden beendet hatte, sagte der frühere Finanz- minOhr Snowden, Lhurchill würde in die Zinanzkonferenz im Januar in Paris mit dem Bewußtsein eintreten, daß das Unterhaus ihm bei der schwierigen Aufgabe feine volle Unter­stützung zuteil werden lasse.

Lhurchill fuhr fort, der zweite große Faktor in diesem Problem, soweit Großbritannien in Betracht komme, sei die Balf >urnote, die nach britischer Ansicht eine höchst wichtige Rolle in Englands zukünftigen Erörterungen über diese Frage spielen müsse. Lhurchill erklärte im Namen der britischen Re­gierung, die Valfournote werde weiterhin die Grundlage der britischen Politik bilden. Lngland suche nicht mehr von sei­nen Alliierten und Feinden zu bekommen, als was es gezwun­gen gewesen sei für ihre Rechnung zu zahlen. Seit der Ver-, öffentUchung der Balfournote seien die deutschen neu mehr zur Wirklichkeit und voraussichtlich wertvoller ge­worden. Durch die Lbprozentige Ausfuhrabgabe würde Eng- land vielleicht ungefähr 10 Millionen Pfund in diesem Iahre erhalten. Aber nach dem Dawesplan und den Beschlüffen von Spaa über die prozentuale Verteilung würde Lngland fchätz- un^sweise 20 Millionen Pfund im Iahre an Reparationen von Deutschland empfangen, vorausgesetzt, daß das Wiederaufle­ben Deutschlands und Europas keine Unterbrechung erleide, ich es sicherlich jahrelang der Fall sein werde. Die Erholung Deutschlands könnte eine Verzögerung erleiden und die im Dawesplan gehegten Hoffnungen könnten sich viele Iahre hin­durch nicht erfüllen.

Der Minister des Innern, Johnson Hicks, sagte, die Re­gierung beabsichtige in den nächsten vier oder fünf Iahren zahlreiche Plane zur Verbesserung der sozialen Bedingungen durchzuführen. Ueber den Sinowjewbrief führte der Mini­ster au^, der .Kabinettsbeschluß zur Prüfung des Briefes ha­be ihn für echt erklärt. Die Regierung sei nicht bereit, das. Bewc-ismâterial^u veröffentlichen, auf das sich dieses Urâ gründe. Er erkläre entgültig namens der Regierung, daß es, so lange Rußland feine Propaganda fortsetze, keine Verträge geben werde. Hierauf wurde die Debatte über die Ant- wortadrefse bis Montag vertagt.

wbt. London, 11. Dez. abends 10 Uhr etelf. Im Unter­hause erklärte Baldwin: die Pressemeldungen, nach denen Lng- iand auf unbestimmte Zeit in der Kölner Zone verbleiben wol-

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entbehren jeder Grundlage.

wb. San Franzisko, 11. Dez. In der Bucht von San Die­lst ein großes Marineflugzeug in die See gestürzt. Drei

der Insassen wurden getötet, zwei werden vermißt.

wb. Aewgork, 11. Dez. Funkspruch. Die Morgange- sellfchaft schickt weitere drei Millionen Dollars Gold nach Deutschland.

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Aus Stadt und Land

Weihnüchtsorakel.

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(dt.) Die Weihnachtszeit ist im Volksglauben die Zeit der | Weissagung, die Zeit des Zaubers. Daher die Bezeichnung Lostage. Mit dem Andreastage (30. November) beginnt die­se Zeit der allgemeinen Prophetie, hinter der etwas mehr steckt als kindischer Scherz, es ist der naive Wunsch unseres Volkes, hinter den Schleier der Zukunft zu Jebauen, ein Zug, der in erster Linie dem weiblichen Geschlecht eigen ist. Erwachsene, unverheiratete Mädchen sind es vor allem, die an diesen Ta­gen eine Frage an das Schicksal stellen und zu erfahren suchen D oo sie ihr Lebensziel, die Verheiratung, im kommenden Iahr erreichen werden, und was für ein Mann ihnen zugedacht fei. Am meisten verbreitet ij» die Sitte des Bleigießens; aus der oorm die das geschmolzene Blei annimmt, wird die Gestalt oer die Beschäftigung des Zukünftigen erschlossen. Hinter den Rücken geworfene Aepfelschalen zeigen den Anfangsbuchstaben des zukünftigen Bräutigams. In den meisten Gegenden Deu.,..,,anbs findet sich ferner das Schuh- und Pantoffelwer­fen. Die Mädchen werfen, mit dem Rücken nach der Tür ge- h kehrt, einen Schuh hinter sich; liegt dieser mit der Spitze nach der ^.ube zu, so kommt im folgenden Iahre der Bräutigam.

Die Richtung de-

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öS weist dabei noch auf die Gegend,

woher er kommt. Die mannigfachsten Mittel hat sich bei die­ser Art des Orakels die kindliche Phantasie des Volkes aus- gedacht, um durch sie die Zukunft zu erfahren. Dabei ist man auch auf Dinge gekommen, die von dem Gemüte unseres Vol­kes Zeugnis geben: die euere, für die das Mädchen zu sorgen Vy., besonders Hühner und Schweine, geben ihm an diesen Lostagen die beste Auskunft. So geht die Jungfrau in vielen Gegenden Mittel- und Norddeutfchlands des Nachts an den Hühnerstall und klopft dreimal an die Eür, meldet sich zuerst der Hahn, so macht sie in diesem Iahre Hochzeit, meldet sich dagegen die Henne, so bleibt sie noch ledig. Auch zum Was­ser, in dem ja nach der Auffassung unserer Vorfahren geheim­nisvolle Kräfte walten, wird oft die Zuflucht genommen: ge-