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Schwierigkeiten, welche die Ausnutzung der Windkraft durch Segel der Schiffahrt gebracht hat, fallen beim Rotorschiff voll kommen weg. Der Leemann wird nicht mehr ängstliche Aus­schau halten, welche Witterungsverhältnisse ?u erwarten sind und er ist nicht mehr gezwungen, wenn er einen Sturm be­fürchtet, womöglich schon mehrere Stunden vorher, die Segel fortzunehmen. Und während ein größeres Segelschiff zum Setzen und Wegnehmen der Segel unter gefahrvollen Um­ständen 100 Wann verlangt, wird man die Zlettner-Rotor- anlage so anordnen können, daß selbst bei den größten Schif­fen ein einziger Wann zur Bedienung der großen Zglinder er- forderlich ist.

Äunilmarmor aus Porzellan und Glasabfallen.

Man hat schon früher Steine und Platten durch Ver­schmelzen einer im wesentlichen aus denselben Stoffen zusam­mengesetzten Mischung hergestellt, ohne jedoch speziell eine marmorähnliche Wirkung anzustreben und auf die Herstellung einer wasserdichten Oberfläche Bedacht zu nehmen. Die hier behandelte Erfindung, die Hugo Grönroos in Kopenhagen pa­tentiert wurde (D. R. P. 315242), läuft jedoch darauf hinaus, marmorähnliche Steine und Platten mit wasserdichter Ober­fläche zu erzeugen, die als Bekleidung für Gebäudefronten, als Wandplatten, als Material für Waschtische, Badezimmer, Loilettenräume usw. Verwendung finden soll.

Es werden etwa drei Gewichtsteile zerquetschien Porzel­lanabfalls, der auch durch Fogenceabfall ersetzt werden kann, etwa drei Teile fein pulverisierten Pfeifentons und drei Teile zerquetschten Glasabfällen gut gemischt und mit Wasser ange­feuchtet. Die Waffe soll derart beschaffen sein, daß sie zwar an sich nicht bildsam wird, sich aber unter Anwendung eines Druckes zusammenballt. /

Das Pressen der Waffe erfolgt in formen mit losem Bo­den; der Boden liegt auf einer Rahmenleiste, kann also mit dem auf ihm ruhenden, neu gepreßten Gegenstände heraus­gehoben werden. Die Oberfläche der Bodenplatte muß ganz eben bezw. glatt abgeschliffen sein, damit der herzustellende Stein eine völlig ebene oder glatte Sichtfläche erhält. Vor dem Einfällen der beschriebenen Masse wird auf der Boden­platte eine gleichmäßige Schicht von zerquetschten Porzellan­abfällen in Stücken von etwa drei Millimetern Größe ausge­breitet und auf diese Schicht eine solche von zerquetschtem Glas gebracht. Dieses Material soll zu gleichen Teilen aus grünem und weißem Glase bestehen. Nunmehr wird die feuchte Masse, die gleichsam nur die Hinterfüllung der Por­zellan- und Glasschicht wird, aufgebracht.

jetzt wird das Ganze einem Druck von 200 Kilogramm pro Ouadratzentimter ausgesetzt, und die so erzeugten Platten oder Steine bei einer Temperatur von 900 bis 1200 Grad Celsius in einem Brennofen, etwa während der Dauer einer Viertelstunde, gebrannt. Der Gegenstand muß noch während des Brennens auf einer Unterlage ruhen, die am besten aus einer Platte feuerfesten Tones bestehen wird. Cs tritt nun unter der Einwirkung der hohen Temperatur ein Schmelzen des Slasabfalles ein und das flüssige Glas fließt nun durch die zahlreichen Fugen der Porzellanabfallschuyt und lagert sich auf der Unterseite des Gegenstandes, also unmittelbar über der feuerfesten Platte ab. Dadurch erhält der Kunstmarmorge­genstand einen sehr schönen dauerhaften Glasüberzug. Nach dem Brennen werden die Platten und die Steine hochkantig zum Abkühlen aufgestellt und sind ohne weiteres gebrauchsfer­tig. Sie können in beliebiger Grvjze hergestellt werden, wer­fen sich nicht während des Brennens und besitzen die Härte des

natürlichen Marmors. Durch Zusatz verschiedenfarbigen Slasabfalles können sehr reiche Eftxte erzielt werden, was übrigens auch durcy Zusatz von Farbstoffen, wie sie in der Keramik gebräuchlich sind, zu erreichen ist. Durch Schleifen der Oberfläche und nochmaliges Brennen in einem Slasierofen kann man den Platten einen Hochglanz verleihen, was viel­leicht bei luxuriösen Badezimmereinrichtungen oder dergleichen angestrebt wird. jm übrigen lassen sich die Platten wie na­türlicher Marmor bohren und sägen, wie dies bei Bearbeitung des Materials für die mannigfachen Verwendungszwecken er- forderlich ist.

Neues vom schwarzen Rammten.

Außer den in der Schmuckinbuftrie hochgeschätzten wasser- klaren Diamanten gibt es dunklere u. schwarze Abarten, die für technische Zwecke Verwendung finden, z. B. für Werk­zeuge zum Abdreyen von Kalanderwalzeu, Bohrwerkzeuge für den Bergbau und Steinbruchbetrieb usw. Dieseschwarzen" Diamanten werden namentlich in Brasilien gefunden und als Lorbonodos" bezeichnet. Sie sind viel härter als die weißen Diamanten und daher für technische Zwecke we., mehr als diese geeignet. LS war bisher unklar, worauf die dunkle Far­be beruyl. Nachdem Doelter nachgewiesen hat, daß weiße Diamanten in Kohle eingebettet, bis auf 2500 Grad erhitzt werden können, ohne eine wesentliche Schwärzung an der Ober­fläche zu erfahren, hat man angenommen, daß in dem schwar­zen Diamanten eine besondere Kristallform vorliege. Nun hat wie dieUmschau" berichtet. Gerlach an der Uniorsität Frank­furt gezeigt, daß diese Annahme nicht zutrifft. Mittels Rönt­genstrahlen, die ja unter geeigneten Bedingungen den inne­ren Aufbau von Molekülen und Kristallen erkennen lassen, wies er nach, daß der Aufbau des schwarzen Diamanten der­selbe ist wie der des gewöhnlichen. Eine zweite kristallisierte Substanz ist nicht vorhanden. Wohl aber lehrte das Nvntgen- bild, daß die Carbonabos aus einer großen Anzahl regellos durcheinander liegender kleiner Diamanten bestehen. Zwischen diesenDiamantchen" ist wahrscheinlich feinster Kohlenstaub verteilt, dessen feine Schichtung keine Kristallstru.^ur erkennen läßt. Ob es sich nun um Graphit oder nicht kristallenen Koh­lenstaub handelt, konnte noch nicht festgestellt werden. Je­denfalls ist aber der Corbonabos daran haben auch diese Untersuchungen nichts geändert ein Diamant so gut wie ber weiße; und wenn er auch nicht zum Schmuckstück geeignet ist, so ist er dennoch sehr kostbar und für manche Snbuftrien von unschätzbarem Werte.

BermMes.

_ Die Leichenfeier des Mörders. jn Chicago wurde dieser Cage ein notorischer Mörder mit einem Gepränge beerdigt, als ob es sich um einen Nationalhelden handele. Sein Sarg war aus Silber und war auf einem Meer von Rosen gebettet, wäh­rend langsamen Schrittes bei den Klängen der Trauermusik etwa Tausend Persönlichkeiten folgten, die alle der Chicagoer Polizei wohlbekannt waren. Ein zweites Tausend hatte auf dem jriedhof Stellung genommen. Die gesamte Chicagoer Verbrecherwelt war versammelt, und als man den Sarg in die Grube senkte, war der ganze Bâmimichstabuch mit Veilchen und anderen Blumen bedeckt. Das war Dion O'Baniom, der König der Mörder und Diebe, der nicht weniger als 35 Mor­de auf dem Gewissen hatte, jetzt endlich war er selbst das Opfer feiner unvermeidlichen Gier geworden. Vor einigen Wochen hatte er von einer Bande Alkoholschmuggler Ware im Werte von 100 000 Dollar gekauft, hatte aber an einer ent

legenen Stelle die Tonnen versteckt und von seinen Lieferanten I neue Ware verlangt, mit der Begründung, daß er nichts er­halten habe. Das ging doch den Schmugglern über die Hut- »

schnür, sie stellten ein paar gewiegte Kollegen Dion O'Banions an, die auch in kurzer Zeit den wahren Sachverhalt aufdeckten und kurzerhand den Obergauner inmitten seines Blumengar­tens ins jenseits beförderten.

Heinrich Heine und Bellini. <as Heine in Paris lebte, ver­

kehrte er fast mit allen dort ansässigen Künstlern, jm Hause 5 der Prinzessin Belgioso traf sich das vornehme Paris und die 1 Geistesaristokraten, und hier wurde auch Heinrich Heine oft eingeladen, ebenso der damals in Paris lebende italienische |

Komponist Bellini. Dieser hatte für Heinrich Heine abso- ? lut keine Sympathie. Er erklärte stets, Heine sei ihm wegen "

seiner stechenden Augen unheimlich; es scheine ihm, als wenn er mit dem Bösen im Bunde sei. Heine wußte davon, und wo er nur mit Bellini zusammentraf, machte er sich in seiner Weise über ihn lustig. Einmal spielten Bellini und Heine zusammen Billard. Heine überlegte nicht lange und spielte flott darauf los, Bellini dagegen dachte immer erst reiflich nach wie er am vorteilhaftesten die Bälle anspielen konnte. Da verlor Heine die Geduld und sagte zu Bellini:Machen Sie doch, daß wir vorwärts kommen! Sie dürfen nicht so viele Zeit verlieren! Wissen Sie denn nicht, daß alle genialen Kom­ponisten jung gestorben ]mb? Bellini legte ganz erschrok- ken den Billardstock aus der Hand und sagte zu den Umfte- stehenden mit ängstlicher Stimme:Nun vort bloß, was die­ser schreckliche Mensch da wieder mit mir macht: Er weiß doch ganz genau, daß ich so etwas nicht hören kann. Heine, der grausame Spötter, hatte aber mit seinem ersten Scherze noch nicht genug und sagte zu Bellini lachend:jch möchte bloß wissen, warum Sie sich aufregen, jch weiß doch tatsäch­lich nicht, ob Sie wirklich zu den genialen Komponisten ge­hören!"

Neuerwerbungen der Berliner Museen. Zwei bedeutsa­me größere Arbeiten alter deutscher Kunst konnte vor kurzem | das Schloß-Museum erwerben. Und zwar handelt es sich um die fast ein Meter hohe Porzellanstatuette des Königs August 5 von Sachsen-Polen, modelliert von den beid. Hauptmeistern der Meißner Manufaktur ^..ndler und Eberlein in fron Aifv I ren 174041, und ferner ein deutscher Wandteppich mit den Wappen des Grafei. ni°n »untber von Oldenburg-Delmen­horst und seiner Mutter Elisabeth von Schwarzburg, vom jäh­re 1621. Das Schloßmuseum kaufte ferner ein FrUhstücksser- vice aus Berliner Porzellan mit Schwarzmalerei von Böhme aus dem jähre 1775. Die anderen Abteilungen der Museen mußten sich in der letzten Zeit meist mit Stiftungen begnügen. So wurde u. a. dec Antiken-Abteilung die linke Gesichtshälfte

eines spätrömischen Kaiserkopfes geschenkt. Das Kupferstich- KabinsU erhielt für seine moderne Abteilung eine Anzahl von graphischen Arbeiten von Oskar Kokochka, Max Slevogt, Lovis Corinth, Max Liebermann, Käte Kollwitz, Ernst Bar­uch, Georg Kolbe, Edwin Scharff und Renee Sintenis. Dem Münzkabinett wurde die Bronzemedaille überwiesen, die zum r5. jahresfeste der Technischen Hochschule in Brünn geschaf­

fen worden ist

Lin neuer Hanns Heinz Lwers.Ameisen" heißt das neue Buch, das Hanns Heinz Ewers soeben bei Georg Müller, München erscheinen läßt, wohl die größte Ueberraschung für alle Ewersfreunde, jedenfalls eine der groteskeren und ver­blüffendsten Einfälle des Alraune-Dichters.

Später als oben in den Bergen. Wie herrlich das war! Zuerst begannen ganz oben die letzten Zinken zu glitzern, als leuchte dort ein neuer, naher Stern, dann zog eine Niesenyand den Schleier von den Wänden und Felsen. Wie verzauberte Mär­chenschlösser vom jungen Sonnenlicht übergossen lagen die Zin­nen und Türme der öelsburgen da, tiefe Schatten schienen in die Täler zu sinken. Wie pures Gold glänzten die gelben Rän­der der Steinwände und überall, sogar hier unten in den kümmerlichen Dornsträuchern des Tales, begannen die Sing- vögel zu zwitschern und nahmen dem Chaos die Schrecken des Schweigens.

Und dann aus hunderten, tausenden verborgenen kleinen Löchern erhoben sich Scharen von Schwalben, die hier nisteten und jetzt der jungen Sonne entgegen schwebten.

Fred mußte sich zwingen, von dem herrlichen Schauspiel zu lassen. Er richtete sich ein kräftiges Mal, weil er gestern im Unmut fast nichts genossen, dann stieg er wieder in das Boot.

Eine Weile floh der Colorabo ruhig dahin, dann begann er zu schäumen. Steinblöcke hemmten den Lauf, aber der Fluh war noch geschwollen vom gestrigen Regen und verhältnis­mäßig leicht konnte Fred die Gefahren umgehen. Der halbe Tag verstrich, während er durch den gewaltigen, flammenden Schlund glitt, dann kam ein Brausen an sein Ohr. Cine Stromschnelle. Sie schien nicht allzuhoch, er hielt den Kahn in der Mitte des Strudels, der ihn mit starker Gewalt ergriff. Rasend schnell schoß er dahin ; aber Freds Hand war sicher und umklammerte das Steuer und das leichte Boot gehorchte jedem Druck. Es flog über den Gischt zu Tal und schob sich zwischen den Felstürmen hindurch. Auf Sekunden schien es auf der Spitze zu stehen, drohte sich zu überschlagen, dann war das Wasser ganz ruhig, und langsam glitt der Kahn dahin. Die erste Stromschnelle war überwunden, tiefer war nun das Bett eingegraben, höher zu beiden Seiten die steilen Wände, jetzt war der Uferpfad ganz verschwunden. Unvermittelt fie­len schroffe Klippen bis in den Fluß, der sie mit Gischt um» schäumte. Gern hätte Fred gelagert und Wittagspause ge­macht, aber hier war es unmöglich; und in demselben Maße, wie das Bett enger geworden, das jetzt einer schmalen Gasse glich, war auch die Geschwindigkeit der Strömung gestiegen. Fred hatte nicht Zeit, die Größe der Natur zu bewundern und mußte alle Aufmerksamkeit auf das Schiff richten. Er hatte nicht einmal Zeit, die Furchtbarkeit seiner einsamen Fahrt zu begreifen. Wieder brauste der Strom. Wieder kamen klei­nere Katarrakte. Ganz in der Ferne aber, vor ihm, war ein dumpfes, wildes Brausen. Dort mußte ein gewaltiger Ab­sturz fein. Hoffentlich war dort der Strom wieder breiter, so daß er das Schlimmste umgehen konnte. Ganz plötzlich wurde

Liebe kleine Ltmvkoa

Fred Andersens Höllenfahrt

Roman D. Otfried von Hanstein.

(8. Fortsetzung.)

Aergerlich richtete Fred sich auf. Damit hatte er nicht ge­rechnet. jm Nebel konnte er nicht weiter. Er fror; denn der warme Abend hatte ihn seine Decke verschmähen lassen. Auch konnte er kein trockenes Holz suchen und hätte es auch kaum gesunden. Er tastete in der Dunkelheit des Nebels, die ihn kaum einen Schritt weit sehen ließ, zum Kahn. Fast wäre er in den Fluß gestürzt. Er mußte die eine der Luken öffnen, nahm seine Decken, sein Kochgeschirr und einige Speisen sowie die Hartspirituslampe, die er mit sich führte. Froh war er, als er wieder bei seinem Zelt war und sich starken Kaffee be­reitete, zu dem er einige Konserven. Allmählich wurde die Sonne kräftiger und stach durch den Nebel. jetzt hob sich die­ser auf Sekunden, jn großen, gespenstigen Fladen schwebte er an den Felsen und Zacken empor,' hing an den Hörnern, ballte sich wieder zusammen, formte unheimliche Gestalten, die laut­los, wie Spukgebtlbe an den Wänden entlang strichen und sich dann wieder vereinten. Dabei wurde der Regen noch stär­ker. jetzt flossen kleine Bäche von den Hängen, und wenn wieder einmal der Nebel riß, stürzten Hunderte von Wasser­fällen von den roten Feisgebilden, sprangen über die Steine, schossen als Staubbäche von schwindelnder Höhe hinab und ließen den Fluß schwellen. Eine neue Angst erfaßte Fred. Gab es hier eine Regenzeit? Konnte dies Wetter Tage oder Wochen anhalten? Wie, wenn es das Tal erfüllte, den Kahn fortriß?

Alle Stunden tappte er zu diesem hinunter und jedesmal schäumte der Strom heftiger, jedesmal war der Weg kürzer, denn der Strom kam zu ihm herauf, wie sein Bett sich füllte.

Gegen mittag endlich ließ der Regen nach, aber naßkalt war es und trostlos. Der Nebel blieb und Fred streckte sich unter das Zelt. Nicht einmal zum Essen hatte er Lust, und ihm war, als schliche ein Fieber heran.

jetzt im Nebel waren auch die Tierstimmen doppelt un- heimlich und bisweilen schien es, als Husche ein größeres Tier in Sprüngen von Stein zu Stein. Fred war munter und ver­mochte nicht mehr zu schlafen. Das Gewehr hielt er in sei­ner Hand und wußte, daß wahrscheinlich das nah gewordene Pulver im Notfälle den Dienst versagen würde.

Wieder kam die Nacht. /

Fred hatte ein paar Stunden geschlafen, als ein Lichtschein ihn weckte. Der Nebel war fort und die Sonne ging auf.

es dunkel. Er hatte nicht Zeit gehabt, auf die Wolken zu achten, die sich mit der Schnelligkeit dieses Klimas zusammen- : ballten. Und wenn er es gesehen hätte, hier war ja unmöglich zu landen, jn Sekunden kam das Gewitter. Es war voll­kommen Nacht geworden, wenn nicht grelle Blitze auf Au­genblicke das Dunkel zerrissen. Furchtbar dröhnte der Donner und jeder Zacken, jede Wand gab hundertfältig im Echo den Donner zurück, während schon ein zweiter, noch gewaltigerer hinter ihm herdröhnte. Ein Gewitter nicht über, fonbem i n den Felsen. Blitz auf Blitz zuckte auf, schlug in den "Fluh und peitschte das.schäumende Wasser empor, schlug in die Wände und ließ große Trümmer herniederrollen, die klatschend in den Colorabo stürzten, das Schiffchen zu zerschmettern droh­ten. Dabei schoß es pfeilschnell vorwärts und immer näher ertönte, selbst den Donner überhallend, vor ihm das Brausen einer gewaltigen Brandung. Ein besonders langer Blitz er­hellte die Aacyt, da sah Fred mit entsetzt aufgerissenen Augen vor sich einen wirbelnden, sprudelnden Trichter. Der Fluß schien zu verschwinden. Ein ungeheures Loch gähnte. Eine haushohe Stromschnelle, ein Wasserfall, der den sicheren Tod brachte. Rings steile Wände, ohne Möglichkeit einer Land­ung, selbst wenn Menschenkraft das rasende Schifflein noch zu lenken imstande gewesen wäre. Und dann kam das Letzte. Plötzlich hörte das Rauschen des Wassers unter dem Kiel auf. Mit beiden Händen klammerte sich Fred an die Ränder des Bootes, die Ruder entfielen ihm und zersplitterten an den Fel­sen. Wie ein Vogel schoß der Kahn in die Schlucht hinein. Augenblicke des Grauens, dann ein Aufschlag, Krachen und Bersten. Fred fühlte sich aus dem Kahn geschleudert, wirbelte selbst im Wasser, wurde gegen Felstrümmer geschmettert, droh­te zu ersticken, stürzte kopfüber wie ein Ball durch die Wasser und verlor die Besinnung.

Waren es Minuten oder Stunden? Fred erwachte. Er lag auf weichem, nassen Strand. Neben ihm floß fast ganz ruhig der wieder breiter gewordene Strom. Eine kleine Oase eine Wiese voll herrlicher Blumen war um ihn her. Er rich­tete sich auf. Ein Wunder war geschehen, jedes Glied seines Körpers schmerzte, Blut riefelte über Gesicht und Hände, sein Anzug war in Fetzen und triefend naß, Kälte schüttelte ihn und doch war anscheinend kein Glied gebrochen. Das Gewitter war vorüber. Die ganze Schreckensfahrt konnte nur Minu­ten gedauert haben; denn die Sonne stand erst wenig über Wittag. Er zog seine Uhr aus dem wasserdichten Gehäuse, und auch sie war unverletzt und zeigte die dritte Stunde. Fred brauchte Zeit, sich zu sammeln, dann erst kam ihm die furcht­bare Erkenntnis: Wo war sein Kahn?

(Fortsetzung folgt.)